Bibel

28.09.17

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Bibel

In letzter Zeit gibt es grosse Diskussionen über die Bibelübersetzungen. Darum habe ich hier eine vollständige Ausgabe, die korrekt übersetzt ist.

Bibel-RC.docx

Bibel-RC.epub

Bibel-RC.mobi

Bibel-RC.pdf

 

Es gibt sie auch in angepasster Form für das Programm "MyBible für PC".

Installationsanleitung der "Eques-Bibel" bzw. des Programms "MyBible" auf Ihrem PC.
1. Die ZIP-Datei "eques-installation.zip" herunterladen und in einen Ordner (z.B.: 'C:\Downloads\Bibel') kopieren.
2. Die ZIP-Datei öffne und alle Dateien in einen Ordner ziehen (z.B.: 'C:\Downloads\Bibel\Eques').
3. Wenn Sie "MyBible" noch nicht auf ihrem PC installiert haben, weiter mit Punkt 4, ansonsten mit Punkt 5.
4. Die Datei "MyBible_1_6_0_2_Stable.exe" ausführen. Notieren sie sich das Verzeichnis, in welches das Programm installiert wird (z.B.: 'C:\Program Files (x86)\MyBible').
5. Öffnen Sie das Programm "MyBible".
6. Klicken Sie auf "Extras" und dann auf "Module importieren…".
7. Klicken Sie auf "Ich habe bereits einige Bibelmodule auf meinem PC…"
8. Klicken Sie auf "Weiter>"
9. Klicken Sie auf "Hinzufügen…"
10. Wählen Sie im Verzeichnis (z.B.: 'C:\Downloads\Bibel\Eques') die Datei 'eques.zip'
11. Klicken sie auf "Öffnen".
12. Klicken Sie auf "Weiter"
13. Das Modul sollte nun in das Programm integriert werden. Im Prinzip können Sie nun bereits damit arbeiten. Möchten Sie jedoch noch die ausgebauten Verweise und Kapitelüberschriften integrieren, geht es weiter mit Punkt 14. Hierfür benötigen Sie jedoch Administratorenrechte auf ihrem PC.
14. Schliessen Sie das Programm "MyBible"!!!
15. Öffnen Sie zwei Browserfenster: Eines mit dem Verzeichnis (z.B.: 'C:\Downloads\Bibel\Eques') und eines mit dem Verzeichnis (z.B.: 'C:\Program Files (x86)\MyBible')
16. Kopieren Sie aus dem Verzeichnis (z.B.: 'C:\Downloads\Bibel\Eques') die Dateien 'linklist.xml' und 'captions.xml' in das Verzeichnis (z.B.: 'C:\Program Files (x86)\MyBible'). Sie müssen es als Admin gegebenenfalls bestätigen.
17. Öffnen Sie wieder das Programm "MyBible". Nun sollten alle Links und Überschriften zur Verfügung stehen. Sollte Ihr Programm probleme damit haben, finden Sie die originalen Programmdateien im Verzeichnis (z.B.: 'C:\Downloads\Bibel\Eques\MyBible-Programmsicherungen').
18. Viel Freude damit und Gottes Segen.
 

 

Genesis - Erstes Buch Moses (AT - Beginn [46 Bücher])

Genesis 1

1:1 Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde.[1]

1:2 Die Erde war wüst und leer, Finsternis lag über der Urflut, und der Geist Gottes schwebte über den Wassern.

1:3 Da sprach Gott: »Es werde Licht!« Und es ward Licht.

1:4 Gott sah, daß das Licht gut war. Da trennte Gott Licht von Finsternis.

1:5 Gott nannte das Licht Tag, die Finsternis aber Nacht. Es ward Abend, und es ward Morgen: ein Tag.

1:6 Dann sprach Gott: »Es entstehe ein festes Gewölbe inmitten der Wasser, und es bilde eine Scheidewand zwischen den Wassern!«

1:7 Gott bildete das feste Gewölbe und schied zwischen den Wassern oberhalb und unterhalb des Gewölbes, und es geschah so.

1:8 Gott nannte das feste Gewölbe Himmel. Es ward Abend, und es ward Morgen: zweiter Tag.

 

Wasser und Land

1:9 Sodann sprach Gott: »Es werde das Wasser unterhalb des Himmels an einen Ort gesammelt, und das Trockene werde sichtbar!« Und es geschah so.

1:10 Gott nannte das Trockene Erde, und das zusammengeflossene Wasser nannte er Meer. Und Gott sah, daß es gut war.

1:11 Da sprach Gott: »Die Erde lasse Grünes hervorsprießen, samentragende Pflanzen sowie Fruchtbäume [Bäumen], die Früchte bringen nach ihrer Art, in denen Samen ist auf Erden!« Und es geschah so.

1:12 Die Erde brachte Grünes hervor, samentragende Pflanzen nach ihrer Art und Bäume, die Früchte bringen, in denen ihr Same ist nach ihrer Art. Und Gott sah, daß es gut war.

1:13 Es ward Abend, und es ward Morgen: dritter Tag.

 

Himmelsleuchten

1:14 Dann sprach Gott: »Es sollen Leuchten werden am Gewölbe des Himmels, um zu scheiden zwischen der Nacht und dem Tag, und sie sollen als Zeichen dienen sowohl für die Festzeiten als auch für die Tage und Jahre!

1:15 Sie sollen Lichtspender an dem Gewölbe des Himmels sein, um zu leuchten über der Erde!« Und es geschah so.

1:16 So machte denn Gott die beiden großen Leuchten: die größere, daß sie den Tag beherrsche, die kleinere zur Beherrschung der Nacht und dazu die Sterne.

1:17 Gott setzte sie als Leuchten über die Erde an das Gewölbe des Himmels,

1:18 zu beherrschen Tag und Nacht und zu trennen zwischen Licht und Finsternis. Und Gott sah, daß es gut war.

1:19 Es ward Abend, und es ward Morgen: vierter Tag.

 

Vögel und Wassertiere

1:20 Dann sprach Gott: »Es sollen wimmeln die Gewässer von Lebewesen und Vögel am Himmelsgewölbe fliegen über der Erde!«

1:21 Gott schuf die großen Seeungetüme und alle sich regenden lebendigen Wesen, von denen nach ihren Arten das Wasser wimmelt, und alle geflügelten Vögel nach ihren Arten. Und Gott sah, daß es gut war.

1:22 Gott segnete sie und sprach: »Seid fruchtbar, mehrt euch und erfüllt das Wasser in den Meeren! Die Vögel aber mögen sich vermehren auf Erden!«

1:23 Es ward Abend, und es ward Morgen: fünfter Tag.

1:24 Da sprach Gott: »Die Erde bringe lebende Wesen nach ihrer Art hervor: Vieh, Kriech- und Feldtiere nach ihren Arten!« Und es geschah so.

1:25 Gott bildete die Feldtiere, das Vieh und alle Kriechtiere des Erdbodens jeweils nach ihren Arten. Und Gott sah, daß es gut war.

 

Menschen

1:26 Dann sprach Gott: »Laßt uns Menschen machen nach unserem Abbild, uns ähnlich; sie sollen herrschen über des Meeres Fische, über die Vögel des Himmels, über das Vieh, über alle Landtiere und über alle Kriechtiere am Boden!«

1:27 So schuf Gott den Menschen nach seinem Abbild, nach Gottes Bild schuf er ihn, als Mann und Frau erschuf er sie. (Mt 19,4; Mk 10,6; Kol 3,10; Jak 3,9)

1:28 Gott segnete sie und sprach zu ihnen: »Seid fruchtbar und mehrt euch, füllt die Erde und macht sie untertan und herrscht über des Meeres Fische, die Vögel des Himmels und über alles Getier, das sich auf Erden regt!«

1:29 Gott sprach weiter: »Seht, ich gebe euch alles Grünkraut, das auf der ganzen Erde Samen trägt, und alle Bäume mit samenhaltigen Früchten; dies diene euch als Nahrung!

1:30 Allem Getier des Feldes und allen Vögeln des Himmels und allen am Boden kriechenden Tieren, in denen Lebenshauch atmet, gebe ich hingegen alles Grünkraut zur Nahrung.« Und es geschah so.

1:31 Gott sah alles, was er gemacht hatte, und fürwahr, es war sehr gut. Es ward Abend, und es ward Morgen: sechster Tag.

 

Genesis 2

Sabbatruhe: Und Gott ruhte am siebten Tag von all seinem Werke

2:1 So wurden vollendet der Himmel und die Erde und all ihr Heer.

2:2 Gott vollendete am siebten Tag sein Werk, das er vollbracht hatte, und ruhte am siebten Tag von all seinem Werke, das er vollbracht hatte. (Heb 4,4)

2:3 Und Gott segnete den siebten Tag und heiligte ihn. Denn an ihm hat er von all seinem Werk geruht, das Gott wirkend schuf.

2:4a Dies ist der Werdegang des Himmels und der Erde, da sie geschaffen wurden. -

 

Eden

2:4b Als Gott, der Herr, die Erde machte und den Himmel,[2]

2:5 da gab es noch keinen Steppenstrauch auf Erden, und Grünkraut [Feldsträucher] sproßte noch nicht auf dem Felde; denn Gott, der Herr, hatte noch nicht regnen lassen auf die Erde, und kein Mensch war da, den Boden zu bebauen.

2:6 Nur Feuchtigkeit stieg von der Erde auf und wässerte die gesamte Fläche des Erdbodens.

2:7 Da bildete Gott, der Herr, den Menschen aus dem Staub der Ackerscholle und blies in seine Nase den Odem des Lebens; so ward der Mensch zu einem lebendigen Wesen. (1Kor 15,45)

2:8 Darauf pflanzte Gott, der Herr, einen Garten in Eden, gegen Osten, und versetzte dorthin den Menschen, den er gebildet hatte.

2:9 Und Gott, der Herr, ließ aus dem Erdboden allerlei Bäume aufsprießen, lieblich zum Anschauen und gut zur Nahrung, den Lebensbaum [Baum des Lebens] aber mitten im Garten und auch den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. (Offb 22,1-5)

2:10 Ein Strom entsprang in Eden zur Bewässerung des Gartens. Von da an teilte er sich in vier Arme.

2:11 Der eine heißt Pischon; er umfließt ganz Chawila, das Goldland.

2:12 Das Gold jenes Landes ist kostbar; auch Balsamharz [Bdelliumharz] und Karneolsteine sind dort vorhanden.

2:13 Der zweite Strom heißt Gichon; er umfließt ganz Kusch.

2:14 Der dritte Strom, der Tigris, fließt östlich von Assur, und der vierte trägt den Namen Euphrat.

 

Bestimmung

2:15 Gott, der Herr, nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, damit er ihn bebaue und erhalte.

2:16 Gott, der Herr, gebot dem Menschen: »Von allen Bäumen des Gartens darfst du essen,

2:17 nur vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse darfst du nicht essen; denn am Tage, da du davon ißt, mußt du sterben.«

 

Mensch und Tiere

2:18 Gott, der Herr, sprach: »Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; ich will ihm eine Hilfe machen als sein Gegenstück.«

2:19 So bildete Gott, der Herr, aus der Erde allerlei Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels und brachte sie zum Menschen, um zu sehen, wie er sie benennen würde; und ganz wie der Mensch jedes Lebewesen benannte, so lautet sein Name.

2:20 Der Mensch gab allem Vieh, allen Vögeln des Himmels und allem Feldgetier Namen; aber für den Menschen fand sich keine Hilfe als sein Gegenstück.

 

Die Frau

2:21 Da ließ Gott, der Herr, einen Tiefschlaf auf den Menschen (= Adam) fallen, so daß er einschlief, nahm ihm eine seiner Rippen und verschloß deren Stelle mit Fleisch.

2:22 Gott, der Herr, baute die Rippe, die er dem Menschen entnommen hatte, zu einer Frau aus und führte sie ihm zu.

2:23 Da sprach der Mensch: »Das ist nun endlich Bein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch. Diese soll man Männin heißen; denn vom Manne ist sie genommen.«

2:24 Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und beide werden zu einem Fleisch. (Mt 19,5; Mk 10,8; 1Kor 6,16; Eph 5,31)

2:25 Beide aber, der Mann und seine Frau, waren nackt; doch sie schämten sich nicht voreinander.

 

Genesis 3

Versuchung und Fall

3:1 Die Schlange aber war listiger als alle anderen Tiere des Feldes, die Gott, der Herr, gebildet hatte. Sie sprach zur Frau: »Hat Gott wirklich gesagt: >Ihr dürft von keinem Baum des Gartens essen<?«[3]

3:2 Da sprach die Frau zur Schlange: »Von den Früchten der Gartenbäume [Bäume im Garten] dürfen wir essen.

3:3 Nur von den Früchten des Baumes in der Mitte des Gartens hat Gott gesagt: >Eßt nicht davon, ja rührt sie nicht an, sonst müßt ihr sterben!<«

3:4 Die Schlange sprach zur Frau: »O nein, auf keinen Fall werdet ihr sterben!

3:5 Vielmehr weiß Gott, daß euch, sobald ihr davon eßt, die Augen aufgehen, und ihr wie Gott sein werdet, indem ihr Gutes und Böses erkennt.«

3:6 Da sah die Frau, daß der Baum gut sei zum Essen und [daß der Baum] eine Lust zum Anschauen und begehrenswert, um weise zu werden. Sie nahm von seiner Frucht, aß und gab auch ihrem Manne neben ihr, und auch er aß.

3:7 Da gingen beider Augen auf, und sie erkannten, daß sie nackt waren. Sie hefteten Feigenlaub [Feigenblätter] zusammen und machten sich Schürzen daraus.

 

Entdeckung

3:8 Da vernahmen sie das Geräusch Gottes, des Herrn, der im Garten beim Windhauch des Tages einherging. Und es versteckten sich der Mann und seine Frau vor dem Angesicht Gottes, des Herrn, mitten unter den Bäumen des Gartens.

3:9 Gott, der Herr, aber rief dem Menschen zu und sprach zu ihm: »Wo bist du?«

3:10 Er antwortete: »Dein Geräusch hörte ich im Garten; ich hatte Scheu; denn nackt bin ich ja; daher versteckte ich mich.«

3:11 Er sprach: »Wer tat dir kund, daß du nackt bist? Hast du etwa von jenem Baum gegessen, von dem zu essen ich dir verboten habe?«

3:12 Der Mensch entgegnete: »Die Frau, die du mir als Gefährtin gegeben, hat mir vom Baum gereicht, und ich aß.«

3:13 Da sprach Gott, der Herr, zur Frau: »Was hast du getan?« Die Frau erwiderte: »Die Schlange hat mich betört, und ich aß.

 

Strafen

3:14 Da sprach Gott, der Herr, zur Schlange: »Weil du dies getan hast, sei verflucht aus allem Vieh und allem Getier des Feldes! Auf deinem Bauche sollst du kriechen und Staub fressen dein Leben lang!

3:15 Feindschaft will ich stiften zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen; er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst nach seiner Ferse schnappen.« (Joh 8,44; Offb 12,9; 20,2)[4]

3:16 Zur Frau sprach er: »Zahlreich will ich deine Beschwerden machen und deine Schwangerschaften: unter Schmerzen sollst du Kinder gebären. Und doch steht dein Begehren nach deinem Manne, er aber soll herrschen über dich.«

3:17 Zum Manne sprach er: »Du hast auf die Stimme deiner Frau gehört und vom Baum gegessen, von dem zu essen ich dir streng verboten habe; darum soll der Ackerboden verflucht sein um deinetwillen; mühsam sollst du dich von ihm nähren alle Tage deines Lebens!

3:18 Dornen und Gestrüpp soll er dir sprießen, und Kraut des Feldes sollst du essen!

3:19 Im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot verzehren, bis du zum Ackerboden wiederkehrst, von dem du genommen bist. Denn Staub bist du, und zum Staube sollst du heimkehren!«

3:20 Adam nannte seine Frau Eva, denn sie ward zur Mutter aller Lebendigen.

 

Vertreibung

3:21 Gott, der Herr, machte Adam und seiner Frau Fellröcke und bekleidete sie.

3:22 Dann sprach er: »Ja, der Mensch ist jetzt wie einer von uns geworden, da er Gutes und Böses erkennt. Nun geht es darum, daß er nicht noch seine Hand ausstrecke, sich am Baum des Lebens vergreife, davon esse und ewig lebe.« (Offb 22,1-5)

3:23 So wies Gott, der Herr, ihn aus dem Garten Eden fort, daß er den Ackerboden bearbeite, von dem er genommen war.

3:24 Er vertrieb den Menschen, ließ ihn östlich vom Garten Eden wohnen und stellte die Kerubim und die flammende Schwertklinge auf, den Weg zum Baum des Lebens zu behüten.

 

Genesis 4

Hirt und Bauer

4:1 Der Mensch erkannte seine Frau Eva; sie empfing und gebar den Kain. Sie sprach: »Ich habe einen Sohn erworben mit Hilfe des Herrn.«[5] [6] [7]

4:2 Weiter gebar sie seinen Bruder Abel. Abel war Kleinviehhirt, Kain ein Ackerbauer.

 

Opfer

4:3 Nach geraumer Zeit begab es sich, daß Kain von den Früchten des Bodens dem Herrn ein Opfer darbrachte.

4:4 Aber auch Abel opferte von den Erstlingen seiner Herde und ihrem Fett. Der Herr blickte auf Abel und seine Opfergabe, (Heb 11,4)

4:5 aber auf Kain und sein Opfer sah er nicht. Da ward Kain sehr zornig, und sein Angesicht verfinsterte sich.

 

Brudermord

4:6 Da sprach der Herr zu Kain: »Warum bist du zornig, und warum ist dein Angesicht finster?

4:7 Ist es nicht so: Wenn du gut bist, so kannst du es frei erheben, bist du aber nicht gut, so lauert die Sünde vor der Türe. Nach dir steht ihr Begehren; du aber sollst herrschen über sie!« (Jak 4,5)

4:8 Kain sprach zu seinem Bruder Abel: »Komm, wir wollen aufs Feld gehen!« Als sie auf dem Felde waren, stürzte sich Kain auf seinen Bruder Abel und erschlug ihn.

4:9 Der Herr sprach zu Kain: »Wo ist dein Bruder Abel?« Er antwortete: »Ich weiß es nicht. Bin ich denn meines Bruders Hüter?«

4:10 Er aber sprach: »Was hast du getan? Die Stimme des Blutes deines Bruders schreit zu mir vom Erdboden empor.

4:11 Und nun sollst du verflucht sein vom Erdboden her, der seinen Rachen aufgerissen hat, deines Bruders Blut aus deiner Hand aufzunehmen!

4:12 Wenn du den Ackerboden bebaust, wird er dir fortan seine Frucht nicht mehr bringen; ziel- und heimatlos sollst du sein auf Erden!«

4:13 Kain erwiderte dem Herrn: »Meine Schuld ist zu groß, als daß ich sie tragen könnte.

4:14 Siehe, du verjagst mich heute vom Ackerboden weg; vor deinem Antlitz muß ich mich verbergen. Ziel- und heimatlos werde ich sein auf Erden; jeder, der mich findet, wird mich erschlagen.«

4:15 Da sprach zu ihm der Herr: »Nein! Jeder, der Kain erschlägt, an dem wird es siebenfach gerächt.« Der Herr machte dem Kain ein Zeichen, damit ihn niemand erschlage, wer immer ihn finde.[8]

4:16 Kain ging vom Angesichte des Herrn hinweg und wohnte im Lande Nod östlich von Eden.

 

Kains Nachkommen

4:17 Kain aber erkannte seine Frau; sie empfing und gebar Henoch; der wurde Erbauer einer Stadt; er nannte ihren Namen nach dem Namen seines Sohnes Henoch.[9]

4:18 Dem Henoch wurde Irad geboren, Irad zeugte Mechujael, Mechujael den Metuschael und Metuschael den Lamech.

4:19 Lamech aber nahm zwei Frauen, eine hieß Ada, die andere Zilla.

4:20 Ada gebar den Jabal; er war der Stammvater der Zeltbewohner und Hirten.

4:21 Sein Bruder hieß Jubal, der Ahnherr aller Zither- und Flötenspieler.

4:22 Aber auch Zilla gebar, nämlich den Tubalkain, einen Schmied, der Erz und Eisen bearbeitete; die Schwester Tubalkains war Naama.

 

Lamech an seine Frauen

4:23 Lamech sprach zu seinen Frauen Ada und Zilla: »Hört meine Rede, ihr Frauen Lamechs, vernehmt meinen Spruch! Ei, einen Mann erschlug ich für meine Wunde, einen Knaben für meine Strieme.

4:24 Denn siebenfach wird Kain gerächt, Lamech dagegen siebenundsiebzigmal.« (Mt 18,21)[10]

 

Set

4:25 Adam erkannte seine Frau wiederum; sie gebar einen Sohn und nannte ihn Set (Setzling): »Denn Gott hat mir einen anderen Nachkommen gegeben für Abel, weil Kain ihn erschlug.«

4:26 Auch dem Set wurde ein Sohn geboren; er nannte ihn Enosch. Damals begann man, des Herrn Namen anzurufen.

 

Genesis 5

Von Adam bis Noe

5:1 Dies ist das Buch des Stammbaumes Adams. Am Tage, da Gott Adam schuf, formte er ihn nach Gottes Ebenbild.[11]

5:2 Als Mann und Frau schuf er sie; er segnete sie und nannte sie Mensch am Tage, da sie erschaffen wurden.

5:3 Als Adam nun 130 Jahre alt war, zeugte er einen Sohn, ihm gleich und nach seinem Bilde, und nannte ihn Set.

5:4 Nach der Geburt des Set lebte Adam noch 800 Jahre, und er zeugte Söhne und Töchter.

5:5 Insgesamt lebte Adam 930 Jahre; dann starb er.

5:6 Im Alter von 105 Jahren zeugte Set den Enosch.

5:7 Nach der Geburt des Enosch lebte Set noch 807 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.

5:8 Insgesamt lebte Set 912 Jahre; dann starb er.

5:9 Im Alter von 90 Jahren zeugte Enosch den Kenan.

5:10 Nach der Geburt des Kenan lebte Enosch noch 815 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.

5:11 Insgesamt lebte Enosch 905 Jahre; dann starb er.

5:12 Im Alter von 70 Jahren zeugte Kenan den Mahalalel.

5:13 Nach der Geburt des Mahalalel lebte Kenan noch 840 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.

5:14 Insgesamt lebte Kenan 910 Jahre; dann starb er.

5:15 Im Alter von 65 Jahren zeugte Mahalalel den Jared.

5:16 Nach der Geburt des Jared lebte Mahalalel noch 830 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.

5:17 Insgesamt lebte Mahalalel 895 Jahre; dann starb er.

5:18 Im Alter von 162 Jahren zeugte Jared den Henoch.

5:19 Nach der Geburt des Henoch lebte Jared noch 800 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.

5:20 Insgesamt lebte Jared 962 Jahre; dann starb er.

5:21 Im Alter von 65 Jahren zeugte Henoch den Metuschelach.

5:22 Henoch wandelte mit Gott. Er lebte nach Metuschelachs Geburt noch 300 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.

5:23 Insgesamt lebte Henoch 365 Jahre.

5:24 Henoch wandelte mit Gott, und dann war er nicht mehr; denn Gott hatte ihn entrückt. (Heb 11,5)

5:25 Im Alter von 187 Jahren zeugte Metuschelach den Lamech.

5:26 Nach der Geburt des Lamech lebte Metuschelach noch 782 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.

5:27 Insgesamt lebte Metuschelach 969 Jahre; dann starb er.

5:28 Im Alter von 182 Jahren zeugte Lamech einen Sohn.

5:29 Er nannte ihn Noe, indem er sprach: »Dieser wird uns trösten bei der mühevollen Arbeit unserer Hände am Ackerboden, den der Herr verflucht hat.«

5:30 Nach der Geburt des Noe lebte Lamech noch 595 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.

5:31 Insgesamt lebte Lamech 777 Jahre; dann starb er.

5:32 Als Noe im Alter von 500 Jahren stand, zeugte er den Sem, den Cham und den Japhet.

 

Genesis 6

Sittenverderbnis

6:1 Es begab sich, daß die Menschen auf Erden sich zu vermehren begannen und ihnen auch Töchter geboren wurden.[12]

6:2 Da sahen die Gottessöhne, daß die Töchter der Menschen schön waren, und sie nahmen sich zu Frauen, welche sie nur mochten.

6:3 Nun sprach der Herr: »Mein Geist soll nicht für die Dauer im Menschen beengt sein, da auch er Fleisch ist; seine Tage sollen nur noch 120 Jahre sein.«[13]

6:4 Zu jenen Zeiten waren Riesen auf Erden, auch nachher noch, als die Gottessöhne mit den Töchtern der Menschen verkehrten und diese ihnen gebaren; das sind die starken Männer der Urzeit, Leute mit Namen.

 

Strafankündigung

6:5 Der Herr sah, wie groß die menschliche Bosheit auf Erden war, und daß jegliches Gebilde ihrer Herzensgedanken allzeit nur böse war. (Jak 4,5)[14]

6:6 Es reute ihn, den Menschen gemacht zu haben auf Erden, und er bekam Kummer in seinem Herzen.

6:7 Der Herr sprach: »Ich will den Menschen, den ich geschaffen, vom Erdboden vertilgen, vom Menschen bis zum Vieh und zum Kriechtier und zu den Himmelsvögeln. Denn es reut mich, sie gemacht zu haben.«

6:8 Nur Noe fand Gnade in des Herrn Augen.

 

Geschichte Noes und Bau der Arche

6:9 Dies ist die Geschichte Noes: Noe war ein gerechter und vollkommener Mann unter seinen Zeitgenossen und wandelte mit Gott.

6:10 Und Noe zeugte drei Söhne, den Sem, den Cham und den Japhet.

6:11 Aber die Erde war verderbt vor den Augen Gottes, und sie füllte sich mit Gewalttat.

6:12 Gott schaute sich die Erde an, und siehe, sie war verderbt; denn alle Menschen auf Erden gingen verderbliche Wege.

6:13 Da sprach Gott zu Noe: »Das Ende aller Lebewesen habe ich beschlossen, denn voll Gewalttat ist die Erde wegen der Menschen. Wohlan, ich will sie vertilgen mitsamt der Erde.

6:14 Mache dir eine Arche aus Nadelholz [Zypressenholz] mit Schilfrohr dazwischen und verdichte sie von innen und außen mit Pech!

6:15 So sollst du sie herstellen: dreihundert Ellen lang, fünfzig Ellen breit und dreißig Ellen hoch.

6:16 Ein Giebeldach sollst du an der Arche anbringen und sie dadurch um eine Elle höher machen; die Tür der Arche sollst du an ihrer Seite anbringen; ein unteres, ein mittleres und ein oberes Stockwerk sollst du bauen.

6:17 Ich lasse nämlich eine Wasserflut über die Erde kommen, damit sie unter dem Himmel alle Wesen, in denen Lebensodem ist, vertilge; alles auf Erden soll umkommen.

6:18 Meinen Bund aber will ich mit dir schließen; gehe also in die Arche hinein, du und deine Söhne, deine Frau und die Frauen deiner Söhne mit dir!

6:19 Von allen lebendigen Wesen aber nimm je zwei mit in die Arche hinein, um sie mit dir am Leben zu erhalten, ein Männchen und ein Weibchen!

6:20 Von den Vogelarten, von den Vieharten, von allem am Boden kriechenden Getier nach seiner Art sollen je zwei zu dir kommen, damit ihr Leben erhalten bleibe.

6:21 Auch von allem Eßbaren nimm etwas; sammle es bei dir an, damit es dir und ihnen zur Nahrung diene.«

6:22 Und Noe tat alles so, wie es Gott ihm geboten hatte.

 

Genesis 7

Einzug in die Arche

7:1 Da sprach der Herr zu Noe: »Gehe hinein in die Arche mit deiner ganzen Familie; denn dich habe ich gerecht angetroffen vor meinem Angesichte unter diesem Geschlecht.

7:2 Von allen reinen Tieren nimm dir je sieben Stück [Paare], je ein Männchen und ein Weibchen, von den unreinen Tieren je zwei, ein Männchen und ein Weibchen.

7:3 Auch von den Vögeln des Himmels je sieben Männchen und Weibchen, damit Nachwuchs am Leben erhalten bleibe auf der ganzen Erde.

7:4 Denn noch sieben Tage, dann will ich es regnen lassen auf die Erde vierzig Tage und vierzig Nächte lang und will jegliches Wesen, das ich geschaffen habe, vom Erdboden vertilgen.«

7:5 Und Noe tat alles, was ihm der Herr befohlen hatte.

7:6 Noe war sechshundert Jahre alt, als die Flut auf die Erde kam.

7:7 Da gingen Noe und seine Söhne, seine Frau und die Frauen seiner Söhne vor den Wassern der Flut in die Arche.

7:8 Von den reinen und unreinen Tieren, von den Vögeln und von allem am Boden kriechenden Getier

7:9 kamen je zwei zu Noe in die Arche, ein Männchen und ein Weibchen, wie Gott ihm geboten hatte.

7:10 Nach Ablauf von sieben Tagen kamen nun die Wasser der Flut über die Erde.

7:11 Es war im Sechshundertsten Lebensjahr Noes, im zweiten Monat, am siebzehnten Tage des Monats. An diesem Tage brachen alle Quellen der großen Urflut auf, und die Fenster des Himmels öffneten sich.

7:12 Und es ergoß sich ein Regen auf die Erde, vierzig Tage und vierzig Nächte lang.

7:13 An eben diesem Tage gingen Noe, Sem, Cham und Japhet, die Söhne Noes, seine Frau und die drei Frauen seiner Söhne mit ihm hinein in die Arche;

7:14 außer ihnen alle Arten von Wild, von Vieh, von dem am Boden kriechenden Getier und sämtliche Arten von Vögeln, alles Geflügelte.

7:15 Sie kamen zu Noe in die Arche, je zwei von allen Wesen, in denen Lebenshauch war.

7:16 Die da kamen, waren je ein Männchen und Weibchen von allen Tieren, wie Gott ihm befohlen hatte. Der Herr schloß hinter ihm zu.

 

Sintflut

7:17 Die Flut ergoß sich über die Erde vierzig Tage lang; die Wasser wuchsen an, sie hoben die Arche, und diese stieg von der Erde empor.

7:18 Die Wasser schwollen an und mehrten sich gewaltig auf der Erde; die Arche aber fuhr auf den Wassern dahin.

7:19 Und die Wasser nahmen immer mehr zu; alle hohen Berge unter dem ganzen Himmel wurden bedeckt.

7:20 Fünfzehn Ellen darüber stiegen die Wasser; so wurden die Berge bedeckt.

7:21 Alles Leben, das auf Erden sich bewegte, Vögel, Vieh, Wild und alles Kleingetier, das auf der Erde wimmelte, und alle Menschen gingen unter.

7:22 Alles, was Lebensodem in sich hatte, wenn es auf dem Trockenen lebte, mußte sterben.

7:23 So ward denn alles vertilgt, was auf dem Erdboden war, Menschen sowohl als auch Vieh, Kriechtiere und die Vögel des Himmels; sie wurden von der Erde vertilgt. Noe allein und die mit ihm in der Arche waren, blieben übrig.

7:24 Und die Wasser stiegen auf Erden an, hundertfünfzig Tage lang.

 

Genesis 8

Ende der Flut

8:1 Gott gedachte des Noe, allen Wildes und aller Tiere, die mit ihm in der Arche waren, und er ließ einen Wind über die Erde hin wehen, so daß die Wasser sanken.

8:2 Die Quellen der Urflut versiegten, und die Fenster des Himmels wurden geschlossen, dem Regen ward vom Himmel her Einhalt geboten.

8:3 Das Wasser sank auf der Erde mehr und mehr, und so nahm das Wasser ab nach einhundertfünfzig Tagen.

8:4 Im siebten Monat, am siebzehnten Tage des Monats, ruhte die Arche auf dem Gebirge von Ararat.

8:5 Die Fluten gingen bis zum zehnten Monat immer mehr zurück. Am ersten des zehnten Monats wurden die Gipfel der Berge sichtbar.

8:6 Nach vierzig Tagen tat Noe das Fenster der von ihm gebauten Arche auf.

8:7 Er ließ einen Raben ausfliegen; der flog hin und zurück, bis das Wasser von der Erde vertrocknet war.

8:8 Da ließ er eine Taube hinaus, um zu sehen, ob der Wasserspiegel auf der Erdoberfläche gesunken sei.

8:9 Die Taube fand aber keine Stätte für ihren Fuß und kehrte zu ihm in die Arche zurück; denn noch war Wasser auf der ganzen Erde. Noe streckte seine Hand aus, ergriff sie und nahm sie in die Arche zurück.

8:10 Dann wartete er weitere sieben Tage und sandte wiederum die Taube aus der Arche.

8:11 Die Taube flog gegen Abend zu ihm zurück, aber siehe, sie trug ein frisches Ölblatt [Olivenzweig] in ihrem Schnabel. Noe wußte nun, daß das Wasser auf Erden gefallen war.

8:12 Nach weiteren sieben Wartetagen schickte Noe die Taube wieder aus; sie kehrte nicht mehr zu ihm zurück.

8:13 Im 601. Lebensjahr des Noe, am ersten Tag des ersten Monats, war das Wasser auf dem Erdboden vertrocknet. Noe entfernte das Dach von der Arche; er schaute aus, und schon war die Erdoberfläche trocken.

8:14 Am siebenundzwanzigsten Tage des zweiten Monats war die Erde trocken.

 

Räumung der Arche

8:15 Da sprach Gott zu Noe:

8:16 »Geh aus der Arche, du und deine Frau, deine Söhne und die Frauen deiner Söhne mit dir!

8:17 Alles Getier, das bei dir ist von allen Lebewesen, Vögel, Vieh und alle auf Erden kriechenden Tiere, laß mit dir hinaus; sie sollen sich tummeln auf Erden, fruchtbar sein und sich vermehren auf dem Erdboden!«

8:18 Da ging Noe hinaus und seine Söhne, seine Frau und die Frauen seiner Söhne mit ihm.

8:19 Alles Getier, alle Kriechtiere, alle Vögel, alles, was sich auf Erden regt, verließ, je nach seinen Sippen, die Arche.

 

Opferaltar

8:20 Noe baute einen Altar für den Herrn, und von allen reinen Tieren und reinen Vögeln nahm er und brachte auf dem Altar Brandopfer dar.

8:21 Der Herr roch den lieblichen Wohlgeruch und sprach bei sich selbst: »Ich will fortan nicht noch einmal die Erde verfluchen um des Menschen willen; denn der Trieb des menschlichen Herzens ist zum Bösen geneigt von Jugend an. Fürderhin will ich alles Lebendige nicht mehr schlagen, wie ich es getan habe. (Eph 5,2; Phil 4,18)

8:22 Solange die Erde steht, sollen Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht nicht mehr aufhören.«

 

Genesis 9

Gottes Gebot an Noe

9:1 Gott segnete den Noe und seine Söhne und sprach zu ihnen: »Seid fruchtbar, mehrt euch und erfüllt die Erde.

9:2 Furcht vor euch und Schrecken sei bei allen Erdentieren, bei allen Himmelsvögeln, bei allem, was auf dem Erdboden kriecht, und bei allen Fischen des Meeres; in eure Hand sind sie gegeben.

9:3 Alles, was sich regt und lebendig ist, diene euch zur Nahrung; wie das Grünkraut gebe ich euch alles.

9:4 Jedoch lebendiges Fleisch, mit seinem Blut noch verbunden, sollt ihr nicht essen.

9:5 Und euer Blut, das heißt euer Leben, werde ich fordern; von jeglichem Tier will ich es fordern und vom Menschen, von jedermanns Bruder werde ich das Leben des Menschen fordern.

9:6 Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll durch Menschen vergossen werden! Denn nach seinem Bilde hat Gott den Menschen gemacht.

9:7 Ihr aber seid fruchtbar und mehrt euch, wimmelt auf der Erde und mehrt euch auf ihr!«

 

Friedensbund

9:8 Gott sprach zu Noe und seinen Söhnen:

9:9 »Wohlan denn, ich errichte meinen Bund mit euch und euren Nachkommen

9:10 und mit allen lebenden Wesen bei euch, mit Vögeln, Vieh und jeglichem Wild des Feldes, mit all denen, die die Arche verlassen haben.

9:11 Meinen Bund errichte ich mit euch: Es soll niemals wieder alles Leben von den Wassern der Flut ausgerottet werden, ja, es soll keine Flut mehr kommen, die Erde zu verderben!«

9:12 Weiter sprach Gott: »Dies ist das Zeichen des Bundes, den ich zwischen mir und euch stifte und zwischen jeglichem Lebewesen bei euch für immerwährende Geschlechter:

9:13 Meinen Bogen setze ich in die Wolken; er soll ein Bundeszeichen zwischen mir und der Erde sein.

9:14 Wenn ich nun Gewölk über der Erde balle, und wenn der Bogen in den Wolken erscheint,

9:15 so will ich meines Bundes gedenken, der zwischen mir und euch und allen lebenden Wesen besteht, und niemals mehr soll das Wasser zur Flut werden, um jegliches Leben zu verderben.

9:16 Wenn der Bogen in den Wolken steht, dann werde ich ihn ansehen, um des immerwährenden Bundes zu gedenken, der zwischen Gott und allen Lebewesen jeglicher Art auf Erden besteht.«

9:17 Gott sprach zu Noe: »Dies ist das Zeichen des Bundes, den ich zwischen mir und allen Lebewesen auf Erden stifte.«

 

Fluch und Segen

9:18 Die Söhne Noes, die aus der Arche kamen, waren Sem, Cham und Japhet (Cham ist der Vater Kanaans).

9:19 Diese drei sind Noes Söhne, und von ihnen stammt das ganze Menschengeschlecht ab.

9:20 Noe aber begann als Landwirt und pflanzte einen Weinberg.

9:21 Er trank von dem Weine, ward berauscht und lag entblößt in seinem Zelte.

9:22 Cham, der Vater Kanaans, sah die Blöße seines Vaters, und er teilte es seinen beiden Brüdern draußen mit.

9:23 Sem und Japhet aber nahmen einen Überwurf, legten ihn auf ihre Schultern, gingen rückwärts hinein und bedeckten die Blöße ihres Vaters. Ihr Gesicht war rückwärts gerichtet, so daß sie die Blöße ihres Vaters nicht sahen.

9:24 Als Noe aus seinem Rausch erwachte, erfuhr er, was sein jüngerer Sohn ihm angetan hatte.

9:25 Er sprach: »Verflucht sei Kanaan; ein Knecht der Knechte sei er seinen Brüdern!«

9:26 Ferner sprach er: »Gepriesen sei der Herr, der Gott Sems, und Kanaan sei sein Knecht!

9:27 Weiten Raum schaffe Gott dem Japhet; er wohne in den Zelten Sems, und Kanaan sei sein Knecht!«

9:28 Nach der Sintflut lebte Noe noch 350 Jahre.

9:29 Insgesamt lebte Noe 950 Jahre; dann starb er.

 

Genesis 10

Stammbaum der Noesöhne

10:1 Dies ist der Stammbaum der Söhne Noes, des Sem, Cham und Japhet. Ihnen wurden nach der Flut Söhne geboren.

10:2 Die Söhne Japhets: Gomer, Magog, Madaj, Jawan, Tubal, Meschech und Tiras.

10:3 Die Söhne Gomers Aschkenas, Riphat und Togarma.

10:4 Die Söhne Jawans: Elisa und Tarsis, die Kittim und Dodanim.

10:5 Von diesen zweigten sich die Inselvölker ab in ihren Ländern - jedes nach seiner Sprache - nach ihren Geschlechtern in ihren Völkerschaften.

10:6 Die Söhne Chams: Kusch, Mizrajim, Put und Kanaan.

10:7 Die Söhne Kuschs: Seba, Chawila, Sabta, Rama und Sabteka. Die Söhne von Rama sind Saba und Dedan.

10:8 Kusch zeugte den Nimrod; dieser war der erste Gewaltherrscher auf Erden.

10:9 Er war ein gewaltiger Jäger vor dem Herrn; daher sagt man: »Wie Nimrod ein gewaltiger Jäger vor dem Herrn.«

10:10 Der Anfang seiner Königsherrschaft war Babel, Erech, Akkad und Kalne im Lande Sinear.

10:11 Von diesem Lande zog er nach Assur aus und erbaute Ninive, Rechobot-Ir und Kelach,

10:12 auch Resen zwischen Ninive und Kelach. Dies ist die große Stadt.

10:13 Von Mizrajim stammen die Ludier, die Anamer, die Lehaber und die Naphtucher,

10:14 die Patruser, die Kaslucher und die Kaphtorer, von denen die Philister hervorgingen.

10:15 Von Kanaan stammt Sidon, sein Erstgeborener, und Heth,

10:16 ferner die Jebusiter, die Amoriter, die Girgaschiter,

10:17 die Hiwwiter, die Arkiter und die Siniter,

10:18 die Arwaditer, Zemariter und Chamatiter. Später zerstreuten sich die Sippen der Kanaaniter.

10:19 Das Grenzgebiet der Kanaaniter erstreckte sich von Sidon durch Gerar hin nach Gaza und gegen Sodom, Gomorra, Adma und Zeboim bis hin nach Lascha.

10:20 Dies sind Chams Söhne nach ihren Sippen, ihren Sprachen, in ihren Ländern und in ihren Völkerschaften.

10:21 Auch dem Sem wurden Nachkommen geboren, dem Stammvater aller Heber Söhne, dem ältesten Bruder des Japhet.

10:22 Die Söhne Sems: Elam, Assur, Arpachschad, Lud und Aram.

10:23 Und die Söhne Arams: Uz, Chul, Geter und Masch.

10:24 Arpachschad zeugte den Schelach, Schelach den Heber.

10:25 Dem Heber wurden zwei Söhne geboren, der eine hieß Peleg (Trennung) - denn in seinen Tagen trennte sich die Erdbevölkerung; sein Bruder hieß Joktan.

10:26 Joktan zeugte Almodad, Scheleph, Chazarmawet, Jerach,

10:27 Hadoram, Usal, Dikla,

10:28 Obal, Abimael, Saba,

10:29 Ophir, Chawila und Jobab. Diese alle sind Söhne Joktans.

10:30 Ihre Wohnsitze liegen von Mescha bis nach Sephara am Ostgebirge.

10:31 Dies sind Sems Söhne nach ihren Sippen, ihren Sprachen, in ihren Ländern nach ihren Völkerschaften.

10:32 Dies sind die Sippen der Söhne Noes nach ihren Stammbäumen in ihren Völkerschaften, und von ihnen haben sich die Völker nach der Flut verzweigt.

 

Genesis 11

Turmbau von Babel

11:1 Alle Welt hatte nur eine Sprache und dieselben Laute.

11:2 Als man vom Osten her aufbrach, fand man im Lande Sinear eine Ebene und wohnte daselbst.

11:3 Sie sprachen zueinander: »Wohlan, laßt uns Ziegel streichen und sie hart brennen!« Und es diente ihnen der Ziegel als Stein, und das Erdpech diente ihnen als Mörtel.

11:4 Dann riefen sie: »Auf! Laßt uns eine Stadt und einen Turm bauen, dessen Spitze bis in den Himmel reicht! Wir wollen uns einen Namen machen, damit wir nicht in alle Welt zerstreut werden!«

11:5 Der Herr aber fuhr herab, um sich die Stadt und den Turm, den sich die Menschen erbaut hatten, anzuschauen.

11:6 Der Herr sprach: »Siehe, sie sind ein Volk, und nur eine Sprache haben sie alle; das ist aber erst der Anfang ihres Tuns. Nichts von dem, was sie vorhaben, wird ihnen unmöglich sein.

11:7 Wohlan, laßt uns hinabsteigen! Wir wollen dort ihre Sprache verwirren, daß keiner mehr die Rede des andern versteht!«

11:8 Und der Herr zerstreute sie von da aus über die ganze Erde hin; sie hörten mit dem Städtebau auf.

11:9 Darum heißt die Stadt »Babel«; denn dort hat der Herr die Sprache der ganzen Welt verwirrt, und von da aus hat er sie über die ganze Erde hin zerstreut.

 

Sems Stammbaum

11:10 Dies ist der Stammbaum Sems: Sem war 100 Jahre alt, da zeugte er den Arpachschad; es war zwei Jahre nach der Flut.

11:11 Sem lebte nach der Geburt des Arpachschad noch 500 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.

11:12 Im Alter von 35 Jahren zeugte Arpachschad den Schelach.

11:13 Nach der Geburt des Schelach lebte Arpachschad noch 403 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.

11:14 Im Alter von 30 Jahren zeugte Schelach den Heber.

11:15 Nach der Geburt des Heber lebte Schelach noch 403 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.

11:16 Im Alter von 34 Jahren zeugte Heber den Peleg.

11:17 Nach der Geburt des Peleg lebte Heber noch 430 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.

11:18 Im Alter von 30 Jahren zeugte Peleg den Reu.

11:19 Nach der Geburt des Reu lebte Peleg noch 209 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.

11:20 Im Alter von 32 Jahren zeugte Reu den Serug.

11:21 Nach der Geburt des Serug lebte Reu noch 207 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.

11:22 Im Alter von 30 Jahren zeugte Serug den Nachor.

11:23 Nach der Geburt des Nachor lebte Serug noch 200 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.

11:24 Im Alter von 29 Jahren zeugte Nachor den Terach.

11:25 Nach der Geburt des Terach lebte Nachor noch 119 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.

11:26 Im Alter von 70 Jahren zeugte Terach den Abram, danach den Nachor und den Haran.

 

Herkunft Abrahams

11:27 Dies ist der Stammbaum Terachs: Terach zeugte den Abram, den Nachor und den Haran; Haran aber zeugte den Lot.

11:28 Haran starb noch zu Lebzeiten seines Vaters Terach in seinem Heimatlande, im Ur der Kaldäer.

11:29 Abram und Nachor heirateten; Abrams Frau hieß Saraj, Nachors Frau hieß Milka, die Tochter Harans; dieser war der Vater der Milka und der Jiska.

11:30 Saraj aber war unfruchtbar; sie hatte kein Kind.

11:31 Terach nahm seinen Sohn Abram, seinen Enkel Lot, den Sohn Harans, und seine Schwiegertochter Saraj, die Frau seines Sohnes Abram. Sie wanderten aus Ur der Kaldäer aus, um in das Land Kanaan zu ziehen. Sie kamen aber nur bis Charan. Daselbst siedelten sie sich an.

11:32 Terach lebte 205 Jahre, dann starb er in Charan.

 

Genesis 12

Abrams Auserwählung

12:1 Der Herr sprach zu Abram: »Zieh hinweg aus deiner Heimat, aus deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhause in ein Land, das ich dir zeigen werde! (Apg 7,3)[15]

12:2 Ich will dich zu einem großen Volke machen und dich segnen und deinen Ruhm erhöhen; sei du ein Segen!

12:3 Segnen will ich, die dich segnen, und wer dich verflucht, dem will auch ich fluchen. In dir sollen alle Geschlechter der Erde gesegnet sein!« (Gal 3,8)

 

Auszug

12:4 Abram brach auf, wie der Herr ihm geboten hatte, und Lot zog mit ihm. Abram stand damals im Alter von 75 Jahren, als er von Charan auszog.

12:5 Abram nahm seine Frau Saraj und seinen Neffen Lot, ferner allen Herdenbesitz, den sie erworben hatten, und alle Leute, die sie in Charan gewonnen hatten. Sie brachen auf, um ins Land Kanaan zu ziehen; und sie kamen ins Land Kanaan.

12:6 Abram durchzog das Land bis zum Ort Sichem zur Orakeleiche. Damals waren die Kanaaniter im Lande.

12:7 Der Herr erschien dem Abram und sprach: »Deinen Nachkommen will ich dieses Land geben.« Jener baute dort einen Altar für den Herrn, der ihm erschienen war. (Apg 7,5; Gal 3,16)

12:8 Von da rückte er weiter dem Gebirge zu, östlich von Betel. Hier schlug er sein Zelt auf, Betel im Westen, Aj im Osten. Sodann baute er dem Herrn einen Altar und rief den Namen des Herrn an.

12:9 Abram zog immer weiter und weiter dem Südland zu.

 

In Ägypten

12:10 Eine Hungersnot brach aber damals im Lande aus; daher zog Abram nach Ägypten, um dort seinen Aufenthalt zu nehmen; denn der Hunger lastete schwer auf dem Lande.[16]

12:11 Es begab sich, kurz bevor er Ägypten betrat, daß Abram zu seiner Frau Saraj sprach: »Ich weiß, daß du eine schön aussehende Frau bist.

12:12 Wenn dich die Ägypter nun sehen und dabei denken: >Sie ist seine Frau<, dann werden sie mich töten und dich am Leben lassen.

12:13 Gib doch an, daß du meine Schwester seist, damit es mir gut gehe um deinetwillen und ich am Leben bleibe deinetwegen!«

12:14 Als Abram nun nach Ägypten kam, sahen die Ägypter, wie überaus schön die Frau war.

12:15 Die Würdenträger Pharaos erblickten sie. Preisend empfahlen sie diese für den Pharao. So ward die Frau in den Palast des Pharao gebracht.

12:16 Dem Abram aber erwies er Gutes um ihretwillen; er bekam Kleinvieh und Großvieh, Esel, Knechte, Mägde, Eselinnen und Kamele.

12:17 Der Herr aber schlug den Pharao mit schweren Plagen und auch seinen ganzen Hof wegen Sarajs, der Frau des Abram.

12:18 Der Pharao ließ nun Abram rufen und sprach: »Was hast du mir da angetan? Warum hast du mir nicht mitgeteilt, daß sie deine Frau ist?

12:19 Warum hast du gesagt, sie sei deine Schwester? So nahm ich sie mir zur Frau. Nun, hier hast du deine Frau; nimm sie und geh!«

12:20 Und der Pharao entbot für ihn Leute; diese entließen ihn, seine Frau und all seine Habe.

 

Genesis 13

Trennung von Lot

13:1 Abram kehrte zurück aus Ägypten nach dem Südland, er und seine Frau mit all seiner Habe und auch Lot mit ihm.

13:2 Abram war sehr reich an Vieh, an Silber und Gold.

13:3 Er zog Strecke um Strecke vom Südland nach Betel, und zwar dorthin, wo zu Anfang sein Zelt war, zwischen Betel und Aj,

13:4 an den Ort des Altares, den er zuerst dort errichtet hatte; dort rief Abram den Namen des Herrn an.

13:5 Aber auch Lot, der mit Abram gezogen war, hatte Kleinvieh, Rinder und Zelte.

13:6 Das Land reichte nicht aus, sie beieinander wohnen zu lassen; denn ihr Besitz war zu groß, als daß sie hätten beisammen wohnen können.

13:7 Ein Streit war zwischen den Hirten Abrams und denen Lots ausgebrochen; auch wohnten damals noch die Kanaaniter und Perissiter im Lande.

13:8 Da sprach Abram zu Lot: »Es soll doch kein Streit sein zwischen mir und dir, zwischen meinen und deinen Hirten; denn wir sind ja Brüder!

13:9 Liegt nicht das ganze Land vor dir? Trenne dich doch von mir; gehst du nach links, so gehe ich rechts; wenn du nach rechts gehst, so gehe ich links.«

13:10 Da erhob Lot seine Augen. Er sah, daß das ganze Jordangelände vollständig bewässert war [es war, bevor der Herr Sodom und Gomorra zerstörte] wie der Garten des Herrn, wie das Land Ägypten, bis hin nach Zoar.

13:11 Da wählte sich Lot das ganze Jordangelände. Er brach auf nach Osten, und so trennten sie sich voneinander.

13:12 Abram wohnte nunmehr im Land Kanaan, Lot dagegen in den Städten des Geländes. Er schlug seine Zelte auf bis nach Sodom hin.

13:13 Die Leute von Sodom aber waren böse und schwere Sünder vor dem Herrn.

 

Verheißung

13:14 Der Herr sprach zu Abram, nachdem sich Lot von ihm getrennt hatte: »Erhebe deine Augen und schau vom Orte aus, auf dem du stehst, nach Norden, Süden, Osten und Westen![17]

13:15 Denn das ganze Land, das du siehst, will ich für alle Zeit dir und deinen Nachkommen schenken. (Apg 7,5)

13:16 Deine Nachkommen will ich so zahlreich machen wie den Staub der Erde. Kann jemand den Staub der Erde zählen, so wird sich auch deine Nachkommenschaft zählen lassen.

13:17 Wohlan! Durchziehe das Land in seiner Länge und Breite; denn dir will ich es schenken!«

13:18 Abram kam, schlug sein Zelt auf und wohnte bei den Eiche nvon Mamre bei Hebron; er baute daselbst einen Altar für den Herrn.

 

Genesis 14

Krieg mit den Ostkönigen

14:1 Es begab sich in den Tagen Amraphels, des Königs von Sinear, Ariochs, des Königs von Ellasar. Kedorlaomers, des Königs von Elam, und Tidals, des Königs der Völker.

14:2 Sie kämpften wider Bera, den König von Sodom, Birscha, den König von Gomorra, Schinab, den König von Adma, Schemeber, den König von Zeboim, und den König von Bela, d.h. Zoar,

14:3 Vereint zogen diese alle nach dem Siddimtale, d.h. dem Salzmeer.

14:4 Zwölf Jahre waren sie dem König Kedorlaomer dienstbar gewesen, aber im dreizehnten fielen sie ab.

14:5 lm vierzehnten Jahre kamen Kedorlaomer und die Könige, die mit ihm verbunden waren. Sie schlugen die Rephaiter bei Aschtarot-Karnajim, die Susiter bei Ham, die Emiter bei der Ebene von Kirjatajim

14:6 und die Horiter bei ihrem Gebirge Seir bis hin nach El-Paran, das an der Wüste liegt.

14:7 Sie kehrten dann um und kamen nach En-Mischpat, d.h. Kades. Dann schlugen sie das ganze Land der Amalekiter und auch das der Amoriter, die bei Chazezon-Tamar wohnten.

14:8 Da zogen der König von Sodom, der König von Gomorra, der König von Adma, der König von Zeboim und der König von Bela, d.h. Zoar, aus. Man ordnete die Schlacht gegen sie,

14:9 und zwar gegen Kedorlaomer, den König von Elam, und Tidal, den König der Völker, und Amraphel, den König von Sinear, und Arioch, den König von Ellasar - vier Könige gegen fünf.

14:10 Im Tale Siddim waren viele Erdpechgruben. Die Könige von Sodom und Gomorra mußten fliehen und fielen da hinein. Die Übriggebliebenen entkamen ins Gebirge.

14:11 Jene aber nahmen alle Habe von Sodom und Gomorra und alle ihre Nahrungsmittel weg und zogen ab.

14:12 Auch Lot und seine Habe raubten sie und machten sich auf und davon. Jener war nämlich in Sodom seßhaft.

 

Abrams Hilfe

14:13 Ein Flüchtling aber kam und meldete es dem Hebräer Abram; dieser wohnte bei der Rieseneiche [den Eichen] des Amoriters Mamre, der ein Bruder des Eschkol und des Aner war: auch diese waren mit Abram verbündet.

14:14 Abram hörte, daß sein Neffe gefangen sei. Er zählte seine hausgeborenen Gefolgsmänner ab (dreihundertachtzehn Mann) und nahm die Verfolgung auf bis Dan.

14:15 Dann teilte er des Nachts seine Truppen und stellte sie gegen die Feinde, er und seine Leute; er verfolgte und schlug sie bis Choba, das links von Damaskus liegt.

14:16 Die ganze Habe brachte er zurück: seinen Neffen Lot und sein Besitztum, auch die Frauen und seine Leute.

 

Melchisedech

14:17 Da kam ihm der König von Sodom entgegen, als er zurückkehrte vom Sieg über Kedorlaomer und die Könige, und zog mit ihm in das Königstal.[18]

14:18 Und Melchisedech, der König von Salem, brachte Brot und Wein heraus; er war nämlich ein Priester des Allerhöchsten Gottes. (Heb 7,1)

14:19 Dieser segnete ihn und sprach: »Gesegnet sei Abram vom Allerhöchsten Gott, der Himmel und Erde erschaffen hat!

14:20 Gepriesen sei der Allerhöchste Gott, der deine Feinde in deine Hand ausgeliefert hat!« Da gab jener ihm den Zehnten von allem. (Heb 7,2)

14:21 Der König von Sodom aber sagte zu Abram: »Gib mir nur die Leute, die Habe aber nimm dir!«

14:22 Abram erwiderte dem König von Sodom: »Ich erhebe meine Hände zum Herrn, dem Allerhöchsten Gotte, dem Schöpfer Himmels und der Erde.

14:23 Weder einen Faden noch einen Schuhriemen, nichts von deinem Eigentume werde ich nehmen. Du wirst nicht sagen können; lch habe Abram reich gemacht.

14:24 Abgesehen nur von dem, was die Kriegsknechte verzehrt haben, und dem Anteil der Männer, die mit mir gezogen sind, Aner, Eschkol und Mamre. Sie mögen sich ihren Anteil nehmen!«

 

Genesis 15

Verheißung und Glaube

15:1 Nach diesen Begebenheiten erging des Herrn Wort in einem Gesicht an Abram: »Fürchte dich nicht, Abram; ich verleihe dir deinen überreichen Lohn.«

15:2 Abram antwortete: »Herr, Herr, was wirst du mir geben, da ich doch kinderlos einhergehe und Elieser der Verwalter meines Hauses ist?«

15:3 Abram fuhr fort: »Nachkommenschaft hast du mir ja keine gegeben; siehe, mein Leibeigener wird mich beerben.«

15:4 Da erging jedoch des Herrn Wort an ihn: »Nicht dieser wird dein Erbe sein, sondern ein leiblicher Sohn von dir wird dich beerben.«

15:5 Er führte ihn hinaus ins Freie und sprach: »Schau doch auf zum Himmel und zähle die Sterne, wenn du sie zählen kannst!« Und er versicherte ihm: »So wird deine Nachkommenschaft sein.« (Röm 4,18)

15:6 Er aber glaubte dem Herrn, und dieser rechnete es ihm als Gerechtigkeit an. (Röm 4,3.22; Gal 3,6; Jak 2,23)[19]

 

Bundesschließung

15:7 Dann sprach er zu ihm: »Ich hin der Herr, der dich aus Ur der Kaldäer geführt hat, um dir dieses Land zum Erbteil zu geben.«

15:8 Dieser aber antwortete: »Herr, Herr, woran soll ich erkennen, daß ich es erben werde?«

15:9 Er sprach zu ihm: »Hole mir ein dreijähriges Kalb, eine dreijährige Ziege, einen dreijährigen Widder, eine Turtel- und eine Jungtaube!«

15:10 Alle diese Tiere holte er. Er teilte sie in der Mitte und legte die Hälften einander gegenüber; nur die Vögel teilte er nicht.

15:11 Da stießen Raubvögel auf die Tierleichen herab. Abram scheuchte sie fort.

15:12 Die Sonne war eben am Untergehen, da fiel ein Tiefschlaf auf Abram. Auch Angst und große Dunkelheit lasteten auf ihm.

15:13 Gott sprach zu Abram: »Du sollst es mit Bestimmtheit wissen: Deine Nachkommen werden Fremdlinge in einem Lande sein, das ihnen nicht gehören wird. Sie werden den Menschen dort dienstbar sein, und man wird sie vierhundert Jahre lang unterdrücken. (Apg 7,7)

15:14 Aber das Volk, dem sie dienen, will ich richten. Danach werden sie mit reicher Habe davonziehen.

15:15 Doch du wirst zu deinen Vätern in Frieden eingehen; begraben wirst du in hohem Greisenalter.

15:16 Aber im vierten Geschlecht werden sie hierher zurückkehren, denn bis dahin ist die Schuld der Amoriter noch nicht voll.«

15:17 Die Sonne war untergegangen; stockfinster war es geworden. Da zeigten sich ein rauchender Backofen und eine Feuerflamme, die zwischen jenen Fleischstücken hindurchfuhr.

15:18 An jenem Tage schloß der Herr mit Abram einen Bund: »Deinen Nachkommen werde ich dieses Land geben, vom Strom Ägyptens bis zum großen Euphratstrome,

15:19 nämlich die Keniter, die Kenissiter, die Kadmoniter,

15:20 die Hethiter, die Perissiter, die Rephaiter,

15:21 die Amoriter, die Kanaaniter, die Girgaschiter und die Jebusiter!«

 

Genesis 16

Hagars Stolz

16:1 Saraj aber, Abrams Frau, hatte ihm keine Kinder geboren. Sie hatte jedoch eine ägyptische Magd; die hieß Hagar.[20]

16:2 Saraj sprach zu Abram: »Sieh nur, der Herr hat mir Kindersegen verwehrt; gehe also zu meiner Magd, vielleicht lebe ich durch sie in einem Kinde weiter.« Abram folgte dem Wunsche der Saraj.

16:3 Saraj, die Frau Abrams, holte die Ägypterin Hagar, ihre Magd, - zehn Jahre, nachdem Abram im Lande Kanaan ansässig geworden war - und gab sie dem Abram, ihrem Manne, zur Frau.

16:4 Er ging zu Hagar. Sie empfing, und als sie das merkte, verlor ihre Herrin die Achtung in ihren Augen.

16:5 Da sprach Saraj zu Abram: »Das Unrecht, das ich leide, komme auf dich! Ich gab dir meine Magd an deine Brust. Als sie aber merkte, daß sie empfangen hatte, verlor ich die Achtung in ihren Augen; der Herr richte zwischen mir und dir!«

16:6 Abram antwortete der Saraj: »Siehe, deine Magd ist in deiner Hand, tu mit ihr, was dich gut dünkt!« Da nun Saraj sie hart behandelte, entfloh sie ihr.

 

Geburt Ismaels

16:7 Der Engel des Herrn fand sie am Wasserquell in der Wüste, an jener Quelle, die auf dem Wege nach Schur liegt.

16:8 Er sprach: »Hagar, Magd der Saraj, woher kommst du und wohin gehst du?« Sie antwortete: »Vor meiner Herrin Saraj bin ich auf der Flucht.«

16:9 Da sagte der Engel des Herrn zu ihr: »Kehre zu deiner Herrin zurück und sei ihr gefügig!«.

16:10 Und der Engel des Herrn fuhr fort: »Überaus zahlreich will ich deine Nachkommenschaft machen, so daß sie vor Menge nicht gezählt werden kann.«

16:11 Ferner sprach der Engel des Herrn zu ihr: »Siehe, du hast empfangen und wirst einen Sohn gebären. Ismael sollst du ihn heißen; denn >der Herr hat dein Elend gehört<.

16:12 Ein Wildeselmensch wird er werden; seine Hand wird gegen jedermann und jedermanns Hand gegen ihn sein. Allen seinen Brüdern entgegengesetzt wird er wohnen.«

16:13 Sie rief den Namen des Herrn an, der mit ihr geredet hatte: »Du bist der Gott des Schauens!« Denn sie sprach: »Habe ich hier nicht den gesehen, der mich sah?«

16:14 Darum nennt man den Brunnen »Brunnen des Lebendigen, der mich sieht!« Er liegt zwischen Kades und Bared.

16:15 Hagar gebar dem Abram einen Sohn, und Abram nannte den Sohn, den Hagar ihm geboren hatte, Ismael.

16:16 Abram war sechsundachtzig Jahre alt, als Hagar ihm den Ismael gebar.

 

Genesis 17

Abraham

17:1 Abram war neunundneunzig Jahre alt, da erschien ihm der Herr und sprach zu ihm: »Ich bin der Allmächtige Gott; wandle vor mir und sei untadelig!

17:2 Ich will einen Bund zwischen mir und dir stiften und will dich überaus zahlreich machen.«

17:3 Da fiel Abram auf sein Angesicht nieder, und Gott redete mit ihm und sprach:

17:4 »Siehe, das ist mein Bund mit dir: Du wirst zum Vater einer Völkermenge werden.

17:5 Fortan soll dein Name nicht mehr Abram heißen, sondern Abraham, denn zum >Vater einer Völkermenge< will ich dich bestellen. (Röm 4,17)

17:6 Und sehr fruchtbar will ich dich machen; zu Völkern will ich dich werden lassen, und Könige werden aus dir hervorgehen.

17:7 Errichten will ich meinen Bund zwischen mir und dir und deiner Nachkommenschaft in ihren Geschlechtern. Ein immerwährender Bund soll es sein, für dich und deine Nachkommen will ich Gott sein.

17:8 Geben will ich dir und deiner Nachkommenschaft das Land, in dem du jetzt als Fremder weilst, das ganze Land Kanaan, zum dauernden Besitz. Ich will ihr Gott sein.« (Apg 7,5)

 

Beschneidung

17:9 Danach sprach Gott zu Abraham: »Du aber sollst meinen Bund halten, du und deine Nachkommenschaft in ihren Geschlechtern.

17:10 Dies ist mein Bund, den ihr halten sollt; er besteht zwischen mir und euch und deiner Nachkommenschaft: Beschnitten soll bei euch alles Männliche werden. (Röm 4,11)

17:11 Ihr sollt euch am Fleisch eurer Vorhaut beschneiden lassen. Dies soll ein Bundeszeichen zwischen mir und euch sein.

17:12 Im Alter von acht Tagen soll bei euch in euren Geschlechtern alles Männliche beschnitten werden, der Hausgeborene und der für Geld von einem Fremden Gekaufte, der nicht von dir abstammt.

17:13 Beschnitten werden muß dein Hausgeborener und der für Geld Erworbene. Mein Bund an eurem Fleische soll ein ewiger Bund sein!

17:14 Ein unbeschnittener Mann, der nicht am Fleische seiner Vorhaut beschnitten ist, soll aus seinem Volke ausgerottet werden; denn meinen Bund hat er gebrochen.«

 

Verheißung eines Sohnes

17:15 Gott sprach zu Abraham: »Du sollst den Namen deiner Frau nicht mehr Saraj nennen, sondern Sara (Fürstin) soll ihr Name sein!

17:16 Ich will sie segnen und werde dir einen Sohn von ihr schenken. Ich will sie segnen, sie soll zu Völkern werden, Könige über Nationen sollen aus ihr hervorgehen.«

17:17 Abraham fiel auf sein Angesicht nieder und lachte. Er dachte nämlich in seinem Herzen: Soll etwa einem Hundertjährigen noch ein Kind geboren werden? Oder soll die neunzigjährige Sara noch gebären?

17:18 Abraham sprach zu Gott: »Möge doch nur Ismael vor dir am Leben bleiben!«

17:19 Gott antwortete: »Nein, deine Frau Sara soll dir einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen Isaak nennen. Aufrichten will ich meinen Bund mit ihm als einen ewigen Bund für seine Nachkommenschaft nach ihm.

17:20 Was Ismael betrifft, so habe ich dich erhört. Ja, ich segne ihn, lasse ihn fruchtbar und überaus zahlreich werden; zwölf Fürsten wird er zeugen, und ich werde ihn zu einem großen Volke machen.

17:21 Meinen Bund aber richte ich mit Isaak auf, den dir Sara im kommenden Jahr um diese Zeit gebären wird.«

17:22 Als er seine Rede mit ihm vollendet hatte, stieg Gott auf und verschwand vor Abraham.

 

Beschneidung Ismaels

17:23 Da holte sich Abraham seinen Sohn Ismael, all seine Hausgeborenen und alle für Geld Erworbenen, d.h. alle männlichen Personen in seinem Hause, heran. Er beschnitt das Fleisch ihrer Vorhaut an demselben Tage, so wie Gott ihm befohlen hatte.

17:24 Abraham war neunundneunzig Jahre alt, als er das Fleisch seiner Vorhaut beschnitt.

17:25 Sein Sohn Ismael war dreizehn Jahre alt, als das Fleisch seiner Vorhaut beschnitten wurde.

17:26 An dem gleichen Tage wurden Abraham und sein Sohn Ismael beschnitten.

17:27 Alle männlichen Personen seines Hauses, die Hausgeborenen und die von Fremden für Geld Erworbenen, wurden mit ihm beschnitten.

 

Genesis 18

Fremder Besuch

18:1 Der Herr erschien ihm bei der Rieseneiche [den Eichen] von Mamre; er saß gerade an dem Zelteingang zur heißen Tageszeit.

18:2 Als er seine Blicke erhob, siehe, da standen drei Männer vor ihm. Sobald er sie erblickte, lief er ihnen vom Zelteingang entgegen und beugte sich tief zur Erde nieder.

18:3 Er sprach: »Meine Herren, habe ich Gunst vor euch gefunden, so eilt doch nicht an eurem Knecht vorüber!

18:4 Es werde ein wenig Wasser geholt; wascht eure Füße und ruht unter dem Baum aus!

18:5 Ich hole einen Bissen Brot; labt euch dann und wandert nachher weiter; denn darum seid ihr ja bei eurem Knechte vorbeigekommen!« Sie sprachen: »Tue, wie du gesagt hast!«

18:6 Da eilte Abraham in das Zelt zu Sara und sprach: »Eile doch! Nimm drei Maß Mehl, und zwar Weizengrieß, knete es und backe Kuchen!«

18:7 Abraham lief zur Rinderherde, suchte sich ein zartes und schönes Jungrind und gab es dem Knechte; der beeilte sich, es zu bereiten.

18:8 Er holte Sahne und Milch und das hergerichtete Jungrind und setzte es ihnen vor. Er selbst wartete ihnen auf unter dem Baum, während sie aßen.

18:9 Dann fragten sie ihn: »Wo ist deine Frau Sara?« Er antwortete: »Hier im Zelt.«

18:10 Der Herr sprach: »Gewiß werde ich dich übers Jahr wiederum besuchen; dann hat deine Frau Sara einen Sohn.« Sara aber horchte im Zelteingang hinter ihm. (Röm 9,9)

18:11 Abraham und Sara waren alt, vorgerückt an Tagen; Sara ging es nicht mehr nach der Frauen Regel.

18:12 Sara lachte in sich hinein und dachte: »Ich bin doch verblüht; da soll mir noch Liebeswonne werden? Und auch mein Gatte ist schon ein Greis.« (1Petr 3,6)

18:13 Der Herr sprach zu Abraham: »Warum hat Sara denn gelacht und gedacht: >Soll ich wahrhaftig noch gebären, da ich doch alt bin?<

18:14 Ist für den Herrn etwas unmöglich? Übers Jahr zur festgesetzten Zeit kehre ich zu dir zurück; dann hat Sara einen Sohn.« (Mk 10,27; Lk 1,37)

18:15 Sara versuchte zu heucheln und sprach: »Ich habe nicht gelacht.« Denn sie fürchtete sich. Er aber sprach: »Doch, du hast gelacht.«

18:16 Von dort erhoben sich die Männer und blickten nach Sodom hinüber. Abraham ging mit ihnen, sie zu geleiten.

 

Gottes Gedanken

18:17 Der Herr aber erwog: »Soll ich vor Abraham verbergen, was ich tun will?

18:18 Abraham soll doch zu einem großen und starken Volke werden; gesegnet werden sollen durch ihn alle Völker der Erde. (Gal 3,8)

18:19 Ihn habe ich ja auserkoren, daß er seinen Söhnen und seiner Nachkommenschaft gebiete, sie sollen den Weg des Herrn beobachten durch Übung von Recht und Gerechtigkeit, damit der Herr über Abraham das bringen kann, was er ihm verheißen hat.«

 

Fürbitte Abrahams

18:20 Dann sprach der Herr: »Das Klagegeschrei wider Sodom und Gomorra ist groß, ihre Sünde ist überaus schwer.

18:21 Ich will hinab und sehen, ob das Klagegeschrei, das zu mir gedrungen ist, ihren Taten entspricht oder nicht. Ich muß mich darum kümmern.«

18:22 Die Männer wandten sich von dort und gingen Sodom zu. Abraham stand immer noch vor dem Herrn.

18:23 Da trat Abraham näher und fragte: »Willst du wirklich Fromme und Frevler dahinraffen?

18:24 Vielleicht sind fünfzig Fromme in der Stadt; willst du sie wirklich vertilgen? Willst du dem Orte nicht lieber verzeihen um der fünfzig Frommen willen, die in der Stadt sind?

18:25 Fern sei es von dir, so zu handeln, Fromme zusammen mit Frevlern zu töten! Dann müßte ja der Fromme gleich dem Frevler sein; das sei ferne von dir! Muß nicht der ganzen Welt Richter das tun, was recht ist?«

18:26 Da antwortete der Herr: »Wenn ich in Sodom fünfzig Fromme innerhalb der Stadt finde, so will ich dem ganzen Orte um ihretwillen vergeben.«

18:27 Abraham entgegnete und sprach: »Siehe, ich habe gewagt, zu meinem Herrn zu reden, wiewohl ich nur Staub und Asche bin.

18:28 Vielleicht fehlen an den fünfzig Frommen nur fünf. Willst du um dieser fünf willen die ganze Stadt vernichten?« Er aber sagte: »Nein, sofern ich dort fünfundvierzig finde.«

18:29 Er fuhr fort, mit ihm zu reden, und sprach: »Vielleicht finden sich dort nur vierzig.« Er erwiderte: »Ich will es nicht tun um dieser vierzig willen.«

18:30 Darauf jener: »Zürne doch nicht, mein Herr, wenn ich weiterrede! Vielleicht finden sich dort nur dreißig.« Er sprach: »Ich will es nicht tun, wenn ich dort dreißig finde.«

18:31 Da sagte er: »Siehe doch, ich habe gewagt, zu meinem Herrn zu reden. Vielleicht finden sich dort nur zwanzig.« Er antwortete: »Ich will nicht vernichten um der zwanzig willen!«

18:32 Darauf jener: Zürne doch nicht, mein Herr, nur noch dieses Mal will ich reden! Vielleicht finden sich dort nur zehn.« Er sagte: »Ich will nicht vernichten um der zehn willen.«

18:33 Als er das Gespräch mit Abraham beendet hatte, ging der Herr hinweg. Abraham jedoch kehrte an seinen Ort zurück.

 

Genesis 19

Sodomitische Sünde

19:1 Die beiden Engel kamen abends nach Sodom. Lot saß gerade am Stadttor von Sodom. Als er sie sah, stand er vor ihnen auf und verneigte sich tief zur Erde.[21]

19:2 Er sprach: »O meine Herren, kehrt doch ein ins Haus eures Knechtes! Übernachtet und wascht euch die Füße! Am frühen Morgen könnt ihr dann aufstehen und eures Weges ziehen!« Sie aber antworteten: »Nein, wir wollen im Freien übernachten!«

19:3 Er nötigte sie inständig; deshalb kehrten sie bei ihm ein. Sie kamen in sein Haus, und er bereitete ihnen ein Mahl. Er buk ungesäuertes Brot, und man aß.

19:4 Noch waren sie nicht schlafen gegangen, da umringten die Männer der Stadt, Sodoms Leute, das Haus. Jung und alt waren dabei, das Volk insgesamt vom äußersten Ende her.

19:5 Sie riefen Lot zu und sprachen zu ihm: »Wo sind denn die Männer, die heute nacht zu dir gekommen sind? Führe sie heraus zu uns, wir wollen sie erkennen!«

19:6 Lot ging zu ihnen hinaus vor die Tür, er schloß sie aber hinter sich zu.

19:7 Er sagte: »Meine Brüder, handelt doch nicht so verwerflich!

19:8 Seht, ich habe zwei Töchter, die noch keinen Mann kennen; ich will sie zu euch herausbringen. Tut mit ihnen, wie es euch gut dünkt; nur diesen Männern tut nichts; denn sie sind doch nun einmal unter den Schatten meines Daches getreten.«

19:9 Sie aber sprachen: »Hinweg da!« Sie meinten: »Da ist ein einzelner als Fremdling hierher gekommen und wirft sich jetzt zum Richter auf! Dir wollen wir noch schlimmer zusetzen als jenen!« Sie drangen ungestüm auf Lot ein und waren nahe daran, die Tür aufzubrechen.

19:10 Die Männer aber streckten ihre Hand aus, um Lot zu sich ins Haus zu ziehen. Die Tür verschlossen sie.

19:11 Dann schlugen sie die Leute vor dem Tor des Hauses mit Blindheit, klein und groß, so daß sie sich vergebens bemühten, das Tor zu finden.

19:12 Die Männer sprachen zu Lot: »Hast du noch jemand hier, einen Schwiegersohn, deine Söhne und Töchter oder sonst noch einen aus der Stadt? Bringe sie fort von diesem Orte!

19:13 Denn wir wollen diesen Ort vernichten; groß ist nämlich das Klagegeschrei, das vor den Herrn über ihn gekommen ist. Der Herr hat uns gesandt, ihn zu vernichten.«

19:14 Lot ging hinaus und redete zu seinen Schwiegersöhnen, die seine Töchter heiraten sollten: »Auf! Verlaßt diesen Ort! Denn vernichten wird der Herr diese Stadt.« Er aber kam seinen Schwiegersöhnen vor wie einer, der zu scherzen beliebte.

 

Schwefel und Feuer

19:15 Als aber die Morgenröte aufstieg, drängten die Engel den Lot und sprachen: »Auf! Nimm deine Frau und deine beiden Töchter, die da sind, damit du nicht durch die Schuld der Stadt dahingerafft wirst!«

19:16 Er zauderte noch; da ergriffen die Männer ihn, seine Frau und seine beiden Töchter bei den Händen, weil der Herr mit ihm Mitleid hatte. Sie führten ihn hinaus und ließen ihn außerhalb der Stadt rasten.

19:17 Während sie jene hinausbrachten, sprach der eine: »Rette dein Leben, blicke nicht hinter dich, bleibe nicht stehen im ganzen Umkreis, sondern rette dich ins Gebirge, damit du nicht dahingerafft wirst!«

19:18 Lot antwortete ihnen: »Nicht doch, Herr!

19:19 Dein Knecht fand ja Gnade vor deinen Augen. Große Gunst hast du mir erwiesen, mein Leben zu erhalten; ich jedoch kann mich nicht ins Gebirge retten; sonst könnte mich das Unheil einholen, und ich müßte sterben.

19:20 Diese Stadt da ist doch nahe, um dahin zu entweichen; sie ist nur klein; dahin will ich mich retten! Ist sie nicht klein genug, daß ich am Leben bleiben kann?«

19:21 Er antwortete ihm: »Auch darin gebe ich dir nach. Ich will die Stadt, von der du gesprochen hast, nicht zerstören.

19:22 Eilends rette dich dorthin! Denn ich kann nichts tun, bis du dort ankommst.« Daher nannte man die Stadt Zoar (Kleinheit).

19:23 Die Sonne war eben über der Erde aufgegangen, und Lot war in Zoar angekommen.

19:24 Da ließ der Herr auf Sodom und Gomorra Schwefel und Feuer vom Himmel herab regnen

19:25 und vernichtete von Grund auf jene Städte, die ganze Umgebung, alle Einwohner der Städte und was auf dem Erdboden wuchs.

19:26 Lots Frau sah hinter sich und erstarrte zur Salzsäule.

 

Nach der Zerstörung

19:27 Abraham begab sich in der Morgenfrühe zu dem Orte, wo er vor dem Herrn gestanden hatte.

19:28 Er blickte nach Sodom und Gomorra aus und schaute das ganze Gefilde jenes Landes, und siehe, Rauch stieg aus dem Erdboden wie der Rauch eines Schmelzofens.

19:29 Als Gott die Städte des Gefildes zerstörte, erinnerte er sich an Abraham. Er ließ Lot aus der Zerstörung entkommen, während er die Städte vernichtete, in denen Lot gewohnt hatte.

 

Lots Töchter

19:30 Lot aber ging von Zoar hinauf und ließ sich mit seinen beiden Töchtern im Gebirge nieder. Denn er hatte Angst, in Zoar zu wohnen. So nahmen er und seine beiden Töchter Wohnung in der Höhle,

19:31 Da sprach die Ältere zu der Jüngeren: »Unser Vater ist alt, ein Mann ist nicht da, der mit uns verkehren könnte, wie es in aller Welt Brauch ist.

19:32 Komm, wir wollen unseren Vater mit Wein berauschen und uns dann zu ihm legen, damit wir von ihm Nachkommen erhalten!«

19:33 Sie machten also in jener Nacht ihren Vater mit Wein trunken. Daraufhin legte sich die Ältere zu ihm; er aber spürte nichts, weder wie sie sich hinlegte, noch wie sie aufstand.

19:34 Am anderen Tage sprach die Ältere zu der Jüngeren: »Gestern habe ich mich zu meinem Vater gelegt. Wir wollen ihn auch für heute Nacht betrunken machen! Dann geh du hinein und lege dich zu ihm, dann werden wir Nachkommen erhalten!«

19:35 Sie machten darauf auch in jener Nacht ihren Vater mit Wein trunken. Die Jüngere erhob sich und legte sich zu ihm; er aber spürte nicht, wie sie sich hinlegte und wie sie aufstand.

19:36 So empfingen die beiden Töchter Lots von ihrem Vater.

19:37 Die Ältere gebar einen Sohn, den sie Moab nannte. Er ist der Stammvater der Moabiter bis heute.

19:38 Auch die Jüngere gebar einen Sohn, den sie Ben-Ammi nannte. Er ist der Stammvater der Ammoniter bis heute.

 

Genesis 20

Sara in Gerar

20:1 Abraham brach in das Südland auf. Er wohnte zwischen Kades und Schur und weilte in Gerar als Fremdling.

20:2 Abraham sagte von seiner Frau Sara aus, daß sie seine Schwester sei. Abimelech, der König von Gerar, ließ Sie also holen.

20:3 Doch kam Gott zu Abimelech in einem nächtlichen Traume und sprach zu ihm: »Wehe, du mußt sterben wegen der Frau, die du dir geholt hast; denn sie gehört einem Ehemann.«

20:4 Abimelech war ihr noch nicht nahegetreten und antwortete: »O Herr, willst du etwa ein gerechtes Volk töten?

20:5 Ist sie nach seinen Angaben nicht seine Schwester? Sie sagte auch selbst: >Mein Bruder ist er<. Mit arglosem Herzen und mit reinen Händen habe ich dies getan.«

20:6 Gott erwiderte ihm im Traume: »Auch ich weiß, daß du dies mit arglosem Herzen getan hast. Ich habe dich auch selbst davor bewahrt, gegen mich zu sündigen. Darum ließ ich es nicht zu, daß du jene berührtest.

20:7 Nunmehr aber gib die Frau dem Manne zurück, denn er ist ein Prophet. Er wird für dich Fürbitte einlegen, dann bleibst du am Leben. Gibst du sie aber nicht zurück, so wisse, daß du bestimmt sterben mußt, du selbst und alle die Deinen.«

20:8 Abimelech stand am frühen Morgen auf, rief all seine Diener herbei und berichtete ihnen alle Vorgänge. Die Männer gerieten in große Furcht.

20:9 Dann ließ Abimelech den Abraham rufen und sprach zu ihm: »Was hast du uns angetan? Womit habe ich mich gegen dich verfehlt, daß du eine so große Sünde auf mich und mein Reich gebracht hast? Was nicht vorkommen dürfte, hast du mir angetan.«

20:10 Und Abimelech fragte Abraham: »Was hast du denn beabsichtigt, daß du so gehandelt hast?«

20:11 Abraham entgegnete: »Ich habe nur gedacht: >Es herrscht keine Gottesfurcht an diesem Orte, und darum wird man mich meiner Frau wegen umbringen!<

20:12 Sie ist ja auch wirklich meine Schwester, die Tochter meines Vaters, nur nicht meiner Mutter. So ist sie denn meine Frau geworden.

20:13 Als aber Gott mich aus meinem Vaterhaus in die Ferne wandern ließ, sagte ich zu ihr: >Diese Gefälligkeit mußt du mir tun: Wohin immer wir kommen, sage von mir: Er ist mein Bruder!<«

20:14 Abimelech ließ Kleinvieh und Großvieh, Knechte und Mägde holen und gab sie dem Abraham. Auch seine Frau Sara erstattete er zurück.

20:15 Und Abimelech sprach: »Schau, mein ganzes Land steht dir zur Verfügung! Laß dich nach Belieben irgendwo nieder!«

20:16 Zu Sara sagte er: »Hier schenke ich deinem Bruder tausend Silberstücke. Sie sollen für dich eine Ehrengabe sein vor deiner ganzen Umgebung, damit du in allem gerechtfertigt dastehst.«

20:17 Daraufhin legte Abraham für Abimelech bei Gott Fürsprache ein. Er heilte ihn und auch seine Frau und seine Mägde, so daß sie wieder gebären konnten.

20:18 Denn der Herr hatte jeglichen Mutterschoß in Abimelechs Hause verschlossen wegen Sara, der Frau des Abraham.

 

Genesis 21

Geburt Isaaks

21:1 Der Herr nahm sich der Sara an, wie er verheißen hatte; er tat an ihr, wie er gesprochen.

21:2 Sara empfing und schenkte dem Abraham in seinem Greisenalter einen Sohn zur festgesetzten Zeit, von der Gott gesprochen hatte.

21:3 Abraham nannte den Sohn, den Sara ihm geboren, Isaak.

21:4 Er beschnitt seinen Sohn Isaak, als dieser acht Tage alt war, gemäß dem Befehle Gottes. (Apg 7,8)

21:5 Im Alter von hundert Jahren wurde dem Abraham sein Sohn Isaak geboren.

21:6 Da sprach Sara: »Ein Lachen hat mir Gott geschaffen; jeder, der davon vernimmt, wird meinetwegen lachen.«

21:7 Sie fuhr fort: »Wer hätte je dem Abraham vorausgesagt, daß Sara noch Kinder stillen wird? Dennoch habe ich ihm in seinem Greisenalter einen Sohn geboren.«

21:8 Das Kind wuchs heran und wurde entwöhnt. Abraham veranstaltete am Tage von Isaaks Entwöhnung ein großes Festmahl.

 

Der Sohn Hagars

21:9 Da sah Sara den Sohn, den die Ägypterin Hagar dem Abraham geboren hatte, wie er spielte.[22]

21:10 Sie sprach zu Abraham: »Vertreibe diese Magd und ihren Sohn; denn der Sohn dieser Magd darf nicht zusammen mit meinem Sohn Isaak erben!« (Gal 4,30)

21:11 Das mißfiel Abraham sehr um seines Sohnes willen.

21:12 Gott sprach zu Abraham: »Mache dir des Knaben und deiner Magd wegen keine Sorgen! Gehorche der Sara in allem, was sie zu dir sagt; denn nach Isaak wird deine Nachkommenschaft ihren Namen erhalten. (Röm 9,7; Heb 11,18)

21:13 Aber auch den Sohn der Magd will ich zu einem großen Volke machen; denn auch er ist ja dein Sproß.«

21:14 Früh am Morgen stand Abraham auf, nahm Brot und einen Schlauch mit Wasser. Er gab alles der Hagar, indem er es auf ihre Schulter legte, dazu das Kind, und er schickte sie weg. Sie ging und irrte in der Steppe von Beerseba umher.

21:15 Als das Wasser im Schlauche aufgebraucht war, warf sie das Kind unter einen der Steppensträucher.

21:16 Sie ging hin und setzte sich abseits, einen Bogenschuß weit. Denn sie sagte sich: »Ich kann des Kindes sterben nicht mit ansehen.« Sie saß ihm gegenüber, erhob ihre Stimme und weinte.

21:17 Aber Gott hörte das Schreien des Knaben. Der Engel Gottes rief Hagar vom Himmel aus zu und sprach zu ihr: »Was ist dir, Hagar? Fürchte dich nicht; denn Gott hat die Stimme des Knaben dort, wo er liegt, gehört.

21:18 Auf! Nimm den Knaben, halte deine Hand schützend über ihn; denn ich will ihn zu einem großen Volke machen!«

21:19 Gott öffnete ihr die Augen, und sie sah einen Wasserbrunnen. Sie ging hin, füllte den Schlauch mit Wasser und ließ das Kind trinken.

21:20 Gott war mit dem Knaben. Er wuchs heran und ward ein Wüstenbewohner, ein Bogenschütze.

21:21 Er siedelte in der Steppe Paran. Seine Mutter nahm ihm eine Frau aus dem Lande Ägypten.

 

Vertrag mit Abimelech in Beerseba

21:22 Um diese Zeit hatten Abimelech und sein Heerführer Pichol mit Abraham folgende Unterredung: »Gott ist mit dir in allem, was du tust.

21:23 Nun schwöre mir hier bei Gott, daß du mich, meinen Sproß und meinen Nachkommen nicht betrügen wirst! So freundlich, wie ich an dir gehandelt habe, sollst du auch an mir tun und dem Lande, in dem du als Schutzbürger weilst.«

21:24 Abraham antwortete: »Ich will schwören!«

21:25 Abraham machte jedoch dem Abimelech Vorhaltungen des Wasserbrunnens wegen, den Abimelechs Knechte an sich gerissen hatten.

21:26 Abimelech antwortete: »Ich weiß nicht, wer das getan hat. Du hast mir ja nichts davon mitgeteilt. Ich selbst höre erst heute davon.«

21:27 Da holte Abraham Kleinvieh und Rinder und schenkte sie dem Abimelech. Beide schlossen miteinander einen Bund.

21:28 Abraham sonderte sieben Lämmer aus dem Kleinvieh von den übrigen ab.

21:29 Abimelech aber fragte Abraham: »Was haben denn diese sieben Lämmer zu bedeuten, die du da abgesondert hast?«

21:30 Er antwortete: »Sieben Lämmer mußt du von meiner Hand zum Zeugnisse dafür nehmen, daß ich diesen Brunnen gegraben habe.«

21:31 Darum nennt man diesen Ort »Beerseba« (Eidbrunnen); dort haben nämlich beide einen Eid geleistet.

21:32 Sie schlossen einen Bund in Beerseba. Danach machten sich Abimelech und sein Heerführer Pichol auf und kehrten ins Philisterland zurück.

21:33 Abraham aber pflanzte eine Tamariske in Beerseba und rief dort den Namen des Herrn, des ewig lebenden Gottes, an.

21:34 Abraham weilte im Lande der Philister längere Zeit.

 

Genesis 22

Glaubensprobe

22:1 Nach diesen Ereignissen stellt Gott den Abraham auf die Probe. Er rief ihn: »Abraham!« Dieser antwortete: »Hier bin ich!«[23]

22:2 Und Gott sprach: »Nimm deinen einzigen Sohn, den du lieb hast, den Isaak, begib dich in das Land Moria und bringe ihn dort auf einem der Berge, den ich dir noch zeigen werde, zum Brandopfer dar!«

22:3 Abraham stand am frühen Morgen auf, sattelte seinen Esel und nahm seine beiden Diener und seinen Sohn Isaak mit sich. Er spaltete Holz zum Brandopfer. Dann machte er sich auf und ging an den Ort, den Gott genannt hatte.

22:4 Am dritten Tage erhob Abraham seine Augen und sah von ferne den Ort.

22:5 Abraham sprach zu seinen Dienern: »Bleibt ihr hier bei dem Esel! Ich aber und der Knabe wollen dorthin gehen. Wir wollen uns zur Anbetung niederwerfen und dann zu euch zurückkehren.«

22:6 Da nahm Abraham das Holz zum Brandopfer und legte es seinem Sohn Isaak auf. Er selbst trug das Feuer und das Messer in seiner Hand. So gingen die beiden miteinander.

 

Opferbereitschaft

22:7 Isaak sprach zu seinem Vater Abraham: »Mein Vater!« Der antwortete: »Hier bin ich, mein Sohn!« Jener sagte: »Hier ist das Feuer und das Holz; wo aber ist das Schaf zum Brandopfer?«

22:8 Abraham antwortete: »Gott selbst wird schon für das Schaf zum Brandopfer sorgen, mein Sohn!« So gingen die beiden miteinander.

22:9 Sie kamen an den Ort, den Gott ihnen genannt hatte. Abraham baute daselbst den Altar, er richtete das Holz zurecht, band seinen Sohn Isaak fest und legte ihn auf den Altar, oben auf die Holzstücke [das Holz]. (Jak 2,21)

22:10 Dann streckte Abraham seine Hand aus und nahm das Messer, um seinen Sohn zu schlachten.

22:11 Da rief ihm der Engel des Herrn vom Himmel her zu und sprach: »Abraham! Abraham!« Der antwortete: »Hier bin ich!«

22:12 Jener sprach: »Strecke deine Hand nicht nach dem Knaben aus! Tue ihm nichts an; denn jetzt erkenne ich, daß du ein gottesfürchtiger Mann bist und selbst deinen einzigen Sohn mir nicht vorenthalten hast.«

22:13 Abraham aber hob seine Augen empor, schaute hin und erblickte einen Widder, der sich mit seinen Hörnern im Gestrüpp verfangen hatte. Abraham ging hin, nahm den Widder und brachte ihn statt seines Sohnes zum Brandopfer dar.

22:14 Er nannte den Namen jenes Ortes »Der Herr sieht«. Heute noch sagt man: »Auf dem Berge wird der Herr gesehen.«

 

Segensverheißung

22:15 Der Engel des Herrn rief dem Abraham vom Himmel her zum zweitenmal zu:

22:16 »Ich schwöre bei mir selbst, so ist des Herrn Ausspruch, weil du dies getan hast und deinen einzigen Sohn mir nicht vorenthalten hast,

22:17 will ich dich segnen mit reichem Segen und will deine Nachkommen überaus zahlreich machen wie die Himmelssterne und wie den Sand am Ufer des Meeres, und deine Nachkommen sollen das Tor ihrer Feinde in Besitz nehmen! (Heb 11,12)

22:18 Und durch deine Nachkommenschaft sollen gesegnet werden alle Völker der Erde, weil du meinem Ruf gehorchtest.« (Apg 3,25; Gal 3,16; Heb 6,14)

22:19 Dann kehrte Abraham zu seinen Dienern zurück. Sie brachen auf und gingen gemeinsam nach Beerseba, und Abraham schlug in Beerseba seinen Wohnsitz auf.

 

Nachors Stammbaum

22:20 Nach diesen Begebenheiten ward dem Abraham gemeldet: »Höre, auch Milka hat deinem Bruder Nachor Kinder geboren,

22:21 den Uz, seinen Erstgeborenen, den Bus, seinen Bruder, und den Kemuel, den Stammvater der Aramäer,

22:22 den Kesed, den Chaso, den Pildasch, den Jidlaph und den Betuel.«

22:23 Betuel zeugte die Rebekka. Das sind die acht, die Milka dem Nachor, dem Bruder Abrahams, geboren hat.

22:24 Seine Nebenfrau, mit Namen Reuma, hat ebenfalls geboren, nämlich den Tebach, den Gacham, den Tachasch und die Maacha.

 

Genesis 23

Saras Tod

23:1 Die Lebenszeit der Sara betrug hundertsiebenundzwanzig Jahre.

23:2 Sara starb in Kirjat-Arba, d.i. Hebron, im Lande Kanaan. Abraham traf ein, um Sara zu beklagen und zu beweinen.

23:3 Dann erhob sich Abraham vom Anblick seiner Toten und redete mit den Hethitern, wie folgt:

23:4 »Ein Fremdling und Siedler bin ich unter euch. Gebt mir hier ein Grab zu meinem Eigentum! Ich muß meine Tote begraben und von ihr scheiden.«

23:5 Die Hethiter antworteten dem Abraham:

23:6 »Höre auf uns, Herr! Ein Gottesfürst bist du in unserer Mitte. Im kostbarsten unserer Gräber begrabe deine Tote! Niemand von uns wird dir sein Grab vorenthalten, damit du deine Tote begraben kannst.«

 

Kauf der Grabstätte

23:7 Abraham erhob sich und neigte sich vor den Bürgern des Landes, den Hethitern,

23:8 und verhandelte mit ihnen: »Wenn es auch in eurem Sinne ist, daß ich meine Tote begrabe und von ihr scheide, so hört mich: Vermittelt für mich bei Ephron, dem Sohne des Zochar!

23:9 Er soll mir die Höhle Machpela überlassen, die ihm gehört und am Ende seines Grundstücks liegt. Zum vollen Geldpreis soll er sie mir in eurer Gegenwart als eigene Grabstätte abtreten.«

23:10 Ephron saß inmitten der Hethiter. Er antwortete dem Abraham in Gegenwart aller Hethiter, die zu ihrem Stadttor gekommen waren:

23:11 »Nicht doch, o Herr! Höre mich an: Das Grundstück schenke ich dir, und die Höhle darauf gebe ich dir; vor den Augen aller Söhne des Volkes mache ich sie dir zum Geschenk. Begrabe deine Tote!«

23:12 Da verneigte sich Abraham vor den Einwohnern des Landes.

23:13 Er verhandelte mit Ephron in Anwesenheit der Landesbewohner: »Mögest du doch, bitte, mich anhören! Ich zahle den Preis für das Grundstück, nimm ihn von mir! Dann erst will ich meine Tote dort begraben.«

23:14 Ephron entgegnete dem Abraham:

23:15 »Nicht doch, mein Herr, höre mich an! Ein Stück Land, das vierhundert Silberstücke wert ist, was bedeutet das dir und mir? Begrabe deine Tote!«

23:16 Abraham hörte auf Ephron und wog den in Gegenwart der Hethiter vereinbarten Betrag ab. Es waren vierhundert Silberstücke, wie sie beim Händler gangbar sind.

 

Saras Begräbnis

23:17 So kam denn das Grundstück Ephrons in Machpela bei Mamre, das Feld selbst, die darauf befindliche Höhle und allen Bäumen auf dem Grundstück ringsum in seinem ganzen Gebiet,

23:18 in den Besitz Abrahams vor den Augen der Hethiter, die zum Tore ihrer Stadt gekommen waren.

23:19 Hierauf begrub Abraham seine Frau Sara in der Höhle im Machpelagefilde bei Mamre (d.h. Hebron) im Lande Kanaan.

23:20 So kam das Grundstück und die darauf befindliche Höhle als eigene Grabstätte von den Hethitern an Abraham.

 

Genesis 24

Des Brautwerbers Eid

24:1 Abraham war alt und hochbetagt. Der Herr hatte ihn in allem gesegnet.

24:2 Er sprach zu dem ältesten Hausknecht, der all sein Eigentum verwaltete: »Lege deine Hand unter meine Hüfte.

24:3 Ich will dir einen Eid bei dem Herrn, dem Gott des Himmels und der Erde, abnehmen: Du sollst für meinen Sohn keine Frau unter den Töchtern der Kanaaniter suchen, in deren Mitte ich wohne!

24:4 Vielmehr sollst du in mein Heimatland und zu meiner Verwandtschaft ziehen und dort für meinen Sohn Isaak eine Frau suchen!«

24:5 Der Knecht entgegnete ihm: »Vielleicht wird die Frau mir in dieses Land nicht folgen wollen. Soll ich dann deinen Sohn in das Land zurückbringen, von dem du hergekommen bist?«

24:6 Abraham darauf: »Hüte dich ja, meinen Sohn dorthin zurückzubringen!

24:7 Der Herr, der Himmelsgott, der mich aus meinem Vaterhaus und aus meiner Verwandschaft geholt hat, der hat zu mir gesprochen und mir geschworen: >Deinen Nachkommen will ich dieses Land geben!< Er wird seinen Engel vor dir hersenden, und du wirst eine Frau für meinen Sohn dorther holen.

24:8 Will aber die Frau dir nicht folgen, so bist du dieses Eides ledig; nur meinen Sohn bringe dorthin nicht mehr zurück!«

24:9 Da legte der Knecht seine Hand unter seines Herrn Abraham Hüfte und leistete ihm in dieser Angelegenheit einen Eid.

24:10 Dann nahm der Knecht zehn von den Kamelen seines Herrn. Er machte sich auf den Weg und nahm alle möglichen Kostbarkeiten seines Herrn mit. Er brach auf und reiste in das Aramäerland am Euphrat, in die Stadt Nachors.

24:11 Er ließ dort die Kamele sich lagern. Es war außerhalb der Stadt am Brunnen zur Abendzeit, da die Frauen und Mädchen herauskamen, um Wasser zu schöpfen.

24:12 Er betete: »Herr, Gott meines Herrn Abraham! Füge es doch heute günstig für mich und erweise Huld meinem Herrn Abraham!

24:13 Siehe, hier stehe ich am Wasserbrunnen. Die Töchter der Stadtleute kommen, Wasser zu holen.

24:14 Das Mädchen aber, zu dem ich spreche: >Neige deinen Krug, denn ich will trinken<, und das mir dann sagt: >Trinke, und auch deine Kamele will ich tränken - das hast du für deinen Knecht Isaak bestimmt. Hieran will ich erkennen, daß du meinem Herrn Huld erwiesen hast.«

24:15 Noch bevor er zu Ende gebetet hatte, kam Rebekka. Sie war die Tochter Betuels, des Sohnes der Milka; diese war die Frau Nachors, des Bruders Abrahams. Sie trug auf ihrer Schulter einen Krug.[24]

24:16 Das Mädchen aber sah sehr schön aus; als Jungfrau hatte sie noch kein Mann erkannt. Sie stieg zur Quelle hinab, füllte ihren Krug und kam herauf.

24:17 Der Knecht lief ihr entgegen und sprach: »Laß mich doch ein wenig Wasser aus deinem Kruge trinken!«

24:18 Sie entgegnete: »Ja, trinke, mein Herr!« Eilends ließ sie den Krug auf ihre Hand herab und gab ihm zu trinken.

24:19 Als sie seinen Durst gestillt hatte, sagte sie: »Auch für deine Kamele will ich schöpfen, bis sie genug getrunken haben.«

24:20 Eilends leerte sie ihren Krug in die Tränkrinne. Sie lief nochmals zum Brunnen, um zu schöpfen. Für alle seine Kamele schöpfte sie.

24:21 Der Mann aber schaute ihr schweigend zu. Er wollte erfahren, ob der Herr seine Reise gelingen ließ oder nicht.

 

Rebekkas Einladung

24:22 Als die Kamele zu trinken aufgehört hatten, nahm der Mann einen goldenen Nasenring, einen halben Sekel schwer, und zwei Spangen für ihre Arme, zehn Goldsekel schwer.

24:23 Dann fragte er: »Wessen Tochter bist du? Sage mir doch, ob im Hause deines Vaters für uns Platz zum Übernachten ist!«

24:24 Sie antwortete ihm: »Ich bin die Tochter Betuels, des Sohnes der Milka, den sie dem Nachor geboren hat.«

24:25 Sie fuhr fort: »Stroh und Futter ist bei uns reichlich, auch Platz zum Übernachten ist da.«

24:26 Der Mann verbeugte sich und betete den Herrn an.

24:27 Er sprach: »Gepriesen sei der Herr, der Gott meines Gebieters Abraham, daß er es an seiner Gnade und Huld meinem Herrn gegenüber nicht fehlen ließ. Hat er mich doch auf geradem Wege in das Haus der Verwandten meines Herrn geführt.«

 

Gastfreundschaft

24:28 Das Mädchen lief fort und erzählte davon im Hause seiner Mutter.

24:29 Rebekka hatte einen Bruder mit Namen Laban; der lief zu dem Manne hinaus an die Quelle.

24:30 Er hatte nämlich den Nasenring und die Armspangen seiner Schwester gesehen. Die Worte seiner Schwester hatte er gehört: »So hat der Mann zu mir geredet.« Er kam also zu dem Manne; aber siehe, der stand immer noch bei den Kamelen an der Quelle.

24:31 Jener sprach: »Komm, du Gesegneter des Herrn! Warum stehst du draußen? Ich habe schon das Haus aufgeräumt, und Platz für die Kamele ist vorhanden.«

24:32 Der Mann begab sich in das Haus, und man schirrte die Kamele ab und brachte Stroh und Futter für sie, auch Wasser zum Waschen der Füße für ihn und seine Begleiter.

24:33 Dann wurde ihm zu essen vorgesetzt. Er aber sprach: »Ich esse nicht, ehe ich meine Angelegenheit vorgebracht habe.« Da sagten sie: »Erzähle!«

 

Brautwerbung

24:34 Er begann: »Ich bin ein Knecht Abrahams.

24:35 Der Herr hat meinen Gebieter mit reichlichem Segen bedacht und ihn wohlhabend gemacht. Er gab ihm Kleinvieh und Großvieh, Silber und Gold, Knechte und Mägde, Kamele und Esel.

24:36 Seine Frau Sara gebar noch in ihrem hohen Alter meinem Herrn einen Sohn. Ihm übergab er all sein Eigentum.

24:37 Er hat mich einen Eid schwören lassen: >Du sollst für meinen Sohn keine Frau aus den Töchtern der Kanaaniter nehmen, in deren Land ich wohne!

24:38 Vielmehr ziehe in mein Vaterhaus und zu meiner Sippe und hole dort eine Frau für meinen Sohn!<

24:39 Ich sagte zu meinem Herrn: Vielleicht wird die Frau mir nicht folgen.<

24:40 Er aber antwortete mir: >Der Herr, vor dessen Angesicht ich wandle, wird seinen Engel mit dir senden; er wird deinen Weg glücken lassen. Du wirst für meinen Sohn eine Frau gewinnen aus meiner Sippe und aus meinem Vaterhaus.

24:41 Nur dann aber bist du von meinem Eide befreit, wenn du zu meiner Sippe kommst und man dir die Frau nicht gibt. Dann also bist du von meinem Eide frei.<

24:42 Ich kam heute zur Quelle und betete: >O Herr, du Gott meines Herrn Abraham, lasse doch die Reise gelingen, auf der ich mich befinde!

24:43 Ich stehe an der Wasserquelle; nun soll gelten: Das Mädchen, das zum Wasserschöpfen kommt und zu dem ich sage: >Gib mir ein wenig Wasser aus deinem Kruge zu trinken<,

24:44 und das mir dann antwortet: >Trinke, und auch deinen Kamelen will ich Wasser schöpfen<, dieses ist die Gattin, die der Herr dem Sohn meines Herrn bestimmt hat.<

24:45 Ich hatte meine Gedanken noch nicht zu Ende gedacht, da kam schon Rebekka mit einem Krug auf ihrer Schulter. Sie stieg zur Quelle hinab und schöpfte. Ich sprach zu ihr: >Gib mir zu trinken!<

24:46 Eilends ließ sie ihren Krug herab und sagte: >Trinke, und auch deine Kamele will ich tränken!< Ich trank, und sie tränkte auch die Kamele.

24:47 Danach fragte ich sie: >Wessen Tochter bist du?< Sie antwortete: >Ich bin Betuels Tochter, des Sohnes Nachors, den ihm die Milka geboren hat.< Da legte ich ihr den Ring an die Nase und die Spangen an die Arme.

24:48 Dann verneigte ich mich, warf mich vor dem Herrn nieder und pries ihn, den Gott meines Herrn Abraham, der mich auf den rechten Weg geführt hat, die Tochter des Bruders meines Herrn für seinen Sohn zu gewinnen.

24:49 Wollt ihr jetzt meinem Herrn Liebe und Treue erweisen, so sagt es mir; wenn nicht, dann sagt es mir auch! Ich will dann nach rechts oder nach links weiterziehen!«

 

Zustimmung

24:50 Laban und Betuel antworteten und sprachen: »Vom Herrn ist diese Angelegenheit ausgegangen. Wir können weder in gutem noch in bösem Sinne etwas dazu sagen.

24:51 Rebekka steht vor dir. Nimm sie und ziehe hin! Sie sei die Frau des Sohnes deines Herrn, wie der Herr gesagt hat!«

24:52 Der Knecht Abrahams hörte ihre Worte. Da warf er sich vor dem Herrn zur Erde nieder.

24:53 Dann holte er silberne und goldene Geräte und Kleider hervor. Er schenkte sie der Rebekka. Ihrem Bruder und ihrer Mutter gab er ebenfalls kostbare Sachen.

24:54 Er und seine Begleitmänner aßen und tranken und legten sich schlafen. Früh am Morgen standen sie auf, und er sagte: »Laßt mich wieder zurück zu meinem Herrn!«

 

Abschied

24:55 Da erwiderten ihre Mutter und ihr Bruder: »Das Mädchen möge noch einige Tage, etwa zehn, hierbleiben, dann mag es abreisen!«

24:56 Er aber sagte ihnen: »Haltet mich doch nicht auf! Der Herr hat meine Reise gelingen lassen. Laßt mich fort, ich will zu meinem Herrn zurück!«

24:57 Sie antworteten: »Wir wollen das Mädchen rufen und es selbst fragen!«

24:58 Sie riefen also Rebekka und fragten sie: »Willst du mit diesem Manne ziehen?« Sie antwortete: »Ja!«

24:59 Da gaben sie ihrer Schwester Rebekka, ihrer Amme und dem Knechte Abrahams mit seinen Leuten das Geleit.

24:60 Sie beglückwünschten Rebekka mit den Worten: »O unsere Schwester, werde du zu Tausenden, ja Unzähligen, deine Nachkommen sollen das Tor ihrer Widersacher in Besitz nehmen!«

24:61 Rebekka brach mit ihren Mägden auf. Sie ritten auf Kamelen und folgten dem Manne. Der Knecht nahm Rebekka entgegen und reiste ab.

 

Heimkehr und Heirat

24:62 Isaak aber kam vom »Brunnen des Lebendigen, der mich schaut« (Lachaj-Roi). Er war nämlich im Südland ansässig.

24:63 Isaak war sinnend um die Abendzeit aufs Feld hinausgegangen. Er hob seine Augen und erblickte die ankommenden Kamele.

24:64 Auch Rebekka erhob ihre Augen und sah den Isaak. Sie ließ sich vom Kamel herab.

24:65 Sie fragte den Knecht: »Wer ist jener Mann dort, der uns auf dem Felde entgegenkommt?« Der Knecht antwortete: »Das ist mein Herr.« Da griff sie zum Schleier und verhüllte sich.

24:66 Der Knecht erzählte dem Isaak alles, was er ausgerichtet hatte.

24:67 Isaak brachte sie ins Zelt seiner Mutter Sara. Er nahm dann die Rebekka, und sie wurde seine Frau. Er gewann sie lieb und tröstete sich über das Ableben seiner Mutter.

 

Genesis 25

Söhne der Ketura

25:1 Abraham nahm sich noch eine andere Frau namens Ketura.

25:2 Sie gebar ihm den Simran, den Jokschan, den Medan, den Midian, den Jischbak und den Schuach.

25:3 Jokschan zeugte den Saba und den Dedan, und Dedans Söhne waren die Aschuriter, die Letuschiter und die Leummiter.

25:4 Die Söhne Midians waren Epha, Epher, Henoch, Abida und Eldaa. Alle diese sind Keturasöhne.

25:5 Abraham gab seinen ganzen Besitz dem Isaak.

25:6 Den Söhnen der Nebenfrauen gab Abraham Abfindungsgeschenke. Er schickte sie noch zu seinen Lebzeiten von seinem Sohne Isaak fort ostwärts ins Ostland.

 

Abrahams Tod und Begräbnis

25:7 Dies ist die Zahl der Jahre, die Abraham gelebt hat: Hundertfünfundsiebzig Jahre.

25:8 Abraham verschied. Er starb in schönem Alter, betagt und lebenssatt, und ward zu seinem Stamme versammelt.

25:9 Seine Söhne Isaak und Ismael begruben ihn in der Höhle von Machpela auf dem Grundstück des Hethiters Ephron, des Sohnes Zochars, Mamre gegenüber,

25:10 auf dem Felde, das Abraham sich von den Hethitern erworben hatte; dort wurden Abraham und seine Frau Sara begraben.

25:11 Nach dem Tode Abrahams segnete Gott den Isaak, seinen Sohn. Dieser wohnte bei dem »Brunnen des Lebendigen, der mich schaut«.

 

Ismaels Stammbaum, geordnet nach Personennamen und Geschlechtern

25:12 Dies ist der Stammbaum des Ismael, des Sohnes Abrahams: Ihn hat die Ägypterin Hagar, Saras Magd, dem Abraham geboren.

25:13 Dies sind die Namen der Söhne Ismaels nach ihren Personennamen und ihren Geschlechtern: Der Erstgeborene Ismaels war Nebajot. Dann kamen Kedar, Adbeel, Mibsam,

25:14 Mischma, Duma, Massa,

25:15 Hadad, Tema, Jetur, Naphisch und Kedma.

25:16 Das sind die Söhne Ismaels, dies ihre Namen in ihren Gehöften und in ihren Zeltlagern, zwölf Fürsten ihrer Sippen.

25:17 Die Lebensjahre Ismaels betrugen hundertsiebenunddreißig Jahre; dann verschied er und starb und wurde zu seiner Sippe versammelt.

25:18 Er hatte seine Wohnsitze von Chawila bis Schur, das gegenüber von Ägypten auf dem Wege nach Assur liegt. Allen seinen Brüdern entgegengesetzt hatte er sich niedergelassen.

 

Isaaks Familiengeschichte

25:19 Dies ist die Familiengeschichte Isaaks, des Sohnes Abrahams: Abraham zeugte den Isaak.

25:20 Im Alter von vierzig Jahren nahm dieser sich die Rebekka, die Tochter des Aramäers Betuel aus Paddan-Aram, die Schwester des Aramäers Laban, zur Frau.

25:21 Isaak hatte für seine Frau zum Herrn gebetet; denn sie war unfruchtbar. Der Herr ließ sich von ihm erbitten, und seine Frau Rebekka wurde guter Hoffnung.

25:22 Die Kinder stießen einander im Mutterleibe; da sprach sie: »Wenn dem so ist, wozu lebe ich dann noch?« Sie ging hin, den Herrn zu befragen.

25:23 Der Herr antwortete ihr: »Zwei Völker sind in deinem Schoße, zwei Nationen werden sich aus deinem Leibe lösen; die eine Nation wird stärker sein als die andere, die ältere wird der jüngeren dienstbar sein.« (Röm 9,13)

 

Geburt von Zwillingen

25:24 Die Tage kamen heran, da sie gebären sollte; es waren Zwillinge in ihrem Schoße.

25:25 Der erste, der hervorkam, war rötlich, ganz mit Haaren bedeckt wie ein Mantel. Man nannte ihn Esau.

25:26 Danach kam sein Bruder; dessen Hand hielt die Ferse Esaus fest; man nannte ihn Jakob. Isaak war sechzig Jahre alt, als diese geboren wurden.

 

Verkauf der Erstgeburt

25:27 Die Knaben wuchsen heran. Esau war der Jagd kundig, ein Mann des freien Feldes; Jakob dagegen ein zurückgezogener Mann, der bei den Zelten blieb.

25:28 Isaak liebte den Esau, denn Wildbret schmeckte ihm gut; Rebekka dagegen liebte den Jakob.

25:29 Jakob kochte einst ein Gericht, als Esau von der Steppe heimkam und ganz erschöpft war.

25:30 Esau sagte zu Jakob: »Laß mich doch rasch von dem Roten, von diesem Roten da, essen; denn ich bin erschöpft!« Darum nannte man ihn auch Edom (= rot).

25:31 Jakob entgegnete: »Verkaufe mir zuvor deine Erstgeburt!«

25:32 Da antwortete Esau: »Siehe, ich bin dem Tode nahe! Was soll mir da die Erstgeburt?«

25:33 Jakob erwiderte: »Schwöre es mir zuerst!« Da schwur er ihm und verkaufte seine Erstgeburt an Jakob. (Heb 12,16)

25:34 Jakob gab dem Esau Brot und gekochte Linsen. Der aß und trank, stand auf und ging davon. So gering achtete Esau die Erstgeburt.

 

Genesis 26

Völkersegen

26:1 Es war Hungersnot im Lande - nicht jene frühere Hungersnot, die in Abrahams Tagen herrschte. Da begab sich Isaak zum Philisterkönig Abimelech nach Gerar.

26:2 Der Herr erschien ihm und sprach: »Ziehe nicht nach Ägypten hinab; bleibe in dem Lande wohnen, das ich dir nennen werde!

26:3 Weile als Fremdling in diesem Lande, so will ich mit dir sein und dich segnen; denn dir und deinen Nachkommen will ich all diese Länder geben. Ich will den Eid, den ich deinem Vater Abraham geschworen habe, halten.

26:4 Deinen Samen will ich so zahlreich machen wie die Sterne des Himmels; deinen Nachkommen will ich all diese Länder geben, und in deiner Nachkommenschaft sollen sich alle Völker der Erde gesegnet fühlen!

26:5 Dies zum Lohne dafür, daß Abraham meinem Rufe gehorcht und meine Anordnung, meine Befehle, meine Satzungen und meine Weisungen beobachtet hat.«

26:6 So blieb Isaak in Gerar wohnen.

 

Rebekka und die Männer von Gerar

26:7 Die ortsansässigen Männer erkundigten sich nach seiner Frau. Er gab die Auskunft: »Meine Schwester ist sie!« Denn er fürchtete sich zu bekennen: »Sie ist meine Frau!« Sonst - so dachte er - könnten mich die Ortsbewohner der Rebekka wegen umbringen; denn sie sah schön aus.

26:8 Als er dort schon längere Zeit geweilt hatte, schaute einmal der Philisterkönig Abimelech durch das Fenster und sah hinaus, als Isaak seine Frau Rebekka liebkoste.

26:9 Abimelech ließ darauf den Isaak rufen und fragte ihn: »Sie ist ja doch deine Frau! Wie konntest du denn behaupten: >Sie ist meine Schwester?« Isaak entgegnete: »Ich dachte, sonst müßte ich vielleicht ihretwegen sterben.«

26:10 Abimelech sprach: »Was hast du uns angetan? Wie leicht konnte sich einer von meinen Leuten zu deiner Frau hinlegen? Dann hättest du eine Schuld über uns gebracht.«

26:11 Dann gab Abimelech dem ganzen Volk die Weisung: »Wer diesen Mann oder seine Frau anrührt, soll des Todes sterben!«

 

Isaaks Reichtum

26:12 Isaak hatte in jenem Lande ausgesät. In diesem Jahre erntete er hundertfältig. Der Herr hatte ihn gesegnet. (Mt 13,8.23; Mk 4,8.20; Lk 8,8)[25]

26:13 So wurde der Mann wohlhabend und immer wohlhabender, bis er über die Maßen wohlhabend war.

26:14 Er besaß Herden von Klein- und Großvieh und viele Sklaven, so daß die Philister auf ihn eifersüchtig wurden.

 

Brunnenstreitigkeiten zwischen den Hirten von Gerar und denen Isaaks

26:15 Deshalb schütteten die Philister alle Brunnen, die seines Vaters Knechte in den Tagen seines Vaters Abraham gegraben hatten, wieder zu und füllten sie mit Erde an.

26:16 Da sprach Abimelech zu Isaak: »Ziehe fort von uns, denn du bist uns zu mächtig geworden!«

26:17 Isaak zog also von dort weg, schlug sein Lager im Tale von Gerar auf und wohnte daselbst.

26:18 Er ließ die Wasserbrunnen wieder aufgraben, die man in den Lebenstagen seines Vaters Abraham gegraben hatte; die Philister hatten sie nach Abrahams Tod wieder zugeschüttet. Dieselben Namen gab er ihnen, mit denen sie einst sein Vater Abraham bezeichnet hatte.

26:19 Isaaks Knechte gruben in dem Tale dort und fanden einen Brunnen mit Quellwasser.

26:20 Da stritten die Hirten von Gerar mit den Hirten Isaaks: »Uns gehört das Wasser!« Er nannte also den Namen des Brunnens »Streit«; denn sie hatten sich mit ihm gestritten.

26:21 Sie gruben einen neuen Brunnen, und man geriet auch seinetwegen in Streit. Er nannte ihn »Fehde«.

26:22 Dann zog er von dort weg und grub wieder einen Brunnen. Seinetwegen gerieten sie nicht in Streit. Er nannte seinen Namen »Weitraum« und sprach: »Jetzt hat uns der Herr einen weiten Raum geschaffen; wir können uns im Lande ausbreiten.«

 

Erscheinung in Beerseba

26:23 Von dort zog er hinauf nach Beerseba.

26:24 In jener Nacht erschien ihm der Herr und sprach: »Ich bin der Gott deines Vaters Abraham. Fürchte dich nicht! Denn ich bin mit dir. Ich will dich segnen und will deinen Samen zahlreich machen um meines Knechtes Abraham willen.«

26:25 Er baute dort einen Altar und rief des Herren Namen an. Hier spannte er sein Zelt aus. Die Knechte des Isaak gruben daselbst einen Brunnen.

 

Friedensbund mit Abimelech

26:26 Abimelech kam zu ihm von Gerar her, mit ihm Achussat, sein Vertrauter, und Pichol, sein Heerführer.

26:27 Isaak fragte sie: »Warum seid ihr denn zu mir gekommen? Ihr habt mich doch gehaßt und mich von euch vertrieben.«

26:28 Sie antworteten: »Wir haben deutlich gesehen, daß der Herr mit dir ist. Wir dachten also, es solle ein Eidesvertrag zwischen uns und dir zustande kommen. Wir wollen einen solchen Vertrag mit dir schließen.

26:29 Du darfst uns nichts Böses antun, wie wir ja auch dich nicht angetastet und dir nur Gutes erwiesen haben. Wir haben dich auch in Frieden ziehen lassen; du bist doch nun einmal vom Herrn gesegnet.«

26:30 Da veranstaltete er ihnen ein Gastmahl. Man aß und trank.

26:31 Am anderen Morgen standen sie früh auf und leisteten sich gegenseitig den Eidschwur. Isaak gab ihnen das Geleite, sie gingen von ihm in Frieden.

26:32 An demselben Tage kamen Isaaks Knechte und berichteten ihm über den Brunnen, den sie gegraben hatten. Sie sprachen zu ihm: »Wir haben Wasser gefunden.«

26:33 Er nannte ihn »Schwur«; darum heißt die Stadt Beerseba (Schwurbrunnen) bis auf den heutigen Tag.

 

Esaus Heirat

26:34 Als Esau vierzig Jahre alt war, nahm er sich die Jehudit, die Tochter des Hethiters Beeri, und die Basmat, die Tochter des Hethiters Elon, zu Frauen.

26:35 Sie waren ein schweres Herzeleid für Isaak und Rebekka.

 

Genesis 27

Isaaks Wünsche

27:1 Isaak war alt geworden, und seine Augen waren erloschen, so daß sie nicht mehr sehen konnten. Da rief er seinen älteren Sohn Esau und sprach zu ihm: »Mein Sohn!« Der antwortete: »Hier bin ich!« [26]

27:2 Isaak erwiderte: »Siehe doch, ich bin alt geworden; ich weiß nicht, wann ich sterben werde.

27:3 Nimm also dein Jagdgerät, deinen Köcher und deinen Bogen! Geh hinaus in die Steppe und erjage mir ein Wildbret.

27:4 Dann bereite mir einen Leckerbissen, wie ich ihn gern habe, und bringe ihn mir! Ich will essen und dich dann segnen, bevor ich sterbe.«

 

Rebekkas Betrug

27:5 Rebekka aber hatte zugehört, während Isaak sprach. Esau zog hinaus in die Steppe, um ein Wild zu erjagen und es heimzubringen.

27:6 Da sagte Rebekka zu ihrem Sohne Jakob: »Höre, ich vernahm, wie dein Vater zu deinem Bruder Esau sagte:

27:7 >Bringe mir ein Wildbret und mache mir einen Leckerbissen! Ich will essen und dich vor dem Herrn segnen, bevor ich sterbe.<

27:8 Nun höre, mein Sohn, auf den Rat, den ich dir gebe:

27:9 Gehe hin zum Kleinvieh und suche mir dort zwei schöne Ziegenböckchen aus! Ich will sie zu einem Leckerbissen zubereiten für deinen Vater, wie er es gern hat.

27:10 Bringe ihn dann deinem Vater! Er wird essen, um dich noch vor seinem Tod zu segnen.«

27:11 Jakob antwortete seiner Mutter Rebekka: »Mein Bruder Esau ist aber behaart, und ich bin glatt.

27:12 Vielleicht wird mein Vater mich betasten, und dann werde ich für ihn sein wie einer, der sich lustig machen will. Dann bringe ich Fluch auf mich, aber keinen Segen.«

27:13 Seine Mutter sagte ihm darauf: »Dein Fluch soll auf mich fallen, mein Sohn; höre nur auf mich, geh hin und bringe mir (das Gewünschte)!«

27:14 Er ging hin, holte es und brachte es seiner Mutter. Sie bereitete daraus einen Leckerbissen, wie ihn sein Vater liebte.

27:15 Rebekka nahm die kostbaren Kleider ihres älteren Sohnes Esau, die sie bei sich im Hause hatte, und bekleidete damit ihren jüngeren Sohn Jakob.

27:16 Mit den Fellen der Ziegenböcke bedeckte sie seine Hände und seinen glatten Nacken.

27:17 Daraufhin gab sie die Leckerbissen samt dem Brot, das sie bereitet hatte, ihrem Sohn Jakob in die Hand.

 

Die List

27:18 Dieser ging zu seinem Vater hinein und sprach: »Mein Vater!« Der antwortete: »Hier bin ich! Wer bist du, mein Sohn?«

27:19 Jakob entgegnete seinem Vater: »Ich bin Esau, dein Erstgeborener! Was du mir gesagt hast, habe ich getan. Setze dich nun aufrecht hin und iß von meinem Wildbret, damit du mich dann segnen kannst!«

27:20 Isaak sprach zu seinem Sohne: »Wie rasch hast du doch etwas gefunden, mein Sohn!« Dieser antwortete: »Der Herr, dein Gott, hat es mir glücklich begegnen lassen.«

27:21 Isaak fuhr fort: »Komm doch einmal näher heran! Ich will dich betasten, ob du mein Sohn Esau bist oder nicht.«

27:22 Jakob kam nahe an seinen Vater Isaak heran. Dieser betastete ihn und sprach: »Die Stimme ist Jakobs Stimme, die Hände aber sind Esaus Hände.«

27:23 Er erkannte ihn also nicht, denn seine Hände waren behaart wie seines Bruders Esau Hände. Und er segnete ihn.

27:24 Er sprach: »Bist du mein Sohn Esau?« Jener antwortete: »Ja!«

27:25 Da sagte er: »Setze mir vor! Ich will von dem Wildbret meines Sohnes essen, um dich zu segnen.« Er setzte ihm vor, und jener aß. Dann brachte er ihm auch Wein, und jener trank.

27:26 Sein Vater Isaak sprach zu ihm: »Komm näher zu mir heran und küsse mich, mein Sohn!«

27:27 Dieser trat hinzu und küßte ihn; da roch er den Duft seiner Kleider. Er segnete ihn alsdann und sprach: »Fürwahr, meines Sohnes Geruch ist wie des Feldes Geruch, das der Herr gesegnet hat!

27:28 Gott gebe dir vom Tau des Himmels und von der Erde Fett und Überfluß an Korn und Most!

27:29 Völker sollen dir dienen, und Nationen sollen sich vor dir niederwerfen! Sei Gebieter über deine Brüder; die Söhne deiner Mutter sollen vor dir sich beugen! Wer dich verflucht, der sei verflucht; wer dich segnet, sei gesegnet!«

 

Entdeckung

27:30 Eben hatte Isaak den Segensspruch über Jakob vollendet; kaum war dieser von seinem Vater Isaak weggegangen, da kam sein Bruder Esau von der Jagd zurück.

27:31 Er hatte ebenfalls Leckerbissen zubereitet, brachte sie seinem Vater und sprach: »Mein Vater möge sich aufrichten und essen vom Wildbret seines Sohnes, damit du mich segnen kannst!«

27:32 Sein Vater Isaak fragte ihn: »Wer bist du?« Er antwortete: »Ich bin Esau, dein erstgeborener Sohn.«

27:33 Da erfaßte Isaak ein gewaltiger, maßloser Schrecken, und er rief aus: »Wer war denn jener, der Wildbret erjagte und mir brachte? Ich aß von allem, bevor du kamst. Dann habe ich ihn gesegnet; nun wird er auch gesegnet bleiben.«

27:34 Esau hörte die Worte seines Vaters. Sogleich erhob er ein gellendes und überaus bitteres Wehgeschrei und bat seinen Vater: »Segne auch mich, mein Vater!«

27:35 Er aber antwortete: »Dein Bruder kam hinterlistigerweise und hat dir deinen Segen weggeholt.«

27:36 Esau sprach: »Ist sein Name nicht Jakob? Schon zweimal hat er mich überlistet! Meine Erstgeburt hat er entwendet, und jetzt hat er noch meinen Segen geraubt!« Er fragte: »Hast du für mich keinen Segen übrigbehalten?«

27:37 Isaak antwortete und sprach zu Esau: »Fürwahr, zum Gebieter über dich habe ich ihn gemacht; alle seine Brüder habe ich zu seinen Knechten bestellt, mit Korn und Most habe ich ihn reichlich bedacht. Was kann ich da nun noch für dich tun, mein Sohn?«

27:38 Esau entgegnete seinem Vater: »Hast du denn nur einen Segen, mein Vater? So segne doch auch mich!« Und Esau erhob seine Stimme und weinte.

27:39 Sein Vater Isaak erwiderte und sprach zu ihm: »Fürwahr, fern von der Erde Fettgefilden seien deine Wohnsitze und fern vom Tau des Himmels droben!

27:40 Von deinem Schwerte sollst du leben, und deinem Bruder sollst du dienen! Wenn du dich aber auflehnst, dann wirst du sein Joch abschütteln von deinem Nacken.«

 

Fluchtpläne Jakobs

27:41 Esau aber war wegen seines Vaters Segen dem Jakob feindlich gesinnt, und Esau dachte bei sich selbst: »Die Trauertage um meinen Vater werden kommen; dann werde ich meinen Bruder Jakob totschlagen.«

27:42 Der Rebekka wurden die Pläne ihres ältesten Sohnes Esau zugetragen. Sie sandte hin, ließ ihren jüngeren Sohn Jakob rufen und sprach zu ihm: »Höre, dein Bruder Esau will sich an dir rächen, er will dich ermorden.

27:43 Nun aber höre, mein Sohn, auf meine Stimme, mache dich auf und fliehe zu meinem Bruder Laban nach Charan!

27:44 Bleibe bei ihm einige Zeit, bis sich deines Bruders Zorn gelegt hat!

27:45 Sobald der Groll deines Bruders von dir abläßt und er vergißt, was du ihm angetan hast, will ich senden und dich von dort holen lassen! Warum soll ich an einem Tag euch beide verlieren?«

 

Mischehen des Esau

27:46 Rebekka sprach zu Isaak: »Mein Leben ist mir verleidet der hethitischen Weiber wegen; wenn auch Jakob sich ein solches Weib von den Hethitern aussucht, eine von den Töchtern des Landes, was soll ich dann noch leben?«

 

Genesis 28

Jakobs Sendung

28:1 Isaak ließ den Jakob rufen und segnete ihn. Er gab ihm die Weisung und sprach zu ihm: »Suche dir keine Frau unter den Töchtern Kanaans!

28:2 Mache dich auf die Reise nach Paddan-Aram in das Haus Betuels, der der Vater deiner Mutter ist! Nimm dir von dort eine Frau von den Töchtern Labans, des Bruders deiner Mutter!

28:3 Der Allmächtige Gott wird dich segnen, er wird dich fruchtbar und zahlreich machen. Du wirst zu einer Völkergemeinde werden.

28:4 Er wird dir und deinen Nachkommen Abrahams Segen mitteilen. So wirst du das Land besitzen, in dem du als Fremdling weilst und das Gott dem Abraham geschenkt hat.«

28:5 Isaak sandte Jakob fort, und dieser reiste nach Paddan-Aram zu Laban, dem Sohn des Aramäers Betuel und Bruder Rebekkas, die ja Jakobs und Esaus Mutter war.

 

Esau heiratet aus Abrahams Stamm

28:6 Esau merkte, daß Isaak Jakob gesegnet und nach Paddan-Aram gesandt hatte, damit er sich von dort mit seinem Segen eine Frau hole. Er hatte ihm geboten: »Du sollst dir keine Frau suchen aus den Töchtern Kanaans!«

28:7 Und Jakob hörte auf seinen Vater und seine Mutter und reiste nach Paddan-Aram ab.

28:8 Da merkte Esau, daß seinem Vater die Töchter Kanaans mißfielen.

28:9 Und Esau ging zu Ismael und nahm sich die Machalat, des Abrahamssohnes Ismael Tochter, die Schwester Nebajots, zur Frau neben seinen anderen Frauen.

 

Traum von der Himmelsleiter

28:10 Jakob aber ging fort von Beerseba und reiste nach Charan.

28:11 Da erreichte er einen Ort, wo er übernachtete; denn die Sonne war gerade untergegangen. Er nahm einen von den Steinen des Geländes und legte ihn sich zu Häupten; dann schlief er an jenem Platze.

28:12 Und er träumte: Eine Leiter stand auf der Erde, ihre Spitze berührte den Himmel. Gottes Engel stiegen auf und nieder.

28:13 Oben stand der Herr und sprach: »Ich bin der Herr, der Gott deines Vaters Abraham und der Gott Isaaks; das Land, auf dem du schläfst, will ich dir und deinen Nachkommen schenken.

28:14 Deine Nachkommen werden zahlreich sein wie der Staub der Erde. Du wirst dich ausbreiten nach Westen, Osten, Norden und Süden. In dir sollen gesegnet sein alle Geschlechter der Erde, und in deinen Nachkommen!

28:15 Siehe, ich bin mit dir; ich werde dich behüten überall, wohin du gehst. Ich werde dich heimkehren lassen in dieses Land; ich will dich nicht verlassen, bis ich getan habe, was ich dir gesagt.«

28:16 Jakob erwachte aus seinem Schlafe und sprach: »Fürwahr, der Herr ist an diesem Ort, und ich wußte es nicht!«

28:17 Er ängstigte sich und sprach: »Wie schauerlich ist doch dieser Ort! Hier ist nichts anderes als Gottes Haus; und hier ist des Himmels Pforte.«

28:18 Jakob stand am frühen Morgen auf, nahm den Stein zu seinen Häupten und setzte ihn zu einem Denksteine; dann goß er Öl auf seine Spitze.

28:19 Er nannte jenes Ortes Namen »Betel« (Haus Gottes); hingegen hieß die Stadt in früherer Zeit Lus.

 

Jakobs Gelübde

28:20 Jakob tat folgendes Gelübde: »Wenn Gott mit mir ist, mich auf diesem meinem Wege behütet, mir Brot zur Speise und Kleidung zum Anziehen gibt

28:21 und mich in Frieden in mein Vaterhaus heimkehren läßt, dann will ich den Herrn mir zum Schutzgott erwählen,

28:22 und dieser Stein, den ich zu einem Gedenkstein gesetzt habe, soll zum Gotteshause werden. Alles, was du mir schenken wirst, will ich dir zu Ehren gern verzehnten!«

 

Genesis 29

Hirten am Brunnen - Begegnung mit Rachel

29:1 Jakob machte sich auf die Weiterreise und ging in das Land der Söhne des Ostens.

29:2 Da sah er einen Brunnen auf dem Felde, um den drei Kleinviehherden lagerten; an diesem Brunnen tränkte man die Herden. Ein großer Stein aber bedeckte die Öffnung des Brunnens.

29:3 Dorthin wurden alle Herden zusammengetrieben. Man wälzte den Stein von der Öffnung des Brunnens und tränkte das Kleinvieh. Dann brachte man den Stein wieder auf die Öffnung des Brunnens an seinen Platz zurück.

29:4 Jakob sprach zu den Hirten: »Meine Brüder, woher seid ihr?« Sie antworteten: »Von Charan.«

29:5 Er fragte sie weiter: »Kennt ihr Laban, den Sohn Nachors?« Sie antworteten: »Ja!«

29:6 Er entgegnete ihnen: »Geht es ihm wohl?« Sie sagten: »Ja, seine Tochter Rachel kommt gerade mit dem Kleinvieh.«

29:7 Darauf sprach er: »Es ist früh am Tage und noch nicht Zeit, das Vieh zusammenzutreiben. Tränkt das Kleinvieh und laßt es noch weiden!«

29:8 Sie sprachen: »Wir können es nicht, bis alle Herden beisammen sind. Dann erst wälzt man den Stein von der Öffnung des Brunnens weg, und wir tränken das Kleinvieh.«

29:9 Noch redete er mit ihnen, da kam Rachel mit der Herde ihres Vaters; denn sie war eine Hirtin.

29:10 Als Jakob die Rachel, die Tochter seines Onkels Laban, und das Herdenvieh seines Onkels Laban sah, da kam er näher, wälzte den Stein von der Öffnung des Brunnens und tränkte das Vieh seines Onkels Laban.

29:11 Da küßte Jakob die Rachel und weinte laut.

29:12 Dann teilte er der Rachel mit, daß er ein Verwandter ihres Vaters sei, und zwar Rebekkas Sohn. Nun lief sie weg und erzählte es ihrem Vater.

29:13 Laban vernahm die Kunde von Jakob, seinem Neffen. Er lief ihm entgegen, küßte ihn und brachte ihn in sein Haus. Dann erzählte er Laban alle diese Begebenheiten.

29:14 Laban sprach zu ihm: »Fürwahr, mein Bein und mein Fleisch bist du!« Dieser blieb bei ihm etwa einen Monat.

 

Dienst um Rachel

29:15 Laban sprach zu Jakob: »Willst du mir umsonst dienen, weil du mein Verwandter bist? Sage mir doch, welchen Lohn willst du haben?«[27]

29:16 Laban aber hatte zwei Töchter, die ältere hieß Lea, die jüngere Rachel.

29:17 Leas Augen waren matt; Rachel dagegen war schön von Gestalt und eine hübsche Erscheinung.

29:18 Jakob liebte die Rachel und sprach: »Ich will dir um deine jüngere Tochter Rachel sieben Jahre dienen.«

29:19 Laban antwortete: »Besser ist es, sie dir zu geben als einem fremden Manne; bleibe also bei mir!«

29:20 So diente denn Jakob um Rachel sieben Jahre; sie kamen ihm bei der Liebe, die er für sie empfand, wie wenige Tage vor.

 

Labans Betrug mit Lea

29:21 Danach sprach Jakob zu Laban: »Nun gib mir meine Frau; denn meine Tage sind um, und ich will sie heiraten!«[28]

29:22 Laban versammelte alle Leute des Ortes und hielt ein Festmahl.

29:23 Am Abend nahm er seine Tochter Lea und führte sie ihm zu. Dieser hatte Umgang mit ihr.

29:24 Laban wies die ihm gehörende Sklavin Silpa seiner Tochter Lea als Leibmagd zu.

29:25 Am Morgen aber, siehe, da war es Lea! Er sagte zu Laban: »Was hast du mir da angetan? Habe ich bei dir nicht um Rachel gedient? Warum hast du mich betrogen?«

29:26 Laban erwiderte: »Hier an unserem Orte ist es nicht Brauch, die jüngere Tochter vor der älteren zu verheiraten.

29:27 Feiere die Brautwoche mit dieser zu Ende! Dann wird dir auch Rachel zuteil, und zwar für den Dienst, den du mir noch weitere sieben Jahre leisten mußt.«

 

Heirat der Rachel

29:28 Jakob tat so und führte die Brautwoche mit dieser zu Ende. Dann gab jener ihm auch seine Tochter Rachel zur Frau.

29:29 Laban wies seiner Tochter Rachel seine Sklavin Bilha als Leibmagd zu.

29:30 Jakob verkehrte auch mit Rachel; er hatte ja auch die Rachel lieber als die Lea. Er diente Laban noch weitere sieben Jahre.

 

Ruben, Simeon, Levi, Juda

29:31 Der Herr sah, daß Lea weniger geliebt wurde. Deshalb öffnete er ihren Mutterschoß, während Rachel unfruchtbar blieb.

29:32 Lea empfing und gebar einen Sohn. Sie nannte ihn »Ruben« (seht den Sohn), indem sie sprach: »Gesehen hat der Herr auf mein Elend; denn jetzt wird mein Mann mich lieben.«

29:33 Sie empfing nochmals und gebar einen Sohn und sprach: »Erhört hat der Herr; denn eine Zurückgesetzte war ich. Darum gab er mir auch diesen.« Sie nannte ihn »Simeon« (Erhörung).

29:34 Sie empfing wiederum und gebar einen Sohn und sprach: »Jetzt wird mein Mann endlich an mir hängen, denn schon drei Söhne habe ich ihm geboren.« Darum nannte sie ihn »Levi« (Anhänger).

29:35 Dann empfing sie abermals und gebar einen Sohn und sagte: »Dieses Mal will ich den Herrn lobpreisen.« Darum nannte sie ihn »Juda« (Lobpreis). Weiterhin bekam sie kein Kind mehr.

 

Genesis 30

Bilha als Stellvertreterin Rachels

30:1 Rachel sah, daß sie dem Jakob keine Kinder gebar. Sie wurde deshalb auf ihre Schwester eifersüchtig und sagte zu Jakob: »Schaffe mir Kinder, oder ich muß sterben!«

30:2 Jakob wurde auf Rachel zornig und sprach: »Stehe ich denn an Gottes Stelle, der dir die Leibesfrucht versagt hat?«

30:3 Sie antwortete darauf: »Hier hast du meine Leibmagd Bilha! Gehe zu ihr! Sie soll auf meinen Knien gebären, damit auch ich durch sie zu Kindern komme!«

30:4 Sie gab ihm ihre Leibmagd Bilha, und Jakob hatte Umgang mit ihr.

30:5 Bilha empfing und gebar dem Jakob einen Sohn.

30:6 Da sprach Rachel: »Recht hat mir Gott verschafft. Er hat auch meine Stimme erhört und mir einen Sohn geschenkt.« Darum nannte sie ihn »Dan« (Richter).

30:7 Jene empfing wiederum, und Rachels Magd Bilha gebar dem Jakob einen zweiten Sohn.

30:8 Da sprach Rachel: »Gewaltige Gotteskämpfe habe ich mit meiner Schwester ausgefochten; ich siegte sogar.« Darum nannte sie seinen Namen »Naphtali« (Gewaltkämpfer).

 

Silpa als Stellvertreterin Leas

30:9 Lea sah, daß sie nicht mehr gebären konnte. Da nahm sie ihre Magd Silpa und gab sie Jakob zum Weibe.

30:10 Die Leamagd Silpa gebar dem Jakob einen Sohn.

30:11 Da sprach Lea: »O welch ein Glück!« Sie nannte seinen Namen »Gad« (Glück).

30:12 Hierauf gebar die Leamagd Silpa dem Jakob einen zweiten Sohn.

30:13 Lea sprach: »O ich Glückselige! Denn die Töchter werden mich glückselig preisen.« Deshalb nannte sie ihn »Aser« (glückselig).

30:14 Zur Zeit der Weizenernte ging Ruben aus und fand Liebeszauberfrüchte auf dem Felde. Er brachte sie seiner Mutter Lea. Da sprach Rachel zu Lea: »Gib mir doch von den Früchten deines Sohnes!«

30:15 Diese entgegnete ihr: »Ist es dir noch nicht genug, meinen Mann genommen zu haben? Jetzt willst du noch die Liebesäpfel meines Sohnes nehmen!« Rachel sagte: »Gut, er soll heute Nacht bei dir liegen für die Liebeszauberfrüchte deines Sohnes!«

30:16 Jakob kam abends vom Felde. Lea ging ihm entgegen und sprach: »Zu mir mußt du kommen; denn gar reichen Lohn habe ich für dich bezahlt mit den Liebesäpfeln meines Sohnes.« Und er legte sich in jener Nacht mit ihr zusammen.

30:17 Gott erhörte Lea; sie empfing und gebar dem Jakob einen fünften Sohn.

30:18 Da sagte Lea: »Gott hat mir den Lohn gegeben dafür, daß ich meine Magd meinem Manne darbot.« Sie nannte ihn darum »Issachar« (Lohnempfänger).

30:19 Lea empfing wiederum und gebar dem Jakob den sechsten Sohn.

30:20 Sie sprach: »Gott hat mich mit einem schönen Geschenk bedacht; nunmehr wird mein Mann mich als Frau anerkennen; denn sechs Söhne habe ich ihm geboren.« Sie nannte ihn »Sebulun« (Brautgeschenk).

30:21 Später gebar sie noch eine Tochter und nannte sie Dina.

 

Josephs Geburt

30:22 Gott gedachte der Rachel, erhörte sie und öffnete ihren Mutterschoß.

30:23 Sie empfing und gebar einen Sohn und sprach: »Gott hat die Schmach von mir genommen.«

30:24 Sie nannte ihn »Joseph« und sprach: »Der Herr gebe mir noch einen anderen Sohn!«

 

Jakobs Heimweh - Vereinbarung in Lohnfragen

30:25 Als aber Rachel den Joseph geboren hatte, sprach Jakob zu Laban: »Laß mich fort! Ich will an meinen Ort und in mein Heimatland ziehen!

30:26 Gib mir meine Frauen und meine Kinder, um derentwillen ich für dich gearbeitet habe; ich will heimziehen, denn du weißt ja, welche Dienste ich dir geleistet habe.«

30:27 Es sprach zu ihm Laban: »Möchte ich doch Gnade finden in deinen Augen! Ich bin reich geworden, und der Herr hat mich um deinetwillen gesegnet.«

30:28 Er fuhr fort: »Setze den Lohn, den ich zu geben habe, fest, ich will ihn dir geben!«

30:29 Er entgegnete ihm: »Was ich für dich geleistet habe, und was aus deinem Viehbestand durch mich geworden ist, weißt du;

30:30 denn nur wenig hattest du vor meiner Ankunft. Es hat sich zu einer Fülle ausgebreitet. Denn der Herr hat dich gesegnet durch jeden meiner Schritte. Wann endlich werde ich etwas für meine Familie tun können?«

30:31 Er fragte: »Was soll ich dir geben?« Jakob entgegnete: »Nichts sollst du mir geben; nur sollst du mir das Folgende gewähren, dann will ich wiederum dein Vieh weiden und hüten!

30:32 Ich will heute durch all dein Kleinvieh hindurchgehen und daraus jedes gesprenkelte und gefleckte Tier entfernen. Und jedes brünstige Tier unter den Jungschafen, ferner, was gefleckt und gesprenkelt ist unter den Ziegen, das soll mein Lohn sein!

30:33 Und das soll dann morgen der Beweis für meine Redlichkeit sein, wenn mein Lohn dir zu Gesicht kommt: Alles, was von den Ziegen nicht gesprenkelt und gefleckt und unter den Jungschafen nicht brünstig ist, das soll als von mir gestohlen gelten.«

30:34 Laban antwortete: »Ja, so wie du gesagt hast, soll es sein!«

 

Labans List und Jakobs Gegenlist

30:35 Noch am selben Tage sonderte Laban die gestreiften und gefleckten Böcke und alle gesprenkelten und gefleckten Ziegen ab, alles, woran etwas Weißes war, und alles, was brünstig war unter den Jungschafen, und übergab sie seinen Söhnen.

30:36 Dann entfernte er sich drei Tagereisen weit von Jakob. Dieser weidete die übrigen Herdenstücke Labans.

30:37 Jakob nahm nun frische Stäbe von Storaxstauden [Silberpappeln], Mandelbäumen und Platanen. Er schälte an ihnen weiße Streifen heraus, indem er das Weiße an den Ruten bloßlegte.

30:38 Dann stellte er die abgeschälten Stäbe in die Rinnen der Wassertröge, wohin die Tiere zur Tränke kamen, gerade vor die Tiere hin. Sie pflegten sich zu begatten, wenn sie zur Tränke kamen.

30:39 Begatteten sich nun die Tiere vor den Stäben, dann warfen sie gestreifte, gesprenkelte oder gefleckte Junge.

30:40 Die Jungschafe aber sonderte Jakob ab und stellte an die Spitze des Kleinviehs einen gestreiften Widder und alle brünstigen Schafe vom Kleinvieh Labans. So machte er für sich besondere Herden und gab sie nicht dem Kleinvieh des Laban bei.

30:41 Sooft die kräftigen Tiere sich begatteten, stellte Jakob die Zweige vor den Augen der Tiere in die Tränkrinnen, daß sie sich bei den Stäben begatteten.

30:42 Waren aber die Tiere schwächlich, legte er die Stäbe nicht hinein. So erhielt Laban die schwächlichen, Jakob dagegen die starken Tiere.

30:43 «Dadurch wurde der Mann gewaltig reich. Er besaß eine Menge Kleinvieh, Mägde, Knechte, Kamele und Esel.

 

Genesis 31

Fluchtabsichten

31:1 Jakob vernahm das Gerede der Söhne Labans: »Jakob hat alles, was unserem Vater gehörte, an sich gebracht; nur mit dem Eigentum unseres Vaters gelang es ihm, all diesen Reichtum zu erwerben.«

31:2 Auch sah Jakob an den Mienen Labans, daß er ihm nicht mehr so wohlgesinnt war wie ehedem.

31:3 Der Herr sprach zu Jakob: »Kehre heim in das Land deiner Väter und deiner Verwandtschaft; ich will mit dir sein!«

 

Rechtfertigung vor Rachel und Lea

31:4 Jakob ließ Rachel und Lea auf das Feld zu seiner Herde rufen.

31:5 Er äußerte sich ihnen gegenüber: »Ich sehe an den Mienen eures Vaters, daß er gegen mich nicht mehr so ist wie ehedem. Und doch war der Gott meines Vaters mit mir.

31:6 Ihr selbst wißt es, daß ich eurem Vater mit ganzer Kraft gedient habe.

31:7 Aber euer Vater hat mich betrogen und hat meinen Lohn zehnmal geändert; doch Gott ließ es nicht zu, daß er mir schadete.[29]

31:8 Wenn er sagte: >Die gesprenkelten Tiere sollen dein Lohn sein<, so warf die ganze Herde gesprenkelte Junge; wenn er aber bestimmte: >Die gestreiften sollen dein Lohn sein<, so warf die ganze Herde gestreifte.

31:9 So hat Gott den Viehbestand eurem Vater entzogen und ihn mir gegeben.

31:10 Es war zur Brunstzeit des Kleinviehs, da erhob ich meine Augen und sah im Traume, wie die Böcke, welche die Schafe besprangen, gestreift, gesprenkelt und gescheckt waren.

31:11 Der Engel Gottes rief mir im Traume zu: >Jakob!< Und ich antwortete: >Hier bin ich!<

31:12 Und er fuhr fort: >Erhebe deine Augen und schau! Alle Böcke, welche die Schafe bespringen, sind gestreift, gesprenkelt oder gescheckt! Denn ich habe alles gesehen, was Laban dir angetan hat.

31:13 Ich bin der Gott von Betel, woselbst du einen Denkstein gesalbt und mir ein Gelübde getan hast. Auf! Zieh fort aus diesem Lande und kehre in das Land deiner Herkunft zurück!«

 

Zustimmung der Töchter Labans

31:14 Rachel und Lea antworteten und sprachen zu ihm: »Haben wir noch einen Anteil und ein Erbe in unserem Vaterhause?

31:15 Gelten wir ihm nicht als Ausländerinnen? Denn er hat uns ja verkauft und dazu unser Geld aufgebraucht.

31:16 Fürwahr, aller Reichtum, den Gott unserem Vater entzogen hat, gehört uns und unseren Kindern. Und nun tue alles, was Gott dir befohlen hat!«

 

Flucht

31:17 Jakob brach auf; er setzte seine Kinder und Frauen auf die Kamele.

31:18 Er führte hinweg allen Viehbestand und alle Habe, die er erworben hatte, die Herden, die er besaß und in Paddan-Aram gewonnen hatte. Er wollte zu seinem Vater Isaak in das Land Kanaan ziehen.

31:19 Laban aber ging zur Schafschur. Währenddessen stahl Rachel die Hausgötter ihres Vaters.

31:20 Jakob überlistete den Aramäer Laban, indem er ihm von seiner Flucht nichts mitteilte.

31:21 Er ergriff mit allem, was ihm gehörte, die Flucht, machte sich auf den Weg, überschritt den Euphrat und wandte sich in die Richtung nach dem Gebirge Gilead.

31:22 Am dritten Tag wurde dem Laban gemeldet, daß Jakob entflohen sei.

31:23 Er bot seine Sippengenossen auf und verfolgte ihn sieben Tagereisen weit. Beim Gebirge Gilead holte er ihn ein.

31:24 Da erschien Gott dem Aramäer Laban des Nachts im Traume und sprach zu ihm: »Hüte dich, Jakob irgendwelche Vorwürfe zu machen!«

 

Labans Vorwürfe

31:25 Als Laban den Jakob eingeholt hatte, lagerte dieser mit seinem Zelte auf dem Berge. Auch Laban mit seinen Sippengenossen schlug sein Zelt auf dem Gebirge Gilead auf.

31:26 Laban sagte zu Jakob: »Was hast du getan? Hinters Licht führtest du mich. Meine Töchter hast du wie Kriegsgefangene verschleppt.

31:27 Warum bist du so heimlich ausgerückt? Warum hast du mich bestohlen? Warum teiltest du mir nichts mit, damit ich dir mit Wonnejauchzen, Liedern, Pauken und Harfen das Abschiedsgeleit hätte geben können?

31:28 Keine Möglichkeit gabst du mir, meine Kinder und Töchter zum Abschied zu küssen. Töricht hast du gehandelt!

31:29 Es stünde durchaus in meiner Macht, dir etwas Böses zu tun; aber der Gott eures Vaters sagte gestern nacht zu mir: Hüte dich, Jakob irgendwelche Vorwürfe zu machen!<

31:30 Nun gut; gegangen bist du, weil du Heimweh nach deinem Vaterhause hattest. Warum hast du mir aber meine Götter gestohlen?«[30]

31:31 Jakob erwiderte und sprach zu Laban: »Ich fürchtete mich, weil ich dachte, du könntest mir deine Töchter wieder entreißen!

31:32 Der soll jedoch nicht am Leben bleiben, bei dem du deine Götter findest; im Beisein unserer Sippengenossen sieh durch, was ich bei mir habe, und nimm das Deine!« Jakob ahnte nicht, daß Rachel den Diebstahl begangen hatte.

 

Auf der Suche nach den Hausgöttern

31:33 Dann ging Laban in das Zelt Jakobs, in das der Lea und in das der beiden Mägde hinein, ohne etwas zu finden. Aus dem Zelte der Lea kam er in das Zelt der Rachel.

31:34 Rachel aber hatte die Hausgötter genommen und sie in die Satteltasche des Kamels gelegt. Sie hatte sich auf diese gesetzt. Laban durchsuchte das ganze Zelt, ohne etwas zu finden.

31:35 Zu ihrem Vater sagte sie: »Zürne doch nicht, mein Herr! Ich kann nicht aufstehen vor dir. Denn es geht mir so, wie es Frauen zu gehen pflegt.« So suchte und suchte er, fand jedoch die Götterbilder nicht.

 

Gegenvorwürfe Jakobs

31:36 Da ergrimmte Jakob und setzte sich mit Laban auseinander. Er hub an und sprach: »Was ist denn meine Schuld, was meine Verfehlung, daß du so hitzig hinter mir her bist?

31:37 Du hast alle meine Sachen durchwühlt. Was hast du von den Dingen, die dir gehören, gefunden? Lege es doch hierher im Beisein meiner und deiner Verwandten! Mögen sie Schiedsrichter zwischen uns sein!

31:38 Es sind bereits zwanzig Jahre, daß ich bei dir bin; nie hatten Mutterschafe und Ziegen einen Fehlwurf getan, und die Widder deiner Herde habe ich nicht verzehrt.

31:39 Ein zerrissenes Stück habe ich dir nie gebracht, sondern ich ersetzte es dir; von meiner Hand hast du es gefordert, gleich ob es am Tage oder des Nachts geraubt wurde.

31:40 So war es mit mir: Am Tage verzehrte mich die Hitze und in der Nacht die Kälte, meine Augen floh der Schlaf.

31:41 Zwanzig Jahre lang habe ich in deinem Hause Dienst geleistet, vierzehn Jahre um deine beiden Töchter und sechs Jahre um dein Vieh; du aber hast zehnmal meinen Lohn geändert.

31:42 Wenn nicht meines Vaters Gott, der Gott Abrahams und der Schrecken Isaaks, mit mir gewesen wäre, so hättest du mich jetzt mit leeren Händen fortgeschickt; doch dieser hat mein Elend und die Mühsal meiner Hände geschaut und hat gestern nacht die Entscheidung gefällt.«

31:43 Laban antwortete und sprach zu Jakob: »Die Töchter sind meine Töchter, die Söhne sind meine Söhne, das Vieh ist mein Vieh, und alles, was du da siehst, gehört mir. Aber meinen Töchtern, was soll ich ihnen oder ihren Kindern, die sie geboren haben, heute tun?

31:44 Wohlan! Ich und du, wir wollen einen Vertrag schließen, und dieser mag Zeuge zwischen mir und dir sein!«

31:45 Da nahm Jakob einen Steinblock und richtete ihn als Denkstein auf.

 

Zeugen des Vertrags

31:46 Jakob sprach zu seinen Sippengenossen: »Sammelt Feldsteine!« Sie taten es, errichteten einen Steinhügel und hielten auf ihm ein Mahl.

31:47 Laban nannte ihn »Jegar sahaduta«, und Jakob nannte ihn »Gal ed« (Zeugenhügel).

31:48 Jetzt sprach Laban: »Dieser Hügel soll Zeuge sein zwischen mir und dir am heutigen Tage!« Daher nannte er ihn Zeugenhügel

31:49 und ebenso auch »Mizpa« (Warte), indem er sprach: »Der Herr soll Wache halten zwischen mir und dir, wenn wir uns nicht mehr sehen!

31:50 Wenn du meine Töchter schlecht behandelst und zu ihnen noch andere Frauen nimmst, dann ist zwar kein Mensch bei uns, aber Gott ist Zeuge zwischen mir und dir.«

31:51 Weiter sprach Laban zu Jakob: »Siehe, dieser Steinhügel und dieser Denkstein, den ich zwischen mir und dir aufgerichtet habe, -

31:52 ein Zeuge sei dieser Steinhügel, und Zeuge sei dieser Denkstein, daß ich diesen Steinhügel gegen dich nicht überschreiten werde und daß auch du ihn und diesen Denkstein gegen mich nicht überschreiten wirst in böser Absicht.

31:53 Der Gott Abrahams und der Gott Nachors seien Richter zwischen uns [Gottheiten ihrer Väter]!« Da leistete Jakob einen Eid bei dem Schrecken seines Vaters Isaak.

31:54 Jakob brachte auf dem Berge ein Opfer dar und lud seine Sippengenossen zur Mahlzeit ein. Sie hielten das Mahl und übernachteten auf dem Berge.

 

Genesis 32

Gottes Heerlager

32:1 Am frühen Morgen stand Laban auf, küßte seine Enkelkinder und Töchter und sprach Segenswünsche. Dann kehrte Laban in seine Heimat zurück.

32:2 Jakob aber ging seines Weges weiter, und es begegneten ihm Gottesboten.

32:3 Als Jakob sie erblickte, rief er aus: »Ein Heerlager Gottes ist das!« Er nannte diesen Ort »Machanajim« (Doppellager).

 

Die Boten an Esau

32:4 Jakob sandte Boten vor sich her zu seinem Bruder Esau in das Land Seir, das Gefilde Edoms,

32:5 und trug ihnen dieses auf: »So sollt ihr zu meinem Herrn Esau sprechen: >So spricht dein Knecht Jakob: Bei Laban habe ich als Fremdling geweilt und mich dort bis jetzt aufgehalten.

32:6 Rinder, Esel, Kleinvieh, Knechte und Mägde habe ich mir erworben. Ich sende meinem Herrn diese Botschaft, um Gnade in deinen Augen zu finden.«

32:7 Die Boten kehrten zu Jakob mit der Meldung zurück: »Wir sind zu deinem Bruder Esau gegangen; er kommt dir entgegen, und vierhundert Mann führt er mit sich.«

32:8 Da fürchtete sich Jakob gar sehr, hatte Angst und teilte seine Leute, sein Kleinvieh, sein Großvieh und die Kamele in zwei Lager.

32:9 Er überlegte nämlich: Wenn Esau über das eine Lager herfällt und es schlägt, dann rettet sich das andere.

 

Jakobs Gebet

32:10 Jakob betete: »Du Gott meines Vaters Abraham und Gott meines Vaters Isaak, Herr, der du zu mir gesagt hast: >Kehre heim in dein Land und zu deiner Verwandtschaft, ich will dir Gutes erweisem,

32:11 zu gering bin ich für all die Hulderweisungen und die Treue, die du deinem Knechte gezeigt hast. Nur mit meinem Stab habe ich den Jordan überschritten, und jetzt bin ich Besitzer von zwei Wanderlagern geworden.

32:12 Errette mich doch aus der Hand meines Bruders, aus der Hand Esaus; denn ich fürchte, daß er daherkommt, mich zu erschlagen, die Mutter mitsamt den Kindern.

32:13 Du hast ja selber gesagt: >Ich will dir nur Gutes erweisen, und deine Nachkommenschaft will ich vermehren wie Sand am Meere, den man wegen seiner Menge nicht zählen kann.«

 

Geschenke

32:14 Jakob blieb in jener Nacht dort. Er nahm von allem, was in seinem Besitz war, Geschenke für seinen Bruder Esau:

32:15 Zweihundert Ziegen mit zwanzig Böcken, zweihundert Mutterschafe mit zwanzig Widdern,

32:16 dreißig säugende Kamelstuten mit ihren Jungen, vierzig Kühe mit zehn Stieren, zwanzig Eselinnen und zehn Eselhengste.

32:17 Er übergab sie seinen Knechten, Herde für Herde gesondert. Dann sprach er zu ihnen: »Zieht vor mir her und haltet breite Abstände zwischen den einzelnen Herden!«

32:18 Er gebot dem ersten: »Falls dir mein Bruder Esau begegnet und dich fragt: >Zu wem gehörst du, und wohin gehst du, und wem gehören diese Tiere da?<,

32:19 dann sollst du sagen: >Deinem Knechte Jakob. Ein Geschenk soll es sein für meinen Herrn Esau; siehe, er selbst kommt hinter uns.<«

32:20 Dasselbe gebot er auch dem zweiten und dem dritten und all denen, die hinter den Herden hergingen: »In diesem Sinne sollt ihr zu Esau reden, wenn ihr ihn trefft:

32:21 >Dein Knecht Jakob kommt hinter uns her.« Er dachte nämlich: »Ich will sein Antlitz durch das Geschenk, das vor mir hergeht, versöhnen. Danach will ich ihn zu Gesicht bekommen; vielleicht wird er mir gewogen sein!«

32:22 Das Geschenk zog vor ihm her, er selbst blieb in jener Nacht im Lager.

 

Nächtlicher Ringkampf

32:23 Noch in jener Nacht erhob er sich, nahm seine beiden Frauen, seine beiden Mägde und seine elf Kinder und durchschritt die Furt des Jabbok.

32:24 Er nahm sie und setzte sie über den Fluß, desgleichen schaffte er all sein Eigentum hinüber.

32:25 Jakob blieb für sich allein zurück. Da führte ein Mann einen Ringkampf mit ihm bis zum Beginn der Morgenröte.

32:26 Als dieser merkte, daß er ihn nicht besiegen konnte, schlug er auf die Gelenkpfanne an seiner Hüfte. Da wurde das Hüftgelenk Jakobs ausgerenkt, während er mit ihm rang.

32:27 Jener sprach: »Laß mich los; denn die Morgenröte steigt auf!« Dieser antwortete: »Ich lasse dich nicht, es sei denn, du segnest mich!«

32:28 Darauf der andere: »Wie heißt du?« Er antwortete: »Jakob!«

32:29 Jener fuhr fort: »Nicht Jakob, sondern Israel soll fürderhin dein Name sein; denn mit Gott und mit Menschen hast du gestritten und dabei den Sieg erfochten.«

32:30 Nun fragte Jakob: »Tu mir auch deinen Namen kund!« Jener erwiderte: »Warum fragst du mich nach meinem Namen?« Er segnete ihn daselbst.

32:31 Jakob nannte dieses Ortes Namen »Penuel« (Gottes Angesicht); »denn ich habe Gott von Angesicht zu Angesicht gesehen, und mein Leben ist doch erhalten geblieben.«[31]

32:32 Die Sonne ging eben auf, als er durch Penuel hindurchschritt; er hinkte an seiner Hüfte.

32:33 Darum essen die Kinder Israels bis zum heutigen Tag die Sehne nicht, die über dem Hüftgelenk liegt, weil er Jakobs Hüftgelenk an der Sehne geschlagen hat.

 

Genesis 33

Die Aussöhnung

33:1 Jakob blickte auf, und siehe, Esau kam mit vierhundert Mann heran. Er verteilte die Kinder auf Lea und Rachel und die beiden Mägde.

33:2 Die Mägde mit ihren Kindern stellte er an die Spitze, dahinter Lea mit ihren Kindern und zuletzt Rachel mit Joseph.

33:3 Er selbst schritt ihnen voran, verneigte sich siebenmal zur Erde und kam so näher an seinen Bruder heran.

33:4 Esau lief ihm entgegen, umarmte ihn, fiel ihm um den Hals und küßte ihn. Sie weinten.

33:5 Er erhob seine Augen, erblickte die Frauen mit ihren Kindern und fragte: »Wer sind diese dort in deiner Begleitung?« Er antwortete: »Es sind die Kinder, die Gottes Güte deinem Knecht geschenkt hat.«

33:6 Da traten die Mägde samt ihren Kindern näher heran und verneigten sich.

33:7 Lea kam ebenfalls mit ihren Kindern, und sie verneigte sich; zum Schluß kam auch Joseph mit Rachel, und sie verneigten sich.

33:8 Er fragte: »Was hat denn dieser ganze Lagerzug, auf den ich gestoßen bin, zu bedeuten?« Jener antwortete: »Ich tat's, um Gnade vor meinem Herrn zu finden.«

33:9 Esau sagte: »Ich habe ja viel Besitz, lieber Bruder; behalte doch, was dein ist!«

33:10 Jakob antwortete: »Nicht doch; wenn ich Gnade vor dir gefunden habe, so nimm doch mein Geschenk von mir an; denn ich habe dein Angesicht geschaut, wie man Gottes Angesicht schaut; und du bist gnädig zu mir gewesen.

33:11 Nimm doch also mein Begrüssungsgeschenk an, das dir überbracht wurde! Gott hat sich mir gnädig erwiesen. Ich hab vollauf genug.« So drängte er ihn, bis er es annahm.

33:12 Darauf sagte er: »Wir wollen aufbrechen und weiterwandern; ich will dir zur Seite herziehen!«

33:13 Doch jener erwiderte ihm: »Mein Herr weiß, daß die Kinder noch empfindlich sind. Auch säugendes Kleinvieh und säugende Rinder sind noch bei mir. Treibt man sie zu rasch an, auch nur eine Tagereise weit, dann würde alles Vieh sterben.

33:14 Mein Herr möge doch vor seinem Knechte herziehen! Ich will mich gemächlich weiterbewegen nach dem Schritt meines vor mir trabenden Viehes und nach dem Schritt der Kinder, bis ich zu meinem Herrn nach Seir komme.«

33:15 Esau sprach: »Ich will dir wenigstens einige von meinen Leuten zugesellen!« Er antwortete: »Wozu das? Möge ich doch Zustimmung finden bei meinem Herrn!«

33:16 An jenem Tage kehrte Esau von seinem Wege um in Richtung auf Seir.

33:17 Jakob brach auf nach Sukkot und baute dort für sich ein Haus; und für sein Vieh errichtete er Hütten, darum nennt man jenen Ort »Sukkot« (Hütten).

33:18 Jakob kam nach [Salim, der Stadt des] Sichem, die im Lande Kanaan liegt, als er aus Paddan-Aram zurückkehrte. Er schlug bei der Stadt ein Lager auf.

33:19 Er erwarb das Grundstück, auf dem er sein Zelt ausgespannt hatte, für hundert Kesita von den Söhnen Chamors, des Vaters Sichems.

33:20 Dort erbaute er einen Altar und nannte ihn »El ist der Gott Israels«.

 

Genesis 34

Schande über Dina

34:1 Dina, die Tochter Leas, welche diese dem Jakob geboren hatte, ging hinaus, um nach den Töchtern des Landes Ausschau zu halten.

34:2 Sichem, der Sohn des Chiwwiters Chamor, des Landesfürsten, erblickte sie, nahm sie, legte sich zu ihr und vergewaltigte sie.

34:3 Sein Herz aber hing an Dina, der Jakobstochter. Er liebte das Mädchen und redete ihm zu Herzen.

34:4 Sichem sprach zu seinem Vater Chamor: »Wirb für mich um dieses Mädchen als Frau!«

34:5 Jakob hörte davon, daß er seine Tochter Dina entehrt habe. Seine Söhne waren gerade bei dem Vieh auf dem Felde. Darum schwieg Jakob dazu, bis sie zurückkamen.

34:6 Chamor, der Vater Sichems, kam, um mit Jakob zu reden.

34:7 Als Jakobs Söhne vom Felde heimkehrten, hörten sie es. Sie fühlten sich gekränkt und gerieten in gewaltigen Zorn; denn er hatte begangen, was in Israel als Schandtat gilt, indem er der Tochter Jakobs beiwohnte. Solches durfte nicht geschehen.

34:8 Chamor redete mit ihnen folgendermaßen: »Mein Sohn Sichem hängt an eurer Tochter; gebt sie ihm also zur Frau!

34:9 Verschwägert euch mit uns; eure Töchter gebt uns, und unsere Töchter nehmt euch!

34:10 Wohnt bei uns! Das Land steht zu eurer Verfügung; bleibt, treibt Handel in ihm, und setzt euch darin fest!«

34:11 Sichem sprach zu ihrem Vater und ihren Brüdern: »Möge ich Gnade vor euch finden! Was immer ihr von mir verlangt, will ich geben!

34:12 Fordert nur ein recht hohes Heiratsgeld und Geschenke; ich will geben, was ihr von mir verlangt; gebt mir nur das Mädchen zur Frau!«

 

Beschneidung der Sichemiten

34:13 Jakobs Söhne gaben dem Sichem und seinem Vater Chamor eine hinterhältige Antwort, und zwar deshalb, weil er ihre Schwester Dina entehrt hatte.

34:14 Sie sprachen zu ihnen: »Unmöglich können wir uns darauf einlassen, unsere Schwester einem unbeschnittenen Manne zu geben; denn eine Schande wäre das für uns!

34:15 Nur unter der einen Bedingung willfahren wir euch, daß ihr so werdet wie wir, und daß alles Männliche bei euch beschnitten wird.

34:16 Dann werden wir unsere Töchter euch geben und eure Töchter uns nehmen. Wir werden bei euch wohnen und zu einem Volke verschmelzen.

34:17 Wenn ihr aber uns bezüglich der Beschneidung nicht zustimmt, so nehmen wir unsere Tochter wieder und ziehen weg.«

34:18 Ihre Worte gefielen Chamor und Sichem, seinem Sohne.

34:19 Der junge Mann zögerte nicht, dies auszuführen; denn ihm gefiel Jakobs Tochter, und er war der Angesehenste von allen in seines Vaters Haus.

34:20 Chamor und Sichem, sein Sohn, kamen zum Stadttor und redeten zu den Männern ihrer Stadt:

34:21 »Jene Leute sind uns gegenüber friedlich; sie mögen im Lande wohnen und darin Handel treiben; das Land ist ja nach beiden Seiten hin ausgedehnt genug für sie; wir wollen ihre Töchter zu Frauen nehmen und ihnen unsere Töchter geben!

34:22 Jedoch nur unter der Bedingung sind diese Männer mit unserem Vorschlag einverstanden, bei uns zu wohnen und sich mit uns zu einem Volke zu verschmelzen, daß sich alles Männliche bei uns beschneiden läßt, wie sie auch selbst beschnitten sind.

34:23 Werden nicht ihre Herden, ihr Besitz und all ihr Vieh uns gehören? Willfahren wir ihnen nur; dann lassen sie sich bei uns nieder.«

34:24 Alle, die zu ihrem Stadttore gekommen waren, hörten auf Chamor und seinen Sohn Sichem. So ließen sich alle Männer beschneiden, alle, die zum Stadttor kamen.

 

Simeons und Levis Freveltat

34:25 Am dritten Tage aber, als sie wundkrank waren, kamen die beiden Jakobssöhne Simeon und Levi, die Brüder der Dina, jeder mit seinem Schwerte. Sie überfielen die ahnungslose Stadt und ermordeten alles Männliche.[32]

34:26 Den Chamor und seinen Sohn Sichem erschlugen sie mit der Schärfe des Schwertes. Sie holten Dina aus Sichems Hause und gingen davon.

34:27 Die Söhne Jakobs fielen über die Erschlagenen her und plünderten die Stadt, weil man ihre Schwester entehrt hatte.

34:28 Ihr Kleinvieh, ihr Großvieh, ihre Esel und alles, was in der Stadt und auf dem Felde war, nahmen sie mit.

34:29 All ihre Habe, alle ihre Kinder und ihre Frauen führten sie als Beutestücke fort. Sie plünderten alles, was in den Häusern war.

34:30 Jakob sprach zu Simeon und Levi: »Ihr bringt mich ins Unglück, da ihr mich bei den Kanaanitern und Perissitern, den Landeseinwohnern, verhaßt gemacht habt. Wir sind ja nur klein an Zahl; sie werden sich gegen mich zusammenrotten und mich erschlagen, und ich werde samt meinem Hause vernichtet.«

34:31 Sie antworteten darauf: »Durfte er denn unsere Schwester wie eine Dirne behandeln?«

 

Genesis 35

Rückkehr nach Betel

35:1 Gott sprach zu Jakob: »Auf! Ziehe nach Betel hinauf, bleibe dort und errichte daselbst einen Altar dem Gott, der dir erschien, als du vor deinem Bruder Esau flohst!«

35:2 Jakob sagte zu seiner Familie und all seinen Begleitern: »Entfernt die fremden Götterbilder aus eurer Mitte; reinigt euch und wechselt eure Kleider!

35:3 Wir wollen uns aufmachen und nach Betel ziehen! Ich will dort Gott, der mich am Tage meiner Bedrängnis erhört hat, einen Altar errichten. Er war mit mir auf dem Wege, den ich gewandert bin.«

35:4 Sie übergaben dem Jakob alle fremden Götterbilder, die sie bei sich hatten, und auch die Ringe in ihren Ohren. Jakob verscharrte sie unter der Eiche, die bei Sichem stand.

35:5 Dann brachen sie auf. Ein Gottesschrecken aber kam über die Städte ringsum. Ihre Bewohner verfolgten die Söhne Jakobs nicht.

35:6 Jakob kam nach Lus im Lande Kanaan, das ist Betel, er und alle Leute, die zu ihm gehörten.

35:7 Dort baute er einen Altar. Er nannte die Stätte »Gott von Betel«; denn dort hatte Gott sich ihm geoffenbart, als er vor seinem Bruder floh.

35:8 Dort starb Debora, die Amme der Rebekka. Sie wurde unterhalb von Betel unter der Eiche begraben. Er nannte deshalb ihren Namen »Klageeiche [Träneneiche]«.

 

Gotteserscheinung

35:9 Gott erschien dem Jakob wiederum, als er von Paddan-Aram kam, und er segnete ihn.

35:10 Gott sprach zu ihm: »Dein Name ist Jakob. Doch soll fürderhin dein Name nicht mehr Jakob genannt werden, sondern Israel soll dein Name sein!« Und er nannte seinen Namen Israel.

35:11 Gott sprach zu ihm: »Ich bin der Allmächtige! Sei fruchtbar und zahlreich! Ein Volk, ja eine Schar von Völkern, soll aus dir hervorgehen, und Könige sollen von dir abstammen!

35:12 Das Land, das ich dem Abraham und Isaak geschenkt habe, will ich dir geben, und zwar deinen Nachkommen werde ich das Land schenken.«

35:13 Dann fuhr Gott von ihm weg, empor von der Stätte, an der er mit ihm geredet hatte.

35:14 Jakob richtete an jenem Ort, da er mit ihm gesprochen, eine Säule auf, ein Denkmal aus Stein. Er brachte darauf ein Trankopfer dar und goß Öl darüber.

35:15 Jakob nannte die Stätte, an der Gott mit ihm gesprochen hatte, »Betel«.

 

Geburt Benjamins. Rachels Tod

35:16 Sie brachen von Betel auf, und es war noch ein Stück weit bis Ephrat, da gebar Rachel. Sie hatte eine schwere Geburt.

35:17 In ihren Geburtsnöten sprach die Hebamme zu ihr: »Sei unverzagt, auch diesmal hast du einen Sohn!«

35:18 Als dann ihr Lebensodem entfloh - sie starb nämlich -, nannte sie seinen Namen »Benoni« (Sohn meines Unheils). Sein Vater aber nannte ihn »Benjamin« (Sohn des Glückes).

35:19 Rachel starb und wurde auf dem Wege nach Ephrat, d.h. Bethlehem, begraben,

35:20 Jakob errichtete einen Gedenkstein auf ihrem Grabe. Das ist der Gedenkstein auf dem Rachelgrabe bis auf den heutigen Tag.

 

Rubens Verbrechen

35:21 Israel brach auf und schlug sein Zelt jenseits von Migdal-Eder auf.

35:22 Während Israel in diesem Lande wohnte, kam Ruben und legte sich zu Bilha, der Nebenfrau seines Vaters. Israel hörte davon...

35:23 Der Söhne Jakobs aber waren es zwölf. Die Söhne der Lea: Ruben, der Erstgeborene Jakobs, Simeon, Levi, Juda, Issachar und Sebulun.

35:24 Die Söhne Rachels: Joseph und Benjamin.

35:25 Die Söhne Bilhas, der Magd Rachels: Dan und Naphtali.

35:26 Die Söhne Silpas, der Magd Leas: Gad und Aser. Das sind die Jakobssöhne, die diesem in Paddan-Aram geboren wurden.

 

Isaaks Tod und Begräbnis

35:27 Jakob kam zu seinem Vater Isaak nach Mamre, nach Kirjat-Arba, d.h. Hebron, wo Abraham und Isaak als Fremdlinge geweilt hatten.

35:28 Die Lebenszeit Isaaks betrug einhundertachtzig Jahre.

35:29 Dann verschied Isaak. Er starb und wurde zu seiner Stammessippe versammelt, alt und satt an Lebenstagen. Seine Söhne Esau und Jakob begruben ihn.

 

Genesis 36

Esaus Nachkommen und sein Wegzug in das Land Seir

36:1 Dies ist der Stammbaum des Esau, d.h. Edoms:

36:2 Esau nahm sich seine Frauen aus den Töchtern Kanaans, nämlich Ada, die Tochter des Hethiters Elon, und Oholibama, die Tochter Anas, des Sohnes des Hiwwiters Zibon,

36:3 dazu Basmat, Ismaels Tochter, Nebajots Schwester.

36:4 Ada gebar dem Esau den Eliphas, Basmat den Reuel.

36:5 Oholibama gebar den Jeusch, den Jalam und den Korach. Dies sind Esaus Söhne, die ihm im Lande Kanaan geboren wurden.

36:6 Esau nahm seine Frauen, seine Söhne und Töchter, alle Leute seines Hauses, seinen Besitz, all sein Vieh und seine ganze Habe, die er im Lande Kanaan erworben hatte, und zog in das Land Seir, von seinem Bruder Jakob fort.

36:7 Denn ihr Besitz war zu groß, als daß sie zusammen wohnen konnten. Nicht vermochte das Land, worin sie als Fremdlinge weilten, sie zu ertragen, infolge ihres großen Besitztums.

36:8 So wurde Esau auf dem Gebirge Seir seßhaft. Esau heißt Edom.

36:9 Dies ist Esaus Stammbaum, des Vaters Edoms auf dem Gebirge Seir:

36:10 Dies sind die Namen der Söhne Esaus: Eliphas, der Sohn der Ada, die Esaus Frau war; Reuel, der Sohn der Basmat, der Frau Esaus.

36:11 Eliphas' Söhne waren: Teman, Omar, Zepho, Gatam und Kenas.

36:12 Timna aber war eine Nebenfrau des Eliphas, des Sohnes Esaus. Sie gebar dem Eliphas den Amalek. Dies sind die Söhne der Ada, der Frau des Esau.

36:13 Dies sind des Reuel Söhne: Nachat, Serach, Schamma und Missa; dies waren die Söhne der Basmat, der Frau Esaus.

36:14 Und dies sind die Söhne der Oholibama, der Tochter Anas, des Sohnes Zibons, die Esaus Frau war: sie gebar dem Esau den Jeusch, den Jalam und den Korach.

 

Häuptlinge

36:15 Dies sind die Häuptlinge der Söhne Esaus: Die Söhne des Eliphas, des Erstgeborenen Esaus: Der Häuptling Teman, der Häuptling Omar, der Häuptling Zepho, der Häuptling Kenas,

36:16 der Häuptling Korach, der Häuptling Gatam, der Häuptling Amalek. Das sind die Häuptlinge des Eliphas im Lande Edom; es sind der Ada Söhne.

36:17 Dies sind die Söhne des Reuel, des Sohnes Esaus: Der Häuptling Nachat, der Häuptling Serach, der Häuptling Schamma, der Häuptling Missa. Das sind die Häuptlinge des Reuel im Lande Edom; es sind die Söhne der Basmat, der Frau Esaus.

36:18 Dies sind die Söhne der Oholibama, der Frau Esaus: Der Häuptling Jeusch, der Häuptling Jalam, der Häuptling Korach. Dies sind die Häuptlinge der Oholibama, Anas Tochter, die Esaus Frau war.

36:19 Das waren Esaus Söhne und deren Häuptlinge. Das ist Edom.

 

Horiter

36:20 Dies sind des Horiters Seir Söhne, die Ureinwohner des Landes: Lotan, Schobal, Zibon, Ana,

36:21 Dischon, Ezer und Dischan. Dies sind die Häuptlinge der Horiter, Seirs Söhne im Lande Edom.

36:22 Die Söhne Lotans waren Chori und Hemam; die Schwester Lotans aber war Timna.

36:23 Dies sind die Söhne Schobals: Alwan, Manachat, Ebal, Schepho und Onam.

36:24 Dies sind die Söhne Zibons: Aja und Ana. Das ist jener Ana, der das Wasser in der Steppe fand, als er die Esel seines Vaters Zibon weidete.

36:25 Dies sind die Kinder des Ana: Dischon sowie Oholibama, die Tochter Anas.

36:26 Dies sind die Söhne des Dischon: Chemdan, Eschban, Jitran und Keran.

36:27 Das sind die Söhne Ezers: Bilhan, Saawan und Jaakan.

36:28 Dies sind die Söhne Dischans: Uz und Aran.

 

Häuptlinge der Horiter

36:29 Das sind die Häuptlinge der Horiter: Der Häuptling Lotan, der Häuptling Schobal, der Häuptling Zibon, der Häuptling Ana,

36:30 der Häuptling Dischon, der Häuptling Ezer und der Häuptling Dischan. Dies sind die Häuptlinge der Horiter nach ihren Sippen im Lande Seir.

 

Edoms Könige

36:31 Dies sind die Könige, die im Lande Edom regiert haben, bevor ein König der Israeliten regierte:

36:32 Es war ein König Bela in Edom, des Beor Sohn, und seine Stadt hieß Dinhaba.

36:33 Bela starb; da wurde für ihn Jobab König, der Sohn des Serach, aus Bozra.

36:34 Jobab starb; da wurde für ihn Chuscham aus dem Lande der Temaniter König.

36:35 Chuscham starb; da wurde für ihn Hadad, des Bedad Sohn, König, der Midian auf dem Gefilde von Moab schlug. Seine Stadt hieß Awit.

36:36 Hadad starb; da wurde für ihn Samla von Masreka König.

36:37 Samla starb; da wurde für ihn Schaul aus Rechobot am Euphrat König.

36:38 Schaul starb; da wurde für ihn Baal-Chanan, des Achbor Sohn, König.

36:39 Baal-Chanan, des Achbor Sohn, starb; da wurde für ihn Hadad König. Seine Stadt hieß Pa'u, und seine Frau war Mehetabel, des Matred Tochter, des Sohnes des Mesahab.

 

Häuptlinge Esaus

36:40 Dies sind die Namen der Häuptlinge Esaus nach ihren Sippen, nach ihren Orten und ihren Namen: der Häuptling Timna, der Häuptling Alwa, der Häuptling Jetet,

36:41 der Häuptling Oholibama, der Häuptling Ela, der Häuptling Pinon,

36:42 der Häuptling Kenas, der Häuptling Teman, der Häuptling Mibzar,

36:43 der Häuptling Magdiel, der Häuptling Iram. Das sind Edoms Häuptlinge nach ihren Wohnsitzen im Lande ihres Besitzes. Das ist Esau, der Vater der Edomiter.

 

Genesis 37

Joseph und seine Brüder

37:1 Jakob wohnte in dem Lande, wo sein Vater als Schutzbürger geweilt hatte, im Lande Kanaan.[33]

37:2 Dies aus der Stammesgeschichte Jakobs: Joseph, siebzehn Jahre alt, weidete mit seinen Brüdern das Kleinvieh - er war noch sehr jung, - und zwar mit den Söhnen der Bilha und den Söhnen der Silpa, der Frauen seines Vaters. Alle üblen Gerüchte über sie brachte er vor ihren Vater.

37:3 Israel aber liebte den Joseph mehr als seine anderen Söhne; denn er war ihm ein Sohn des Greisenalters. Er ließ ihm ein Ärmelkleid anfertigen.

37:4 Die Brüder aber sahen, daß ihr Vater ihn lieber hatte als alle seine Brüder. Sie haßten ihn und konnten mit ihm kein gutes Wort mehr reden.

 

Der Träumer

37:5 Joseph hatte einmal einen Traum; er erzählte ihn seinen Brüdern, und sie haßten ihn daraufhin noch mehr.

37:6 Er sprach zu ihnen: »Hört, was ich geträumt habe:

37:7 Wir banden Garben mitten auf dem Felde; da richtete sich meine Garbe auf, und sie stand; eure Garben aber stellten sich ringsum und verneigten sich tief vor meiner Garbe.«

37:8 Seine Brüder erwiderten ihm: »Willst du wohl König über uns werden? Willst du über uns Herrschermacht ausüben?« Sie haßten ihn noch mehr wegen seines Traumes und seiner Reden.

37:9 Er hatte noch einen anderen Traum, den er seinen Brüdern erzählte: »Hört, ich hatte noch einen anderen Traum: Die Sonne, der Mond und elf Sterne haben sich tief vor mir verneigt.«

37:10 Da er dies seinem Vater und seinen Brüdern erzählte, schalt ihn sein Vater und sagte zu ihm: »Was hat das zu bedeuten, was du träumtest? Sollen etwa ich, deine Mutter und deine Brüder herankommen und uns vor dir auf den Boden werfen?«

37:11 Seine Brüder wurden auf ihn eifersüchtig; es merkte sich aber sein Vater die Sache. (Apg 7,9)

 

Verkauf Josephs

37:12 Da zogen seine Brüder fort, um das Vieh ihres Vaters bei Sichem zu weiden.

37:13 Da sagte Israel zu Joseph: »Weiden deine Brüder nicht zu Sichem das Vieh? Mache dich auf, ich will dich zu ihnen schicken!« Er erwiderte ihm: »Ich bin bereit!«

37:14 Er sprach zu ihm: »Gehe doch, schau einmal, wie es mit deinen Brüdern und mit den Schafen steht, und bringe mir darüber Nachricht!« Er sandte ihn aus dem Tal von Hebron weg, und jener kam nach Sichem.

37:15 Als er auf dem Gefilde umherirrte, traf ihn ein Mann. Der Mann fragte ihn: »Was suchst du?«

37:16 Er antwortete: »Ich suche meine Brüder; sage mir doch, wo sie jetzt gerade ihr Vieh hüten!«

37:17 Der Mann sprach: »Sie sind von hier weggezogen; denn ich hörte sie reden: >Wir wollen nach Dotan ziehen!<« Joseph folgte seinen Brüdern und fand sie in Dotan.

37:18 Sie sahen ihn von ferne, doch bevor er sich ihnen näherte, berieten sie einen hinterlistigen Anschlag, ihn umzubringen.

37:19 Sie sprachen zueinander: »Seht, da kommt dieser Träumer!

37:20 Jetzt aber los! Wir wollen ihn umbringen, in eine der Zisternen werfen und dann sagen: >Ein wildes Tier hat ihn gefressen.< Dann wollen wir sehen, was aus seinen Träumereien wird!«

37:21 Das hörte Ruben. Er wollte ihn aus ihrer Hand retten und sprach: »Wir wollen ihn nicht ums Leben bringen!«

37:22 Ruben sprach zu ihnen: »Vergießt kein Blut, werft ihn in diese Zisterne hier in der Steppe, legt aber nicht Hand an ihn!« Er wollte ihn aus ihrer Hand retten, um ihn seinem Vater zurückzubringen.

37:23 Als Joseph nun bei seinen Brüdern ankam, zogen sie ihm den Rock aus, den Ärmelrock, den er anhatte.

37:24 Dann nahmen sie ihn und warfen ihn in die Zisterne; diese aber war leer, sie enthielt kein Wasser.

37:25 Sie setzten sich nieder, um zu essen. Als sie nun ihre Augen erhoben, siehe, da kam eine Ismaeliterkarawane aus Gilead. Ihre Kamele trugen Tragakant, Mastix und Ladanum; sie war auf der Reise nach Ägypten.

37:26 Da sprach Juda zu seinen Brüdern: »Welchen Gewinn haben wir, wenn wir unseren Bruder totschlagen und die Bluttat an ihm verheimlichen?

37:27 Kommt, verkaufen wir ihn den Ismaelitern; unsere Hand komme aber nicht über ihn; denn er ist unser Bruder und unser Fleisch!« Seine Brüder hörten auf ihn.

37:28 Als nun midianitische Kaufleute vorbeikamen, zogen sie Joseph heraus und holten ihn aus der Zisterne hervor. Sie verkauften Joseph den Ismaelitern um zwanzig Silberstücke. Diese brachten den Joseph nach Ägypten.

37:29 Ruben kehrte zur Zisterne zurück; Joseph aber war nicht mehr darin. Da zerriß er seine Kleider,

37:30 kam wieder zu seinen Brüdern und sprach: »Der Knabe ist nicht mehr da, und ich, wohin soll ich gehen?«

 

Der trauernde Vater

37:31 Sie nahmen Josephs Gewand, schlachteten einen Ziegenbock und tauchten es ins Blut.

37:32 Sie sandten den Ärmelrock und ließen ihn ihrem Vater bringen und ihm sagen: »Dies da haben wir gefunden, schau her, ob es deines Sohnes Gewand ist oder nicht!«

37:33 Der schaute genau hin und rief aus: »Meines Sohnes Gewand! Ein wildes Tier hat ihn gefressen; zerrissen, zerrissen ist Joseph!«

37:34 Jakob zerriß sein Gewand, gürtete einen Trauerschurz um die Hüften und hielt lange Zeit Trauer um seinen Sohn.

37:35 Alle seine Söhne und Töchter versuchten, ihn zu trösten. Er aber wollte sich nicht trösten lassen und sprach: »In Trauer will ich zu meinem Sohn hinabsteigen ins Totenland!« So beweinte ihn sein Vater.

37:36 Die Midianiter aber verkauften Joseph nach Ägypten an Potiphar, einen Hofbeamten des Pharao, den Obersten der Leibwache.

 

Genesis 38

Schwagerehe

38:1 Um jene Zeit geschah es, daß Juda die Gemeinschaft seiner Brüder verließ und sein Zelt neben einem Manne aus Adullam, namens Chira, aufschlug.[34]

38:2 Dort sah Juda die Tochter eines Kanaaniters, namens Schua; er nahm sie zur Frau und ging zu ihr ein.

38:3 Sie empfing, und gebar einen Sohn und nannte ihn Er.

38:4 Wiederum empfing sie, gebar einen Sohn und nannte ihn Onan.

38:5 Sodann gebar sie noch einen weiteren Sohn und nannte ihn Schela. Sie befand sich in Kesib, als sie ihn gebar.

38:6 Juda nahm eine Frau für seinen Erstgeborenen Er. Diese hieß Tamar.

38:7 Er, der Erstgeborene des Juda, mißfiel dem Herrn, und er ließ ihn daher sterben.

38:8 Juda sprach zu Onan: »Gehe zur Frau deines Bruders, vollziehe mit ihr die Schwagerehe und erwecke deinem Bruder Nachkommenschaft!«

38:9 Onan wußte, daß die Nachkommenschaft nicht ihm gehören werde. Sooft er also zur Witwe seines Bruders ging, ließ er den Samen zur Erde fallen, um nicht seinem Bruder Nachkommenschaft zu schenken.

38:10 Sein Tun mißfiel dem Herrn, und er ließ auch ihn sterben.

38:11 Dann sprach Juda zu seiner Schwiegertochter Tamar: »Bleibe als Witwe im Hause deines Vaters, bis mein Sohn Schela herangewachsen ist.« Er wollte nämlich verhindern, daß auch dieser sterbe wie seine Brüder. Tamar ging fort und blieb im Hause ihres Vaters wohnen.

 

Tamars Sünde

38:12 Längere Zeit verstrich, da starb die Tochter Schuas, Judas Frau. Als er sich darüber getröstet hatte, ging er zur Schafschur nach Timna hinauf, er und sein Freund Chira aus Adullam.

38:13 Tamar wurde berichtet, ihr Schwiegervater wollte nach Timna hinauf zur Schafschur;

38:14 da legte sie ihre Witwenkleidung ab, bedeckte sich mit einem Schleier und verhüllte sich. Dann setzte sie sich an den Eingang von Enajim auf dem Weg nach Timna. Sie hatte nämlich gesehen, daß Schela erwachsen war, und doch hatte man sie ihm nicht zur Frau gegeben.

38:15 Juda sah sie und hielt sie für eine Dirne; denn sie hatte ihr Angesicht verhüllt.

38:16 Er bog vom Weg ab und sagte: »Gestatte, daß ich zu dir komme!« Denn er wußte nicht, daß sie seine Schwiegertochter war. Sie sprach: »Was gedenkst du mir zu geben, wenn du zu mir kommen darfst?«

38:17 Er antwortete: »Ein Ziegenböcklein werde ich dir von der Herde schicken.« Sie sprach: »Du mußt mir aber ein Pfand geben, bis du es schickst.«

38:18 Er erwiderte: »Was soll ich dir als Pfand geben?« Sie sagte: »Deinen Siegelring, deine Schnur und deinen Stab, den du in deiner Hand hast.« Er gab es ihr, wohnte ihr bei, und sie empfing von ihm.

38:19 Sie erhob sich und ging weiter. Dann legte sie ihren Schleier ab und zog wieder ihre Witwentracht an.

 

Pfandeinlösung

38:20 Juda aber sandte das Ziegenböcklein durch seinen Freund Adullam, um von der Frau das Pfand einzulösen; der aber fand sie nicht.

38:21 Er fragte die ortsansässigen Leute: »Wo ist die Dirne, die in Enajim am Wege saß?« Man antwortete ihm: »Hier ist überhaupt keine Dirne gewesen.«

38:22 Er kehrte zu Juda zurück und erteilte die Auskunft: »Ich habe sie nicht gefunden; auch die Ortsbewohner meinten, es sei hier überhaupt keine Dirne gewesen.«

38:23 Juda sagte darauf: »Mag sie es für sich behalten! Sonst geben wir uns der Verachtung preis. Ich habe ja dies Böcklein geschickt; du aber hast sie nicht gefunden.«

 

Auf den Scheiterhaufen

38:24 Nach Ablauf von drei Monaten erhielt Juda die Nachricht, daß seine Schwiegertochter Tamar Unzucht getrieben habe; sie sei hierdurch schwanger geworden. Juda sprach: »Führt sie hinaus, daß sie verbrannt werde!«

38:25 Als sie hinausgeführt wurde, sandte sie zu ihrem Schwiegervater und ließ ihm sagen: »Von dem Manne, dem diese Sachen gehören, bin ich schwanger.« Sie sagte weiter: »Schau sie dir genau an! Wem gehören der Siegelring, die Schnur und der Stab hier?«

38:26 Juda schaute genau hin und sprach: »Sie ist gegen mich im Recht; denn ich habe sie nicht meinem Sohne Schela gegeben.« Fortan verkehrte er mit ihr nicht mehr.

38:27 Als sie nun gebären sollte, da waren Zwillinge in ihrem Mutterleib.

38:28 Beim Gebären streckte einer die Hand heraus. Die Hebamme faßte zu und band einen Purpurfaden um seine Hand. Sie sagte dabei: »Dieser ist zuerst herausgekommen.«

38:29 Der zog aber seine Hand zurück, und nun kam sein Bruder hervor. Da sprach sie: »Ei, du hast dir einen Durchbruch errungen!« Man nannte ihn daher »Perez« (Durchbruch).

38:30 Danach kam sein Bruder mit dem Purpurfaden an seiner Hand. Den nannte man »Serach« (Rotglanz).

 

Genesis 39

Im Hause Potiphars

39:1 Joseph ward nach Ägypten gebracht. Der Hofbeamte des Pharao, Potiphar, der Oberste der Leibwache, ein Ägypter, kaufte ihn von den Ismaelitern, welche ihn dorthin gebracht hatten.

39:2 Der Herr aber war mit Joseph, so daß er in allem Erfolg hatte. Er blieb im Hause seines ägyptischen Herrn.

39:3 Sein Dienstherr aber sah, daß der Herr mit Joseph war und alles, was dieser tat, ihm gelingen ließ.

39:4 Joseph fand Gnade in seinen Augen, und er erkor ihn zu seinem Leibdiener; ja, er machte ihn zu seinem Hausverwalter und übergab ihm alles, was er hatte.

39:5 Von der Zeit an, als er ihn über sein Haus und all seinen Besitz gesetzt hatte, segnete der Herr das Haus des Ägypters um Josephs willen. Der Segen des Herrn war über allem, was er hatte, im Haus und auf dem Felde.

39:6 Er gab alles in die Hand Josephs, kümmerte sich neben ihm um nichts als um die Speise, die er aß. Joseph aber war schön von Gestalt und Aussehen.

 

Verführungskünste

39:7 Kurz darauf warf die Frau seines Herrn ihre Augen auf Joseph und sprach: »Lege dich zu mir hin!«

39:8 Er aber weigerte sich und sagte zur Frau seines Herrn: »Siehe, mein Herr kümmert sich neben mir um nichts, was in seinem Hause ist, und sein ganzes Besitztum hat er mir übergeben.

39:9 Er selbst ist in diesem Hause nicht größer als ich. Nichts hat er mir vorenthalten als dich, weil du seine Frau bist. Wie sollte ich dieses große Unrecht tun und wider Gott sündigen?«

39:10 Und obwohl sie tagtäglich auf Joseph einredete, hörte er nicht auf sie und legte sich nicht zu ihr, um mit ihr Umgang zu pflegen.

39:11 Eines Tages nun kam Joseph in das Haus zur Arbeit. Niemand von den Hausangestellten war im Gebäude.

39:12 Da faßte sie ihn an seinem Kleide und sprach: »Lege dich zu mir!« Er aber ließ sein Kleid unter ihrer Hand und floh ins Freie.

 

Racheakt

39:13 Als sie nun sah, daß er sein Kleid in ihrer Hand gelassen hatte und hinausgeflohen war,

39:14 da rief sie die Hausangestellten und sprach zu ihnen: »Seht, da hat er uns einen Hebräer gebracht, daß er seinen Mutwillen mit uns treibe! Er kam nämlich zu mir, um bei mir zu liegen, ich aber habe mit lauter Stimme geschrieen.

39:15 Als er nun hörte, daß ich meine Stimme erhob und schrie, da ließ er sein Kleid bei mir und floh hinaus ins Freie.«

39:16 Sie ließ sein Kleid neben sich liegen, bis sein Herr nach Hause kam.

39:17 Da erzählte sie ihm die gleiche Geschichte und sprach: »Kam doch dieser hebräische Sklave, den du uns gebracht hast, um seinen Mutwillen mit mir zu treiben!

39:18 Als ich aber meine Stimme erhob und schrie, da ließ er sein Kleid neben mir und floh ins Freie.«

 

Im Gefängnis

39:19 Als sein Herr nun die Worte seiner Frau gehört hatte: »Ganz so wie ich erzählte, hat an mir dein Sklave getan«, da ward er sehr zornig.

39:20 Josephs Herr nahm ihn und ließ ihn ins Gefängnis an den Ort werfen, wo die Gefangenen des Königs eingesperrt waren. Dort saß er im Gefängnis.

39:21 Der Herr aber war mit Joseph. Er machte ihn beliebt und ließ ihn Gnade finden beim Obersten des Gefängnisses.

39:22 Dieser gab alle Gefangenen, die im Kerker waren, in die Hand Josephs. Alles, was man dort tat, geschah durch ihn.

39:23 Der Gefängnisvorsteher kümmerte sich um nichts, was durch Joseph geschah. Denn der Herr war mit ihm, und alles, was er tat, ließ er wohlgeraten.

 

Genesis 40

Mundschenk und Bäcker

40:1 Einige Zeit darauf vergingen sich der Mundschenk des Ägypterkönigs und der Bäcker wider ihren Herrn, den König von Ägypten.

40:2 Der Pharao wurde über beide Hofbeamten zornig, über den Obersten der Mundschenken und den Obersten der Bäcker.

40:3 Er legte sie in Gewahrsam, in das Haus des Obersten der Leibwache, ins Gefängnis, dorthin, wo Joseph in Haft saß.

40:4 Der Oberste der Leibwache gab ihnen den Joseph bei; er leistete Dienst für sie, und so waren sie eine Zeitlang im Gefängnis.

 

Traum

40:5 Nun hatten beide Männer in derselben Nacht einen unterschiedlichen Traum, jeder entsprechend der Bedeutung seines Traumes, der Mundschenk und der Bäcker des Ägypterkönigs, die im Gefängnis in Haft saßen.

40:6 Joseph kam am anderen Morgen zu ihnen hinein und sah, daß sie niedergeschlagen waren.

40:7 Er fragte die Hofbeamten des Pharao, die mit ihm im Hause seines Herrn in Haft lagen: »Warum seht ihr denn heute so mißmutig aus?«

40:8 Sie antworteten ihm: »Wir haben einen Traum gehabt, und niemand ist da, der ihn deuten kann.« Er sagte zu ihnen: »Ist nicht das Deuten von Träumen Gottes Sache? Doch erzählt mir einmal!«

 

Weinstock mit drei Ranken

40:9 Da erzählte der Oberste der Mundschenken seinen Traum und sprach zu ihm: »In meinem Traume sah ich einen Weinstock vor mir.

40:10 An dem Weinstock waren drei Ranken. Er begann zu treiben, seine Blüte sproß empor, seine Trauben bekamen reife Beeren.

40:11 Ich hielt den Becher des Pharao in meiner Hand, nahm die Beeren und preßte sie aus in den Becher des Pharao. Sodann gab ich dem Pharao den Becher in die Hand.«

40:12 Joseph antwortete ihm: »Dies die Deutung: Die drei Ranken sind drei Tage.

40:13 Noch drei Tage, dann wird der Pharao dein Haupt erheben und dich wiederum in dein Amt einsetzen. Du wirst nach der früheren Ordnung dem Pharao den Becher reichen wie zur Zeit, als du sein Mundschenk warst.

40:14 Wenn es dir aber wieder gut geht, so erinnere dich bitte meiner! Tu mir doch die Liebe an, erinnere den Pharao an mich und befreie mich aus diesem Hause!

40:15 Denn schmählich bin ich aus dem Lande der Hebräer gestohlen worden. Und auch hier habe ich nichts getan, weswegen man mich hätte ins Gefängnis werfen müssen.«

 

Drei Körbe mit Weißbrot

40:16 Der Oberbäcker sah, daß er Gutes gedeutet hatte. Er sprach zu Joseph: »Auch ich hatte einen Traum: Ich hatte drei Körbe mit Weißbrot auf meinem Haupte.

40:17 In dem obersten Korb war allerlei Backwerk für den Pharao. Aber die Vögel fraßen es aus dem Korb auf meinem Haupte.«

40:18 Joseph antwortete und sprach: »Dies ist die Deutung: Die drei Körbe bedeuten drei Tage.

40:19 Nur noch drei Tage, dann wird der Pharao dein Haupt erheben. Er wird dich an einen Baum aufhängen lassen, und die Vögel werden von dir das Fleisch abfressen.«

 

Erhebung der Häupter

40:20 Am dritten Tage aber (es war der Geburtstag des Pharao) veranstaltete dieser all seinen Dienern ein Mahl. Er erhob das Haupt des Obermundschenken und das Haupt des Oberbäckers inmitten seiner Diener.

40:21 Den Obermundschenk setzte er wieder in sein Amt ein, so daß er dem Pharao den Becher reichen durfte.

40:22 Den Oberbäcker aber ließ er aufhängen, so wie es ihnen Joseph gedeutet hatte.

40:23 Doch der Obermundschenk dachte nicht mehr an Joseph; er vergaß ihn.

 

Genesis 41

Kühe und Ähren

41:1 Es war zwei Jahre später. Da hatte der Pharao einen Traum: Er stand am Nil.

41:2 Aus dem Flusse stiegen sieben schön aussehende und fettfleischige Kühe und weideten im Riedgras.

41:3 Nach ihnen stiegen aber aus dem Nil sieben schlecht aussehende und magere Kühe. Sie traten neben die Kühe, die schon am Nilufer standen.

41:4 Dann fraßen die schlecht aussehenden und mageren die sieben schön aussehenden und fetten Tiere. Hierauf erwachte der Pharao.

41:5 Er schlief wieder ein, und es träumte ihm ein zweites Mal: Siehe, sieben Ähren wuchsen empor auf einem Halm, dick und schön.

41:6 Da sprossen nach ihnen sieben magere und vom Ostwind ausgetrocknete Ähren empor.

41:7 Es verschlangen die mageren die sieben fetten und vollen Ähren. Der Pharao erwachte, und siehe, es war nur ein Traum.

41:8 Am Morgen aber ward sein Geist ruhelos hin und her getrieben. Er schickte hin und ließ alle Wahrsagepriester und Weisen Ägyptens zusammenrufen. Dann erzählte er ihnen seine Träume, keiner aber war da, der sie dem Pharao deuten konnte.

41:9 Da sagte der Obermundschenk dem Pharao: »Ich muß heute meine Verfehlung in Erinnerung bringen.

41:10 Als der Pharao auf seine Diener erzürnt war und sie in Gewahrsam bringen ließ in das Haus des Obersten der Leibwache, nämlich mich und den Oberbäcker,

41:11 da hatten wir in ein und derselben Nacht einen Traum, ich und er, ein jeder einen Traum von besonderer Bedeutung.

41:12 Dort war bei uns ein hebräischer Jüngling, ein Sklave des Obersten der Leibwache. Wir erzählten ihm unsere Träume, und er deutete sie uns; einem jeden gab er die seinem Traum entsprechende Deutung.

41:13 Und so, wie er uns gedeutet hat, ist es geschehen. Mich hat man wieder in meine Stellung eingesetzt, den Oberbäcker hat man aufgehängt.«

 

Des Pharao Traumbericht

41:14 Der Pharao ließ Joseph rufen, und man holte ihn schleunigst aus dem Gefängnis. Joseph schor sich, wechselte seine Kleider und kam zum Pharao.

41:15 Der Pharao sprach zu Joseph: »Ich hatte einen Traum; keiner ist da, der ihn mir zu deuten vermag; doch ich erfuhr von dir, daß du einen Traum nur zu hören brauchst, um ihn deuten zu können.«

41:16 Joseph erwiderte dem Pharao: »Ich keineswegs! Gott selbst wird dem Pharao zum Heile eine Antwort geben.«

41:17 Da sagte der Pharao zu Joseph: »In meinem Traume war es mir, als stünde ich am Ufer des Nils.

41:18 Es stiegen aus dem Nil sieben fettfleischige und gut aussehende Kühe und weideten im Riedgras.

41:19 Und siehe da, es kamen sieben andere Kühe heraus nach ihnen, unansehnlich, sehr häßlich aussehend und mager; ich habe noch nie im ganzen Ägypterland so häßliche gesehen wie diese.

41:20 Da fraßen die mageren und häßlichen Kühe die sieben ersten, fetten Kühe auf.

41:21 Diese verschwanden in ihrem Inneren; man merkte es jedoch nicht, daß sie in ihren Bauch gelangt waren. Denn ihr Aussehen blieb so häßlich, wie es war. Ich wachte auf.

41:22 Weiter schaute ich im Traum: Sieben Ähren wuchsen auf einem Halm, voll und schön.

41:23 Und nach ihnen sprossen sieben unfruchtbare, dünne und vom Ostwind vertrocknete Ähren auf.

41:24 Darauf verschlangen die dünnen Ähren die sieben schönen Ähren. Dies erzählte ich den Wahrsagepriestern, niemand konnte mir aber Bescheid geben.«

 

Fette und magere Jahre

41:25 Joseph sprach zum Pharao: »Des Pharao Traum ist ein und derselbe. Was Gott tun will, hat er dem Pharao angezeigt.

41:26 Die sieben schönen Kühe, das sind sieben Jahre, die sieben schönen Ähren sind ebenfalls sieben Jahre. Es ist ein und derselbe Traum.

41:27 Die sieben mageren und häßlichen Kühe, die hinter ihnen heraufstiegen, sind sieben Jahre; die sieben leeren und vom Ostwind vertrockneten Ähren werden sieben Hungerjahre sein.[35]

41:28 Folgendes ist der Inhalt, wovon ich zum Pharao sagte: >Gott hat dem Pharao angezeigt, was er tun will<:

41:29 Siehe, es kommen sieben Jahre, da wird im ganzen Ägypterland großer Überfluss sein.

41:30 Danach werden sieben Hungerjahre kommen; da wird all die Fülle im Ägypterland vergessen sein, und der Hunger wird das Land aufreiben.

41:31 Man wird nichts mehr wissen von der Fülle im Lande angesichts des Hungers, der hernach kommt; denn er wird überaus drückend sein.

41:32 Daß sich aber der Traum des Pharao in zweifacher Form wiederholt hat, bedeutet: Fest beschlossen ist die Sache bei Gott. Gott wird es eilends verwirklichen.

 

Josephs Ratschläge

41:33 Nun sehe sich der Pharao nach einem verständigen und weisen Manne um und setze ihn über das Land Ägypten!

41:34 Der Pharao möge auch Aufseher über das Land einsetzen und vom Ägypterland den fünften Teil in den sieben Jahren der Fülle erheben lassen!

41:35 Diese sollen den gesamten Speisevorrat der sieben kommenden guten Jahre sammeln und das Getreide zur Verfügung des Pharao als Vorrat in den Städten aufspeichern und gut aufbewahren.

41:36 Dieser Vorrat wird dann dem Lande für die sieben Hungerjahre, die über das Ägypterland kommen, als Rücklage dienen. So wird das Land durch Hungersnot nicht umkommen.«

 

Joseph, Ägyptens Herr

41:37 Die Rede gefiel dem Pharao und allen seinen Dienern.

41:38 Der Pharao sprach zu seinen Dienern: »Finden wir wohl einen Mann, in dem Gottes Geist so wäre wie in diesem?«

41:39 Zu Joseph gewandt, sagte er: »Nachdem dich Gott dies alles wissen ließ, gibt es niemand, der so verständig und weise wäre wie du!

41:40 Du sollst über meinem Hause stehen, deinem Munde soll mein ganzes Volk gehorchen, nur um den Thron will ich größer als du sein!«

41:41 Der Pharao fuhr zu Joseph fort: »Siehe, ich setze dich über ganz Ägypten.«

41:42 Dann zog der Pharao seinen Siegelring vom Finger und steckte ihn an Josephs Finger. Er ließ ihm linnene Gewänder anziehen und legte die goldene Kette um seinen Hals.

41:43 Auf seinem zweiten Wagen ließ er ihn fahren. Vor ihm her rief man: »Achtung!« So setzte er ihn über ganz Ägypten.

41:44 Der Pharao wandte sich an Joseph: »Pharao bin ich! Doch ohne dich soll niemand in ganz Ägypten seinen Arm oder seinen Fuß regen!«

41:45 Sodann gab der Pharao Joseph einen anderen Namen: »Zaphenat-Paneach« (Der Gott spricht, und er lebt). Er gab ihm die Asenat, die Tochter des Potiphera, des Priesters von On, zur Frau. So stieg Joseph empor über das ganze Land Ägypten.

 

Kornaufspeicherung

41:46 Joseph war aber dreißig Jahre alt, als er vor den Pharao, den König von Ägypten, trat. Joseph ging von ihm fort und durchzog das ganze Ägypterland.

41:47 Das Land aber trug in den sieben Jahren Überfluß in Menge.

41:48 Joseph ließ allen Speisevorrat der sieben Jahre, den es im Lande Ägypten gab, sammeln und legte den Vorrat in den Städten nieder, und zwar in jeder Stadt den Vorrat von den Feldern rings um sie her.

41:49 So speicherte denn Joseph das Getreide auf in überaus großer Menge wie den Meeressand, so daß er schließlich aufhörte, zu messen; denn es gab kein Maß dafür.

41:50 Dem Joseph wurden zwei Söhne geboren, bevor die Hungersnot kam. Asenat, die Tochter Potipheras, des Priesters von On, hatte sie ihm geschenkt.

41:51 Joseph nannte den Erstgeborenen Manasse; denn »Gott hat mich all mein Elend und mein Vaterhaus vergessen lassen«.

41:52 Den Namen des Zweiten nannte er Ephraim; denn »Gott hat mich in meines Unglücks Land fruchtbar werden lassen.«

41:53 Die sieben Jahre des Überflusses, die im Lande geherrscht hatten, gingen zu Ende.

41:54 Und es nahten gemäß der Verheißung des Joseph die sieben Jahre des Hungers. Die Hungersnot aber wütete in allen Ländern; nur im ganzen Lande Ägypten gab es Brot.

41:55 Sobald nun das Volk im Ägypterland zu hungern anfing und alles zum Pharao um Brot schrie, sagte dieser zu allen Ägyptern: »Geht zu Joseph, und was er euch sagt, das tut!«

41:56 Der Hunger dehnte sich über die ganze Erde aus. Joseph öffnete alle Speicher und verkaufte den Ägyptern Getreide. Die Hungersnot wurde immer stärker im Lande Ägypten.

41:57 Alle Welt kam nach Ägypten, um bei Joseph Getreide zu kaufen; denn stark war der Hunger auf der ganzen Erde.

 

Genesis 42

Zug nach Ägypten

42:1 Jakob erfuhr, daß es in Ägypten Getreide gäbe. Er sprach zu seinen Söhnen: »Warum zögert ihr?«

42:2 Dann sagte er: »Seht, ich habe gehört, daß es in Ägypten noch Korn gibt. Zieht dorthin und kauft uns von dorther Getreide, damit wir am Leben bleiben und nicht sterben!«

42:3 Die Brüder Josephs zogen (es waren ihrer zehn) fort, um von Ägypten Getreide zu kaufen.

42:4 Josephs Bruder Benjamin aber schickte Jakob nicht mit seinen Brüdern; denn er dachte, es könnte ihm etwa ein Unfall zustoßen.

42:5 Die Söhne Israels kamen also mitten unter allen anderen zum Getreidekauf; denn der Hunger wütete im Lande Kanaan.

 

Ein gestrenger Herr

42:6 Joseph war der Gebieter über das Land. Er verkaufte allen Bewohnern des Landes Getreide. Die Brüder Josephs kamen und warfen sich mit dem Angesicht vor ihm zur Erde nieder.

42:7 Joseph erblickte seine Brüder, und er erkannte sie. Er stellte sich aber fremd gegen sie und redete gar streng mit ihnen. Er sprach zu ihnen: »Woher seid ihr gekommen?« Sie antworteten: »Vom Lande Kanaan, um Nahrung zu kaufen.«

42:8 Joseph erkannte seine Brüder, sie aber erkannten ihn nicht.

42:9 Da erinnerte sich Joseph an die Träume, die er von ihnen gehabt hatte. Er sprach zu ihnen: »Kundschafter seid ihr! Die Blöße des Landes auszuspähen seid ihr gekommen!«

42:10 Sie antworteten ihm: »Nicht doch, mein Herr! Deine Knechte kamen, um Nahrung zu kaufen.

42:11 Alle miteinander sind wir Söhne eines einzigen Mannes; ehrliche Leute sind wir, deine Knechte sind keine Kundschafter.«

42:12 Er sagte zu ihnen: »Nein, ihr seid gekommen, die Blöße des Landes auszuspähen.«

42:13 Sie antworteten: »Wir, deine Knechte, waren unser zwölf Brüder, Söhne eines einzigen Mannes in Kanaan. Der Jüngste ist jetzt bei unserem Vater, und der eine ist nicht mehr da.«

42:14 Joseph erwiderte ihnen: »So ist es, wie ich euch gesagt habe, Kundschafter seid ihr!

42:15 Darin sollt ihr geprüft werden: Beim Leben des Pharao! Ihr dürft nicht von hier fort, wenn nicht euer jüngster Bruder hierher kommt.

42:16 Schickt daher einen von euch, der soll euren Bruder holen; euch aber lasse ich fesseln. Es sollen eure Worte geprüft werden, ob es sich mit euch so verhält oder nicht! Beim Leben des Pharao! Ihr seid doch Kundschafter!«

42:17 Er ließ sie drei Tage in Gewahrsam bringen.

42:18 Am dritten Tage sprach Joseph zu ihnen: »Tut dieses, und ihr bleibt am Leben! Denn ich bin gottesfürchtig!

42:19 Wenn ihr wirklich ehrliche Leute seid, so soll einer von euch Brüdern in eurem Kerker als Gefangener dableiben; ihr anderen aber geht und schafft das Korn heim, um den Hunger in euren Familien zu stillen!

42:20 Euren jüngsten Bruder aber bringt her zu mir, damit sich eure Worte als wahr erweisen und ihr nicht sterben müßt!« Da stimmten sie zu.

42:21 Dann sagten sie unter sich: »Wehe, schuldig sind wir an unserem Bruder geworden! Wir haben seine Herzensangst miterlebt, als er unser Erbarmen anflehte; wir aber achteten nicht darauf. Darum ist jetzt diese Drangsal über uns gekommen.«

42:22 Ruben erklärte ihnen: »Habe ich es nicht zu euch gesagt: »Versündigt euch nicht an diesem Knaben !<? Ihr aber wolltet nicht hören. Nun wird sein Blut gefordert!«

42:23 Sie aber merkten nicht, daß Joseph sie verstand. Denn es war ein Dolmetscher zwischen ihnen.

42:24 Er wandte sich von ihnen ab und weinte. Dann kam er wieder hinzu und redete mit ihnen. Er ließ von ihnen den Simeon festnehmen und vor ihren Augen fesseln.

42:25 Dann gab Joseph den Befehl, die Behälter sollten mit Getreide gefüllt, das Geld eines jeden sollte in seinen Sack zurückgelegt und Reisevorrat ihnen mitgegeben werden. Das tat man ihnen.

42:26 Sie aber luden ihr Korn auf ihre Esel und zogen von dannen.

42:27 Einer von ihnen öffnete seinen Sack, um seinem Esel in der Herberge Futter zu geben. Er erblickte sein Geld - es lag oben in seinem Kornsack.

42:28 Er rief seinen Brüdern zu: »Zurückgetan ist mein Geld; hier in meinem Kornsack ist es!« Ihr Herz begann zu beben, und zitternd sprachen sie zueinander: »Was hat Gott uns da angetan?«

 

Bericht an Jakob

42:29 Sie kamen zu ihrem Vater Jakob in das Land Kanaan und berichteten ihm alles, was sich mit ihnen zugetragen hatte. Sie sprachen:

42:30 »Jener Mann, der Gebieter des Landes, hat mit uns gar hart geredet. Er hat uns für Kundschafter gehalten.

42:31 Wir haben ihm zwar gesagt: >Ehrliche Leute sind wir, wir sind keine Spione.

42:32 Zwölf Brüder waren wir, Söhne unseres Vaters. Einer ist nicht mehr, und der Jüngste ist jetzt bei unserem Vater im Lande Kanaan.

42:33 Jener Mann aber, der Gebieter des Landes, sprach zu uns: >Daran will ich erkennen, daß ihr ehrliche Leute seid: einen von euch Brüdern laßt bei mir zurück; dann nehmt das Getreide für den Hunger eurer Familien und zieht davon!

42:34 Aber bringt euren jüngsten Bruder zu mir! Daran will ich erkennen, daß ihr keine Spione seid, sondern ehrliche Leute. Euren Bruder gebe ich euch zurück, und dann könnt ihr im Lande Handel treiben.«

42:35 Sie leerten ihre Säcke, und ein jeder fand seinen Geldbeutel in seinem Sack. Sie sahen ihre Geldbeutel, sie selbst und auch ihr Vater, und sie fürchteten sich.

42:36 Ihr Vater Jakob wandte sich an sie: »Ihr macht mich kinderlos; Joseph ist nicht mehr, Simeon ist nicht mehr, den Benjamin nehmt ihr auch fort; all dieses ist über mich gekommen.«

42:37 Ruben antwortete seinem Vater: »Meine beiden Söhne magst du töten, wenn ich ihn dir nicht zurückbringe! Vertraue ihn doch nur meiner Hand an; ich bringe ihn dir bestimmt wieder!«

42:38 Er aber sagte: »Mein Sohn wird nicht mit euch hinabziehen; sein Bruder ist tot, und er allein ist noch übrig. Stieße ihm aber auf dem Wege, den ihr zieht, ein Unfall zu, dann würdet ihr mein graues Haar mit Kummer in das Totenland hinunterbringen.«[36]

 

Genesis 43

Zweite Reise nach Ägypten mit Benjamin

43:1 Der Hunger lastete schwer auf dem Lande.

43:2 Als sie nun das aus Ägypten mitgebrachte Getreide ganz aufgezehrt hatten, sprach ihr Vater zu ihnen: »Geht noch einmal und kauft uns etwas Nahrungsvorrat!«

43:3 Juda antwortete ihm: »Der Mann hat uns nachdrücklichst eingeschärft: >Ihr dürft nicht mehr vor mein Antlitz treten, es sei denn, euer Bruder ist bei euch.<

43:4 Wenn du also unseren Bruder mit uns schickst, dann wollen wir hinabziehen und dir Nahrung besorgen.

43:5 Wenn du ihn aber nicht mitschickst, dann ziehen wir auch nicht hinab; denn jener Mann hat zu uns gesagt: >Ihr dürft mein Angesicht nicht sehen, es sei denn, daß euer Bruder bei euch ist.<«

43:6 Israel entgegnete darauf: »Warum habt ihr mir dieses Leid zugefügt und dem Manne überhaupt gesagt, daß ihr noch einen Bruder habt?«

43:7 Sie antworteten: »Neugierig hat der Mann nach uns und der Verwandtschaft gefragt: >Lebt euer Vater noch? Habt ihr noch einen Bruder?< Da haben wir ihm der Wahrheit gemäß Auskunft gegeben. Konnten wir denn ahnen, daß er sagen würde: >Bringt mir euren Bruder her<?«

 

Bürgschaft für Benjamin

43:8 Juda bat seinen Vater Israel: »Schicke doch den Knaben mit mir; dann wollen wir aufbrechen und hinziehen. Wir werden als dann am Leben bleiben und nicht sterben, weder wir selbst noch du und unsere Kinder.

43:9 Ich verbürge mich für ihn. Von meiner Hand magst du ihn zurückfordern. Wenn ich ihn dir nicht zurückbringe und vor dein Angesicht stelle, dann will ich immerdar vor dir in Schuld sein.

43:10 Hätten wir nicht so lange, gezaudert, so wären wir schon zum zweitenmal zurück.«

43:11 Ihr Vater Israel sprach zu ihnen: »Wenn es so steht, dann tut folgendes: Nehmt von den besten Erzeugnissen des Landes in eure Säcke und bringt sie dem Manne als ein Geschenk: etwas Balsam [Mastix], etwas Honig, Tragakant und Ladanum, Pistazien und Mandeln!

43:12 Nehmt auch Geld entsprechend dem Kaufpreis mit; das Geld, das man oben in eure Säcke gelegt hat, bringt wieder zurück! Vielleicht war es ein Irrtum.

43:13 Dann nehmt euren Bruder, brecht auf und tretet wieder hin vor den Mann!

43:14 Der Allmächtige Gott schenke euch Barmherzigkeit vor dem Manne! Er übergebe euch euren anderen Bruder und auch Benjamin. Ich aber bin kinderlos, kinderlos!«

 

Ankunft in Josephs Haus

43:15 Die Männer nahmen das Huldigungsgeschenk und den doppelten Geldbetrag in ihre Hand, dazu den Benjamin. Dann brachen sie auf, zogen nach Ägypten hinab und traten vor Joseph hin.

43:16 Joseph sah bei ihnen den Benjamin. Er sagte zu seinem Hausverwalter: »Führe die Leute ins Haus, laß schlachten und zurüsten! Denn die Männer sollen am Mittag mit mir speisen.«

43:17 Der Mann tat, wie ihm Joseph befohlen hatte, und führte die Leute in Josephs Haus.

43:18 Da gerieten die Männer in Angst, weil sie in Josephs Haus geschafft wurden, und sprachen: »Es geschieht des Geldes wegen, das vordem in unsere Säcke gekommen ist, daß man uns dorthin bringt. Man wird sich auf uns stürzen, wird über uns herfallen und uns zu Sklaven machen mitsamt unseren Eseln.«

43:19 Sie traten also an den Hausverwalter Josephs heran und verhandelten mit ihm am Hauseingang.

43:20 Sie sprachen: »Bitte, Herr! Schon früher einmal sind wir hergekommen, um Nahrungsvorrat zu kaufen.

43:21 Wir kamen zur Herberge, öffneten unsere Kornsäcke, und siehe da, eines jeden Geldbetrag lag oben in seinem Sack, unser Geld nach seinem vollen Gewicht. Wir brachten es wieder zurück.

43:22 Wir haben auch noch anderes Geld bei uns, Getreide zu besorgen. Wir wissen nicht, wer unser Geld wieder in unsere Säcke hineingelegt hat.«

43:23 Er antwortete: »Es ist schon gut. Seid nicht bange, euer Gott und der Gott eures Vaters hat einen Schatz in eure Säcke hineingetan. Das Geld kam richtig an mich.« Dann brachte er ihnen den Simeon heraus.

43:24 Die Männer führte er in Josephs Haus, reichte ihnen Wasser zum Füßewaschen und gab ihren Eseln Futter.

 

Unter Brüdern

43:25 Sie aber richteten bis zu Josephs Ankunft um die Tagesmitte das Huldigungsgeschenk her; denn sie hatten erfahren, daß sie dort essen sollten.

43:26 Joseph kam in das Haus, sie brachten ihm das Geschenk, das sie bei sich hatten, und verneigten sich vor ihm bis zum Boden.

43:27 Er aber erkundigte sich nach ihrem Befinden und fragte: »Geht es eurem greisen Vater, von dem ihr erzählt habt, gut? Ist er noch am Leben?«

43:28 Sie antworteten: »Es geht deinem Knechte, unserem Vater, gut; er ist noch am Leben.« Dabei verneigten sie sich und warfen sich nieder.

43:29 Als er aufblickte und seinen Bruder Benjamin, den Sohn seiner Mutter sah, sprach er: »Ist dies euer jüngster Bruder, von dem ihr mir erzählt habt?« Er sprach: »Gott erweise seine Huld an dir, mein Sohn!«

43:30 Dann aber eilte Joseph davon, denn sein Inneres ward seines Bruders wegen aufgewühlt. Die Tränen kamen ihm; er ging in die Kammer und weinte dort.

43:31 Dann wusch er sein Antlitz, kam wieder heraus und beherrschte sich. Dann sprach er: »Tragt das Essen auf!«

43:32 Man trug auf; und zwar ihm besonders und ihnen besonders und den Ägyptern. die mit ihm aßen, wieder besonders. Die Ägypter dürfen nämlich nicht mit den Hebräern speisen; denn das gilt den Ägyptern als Greuel.

43:33 Sie nahmen nun vor ihm Platz: der Erstgeborene nach seiner Erstgeburt und der Jüngste nach seiner Jugend. Darob schauten die Männer einander verwundert an.

43:34 Da ließ er ihnen Gerichte von dem, was vor ihm stand, bringen. Der Anteil Benjamins war fünfmal so groß wie die Anteile aller übrigen. Sie tranken mit ihm und wurden guter Dinge.

 

Genesis 44

Der Becherdieb

44:1 Er gebot seinem Hausverwalter: »Fülle die Kornsäcke der Männer mit Nahrungsmitteln, soviel sie fassen können! Lege das Geld eines jeden oben in seinen Sack!

44:2 Und meinen Becher, den Becher aus Silber, sollst du oben in den Sack des Jüngsten legen und dazu das Geld für sein Getreide!« Er tat nach Josephs Anordnungen.

44:3 Beim Aufleuchten der Morgenröte wurden die Männer verabschiedet und zogen mit ihren Eseln los.

44:4 Sie waren noch nicht allzu weit aus der Stadt hinaus, da gebot Joseph seinem Hausverwalter: »Auf, jage den Männern nach, hole sie ein und sprich zu ihnen: Warum habt ihr Gutes mit Bösem vergolten? Warum habt ihr mir den Silberbecher gestohlen?

44:5 Ist das nicht der, aus dem mein Herr trinkt und mit dem er wahrsagt? Da habt ihr etwas Schlimmes angerichtet!«

44:6 Er holte sie ein und redete mit ihnen in diesem Sinne.

44:7 Sie antworteten ihm: »Warum spricht unser Herr solche Worte? Fern liegt es deinen Knechten, solches zu tun.

44:8 Siehe, das Geld, das wir oben in unseren Säcken fanden, haben wir dir aus dem Lande Kanaan zurückgebracht. Wie sollten wir also aus dem Hause deines Herrn Silber und Gold stehlen?

44:9 Bei welchem von deinen Knechten er sich befindet, der soll sterben, und auch wir anderen wollen unserem Herrn Sklaven sein!«

44:10 Er antwortete: »Gut denn, es sei, wie ihr gesagt! Bei wem er gefunden wird, der sei mein Sklave, ihr andern aber seid straffrei!«

44:11 Eilends ließ ein jeder seinen Sack auf die Erde herunter und öffnete ihn.

44:12 Er durchstöberte alles, beim Ältesten fing er an, und beim Jüngsten hörte er auf. Der Becher fand sich im Sacke Benjamins.

44:13 Sie zerrissen nunmehr ihre Gewänder; ein jeder belud seinen Esel, und sie kehrten in die Stadt zurück.

44:14 Juda und seine Brüder kamen in das Haus Josephs, als er noch dort war; sie warfen sich vor ihm zu Boden nieder.

44:15 Joseph herrschte sie an: »Was ist das für eine Untat, die ihr begingt? Wußtet ihr denn nicht, daß ein Mann wie ich wahrsagen kann?«

44:16 Juda sprach: »Was sollen wir unserem Herrn sagen, was sollen wir sprechen, womit uns rechtfertigen? Gott hat die Schuld deiner Knechte zu finden gewußt; siehe, als Sklaven sind wir Eigentum unseres Herrn, sowohl wir alle als auch der, bei dem der Becher sich fand.«

44:17 Er antwortete: »Fern sei es von mir, so zu handeln! Derjenige, bei dem der Becher sich fand, soll mein Sklave sein! Ihr aber zieht unbehelligt zu eurem Vater!«

 

Juda als Bürge

44:18 Da trat Juda näher zu ihm und sprach: »Bitte, mein Herr, dein Knecht darf ein Wort vor den Ohren meines Herrn sprechen; dein Zorn entbrenne nicht wider deinen Knecht, denn du bist dem Pharao gleich!

44:19 Mein Herr fragte seine Knechte: >Habt ihr noch einen Vater oder einen Bruder?<

44:20 Wir sprachen zu unserem Herrn: »Wir haben noch einen alten Vater und einen kleinen, ihm im Greisenalter geborenen Bruder. Da sein anderer Bruder tot ist, blieb er von seiner Mutter allein übrig, und sein Vater liebt ihn besonders.

44:21 Du aber sagtest zu deinen Knechten: »Bringt ihn her zu mir! Ich möchte ihn zu Gesicht bekommen!<

44:22 Wir sprachen darauf zu unserem Herrn: >Der Knabe kann seinen Vater nicht verlassen; täte er es, dann würde dieser sterben.<

44:23 Du aber sagtest zu deinen Knechten: >Kommt euer jüngster Bruder nicht mit euch, dann dürft ihr nicht mehr vor mein Angesicht treten!<

44:24 Als wir nun zu deinem Knecht, unserem Vater, hinaufkamen, erzählten wir ihm die Worte unseres Herrn.

44:25 Und wieder sprach unser Vater: >Macht euch von neuem auf und kauft uns etwas Nahrungsvorrat!

44:26 Wir antworteten: >Wir können nicht hinabziehen. Nur wenn unser jüngster Bruder bei uns ist, ziehen wir hinab; denn wir können vor das Angesicht dieses Mannes nicht hintreten, ohne daß unser jüngster Bruder bei uns ist.<

44:27 Darauf entgegnete unser Vater, dein Knecht: »Ihr wißt es, daß mir meine Frau zwei Söhne geboren hat.

44:28 Der eine ging von mir; ich mußte mir sagen: Gewiß ist er zerrissen worden! Gesehen habe ich ihn bis heute nicht mehr.

44:29 Nehmt ihr mir nun auch noch diesen fort, und stieße ihm ein Unfall zu, dann würdet ihr mein graues Haar mit Leid in das Totenland hinunterbringen.

44:30 Wenn ich jetzt also zu deinem Knechte, meinem Vater, käme, und der Knabe, an dem sein Herz so sehr hängt, wäre nicht bei uns,

44:31 und er sähe, daß der Knabe nicht dabei ist, so wäre das sein Tod. Deine Knechte hätten dann das graue Haar deines Knechtes, unseres Vaters, mit Kummer in das Totenland gebracht.

44:32 Denn dein Knecht hat sich ja für den Knaben vor seinem Vater verbürgt, indem er sagte: >Wenn ich ihn dir nicht wiederbringe, dann will ich dauernd schuldig sein vor meinem Vater!<

44:33 Deswegen möge dein Knecht anstatt des Knaben dableiben und als Sklave meinem Herrn gehören. Der Knabe aber soll wieder hinaufziehen mit seinen Brüdern!

44:34 Wie könnte ich denn heimkehren zu meinem Vater, ohne daß der Knabe bei mir ist? Ich könnte das Leid nicht anschauen, das meinen Vater dann träfe.«

 

Genesis 45

Das Wiedererkennen

45:1 Da konnte sich Joseph vor allen, die um ihn herumstanden, nicht länger beherrschen. Er rief: »Laßt alle von mir wegtreten!« Niemand war dabei, als Joseph sich seinen Brüdern zu erkennen gab.

45:2 Er erhob weinend seine Stimme. Die Ägypter hörten es; es hörte davon der Palast des Pharao.

45:3 Joseph sprach zu seinen Brüdern: »Ich bin Joseph! Lebt mein Vater noch?« Seine Brüder aber konnten ihm keine Antwort geben; denn sie waren verwirrt.

45:4 Joseph sagte zu seinen Brüdern: »Kommt näher zu mir heran!« Sie kamen näher. Er sprach: »Ich bin euer Bruder Joseph, den ihr nach Ägypten verkauft habt.

45:5 Nun aber grämt euch nicht und regt euch nicht auf, daß ihr mich hierher verkauft habt; denn um Leben zu retten, hat Gott mich vor euch hergesandt.

45:6 Zwei Jahre wütet schon die Hungersnot im Lande, und noch fünf Jahre wird es weder Pflügen noch Ernten geben.

45:7 Da hat Gott mich vor euch hergesandt, um euch ein Fortbestehen im Lande zu sichern und euer Leben zu erhalten für ein großes Rettungswerk.

45:8 Nicht ihr habt mich also hierher gesandt, sondern Gott. Er selbst hat mich zum Vater für den Pharao gemacht, zum Herrn über sein ganzes Haus und zum Gebieter über ganz Ägypten.

45:9 Eilt! Zieht hinauf zu meinem Vater und sagt ihm: So spricht dein Sohn Joseph: >Gott hat mich zum Herrn über ganz Ägypten gesetzt; komm zu mir und zögere nicht!

45:10 Wohnen sollst du im Lande Gosen, mir nahe sollst du sein, du selbst, deine Söhne, deine Enkel, dein Klein- und Großvieh und alles, was dir gehört!

45:11 Ich will dich dort versorgen; denn noch fünf Jahre lang wird die Hungersnot wüten; du, dein Haus und alles, was du hast, sollen nicht verarmen!

45:12 Eure Augen und die meines Bruders Benjamin sehen es ja selbst, daß ich es bin, dessen Mund zu euch redet.

45:13 Erzählt meinem Vater von meiner hohen Würde in Ägypten und von allem, was ihr gesehen habt! Beeilt euch und bringt meinen Vater hierher!«

45:14 Dann fiel er seinem Bruder Benjamin um den Hals und weinte, und auch Benjamin weinte an seinem Halse.

45:15 Er küßte alle seine Brüder und schloß sie weinend in seine Arme. Danach erst konnten seine Brüder mit ihm reden.

45:16 Im Palast des Pharao vernahm man die Kunde: »Die Brüder Josephs sind angekommen!« Der Pharao und seine Diener sahen das gern.

45:17 Der Pharao sprach zu Joseph: »Befiehl deinen Brüdern: >Tut folgendes: Beladet eure Esel und zieht dann ins Land Kanaan!

45:18 Holt euren Vater und eure Familien und kommt zu mir! Ich will euch das Beste des Ägypterlandes geben. Ihr sollt das Fett des Landes verzehren!<

45:19 Du aber hast den Auftrag: Tut folgendes: Nehmt euch aus Ägypten Wagen für eure Kleinkinder und eure Frauen, bringt euren Vater und kommt!

45:20 Laßt eure Augen nicht betrübt sein wegen eures Hausrats; denn die Güter des ganzen Ägypterlandes gehören euch!«

 

Joseph gibt den Söhnen Israels Reisevorrat und Geschenke

45:21 Die Söhne Israels taten so. Joseph stellte ihnen auf Befehl des Pharao Wagen zur Verfügung und gab ihnen Reisevorrat.

45:22 Allen gab er Feierkleider, dem Benjamin aber schenkte er dreihundert Silberstücke und fünf Feierkleider.

45:23 Seinem Vater sandte er folgendes: Zehn Esel, beladen mit den besten Erzeugnissen Ägyptens, und zehn Eselstuten, beladen mit Getreide, Nahrung und Zehrung für seines Vaters Reise.

45:24 Er entließ seine Brüder, und sie zogen fort; er aber sagte noch zu ihnen: »Habt keine Angst auf der Reise!«

 

Ankunft im Lande Kanaan, Jakobs Unglaube und Sehnsucht

45:25 So zogen sie aus Ägypten hinauf und kamen ins Land Kanaan zu ihrem Vater Jakob.

45:26 Sie berichteten ihm: »Joseph lebt noch! Er ist Gebieter über ganz Ägypten.« Sein Herz aber blieb kalt; denn er glaubte ihnen nicht.

45:27 Sie erzählten ihm nun alles, was Joseph zu ihnen gesprochen hatte. Als er die Wagen sah, die Joseph geschickt hatte, um ihn abzuholen, da lebte der Geist ihres Vaters Jakob wieder auf.

45:28 Israel rief aus: »Es ist genug! Mein Sohn Joseph lebt! Ich will hingehen und ihn schauen, bevor ich sterbe!«

 

Genesis 46

Aufbruch

46:1 So brach Israel auf mit allem was ihm gehörte. Er kam nach Beerseba und brachte dem Gott seines Vaters Isaak Opfer dar.

46:2 Gott sprach zu Israel in Nachtgesichten: »Jakob! Jakob!« Er erwiderte: »Hier bin ich!«

46:3 Dann fuhr er fort: »Ich bin Gott, der Gott deines Vaters. Hab keine Furcht, nach Ägypten zu ziehen, denn zu einem großen Volke werde ich dich dort machen.

46:4 Ich werde mit dir hinabziehen nach Ägypten, und ich werde dich auch wieder herausführen; Joseph wird dir die Augen zudrücken.«

46:5 Jakob brach von Beerseba auf, und die Söhne Israels hoben ihren Vater Jakob, ihre Kleinkinder und ihre Frauen auf die Wagen, die der Pharao geschickt hatte, um ihn zu holen.

 

Stammbaum Israels

46:6 Sie nahmen ihre Herden und ihre Habe, die sie im Lande Kanaan erworben hatten, mit sich. So kamen sie in Ägypten an, Jakob und seine gesamte Nachkommenschaft mit ihm.

46:7 Seine Söhne und seine Enkel, seine Töchter und seine Enkelinnen, ja seinen ganzen Stamm brachte er mit sich nach Ägypten.

46:8 Dies sind die Namen der Söhne Israels, die nach Ägypten gekommen waren, Jakob und seine Söhne. Der Erstgeborene Jakobs war Ruben.

46:9 Rubens Söhne: Henoch, Pallu, Chezron und Karmi.

46:10 Simeons Söhne: Jemuel, Jamin, Ohad, Jachin, Zochar und Schaul, der Kanaaniterin Sohn.

46:11 Levis Söhne: Gerschon, Kehat und Merari.

46:12 Judas Söhne: Er, Onan, Schela, Perez und Serach. Er und Onan starben noch im Lande Kanaan. Des Perez Söhne waren Chezron und Chamul.

46:13 Issachars Söhne: Tola, Puwwa, Jaschub und Schimron.

46:14 Sebuluns Söhne: Sered, Elon und Jachleel.

46:15 Das sind Leas Söhne, die sie dem Jakob in Paddan-Aram geboren hatte, und dazu seine Tochter Dina, insgesamt dreiunddreißig Söhne und Töchter.

46:16 Gads Söhne: Ziphjon, Chaggi, Schuni, Ezbon, Eri, Arodi und Areli.

46:17 Asers Söhne: Jimna, Jischwa, Jischwi, Beria und ihre Schwester Serach. Und Berias Söhne: Cheber und Malkiel.

46:18 Dies sind die Söhne der Silpa, die Laban seiner Tochter Lea gegeben hatte. Diese hat sie dem Jakob geboren: sechzehn Personen.

46:19 Die Söhne der Rachel, der Frau Jakobs: Joseph und Benjamin.

46:20 Dem Joseph wurden im Ägypterland Söhne geboren, die ihm Asenat, die Tochter des Priesters Potiphera von On, gebar, nämlich Manasse und Ephraim.

46:21 Benjamins Söhne: Bela, Becher, Aschbel, Gera, Naaman, Echi, Rosch, Muppim, Chuppim und Ard.

46:22 Dies sind Rachels Söhne, die sie dem Jakob gebar, insgesamt vierzehn Personen.

46:23 Dans Sohn hieß Chuschim.

46:24 Naphtalis Söhne: Jachzeel, Guni, Jezer und Schillem.

46:25 Dies sind die Söhne der Bilha, die Laban seiner Tochter Rachel gegeben hatte. Diese gebar sie dem Jakob, insgesamt sieben Personen.

46:26 Die Zahl aller Personen, die mit Jakob nach Ägypten zogen und aus seinen Lenden hervorgegangen waren, betrug insgesamt sechsundsechzig Personen, außer den Frauen der Söhne Jakobs.

46:27 Josephs Söhne, die ihm in Ägypten geboren wurden, waren insgesamt zwei. Alle Personen der Familie Jakobs, die nach Ägypten gekommen waren, betrugen siebzig.

 

Das Wiedersehen

46:28 Den Juda aber sandte er vor sich her zu Joseph, damit dieser im Voraus nach Gosen Weisung gebe. So kamen sie im Lande Gosen an.

46:29 Joseph ließ seinen Wagen anspannen und reiste seinem Vater Israel nach Gosen entgegen. Als er ihn sah, fiel er ihm um den Hals und weinte an seinem Halse.

46:30 Israel sprach zu Joseph: »Jetzt will ich gerne sterben, nachdem ich dein Angesicht gesehen habe; denn du bist noch am Leben.«

 

Viehzüchter

46:31 Joseph sprach zu seinen Brüdern und zu seines Vaters Familie: »Ich will hingehen, um dem Pharao Mitteilung zu machen und ihm zu sagen: >Meine Brüder und meines Vaters Familie, die im Lande Kanaan lebten, sind zu mir gekommen.

46:32 Die Männer sind Kleinviehhirten, sie treiben Viehzucht. Sie haben ihr Kleinvieh, ihre Rinder und ihren gesamten Besitz mitgebracht.

46:33 Der Pharao wird euch nun rufen lassen und euch fragen: >Was ist euer Beruf?<

46:34 Dann müßt ihr antworten: Deine Knechte waren Viehzüchter von Jugend auf bis jetzt, sowohl wir selbst als auch unsere Väter<, damit ihr im Lande Gosen euch ansiedeln könnt. Denn ein Greuel sind den Ägyptern alle Schafhirten.«

 

Genesis 47

Die Brüder Josephs vor dem Pharao

47:1 Joseph kam dann, machte dem Pharao Mitteilung und sprach: »Mein Vater, meine Brüder, ihr Kleinvieh und ihr Großvieh, mit allem, was ihnen gehört, sind aus dem Lande Kanaan angekommen. Sie sind jetzt im Lande Gosen.«

47:2 Aus der Zahl seiner Brüder nahm er fünf und stellte sie dem Pharao vor.

47:3 Der Pharao sprach zu den Brüdern: »Was ist euer Beruf?« Sie antworteten dem Pharao: »Kleinviehhirten sind deine Knechte, wir wie auch unsere Väter.«

47:4 Sie fuhren fort: »Um als Schutzbürger im Lande zu weilen, sind wir gekommen, denn es gab für das Kleinvieh deiner Knechte keine Weide mehr, weil Hunger auf dem Lande Kanaan lastet. Jetzt möchten deine Knechte sich im Gebiet von Gosen niederlassen.«

47:5 Der Pharao sprach zu Joseph: »Dein Vater und deine Brüder sind zu dir gekommen.

47:6 Ägypten steht dir zur Verfügung. Im besten Landesteil siedle deinen Vater und deine Brüder an; sie mögen sich ansiedeln im Gefilde von Gosen! Und wenn du weißt, daß unter ihnen besonders tüchtige Männer sind, dann setze sie zu Aufsehern über meinen Herdenbesitz!«

 

Jakob wird dem Pharao vorgestellt

47:7 Dann führte Joseph seinen Vater Jakob hinein und stellte ihn dem Pharao vor. Jakob entbot dem Pharao seinen Segensgruß.

47:8 Der Pharao fragte Jakob: »Wie hoch ist die Zahl deiner Lebensjahre?«

47:9 Jakob antwortete dem Pharao: »Die Zahl der Jahre meiner Pilgerschaft ist hundertdreißig; gering an Zahl und hart waren meine Lebensjahre; sie erreichten nicht die Zeit der Lebensjahre meiner Väter in den Tagen ihrer Pilgerschaft.«

47:10 Jakob entbot dem Pharao den Segensgruß und ging dann wieder von ihm hinaus.

 

Im Gebiet von Ramses

47:11 Joseph siedelte seinen Vater und seine Brüder an und gab ihnen Grundbesitz im Ägypterland, im besten Teil des Landes, nämlich in der Gegend von Ramses, wie es der Pharao geboten hatte.

47:12 Joseph versorgte nun seinen Vater, seine Brüder und die gesamte Familie seines Vaters mit Nahrung nach der Zahl ihrer Kinder.

 

Ägypten unter Zinsknechtschaft

47:13 Es fehlte an Brot im ganzen Lande; denn der Hunger lastete schwer. Es verschmachteten Ägypten und Kanaan vor Hunger.

47:14 Joseph brachte alles im Lande Ägypten und im Lande Kanaan befindliche Geld zusammen für das Getreide, das man sich kaufte, und Joseph lieferte das Geld ins Haus des Pharao ab.

47:15 So war das Geld im Lande Ägypten und im Lande Kanaan ausgegangen. Alle Ägypter kamen zu Joseph und sagten: »Gib uns Brot! Denn warum sollen wir vor deinen Augen sterben? Das Geld ist nämlich zu Ende!«

47:16 Joseph entgegnete: »Gebt eure Herden, und ich will euch dafür Brot geben, wenn das Geld zu Ende ist!«

47:17 Sie brachten ihre Herden zu Joseph; er gab ihnen Nahrung als Tausch für die Pferde und ihre Bestände an Kleinvieh, an Großvieh und an Eseln. Er brachte sie mit Brot um den Preis ihres ganzen Viehs durch jenes Hungerjahr gut hindurch.

47:18 Jenes Jahr ging zu Ende. Sie kamen aber im nächsten Jahr wieder und sagten ihm: »Wir können es unserem Herrn nicht mehr verbergen, daß unser Geld zu Ende ist und daß unsere Viehbestände bei unserem Herrn sind; wir können unserem Herrn nichts mehr anbieten als uns selbst und unsere Grundstücke.

47:19 Warum sollen wir vor deinen Augen zugrunde gehen, wir selbst und unser Grundbesitz? Kaufe uns unsere Grundstücke um Brot ab, dann wollen wir und unser Land dem Pharao dienstbar sein! Gib uns Saatgut, und wir werden leben und nicht sterben. Unser Land wird dann nicht veröden.«

47:20 Joseph erwarb nun alles Land in Ägypten für den Pharao; denn von den Ägyptern verkaufte jedermann sein Grundstück, weil der Hunger stark auf sie drückte; das Land wurde des Pharao Eigentum.

47:21 Und das Volk machte er ihm leibeigen von einem Ende Ägyptens bis zum anderen.

47:22 Nur das Land der Priester kaufte er nicht; denn die Priester hatten vom Pharao ein festes Einkommen, und sie lebten von ihrem Einkommen, das der Pharao ihnen gab; darum verkauften sie ihr Land nicht.

47:23 Joseph sprach zu dem Volke: »Seht, ich habe jetzt euch und euer Land für den Pharao erworben; da habt ihr Saatgut, bestellt damit den Acker!

47:24 Aber den fünften Teil von den Erträgnissen müßt ihr dem Pharao abliefern; vier Teile sollen euch zum Besäen des Ackers dienen und zu eurer, eurer Familien und eurer Kinder Ernährung!«

47:25 Sie antworteten: »Du hast uns am Leben erhalten; wenn wir Huld in unseres Herrn Augen finden, dann wollen wir gern dem Pharao dienstbar sein!«

47:26 So machte es denn Joseph zu einer Gesetzesvorschrift für den ägyptischen Grundbesitz bis zum heutigen Tage, daß dem Pharao der fünfte Teil gehöre, nur das Priesterland wurde nicht Eigentum des Pharao.

 

Der Wunsch Jakobs

47:27 So wurde Israel in Ägypten seßhaft, im Lande Gosen; sie setzten sich darin fest, wurden fruchtbar und mehrten sich sehr.

47:28 Jakob lebte im Ägypterland siebzehn Jahre. Die Tage Jakobs, seine Lebensjahre, betrugen hundertsiebenundvierzig Jahre.

47:29 Die Zeit nahte heran, da Israel sterben sollte. Er rief seinen Sohn Joseph und sprach zu ihm: »Habe ich Gnade vor dir gefunden, so lege deine Hand unter meine Hüfte zum Eid, daß du liebevoll und treu an mir handeln wirst: Begrabe mich nicht in Ägypten!

47:30 Wenn ich nun zu meinen Vätern entschlafe, so bringe mich fort von Ägypten und begrabe mich in ihrem Grabe!« Er sagte darauf: »Deinem Wunsche gemäß werde ich handeln!«

47:31 Jener sprach: »So schwöre mir!« Er schwur ihm. Da neigte sich Israel nach dem Kopfende seines Lagers hin. (Heb 11,21)

 

Genesis 48

Adoption der Josephssöhne

48:1 Nach diesen Begebenheiten meldete man dem Joseph: »Höre, dein Vater ist krank.« Da nahm Joseph seine beiden Söhne Manasse und Ephraim mit sich.

48:2 Dem Jakob berichtete man: »Dein Sohn Joseph ist zu dir gekommen.« Da nahm Israel seine Kräfte zusammen und setzte sich in seinem Bette aufrecht.

48:3 Jakob sprach zu Joseph: »Der Allmächtige Gott ist mir in Lus im Lande Kanaan erschienen und hat mich gesegnet.

48:4 Er sprach zu mir: >Ich will dich fruchtbar und zahlreich sein lassen und dich zu einer Schar von Völkern machen. Dies Land will ich deiner Nachkommenschaft zum immerwährenden Besitz geben!<

48:5 Und nun sollen deine beiden Söhne, die dir im Ägypterland geboren sind, bevor ich zu dir nach Ägypten kam, mir gehören. Ephraim und Manasse sollen mir soviel gelten wie Ruben und Simeon!

48:6 Nur die Kinder, die du nach ihnen gezeugt hast, sollen dir gehören; nach dem Namen ihrer Brüder sollen sie in ihrem Erbteil heißen!

48:7 Denn als ich aus Paddan kam, starb mir Rachel unterwegs im Lande Kanaan, als es noch eine Strecke weit bis Ephrat war. Ich begrub sie dort am Weg nach Ephrat, das ist Bethlehem.«

 

Ephraim und Manasse

48:8 Israel sah die Söhne Josephs und fragte: »Wer sind diese?«

48:9 Joseph antwortete seinem Vater: »Meine Söhne sind es, die Gott mir hier geschenkt hat.« Da sprach er: »Bringe sie her zu mir, ich will sie segnen!«

48:10 Die Augen Israels waren vom Alter schwach geworden; er konnte nicht mehr gut sehen. Man führte sie zu ihm hin, er küßte und umarmte sie.

48:11 Israel sprach zu Joseph: »Ich hätte nicht vermutet, dich jemals wiederzusehen, und nun hat Gott mich sogar noch deine Nachkommen schauen lassen.«

48:12 Joseph nahm sie von seinem Schoße weg, und sie verneigten sich mit dem Angesicht zur Erde.

48:13 Joseph nahm beide Söhne - den Ephraim zu seiner Rechten, aber zur Linken Israels, den Manasse zu seiner Linken, aber zur Rechten Israels - und führte sie ihm zu.

48:14 Israel streckte seine Rechte aus und legte sie auf das Haupt Ephraims, obwohl er der Jüngere war, und seine Linke auf das Haupt Manasses, indem er seine Arme kreuzte; Manasse war jedoch der Erstgeborene.

48:15 Er segnete den Joseph und sprach: »Gott, vor dem meine Väter Abraham und Isaak gewandelt sind, Gott, der mein Hirte war mein Leben lang bis auf diesen Tag,

48:16 der Engel, der mich von allem Übel erlöst hat, er segne diese Knaben. Mein Name und der meiner Väter Abraham und Isaak soll in ihnen weiterleben. Sie sollen sich vermehren zu großer Menge inmitten des Landes!«

48:17 Joseph aber sah, daß sein Vater seine Rechte auf das Haupt Ephraims gelegt hatte; das mißfiel ihm, und er ergriff die Hand seines Vaters, um sie vom Haupte Ephraims auf das Haupt Manasses zu legen.

48:18 Joseph sprach zu seinem Vater: »Nicht so, mein Vater, dieser ist der Erstgeborene; lege deine Rechte auf sein Haupt!«

48:19 Doch sein Vater weigerte sich und sprach: »Ich weiß es, mein Sohn, ich weiß es. Auch dieser wird zu einem Volke werden, auch dieser wird groß sein! Aber sein jüngerer Bruder wird ihn an Größe übertreffen, und seine Nachkommenschaft soll zu einer Fülle von Völkern werden.«

48:20 An jenem Tage segnete er sie und sprach: »Mit dir soll Israel seine Segenswünsche sprechen: >Gott möge dich machen wie Ephraim und Manasse!<« So setzte er den Ephraim vor Manasse.

48:21 Israel sagte weiter zu Joseph: »Siehe, ich muß sterben. Gott wird mit euch sein und wird euch in das Land eurer Väter heimführen.

48:22 Ich schenke dir gegenüber deinen Brüdern ein geschlossenes Gebiet, das ich den Amoritern mit meinem Schwerte und meinem Bogen abgenommen habe.«

 

Genesis 49

Der Segen Jakobs

49:1 Jakab rief seine Söhne und sprach: »Versammelt euch, ich will euch kundtun, was euch in der kommenden Zeit begegnen wird![37]

49:2 Kommt alle und hört, ihr Jakobssöhne; hört euren Vater Israel!

 

Ruben, der Erstgeborene

49:3 Ruben, mein Erstgeborener, meine Kraft und der Erstling meiner Lenden! Erster an Hoheit, erster an Stärke!

49:4 Du walltest über wie Wasser; du sollst der Erste nicht sein; denn du hast deines Vaters Lager bestiegen; damals schändetest du mein Bett, das du bestiegst.

 

Simeon und Levi, Männer der Gewalt

49:5 Simeon und Levi, ein Brüderpaar, Werkzeuge der Gewalt sind ihre Schwerter.

49:6 In ihren geheimen Rat trete mein Herz nicht ein, an ihrer Versammlung nehme nicht teil mein Gemüt; denn in ihrem Zorn haben sie Männer getötet und in ihrem Mutwillen Stiere gelähmt.

49:7 Fluch über ihren Zorn, der so heftig, und ihren Grimm, der so wütend ist! Ich will sie zerteilen in Jakob und sie zerstreuen in Israel!

 

Juda und sein Herrscherstab

49:8 Du, Juda! Preisen werden dich deine Brüder! Deine Hand ruht auf deiner Feinde Genick. Es neigen sich vor dir deines Vaters Söhne.

49:9 Ein junger Löwe ist Juda. Vom Raub, mein Sohn, bist du emporgestiegen. Nun hat er sich gelagert und hingekauert wie ein Löwe, wie eine Löwin. Wer wird ihn aufscheuchen?

49:10 Nicht weicht der Herrscherstab von Juda noch der Fürstenstab von seinen Füßen, bis der kommt, dem er gebührt und dem der Völker Gehorsam gehört.

49:11 An den Weinstock bindet er seinen Esel und an die Rebe seiner Eselin Junges. Er wäscht im Wein sein Kleid und im Traubenblut sein Gewand.

49:12 Seine Augen sind dunkler als Wein, seine Zähne weißer als Milch.

 

Sebulun am Meeresgestade

49:13 Sebulun wohnt an des Meeres Küste, zum Gestade der Schiffe hin. Seine Rückseite lehnt sich an Sidon.

 

Issachar, ein knochiger Esel

49:14 Issachar ist ein knochiger Esel; er lagert am Kochherd.

49:15 Er sah, seine Ruhe ist schön und lieblich sein Land. Da beugte er seine Schulter zur Traglast; er wurde zum Fronknecht.

 

Dan, eine Schlange am Weg

49:16 Dan schafft Recht seinem Volke wie nur einer der Stämme Israels.

49:17 Dan sei eine Schlange am Weg, eine Natter am Pfade, die das Roß in die Fessel beißt, so daß sein Reiter nach rückwärts fällt.

49:18 Auf dein Heil harre ich, o Herr!

 

Gad in Bedrängnis

49:19 Gad, Kriegsgedränge bedrängt ihn; er aber bedrängt den Nachtrab.

 

Asers Leckerbissen

49:20 Aser, Fettes ist seine Speise, königliche Leckerbissen liefert er.

 

Naphtali, die Hinde

49:21 Naphtali ist eine freigelassene Hinde. Er trägt schöne Reden vor.

 

Joseph, der Geweihte seiner Brüder

49:22 Ein Jungrind [junger Fruchtbaum] ist Joseph, ein Jungrind [junger Fruchtbaum] an der Quelle, ein Kalb [junger Zweig an der Mauer], das auf dem Mauerwall schreitet.

49:23 Es reizten ihn aber und schossen, es befehdeten ihn Pfeilschützen.

49:24 Doch sein Bogen blieb fest, Arme und Hände waren gelenk durch die Hände des starken Jakobs, von dort her, wo der Hirte ist, der Felsenhort Israels,

49:25 vom Gott deines Vaters, der dir helfe, vom Allmächtigen, der dich segne mit Segnungen des Himmels dort oben, mit Segnungen der Urflut, die drunten lagert, mit Segnungen von Brust und Schoß.

49:26 Die Segnungen deines Vaters wirken sich machtvoll aus auf die Segnungen der uralten Berge und auf den köstlichen Ertrag der ewigen Hügel. Sie mögen kommen auf Josephs Haupt, auf den Scheitel des Geweihten unter seinen Brüdern!

 

Benjamin, der reißende Wolf

49:27 Benjamin ist ein reißender Wolf; früh am Morgen frißt er Raub, am Abend verteilt er Beute.«

 

Zu den Vätern

49:28 Dies sind die zwölf Stämme Israels, und dies sind die Worte, die ihr Stammvater zu ihnen gesprochen hat. Er segnete sie, einen jeden mit einem besonderen Segen.

49:29 Und er gebot ihnen und sprach: »Ich werde zu meiner Sippe versammelt; begrabt mich bei meinen Vätern in der Höhle, die auf dem Grundstück des Hethiters Ephron liegt,

49:30 in der Höhle auf dem Felde Machpela gegenüber Mamre im Lande Kanaan, auf dem Felde, das Abraham von dem Hethiter Ephron als eigene Grabstätte gekauft hat.

49:31 Dort haben sie Abraham und seine Frau Sara begraben, dort bestatteten sie Isaak und seine Frau Rebekka, und dort habe ich Lea beerdigt.

49:32 Erworben ward das Feld mit der darauf befindlichen Höhle von den Hethitern.«

49:33 Jakob hatte seine letzten Aufträge an seine Söhne beendet; dann zog er seine Beine auf die Lagerstatt zurück. Er verschied und ward zu seiner Sippe versammelt.

 

Genesis 50

Totenklage

50:1 Da warf sich Joseph über seinen Vater, er beweinte ihn und küßte ihn.[38]

50:2 Er gab alsdann seinen Dienern, den Ärzten, Befehl, seinen Vater einzubalsamieren. Die Ärzte balsamierten Israel ein.

50:3 Darob verflossen vierzig Tage; denn so lange dauert das Einbalsamieren. Die Ägypter beweinten ihn siebzig Tage.

50:4 Die Tage der Trauer um ihn gingen vorüber; da redete Joseph zu den Hofbeamten des Pharao: »Habe ich Gnade vor euch gefunden, so teilt dem Pharao folgendes mit:

50:5 Mein Vater hat mich einen Eid schwören lassen: »Wenn ich nunmehr sterbe, so begrabe mich in eigener Gruft, die ich mir im Lande Kanaan gebaut habe!< Hinziehen will ich, meinen Vater zu begraben, und dann kehre ich zurück.«

50:6 Der Pharao sprach darauf: »Ziehe hin, begrabe deinen Vater, wie er dich schwören ließ!«

50:7 Da zog Joseph hinauf, seinen Vater zu begraben. Ihm schlossen sich alle Diener des Pharao, die Ältesten seines Palastes und alle Ältesten Ägyptens an,

50:8 auch das gesamte Haus Josephs, seine Brüder und das Haus seines Vaters. Nur ihre kleinen Kinder, ihr Kleinvieh und ihr Großvieh ließen sie im Lande Gosen zurück.

50:9 Sogar Wagen mit Mannschaften zogen mit ihm; es war ein gewaltiger Zug.

50:10 Sie kamen zur Stechdorntenne jenseits des Jordans. Dort hielten sie eine große und überaus würdige Totenklage. Sieben Tage lang ließ er um seinen Vater die Trauerfeier halten.

50:11 Die Kanaaniter als Landesbewohner sahen die Trauerfeier bei der Stechdorntenne und sprachen: »Das ist eine große Trauerfeier der Ägypter!« Darum nennt man den Ort »Ägyptens Trauer«; er liegt jenseits des Jordans.

50:12 Seine Söhne taten an ihm so, wie er ihnen befohlen hatte.

50:13 Sie brachten ihn ins Land Kanaan, und man begrub ihn in der Höhle auf dem Machpelagefilde, das Abraham als eigene Grabstätte vom Hethiter Ephron gekauft hatte, Mamre gegenüber.

50:14 Joseph kehrte dann nach Ägypten zurück, er und seine Brüder und alle, die zum Begräbnis seines Vater hinaufgezogen waren, nachdem er seinen Vater bestattet hatte.[39]

50:15 Josephs Brüder sahen, daß ihr Vater tot war, und sie dachten: »Wie, wenn Joseph sich nun feindselig gegen uns stellt und uns all das Böse, das wir ihm angetan haben, reichlich vergilt?«

50:16 So ließen sie Joseph wissen: »Dein Vater hat vor seinem Tode folgendes angeordnet:

50:17 So sollt ihr zu Joseph sprechen: >Vergib deinen Brüdern ihre Schuld und Sünde, daß sie dir Böses angetan haben!< Verzeih jetzt den Dienern des Gottes, den dein Vater verehrte, ihre Missetat!« Joseph weinte, als sie dies zu ihm sprachen.

50:18 Seine Brüder gingen dann selbst zu ihm hin, fielen vor ihm nieder und beteuerten: »Hier sind wir! Deine Knechte wollen wir sein!«

50:19 Joseph sprach zu ihnen: »Habt keine Furcht! Bin ich denn an Gottes Stelle?

50:20 Ihr gedachtet, mir Böses zu tun, Gott hat es aber zum Guten gelenkt, um das zu tun, was heute geschieht, nämlich viel Volk am Leben zu erhalten.

50:21 Nun aber, fürchtet euch nicht! Ich will euch und eure Kinder versorgen!« So tröstete er sie und redete mit ihnen freundlich.

 

Josephs Ende

50:22 Joseph blieb in Ägypten, er und die Familie seines Vaters. Er wurde hundertundzehn Jahre alt.

50:23 Joseph sah Ephraims Nachkommen bis ins dritte Geschlecht. Auch die Söhne Machirs, des Sohnes Manasses, wurden noch von Joseph als die Seinen anerkannt.

50:24 Joseph sprach zu seinen Brüdern: »Ich muß sterben, aber Gott wird euch gnädig heimsuchen und euch aus diesem Lande hinaufführen in das Land, das er Abraham, Isaak und Jakob zugeschworen hat.«

50:25 Joseph ließ Israels Söhne einen Eid schwören und sprach: »Wenn Gott euch gnädig heimsucht, sollt ihr meine Gebeine von hier mit hinaufführen!«

26 Dann starb Joseph, hundertundzehn Jahre alt. Man balsamierte ihn ein und legte ihn in Ägypten in einen Sarg.

 

Exodus - Zweites Buch Moses

Exodus 1

Nach Josephs Tod

1:1 Das sind die Namen der Söhne Israels, die nach Ägypten gekommen waren; mit Jakob waren sie gekommen, und zwar ein jeder mit seiner Hausgemeinschaft:[40]

1:2 Ruben, Simeon, Levi und Juda,

1:3 Issachar, Sebulun und Benjamin,

1:4 Dan und Naphtali, Gad und Aser.

1:5 Die Gesamtzahl all derer, die aus Jakobs Lenden abstammen, betrug siebzig Personen; Joseph befand sich bereits in Ägypten.

1:6 Es starben Joseph und seine Brüder und jenes ganze Geschlecht.

1:7 Israels Söhne aber waren fruchtbar und zahlreich; sie vermehrten sich, wurden überaus stark und bevölkerten das Land.

 

Frondienste

1:8 Ein neuer König, der von Joseph nichts mehr wußte, trat über Ägypten die Herrschaft an.

1:9 Er sprach zu seinem Volke: »Fürwahr, das Volk der Söhne Israels ist bereits größer und stärker als wir.

1:10 Wohlan, wir müssen uns klug ihm gegenüber verhalten, damit es nicht noch zahlreicher wird und im Kriegsfalle sich unseren Feinden anschließt, gegen uns kämpft und sich des Landes bemächtigt.«

1:11 Man setzte also Fronvögte über die Israeliten ein, die sie mit ihren Frondiensten bedrücken sollten; sie mußten Proviantstädte für den Pharao bauen, nämlich Pitom und Ramses.

1:12 Je mehr man sie aber unterdrückte, desto größer wurde ihre Zahl; und um so mehr breiteten sie sich aus; man bekam vor den Kindern Israels ein Grauen.

1:13 Die Ägypter aber quälten die Israeliten mit Zwangsarbeit;

1:14 sie verbitterten ihnen das Leben bei harter Fron mit Lehm-, Ziegel- und allerlei Feldarbeit und mit allen Diensten, die sie durch jene im Frondienst verrichten ließen.

 

Ein Mordbefehl des Pharao

1:15 Der Ägypterkönig gebot den Hebammen der hebräischen Mütter - eine von ihnen hieß Schiphra und die andere Pua -folgendes:

1:16 »Wenn ihr den Hebräerinnen beisteht, so schaut auf das Geschlecht! Ist es ein Sohn, so tötet ihn; ist es ein Mädchen, so bleibe es am Leben!«

1:17 Doch die Hebammen waren gottesfürchtig; sie handelten nicht nach dem Befehl des Ägypterkönigs, sondern ließen die Knaben am Leben.

1:18 Da ließ der Ägypterkönig die Hebammen rufen und fragte sie: »Warum tut ihr das und laßt die Knaben am Leben?«

1:19 Die Hebammen gaben dem Pharao zur Antwort: »Die hebräischen Frauen sind nicht wie die ägyptischen; sie bringen zum Leben, bevor noch die Hebamme zu ihnen kommt, und haben schon geboren.«

1:20 Gott ließ es den Hebammen gut ergehen. Das Volk vermehrte sich weiter und wurde überaus stark.

1:21 Weil aber die Hebammen gottesfürchtig waren, verschaffte ihnen Gott Kindersegen.

1:22 Also gab der Pharao seinem ganzen Volke den Befehl: »Werft jeden Knaben, der den Hebräern geboren wird, in den Nil, alle Töchter aber laßt am Leben!«

 

Exodus 2

Geburt des Moses

2:1 Ein Mann aus dem Hause Levi ging hin und nahm sich eine Tochter Levis zur Frau.

2:2 Diese empfing und gebar einen Sohn; sie sah, daß er schön war, und verbarg ihn deshalb drei Monate lang.

2:3 Länger konnte sie ihn aber nicht verbergen. Sie nahm deshalb ein Kästchen aus Binsen und überzog es mit Asphalt und Pech. Dann legte sie das Kind hinein und setzte es im Schilf am Ufer des Nils aus.

2:4 Seine Schwester stellte sich von ferne auf, um in Erfahrung zu bringen, was mit ihm geschehen würde.

 

Moses Errettung

2:5 Da kam die Tochter des Pharao herab, um im Nil zu baden. Ihre Dienerinnen gingen am Ufer des Nils auf und ab. Sie sah das Kästchen im Schilf und ließ es durch ihre Leibmagd holen.

2:6 Sie öffnete es, sah das Kind, und siehe da, ein weinendes Knäblein! Da ward sie von Mitleid gerührt und sprach: »Dies ist eines von den Kindern der Hebräer.«

2:7 Seine Schwester aber sprach zur Tochter des Pharao: »Soll ich hingehen und dir eine Amme von den Hebräerinnen kommen lassen, die dir das Kind stillen kann?«

2:8 Die Tochter des Pharao sprach zu ihr: »Ja, gehe!« Das Mädchen ging nun und rief die Mutter des Kindes.

2:9 Die Tochter des Pharao sprach zu ihr: »Bring dieses Kind weg und stille es mir: ich will es dir lohnen!« Die Frau nahm das Kind und stillte es.

2:10 Der Knabe wurde groß, und sie brachte ihn zur Tochter des Pharao. Diese nahm ihn an Sohnes Statt an und nannte ihn »Moses«. Sie sprach dabei: »Ich habe ihn ja aus dem Wasser gezogen.« (Apg 7,22)[41]

 

Bei seinen Brüdern

2:11 Es begab sich nun in jenen Tagen, da Moses groß geworden war, daß er zu seinen Brüdern ging und ihnen bei ihren Fronarbeiten zuschaute. Da sah er, wie ein Ägypter einen hebräischen Mann, einen seiner Brüder, erschlagen wollte.

2:12 Daraufhin schaute er sich nach allen Seiten um, und als er sah, daß niemand zugegen war, erschlug er den Ägypter und verscharrte ihn im Sand.

2:13 Am anderen Tage ging er wiederum hinaus und sah, wie zwei Hebräer miteinander stritten. Er sprach zu dem, der im Unrecht war: »Warum schlägst du deinen Volksgenossen?«

2:14 Dieser entgegnete: »Wer hat dich zum Vorsteher und Schiedsrichter über uns bestellt? Willst du mich etwa auch totschlagen, wie du den Ägypter totgeschlagen hast?« Moses bekam Angst und dachte: »Also ist die Sache doch ruchbar geworden.«

 

Flucht und Heirat in Midian

2:15 Der Pharao hörte von diesem Vorfall. Er suchte Moses umzubringen. Daher floh Moses vor dem Pharao und ließ sich im Lande Midian nieder. Er rastete an einem Brunnen.

2:16 Der Priester von Midian hatte sieben Töchter. Diese kamen, wollten Wasser schöpfen und die Tröge füllen, um das Kleinvieh ihres Vaters zu tränken.

2:17 Aber die Hirten eilten herbei und vertrieben sie. Da kam Moses, leistete ihnen Hilfe und tränkte ihre Schafe.

2:18 Sie gingen zu ihrem Vater Reuël. Der fragte: »Warum kommt ihr heute so vorzeitig?«[42]

2:19 Sie gaben zur Antwort: »Ein Ägypter hat uns gegen die Hirten geholfen. Er hat uns sogar Wasser geschöpft und die Schafe getränkt.«

2:20 Er sprach zu seinen Töchtern: »Wo ist er? Warum habt ihr den Mann stehenlassen? Ruft ihn doch, daß er zum Essen komme!«

2:21 Moses willigte ein, bei dem Mann zu bleiben. Dieser gab dem Moses seine Tochter Zippora zur Frau.

2:22 Sie gebar einen Sohn, und er nannte ihn »Gerschom«. Er sprach dabei: »Als Gast weile ich in fremdem Lande.« (Apg 7,29)

 

Gott gedenkt seines Bundes

2:23 Es begab sich aber in jener langen Zeitspanne, daß der König von Ägypten starb. Doch die Kinder Israels seufzten weiter unter dem Frondienst und schrieen. Ihr Hilferuf stieg von ihrer Fronarbeit zu Gott empor.

2:24 Gott hörte ihr Stöhnen. Da gedachte Gott seines Bundes mit Abraham, Isaak und Jakob. (Lk 1,72)

2:25 Gott schaute auf die Kinder Israels und tat sich ihnen kund.

 

Exodus 3

Der brennende Dornbusch

3:1 Moses weidete das Kleinvieh seines Schwiegervaters Jetro, des Priesters von Midian. Er trieb die Herde bis hinter die Wüste und kam zum Gottesberg Horeb.

3:2 Der Engel des Herrn erschien ihm in einer Feuerflamme, mitten aus einem Dornbusch heraus. Er schaute, und siehe da, der Dornbusch brannte zwar im Feuer, wurde aber dabei nicht verzehrt.

3:3 Moses sprach: »Ich will näher hingehen und diese gewaltige Erscheinung ansehen, wie es kommt, daß der Dornbusch nicht verbrennt!«

3:4 Der Herr sah, wie jener herankam, um nachzusehen. Da rief Gott mitten aus dem Dornbusch und sprach: »Moses! Moses!« Da antwortete er: »Hier bin ich!«

3:5 Und er sprach: »Tritt nicht näher heran! Ziehe deine Schuhe von deinen Füßen; denn der Ort, auf dem du stehst, ist heiliger Boden!«

3:6 Er fuhr fort: »Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs!« Moses verhüllte sein Antlitz, denn er fürchtete sich, Gott anzublicken. (Mt 22,32; Mk 12,26; Lk 20,37)

 

Auftrag

3:7 Der Herr sprach: »Ich sah gar wohl das Elend meines Volkes in Ägypten, und ihr Schreien angesichts ihrer Treiber hörte ich; ja, ich kenne ihre Schmerzen!

3:8 lch stieg deshalb herab, um sie aus der Hand der Ägypter zu befreien und hinaufzuführen aus diesem Land in ein schönes und weiträumiges Land, das von Milch und Honig fließt, in das Gefilde der Kanaaniter, der Hethiter, der Amoriter, der Perissiter, der Hiwwiter und der Jebusiter.

3:9 Und nun höre: Das Wehgeschrei der Kinder Israels ist zu mir gedrungen, und gesehen habe ich die Drangsal, mit der die Ägypter sie bedrängen.

3:10 Jetzt also gehe hin! Ich will dich zum Pharao senden! Führe mein Volk, die Kinder Israels, aus Ägypten heraus!« (Apg 7,34)

3:11 Moses erwiderte Gott: »Wer bin ich denn, daß ich zum Pharao hingehen und die Kinder Israels aus Ägypten herausführen soll?«

3:12 Jener erwiderte: »Ich will mit dir sein! Dies soll dir zum Zeichen sein, daß ich es bin, der dich gesandt hat: Wenn du das Volk herausführst aus Ägypten, so werdet ihr auf diesem Berge Gott verehren.«

 

Jahwe

3:13 Moses sprach zu Gott: »Wenn ich nun zu den Kindern Israels komme und zu ihnen spreche: >Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt< und sie mich dann fragen werden: >Wie heißt er?<, was soll ich ihnen dann antworten?«[43]

3:14 Gott entgegnete dem Moses: »'Ich bin', der 'ich bin!' [IHWH]« Er fuhr fort: »So sollst du zu den Israeliten sprechen: Der »'Ich bin' hat mich zu euch gesandt.«

3:15 Und weiter sagte Gott zu Moses: »So sollst du zu den Kindern Israels sprechen: >Der Herr (Jahwe), der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs hat mich zu euch gesandt.< Dies soll mein Name für immer sein und dies mein Rufname von Geschlecht zu Geschlecht!

3:16 Geh und versammle die Ältesten Israels und sprich zu ihnen: >Der Herr, der Gott eurer Väter, ist mir erschienen, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, und hat gesprochen: Genau beobachtet habe ich euch und alles, was euch in Ägypten angetan wird.

3:17 Darum habe ich mich entschlossen, euch aus dem Elend in Ägypten herauszuführen in das Land der Kanaaniter, der Hethiter, der Amoriter, Perissiter, Hiwwiter und Jebusiter, in ein Land, das von Milch und Honig fließt.

3:18 Wenn sie nun auf deine Stimme hören, dann sollst du mit den Ältesten Israels zum König von Ägypten gehen. Ihr sollt zu ihm folgendes sagen: >Der Herr, der Gott der Hebräer, ist uns begegnet, und nun wollen wir drei Tagereisen weit in die Wüste ziehen und dem Herrn, unserem Gott, ein Opferfest halten.<

3:19 Ich weiß aber, daß der König von Ägypten euch nicht ziehen läßt, es sei denn, daß er mit starker Hand gezwungen wird.

3:20 Ich strecke dann meine Hand aus und schlage Ägypten mit all meinen Wundertaten, die ich in ihrer Mitte wirken werde; dann wird er euch entlassen.

3:21 Ich werde diesem Volke Gunst bei den Ägyptern verschaffen. Wenn ihr davonzieht, so werdet ihr es nicht mit leeren Händen tun.

3:22 Jede Frau wird von ihrer Nachbarin und ihrer Hausgenossin silberne und goldene Gefäße und Kleider fordern. Diese sollt ihr euren Söhnen und euren Töchtern anlegen, und so werdet ihr die Ägypter berauben.«

 

Exodus 4

Wunderkräfte

4:1 Moses erwiderte und sprach: »Wenn sie mir aber nicht glauben und nicht auf meine Stimme hören, sondern sagen: >Der Herr ist dir nicht erschienen?«[44]

4:2 Da antwortete ihm der Herr: »Was ist das in deiner Hand?« Er erwiderte: »Ein Stab.«

4:3 Und Gott sprach: »Wirf ihn zu Boden!« Er warf ihn zu Boden, und der Stab ward zur Schlange, so daß Moses vor ihr floh.

4:4 Weiter sprach der Herr zu Moses: »Strecke deine Hand aus und fasse sie am Schwanz! «Er streckte seine Hand aus und ergriff sie; da wurde sie in seiner Hand wieder zum Stabe.

4:5 »(Das tue), damit sie glauben, daß der Herr dir erschienen ist, der Gott ihrer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs.«

4:6 Der Herr setzte seine Rede an ihn fort: »Stecke deine Hand in den Bausch deines Gewandes!« Er steckte seine Hand in den Bausch seines Gewandes und zog sie wieder heraus. Sie war vom Aussatz weiß geworden wie Schnee.

4:7 Dann sagte er: »Stecke deine Hand noch einmal in den Bausch deines Gewandes!« Er steckte sie hinein, zog sie wieder heraus, und sie war wie sein übriges Fleisch.

4:8 »Wenn sie dir nicht glauben und nicht auf das Zeugnis des ersten Zeichens hin gehorchen, so werden sie auf das Zeugnis des zweiten Zeichens hin glauben.

4:9 Wenn sie aber auch diesen beiden Zeichen nicht glauben und auf deine Stimme nicht hören, dann hole Wasser vom Nil und gieße es auf dem trockenen Boden aus! Das Wasser, das du aus dem Nil holst, wird auf dem trockenen Boden zu Blut werden.«

4:10 Moses sprach zum Herrn: »Bitte, Herr, ich bin kein redegewandter Mann, weder gestern noch vorher, seitdem du zu deinem Knecht redest; vielmehr bin ich schwerfällig mit dem Mund und der Zunge.«

4:11 Der Herr erwiderte ihm: »Wer hat dem Menschen den Mund gegeben, oder wer macht ihn stumm oder taub, klar sehend oder blind? Bin nicht ich es, der Herr?

4:12 Gehe also hin, ich werde mit deinem Munde sein und werde dich lehren, was du reden sollst.«

4:13 Doch er sprach: »Bitte, Herr, sende, wen du willst!«

4:14 Da entbrannte der Zorn des Herrn über Moses, und er sprach: »Ist nicht dein Bruder Aaron noch da, der Levit? Ich weiß, daß er reden kann, und siehe da, er macht sich schon auf, dir entgegenzugehen. Er wird dich erblicken und sich von Herzen freuen.

4:15 Du sollst zu ihm sprechen und die Worte in seinen Mund legen! Ich will aber mit deinem und mit seinem Munde sein und will euch lehren, was ihr tun sollt.

4:16 Er soll dann an deiner Stelle zum Volke sprechen: Er soll dein Mund sein, und du sollst für ihn an Gottes Stelle stehen!

4:17 So nimm denn diesen Stab in deine Hand, mit dem du die Zeichen wirken wirst!«

 

Rückkehr nach Ägypten

4:18 Danach machte sich Moses auf und kehrte zu seinem Schwiegervater Jetro zurück. Er sprach zu ihm: »Ich will mich aufmachen und zu meinen Brüdern nach Ägypten zurückkehren, um zu sehen, ob sie noch am Leben sind.« Jetro sagte zu Moses: »Geh hin in Frieden!«

4:19 Der Herr sprach zu Moses in Midian: »Auf! Kehre zurück nach Ägypten; denn alle Männer, die dir nach dem Leben trachteten, sind tot!«

4:20 Moses nahm seine Frau und seinen Sohn. Er setzte sie auf den Esel und kehrte nach Ägypten zurück. Er hielt den Gottesstab in seiner Hand.

4:21 Der Herr sprach zu Moses: »Da du dich aufmachst, nach Ägypten zurückzukehren, so sieh zu, daß du alle Wundertaten, die ich deiner Hand anvertraute, vor dem Angesicht des Pharao ausführst! Ich aber werde sein Herz verhärten, und er wird das Volk nicht ziehen lassen.

4:22 Sage zum Pharao: >So spricht der Herr: Mein erstgeborener Sohn ist Israel. (2Petr 1,17)[45]

4:23 Ich sage dir: Laß meinen Sohn ziehen, daß er mich verehre; weigerst du dich aber, ihn ziehen zu lassen, so töte ich deinen erstgeborenen Sohn.«

 

»Blutbräutigam«

4:24 Auf dem Wege bei der Raststätte stieß der Herr auf ihn und suchte ihn zu töten.[46]

4:25 Da nahm Zippora einen kantigen Stein, schnitt damit die Vorhaut ihres Sohnes ab, berührte damit seine Beine und sprach: »Ein Blutbräutigam bist du mir.«

4:26 Da ließ er von ihm ab. Damals sagte man »Blutbräutigam« bezüglich der Beschneidungen.

 

Moses und Aaron vor dem Volke

4:27 Es sprach der Herr zu Aaron: »Gehe dem Moses in die Wüste entgegen!« Er machte sich auf, stieß auf ihn am Gottesberge und küßte ihn.

4:28 Moses teilte dem Aaron alle Worte des Herrn mit, die er bei seiner Sendung gesprochen, und alle Wunderzeichen, die er ihm aufgetragen hatte.

4:29 Moses und Aaron gingen also hin und riefen alle Ältesten der Israeliten zusammen.

4:30 Aaron verkündete alle Worte, die der Herr zu Moses gesprochen hatte; dieser vollbrachte die Wunderzeichen vor den Augen des Volkes.

4:31 Und das Volk glaubte. Als sie hörten, daß der Herr sich der Kinder Israels angenommen und daß er ihr Elend angeschaut habe, da verneigten sie sich und warfen sich voll Ehrfurcht nieder.

 

Exodus 5

Moses und Aaron vor dem Pharao

5:1 Danach gingen Moses und Aaron hin und sprachen zum Pharao: »So spricht der Herr, der Gott Israels: Laß mein Volk frei, damit sie mir zu Ehren in der Wüste ein Fest feiern!«

5:2 Der Pharao erwiderte: »Wer ist denn der Herr, daß ich auf seine Stimme hören und Israel entlassen sollte? Ich kenne den Herrn nicht und werde auch Israel nicht entlassen.«

5:3 Sie sprachen: »Der Gott der Hebräer ist uns begegnet. Wir wollen drei Tagereisen weit in die Wüste ziehen und dort dem Herrn, unserem Gott, Opfer darbringen. Sonst trifft er uns mit der Pest oder mit dem Schwerte.«

5:4 Der König von Ägypten erwiderte ihnen: »Warum wollt ihr beide, Moses und Aaron, das Volk von seinen Arbeiten abhalten? Fort mit euch an eure Frondienste!«

5:5 Der Pharao fuhr fort: »Seht, sie sind jetzt schon ohnehin zahlreicher als die Bürger des Landes! Da wollt ihr sie noch ruhen lassen von ihrer Fronarbeit?«

5:6 Der Pharao befahl an jenem Tage den über das Volk gesetzten Antreibern und dessen Aufsehern:

5:7 »lhr sollt das Bindestroh zur Ziegelherstellung dem Volke nicht mehr zur Verfügung stellen wie bisher! Sie sollen selbst gehen und sich das Stroh sammeln!

5:8 Dieselbe Anzahl von Ziegeln, die sie bisher verfertigten, sollt ihr ihnen auferlegen und nichts davon nachlassen! Sie sind faul; nur deshalb schreien sie dauernd: Wir wollen fort und unserem Gott ein Opferfest feiern!

5:9 Den Leuten muß die Arbeit erschwert werden, damit sie mit ihr beschäftigt sind und nicht auf trügerische Worte hören!«

5:10 Die über das Volk gesetzten Antreiber und Aufseher gingen hinaus und sprachen zum Volke: »So befiehlt der Pharao: Ich liefere euch kein Stroh mehr.

5:11 Geht ihr selbst und holt euch Stroh, wo immer ihr es findet; aber es wird euch von eurer Arbeit nichts nachgelassen.«

5:12 Da zerstreute sich das Volk über das ganze Ägypterland hin, um Halme für das Bindestroh zu sammeln.

5:13 Die Antreiber drängten und sagten: »Ihr müßt tagtäglich eure pflichtmäßige Arbeit leisten wie bisher, als das Stroh da war.«

5:14 Die Aufseher der Israeliten aber, die von den Antreibern des Pharao über sie gesetzt waren, wurden geschlagen mit der Begründung: »Warum habt ihr nicht euer Maß in der Ablieferung von Ziegeln wie ehedem so auch gestern und heute erfüllt?«

 

Der Aufseher Klage

5:15 Da kamen die Aufseher der Israeliten und klagten laut beim Pharao: »Warum handelst du so an deinen Knechten?

5:16 Stroh wird deinen Knechten nicht mehr geliefert; Ziegel aber, so heißt es, müßt ihr abliefern. Jetzt werden deine Knechte noch geschlagen! Du versündigst dich an deinem Volke!«

5:17 Er erwiderte: »Faul seid ihr, faul; darum sagt ihr dauernd: Wir wollen hingehen und dem Herrn ein Opferfest halten!

5:18 Jetzt aber geht und schafft! Stroh wird euch nicht geliefert; aber das Soll an Ziegeln müßt ihr abliefern!«

5:19 Da sahen sich die Aufseher der Israeliten in einer mißlichen Lage, da man forderte: »Ihr dürft die täglich abzuliefernde Menge an Ziegeln nicht herabsetzen!«

 

Vorwürfe gegen Moses und Aaron

5:20 Sie stießen beim Weggehen vom Pharao auf Moses und Aaron, die auf sie warteten.

5:21 Sie sagten zu ihnen: »Auf euch möge der Herr strafend herabsehen, und er möge richten! Denn ihr habt uns beim Pharao und seinen Knechten in einen üblen Ruf gebracht, indem ihr ihnen ein Schwert in die Hand gegeben habt, uns zu töten.«

5:22 Da wandte sich Moses an den Herrn und sprach: »Herr, warum handelst du so übel an diesem Volke? Wozu hast du mich gesandt?

5:23 Seit ich beim Pharao war, um in deinem Namen zu reden, mißhandelt er dieses Volk, und du hast dein Volk wahrhaftig nicht gerettet!«

 

Exodus 6

Mit ausgestrecktem Arm

6:1 Der Herr erwiderte Moses: »Jetzt wirst du sehen, was ich dem Pharao antun werde! Er wird sie, von einer starken Hand gezwungen, entlassen; ja, er wird sie, von einer starken Hand gezwungen, aus seinem Land vertreiben.«

6:2 Gott redete zu Moses und sprach zu ihm: »Ich bin der Herr!

6:3 Ich bin unter dem Namen »Allmächtiger Gott< (El Schaddaj) dem Abraham, dem Isaak und dem Jakob erschienen. Aber meinen Namen >Jahwe< habe ich ihnen nicht kundgetan.

6:4 Ich schloß mit ihnen einen Bund, ihnen das Land Kanaan zu geben, das Land ihrer Wanderschaft, in dem sie als Fremdlinge weilten.

6:5 Auch hörte ich das Stöhnen der Kinder Israels, die von den Ägyptern zu Sklaven gemacht wurden. Ich gedenke meines Bundes.

6:6 Darum sage den Kindern Israels: Ich bin der Herr! Ich führe euch aus den Frondiensten Ägyptens hinaus; ich befreie euch aus ihrer Knechtschaft, und ich erlöse euch mit ausgestrecktem Arm und in gewaltigen Strafgerichten.

6:7 Ich nehme euch als mein Volk an und will euer Gott sein; ihr sollt erkennen, daß ich es bin, der Herr, euer Gott, der euch aus den Frondiensten Ägyptens hinausführt!

6:8 Ich bringe euch in das Land, das dem Abraham, Isaak und Jakob zu verleihen ich unter Eidschwur versprochen habe. Euch will ich es geben als Erbbesitz, ich, der Herr!«

 

Moses wieder vor dem Pharao

6:9 Moses sprach in diesem Sinne zu den Kindern Israels; aus Mutlosigkeit und wegen des harten Dienstes wollten sie aber auf Moses nicht hören.

6:10 Der Herr sprach zu Moses:

6:11 »Geh hin, sage dem Pharao, dem Ägypterkönig, er solle die Kinder Israels aus seinem Lande freigeben!«

6:12 Und Moses sprach vor dem Herrn: »Siehe, nicht einmal die Kinder Israels haben auf mich gehört; wie sollte wohl der Pharao auf mich hören? Ich bin ja schwerfällig im Reden.«

6:13 Der Herr redete zu Moses und Aaron und entbot sie zu den Kindern Israels und zum Pharao, dem König von Ägypten; sie sollten die Kinder Israels aus dem Ägypterland hinausführen.

 

Familiengeschichte des Moses und Aaron

6:14 Dies sind die Häupter ihrer Familien: Die Söhne Rubens, des Erstgeborenen Israels, waren Henoch und Pallu, Chezron und Karmi; dies sind die Geschlechter Rubens.[47]

6:15 Die Söhne Simeons waren: Jemuel, Jamin, Ohad, Jachin, Zochar und Schaul, der Sohn der Kanaaniterin; das sind die Geschlechter Simeons.

6:16 Dies sind die Namen der Söhne Levis nach ihren Geschlechtern: Gerschon, Kehat und Merari. Levis Lebensjahre waren hundertsiebenunddreißig Jahre.

6:17 Die Söhne Gerschons waren Libni und Schimi nach ihren Geschlechtern.

6:18 Die Söhne Kehats waren Amram, Jizhar, Hebron und Ussiel. Die Lebensjahre Kehats betrugen hundertdreiunddreißig Jahre.

6:19 Die Söhne Meraris waren Machli und Muschi. Das sind Levis Geschlechter nach ihrem Stammbaum.

6:20 Amram nahm sich seine Tante Jochebed zur Frau. Sie gebar ihm den Aaron und den Moses. Amrams Lebensjahre betrugen hundertsiebenunddreißig Jahre.

6:21 Die Söhne Jizhars waren Korach, Nepheg und Sichri.

6:22 Die Söhne Ussiels waren Mischael, Elzaphan und Sitri.

6:23 Aaron nahm sich Elischeba, die Tochter des Amminadab und Schwester des Nachschon, zur Frau. Sie gebar ihm Nadab, Abihu, Eleasar und Itamar.

6:24 Die Söhne Korachs waren: Assir, Elkana und Abiasaph. Das sind die Geschlechter der Korachiten.

6:25 Eleasar, Aarons Sohn, nahm sich eine von den Töchtern Putiels zur Frau. Sie gebar ihm den Pinchas. Das sind die Familienhäupter der Leviten nach ihren Geschlechtern.

6:26 Dies sind Aaron und Moses, denen der Herr aufgetragen: »Führt die Kinder Israels aus dem Ägypterland, nach ihren Heerscharen geordnet!«

6:27 Dies sind diejenigen, die mit dem Pharao, dem König von Ägypten, redeten, um die Kinder Israels aus dem Ägypterland hinauszuführen, nämlich Moses und Aaron.

 

Nochmalige Sendung

6:28 Es geschah, als der Herr zu Moses im Lande Ägypten redete,

6:29 da sagte der Herr zu Moses: »Ich bin der Herr! Sprich zum Pharao, dem Ägypterkönig, all das, was ich zu dir spreche!«

6:30 Da antwortete Moses vor dem Herrn: »Fürwahr, ich bin schwerfällig im Reden! Wie sollte da der Pharao auf mich hören?«

 

Exodus 7

Aaron als Prophet

7:1 Der Herr sprach zu Moses: »Siehe, ich habe dich zum Gott für den Pharao bestellt, dein Bruder Aaron soll dein Prophet sein! (Offb 19,20)[48]

7:2 Du sollst alles, was ich dir auftrage, (zu ihm) sagen; dein Bruder Aaron aber soll zum Pharao sprechen, damit er die Kinder Israels aus seinem Lande freigibt!

7:3 Ich aber werde das Herz des Pharao verhärten und werde meine Zeichen und Wunder im Ägypterland zahlreich machen.

7:4 Der Pharao wird nicht auf euch hören. Ich lege darum meine Hand auf Ägypten und führe meine Heerscharen, mein Volk, die Kinder Israels, aus dem Ägypterland heraus unter gewaltigen Strafgerichten.

7:5 Die Ägypter werden erkennen, daß ich der Herr bin, wenn ich meine Hand gegen Ägypten ausstrecke und die Kinder Israels aus ihrer Mitte fortführe.«

7:6 Moses und Aaron taten, wie der Herr ihnen aufgetragen hatte, und führten es so aus.

7:7 Moses war achtzig Jahre alt und Aaron dreiundachtzig, als sie zum Pharao redeten.

 

Stabwunder

7:8 Der Herr sprach zu Moses und Aaron:

7:9 »Wenn nun der Pharao zu euch sagt: >Wirkt doch zu eurer Beglaubigung ein Wunder!<, dann sprich zu Aaron: »Nimm deinen Stab und wirf ihn vor den Pharao hin!<, und so wird er zu einer Schlange werden.«

7:10 Da gingen Moses und Aaron zum Pharao und taten, wie der Herr befohlen hatte. Aaron warf seinen Stab vor den Pharao und seine Diener hin, und er ward zur Schlange.[49]

7:11 Da ließ der Pharao die Weisen und Zauberkünstler rufen. Vermöge ihrer Geheimkünste vollbrachten die Wahrsagepriester Ägyptens dasselbe.

7:12 Jeder von ihnen warf seinen Stab hin, und es wurden Schlangen daraus. Doch Aarons Stab verschlang ihre Stäbe.

7:13 Aber das Herz des Pharao blieb hart; er hörte nicht auf sie, wie der Herr vorausgesagt hatte.

 

Blut

7:14 Der Herr sprach zu Moses: »Verstockt ist des Pharao Herz; er weigert sich, das Volk zu entlassen.

7:15 Geh morgen in der Frühe zum Pharao, wenn er gerade hinausgeht zum Wasser! Tritt ihm entgegen am Nilufer und nimm dabei den Stab, der in eine Schlange verwandelt ward, in deine Hand!

7:16 Sprich zu ihm: Der Herr, der Gott der Hebräer, hat mich zu dir gesandt und befiehlt: Gib mein Volk frei! Sie sollen mir in der Wüste dienen! Du jedoch hast bis dahin nicht hören wollen.

7:17 Darum spricht der Herr: Daran sollst du erkennen, daß ich der Herr bin: Siehe, ich schlage mit dem Stabe in meiner Hand auf das Wasser im Nil, und es verwandelt sich in Blut.

7:18 Die Fische im Nil werden sterben, der Nil wird stinken, und die Ägypter werden nicht mehr imstande sein, Wasser aus dem Nil zu trinken.«

7:19 Der Herr sprach zu Moses: »Sage zu Aaron: Nimm deinen Stab und strecke deine Hand über die Gewässer der Ägypter, über ihre Ströme und Kanäle, über ihre Teiche und alle ihre Wasserstellen aus, daß sie zu Blut werden! Blut soll sein im ganzen Ägypterlande, sogar in den Bäumen [in den Gefäßen aus Holz] und Steinen!«

7:20 Moses und Aaron taten, wie der Herr befohlen hatte. Er erhob den Stab und schlug das Wasser im Nil vor den Augen des Pharao und seiner Diener. Da verwandelte sich alles Wasser im Nil zu Blut.

7:21 Die Fische im Nil starben, der Nil stank und die Ägypter vermochten kein Wasser mehr aus dem Nil zu trinken. Das Blut war im ganzen Ägypterland.

7:22 Die Wahrsagepriester in Ägypten aber taten durch ihre Geheimkünste dasselbe. Darum blieb das Herz des Pharao hart, und er hörte nicht auf sie, wie der Herr vorausgesagt hatte.

7:23 Der Pharao wandte sich ab, ging in seinen Palast und nahm sich auch dies nicht zu Herzen.

7:24 Alle Ägypter gruben rings um den Nil nach Trinkwasser, weil sie das Nilwasser nicht zu trinken vermochten.

7:25 Es vergingen sieben Tage, nachdem der Herr den Nil geschlagen hatte.

 

Frösche

7:26 Der Herr sprach zu Moses: »Geh zum Pharao und sage ihm: So spricht der Herr: Entlasse mein Volk, sie sollen mir dienen!

7:27 Wenn du aber die Freilassung verweigerst, dann schlage ich dein ganzes Gebiet mit Fröschen.

7:28 Wimmeln soll der Nil von Fröschen; sie sollen heraufsteigen und bis in deinen Palast kommen, ja, bis in dein Schlafgemach und bis auf deine Lagerstatt, in die Häuser deiner Diener und zu deinem Volk, auch in deine Backöfen und Backtröge.

7:29 Sogar an dir, deinem Volk und an allen deinen Dienern sollen die Frösche hinaufkriechen.«

 

Exodus 8

8:1 Der Herr sprach zu Moses: »Sage zu Aaron: Strecke deine Hand mit deinem Stabe aus über die Flüsse, Kanäle und Teiche und bewirke, daß die Frösche auf das Land Ägypten heraufkommen!«

8:2 Aaron streckte seine Hand über die Wasser von Ägypten aus; da kamen die Frösche herauf und bedeckten das Ägypterland.

8:3 Doch die Wahrsagepriester taten durch ihre Geheimkünste dasselbe. Sie ließen ebenfalls die Frösche über das Ägypterland kommen.

8:4 Dann ließ der Pharao Moses und Aaron rufen und bat: »Verwendet euch für mich bei dem Herrn, daß er die Froschplage von mir und meinem Volke abwende; dann will ich das Volk entlassen, daß es dem Herrn Opfer darbringe!«

8:5 Moses antwortete dem Pharao: »Verfüge über mich! Wann soll ich mich für dich, deine Diener und dein Volk verwenden, auf daß die Frösche von dir und deinen Häusern beseitigt werden und nur noch im Nil bleiben?«

8:6 Er sagte: »Für morgen!« Jener antwortete: »Nach deinem Wunsch soll es geschehen, damit du erkennst, daß niemand dem Herrn, unserm Gott, gleich ist!

8:7 Die Frösche werden also von dir, von deinen Häusern, von deinen Dienern und von deinem Volke weichen; nur im Nil werden sie bleiben.«

8:8 Moses und Aaron entfernten sich vom Pharao. Moses rief inständig zum Herrn wegen der Froschplage, die er dem Pharao auferlegt hatte.

8:9 Der Herr tat, wie Moses gebeten: Die Frösche verendeten in den Häusern, auf den Höfen und Feldern.

8:10 Man schüttete sie scheffelweise auf Haufen, so daß das Land davon stank.

8:11 Als Pharao sah, daß die Erleichterung eingetreten war, verstockte er sein Herz und hörte nicht mehr auf sie - ganz wie der Herr vorausgesagt hatte.

 

Stechmücken

8:12 Der Herr sprach zu Moses: »Sage zu Aaron: Strecke deinen Stab aus und schlage den Staub der Erde, so wird er im ganzen Ägypterland zu Stechmücken werden!«

8:13 Sie taten so: Aaron streckte seine Hand mit dem Stab aus und schlug den Staub der Erde, und es kamen Stechmücken über Menschen und Vieh. Aller Erdenstaub wurde im ganzen Äypterland zu Stechmücken.

8:14 Die Wahrsagepriester versuchten durch ihre Geheimkünste, ebenso Stechmücken hervorzubringen; sie vermochten es aber nicht; und so kamen die Stechmücken über Menschen und Vieh.

8:15 Da erklärten die Wahrsagepriester dem Pharao: »Gottes Finger ist dies!« Doch des Pharao Herz blieb hart; er hörte nicht auf sie, wie der Herr vorausgesagt hatte.

 

Hundsfliegen

8:16 Der Herr sprach zu Moses: »Mache dich in der Frühe des Morgens auf und tritt zum Pharao hin, wenn er zum Wasser hinausgeht, und sprich zu ihm: So spricht der Herr: Gib mein Volk frei, daß es mir diene!

8:17 Wenn du aber mein Volk nicht fortläßt, dann lasse ich gegen dich, deine Diener, dein Volk und deine Häuser Hundsfliegen los! Die ägyptischen Häuser und sogar der Boden, auf dem sie stehen, sollen voll von Hundsfliegen sein.

8:18 Besonders behandeln will ich an jenem Tage nur das Land Gosen, in dem mein Volk sich aufhält, so daß dort keine Hundsfliegen sind, damit du erkennst, daß ich inmitten des Landes der Herr bin.

8:19 Ich will scheiden zwischen meinem Volk und deinem Volk! Morgen soll dieses Zeichen geschehen!«

8:20 Und so tat der Herr. Es kamen Hundsfliegen in großer Menge in den Palast des Pharao, in die Häuser seiner Diener und in das ganze Ägypterland. Schweren Schaden hatte das Land zu leiden unter den Hundsfliegen.

8:21 Der Pharao ließ Moses und Aaron kommen und sprach: »Geht hin und opfert eurem Gott hier im Land!«

8:22 Moses entgegnete: »Es ist nicht statthaft, dies zu tun; denn den Ägyptern ist ein Greuel, was wir dem Herrn, unserem Gott, zum Opfer darbringen. Wollten wir also zum Greuel der Ägypter vor ihren Augen opfern, würden sie uns da nicht steinigen?

8:23 Drei Tagereisen weit wollen wir in die Wüste hinausziehen und dort dem Herrn, unserem Gott, ein Opferfest halten, wie er es von uns verlangt hat!«

8:24 Der Pharao erwiderte: »Ich will euch freigeben, daß ihr dem Herrn, eurem Gott, in der Wüste opfern könnt; nur entfernt euch nicht allzuweit! Legt Fürsprache für mich ein!«

8:25 Moses sprach: »Siehe, ich gehe fort von dir und lege bei dem Herrn Fürsprache ein. Verschwinden werden dann schon morgen die Hundsfliegen vom Pharao, seinen Dienern und seinem Volke. Nur möge der Pharao nicht wieder wortbrüchig handeln, daß er das Volk doch nicht entläßt, um dem Herrn Opfer darzubringen!«

8:26 Moses ging nun vom Pharao hinweg und legte beim Herrn Fürsprache ein.

8:27 Der Herr tat, wie Moses gesagt hatte; die Hundsfliegen wichen vom Pharao, seinen Dienern und seinem Volke. Nicht eine einzige blieb übrig.

8:28 Doch der Pharao verstockte auch diesmal sein Herz; er gab das Volk nicht frei.

 

Exodus 9

Die Viehpest vernichtet alles Vieh der Ägypter

9:1 Der Herr sprach zu Moses: »Geh zum Pharao und sage ihm: So spricht der Herr, der Gott der Hebräer: Gib mein Volk frei, daß sie mir dienen!

9:2 Wenn du dich aber weigerst, sie freizulassen, und du sie weiterhin festhältst,

9:3 dann kommt des Herrn Hand in Gestalt einer schlimmen Viehpest über deinen Viehbestand, über die Pferde, die Esel, die Kamele, das Großvieh und das Kleinvieh.

9:4 Doch wird der Herr den Viehbestand der Israeliten anders behandeln als den Viehbestand der Ägypter, so daß von allen Tieren der Israeliten nicht eines verendet.

9:5 Der Herr hat einen Zeitpunkt bestimmt, indem er sprach: >Morgen wird der Herr dieses Werk im Lande vollbringen!«

9:6 Am kommenden Tag vollführte der Herr dieses Werk; es verendete aller Viehbestand der Ägypter; doch von dem Vieh der Israeliten ging kein einziges ein.

9:7 Der Pharao schickte hin, und siehe, da war von dem Viehbestand Israels auch nicht ein einziges Stück umgekommen; aber das Herz des Pharao blieb verstockt; er entließ das Volk nicht.

 

Geschwüre

9:8 Der Herr sprach zu Moses und Aaron: »Füllt eure beiden hohlen Hände voll Ofenruß! Moses soll davon vor den Augen des Pharao zum Himmel streuen.

9:9 Er wird sich als feiner Staub über das ganze Ägypterland verbreiten, und er wird auf Menschen und Vieh Geschwüre zur Entzündung bringen, die zu Blasen aufbrechen, im ganzen Ägypterland.«

9:10 Sie nahmen also Ofenruß, traten vor den Pharao hin, und Moses streute den Ruß zum Himmel. Und es entstanden Geschwüre an Menschen und Vieh, die zu Blasen aufbrachen.

9:11 Die Wahrsagepriester konnten vor Moses wegen der Geschwüre nicht erscheinen; denn die Geschwüre fanden sich bei den Wahrsagepriestern wie bei allen Ägyptern.

9:12 Doch der Herr verhärtete das Herz des Pharao: Er hörte nicht auf sie, ganz wie der Herr es Moses vorausgesagt hatte.

 

Hagel

9:13 Der Herr sprach zu Moses: »Mach dich am frühen Morgen auf, tritt vor den Pharao hin und sprich zu ihm: So spricht der Herr, der Gott der Hebräer: Gib mein Volk frei, daß sie mir dienen!

9:14 Denn diesmal werde ich all meine Plagen auf dich, deine Diener und dein Volk senden, damit du erkennst, daß niemand auf der ganzen Erde mir gleicht.

9:15 Denn schon jetzt hätte ich meine Hand ausstrecken und dich und dein Volk mit der Pest schlagen können! Dann wärest du vom Erdboden vertilgt worden.

9:16 Aber eben gerade darum habe ich dich weiterleben lassen, um dir meine Macht zu zeigen, damit mein Name auf der ganzen Erde gepriesen werde. (Röm 9,17)

9:17 Wenn du dich aber noch weiter gegen mein Volk hochfahrend verhältst und es nicht ziehen läßt,

9:18 siehe, dann lasse ich morgen um diese Zeit einen überaus schweren Hagel niedergehen; seinesgleichen ist noch nicht dagewesen in Ägypten vom Tag seines Bestehens bis zur Gegenwart.

9:19 Nun sende also hin, bringe dein Vieh und alles, was dir auf dem Felde gehört, in Sicherheit; denn jeglicher Mensch und alles Vieh, das auf dem Felde sich findet und nicht unter Dach gebracht ist, geht zugrunde, wenn der Hagel über sie kommt.«

9:20 Wer von den Dienern des Pharao das Wort des Herrn fürchtete, der brachte seine Knechte und seinen Viehbestand nach Hause.

9:21 Wer sich aber das Wort des Herrn nicht zu Herzen nahm, der ließ seine Knechte und sein Vieh auf dem Felde.

9:22 Da sprach der Herr zu Moses: »Strecke deine Hand gegen den Himmel aus, dann wird Hagel im ganzen Ägypterland niederfallen auf Menschen, auf Vieh und auf alles Gewächs des Feldes im Lande Ägypten.«

9:23 Moses streckte seinen Stab gegen den Himmel aus; da ließ der Herr donnern und hageln, Blitze ließ er zur Erde fahren und Hagel auf das Ägypterland fallen.

9:24 Das Hagelwetter und die hin- und herzuckenden Blitze inmitten des Hagels waren überaus heftig, desgleichen noch niemals gewesen war im ganzen Land Ägypten seit der Zeit, da ein Volk dort wohnte.

9:25 Der Hagel erschlug im ganzen Ägypterland alles, was auf dem Felde war, vom Menschen bis zum Vieh; auch alles Gewächs des Feldes erschlug der Hagel, und alle Feldbäume zerschmetterte er.

9:26 Nur im Lande Gosen, wo die Israeliten wohnten, fiel kein Hagel.

9:27 Der Pharao schickte hin, ließ Moses und Aaron rufen und sprach zu ihnen: »Diesmal habe ich gesündigt. Der Herr ist im Recht, ich und mein Volk sind im Unrecht.

9:28 Legt beim Herrn Fürsprache ein! Zuviel ist es schon der Donnerstimme Gottes, zuviel des Hagels; ich will euch ziehen lassen, ihr braucht nicht mehr länger zu bleiben.«

9:29 Moses entgegnete ihm: »Sobald ich die Stadt verlasse, will ich meine Hände zum Herrn ausbreiten; dann hören die Donnerschläge auf, der Hagel wird nicht mehr fallen, damit du erkennst, daß dem Herrn die Erde gehört.

9:30 Doch von dir und von deinen Dienern weiß ich, daß ihr euch noch immer nicht vor Gott, dem Herrn, fürchtet.«

9:31 Der Flachs und die Gerste wurden zusammengeschlagen; denn die Gerste zeigte schon Ähren, und der Flachs war schon in Blüte.

9:32 Der Weizen und der Spelt wurden aber nicht vernichtet; denn sie reifen später.

9:33 Moses ging nun vom Angesicht des Pharao aus der Stadt hinaus. Er erhob seine Hände zum Herrn; da hörten die Donnerschläge und der Hagel auf, und kein Regen ergoß sich mehr auf die Erde.

9:34 Als der Pharao sah, daß der Regen, der Hagel und die Donnerschläge vorbei waren, verblieb er in seiner sündhaften Gesinnung und verstockte sein Herz, er und seine Diener.

9:35 Des Pharao Herz blieb also verhärtet. Er gab die Kinder Israels nicht frei, wie der Herr durch Moses vorausgesagt hatte.

 

Exodus 10

Heuschreckenschwärme

10:1 Der Herr sprach zu Moses: »Geh hin zum Pharao! Denn ich selbst habe sein Herz und das Herz seiner Diener verstockt, um diese meine Wunderzeichen in ihrer Mitte zu tun,

10:2 auf daß du es deinen Söhnen und deinen Enkeln erzählen kannst, was ich den Ägyptern angetan und welche Wunderzeichen ich unter ihnen gewirkt habe, damit ihr erkennt, daß ich der Herr bin.«

10:3 Moses und Aaron gingen also zum Pharao und sagten zu ihm: »So spricht der Herr, der Gott der Hebräer: Wie lange weigerst du dich noch, Demut vor mir zu zeigen? Laß mein Volk frei, daß es mir diene!

10:4 Wenn du dich aber weigerst, mein Volk freizugeben, wohlan, dann lasse ich morgen Heuschreckenschwärme in dein Gebiet fallen.

10:5 Sie werden die Oberfläche des Landes bedecken, so daß man das Land selbst nicht mehr sehen kann. Sie werden den Rest, der verschont ist, der vom Hagelwetter euch noch übrigblieb, verzehren und alle Bäume kahlfressen, die auf euren Feldern wachsen.

10:6 Deine Häuser, die Häuser deiner Diener und die Häuser aller Ägypter werden angefüllt sein. Dergleichen haben deine Väter und deine Ahnen, seit sie auf Erden sind, bis heute noch nicht erlebt.« Dann wandte er sich um und ging vom Pharao hinweg.

10:7 Da sprachen des Pharao Diener zu ihm: »Wie lange noch soll dieser Mensch uns zum Verderben sein? Laß doch die Männer ziehen, daß sie dem Herrn, ihrem Gott, dienen! Merkst du denn nicht, daß Ägypten zugrundegeht?«

10:8 Man holte den Moses und den Aaron zum Pharao, und dieser sagte: »Geht und dient dem Herrn, eurem Gott! - Wer soll denn alles fortgehen?«

10:9 Moses gab zur Antwort: »Mit unsern Jungen und Alten wollen wir gehen; mit unsern Söhnen und Töchtern, mit unsern Schafen und Rindern wollen wir ziehen. Denn wir wollen dem Herrn ein Fest feiern!«

10:10 Er sprach zu ihnen: »So gewiß möge der Herr mit euch sein, wie ich euch mit euren Kindern ziehen lasse! Sicher führt ihr Böses im Schilde!

10:11 Nicht so! Ihr Männer mögt hingehen und dem Herrn dienen; denn dies habt ihr ja verlangt!« Man jagte sie also vom Pharao weg.

10:12 Der Herr sprach zu Moses: »Strecke deine Hand über das Ägypterland aus! Dann werden Heuschrecken über das Land Ägypten herfallen und alles Gewächs des Landes fressen, alles, was das Hagelwetter übriggelassen hat.«

10:13 Da streckte Moses seinen Stab über das Ägypterland aus. Der Herr ließ im Land einen Ostwind wehen den ganzen Tag und die ganze Nacht. Am Morgen hatte der Ostwind die Heuschreckenschwärme gebracht.

10:14 Die Heuschreckenschwärme fielen über ganz Ägypten her; sie ließen sich in allen Gebieten in großer Menge nieder. Solche Heuschreckenschwärme hatte es in früherer Zeit nicht gegeben und wird es auch künftig nicht geben.

10:15 Sie bedeckten des ganzen Landes Oberfläche, und das Land färbte sich dunkel; sie fraßen alles Gewächs des Feldes und alle Baumfrüchte, welche der Hagel noch übriggelassen hatte. Im ganzen Lande Ägypten blieb nichts Grünes an den Bäumen und Feldgewächsen übrig.

10:16 Eilends ließ der Pharao Moses und Aaron rufen und sprach: »Ich habe gesündigt vor dem Herrn, eurem Gott, und vor euch.

10:17 Vergebt mir, bitte, meine Schuld nur noch dieses eine Mal! Legt Fürsprache für mich ein bei dem Herrn, eurem Gott! Er möge wenigstens noch dieses Verderben von mir fortnehmen!«

10:18 Da ging Moses vom Pharao weg und legte Fürsprache beim Herrn ein.

10:19 Der Herr änderte den Wind zu einem sehr heftigen Westwind; der riß die Heuschreckenschwärme mit und warf sie ins Schilfmeer; es blieb nicht eine einzige Heuschrecke auf ägyptischem Gebiet zurück.

10:20 Der Herr verhärtete aber das Herz des Pharao; er ließ die Kinder Israels nicht ziehen.

 

Finsternis

10:21 Der Herr sprach zu Moses: »Strecke deine Hand zum Himmel empor, und es wird eine solche Finsternis über das Land Ägypten kommen, daß man die Finsternis greifen kann.«

10:22 Moses streckte seine Hand zum Himmel empor, und es herrschte drei Tage tiefste Finsternis im ganzen Ägypterland.

10:23 Kein Mensch konnte den anderen sehen, niemand konnte sich drei Tage lang von seinem Platz rühren; in den Wohnstätten aller Israeliten aber war Licht.

10:24 Da ließ der Pharao den Moses rufen und sagte: »Geht und dient dem Herrn! Nur euer Kleinvieh und Großvieh soll bleiben; auch eure Kinder mögen mit euch ziehen!«

10:25 Moses erwiderte: »Du selbst mußt uns sogar Schlachtopfer und Brandopfer mitgeben, damit wir sie dem Herrn, unserem Gott, darbringen können.

10:26 Aber auch unser Vieh soll mit uns ziehen, es soll keine Klaue zurückbleiben; denn davon wollen wir ja nehmen, um dem Herrn, unserm Gott, zu dienen. Wir wissen ja noch nicht, womit wir dem Herrn dienen können, bevor wir dorthin gekommen sind.«

10:27 Der Herr verstockte aber das Herz des Pharao; er wollte sie nicht freigeben.

10:28 Der Pharao sprach zu ihm: »Hinweg von mir! Hüte dich, mir noch einmal vor das Angesicht zu treten! Denn sobald du mir noch einmal vor das Angesicht trittst, mußt du sterben.«

10:29 Moses entgegnete: »So, wie du gesagt hast, wird es sein: Ich werde nicht noch einmal vor dein Angesicht treten.«

 

Exodus 11

Tod der Erstgeburt

11:1 Da sprach der Herr zu Moses: »Nur noch eine Plage will ich über den Pharao und Ägypten kommen lassen. Danach wird er euch von hier freilassen, ja, wenn er euch entläßt, wird er euch sogar von hier fortjagen.

11:2 Präge dem Volke nachdrücklich ein: Es soll jeder Mann von seinem Nachbarn und jede Frau von ihrer Nachbarin Silber- und Goldgeräte verlangen!«

11:3 Der Herr verschaffte dem Volke Gunst in den Augen der Ägypter. Auch der Mann Moses genoß großes Ansehen im Lande Ägypten, bei den Dienern des Pharao und beim Volke.

11:4 Moses sprach: »So spricht der Herr: Um Mitternacht ziehe ich mitten durch Ägypten.

11:5 Sterben werden alle Erstgeborenen im Ägypterland, vom Erstgeborenen des Pharao, der auf seinem Thron sitzt, bis zum Erstgeborenen der Magd hinter der Handmühle, ebenso aller Erstlingswurf des Viehs.

11:6 Es wird ein großes Wehgeschrei im ganzen Ägypterland anheben, wie es noch nie gewesen ist und nie sein wird.

11:7 Aber gegen die Kinder Israels wird nicht einmal ein Hund seine Zunge spitzen, weder gegen einen Menschen noch gegen das Vieh, damit ihr erkennt, daß der Herr einen Unterschied macht zwischen Ägypten und Israel.

11:8 Dann werden alle deine Diener zu mir herabkommen, sich vor mir niederwerfen und sprechen: Zieh fort, du und das ganze Volk hinter dir her, und danach werde ich fortziehen!« Hierauf ging er vom Pharao fort in glühendem Zorn.

11:9 Der Herr sprach zu Moses: »Der Pharao hört nicht auf euch, damit meine Wunder im Land Ägypten um so zahlreicher werden.«

11:10 Moses und Aaron hatten alle diese Taten vor dem Pharao vollbracht. Aber der Herr verhärtete das Herz des Pharao, so daß er die Kinder Israels nicht aus seinem Land wegziehen ließ.

 

Exodus 12

Paschamahl

12:1 Der Herr gebot Moses und Aaron im Lande Ägypten:

12:2 »Dieser Monat soll euch der Beginn der Monate sein, der erste sei er für euch unter den Monaten des Jahres!

12:3 Redet zur ganzen Gemeinde Israels: Am Zehnten dieses Monats nehme jeder ein Lamm für seine Familie, ein Lamm für jede Hausgemeinschaft.

12:4 Wenn aber eine Familie für ein Lamm zu klein ist, so nehme er es zusammen mit seinem Nachbarn, der seinem Haus am nächsten wohnt, nach der Zahl der Personen. Zerlegt die Anteile an dem Lamm nach dem, was jeder essen kann!

12:5 Ihr müßt ein fehlerloses, männliches, einjähriges Lamm nehmen, ihr könnt es nehmen von den Schafen oder von den Ziegen.

12:6 Ihr sollt es nun bewahren bis zum Vierzehnten dieses Monats; dann soll es die ganze Gemeinde Israels bei der Abenddämmerung schlachten!

12:7 Von dem Blut sollen sie nehmen und damit die beiden Türpfosten und die Oberschwelle an den Häusern bestreichen, in denen man es essen wird.

12:8 Das Fleisch aber, am Feuer gebraten, sollen sie in dieser Nacht essen, dazu ungesäuertes Brot; mit bitteren Kräutern sollen sie es essen.

12:9 Ihr dürft davon nichts roh essen oder in Wasser gekocht, sondern nur am Feuer gebraten; Kopf, Schenkel und innere Teile sollen zusammenhängend bleiben.

12:10 Ihr sollt davon nichts übriglassen bis zum Morgen; was aber davon noch übrigbleibt bis zum Morgen, das sollt ihr verbrennen.

12:11 So sollt ihr es essen: Eure Hüften gegürtet, eure Schuhe an euren Füßen, euren Stab in euren Händen; ihr sollt es essen in Hast; es ist ein Pascha (Vorübergehen) für den Herrn.

12:12 Ich will in dieser Nacht durch Ägypten schreiten, werde alle Erstgeborenen schlagen vom Menschen bis zum Vieh, und über alle Götter Ägyptens will ich Gericht halten, ich, der Herr!

12:13 Das Blut an den Häusern, in denen ihr weilt, soll euch zu einem Schutzzeichen sein; wenn ich das Blut sehe, dann schreite ich an euch vorüber. So wird euch kein Vertilgungsstreich treffen, wenn ich das Ägypterland schlage.

12:14 Dieser Tag soll euch zur Erinnerung sein; ihr sollt ihn als ein Fest für den Herrn feiern. Für kommende Geschlechter sollt ihr ihn als eine immerwährende Einrichtung begehen.

 

Die Tage der ungesäuerten Brote

12:15 Sieben Tage lang sollt ihr ungesäuerte Brote essen. Gleich am ersten Tag sollt ihr den Sauerteig aus euren Häusern entfernen; denn jeder, der Gesäuertes vom ersten bis zum siebten Tag ißt, soll aus Israel ausgerottet werden.

12:16 Am ersten Tag soll eine heilige Versammlung stattfinden, und am siebten soll ebenfalls eine heilige Versammlung für euch sein; es darf dabei keinerlei Arbeit verrichtet werden; nur was ein jeder zu essen nötig hat, das allein soll bei euch hergerichtet werden.

12:17 Beobachtet das Fest der ungesäuerten Brote! Denn an diesem Tage habe ich eure Scharen aus Ägypten herausgeführt. Beobachtet diesen Tag von Geschlecht zu Geschlecht als eine ewige Satzung!

12:18 Vom Abend des vierzehnten Tages des ersten Monats sollt ihr ungesäuertes Brot essen bis zum Abend des einundzwanzigsten Tages dieses Monats.

12:19 Sieben Tage lang darf sich kein Sauerteig in euren Häusern befinden; jeder, der dann Gesäuertes ißt, soll aus der Gemeinschaft Israels ausgerottet werden, ganz gleich, ob es ein Fremdling oder ein im Land Geborener ist!

12:20 Ihr dürft also nichts Gesäuertes essen; in all euren Wohnstätten sollt ihr nur ungesäuertes Brot essen!«

12:21 Moses berief nun alle Ältesten Israels und sprach zu ihnen: »Geht hin und sucht euch das Kleinvieh für eure Familien aus und schlachtet das Pascha!

12:22 Nehmt dann einen Sprengwedel aus Ysop, taucht ihn in das Blut, das sich in der Schale befindet, und streicht von dem Blut in der Schale an die Oberschwelle und die beiden Türpfosten! Niemand darf dann bis zum Morgen aus der Türe seines Hauses treten.

12:23 Der Herr wird umhergehen, Ägypten zu schlagen; sieht er dann das Blut an der Oberschwelle und an den beiden Türpfosten, dann wird er diese Türe übergehen und wird es dem Würger nicht gestatten, in eure Häuser einzutreten, um euch zu schlagen.

12:24 Beobachtet diese Anordnung als ein immerwährendes Gesetz für euch und eure Kinder!

12:25 Wenn ihr in das Land kommt, das der Herr euch geben wird, wie er es verheißen hat, dann beobachtet diesen religiösen Brauch!

12:26 Und wenn euch dann eure Kinder fragen: Welchen religiösen Brauch pflegt ihr da?<,

12:27 alsdann sollt ihr antworten: Es ist das Paschaopfer für den Herrn, der in Ägypten an den Häusern der Israeliten vorüberging, als er die Ägypter schlug und so unsere Häuser rettete.« Das Volk verneigte sich tief und warf sich in Ehrfurcht nieder.

12:28 Die Kinder Israels gingen hin und führten es aus; wie der Herr dem Moses und Aaron geboten hatte, so taten sie.

 

Der Herr schlägt die Erstgeburt in Ägypten

12:29 Um Mitternacht begab es sich, daß der Herr alle Erstgeburt im Ägypterland vom Erstgeborenen des Pharao, der auf seinem Thron saß, bis zum Erstgeborenen des Gefangenen im Kerker und alle Erstgeburt des Viehs schlug.

12:30 Da erhob sich der Pharao in jener Nacht und mit ihm alle seine Diener und alle Ägypter. Ein großes Wehgeschrei entstand in Ägypten; denn es gab kein Haus, in dem nicht eine Leiche lag.

12:31 Noch in der Nacht ließ er den Moses und den Aaron rufen und sprach: »Auf, zieht fort aus meinem Volke, sowohl ihr selbst als auch die Kinder Israels. Geht und dient dem Herrn, wie ihr es gewünscht habt!

12:32 Auch euer Klein- und Großvieh nehmt mit, wie ihr es verlangt habt; nur geht und bittet auch für mich um Segen!«

12:33 Auch die Ägypter drängten das Volk, um es schleunigst aus dem Lande zu entfernen; denn sie sagten sich: »Sonst sind wir alle des Todes!«

12:34 Da nahmen die Leute ihren Brotteig, ehe er noch durchsäuert war, indem sie ihre Backschüsseln, in Mäntel eingewickelt, auf den Schultern trugen.

12:35 Auch handelten die Israeliten nach der Weisung des Moses und erbaten sich von den Ägyptern silberne und goldene Geräte und Kleider.

12:36 Der Herr verschaffte dem Volk Gunst bei den Ägyptern, so daß sie ihnen willfährig waren. Und so beraubten sie die Ägypter.

 

Aufbruch der Israeliten nach Sukkot

12:37 Die Kinder Israels brachen von Ramses auf in Richtung Sukkot, ungefähr 600'000 Mann zu Fuß, Frauen und Kinder nicht gerechnet.[50]

12:38 Auch viel Mischvolk zog mit ihnen, dazu Kleinvieh und Großvieh, eine riesengroße Herde.

12:39 Sie buken mit dem Teig, den sie aus Ägypten mitgenommen hatten, ungesäuerte Brotfladen; denn er war noch ungesäuert. Sie waren ja von Ägypten weggetrieben worden, und so konnten sie nicht länger säumen und auch keine Reisekost herrichten.

12:40 Die Zeit des Aufenthaltes der Israeliten in Ägypten betrug vierhundertdreißig Jahre.

12:41 « Am Ende der 430 Jahre, an eben diesem Tage, zogen alle Heerscharen des Herrn aus dem Ägypterland aus.

12:42 Eine Nacht des Wachens war das für den Herrn, als er sie aus dem Ägypterland hinausführte. Diese Nacht ist daher eine Wache - Nacht für den Herrn für alle Israeliten von Geschlecht zu Geschlecht.

 

Fremde beim Paschamahl

12:43 Der Herr sprach zu Moses und Aaron: »Dies ist das Gesetz für das Pascha: Kein Fremder darf davon essen.

12:44 Doch jeder Sklave, der um Geld gekauft ist, darf, sobald du ihn beschnitten hast, davon essen.

12:45 Beisassen und Tagelöhner dürfen nicht davon essen.

12:46 In ein und demselben Haus muß es gegessen werden; du darfst von dem Fleisch nichts aus dem Haus nach draußen tragen. Keinen Knochen dürft ihr daran zerbrechen. (Joh 19,36)

12:47 Die ganze Gemeinde Israel soll so verfahren.

12:48 Wenn aber ein Fremdling bei dir weilt und er Pascha für den Herrn halten will, so soll zunächst jeder, der männlich ist, beschnitten werden; dann darf er sich nahen, um es zu halten, und er soll wie ein Einheimischer gelten. Aber kein Unbeschnittener darf davon essen.

12:49 Ein und dasselbe soll für den Einheimischen wie für den Fremdling, der bei euch weilt, gelten!«

12:50 Alle Söhne Israels taten so; wie der Herr dem Moses und Aaron geboten hatte, so führten sie es aus.

12:51 An eben diesem Tage führte der Herr die Kinder Israels, geordnet nach ihren Scharen, aus dem Ägypterland heraus.

 

Exodus 13

Weihe der Erstgeburt

13:1 Der Herr sprach zu Moses:

13:2 »Weihe mir alle Erstgeburt! Alles, was bei den Kindern Israels den Mutterschoß durchbricht, beim Menschen und beim Vieh, gehört mir.« (Lk 2,23)

 

Die ungesäuerten Brote

13:3 Moses verkündete dem Volke: »Gedenkt dieses Tages, an dem ihr aus Ägypten, dem Sklavenhaus, ausgezogen seid; denn mit starker Hand hat euch der Herr von dort herausgeführt; deshalb soll Gesäuertes nicht gegessen werden!

13:4 Heute seid ihr ausgezogen, im Monat Abib.

13:5 Wenn dich dann der Herr in das Land der Kanaaniter, Hethiter, Amoriter, Hiwwiter und Jebusiter gebracht hat, das dir zu geben er deinen Vätern durch Eidschwur versichert hat, ein Land, das von Milch und Honig fließt, dann sollst du in diesem Monat folgendes Brauchtum üben:

13:6 Sieben Tage lang sollst du ungesäuerte Brote essen, und am siebten Tag soll eine Festfeier für den Herrn stattfinden!

13:7 Nur ungesäuertes Brot darf diese sieben Tage lang genossen werden, Gesäuertes darf bei dir nicht zu sehen sein, auch kein Sauerteig soll bei dir in deinem ganzen Gebiet sichtbar sein.

13:8 Du sollst es deinem Sohne einschärfen an jenem Tage: Dies geschieht um dessentwillen, was der Herr an mir getan hat, als ich aus Ägypten wegzog.

13:9 Es soll dir zu einem Zeichen an deiner Hand sein und zu einem Erinnerungsmal zwischen deinen Augen, damit das Gesetz des Herrn in deinem Munde sei; denn mit starker Hand hat dich der Herr aus Ägypten herausgeführt. (Offb 13,16)[51]

13:10 Du sollst diese Satzung beobachten zu ihrer festgesetzten Zeit von Jahr zu Jahr!

13:11 Wenn dich der Herr also in das Land der Kanaaniter führt, das er dir und deinen Vätern durch Eidschwur versprochen hat, und es dir gibt,

13:12 dann sollst du alles, was den Mutterschoß durchbricht, dem Herrn schenken; auch jeder Erstlingswurf des Viehs, der dir zuteil wird, gehört, soweit er männlich ist, dem Herrn.

13:13 Jeden Erstlingswurf des Esels sollst du aber gegen ein Schaf auslösen; willst du ihn aber nicht auslösen, dann mußt du ihm das Genick brechen. Jede menschliche Erstgeburt unter deinen Söhnen sollst du auslösen!

13:14 Wenn dich künftig dein Sohn fragt: >Was hat dies zu bedeuten?<, dann sollst du ihm sagen: Mit starker Hand hat uns der Herr aus Ägypten herausgeführt, aus dem Sklavenhaus.

13:15 Denn als der Pharao hartnäckig uns nicht freigeben wollte, da hat der Herr alle Erstgeburt im Ägypterland getötet, vom Erstgeborenen bei den Menschen bis zum Erstlingswurf des Viehs; darum opfere ich dem Herrn alles, was den Mutterschoß durchbricht, soweit es männlich ist; jeden Erstgeborenen unter meinen Söhnen löse ich aber aus.

13:16 Es soll zu einem Zeichen auf deiner Hand sein und zu Merkmalen auf deiner Stirn, weil der Herr mit starker Hand uns aus Ägypten geführt hat.«

 

Josephs Gebeine

13:17 Als der Pharao das Volk ziehen ließ, da führte Gott sie nicht den Weg zum Philisterland, obwohl dies der nächste gewesen wäre; denn Gott sagte sich, das Volk bekommt am Ende Reue, wenn es sich in Kämpfe verwickelt sieht, und will wieder nach Ägypten zurück.

13:18 Darum ließ Gott das Volk auf den Weg zur Wüste am Schilfmeer abbiegen. Die Israeliten zogen kampfgerüstet aus dem Ägypterland.

13:19 Moses nahm die Gebeine Josephs mit. Dieser hatte ja die Kinder Israels feierlich schwören lassen: Sucht Gott euch einstens gnädig heim, dann nehmt meine Gebeine von hier mit euch![52]

 

Wolken- und Feuersäule

13:20 Sie brachen von Sukkot auf und lagerten in Etam am Rande der Wüste.

13:21 Der Herr zog am Tage vor ihnen in einer Wolkensäule her, um ihnen den Weg zu zeigen, bei Nacht aber in einer Feuersäule, um ihnen Licht zu spenden, so daß sie bei Tag und Nacht wandern konnten.

13:22 Nicht wich die Wolkensäule bei Tag und nicht die Feuersäule bei Nacht von der Spitze des ziehenden Volkes.

 

Exodus 14

Vor Baal-Zephon

14:1 Der Herr sprach zu Moses folgendes:

14:2 »Sage den Kindern Israels, sie sollen umkehren und sich vor Pi-Hachirot zwischen Migdol und dem Meer vor Baal-Zephon lagern. Ihm gegenüber sollt ihr am Meer das Lager aufschlagen!

14:3 Der Pharao wird dann von den Israeliten annehmen: Sie haben sich in dem Lande verirrt, die Wüste hat sie ringsum eingeschlossen.

14:4 Ich will das Herz des Pharao verhärten, und er wird sie verfolgen. Ich erweise meine Macht am Pharao und seinem ganzen Heere. Die Ägypter werden erkennen, daß ich der Herr bin!« Und sie taten so.

 

Aufnahme der Verfolgung

14:5 Dem König von Ägypten ward berichtet, daß das Volk entflohen sei. Da änderte sich die Stimmung des Pharao und seiner Diener dem Volke gegenüber. Sie sprachen: »Was haben wir da getan, daß wir Israel entlassen haben aus unserem Dienst!«

14:6 Er ließ seine Streitwagen anspannen und nahm seine Kriegsleute mit sich.

14:7 Er führte sechshundert auserlesene Streitwagen und alle anderen Streitwagen Ägyptens mit und auf jedem drei Mann Besatzung.

14:8 Der Herr verhärtete das Herz des Pharao, des Königs von Ägypten, so daß er den Kindern Israels nachsetzte, obwohl doch die Israeliten unter dem Schutz einer erhobenen Hand auszogen.

14:9 Die Ägypter verfolgten und erreichten sie mit allen Gespannen und Wagen des Pharao, mit deren Mannschaften und dem gesamten Heer, als jene sich am Meer lagerten; es war bei Pi-Hachirot gegenüber von Baal-Zephon.

 

Die Macht des Herrn

14:10 Der Pharao kam näher und näher; die Kinder Israels erhoben ihre Augen und erblickten die Ägypter, die hinter ihnen her waren. Da erschraken die Kinder Israels gar sehr und schrieen zum Herrn.

14:11 Sie sprachen zu Moses: »Es gab offenbar in Ägypten keine Gräber. Darum hast du uns weggeholt, damit wir in der Wüste sterben. Was hast du uns da angetan, daß du uns aus Ägypten herausgeführt hast!

14:12 Haben wir es dir nicht schon in Ägypten gesagt: >Laß uns in Ruhe!< Wir wollen den Ägyptern dienen; denn besser ist es für uns, den Ägyptern zu dienen, als in der Wüste zu sterbend«

14:13 Moses entgegnete dem Volk »Fürchtet euch nicht! Haltet stand und seht die Hilfe des Herrn, die er euch heute gewähren wird! Denn wie ihr die Ägypter heute seht, so werdet ihr sie niemals mehr wiedersehen!

14:14 Der Herr wird für euch kämpfen, ihr aber könnt schweigend zuschauen.«

 

Durchgang auf trockenem Boden

14:15 Der Herr sprach zu Moses: »Warum schreist du zu mir? Sage den Israeliten, sie sollen aufbrechen!

14:16 Du aber sollst deinen Stab erheben, deine Hand über das Meer ausstrecken und es spalten, damit die Israeliten inmitten des Meeres auf trockenem Boden hindurchgehen können!

14:17 Ich aber will das Herz der Ägypter verhärten; sie werden hinter ihnen herrücken; sodann will ich aber am Pharao und an seinem ganzen Heer, seinen Wagen und deren Besatzung meine Macht beweisen.

14:18 Die Ägypter werden erkennen, daß ich der Herr bin, wenn ich am Pharao, seinen Streitwagen und deren Besatzung meine Macht beweise.«

14:19 Da wechselte der Gottesengel, der vor dem Wanderzug Israels einherging, seinen Platz und zog hinterher; auch die Wolkensäule brach von der Spitze auf und stellte sich hinter sie.

14:20 Sie zog zwischen dem Heer der Ägypter und zwischen dem Heer der Israeliten, und sie verdunkelte auf der einen Seite und erhellte auf der anderen Seite die Nacht; niemand konnte während der ganzen Nacht an den anderen herankommen.

14:21 Moses streckte seine Hand aus über das Meer. Der Herr aber ließ mit einem starken Ostwind die ganze Nacht hindurch das Meer zurücktreten und legte so das Meer trocken. Da spalteten sich die Wasser.

14:22 Die Kinder Israels schritten aber inmitten des Meeres auf trockenem Boden hindurch, während ihnen die Wasser eine Mauer zu ihrer Rechten und zu ihrer Linken bildeten.

 

Die Verfolgung

14:23 Die Ägypter rückten ihnen nach, und alle Rosse des Pharao, seine Wagengespanne und deren Mannschaft zogen hinter ihnen her, mitten in das Meer hinein.

14:24 In der Zeit der Morgenwache schaute aber der Herr von der Feuer- und Wolkensäule auf das Lager der Ägypter, und er brachte das ägyptische Heer in Verwirrung.

14:25 Er hemmte die Räder ihrer Kriegswagen und ließ sie nur mit Schwierigkeiten vorankommen. Die Ägypter riefen: »Fliehen wir doch vor Israel! Denn der Herr kämpft für sie gegen die Ägypter!«

 

Die Vernichtung der Ägypter

14:26 Der Herr sprach zu Moses: »Strecke deine Hand aus über das Meer, daß die Wasser auf die Ägypter zurückfluten, auf ihre Streitwagen und deren Mannschaften!«

14:27 Da streckte Moses seine Hand über das Meer aus, und das Wasser flutete um das Morgengrauen an seinen alten Platz zurück, während die Ägypter ihm gerade entgegenflohen. So stürzte der Herr die Ägypter mitten ins Meer hinein.

14:28 Die Wasser fluteten zurück und bedeckten die Streitwagen samt den Mannschaften der gesamten Heeresmacht des Pharao, die hinter ihnen ins Meer gezogen waren. Kein einziger von ihnen blieb mehr übrig.

14:29 Die Kinder Israels aber waren auf trockenem Boden inmitten des Meeres gegangen, weil die Wasser ihnen eine Mauer zur Rechten und zur Linken gebildet hatten.

14:30 Der Herr rettete an jenem Tag Israel aus der Hand der Ägypter. Die Israeliten aber sahen, wie die Ägypter tot am Ufer des Meeres lagen.

14:31 Als Israel sah, mit welch gewaltiger Hand der Herr unter den Ägyptern wirkte, fürchtete das Volk den Herrn; sie vertrauten auf den Herrn und auf Moses, seinen Knecht.

 

Exodus 15

Das Meerlied des Moses

15:1 Damals sangen Moses und die Kinder Israels dieses Lied zu Ehren des Herrn. Sie sangen: »Singen will ich dem Herrn, denn hocherhaben ist er! Roß und Wagen warf er ins Meer![53]

15:2 Meine Kraft und meine Stärke ist der Herr, er ward mir zum Heil. Er ist mein Gott, preisen will ich ihn, meines Vaters Gott, ihn will ich rühmen!

15:3 Der Herr ist ein Kriegsheld; >Jahwe< ist sein Name.

15:4 Die Wagen des Pharao und seine Streitmacht warf er ins Meer; die besten seiner Kämpfer versanken im Schilfmeer.

15:5 Fluten bedeckten sie; sie fuhren zur Tiefe wie Steine.

 

Untergang der Ägypter

15:6 Deine Rechte, o Herr, mächtig an Kraft, deine Rechte, o Herr, zerschmettert den Feind.

15:7 In deiner Hoheit Fülle stürzest du deine Gegner; deine Zornglut entsendest du; die verzehrt sie wie Stoppeln.

15:8 Vor deiner Nase Schnauben türmten sich die Wasser, standen die Wogen da wie ein Wall, erstarrten die Fluten mitten im Meer.

15:9 Der Feind sprach: >Nachjagen! Fassen! Beute verteilen! Meine Gier laben! Schwert ziehen! Meine Faust soll sie vertilgen!<

15:10 Da bliesest du mit deinem Odem, und schon deckte sie das Meer; wie Blei versanken sie in den gewaltigen Wassern.

15:11 Wer gleicht dir unter den Göttern, Herr? Wer gleicht dir strahlend in Heiligkeit? Furchtbar an Ruhmestaten, Wunder vollbringend!

 

Der Herr, König in Kanaan

15:12 Deine Rechte strecktest du aus, die Erde verschlang sie!

15:13 Führer warst du in deiner Huld dem Volk, das du erlöst! Du hast es geleitet in deiner Kraft zu deiner heiligen Wohnstatt.

15:14 Die Völker hörten davon und zitterten, Beben kam über Philistäas Bewohner!

15:15 Damals erschraken die Fürsten von Edom, Zittern ergriff die Gewaltigen Moabs, alle Bewohner Kanaans wankten.

15:16 Furcht und Entsetzen befiel sie, ob der Macht deines Armes erstarrten sie wie Stein, bis dein Volk, Herr, hindurchzog, bis hindurchzog das Volk, das du erworben.

15:17 Du führtest und pflanztest sie auf den Berg, der dein eigen, an den Ort deiner Wohnstatt, die du, Herr, gegründet, zum Heiligtum, o Herr, das deine Hände geschaffen.

15:18 Der Herr ist König für immer und ewig!«

 

Mirjamlied

15:19 Als die Gespanne des Pharao mit seinen Wagen und deren Mannschaften ins Meer gelangt waren, ließ der Herr dessen Wasser zurückfluten. Die Kinder Israels aber zogen auf trockenem Boden mitten durch das Meer.

15:20 Da nahm die Prophetin Mirjam, Aarons Schwester, die Pauke in die Hand, und alle Frauen zogen mit Paukenschlägen und Reigentänzen hinter ihr her.

15:21 Mirjam stimmte den Leitvers an: »Singt dem Herrn, denn hocherhaben ist er; Roß und Wagen warf er ins Meer!«

15:22 Danach ließ Moses die Israeliten vom Schilfmeer aufbrechen; sie zogen hinaus zur Wüste Schur. Drei Tage lang wanderten sie in der Wüste, und sie fanden kein Wasser.

15:23 Sie kamen nach Mara, aber sie konnten das Wasser von Mara nicht trinken, weil es bitter war. Darum heißt der Ort »Mara« (Bitterkeit).

15:24 Das Volk aber murrte gegen Moses und sprach: »Was sollen wir denn trinken?«

15:25 Er rief laut zum Herrn, und der Herr zeigte ihm ein [Stück] Holz. Er warf es ins Wasser, und das Wasser wurde süß. Dort gab er ihm Satzung und Recht, und dort stellte er es auf die Probe.

15:26 Er sprach: »Wenn du nur fleißig hörst auf die Stimme des Herrn, deines Gottes, und das, was recht ist in seinen Augen, tust, auf seine Gebote achtgibst und alle seine Satzungen hältst, will ich dir keine der Krankheiten auferlegen, die ich Ägypten auferlegt habe; denn ich bin der Herr, dein Arzt!«

15:27 Sie kamen nun nach Elim; dort waren zwölf Wasserquellen und siebzig Palmen. Sie schlugen dort am Wasser ein Lager auf.

 

Exodus 16

Brot vom Himmel

16:1 Sie brachen von Elim auf, und es kam die ganze Gemeinde der Kinder Israels zur Wüste Sin, die zwischen Elim und Sinai liegt; es war am fünfzehnten Tag des zweiten Monats seit ihrem Auszug aus Ägypten.

16:2 Die ganze Gemeinde der Israeliten murrte wider Moses und Aaron in der Wüste.

16:3 Die Kinder Israels sprachen zu ihnen: »O daß wir doch durch die Hand des Herrn in Ägypten gestorben wären, da wir an den Fleischtöpfen saßen und Brot genug zu essen hatten! Ihr habt uns aber in diese Wüste geführt, um diese ganze Schar den Hungertod sterben zu lassen!«

16:4 Der Herr sprach zu Moses: »Seht, ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen! Das Volk soll dann hingehen und sich den Tagesbedarf einsammeln; ich will es darauf prüfen, ob es nach meinem Gesetze wandelt oder nicht.

16:5 Wenn sie nun am sechsten Tage zubereiten, was sie heimbringen, so wird es das Doppelte von dem sein, was sie sonst tagtäglich sammeln.«

 

Fleisch und Brot zur Nahrung

16:6 Moses und Aaron sprachen zu allen Israeliten: »Am heutigen Abend werdet ihr erfahren, daß der Herr es war, der euch aus Ägypten geführt hat.

16:7 Und morgen früh werdet ihr die Herrlichkeit des Herrn schauen, da er eure murrenden Reden wider den Herrn gehört hat. Doch was sind wir, daß ihr gegen uns murrt?«

16:8 Moses sprach weiter: »Der Herr wird euch nämlich am Abend Fleisch zu essen geben und Brot am Morgen zur Sättigung, da der Herr eure murrenden Reden wider ihn gehört hat. Doch was sind wir? Nicht gegen uns waren eure murrenden Reden, sondern gegen den Herrn.« (2Kor 8,15)

16:9 Moses sprach zu Aaron: »Sage der ganzen Gemeinde der Israeliten: >Nähert euch dem Herrn, denn er hat euer Murren gehört!«

16:10 Während nun Aaron zur ganzen Gemeinde der Kinder Israels noch redete, wandten sie sich in Richtung nach der Wüste. Da erschien die Herrlichkeit des Herrn in der Wolke.

 

Wachteln und Manna

16:11 Der Herr sprach zu Moses:

16:12 »Ich habe das Murren der Kinder Israels gehört; sage ihnen folgendes: »Heute gegen Abend werdet ihr Fleisch essen und morgen in der Frühe euch an Brot sättigen; daran sollt ihr erkennen, daß ich der Herr bin, euer Gott!«

16:13 Und es geschah am Abend, da kam ein Wachtelschwarm angeflogen und bedeckte das Lager. Am Morgen aber war rings um das Lager ein Taubelag.

16:14 Als aber der Taubelag aufstieg, da lag auf der Oberfläche der Wüste etwas Feines, Knisterndes, fein wie Reif am Boden.

16:15 Die Kinder Israels sahen es und sprachen zueinander: »Man hu? (Was ist, das?)« Sie wußten nämlich nicht, was es war. Da sprach Moses zu ihnen: »Das ist das Brot, das der Herr euch zur Nahrung gibt.

16:16 Folgendes nun gebietet der Herr: Jeder sammle davon, soviel er zur Nahrung braucht: einen Gomer auf den einzelnen Kopf. Jeder von euch hole nach der Anzahl der Personen, die zu seiner Zeltgemeinschaft gehören!«

16:17 Die Israeliten taten so und sammelten, viel oder auch wenig.

16:18 Sie maßen es mit dem Gomer. Da hatte der, welcher viel gesammelt hatte, keinen Überschuß, und wer wenig gesammelt hatte, keinen Mangel. Jeder hatte, soviel er zur Nahrung brauchte.

16:19 Moses sagte darauf zu ihnen: »Niemand lasse davon bis zum nächsten Morgen übrig!«

16:20 Einige hörten aber nicht auf Moses und ließen doch bis zum nächsten Morgen etwas übrig; das wurde dann faul, wurmig und stinkend. Moses aber war über sie böse.

16:21 Sie sammelten es Morgen für Morgen, jeder, soviel er zur Nahrung brauchte. Wenn aber die Sonne heiß schien, dann zerschmolz es.

16:22 Am sechsten Tage aber hatten sie die doppelte Nahrungsmenge gesammelt, nämlich zwei Gomer für den einzelnen. Da kamen alle Fürsten der Gemeinde und meldeten es Moses.

16:23 Er sagte zu ihnen: »Was der Herr hiermit verordnet hat, ist dieses: Ein Ruhetag, heiliger Sabbat für den Herrn, ist morgen; was ihr backen wollt, das backt, und was ihr kochen wollt, das kocht! Aber alles, was übrig bleibt, legt hin und bewahrt es auf für morgen!«

16:24 Sie legten es bis zum Morgen zurück, wie Moses befohlen hatte; es wurde nicht stinkend, und es zeigten sich auch keine Würmer darin.

16:25 Moses sprach: »Eßt dies heute, denn Sabbat ist heute für den Herrn; nichts werdet ihr heute auf dem Felde finden.

16:26 Sechs Tage sollt ihr es sammeln, am siebten Tag ist Sabbat, an diesem gibt es keines.«

16:27 Aber am siebten Tag gingen doch einige vom Volk hinaus, um zu sammeln. Sie fanden aber wirklich nichts.

16:28 Da sprach der Herr zu Moses: »Wie lange noch weigert ihr euch, meine Gebote und Satzungen zu halten?

16:29 Seht doch, daß der Herr euch den Sabbat gegeben hat; darum gibt er euch am sechsten Tag Brot für zwei Tage! Bleibe also ein jeder daheim, niemand verlasse am siebten Tag seine Wohnstätte!«

16:30 So feierte das Volk denn am siebten Tag den Sabbat.

 

Vorschriften über das Manna

16:31 Die Israeliten gaben der Speise den Namen »Manna«. Es war weiß wie Koriandersamen und schmeckte wie Honigkuchen.

16:32 Moses sprach: »Dies verordnete der Herr: Füllt davon einen Gomer, um es aufzubewahren für eure kommenden Geschlechter; sie sollen die Nahrung sehen, mit welcher ich euch in der Wüste gespeist habe, als ich euch aus dem Lande Ägypten herausführte!«[54]

16:33 Moses sprach zu Aaron: »Nimm einen Behälter, fülle einen Gomer Manna hinein und stelle ihn vor den Herrn, um ihn für eure künftigen Geschlechter aufzubewahren!«

16:34 Wie der Herr Moses befohlen hatte, so stellte Aaron ihn (später) vor die Gesetzestafeln hin zum Aufbewahren.

16:35 Die Kinder Israels aßen das Manna 40 Jahre, bis sie wieder in bewohntes Land kamen. Manna aßen sie so lange, bis sie die Grenze des Landes Kanaan erreichten.

16:36 Ein Gomer ist der zehnte Teil eines Epha.

 

Exodus 17

Haderwasser

17:1 Auf Geheiß des Herrn zog die ganze Gemeinde der Israeliten aus der Wüste Sin in Tagemärschen weiter; sie schlugen in Rephidim ein Lager auf; das Volk hatte aber kein Wasser zu trinken.

17:2 Da haderte das Volk mit Moses; sie sprachen: »Gebt uns Wasser zu trinken!« Moses entgegnete ihnen: »Wozu hadert ihr mit mir? Warum versucht ihr den Herrn?«

17:3 Dort dürstete das Volk nach Wasser; es murrte wider Moses und sprach: »Warum hast du uns denn aus Ägypten herausgeführt, um uns, unsere Kinder und unseren Viehbestand vor Durst sterben zu lassen?«

17:4 Moses schrie zum Herrn: »Was soll ich mit diesem Volk tun? Nur ein wenig noch, dann werden sie Steine auf mich werfen.«

17:5 Der Herr entgegnete dem Moses: »Geh dem Volk voraus und nimm mit dir einige von den Ältesten Israels! Nimm auch deinen Stab, mit dem du auf den Nil schlugst, in deine Hand und gehe hin!

17:6 Siehe, ich werde dort vor dir auf dem Felsen am Horeb stehen! Wenn du auf den Felsen schlägst, wird aus ihm Wasser hervorquellen, und das Volk kann trinken.« So tat Moses vor den Augen der Ältesten Israels.

17:7 Er nannte den Ort »Massa und Meriba«, weil die Israeliten dort gehadert und den Herrn versucht hatten, indem sie sprachen: »Ist der Herr wirklich in unserer Mitte oder nicht?«

 

Kampf gegen Amalek

17:8 Da rückten die Amalekiter heran und kämpften bei Rephidim gegen die Israeliten.

17:9 Moses wandte sich an Josua: »Suche uns Männer aus, ziehe aus und kämpfe morgen gegen die Amalekiter! Ich will mich aber auf den Gipfel der Anhöhe stellen, den Gottesstab in meiner Hand.«

17:10 Josua tat, wie Moses ihm geboten hatte. Er zog in den Kampf gegen Amalek. Moses, Aaron und Chur stiegen aber auf den Gipfel der Anhöhe.

17:11 Solange Moses nun seine Hände erhob, obsiegte Israel; sobald er aber seine Hände sinken ließ, waren die Amalekiter überlegen.

17:12 Doch Moses' Hände ermatteten; deshalb nahm man einen Stein und schob ihn unter ihn. Er setzte sich darauf, Aaron und Chur aber stützten seine Hände, einer von dieser Seite, der andere von jener; so blieben denn seine Hände unbeweglich, bis die Sonne unterging.

17:13 So besiegte Josua Amalek und sein Kriegsvolk mit der Schärfe des Schwertes.

17:14 Der Herr sagte zu Moses: »Schreibe dies zum Gedächtnis in eine Buchrolle und präge es dem Josua fest ein! Denn ich will vertilgen, ja vertilgen will ich unter dem Himmel das Andenken an Amalek.«

17:15 Moses aber baute einen Altar und nannte ihn »Der Herr ist mein Banner«.

17:16 Er sprach: »Auf, die Hand an das Banner des Herrn! Streit hat der Herr mit Amalek von Geschlecht zu Geschlecht!«

 

Exodus 18

Jetro und Moses

18:1 Jetro der midianitische Priester und Schwiegervater des Moses, hatte davon erfahren, was Gott alles an Moses und Israel, seinem Volke, getan hatte, daß nämlich der Herr Israel aus Ägypten herausgeführt hatte.

18:2 Da nahm Jetro, der Schwiegervater des Moses, die Zippora, die Frau des Moses, welche dieser zurückgeschickt hatte,

18:3 und ihre beiden Söhne. Von ihnen hieß der eine »Gerschom«, weil er gesagt hatte: »Ein Gast bin ich in fremdem Lande.«

18:4 Der andere hieß »Elieser«; denn »der Gott meines Vaters ist mir zur >Hilfe< geworden und bewahrte mich vor dem Schwerte des Pharao.«

18:5 Der Schwiegervater des Moses also, Jetro, kam mit dessen Söhnen und dessen Frau zu Moses in die Wüste, wo er gerade am Gottesberg lagerte.

18:6 Er ließ dem Moses melden: »Siehe, dein Schwiegervater Jetro ist zu dir gekommen, ferner deine Frau und ihre beiden Söhne!«

18:7 Moses ging seinem Schwiegervater entgegen, verneigte sich ehrfurchtsvoll und küßte ihn. Sie erkundigten sich gegenseitig nach ihrem Wohlbefinden und traten in das Zelt.

18:8 Moses erzählte seinem Schwiegervater alles, was der Herr um Israels willen am Pharao und an den Ägyptern getan hatte, von allen Beschwerden, die ihnen auf dem Wege zugestoßen waren, und wie der Herr sie gerettet hatte.

18:9 Da freute sich Jetro über alles Gute, das der Herr den Israeliten getan hatte, da er sie aus der Hand der Ägypter errettet hatte.

18:10 Und Jetro sprach: »Gepriesen sei der Herr, der euch aus der Gewalt der Ägypter und aus der Hand des Pharao gerettet hat!

18:11 Jetzt erkenne ich, daß der Herr größer ist als alle anderen Götter; denn deshalb, weil die Ägypter gegen sein Volk so vermessen handelten, hat er es aus ihrer Hand errettet.«[55]

18:12 Jetro, der Schwiegervater des Moses, brachte Gott Brand- und Schlachtopfer dar. Aaron und alle Ältesten Israels kamen hinzu, um mit dem Schwiegervater des Moses vor Gott ein Opfermahl zu halten.

 

Jetros Ratschläge

18:13 Am anderen Morgen nahm Moses Platz um im Volke richterliche Tätigkeit auszuüben. Das Volk stand vor Moses vom Morgen bis zum Abend.

18:14 Der Schwiegervater des Moses sah, was er alles für das Volk zu tun hatte, und äußerte sich: »Wozu bemühst du dich so sehr mit dem Volk? Warum sitzt du denn ganz allein zu Gericht, und das ganze Volk muß vor dir stehen vom Morgen bis zum Abend?«

18:15 Moses entgegnete seinem Schwiegervater: »Das Volk kommt zu mir, um Gott zu befragen.

18:16 Wenn sie eine Streitsache haben, kommen sie zu mir; ich mache den Schiedsrichter zwischen den einzelnen Parteien und lasse sie die Weisungen Gottes und seine Gesetze wissen.«

18:17 Der Schwiegervater des Moses sagte darauf zu ihm: »Es ist nicht gut so, wie du es machst.

18:18 Du reibst dich ja vollständig auf, dich selbst und das Volk, das bei dir ist; denn die Aufgabe überschreitet deine Kräfte, du kannst sie allein nicht bewältigen.

18:19 Höre jetzt auf mich! Ich will dir einen Rat geben: Gott möge mit dir sein! Vertritt du das Volk Gott gegenüber und bringe du die Anliegen vor Gott!

18:20 Schärfe ihnen die Weisungen und Gesetze ein und laß sie den Weg wissen, den sie zu gehen haben, und die Werke, die sie tun sollen!

18:21 Du aber suche dir aus allen Leuten tüchtige, gottesfürchtige und zuverlässige Männer aus, die der Bestechung nicht zugänglich sind! Setze sie über jene als Vorsteher über je eintausend, über je einhundert, über je fünfzig und über je zehn!

18:22 Sie sollen unter dem Volke immerdar als Richter wirken. Nur alle wichtigen Sachen sollen sie vor dich bringen, alles Geringfügige aber sollen sie selbst entscheiden! Entlaste also dich selber und laß jene mit dir die Verantwortung tragen!

18:23 Wenn du es so machst und auch Gott es dir so befiehlt, dann kannst du bestehen, und auch dieses ganze Volk wird befriedigt heimgehen.«

 

Einsetzung von Richtern

18:24 Moses gehorchte den Ratschlägen seines Schwiegervaters und tat alles, was er ihm vorgeschlagen hatte.

18:25 Er suchte tüchtige Männer aus ganz Israel aus und machte sie zu Häuptern über das Volk, als Vorsteher über eintausend, über einhundert, über fünfzig und über zehn.

18:26 Sie sollten im Volke richterliche Tätigkeit zu jeder Zeit ausüben; nur die schwer zu lösenden Fälle sollten sie vor Moses bringen, alle leichteren aber selbst entscheiden.

18:27 Moses gab seinem Schwiegervater das Abschiedsgeleit, und dieser begab sich wieder in sein Land.

 

Exodus 19

Ankunft am Sinai

19:1 Im dritten Monat seit dem Auszug der Kinder Israels aus Ägypten, an eben diesem Tage, gelangten sie in die Wüste Sinai.

19:2 Sie waren von Rephidim aufgebrochen, kamen in die Wüste Sinai und schlugen in der Wüste ein Lager auf. Es lagerte dort Israel gegenüber dem Berge.

19:3 Moses aber stieg hinauf zu Gott, und der Herr rief ihm vom Berge aus zu: »So sollst du zum Hause Jakob sprechen und dies den Söhnen Israels verkünden:

19:4 Ihr habt selbst gesehen, was ich den Ägyptern getan habe und wie ich euch auf Adlersflügeln getragen und euch an mich gebracht habe.

19:5 Wenn ihr nun getreu auf meine Stimme hört und meinen Bund haltet, so werdet ihr unter allen Völkern mein besonderes Eigentum sein; denn mein ist die ganze Erde!

19:6 Ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein! Dies sind die Worte, die du zu den Kindern Israels sprechen sollst.« (1Petr 2,9)

19:7 Moses ging darauf hin, berief die Ältesten des Volkes und legte ihnen alle diese Worte vor, die der Herr ihm aufgetragen hatte.

19:8 Das Volk gab einmütig zur Antwort: »Alles, was der Herr gesagt hat, wollen wir tun!« Moses aber überbrachte dem Herrn des Volkes Antwort.

19:9 Der Herr sprach weiter zu Moses: »Siehe, ich komme zu dir in dichtem Gewölk, damit das Volk es hört, wenn ich mit dir rede, und damit sie auch an dich immer glauben!« Moses aber meldete des Volkes Worte dem Herrn.

19:10 Der Herr sprach zu Moses: »Geh hin zum Volk, und sie sollen sich heute und morgen heilig halten und ihre Kleider waschen!

19:11 Sie sollen für den dritten Tag bereit sein; denn am dritten Tag wird der Herr vor den Augen des ganzen Volkes auf den Berg Sinai herabkommen.

19:12 Du sollst dem Volke ringsherum eine Grenze ziehen und ihm sagen: >Hütet euch davor, auf den Berg zu steigen, ja nur sein Fußende zu berühren! Jeder, der den Berg berührt, muß sterben!< (V. 12-18: Heb 12,19)

19:13 Keine Hand darf ihn berühren, sonst würde er gesteinigt oder (mit Pfeilen) erschossen werden! Ob Tier oder Mensch, er würde nicht am Leben bleiben! Erst wenn das Widderhorn geblasen wird, sollen sie auf den Berg hinaufsteigen.« (Heb 12,20)

19:14 Moses stieg vom Berge zum Volke hinab. Er befahl dem Volk, sich zu heiligen; auch wuschen sie ihre Kleider.

19:15 Er sprach zu ihnen: »Seid bereit für den dritten Tag, nähert euch keiner Frau!«

 

Die Erscheinung Gottes

19:16 Am dritten Tag, als es Morgen geworden war, brachen Donner los, und Blitze zuckten, schweres Gewölk hing über dem Berg, und überaus stark schmetternder Posaunenschall war zu hören. Das ganze Volk im Lager bebte.

19:17 Moses führte das Volk Gott entgegen aus dem Lager heraus. Sie stellten sich am Fuß des Berges auf.

19:18 Der Berg Sinai war ganz mit Rauch bedeckt, weil der Herr im Feuer auf ihn herabgekommen war. Der Rauch stieg wie der Rauch eines Schmelzofens auf. Der ganze Berg zitterte gewaltig.

19:19 Der Posaunenschall ward stärker und stärker. Moses redete, und Gott antwortete ihm unter Donnerschall.

19:20 Der Herr war auf den Sinaiberg, und zwar auf die Spitze, herabgekommen. Er rief den Moses auf die Spitze des Berges, und Moses stieg hinauf.

19:21 Da sprach der Herr zu Moses: »Steige hinab und befiehl nachdrücklich dem Volke, daß es zu dem Herrn nicht durchbreche, um ihn zu sehen; denn viele von ihnen müßten sonst umkommen.

19:22 Auch die Priester, die sich dem Herrn zu nahen pflegen, sollen sich heilig halten, damit der Herr gegen sie nicht losbricht!«

19:23 Da entgegnete Moses dem Herrn: »Das Volk kann gar nicht zum Berge Sinai hinaufsteigen; denn du selbst hast es uns eingeschärft: Ziehe eine Grenze um den Berg und erkläre ihn für heilig!«

19:24 Der Herr sagte nun zu ihm: »Geh, steige hinab und komme mit Aaron wieder herauf! Die Priester aber und das Volk sollen nicht durchbrechen, um zum Herrn hinaufzukommen; er würde sonst gegen sie losziehen.«

19:25 Da stieg Moses zum Volke hinab und teilte es ihm mit.

 

Exodus 20

Die Zehn Gebote

20:1 Nun sprach Gott alle die folgenden Worte:

20:2 (I.) »Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus dem Lande Ägypten, dem Hause der Knechtschaft, geführt hat.

20:3 Du sollst keine anderen Götter neben mir haben!

20:4 Du sollst dir kein Schnitzbild machen, noch irgendein Abbild von dem, was droben im Himmel oder auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde ist!

20:5 Du sollst dich vor ihnen nicht niederwerfen und sollst sie nicht verehren; denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter an den Kindern, am dritten und vierten Geschlecht, nachprüft bei denen, die mich hassen.

20:6 Ich erweise aber meine Gnade bis ins tausendste Geschlecht denen, die mich lieben und meine Gebote halten.

20:7 (II.) Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht unnütz aussprechen; denn der Herr läßt denjenigen nicht ungestraft, der seinen Namen unnütz ausspricht!

20:8 (III.) Gedenke des Sabbattages, um ihn heilig zu halten.[56]

20:9 Sechs Tage lang sollst du arbeiten und all deine Geschäfte verrichten.

20:10 Doch der siebte Tag ist ein Ruhetag für den Herrn, deinen Gott. Du sollst an ihm keinerlei Arbeit tun, weder du selbst noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremdling, der sich in deinen Toren befindet.

20:11 Denn in sechs Tagen hat der Herr den Himmel, die Erde, das Meer und alles, was in ihnen ist, erschaffen; doch am siebten Tage ruhte er. Darum segnete der Herr den Sabbat und erklärte ihn für heilig. (Apg 4,24)

20:12 (IV.) Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit du lange lebst in dem Lande, das der Herr, dein Gott, dir gibt! (Mt 15,4; Mk 7,10; Mk 10,19; Lk 18,20; Eph 6,3)

20:13 (V.) Du sollst nicht töten! (Mt 5,21; Lk 18,20; Röm 13,9; Jak 2,11)

20:14 (VI.) Du sollst nicht ehebrechen! (Mt 5,27; Lk 18,20; Jak 2,11)

20:15 (VII.) Du sollst nicht stehlen! (Lk 18,20; Röm 13,9)

20:16(VIII.) Du sollst gegen deinen Nächsten kein falsches Zeugnis abgeben! (Lk 18,20; Röm 13,9)

20:17 (IX.) Du sollst nicht das Haus deines Nächsten begehren! (Röm 13,9) (X.) Du sollst nicht begehren die Frau deines Nächsten und auch nicht seinen Knecht, seine Magd, sein Rind, seinen Esel und nichts von dem, was deinem Nächsten gehört!« (Röm 13,9)

 

Furcht des Volkes

20:18 Das ganze Volk nahm die Donnerschläge, die Blitze, den Posaunenschall und den rauchenden Berg wahr; da fürchteten sich die Leute, zitterten und blieben von fern stehen.

20:19 Sie sprachen zu Moses: »Rede du mit uns, wir wollen darauf hören! Aber Gott soll mit uns nicht reden, sonst müßten wir sterben!«

20:20 Da antwortete Moses dem Volke: »Fürchtet euch nicht! Denn um euch zu prüfen, ist Gott gekommen; damit die Furcht vor ihm bei euch herrsche, auf daß ihr nicht sündigt!«

20:21 Das Volk blieb von ferne stehen, Moses aber näherte sich der dunklen Wolke, in der Gott war.

20:22 Nun sprach der Herr zu Moses: »Sage zu den Israeliten: Ihr habt es miterlebt, wie ich vom Himmel her mit euch gesprochen habe.

20:23 Ihr sollt euch neben mir keine silbernen und keine goldenen Götzen anfertigen!

20:24 Du sollst mir einen Altar aus Erde bauen und sollst auf ihm deine Brandopfer, deine Friedopfer, dein Kleinvieh und dein Großvieh darbringen! An jedem Ort, wo ich meines Namens gedenken lasse, werde ich zu dir kommen und dich segnen.

20:25 Wenn du mir aber einen Altar aus Steinen baust, so dürfen es nicht behauene Steine sein; wenn du ihn nämlich mit dem Meißel bearbeitest, dann hast du ihn entweiht.

20:26 Steige auch nicht auf Stufen zu meinem Altar hinauf, damit deine Blöße sich über ihm nicht enthülle!«

 

Exodus 21

Der hebräische Sklave

21:1 »Dies sind die Rechtsbestimmungen, die du ihnen auferlegen sollst:

21:2 Wenn du einen hebräischen Sklaven erwirbst, so soll er sechs Jahre Dienst leisten, im siebten aber soll er ohne Entschädigung in die Freiheit entlassen werden.

21:3 Ist er allein gekommen, so soll er auch allein fortgehen; war er aber bereits verheiratet, so soll seine Frau mit ihm gehen.

21:4 Hat ihm aber erst sein Herr eine Frau gegeben, und hat sie ihm Söhne oder Töchter geboren, so sollen die Frau und ihre Kinder ihrem Herrn gehören; nur er selbst soll in die Freiheit gehen.

21:5 Wenn aber der Sklave ausdrücklich sagt: >Ich habe meinen Herrn, meine Frau und meine Kinder lieb, ich will nicht in die Freiheit gehen,

21:6 so bringe ihn sein Herr vor vor Gott [die Gottheit] und führe ihn an die Tür oder den Türpfosten, und sein Herr durchbohre ihm mit einer Pfrieme sein Ohr! Er sei dann sein Sklave für immer!

21:7 Verkauft ein Mann seine Tochter als Sklavin, soll sie nicht wie die Sklaven entlassen werden.

21:8 Wenn sie nun aber ihrem Herrn, der sie für sich bestimmt hatte, mißfällt, so lasse er sie loskaufen; sie aber an fremde Leute zu verkaufen, steht ihm nicht zu, da er treulos an ihr gehandelt hat.

21:9 Hatte er sie aber für seinen Sohn bestimmt, so handle er mit ihr nach der Rechtssatzung für Töchter.

21:10 Nimmt er sich noch eine andere dazu, so darf er sie weder bezüglich der Fleischnahrung noch der Kleidung, noch im ehelichen Leben zurücksetzen.

21:11 Wenn er ihr aber diese drei Dinge nicht leistet, so soll sie ohne Entschädigung, unentgeltlich weggehen dürfen.

 

Schutz des Menschenlebens

21:12 Wer einen Menschen schlägt, so daß er stirbt, soll getötet werden.

21:13 Hat er es aber nicht vorsätzlich getan, sondern Gott hat es seiner Hand widerfahren lassen, so bestimme ich dir eine Stätte, wohin er fliehen kann.

21:14 Hat aber jemand seinen Nächsten freventlich, mit bewußter Absicht, getötet, so sollst du ihn von meinem Altar wegholen, auf daß er sterbe!

21:15 Wer seinen Vater oder seine Mutter schlägt, der soll des Todes sterben.

21:16 Wer einen Menschen raubt und ihn verkauft und dabei entdeckt wird, soll des Todes sterben.

21:17 Wer seinem Vater oder seiner Mutter flucht, ist des Todes. (Mt 15,4; Mk 7,10)

 

Schlägerei und Körperverletzung

21:18 Wenn Männer sich streiten und einer den andern mit einem Stein oder mit einer Hacke schlägt, so daß dieser zwar nicht stirbt, aber bettlägerig wird,

21:19 dann bleibt der Schläger straffrei, muß jenem aber Entgelt für seine Arbeitsunfähigkeit geben und für seine Heilung sorgen, wenn dieser so aufkommt, daß er draußen mit dem Stock gehen kann.

21:20 Wenn jemand seinen Sklaven oder seine Sklavin mit dem Stock so schlägt, daß die Person unter seiner Hand stirbt, so muß das streng bestraft werden.

21:21 Wenn sie aber noch ein oder zwei Tage lebt, dann soll jener nicht bestraft werden; denn es betrifft ja sein Vermögen.

21:22 Wenn Männer miteinander raufen und sie stoßen dabei eine schwangere Frau, und es tritt eine Fehlgeburt ein, aber kein weiterer Unfall, so soll der Täter eine Geldbuße zahlen, die ihm der Eheherr der Frau auferlegt. Er soll sie ihm geben unter Vermittlung von Schiedsrichtern.

21:23 Wenn ein Schaden entsteht, dann mußt du geben Leben um Leben,

21:24 Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß, (Mt 5,38)

21:25 Brandmal um Brandmal, Wunde um Wunde, Strieme um Strieme!

21:26 Wenn aber jemand seinem Sklaven oder seiner Sklavin ins Auge schlägt und es zerstört, so soll er die Person als Ersatz für das Auge freilassen.

21:27 Wenn er seinem Sklaven oder seiner Sklavin einen Zahn ausschlägt, soll er die Person als Ersatz für den Zahn freigeben.

 

Schädigung durch das Vieh

21:28 Wenn ein Rind einen Mann oder eine Frau so stößt, daß sie sterben, dann soll das Rind gesteinigt werden! Man darf sein Fleisch nicht essen; der Herr des Rindes aber ist straffrei.

21:29 Wenn das Rind schon längere Zeit hindurch stößig war und sein Besitzer verwarnt wurde, es aber trotzdem nicht bewachte, so soll das Rind, falls es einen Mann oder eine Frau tötet, gesteinigt werden, und auch der Besitzer sei des Todes.

21:30 Wird ihm aber ein Sühnegeld auferlegt, dann soll er als Loskaufsgeld für sein Leben so viel zahlen, als ihm auferlegt wird.

21:31 Stößt es einen Sohn oder eine Tochter, dann soll nach demselben Rechtsgrundsatz an ihm gehandelt werden.

21:32 Wenn das Rind aber einen Sklaven oder eine Sklavin stößt, dann hat der Besitzer an ihren Herrn dreißig Silberstücke zu bezahlen, das Rind aber werde gesteinigt.

 

Vieh als Eigentum

21:33 Wenn jemand eine Zisterne offen läßt, oder wenn er eine Zisterne gräbt und nicht zudeckt, und es fällt ein Rind oder ein Esel hinein,

21:34 dann soll der Besitzer der Zisterne Ersatz leisten; er soll dem Tierbesitzer den Geldwert zahlen, das verendete Tier aber ist sein Eigentum.

21:35 Wenn eines Mannes Rind das Rind seines Nächsten stößt, so daß es verendet, so soll man das lebende Rind verkaufen und den Erlös aufteilen, und das verendete Tier soll man ebenfalls teilen.

21:36 Wenn es aber bekannt ist, daß das Rind schon länger stößig war, und sein Besitzer hat es nicht bewacht, dann muß er voll und ganz ersetzen, Rind für Rind; aber das verendete Tier ist sein Eigentum.

21:37 Wenn jemand ein Rind oder ein Schaf stiehlt und es schlachtet oder verkauft, so muß er fünf Rinder für ein Rind ersetzen und vier Stück Kleinvieh für ein Schaf.

 

Exodus 22

Viehdiebstahl und Brandschaden

22:1 Wenn ein Dieb bei einem Einbruch ertappt und totgeschlagen wird, dann entsteht für den Täter keine Blutschuld.

22:2 Ist aber die Sonne schon über ihm aufgegangen, dann entsteht für ihn Blutschuld. Ein Dieb muß vollen Ersatz leisten. Wenn er nichts hat, so soll er zur Entschädigung für das Gestohlene verkauft werden.

22:3 Wenn aber das Gestohlene, das Rind, der Esel oder das Schaf, sich noch lebend bei ihm befinden, so soll er das Doppelte ersetzen.

22:4 Wenn jemand ein Feld oder einen Weinberg in Brand setzt und den Brand sich so ausdehnen läßt, daß es auf fremdem Feld brennt, so muß er von den besten Erträgnissen seines Feldes und seines Weinberges Ersatz leisten.

22:5 Wenn ein Feuer ausbricht und Dornhecken erfaßt und dadurch ein Garbenhaufen oder auf dem Halm stehendes Getreide oder das Feld erfaßt wird, dann muß der Brandstifter vollen Ersatz leisten.

 

Aufbewahrte Sachen

22:6 Wenn jemand einem andern Geld oder Wertgegenstände zur Aufbewahrung übergibt, und diese werden aus dem betreffenden Haus gestohlen, so muß der Dieb, wenn er gefunden wird, den doppelten Wert zurückerstatten.

22:7 Wird der Dieb aber nicht ausfindig gemacht, dann soll der Hausbesitzer vor Gott hintreten, ob er sich nicht an dem Eigentum eines anderen etwa vergriffen habe.

22:8 Bei jedem Fall von Veruntreuung, handle es sich um ein Rind, einen Esel, ein Schaf, ein Kleidungsstück, kurz, um irgend etwas Vermißtes, wovon der Geschädigte sagt: >Dies ist es<, soll die Angelegenheit der beiden vor Gott gebracht werden. Wen Gott für schuldig erklärt, der muß dem anderen den doppelten Wert erstatten.

 

Tiere in Obhut

22:9 Wenn jemand einen Esel, ein Rind, ein Schaf oder sonst irgendein Stück Vieh einem anderen zur Obhut übergibt, dieses stirbt oder bricht sich etwas oder wird weggetrieben, ohne daß es jemand gesehen hat,

22:10 dann soll ein Eid vor dem Herrn zwischen beiden die Entscheidung treffen, ob nicht der eine an der Habe des anderen sich vergriffen hat. Sein Besitzer soll es nehmen, und jener braucht keinen Ersatz zu leisten.

22:11 Wenn es ihm aber offen gestohlen wurde, dann muß er es seinem Eigentümer ersetzen.

22:12 Ist es aber zerrissen worden, dann bringe er es als Beweis! Das Zerrissene braucht er nicht zu ersetzen.

22:13 Wenn jemand von seinem Nächsten ein Tier leiht, es bricht sich etwas oder verendet, so muß er, wenn sein Eigentümer nicht da war, es voll ersetzen.

22:14 Wenn aber der Eigentümer dabei war, dann braucht er es nicht zu erstatten. Ist er ein Tagelöhner, so geht es zu Lasten seines Lohnes.

 

Wer eine Jungfrau verführt, muß sie zur Frau nehmen

22:15 Wenn jemand eine noch nicht verlobte Jungfrau verführt und ihr beiwohnt, dann muß er sie um den vollen Heiratspreis zur Frau nehmen.

22:16 Weigert sich aber ihr Vater, sie ihm zu geben, dann muß er den vollen Brautpreis für Jungfrauen zahlen.

 

Zauberei, Unzucht mit Tieren und Götzenopfer

22:17 Eine Zauberin darfst du nicht am Leben lassen.

22:18 Jeder, der einem Tier beiwohnt, sei des Todes.

22:19 Wer anderen Göttern opfert außer dem Herrn allein, der sei im Bann!

 

Fremdlinge und Witwen

22:20 Einen Fremdling sollst du nicht unterdrücken und ihn nicht bedrängen. Denn Fremdlinge seid ihr selbst gewesen im Lande Ägypten.

22:21 Eine Witwe oder eine Waise sollt ihr nicht unterdrücken.

22:22 Wenn du sie aber irgendwie unterdrückst, und sie schreit zu mir, fürwahr, ich werde auf ihr Schreien hören.[57]

22:23 Mein Zorn entbrennt dann; ich werde euch mit dem Schwerte töten, und eure Frauen werden Witwen und eure Kinder Waisen.

 

Zins- und Pfandrecht

22:24 Wenn du meinem Volke, einem Armen neben dir, Geld leihst, so sollst du ihm gegenüber nicht wie ein Wucherer handeln. Ihr dürft ihm keinen Zins auferlegen.

22:25 Wenn du deines Nächsten Mantel zum Pfande nimmst, dann sollst du ihm diesen bis zum Sonnenuntergang wieder zurückgeben.

22:26 Denn es ist ja seine einzige Decke. Es ist seine Umhüllung für seinen Leib. Worin soll er sonst schlafen? Wenn er aber zu mir schreit, so will ich ihn erhören; denn barmherzig bin ich.

22:27 Gott sollst du nicht lästern; einen Fürsten in deinem Volke sollst du nicht verfluchen! (Apg 23,5)

22:28 Du sollst in der Abgabe deines Getreides und Öles nicht säumig sein! Den Erstgeborenen deiner Söhne sollst du mir geben.

22:29 Ebenso sollst du es halten mit deinem Kalb und deinem Lamm; es soll aber sieben Tage bei seiner Mutter bleiben, erst am achten Tage sollst du es mir schenken.

22:30 Heilige sollt ihr mir sein! Fleisch von einem auf dem Felde zerrissenen Tier sollt ihr nicht essen, sondern es den Hunden hinwerfen!

 

Exodus 23

Zeugenaussage im Rechtsstreit

23:1 Du sollst kein falsches Gerücht verbreiten! Du sollst einem, der im Unrecht ist, nicht hilfreich zur Hand gehen, indem du als falscher Zeuge auftrittst.

23:2 Du sollst dich nicht der Mehrheit anschließen zum Bösen, und du sollst deine Aussagen bei einem Rechtsverfahren nicht so machen, daß du der Mehrheit willfährig bist und das Recht beugst.

23:3 Weder den Armen noch den Vornehmen sollst du in seinem Rechtsstreit bevorzugen!

 

Haustier des Widersachers

23:4 Wenn du das Rind deines Feindes oder seinen Esel, die sich verlaufen haben, antriffst, so führe ihm diese zurück!

23:5 Wenn du siehst, daß der Esel deines Widersachers unter seiner Last zusammenbricht, dann sollst du aufhören, ihm aus dem Weg zu gehen; du sollst gemeinsam mit deinem Gegner Hilfe leisten!

 

Unbestechlichkeit des Richters

23:6 Du sollst das Recht des Armen in seinem Rechtsverfahren nicht beugen!

23:7 Von einem betrügerischen Verfahren halte dich fern! Einen Unschuldigen und einen, der im Recht ist, ermorde nicht! Denn einen Schuldigen werde ich nicht als gerecht ansehen.

23:8 Bestechungsgeschenke sollst du nicht annehmen; denn diese machen Klarsehende blind und verdrehen die Sache derer, die im Recht sind.

23:9 Auch einen Fremdling darfst du nicht bedrücken; denn ihr wißt ja selbst, wie es einem Fremdling zumute ist, weil ihr Fremdlinge im Ägypterland gewesen seid.

 

Siebter Tag, ein Tag der Ruhe; siebtes Jahr, ein Jahr der Brache

23:10 Sechs Jahre lang sollst du deinen Boden besäen und seinen Ertrag ernten;

23:11 aber im siebten Jahre sollst du ihn brach und unbestellt liegen lassen. Die Armen deines Volkes sollen sich davon nähren, und was übrig bleibt, soll das Wild des Feldes fressen; ebenso sollst du mit deinem Weinberg und mit deinen Ölbäumen verfahren.

23:12 Sechs Tage lang sollst du deine Arbeiten verrichten, am siebten Tage aber sollst du feiern, damit auch dein Rind und dein Esel ruhen und der Sohn deiner Magd und der Fremdarbeiter zum Atemholen kommen.

 

Fremde Götter

23:13 Alles, was ich zu euch gesprochen habe, sollt ihr genau beobachten, die Namen fremder Götter sollt ihr nicht anrufen; sie sollen aus deinem Munde nicht gehört werden.

 

Ostern, Pfingsten, Laubhütten

23:14 Dreimal im Jahr sollst du mir Feste feiern.

23:15 Das Fest der ungesäuerten Brote sollst du halten; sieben Tage lang sollst du ungesäuerte Brote essen, wie ich dir befohlen habe, und zwar zur vorgeschriebenen Zeit im Monat Abib; denn in ihm bist du aus Ägypten ausgezogen. Erscheint nicht vor meinem Angesicht mit leeren Händen!

23:16 Ferner das Fest der Ernte, der Erstlingsfrüchte deiner Aussaat auf dem Felde. Dann das Fest der Lese, das am Ende des Jahres stattfindet, wenn du deinen Ernteertrag vom Felde einsammelst.

23:17 Dreimal im Jahre sollen alle deine männlichen Personen vor dem Gebieter und Herrn erscheinen!

23:18 Du sollst das Blut meines Schlachtopfers nicht mit Gesäuertem gemeinsam darbringen, und Fett von meinem Feste darf nicht bis zum andern Morgen liegen bleiben.

23:19 Das Wertvollste von den Erstlingen deines Bodens sollst du in das Haus des Herrn, deines Gottes, bringen! Du sollst ein Böcklein nicht in der Milch seiner Mutter kochen.

23:20 Siehe, ich sende einen Engel vor dir her, daß er dich auf dem Wege behüte und dich bringe an den Ort, den ich bestimmt habe.

23:21 Nimm dich vor ihm in acht und höre auf seine Einflüsterung; widerstrebe ihm nicht; denn er würde ein Vergehen von euch nicht ertragen, weil mein Name in ihm ist.

23:22 Wenn du aber genau auf seine Einflüsterung hörst und alle meine Worte befolgst, so will ich deine Feinde befehden und deine Bedränger in Drangsal bringen.

23:23 Denn mein Engel wird vor dir herziehen, und er wird dich bringen zu den Amoritern, Hethitern, Perissitern, Kanaanitern, Hiwwitern und Jebusitern; ich will sie vertilgen.

23:24 Du sollst ihre Götter nicht anbeten und ihnen keine Verehrung zollen! Du sollst ihre Machwerke nicht nachahmen; vielmehr sollst du sie gründlich niederreißen und ihre Weihesteine gänzlich zerbrechen!

23:25 Wenn ihr aber dem Herrn, eurem Gott, dient, so segnet er dein Brot und dein Wasser. Ich werde Krankheit von dir fernhalten.

23:26 Keine Frau in deinem Lande wird fehlgebären oder kinderlos sein. Die Zahl deiner Tage will ich vollenden.

23:27 Meinen Schrecken will ich vor dir hersenden und jedes Volk, zu dem du kommst, zum Verzagen bringen. Auch werde ich veranlassen, daß alle deine Feinde vor dir die Flucht ergreifen.

23:28 Ich sende Entmutigung vor dir her; sie wird die Hiwwiter, die Kanaaniter und die Hethiter vor dir verjagen.

23:29 Ich will sie aber nicht in einem einzigen Jahr vor dir verjagen, sonst könnte das Land zur Einöde werden, und das wilde Getier des Feldes würde dir gegenüber zu zahlreich;

23:30 Nur ganz allmählich will ich sie vertreiben vor deinem Angesicht, bis du so fruchtbar geworden bist, daß du das Land besetzen kannst.

23:31 Dein Gebiet will ich reichen lassen vom Schilfmeer bis zum Philistermeer und von der Wüste bis zum Euphrat; denn ich will die Bewohner des Landes in eure Gewalt geben, und du sollst sie vor deinem Angesicht verjagen.

23:32 Du sollst mit ihnen und ihren Gottheiten keinen Bund schließen.

23:33 Sie sollen nicht in deinem Lande wohnen bleiben, sonst verleiten sie dich dazu, wider mich zu sündigen, indem du ihren Göttern dienst; das würde dir zu einem Fallstrick.«

 

Exodus 24

Verlesen des Bundesbuches

24:1 Er sprach sodann zu Moses: »Steigt hinauf zum Herrn, du und Aaron, Nadab und Abihu und siebzig von den Ältesten Israels, und werft euch in gebührendem Abstand anbetend nieder!

24:2 Moses aber soll allein zum Herrn herantreten, die anderen dürfen nicht herantreten, und das Volk soll nicht mit ihm hinaufsteigen!«

24:3 Moses kam und erzählte dem Volk alle Worte des Herrn und alle Satzungen. Alles Volk antwortete wie mit einer Stimme und sprach: »Alles, was der Herr gesagt hat, wollen wir tun!«

24:4 Moses schrieb alle Worte des Herrn auf. Am frühen Morgen des anderen Tages baute er einen Altar am Fuß des Berges und zwölf Gedenksteine für die zwölf Stämme Israels.

24:5 Dann beauftragte er die Jungmannschaft der Israeliten, Brandopfer darzubringen und Stiere als Friedopfer für den Herrn zu schlachten.

24:6 Dann nahm Moses die Hälfte des Blutes und goß es in Schalen; die andere Hälfte des Blutes sprengte er auf den Altar.

24:7 Er nahm das Buch des Bundes und las es dem Volke vor. Es sagte: »Alles, was der Herr gesprochen, wollen wir gern befolgen!«

24:8 Hierauf nahm Moses das Blut, besprengte damit das Volk und sprach: »Seht das Blut des Bundes, den der Herr mit euch auf Grund dieser Satzungen geschlossen hat!« (Mt 26,28; Mk 14,24; Heb 9,20)

 

Erscheinen Gottes

24:9 Dann stiegen Moses und Aaron, Nadab, Abihu und siebzig von den Ältesten Israels hinauf.

24:10 Sie schauten den Gott Israels. Unter seinen Füßen war es wie Saphirplatten und wie der Himmel selber in seiner strahlenden Reinheit.

24:11 Er aber streckte seine Hand nicht aus gegen die Edlen der Israeliten; sie durften Gott schauen und konnten danach unbehelligt essen und trinken.

 

Steintafel

24:12 Da sprach der Herr zu Moses: »Steig zu mir auf den Berg herauf und verweile daselbst! Ich werde dir steinerne Tafeln geben mit den Gesetzen und Geboten, die ich zu ihrer Unterweisung niedergeschrieben habe.«

24:13 Da machte sich Moses mit seinem Diener Josua auf, um auf den Gottesberg hinaufzusteigen.

24:14 Zu den Ältesten sagte er: »Bleibt uns an dieser Stelle, bis wir zu euch zurückkehren. Aaron und Chur sind bei euch. Wer eine Streitsache zu schlichten hat, gehe zu ihnen!«

24:15 Moses stieg den Berg hinauf; sodann verhüllte die Wolke den Berg.

24:16 Die Herrlichkeit des Herrn ließ sich auf den Berg Sinai nieder, und die Wolke bedeckte ihn sechs Tage lang. Am siebten Tage rief er den Moses mitten aus dem Gewölk.

24:17 Die Herrlichkeit des Herrn aber erschien den Israeliten wie ein loderndes Feuer auf dem Bergesgipfel.

24:18 Moses ging in die Wolke hinein, stieg den Berg hinauf und verblieb vierzig Tage und vierzig Nächte auf dem Berge.

 

Exodus 25

Gold, Silber, Kupfer

25:1 Der Herr sprach zu Moses folgendermaßen:

25:2 »Sage den Israeliten, sie sollen für mich eine Abgabe erheben. Von jedem, der von Herzen gern gibt, sollt ihr diese Abgabe für mich erheben.

25:3 Die Abgabe, die ihr von ihnen erheben sollt, sei folgende: Gold, Silber und Kupfer,

25:4 violette Purpurwolle, roter Purpur und karmesinfarbener Stoff, Byssus und Ziegenhaare,

25:5 rotgefärbte Widderfelle, Tachaschhäute und Akazienholz,

25:6 Öl für den Leuchter, Balsame für das Salböl und für wohlriechendes Räucherwerk,

25:7 Karneolsteine und Besatzsteine für das Ephod und das Brustschild.[58]

25:8 Sie sollen mir ein Heiligtum errichten, und ich will in ihrer Mitte wohnen.

25:9 So wie ich dir das Muster der Wohnstätte und das Muster all ihrer Geräte zeige, so sollt ihr es machen.

 

Bundeslade

25:10 Verfertigt eine Lade aus Akazienholz, zweieinhalb Ellen lang, eineinhalb Ellen breit und eineinhalb Ellen hoch!

25:11 Überziehe sie mit reinem Gold von innen und von außen und befestige eine Leiste aus Gold ringsherum!

25:12 Gieße für sie vier goldene Ringe und bringe sie an den vier Ecken an, und zwar zwei Ringe an ihrer einen Seitenwand und zwei an der anderen!

25:13 Verfertige Stangen aus Akazienholz und überziehe sie mit Gold!

25:14 Stecke die Stangen durch die Ringe an den Seitenwänden der Lade, daß man sie mit ihnen tragen kann!

25:15 Die Stangen sollen in den Ringen der Lade bleiben; man soll sie aus ihnen nicht herausziehen!

25:16 In die Lade sollst du das Gesetz legen, das ich dir geben werde!

25:17 Verfertige sodann eine Deckplatte aus reinem Gold, zweieinhalb Ellen sei ihre Länge und eineinhalb Ellen ihre Breite!

25:18 Stelle zwei Goldkerubim her; als getriebene Arbeit sollst du sie an den beiden Enden der Deckplatte anfertigen!

25:19 Und zwar sollst du den einen Kerub an dem einen Ende und den anderen am anderen Ende anbringen. Von der Deckplatte her mache die Kerubim über ihren beiden Enden!

25:20 Die Kerubim sollen ihre Flügel nach oben hin ausbreiten, indem sie mit ihren Flügeln die Deckplatte überdachen; ihre Antlitze seien gegeneinander gekehrt; zur Deckplatte hin sollen die Gesichter der Kerubim gerichtet sein.

 

Offenbarungsstätte

25:21 Setze die Deckplatte auf die Lade und lege in die Lade das Gesetz, das ich dir geben werde!

25:22 Dortselbst will ich mich dir offenbaren von der Deckplatte aus, die auf der Lade des Zeugnisses ist, von der Stelle zwischen den beiden Kerubim. Alles will ich dir sagen, was ich dir für die Israeliten auftragen werde.

 

Schaubrottisch

25:23 Fertige auch einen Tisch aus Akazienholz, zwei Ellen lang, eine Elle breit und eineinhalb Ellen hoch!

25:24 Überziehe ihn mit reinem Gold und umschließe ihn mit einer goldenen Einfassung!

25:25 Befestige daran auch eine Leiste von einer Handbreit und verfertige eine goldene Einfassung um diese Leiste!

25:26 Dann gieße dafür vier goldene Ringe und bringe die Ringe an den vier Seiten an, wo seine vier Füße sind!

25:27 Die Ringe sollen dicht unter der Leiste sein als Ösen für die Stangen zum Tragen des Tisches!

25:28 Mache die Stangen aus Akazienholz und überziehe sie mit Gold; mit ihnen soll der Tisch getragen werden.

25:29 Forme dazu die passenden Schüsseln und Schalen, Kannen und Krüge, mit denen Trankopfer gespendet werden; aus reinem Gold sollst du sie verfertigen!

25:30 Auf dem Tisch sollst du ständig Schaubrote vor mir auflegen!

 

Siebenarmiger Leuchter

25:31 Mache auch einen Leuchter aus reinem Gold; in getriebener Arbeit soll der Leuchter hergestellt werden, sein Fußgestell und sein Schaft. Seine Kelche, seine Knäufe und seine Blüten sollen von ihm ausgehen.

25:32 Sechs Röhren sollen von seinen Seiten ausgehen, drei Leuchterröhren von der einen Seite aus und drei Leuchterröhren von der anderen Seite aus.

25:33 Drei mandelförmige [mandelblütenförmige] Kelche mit Knäufen und Blüten seien an der ersten Röhre, drei mandelförmige [mandelblütenförmige] Kelche mit Knäufen und Blüten an der zweiten, und so an allen sechs Röhren, die vom Leuchter ausgehen.

25:34 Am Leuchter selbst seien vier mandelförmige [mandelblütenförmige] Kelche, seine Knäufe und seine Blüten,

25:35 und zwar ein Knauf unter zwei Röhren, und wieder ein Knauf unter den beiden nächsten Röhren, und noch ein Knauf unter den beiden letzten Röhren, entsprechend den sechs Röhren, die vom Leuchter ausgehen.

25:36 Ihre Knäufe und ihre Röhren sollen ein Ganzes mit ihm sein. Das Ganze sei eine getriebene Arbeit aus einem Stück reinen Goldes.

25:37 Dann fertige seine Lampen an; sieben sollen es sein! Setze seine Lampen obenauf, damit sie den Raum vor ihm beleuchten!

25:38 Dazu die zugehörigen Dochtscheren und Feuerschalen aus feinstem Gold.

25:39 Aus einem Talent reinen Goldes stelle ihn und alle diese Geräte her!

25:40 Sieh zu, daß du sie genau nach dem Urbild verfertigst, das dir auf dem Berg gezeigt worden ist! (Heb 8,5)

 

Exodus 26

Zeltdecken aus Byssus

26:1 Die Wohnstätte sollst du aus zehn Zeltdecken herstellen; aus gezwirntem Byssus, violetter Purpurwolle, aus rotem Purpur, karmesinfarbigem Stoff mit Kerubim; wie sie ein Stoffwirker macht, sollst du sie fertigen.

26:2 Die Länge jeder einzelnen Decke soll achtundzwanzig Ellen betragen und vier Ellen die Breite; alle Zelttücher sollen ein und dasselbe Maß haben.

26:3 Fünf der Zeltbahnen sollen zusammengefügt sein, eine an der andern; die anderen fünf ebenso.

26:4 Mache Schleifen aus violetter Purpurwolle an der Außenkante der einen Zeltbahn, die das Ende des zusammengesetzten Stückes bildet, und ebenso an der Außenkante der letzten Zeltbahn des zweiten zusammengesetzten Teiles.

26:5 Fünfzig Schleifen bringe an der einen Zeltbahn an, ebenso fünfzig Schleifen am Ende der Zeltdecke, die zum zweiten zusammengesetzten Stück gehört; die Schleifen sollen einander gegenüberstehen.

26:6 Forme dann fünfzig Haken aus Gold und verbinde die Zeltdecken mit den Haken, eine mit der andern; so soll es eine einzige Wohnstätte werden.

26:7 Fertige sodann Zeltdecken aus Ziegenhaar für ein Zelt über der Wohnstätte; in einer Anzahl von elf Stück sollst du sie herstellen.

26:8 Die Länge jeder einzelnen Zeltdecke soll dreißig Ellen sein, und vier Ellen sei ihre Breite; alle elf Zeltdecken sollen ein und dasselbe Maß haben.

26:9 Füge fünf zu einem Stück zusammen, ebenso die anderen sechs Zeltdecken zu einem Stück; lege dabei die Hälfte der sechsten Zeltbahn, die für die Vorderseite des Zeltes da ist, doppelt.

26:10 Am Saume der letzten Zeltdecke des einen zusammengesetzten Stückes mache fünfzig Schleifen und ebenso am Zeltdeckensaum des zweiten zusammengesetzten Stückes.

26:11 Sodann fertige fünfzig Haken aus Kupfer, hänge die Haken in die Schleifen ein und verbinde so die Zeltbahnen, daß es ein einziges Zelt werde.

26:12 Den bei den Zeltbahnen überhängenden Teil, der überschüssig ist, lasse zur Hälfte an der Rückseite der Wohnstätte herabhängen.

26:13 Eine Elle soll hüben und drüben auf den beiden Längsseiten der Wohnstätte herabhängen von dem, was an den Zeltdecken zu lang ist. Es soll die Wohnstätte bedecken.

26:14 Endlich stelle für das Zelt eine rot gegerbte Decke aus Widderfellen her und oben darauf eine Decke aus Tachaschleder.[59]

 

Bretter

26:15 Danach fertige Bretter für die Wohnstätte; sie sollen aus Akazienholz sein und zum Aufstellen dienen.

26:16 Zehn Ellen sei die Länge eines Brettes und eineinhalb Ellen seine Breite.

26:17 Jedes Brett soll durch zwei Zapfen gegenseitig in Verbindung gebracht werden; so mache es mit allen Brettern der Wohnstätte.

26:18 Für die Wohnstätte sollst du an Brettern zwanzig für die Südseite herstellen.

26:19 Stelle auch vierzig silberne Sockel her als Unterlage für die zwanzig Bretter, zwei Sockel als Unterlage eines Brettes für seine beiden Zapfen.

26:20 Ebenso für die andere Längsseite der Wohnstätte, die Nordseite, zwanzig Bretter,

26:21 dazu noch vierzig silberne Fußsockel, zwei Sockel als Unterlage für ein Brett.

26:22 Für die Rückseite der Wohnstätte, die nach Westen hin liegt, verfertige sechs Bretter.

26:23 Und zwei Bretter stelle als Eckstücke für die Rückseite der Wohnstätte her.

26:24 Sie seien unten und oben doppelt aufgebaut und sollen sich bei dem einen Ring treffen; sie mögen die beiden Ecken ausmachen.

26:25 Es seien also acht Bretter, und ihre silbernen Fußgestelle sollen sechzehn betragen, nämlich je zwei Fußgestelle als Unterlage für ein Brett.

 

Riegel

26:26 Stelle auch Riegel her aus Akazienholz, fünf für die Bretter auf der einen Seite der Wohnstätte,

26:27 ebenso auch fünf Riegel für die Bretter der zweiten Längsseite und fünf Riegel für die Bretter der nach Westen gerichteten Rückseite.

26:28 Der mittlere Riegel stehe in der Mitte der Bretter; er laufe von einem Ende zum anderen.

26:29 Überziehe die Bretter mit Gold, und auch ihre Ringe stelle aus Gold her, um die Riegel zu halten; ebenso überziehe die Riegel mit Gold.

26:30 So richte also die Wohnstätte auf, entsprechend ihrem Entwurf, der dir auf dem Berge gezeigt worden ist.

 

Vorhang zwischen Heiligem und Allerheiligstem

26:31 Verfertige einen Vorhang aus violetter Purpurwolle und rotem Purpur, karmesinfarbigem Stoff und gezwirntem Byssus; als Werk eines Stoffwirkers sollst du ihn mit Kerubimfiguren herstellen.

26:32 Hänge ihn an vier Säulen aus vergoldetem Akazienholz - auch ihre Nägel sollen aus Gold sein -, die auf vier silbernen Sockeln stehen sollen.

26:33 Bringe den Vorhang unterhalb der Haken an, und stelle dortselbst in den Raum hinter den Vorhang die Lade des Zeugnisses; der Vorhang soll euch als Scheidewand zwischen dem Heiligen und dem Allerheiligsten dienen.

26:34 Setze die Deckplatte auf die Lade des Zeugnisses im Allerheiligsten.

26:35 Stelle den Tisch außerhalb des Vorhangs auf, den Leuchter gegenüber dem Tisch auf der Südseite der Wohnstätte; den Tisch aber rücke gegen die Nordseite!

 

Vorhang für den Zelteingang

26:36 Für das Eingangstor des Zeltes stelle einen Vorhang aus violetter Purpurwolle, rotem Purpur, karmesinfarbigem Stoff und gezwirntem Byssus her in Buntwirkerarbeit!

26:37 Für den Vorhang stelle fünf Säulen aus Akazienholz [Akaziensäulen] auf und überziehe sie mit Gold - auch ihre Nägel seien aus Gold - und gieße für sie fünf kupferne Sockel.

 

Exodus 27

Altar

27:1 Mache sodann den Altar aus Akazienholz, fünf Ellen lang und fünf Ellen breit - der Altar soll quadratisch sein - und drei Ellen hoch.

27:2 Errichte seine Hörner auf seinen vier Ecken - seine Hörner sollen mit ihm ein Stück bilden -und überziehe ihn mit Kupfer.

27:3 Stelle dazu auch die Töpfe her, um die Fettasche von ihm wegzunehmen, die passenden Reinigungsschaufeln und Sprengschalen, Fleischgabeln und Feuerbecken; alle zugehörigen Geräte sollst du aus Kupfer verfertigen.

27:4 Mache für ihn ein Gitterwerk, ein kupfernes Netzgitter, und bringe an seinen vier Enden vier kupferne Ringe an.

27:5 Unter der Einfassung des Altars bringe es unterhalb an; es soll das Netzgitter bis zur halben Höhe des Altars reichen.

27:6 Richte für den Altar auch Stangen aus Akazienholz zu und bedecke sie mit Kupfer.

27:7 Die Stangen sollen in die Ringe hineingesteckt werden; sie sollen sich auf beiden Seiten des Altars befinden, wenn man ihn trägt.

27:8 Er sei hohl; stelle ihn aus Platten her; wie man dir auf dem Berg gezeigt hat, so sollen sie ihn zur Ausführung bringen.

 

Vorhof

27:9 Dann stelle den Vorhof der Wohnstätte her: Für die Südseite Vorhofsbehänge aus gezwirntem Byssus, hundert Ellen lang für die eine Seite.

27:10 Dazu zwanzig Säulen und zwanzig zugehörige kupferne Fußgestelle, die Nägel der Säulen und ihre Querstangen aus Silber.

27:11 Ebenso stelle für die nördliche Längsseite Behänge her, die hundert Ellen lang sind, dazu zwanzig Säulen und zwanzig kupferne Fußgestelle für sie, die Nägel der Säulen und ihre Querstangen aber aus Silber,

27:12 für die nach Westen gerichtete Breitseite aber Behänge von fünfzig Ellen, dazu zehn entsprechende Säulen und zehn Fußsockel für sie.

27:13 Die Breite des Vorhofes sei auch für die nach Osten gehende Seite fünfzig Ellen,

27:14 und zwar fünfzehn Ellen Behänge für das eine Seitenstück, dazu drei Säulen und drei Fußsockel für sie,

27:15 ebenso für das zweite Seitenstück fünfzehn Ellen Behänge, dazu drei Säulen und drei Fußsockel für sie.

27:16 Für die Eingangstür des Vorhofes einen Vorhang von zwanzig Ellen aus violetter Purpurwolle, rotem Purpur, karmesinfarbigem Stoff und gezwirntem Byssus in Buntwirkerarbeit, dazu vier Säulen und vier Sockel für sie.

27:17 Alle Säulen des Vorhofes ringsumher sollen silberne Querstangen haben. Ihre Nägel seien aus Silber und ihre Sockel aus Kupfer.

27:18 Des Vorhofes Länge betrage hundert Ellen, die Breite fünfzig und die Höhe fünf Ellen; die Vorhänge seien aus gezwirntem Byssus und die dazugehörigen Fußgestelle aus Kupfer.

27:19 Alle Geräte der Wohnung, die zu irgendeiner Verrichtung gebraucht werden, und alle ihre Zeltpflöcke und alle Zeltpflöcke des Vorhofes sollen aus Kupfer sein.

 

Ewiges Licht

27:20 Befiehl den Israeliten, daß sie dir reines Öl aus gestoßenen Oliven für die Ampel bringen, damit man eine immerbrennende Lampe aufsetzen kann.[60]

27:21 Im Begegnungszelt außerhalb des Vorhanges, der sich vor der Gesetzeslade befindet, soll sie Aaron mit seinen Söhnen herrichten; vom Abend bis zum Morgen soll sie brennen vor dem Herrn. Eine immerwährende Satzung von Geschlecht zu Geschlecht soll dies für die Israeliten sein!

 

Exodus 28

Bestimmung zum Priestertum

28:1 Laß deinen Bruder Aaron und seine Söhne aus der Reihe der Israeliten zu dir kommen; als Priester soll er mir dienen, also Aaron, Nadab und Abihu, Eleasar und Itamar, die Söhne Aarons.[61]

28:2 Dann lasse deinem Bruder heilige Gewänder nähen, die ihm zur Auszeichnung und Zierde dienen.

28:3 Rede auch mit allen Kunstverständigen, die ich mit dem Geiste der Weisheit erfüllt habe: sie sollen die Gewänder für Aaron anfertigen, damit man ihn weihe und er mir als Priester diene.

28:4 Dies sind die Gewänder, die man anfertigen soll: Brustschild, Ephod, Obergewand, bunter Leibrock, Kopfbund und Gürtel. Heilige Gewänder soll man also für deinen Bruder Aaron -und für seine Söhne - anfertigen, damit er mir als Priester diene.

28:5 Man soll dazu Gold, violette Purpurwolle, roten Purpur, karmesinroten Stoff und Byssus verwerten.

 

Ephod

28:6 Das Ephod soll man aus Gold, violetter Purpurwolle, rotem Purpur, karmesinfarbigem Stoff, in gezwirntem Byssus als Kunstwirkerarbeit herstellen.[62]

28:7 Es soll zwei verbundene Schulterstücke haben; an seinen beiden Enden soll es verbunden sein.

28:8 Die Binde, die sich an ihm zum Anlegen befindet, soll von gleicher Machart und aus einem Stück mit ihm sein, aus Gold, aus violetter Purpurwolle, aus rotem Purpur, karmesinfarbenem Stoff und gezwirntem Byssus.

28:9 Nimm dann zwei Karneolsteine und schneide darauf die Namen der Söhne Israels ein.

28:10 Sechs Namen auf den ersten Stein und die anderen sechs Namen auf den zweiten Stein nach der Reihenfolge ihrer Geburt.

28:11 So wie der Steinschneider Gravierungen auf Siegeln herstellt, so sollst du beide Steine mit den Namenszeichen der Söhne Israels versehen, umrahmt von Goldfassungen.

28:12 Setze die beiden Steine auf die Schulterstücke des Ephod als Steine der Erinnerung an die Söhne Israels. Aaron soll ihre Namen auf seinen beiden Schulterstücken vor dem Herrn zum Gedächtnis tragen.

28:13 Stelle also die Einfassungen von Gold her,

28:14 dazu zwei Kettchen aus reinem Golde; drehe sie in der Art einer Schnur und befestige die schnurartigen Kettchen an den Einfassungen.

 

Brustschild

28:15 Du sollst ein Brustschild des Schiedsrichterspruches herstellen; als Kunstwirkerarbeit in der Art des Ephod stelle es her; fertige es aus Gold, aus violetter Purpurwolle, rotem Purpur, karmesinfarbenem Stoff und gezwirntem Byssus!

28:16 Es soll quadratisch sein, doppelt gelegt, eine Spanne lang und eine Spanne breit.

28:17 Schmücke es mit einem Besatz von Edelsteinen, insgesamt vier Reihen! Die erste Reihe: Rubin, Chrysolith und Smaragd.

28:18 Die zweite Reihe: Türkis, Lasurstein und Jaspis.

28:19 Die dritte Reihe: Hyazinth, Achat und Amethyst.

28:20 Die vierte Reihe: Tarsis, Karneol und Nephrit; goldgefaßt seien sie in ihren Reihen.

28:21 Die Steine sollen die Namen der Söhne Israels tragen, zwölf entsprechend ihren Namen. Siegelstecherarbeiten mit den entsprechenden Namen sollen es sein nach den zwölf Stämmen.

28:22 Für das Brustschild stelle gedrehte Kettchen her nach Art von Schnüren aus reinem Gold.

28:23 Dann verfertige für das Brustschild zwei goldene Ringe und befestige beide an den zwei Enden des Brustschildes.

28:24 Sodann bringe die beiden goldenen Schnüre an den zwei Ringen der Enden des Brustschildes an.

28:25 Die beiden anderen Enden der Schnüre befestige an den Einfassungen; hänge es an die Schulterstücke des Ephod auf dessen vordere Seite!

28:26 Stelle noch zwei goldene Ringe her und bringe sie auf den beiden anderen Enden des Brustschildes an, auf seinem inneren Rande, der dem Ephod zugekehrt ist.

28:27 Stelle zwei weitere goldene Ringe her und bringe sie auf den beiden Schulterstücken des Ephod unten an, an seiner vorderen Seite nahe der Stelle, wo es zusammengefügt ist, oberhalb der Binde des Ephod.

28:28 Man soll das Brustschild durch seine Ringe an den Ephodringen anbringen durch Schnüre aus violettem Purpur, damit es über der Binde des Ephod bleibt und das Brustschild sich nicht von seiner Stelle auf dem Ephod verrückt.

28:29 Aaron soll die Namen der Söhne Israels auf dem Brustschild des Schiedsrichterspruches auf seinem Herzen tragen, wenn er das Heiligtum betritt, zum immerwährenden Gedenken vor dem Herrn.

28:30 In das Brustschild des Schiedsrichterspruches lege die Losorakel der Urim und Tummim; sie sollen auf dem Herzen Aarons ruhen, wenn er vor den Herrn tritt; er trage den Schiedsrichterspruch der Söhne Israels auf seinem Herzen ständig vor dem Herrn.

 

Obergewand

28:31 Mache das Obergewand des Ephod ganz aus violetter Purpurwolle.

28:32 In seiner Mitte soll sich eine Öffnung für den Kopf befinden; ein ringsum besetzter Rand sei an seiner Öffnung; eine Webearbeit wie bei der Öffnung eines Panzerhemdes soll es erhalten, damit es nicht zerreißt.

28:33 An seinem Saum sollst du Granatäpfel aus violetter Purpurwolle, rotem Purpur und karmesinfarbenem Stoff anbringen, und zwar ringsum an seinem Saum, und dazwischen goldene Glöckchen ringsum.

28:34 Es sollen sich immer ein goldenes Glöckchen und ein Granatapfel an dem Saum des Obergewandes ringsum abwechseln.

28:35 Aaron soll es beim heiligen Dienst tragen, sein Ton soll zu hören sein, wenn er in das Heiligtum vor den Herrn tritt und wenn er da wieder hinausgeht; sonst müßte er sterben.

 

Stirnblatt

28:36 Dann verfertige ein Stirnblatt aus reinem Gold und graviere darauf in Siegelstecherarbeit ein: >Heilig dem Herrn!<

28:37 Befestige es an einer Schnur von violetter Purpurwolle, um es am Turban anzubringen, auf der Vorderseite des Turbans soll es sich befinden.

28:38 Es soll auf Aarons Stirn sein; und so nehme Aaron die Verfehlungen an den Weihegaben, die die Söhne Israels darbringen bei ihren heiligen Abgaben, auf sich! Ständig soll es auf Aarons Stirn sein, damit sie Wohlgefallen vor dem Herrn finden!

 

Priestertracht

28:39 Webe den Leibrock aus Byssus; verfertige den Turban aus Byssus, und den Gürtel wirke in Buntwirkerarbeit!

28:40 Auch für Aarons Söhne verfertige Leibröcke, mache ihnen Gürtel und hohe Kopftracht zur Auszeichnung und Zierde!

28:41 Dann bekleide mit ihnen deinen Bruder Aaron und seine Söhne zugleich mit ihm; salbe sie, führe sie in ihr Amt ein und heilige sie, damit sie mir als Priester dienen!

28:42 Mache ihnen linnene Beinhüllen, um ihre Scham zu bedecken; von den Hüften bis zu den Schenkeln sollen sie reichen!

28:43 Sie sollen von Aaron und seinen Söhnen getragen werden, wenn sie ins Offenbarungszelt eintreten oder sich dem Altar nähern, um ihren Dienst am Heiligtum zu verrichten; sie sollen keinerlei Schuld auf sich laden, damit sie nicht sterben müssen. Eine immerwährende Satzung sei dies für ihn und seine Nachkommen!

 

Exodus 29

Priesterweihe

29:1 Dies ist die Vorschrift, die du bei ihnen anwenden sollst, wenn du sie mir zum priesterlichen Dienst weihst: Nimm einen Jungstier und zwei fehlerlose Widder

29:2 und ungesäuerte Brote, ungesäuerte, mit Öl angerührte Ringbrote und ungesäuerte, mit Öl bestrichene Fladen; aus Weizenmehl sollst du sie herstellen.

29:3 Lege sie in einen Korb und bringe sie im Korb herbei, dazu den Jungstier und die beiden Widder.

29:4 Dann laß Aaron und seine Söhne an den Eingang des Offenbarungszeltes treten und wasche sie mit Wasser!

29:5 Nimm die Gewänder und bekleide Aaron mit dem Leibrock, dem Obergewand des Ephod, dem Ephod selbst und dem Brustschild; du sollst ihm mit einer Binde das Ephod festmachen.

29:6 Setze ihm den Turban auf sein Haupt und befestige das heilige Stirnblatt am Turban.

29:7 Nimm das Salböl, gieße es auf sein Haupt und salbe ihn.

29:8 Alsdann laß seine Söhne herantreten und bekleide sie mit Leibröcken.

29:9 Umgürte sie mit dem Gürtel -Aaron und seine Söhne - und binde ihnen die Kopftracht um. So soll ihnen als ewig gültige Satzung das Priesteramt zufallen, und so sollst du Aaron und seine Söhne mit dem Priesteramt belehnen!

 

Sündopfer anläßlich der Priesterweihe

29:10 Laß den Jungstier vor das Offenbarungszelt bringen. Aaron und seine Söhne sollen ihre Hände auf den Kopf des Stieres legen!

29:11 Dann schlachte den Stier vor dem Herrn am Eingang des Offenbarungszeltes!

29:12 Nimm von dem Stierblut und streiche davon mit deinem Finger an die Hörner des Altares. Alles übrige Blut aber gieße an den Fuß des Altares!

29:13 Nimm dann das ganze Fett, das die Eingeweide bedeckt, sowie den Leberlappen und die beiden Nieren, auch das Fett daran, und laß es auf dem Altar in Rauch aufgehen!

29:14 Das Fleisch des Jungstieres aber, sein Fell und seinen Mageninhalt sollst du im Feuer außerhalb des Lagers verbrennen; handelt es sich doch um ein Sündopfer.

 

Widder als Brandopfer

29:15 Hole dann den einen Widder; Aaron und seine Söhne sollen ihre Hände auf den Kopf des Widders legen.

29:16 Schlachte darauf den Widder, nimm sein Blut und sprenge es ringsum an den Altar!

29:17 Den Widder selbst zerlege in seine Teile, wasche seine Eingeweide und Unterschenkel und lege sie zu den anderen Teilen und zu seinem Kopf!

29:18 Alsdann laß den ganzen Widder auf dem Altar in Rauch aufgehen; es ist ja ein Ganzopfer für den Herrn, ein lieblicher Wohlgeruch, ein Feueropfer für den Herrn.

 

Einsetzungsopfer

29:19 Hole dann den zweiten Widder; Aaron und seine Söhne sollen ihre Hände auch auf den Kopf dieses Widders legen.

29:20 Schlachte den Widder, nimm von seinem Blut und streiche davon an das rechte Ohrläppchen Aarons und seiner Söhne, an den Daumen ihrer rechten Hand und an die große Zehe ihres rechten Fußes; das andere Blut sprenge ringsum an den Altar!

29:21 Nimm auch von dem Blut auf dem Altar und von dem Salböl und besprenge damit Aaron und seine Gewänder und auch seine Söhne und deren Gewänder. Er und seine Gewänder sollen geweiht sein und mit ihm auch seine Söhne und deren Gewänder.

29:22 Dann nimm von dem Widder das Fett, und zwar den Fettschwanz und das Fett, das die Eingeweide bedeckt, den Leberlappen, die beiden Nieren und das Fett daran und die rechte Keule - denn es handelt sich um einen Weihewidder -,

29:23 dazu ein rundes Brot, ein mit Öl zubereitetes Ringbrot und einen Fladen aus dem Korb der ungesäuerten Brote, der vor dem Herrn steht!

29:24 Dies alles lege Aaron und seinen Söhnen auf die Hände und laß sie es hin und her schwingen als Weihegabe vor dem Herrn!

29:25 Sodann nimm ihnen alles wieder aus den Händen und laß es auf dem Altar als Ganzopfer in Rauch aufgehen zu einem lieblichen Wohlgeruch vor dem Herrn; ein Feueropfer ist es für den Herrn.

29:26 Nimm dann die Brust des Einweihungswidders für Aaron und schwinge sie hin und her als Weihegabe vor dem Herrn; sie fällt dir als Anteil zu.

29:27 Erkläre die Weihebrust und die Hebekeule vom Einweihungswidder Aarons und seiner Söhne, wenn sie geschwungen und gehoben worden sind, als heilig!

29:28 Denn es soll Aaron und seinen Söhnen ein immerwährender Anteil sein von seiten der Israeliten; es ist ja ein Hebeopfer, und als Hebeopfer von seiten der Israeliten soll es von ihren Friedopfern ihr Hebeopfer sein für den Herrn.

 

Nachfolge im Priestertum

29:29 Die heiligen Gewänder Aarons sollen auf seine nach ihm kommenden Söhne übergehen; man soll sie darin salben und ins Priesteramt einsetzen.

29:30 Sieben Tage lang soll derjenige von seinen Söhnen sie tragen, der an seiner Stelle Priester wird, wenn er das Offenbarungszelt betritt, um im Heiligtum Dienst zu tun.

 

Opfermahl - Brandopferaltar

29:31 Nimm alsdann den Einweihungswidder und koche sein Fleisch an heiliger Stätte!

29:32 Aaron und seine Söhne sollen das Widderfleisch und das Brot im Korb am Eingang des Offenbarungszeltes essen.

29:33 Sie sollen also das essen, womit für sie die Sühne vollzogen wurde, um sie ins Priesteramt einzusetzen und sie zu heiligen; kein Außenstehender darf davon essen, denn es ist heilig.

29:34 Wenn aber von dem Fleisch des Einsetzungsopfers und von dem Brot etwas bis zum Morgen übrig bleibt, dann sollst du das Übriggebliebene im Feuer verbrennen; man darf es nicht , mehr genießen; denn es ist heilig.

29:35 Also tue mit Aaron und seinen Söhnen, genau, wie ich es dir geboten habe; sieben Tage lang sollst du ihre Amtseinsetzung durchführen.

29:36 Richte auch tagtäglich einen Sündopferstier her für die Sühne, entsündige den Altar, indem du darauf den Sühneritus vollziehst, und salbe ihn, um ihn zu weihen!

29:37 Sieben Tage lang sollst du auf dem Altar die Sühnehandlung vollziehen und ihn weihen. Der Altar wird zu etwas Hochheiligem werden. Jeder, der den Altar berührt, ist dem Heiligtum geweiht.

 

Tagtägliches Morgen- und Abendopfer

29:38 Auf dem Altar sollst du folgendes darbringen: Tagtäglich und immerwährend zwei einjährige Lämmer.

29:39 Das eine Lamm sollst du am Morgen darbringen, das andere gegen Abend.

29:40 Dazu ein Zehntel Epha Mehl, gemengt mit einem Viertel Hin Öl von zerstoßenen Oliven, und als Trankopfer ein Viertel Hin Wein für das eine Lamm.

29:41 Das zweite Lamm richte gegen Abend zu! Das gleiche Speise- und Trankopfer sollst du ihm dann beigeben, wie am Morgen, zu einem lieblichen Wohlgeruch als Feueropfer für den Herrn.

29:42 Als ein beständiges Brandopfer sei es in all euren Geschlechtern am Eingang des Offenbarungszeltes vor dem Herrn, wo ich mich euch offenbare, um mit dir zu reden.

29:43 Dort will ich mich den Israeliten offenbaren, und das Zelt wird durch meine Herrlichkeit geheiligt werden.

29:44 Ja, ich heilige das Offenbarungszelt und den Altar; auch Aaron und seine Söhne will ich heiligen zu meinem Priesterdienst.

29:45 Ich will inmitten der Israeliten wohnen und will ihnen Gott sein.

29:46 Sie sollen erkennen, daß ich der Herr, ihr Gott, bin, der sie aus dem Lande Ägypten herausgeführt hat, um in ihrer Mitte zu wohnen, ich, der Herr, ihr Gott!

 

Exodus 30

Räucheraltar

30:1 Verfertige auch einen Altar zum Abbrennen des Räucherwerkes; aus Akazienholz sollst du ihn bauen.[63]

30:2 Er soll eine Elle lang, eine Elle breit, also quadratisch, und zwei Ellen hoch sein; seine Hörner sollen mit ihm aus einem Stück sein.

30:3 Überziehe ihn mit reinem Gold, seine Deckplatte, seine Wände ringsum und seine Hörner, und schmücke ihn ringsum mit einer goldenen Randleiste!

30:4 Verfertige auch für ihn zwei goldene Ringe, die du unterhalb seiner Randleiste auf seinen beiden Seitenwänden, den Flanken, anbringen sollst; sie sollen als Ösen für Stangen dienen, auf daß man ihn damit tragen kann.

30:5 Die Stangen stelle aus Akazienholz her und überziehe sie mit Gold!

30:6 Aufstellen sollst du ihn vor dem Vorhang, der vor der Lade des Zeugnisses, vor der Deckplatte hängt, die auf dem Zeugnis ruht; dort will ich mich dir offenbaren.

30:7 Aaron soll darauf wohlriechendes Räucherwerk verbrennen, Morgen für Morgen, wenn er die Lampen in Ordnung bringt.

30:8 Wenn Aaron die Lampen gegen Abend wieder aufsetzt, soll er es ebenfalls verbrennen; es sei dies ein immerwährendes Weihrauchopfer für den Herrn in all euren Geschlechtern.

30:9 Ihr dürft darauf kein unerlaubtes Räucherwerk opfern, auch kein Brandopfer und kein Speiseopfer. Auch ein Trankopfer dürft ihr darauf nicht darbringen.

30:10 An seinen Hörnern soll Aaron im Jahre einmal die Sühne vornehmen. Mit dem Blut des Sündopfers, das zur Sühne dient, soll er einmal im Jahr darauf die Sühne vollziehen in all euren Geschlechtern. Etwas Hochheiliges ist der Altar dem Herrn!«

 

Musterung

30:11 Der Herr sprach zu Moses:

30:12 »Wenn du die Kopfzahl der Israeliten bei ihrer Musterung feststellst, dann soll jeder ein Lösegeld für sein Leben anläßlich der Musterung an den Herrn entrichten, damit nicht eine Plage sie bei ihrer Musterung treffe.

 

Abgaben

30:13 Dies soll ein jeder, der zur Musterung kommt, entrichten: Ein halbes Silberstück nach heiligem Gewicht, 20 Gera das Silberstück, ein halbes Silberstück also als Weihegabe an den Herrn.

30:14 Jeder, der zur Musterung kommt, von zwanzig Jahren an und darüber, soll die Weihegabe des Herrn entrichten.

30:15 Der Reiche soll nicht mehr, der Arme nicht weniger geben als ein halbes Silberstück, wenn ihr die Weihegabe des Herrn entrichtet als Lösegeld für euer Leben.

30:16 Erhebe das Lösegeld von den Israeliten und verwende es für den Dienst am Offenbarungszelt; es sei den Israeliten eine Erinnerung an den Herrn als Lösegeld für euer Leben!«

 

Ein kupfernes Waschbecken zum Waschen der Hände und Füße

30:17 Der Herr sprach zu Moses:

30:18 »Verfertige ein kupfernes Becken und dazu ein kupfernes Gestell zu den Waschungen, stelle es zwischen dem Offenbarungszelt und dem Altar auf und fülle es mit Wasser!

30:19 Aaron und seine Söhne sollen darin ihre Hände und Füße waschen.

30:20 Wenn sie ins Offenbarungszelt eintreten, sollen sie sich mit Wasser waschen, sonst müßten sie sterben; oder wenn sie sich dem Altar nähern, um als heiligen Dienst ein Feueropfer für den Herrn darzubringen,

30:21 sollen sie ihre Hände und Füße waschen, sonst müßten sie sterben. Das sei ihnen eine immerwährende Satzung, die für ihn und seine Nachkommen in all ihren Geschlechtern gilt!«

 

Heiliges Salböl für die Geräte des Heiligtums und die Priester des Herrn

30:22 Der Herr befahl Moses weiterhin:

30:23 »Nimm dir Duftkräuter [Balsam] edelster Sorte, erstarrte Tropfenmyrrhe - fünfhundert Sekel -, wohlriechenden Zimt - davon die Hälfte, also zweihundertfünfzig Sekel -, Würzrohr - ebenfalls zweihunderfünfzig Sekel-,

30:24 Zimtblüte [Zimtnelken] - fünfhundert Sekel nach heiligem Gewicht - und ein Hin Olivenöl.

30:25 Hieraus stelle ein heiliges Salböl her, eine würzige Mischung, wie sie der Salbenmischer macht; heiliges Salböl soll es sein.

30:26 Damit sollst du das Offenbarungszelt salben und die Lade des Zeugnisses,

30:27 den Tisch und all seine Geräte, den Leuchter mit seinen Geräten und den Räucheraltar,

30:28 den Brandopferaltar mit all seinen Geräten und das Becken mit seinem Gestell.

30:29 Weihe sie so, daß sie etwas Hochheiliges sind; jeder, der sie berührt, wird selbst geweiht.

30:30 Auch den Aaron und seine Söhne salbe, und weihe sie mir zum Priesterdienst!

30:31 Den Israeliten aber sage dies: Als heiliges Salböl gilt dies mir in all euren Geschlechtern.

30:32 Auf einen Menschenleib werde es nicht gegossen; in der gleichen Zusammensetzung dürft ihr es nicht nachmachen; denn heilig ist es und soll euch als heilig gelten.

30:33 Jeder, der die gleiche Mischung herstellt und einem Unbefugten davon gibt, der soll aus seiner Sippe ausgetilgt werden!«

 

Räucherwerk: Als heilig gelte es dir für den Herrn

30:34 Es sprach der Herr weiter zu Moses: »Nimm dir wohlriechende Spezereien, nämlich Staktetropfen, Räucherklaue und Galbanum, [Spezereien] und reinen Weihrauch, alles zu gleichen Teilen,

30:35 und bereite hieraus ein Räucherwerk in würziger Mischung, nach Art des Salbenmischers mit Salz gemengt, rein und heilig.

30:36 Zerstoße etwas davon zu feinem Pulver und lege davon vor dem Gesetz im Offenbarungszelt nieder, wo ich mich dir offenbaren werde; etwas Hochheiliges soll es für euch sein!

30:37 Das Räucherwerk, das du herstellen sollst, dürft ihr nicht in der gleichen Mischung für euch herstellen; als heilig gelte es dir für den Herrn.

30:38 Jeder, der es nachahmt, um seinen Wohlgeruch einzuatmen, der soll aus seiner Sippe ausgetilgt werden!

 

Exodus 31

Künstlerberufung

31:1 Der Herr sprach zu Moses:[64]

31:2 »Siehe, ich habe den Bezalel, den Sohn des Uri, Enkel des Chur aus dem Stamme Juda, mit Namen berufen

31:3 und ihn mit göttlichem Geist erfüllt in Weisheit, in Einsicht und Kenntnis für allerlei Kunstwerk.

31:4 Er soll Pläne entwerfen und diese in Gold, Silber und Kupfer ausführen.

31:5 Auch mit der Fertigkeit habe ich ihn begabt, Steine für die Fassungen zu bearbeiten und Holz zu schnitzen, um jegliches Werk auszuführen.

31:6 Auch habe ich ihm den Oholiab, den Sohn des Achisamach aus dem Stamme Dan, beigegeben und habe das Herz aller Kunstverständigen mit Weisheit erfüllt. Sie vermögen alles, was ich dir aufgetragen habe, auszuführen:

31:7 Das Offenbarungszelt, die Lade für das Gesetz, die Deckplatte darüber und alle übrigen Geräte des Zeltes,

31:8 d.h. den Tisch mit seinen Geräten, den Leuchter aus reinem Gold mit all seinen Geräten und den Rauchopferaltar,

31:9 den Brandopferaltar mit all seinen Geräten und das Becken mit seinem Gestell,

31:10 die gewirkten Gewänder, nämlich die heiligen Gewänder für den Priester Aaron und die Gewänder für seine Söhne zum Priesterdienst,

31:11 und schließlich das Salböl und das wohlriechende Räucherwerk für das Heiligtum. Wie ich es aufgetragen, sollen sie es ausführen.«

 

Sabbat als Bundeszeichen

31:12 Der Herr sprach zu Moses:

31:13 »Sage den Israeliten: Besonders beobachtet meine Sabbate; denn sie sind ein Zeichen zwischen mir und euch in all euren Geschlechtern. Daran soll man erkennen, daß ich, der Herr, es bin, der euch heiligt!

31:14 Beobachtet also den Sabbat; denn heilig soll er euch sein! Wer ihn entheiligt, muß des Todes sterben. Ja, jeder, der an ihm eine Arbeit verrichtet, dessen Person soll aus der Mitte ihrer Sippengenossen ausgetilgt werden.

31:15 Sechs Tage lang soll die Arbeit dauern, am siebten Tage aber soll ein dem Herrn heiliger, feierlicher Tag der Ruhe sein. Jeder, der am Sabbat eine Arbeit verrichtet, soll des Todes sterben.

31:16 Israels Söhne sollen den Sabbat halten und den Tag des Sabbats in ihren Geschlechtern als ewig gültigen Bund betrachten!

31:17 Zwischen mir und zwischen Israels Söhnen sei er ein immerwährendes Zeichen! Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde erschaffen, am siebten Tage aber ruhte er und atmete auf.«

 

Tafeln aus Stein

31:18 Als der Herr seine Reden mit Moses auf dem Berge Sinai vollendet hatte, überreichte er ihm zwei Gesetzestafeln, steinerne Tafeln, die vom Finger Gottes beschrieben waren.

 

Exodus 32

Das Goldene Kalb

32:1 Das Volk sah, daß Moses seine Rückkehr vom Berge hinausschob. Da sammelte sich das Volk um Aaron und sprach zu ihm: »Wohlan, mach uns Götter, die vor uns herziehen! Denn was aus Moses geworden ist, dem Mann, der uns aus dem Lande Ägypten herausgeführt hat, wissen wir nicht.«[65]

32:2 Da antwortete ihnen Aaron: »Nehmt die goldenen Ringe von den Ohren eurer Frauen, Söhne und Töchter ab und bringt sie her zu mir!«

32:3 So nahmen denn alle Leute die goldenen Ringe, die sie an den Ohren trugen, von sich ab und brachten sie zu Aaron.

32:4 Er nahm sie aus ihren Händen, sammelte (das Gold) in einen Beutel und goß dann daraus ein Kalb als Gußbild. Sie riefen: »Das ist dein Gott, Israel, der dich aus Ägypten geführt hat.«

32:5 Aaron vernahm es und baute vor dem Kalb einen Altar. Er ließ laut ausrufen: »Morgen soll ein Fest sein für den Herrn!«

32:6 In der Frühe des nächsten Morgens opferten sie Brandopfer und brachten Friedopfer dar. Dann setzten sich die Leute zum Essen und Trinken nieder und erhoben sich, um dem Vergnügen nachzugehen. (1Kor 10,7)

 

Der Zorn des Herrn

32:7 Der Herr sprach zu Moses: »Geh, steig hinab; denn verbrecherisch handeln deine Leute, die du aus dem Land der Ägypter herausgeführt hast.

32:8 Gar schnell sind sie von dem Weg abgewichen, den ich ihnen gewiesen habe. Sie haben sich ein Kalb gegossen, sich vor ihm niedergeworfen, ihm geopfert und gerufen: »Das ist dein Gott, Israel, der dich aus Ägypten geführt hat.«

32:9 Sodann sprach der Herr zu Moses: »Ich sehe, daß diese Leute ein halsstarriges Volk sind.

32:10 Darum laß mich, daß mein Zorn wider sie entbrenne und sie verzehre! Dich aber will ich zu einem großen Volk machen!«

32:11 Doch Moses versuchte, den Herrn, seinen Gott, zu versöhnen, und sprach: »Warum, Herr, soll dein Zorn wider dein Volk entbrennen, das du aus Ägypten mit großer Kraft und starkem Arm geführt hast?

32:12 Warum sollen denn die Ägypter sagen dürfen: >Zum Verderben hat er sie herausgeführt, um sie im Gebirge umzubringen und sie vom Erdboden zu vertilgen<? Laß ab von deiner Zornesglut und lasse dich des Unheils gereuen, das du deinem Volke angedroht hast!

32:13 Gedenke deiner Knechte Abraham, Isaak und Israel, denen du doch bei dir selbst eidlich versprochen hast: >Ich will eure Nachkommen vermehren wie die Sterne des Himmels und will dies ganze Land nach meiner Verheißung euren Nachkommen geben; sie sollen es für immer besitzen!«!

32:14 Da ließ sich der Herr des Unheils gereuen, mit dem er sein Volk bedroht hatte.

32:15 Moses wandte sich um und stieg vom Berge, die beiden Gesetzestafeln in seiner Hand; die Tafeln waren auf beiden Seiten beschrieben, vorn und hinten beschriftet.

32:16 Sie waren ein Werk Gottes; die Schrift war eine Gottesschrift, auf die Tafeln eingegraben.

 

Zerstörung der Tafeln und des Kalbes

32:17 Josua hörte des Volkes Lärmen und Jauchzen und sagte zu Moses: »Kriegslärm ist im Lager!«

32:18 Da sprach er: »Das ist nicht Lärm, wie man ihn beim Sieg anhebt, es ist nicht Geschrei der Niederlage, lautes Singen vernehme ich!«

32:19 Er näherte sich nunmehr dem Lager und sah das Kalb und die Reigentänze; da entbrannte der Zorn des Moses, und er schleuderte die Tafeln aus seiner Hand und zertrümmerte sie am Fuße des Berges.

32:20 Dann nahm er das Kalb, das sie verfertigt hatten, ließ es im Feuer verbrennen, zermalmte es zu feinem Staube, den er ins Wasser schütten ließ, und gab den Israeliten davon zu trinken.

 

Aarons Rechtfertigung

32:21 Zu Aaron aber sprach Moses: »Was haben dir die Leute da getan, daß du eine so große Sündenschuld über das Volk gebracht hast?«

32:22 Aaron entgegnete: »Möge doch meines Herrn Zorn nicht entbrennen! Du weißt ja, wie zügellos dieses Volk ist.

32:23 Sie baten mich: >Mache uns doch einen Gott, der vor uns herzieht; denn wir wissen nicht, was Moses - dem Mann, der uns aus dem Ägypterland geführt hat -zugestoßen ist!«

32:24 Ich antwortete ihnen: >Wer Gold hat, der nehme es ab!< Da gaben sie es mir. Ich aber warf es ins Feuer, und da kam dieses Kalb heraus.«

 

Rache der Leviten

32:25 Moses bemerkte, daß das Volk zügellos war. Araon hatte es nämlich ausarten lassen zur Schadenfreude ihrer Feinde.

32:26 Da stellte sich Moses an das Tor des Lagers und rief: »Wer für den Herrn ist, trete her zu mir!« Da scharten sich alle Leviten um ihn.

32:27 Er sprach zu ihnen: »So spricht der Herr, der Gott Israels: Es gürte ein jeder sein Schwert um die Hüfte! Zieht hin und her im Lager von Tor zu Tor! Es töte ein jeder selbst den Bruder, Freund und Nächsten!«

32:28 Die Leviten handelten nach des Moses Befehl. So fielen an jenem Tag vom Volk gegen dreitausend Mann.

32:29 Moses sagte darauf: »Verpflichtet euch heute ganz für den Herrn; denn jeder war gegen seinen Sohn und Bruder, damit euch heute Segen zuteil werde!«

 

Moses Fürsprache für das Volk

32:30 Am anderen Morgen sprach Moses zum Volk: »Ihr habt eine große Sündenschuld auf euch geladen. Nunmehr will ich zum Herrn hinaufsteigen, vielleicht kann ich für eure Sündenschuld Versöhnung erwirken.«

32:31 Moses kehrte also zum Herrn zurück und sprach: »O weh, dies Volk hat eine große Sünde begangen; sie haben sich einen Gott aus Gold verfertigt.

32:32 Und nun vergib ihnen doch ihre Sündenschuld; wenn nicht, so streiche mich aus deinem Buch, das du geschrieben hast!«

32:33 Der Herr entgegnete dem Moses: »Nur wer sich persönlich wider mich versündigt hat, den streiche ich aus meinem Buch!

32:34 Nun gehe! Führe das Volk, wohin ich dir geboten habe! Siehe, mein Engel wird vor dir hergehen; wenn aber der Tag meiner Heimsuchung gekommen ist, dann will ich an ihnen ihre Sündenschuld ahnden!«

32:35 Und der Herr schlug das Volk für das Kalb, das sie gemacht hatten, und das Aaron angefertigt hatte.

 

Exodus 33

Des Volkes Reue

33:1 Der Herr sprach zu Moses: »Auf, ziehe fort von hier, du und das Volk, das du aus dem Ägypterland geführt hast, in das Land, das ich dem Abraham, Isaak und Jakob eidlich zugesichert habe mit den Worten: Deiner Nachkommenschaft will ich es geben! (Apg 7,40)

33:2 Ich will einen Engel vor dir hersenden und die Kanaaniter, Amoriter, Hethiter, Perissiter, Hiwwiter und Jebusiter vertreiben.

33:3 Ich will dich in ein Land bringen, das von Milch und Honig fließt. Ich selbst kann nicht in deiner Mitte hinaufziehen, denn du bist ein halsstarriges Volk; sonst müßte ich dich unterwegs vertilgen.«

33:4 Als das Volk diese schlimme Botschaft hörte, da hüllte es sich in Trauer, und niemand wollte mehr seinen Schmuck anlegen.

33:5 Da sprach der Herr zu Moses: »Sage den Israeliten: Ihr seid ein halsstarriges Volk! Zöge ich auch nur einen Augenblick mit dir, so würde ich dich vertilgen. Jetzt aber lege deinen Schmuck von dir ab, alsdann werde ich sehen, was ich mit dir tun werde!«

33:6 Da entledigten sich die Israeliten vom Berge Horeb an ihres Schmuckes.

 

Offenbarungszelt außerhalb des Lagers

33:7 Moses nahm das Zelt und schlug es außerhalb des Lagers in einiger Entfernung von ihm auf; er nannte es »Zelt der Offenbarung (Begegnung)«. Jeder, der den Herrn befragen wollte, ging zum Offenbarungszelte, das sich außerhalb des Lagers befand.

33:8 Ging Moses zum Zelt hinaus, erhob sich das ganze Volk. Jeder stellte sich an seinen Zelteingang und schaute dem Moses nach, bis er ins Zelt eingetreten war.

33:9 Sobald aber Moses das Zelt betrat, ließ sich die Wolkensäule herab und stand am Zelteingang, und Gott sprach mit Moses.

33:10 Das Volk sah die Wolkensäule am Zelteingang stehen. Da erhoben sich alle Leute und warfen sich an ihrem Zelteingang voll Ehrfurcht nieder.

33:11 Der Herr redete mit Moses von Angesicht zu Angesicht, wie jemand mit seinem Freund redet. Er kehrte dann ins Lager zurück. Sein Diener Josua aber, der Sohn des Nun, der noch ein Jüngling war, wich nicht vom Zelt.

33:12 Moses sprach zum Herrn: »Siehe, du befiehlst mir: >Führe dieses Volk hinauf!< Doch hast du mir nicht mitgeteilt, wen du mit mir senden willst. Dabei hast du mir doch selbst gesagt: >Ich kenne dich mit Namen< und: >Du hast Gnade in meinen Augen gefundene.

33:13 Nun denn, wenn ich in deinen Augen Gnade gefunden habe, so lasse mich doch deine Wege wissen, damit ich dich kenne, und um wirklich in deinen Augen Gnade zu finden! Berücksichtige auch, daß dieses Volk dein Volk ist!«

33:14 Er antwortete: »Wenn ich persönlich mit dir ziehe, werde ich dich dann zufriedenstellen?«

33:15 Moses versicherte ihm: »Wenn du nicht persönlich mitziehst, dann laß uns lieber überhaupt nicht von hier hinaufziehen!

33:16 Woran soll man denn erkennen, daß ich Gnade in deinen Augen gefunden habe, ich und dein Volk? Nicht daran, daß du mit uns ziehst, wodurch wir, ich und dein Volk, vor allen andern Völkern auf Erden ausgezeichnet werden?«

33:17 Der Herr erwiderte dem Moses: »Auch das, wonach du eben begehrt hast, will ich tun; denn du hast Gnade in meinen Augen gefunden, und ich kenne dich mit Namen!«

 

Das Anschauen Gottes

33:18 Darauf bat er: »Zeige mir doch deine Herrlichkeit!«

33:19 Der Herr entgegnete: »Ich will all meinen Reichtum an dir vorüberziehen lassen und den Namen des Herrn vor dir ausrufen: Ich bin gütig, wem ich gütig bin, und erbarme mich dessen, wessen ich mich erbarme.« (Röm 9,15)

33:20 Dann fuhr er fort: »Doch mein Angesicht kannst du nicht schauen; denn kein Mensch kann mich schauen und dabei am Leben bleiben!«

33:21 Der Herr sprach aber: »Siehe, hier in meiner Nähe ist ein Platz, da stelle dich auf den Felsen!

33:22 Wenn meine Herrlichkeit vorüberzieht, stelle ich dich in die Felsenhöhle und bedecke dich mit meiner Hand, bis ich vorüber bin.

33:23 Nehme ich dann meine Hand weg, so kannst du meine Rückseite schauen. Doch mein Angesicht darf man nicht schauen.« (Apg 7,40)

 

Exodus 34

Zwei neue Tafeln

34:1 Der Herr sprach zu Moses: »Haue dir zwei Steintafeln zurecht, wie die ersten waren; auf diese Tafeln schreibe ich die Worte, die auf den ersten Tafeln standen, die du zertrümmert hast.

34:2 Halte dich für morgen früh bereit! Steige am Morgen auf den Berg Sinai und tritt dort vor mich hin auf der Spitze des Berges!

34:3 Niemand darf «mit dir hinaufsteigen und auf dem ganzen Berge sich zeigen; auch Kleinvieh und Großvieh darf gegen diesen Berg hin nicht weiden!«

34:4 Da hieb er sich zwei Steintafeln nach der Art der ersten zurecht. Er machte sich am andern Morgen in der Frühe auf und bestieg den Sinai nach des Herrn Befehl. Die beiden Steintafeln nahm er mit.

34:5 Da kam der Herr in der Wolke herab. Moses stellte sich dort bei ihm auf und rief den Namen des Herrn an.

 

Vorübergang des Herrn

34:6 Da zog der Herr an ihm vorüber und rief: »Der Herr, der Herr, ein barmherziger und gütiger Gott, langmütig, reich an Huld und Treue!

34:7 Huld bewahrt er den Tausenden! Schuld, Frevel und Sünde vergibt er; er läßt sie aber nicht ungestraft, indem er die Schuld der Väter an den Kindern und Kindeskindern bis ins dritte und vierte Geschlecht nachprüft!«

34:8 Eilends beugte sich Moses zur Erde, betete voll Ehrfurcht an

34:9 und sprach: »Wenn ich wirklich in deinen Augen Gnade gefunden habe, o Herr, so möge doch der Herr in unserer Mitte ziehen! Ein halsstarriges Volk sind sie zwar, doch vergib uns unsere Schuld und Sünde und nimm uns als dein Eigentum an!«

 

Bundeserneuerung

34:10 Er entgegnete: »Siehe, ich schließe einen Bund! Vor deinem ganzen Volk will ich Wunder vollbringen, wie sie auf der ganzen Erde und unter allen Völkern nicht geschehen sind. Dann soll das ganze Volk, in dessen Mitte du lebst, das Wirken des Herrn sehen; denn erschütternd ist, was ich an dir tun werde.

34:11 Beachte genau, was ich dir heute gebiete: Siehe, ich vertreibe vor dir die Amoriter, Kanaaniter, Hethiter, Perissiter, Hiwwiter und Jebusiter!

34:12 Hüte dich davor, einen Bund mit den Landesbewohnern einzugehen, in deren Gebiet du kommst, sonst könnten sie dir in deiner Mitte zum Fallstrick werden!

34:13 Ihr sollt ihre Altäre niederreißen, ihre Weihesteine zertrümmern und ihre Kultpfähle umhauen!

34:14 (I.) Denn du sollst keinen fremden Gott anbeten! Der Herr heißt nämlich »Eifersüchtiger und ist ein eifernder Gott.

34:15 Darum darfst du mit den Landesbewohnern keinen Bund schließen. Sie treiben ja hinter ihren Göttern her Unzucht und opfern ihnen und laden auch dich dazu ein, daß du von ihrem Opfermahl genießt.

34:16 Aus ihren Töchtern darfst du für deine Söhne keine Frauen nehmen; denn diese buhlen hinter ihren Göttern her und bringen auch deine Söhne dazu, hinter ihren Göttern her Unzucht zu treiben.

34:17 (II.) Du sollst dir keinen Gott aus Gußmetall machen!

34:18 (III.) Das Fest der ungesäuerten Brote sollst du halten! Sieben Tage lang sollst du ungesäuerte Brote essen, wie ich dir befohlen habe, zur Zeit des Monats Abib; denn im Monat Abib bist du aus Ägypten ausgezogen.

34:19 (IV.) Alle Erstgeburt gehört mir; von deinem ganzen Viehbestand die männliche Erstgeburt vom Rind und Schaf.

34:20 Den Erstlingswurf vom Esel sollst du gegen ein Schaf auslösen; wenn du ihn aber nicht auslösen willst, so mußt du ihm das Genick brechen! Die Erstgeburt deiner Söhne sollst du auslösen; niemand soll vor mir mit leeren Händen erscheinen!

34:21 (V.) Sechs Tage sollst du arbeiten, aber am siebten Tage sollst du ruhen! Selbst in der Zeit des Pflügens und Erntens sollst du ruhen!

34:22 Auch das Wochenfest sollst du feiern zur Zeit der Erstlinge der Weizenernte und das Fest der Lese an der Jahreswende!

34:23 (VI.) Dreimal im Jahre soll alles Männliche unter dir vor Gott dem Herrn, Israels Gott, erscheinen!

34:24 Denn ich will Völker vor dir vertreiben und deine Grenzen erweitern, und niemand soll dein Land begehren, während du hinaufziehst, um dreimal im Jahr vor dem Herrn, deinem Gott, zu erscheinen.

34:25 (VII.) Du sollst mein Opferblut nicht zusammen mit gesäuertem Brot darbringen! (VIII.) Das Opfer des Osterfestes soll bis zum andern Morgen nicht mehr da sein!

34:26 (IX.) Das Beste von den Erstlingen deines Ackers sollst du zum Hause des Herrn, deines Gottes, bringen! (X.) Du sollst ein Böcklein nicht in der Milch seiner Mutter kochen!«

 

Neue Gesetzestafeln

34:27 Der Herr sprach zu Moses: »Schreibe dir diese Worte auf! Denn auf Grund dieser Worte schließe ich mit dir und Israel einen Bund.«

34:28 Vierzig Tage und vierzig Nächte war er dort beim Herrn; er aß kein Brot und trank kein Wasser. Er schrieb auf die Tafeln die Bundesworte, die zehn Gebote.

 

Strahlen

34:29 Moses stieg vom Berge Sinai herab, und die beiden Gesetzestafeln waren beim Abstieg vom Berge in seiner Hand. Moses aber wußte nicht, daß seine Gesichtshaut durch die Unterredung mit Gott strahlend geworden war.

34:30 Aaron und die Israeliten sahen, wie seine Gesichtshaut strahlend geworden war. Sie fürchteten sich daher, ihm zu nahen.

34:31 Moses aber rief ihnen zu; da kamen Aaron und alle Fürsten der Gemeinde zurück, und Moses redete mit ihnen.

34:32 Danach kamen auch alle übrigen Israeliten näher heran; er richtete an sie alle Befehle aus, die der Herr ihm auf dem Berge Sinai gegeben hatte.

34:33 Moses führte das Gespräch mit ihnen zu Ende. Darauf legte er eine Hülle über sein Gesicht.

34:34 Wenn Moses zur Unterredung vor den Herrn trat, nahm er die Hülle bis zu seinem Fortgehen wieder ab. Er ging dann hinaus und redete zu den Israeliten, was ihm aufgetragen worden war. (2Kor 3,16)

34:35 Sobald nun die Israeliten sahen, daß die Gesichtshaut des Moses strahlte, legte Moses wiederum die Hülle vor sein Antlitz, bis er von neuem zur Unterredung vor den Herrn trat.

 

Exodus 35

Der siebte Tag, der Sabbat, soll Ruhetag sein, dem Herrn geweiht

35:1 Moses versammelte die ganze Gemeinde der Israeliten und sprach zu ihnen: »Dies hat der Herr euch zu tun geboten:

35:2 Sechs Tage soll gearbeitet werden, am siebten Tage aber soll ein heiliger Ruhetag sein, der dem Herrn geweiht ist; jeder, der an ihm arbeitet, muß sterben.

35:3 Ihr sollt am Sabbat in keiner eurer Wohnstätten Feuer anzünden.«

35:4 Moses sprach zur ganzen Gemeinde der Israeliten: »Der Herr hat folgendes geboten:

35:5 Erhebt von denen, die bei euch sind, eine Abgabe für den Herrn; jeder, der von Herzen gern gibt, soll als Abgabe für den Herrn bringen: Gold, Silber, Kupfer,

35:6 violette Purpurwolle, roten Purpur, karmesinfarbenen Stoff, Byssus und Ziegenhaare,

35:7 rotgefärbte Widderfelle, Tachaschhäute und Akazienholz,

35:8 Öl für den Leuchter, Balsam für das Salböl und für das wohlriechende Räucherwerk,

35:9 Karneolsteine und Besatzsteine für das Ephod und das Brustschild.

 

Künstlerarbeiten

35:10 Alle Kunstverständigen unter euch sollen kommen und alles verfertigen, wie der Herr es aufgetragen hat:

35:11 die Wohnstätte, ihr Zelt und ihre Decke, ihre Haken, ihre Bretter und ihre Verriegelung, ihre Säulen und ihre Fußsockel,

35:12 die Lade mit ihren Stangen, den Sühnedeckel und den verhüllenden Vorhang,

35:13 den Tisch mit seinen Stangen und all seinen Geräten sowie die Schaubrote,

35:14 das Gestell des Leuchters, seine Geräte und seine Lampen und das Öl des Leuchters,

35:15 den Räucheraltar mit seinen Stangen, das Salböl, das wohlriechende Räucherwerk, die Türdecke am Eingang der Wohnstätte,

35:16 den Brandopferaltar und das dazugehörige Gitter aus Kupfer, seine Stangen und all seine Geräte, das Becken und sein Gestell,

35:17 die Umhänge des Vorhofes, seine Säulen, seine Fußsockel und den Vorhang über dem Eingang des Vorhofes,

35:18 die Zeltblöcke der Wohnstätte und des Vorhofes und die dazugehörigen Stricke,

35:19 die gewirkten Gewänder zum Dienst im Heiligtum, d. h. die heiligen Gewänder für den Priester Aaron und die Gewänder für seine Söhne zum priesterlichen Dienst.«

 

Ablieferung

35:20 Da ging die ganze Gemeinde der Israeliten von Moses weg.

35:21 Sie kamen wieder; jeder, den sein Herz dazu antrieb, und jeder, dessen Geist willig war, brachte die Abgabe für den Herrn zur Herstellung des Offenbarungszeltes, für den gesamten heiligen Dienst und für die heiligen Gewänder.

35:22 Männer kamen und Frauen; alle, die ihr Herz dazu antrieb, brachten Spangen, Ohrringe, Fingerringe und Halsschmuck, alles aus Gold; und so tat jeder, der eine Weihegabe aus Gold dem Herrn bringen wollte.

35:23 Jeder, der violette Purpurwolle, roten Purpur, karmesinfarbenen Stoff, Byssus und Ziegenhaar, rotgefärbte Widderfelle oder Tachaschhäute besaß, brachte sie herbei.

35:24 Jeder, der eine Silber- oder Kupfergabe leisten wollte, steuerte zur Spende für den Herrn bei; wer Akazienholz hatte zu irgendeiner Verarbeitung für den heiligen Dienst, schleppte es ebenfalls herzu.

35:25 Alle Frauen, die in Handarbeit geschickt waren, spannen selbst und brachten das Gesponnene: Violette Purpurwolle, roten Purpur, karmesinfarbenen Stoff und Byssus.

35:26 Alle Frauen, die sich vermöge ihrer Begabung angespornt fühlten, spannen eigenhändig die Ziegenhaare.

35:27 Die Fürsten brachten die Karneolsteine und die Besatzsteine für das Ephod und das Brustschild,

35:28 die Balsam und das Öl für den Leuchter, für das Salböl und das wohlriechende Räucherwerk.

35:29 Alle Männer und Frauen, die ihr Herz dazu antrieb, etwas zu dem Werk beizutragen, dessen Anfertigung der Herr durch Moses verordnet hatte, brachten als Nachkommen Israels eine freiwillige Gabe für den Herrn.

 

Künstlerberufung zur Ausführung des Heiligtums

35:30 Moses sprach zu den Israeliten: »Seht, der Herr hat den Bezalel, den Sohn des Uri, Enkel des Chur aus dem Stamme Juda, mit Namen berufen

35:31 und hat ihn mit göttlichem Geist erfüllt in Weisheit, in Einsicht und Erkenntnis für jegliches Werk.

35:32 Er soll Pläne entwerfen und diese in Gold, Silber und Kupfer ausführen.

35:33 Auch mit der Fertigkeit hat er ihn begabt, Steine für Fassungen zu bearbeiten und Holz zu schnitzen, um jegliches geplante Werk auszuführen.

35:34 Auch verlieh er ihm die Fähigkeit, andere zu unterweisen, ihm und Oholiab, dem Sohn des Achisamach, aus dem Stamme Dan.

35:35 Er erfüllte sie mit Kunstsinn zur Ausführung aller Arbeiten des Kunsthandwerkers, des Kunstwebers, des Buntwirkers in violetter Purpurwolle, rotem Purpur, in karmesinfarbenem Stoff und in Byssus sowie des Webers, lauter Männer, die jegliches Werk ausführen und Pläne entwerfen können.

 

Exodus 36

36:1 So sollen nun Bezalel, Oholiab und alle Kunstverständigen, denen der Herr Verständnis und Einsicht verliehen hat, so daß sie sich auf die Ausführung jeglicher Arbeit für den Dienst am Heiligtum verstehen, das Werk gemäß allem, was der Herr aufgetragen hat, ausführen.«

 

Die Israeliten spenden mehr als notwendig für das Werk des Herrn

36:2 Da berief Moses den Bezalel, Oholiab und alle kunstverständigen Männer, denen der Herr Einsicht verliehen hatte, alle, die ihr Herz antrieb, an die Ausführung des Werkes zu gehen.

36:3 Sie empfingen von Moses die ganze Beisteuer, welche die Israeliten für die Arbeiten zum Dienste am Heiligtum aufgebracht hatten. Diese brachten ihm an jedem Morgen noch weitere freiwillige Gaben.

36:4 Da kamen die Kunstverständigen, welche alle Arbeiten für das Heiligtum ausführten, ein jeder von seiner Arbeit, an der er gerade stand,

36:5 und sprachen zu Moses: »Das Volk bringt mehr, als für den Dienst am Werke notwendig ist, dessen Ausführung der Herr befohlen hat.«

36:6 Da ließ Moses durch das Lager hindurch ausrufen: »Weder Mann noch Frau soll weiterhin noch eine Abgabe für das Heiligtum beisteuern!« Den Beiträgen des Volkes wurde so Einhalt geboten.

36:7 Es war ja schon genug Material da, um alle Arbeiten, die sie zu machen hatten, auszuführen; man ließ noch davon übrig.

 

Zeltdecken aus Byssus

36:8 Alle Kunstverständigen unter den Werkleuten stellten die Wohnstätte aus zehn Zeltdecken von gezwirntem Byssus, violetter Purpurwolle, rotem Purpur und karmesinfarbenem Stoff her; mit Kerubimfiguren als Arbeit eines Stoffwirkers machte man sie.[66]

36:9 Die Länge der einzelnen Decke betrug achtundzwanzig Ellen und die Breite vier Ellen; alle Zelttücher hatten ein und dasselbe Maß.

36:10 Fünf von den Zeltbahnen fügte er miteinander zusammen, eine an die andere, und ebenso die übrigen fünf.

36:11 Dann brachte er aus violetter Purpurwolle an der Außenkante der einen Zeltbahn, die das Ende des zusammengesetzten Stückes bildete, Schleifen an und ebenso an der Außenkante der letzten Zeltdecke des zweiten zusammengesetzten Teiles.

36:12 Fünfzig Schleifen brachte er an der einen Zeltdecke an, ebenso fünfzig Schleifen am Ende der Zeltdecke, die zum zweiten zusammengesetzten Stück gehörte; die Schleifen standen einander gegenüber.

36:13 Dann formte er fünfzig Haken aus Gold und verband die Zeltdecken mit den Haken, eine mit der andern. So wurde es eine einzige Wohnstätte.

36:14 Sodann fertigte er Zeltdecken aus Ziegenhaar für ein Zeltdach über der Wohnstätte; in einer Anzahl von elf Stücken stellte er sie her.

36:15 Die Länge der einzelnen Zeltdecke betrug dreißig Ellen, vier Ellen ihre Breite; alle elf Zeltdecken hatten ein und dasselbe Maß.

36:16 Er fügte fünf Zeltdecken zu einem Stück zusammen und die anderen sechs ebenso.

36:17 Am Saume der letzten Zeltdecke des einen zusammengesetzten Stückes machte er fünfzig Schleifen und ebenso an dem Zeltdeckensaum des zweiten zusammengesetzten Stückes.

36:18 Dann fertigte er fünfzig Haken aus Kupfer, um damit das Zelt zu verbinden, daß es ein einziges Ganzes wurde.

36:19 Dann stellte er für das Zelt eine rotgefärbte Decke aus Widderfellen her und oben darauf eine Decke aus Tachaschleder.

 

Bretter

36:20 Sodann verfertigte er Bretter aus Akazienholz zum Aufstellen für die Wohnstätte.

36:21 Zehn Ellen betrug die Länge eines Brettes und eineinhalb Ellen seine Breite.

36:22 Jedes Brett wurde durch zwei Zapfen gegenseitig in Verbindung gebracht; so machte er es mit allen Brettern der Wohnstätte.

36:23 An Brettern fertigte er für die Wohnstätte an: zwanzig für die Südseite.

36:24 Als Unterlage für die zwanzig Bretter stellte er vierzig silberne Sockel her, zwei Sockel als Unterlage eines Brettes für seine beiden Zapfen.

36:25 Für die andere Längsseite der Wohnstätte, die Nordseite, nahm er zwanzig Bretter,

36:26 dazu noch vierzig silberne Fußsockel, je zwei als Unterlage für ein Brett.

36:27 Für die Rückseite der Wohnstätte, die nach Westen hin liegt, verfertigte er sechs Bretter.

36:28 Zwei Bretter stellte er als Eckstücke für die Rückseite der Wohnstätte her.

36:29 Sie waren unten und oben doppelt aufgebaut und trafen sich bei dem einen Ring; so machte er es bei beiden für die zwei Ecken.

36:30 Es waren also acht Bretter, und ihrer silbernen Fußgestelle waren es sechzehn, nämlich je zwei Fußgestelle als Unterlage für ein Brett.

36:31 Er stellte auch Riegel aus Akazienholz her, fünf für die Bretter auf der einen Seite der Wohnstätte,

36:32 ebenso auch fünf Riegel für die Bretter der zweiten Längsseite der Wohnstätte und fünf Riegel für die Bretter der nach Westen gerichteten Rückseite der Wohnstätte.

36:33 Den mittleren Riegel stellte er in die Mitte der Bretter, so daß er von einem Ende zum anderen verlief.

36:34 Die Bretter überzog er mit Gold, und auch ihre Ringe stellte er aus Gold her als Halter für die Riegel; ebenso überzog er die Riegel mit Gold.

 

Vorhänge des Zeltes

36:35 Dann fertigte er einen Vorhang aus violetter Purpurwolle, rotem Purpur, karmesinfarbenem Stoff und gezwirntem Byssus an; als Kunstwirkerarbeit stellte er ihn mit Kerubimfiguren her.

36:36 Er machte für ihn vier Säulen aus Akazienholz [Akaziensäulen] und überzog sie mit Gold - auch ihre Nägel waren aus Gold - und goß für sie vier Fußsockel aus Silber.

36:37 Für den Zelteingang fertigte er einen Vorhang aus violetter Purpurwolle, rotem Purpur, karmesinfarbenem Stoff und gezwirntem Byssus in Buntwirkerarbeit,

36:38 nebst den dazugehörigen fünf Säulen und ihren Nägeln. Ihre Köpfe und die Verbindungsstangen überzog er mit Gold; ihre fünf Fußsockel aber waren aus Kupfer.

 

Exodus 37

Die Bundeslade aus Akazienholz, mit Gold überzogen innen und außen

37:1 Ferner verfertigte Bezalel die Lade aus Akazienholz; zweieinhalb Ellen war sie lang, eineinhalb Ellen breit und eineinhalb Ellen hoch.

37:2 Er überzog sie mit reinem Golde von innen und außen her und befestigte rings um sie eine goldene Leiste.

37:3 Dann goß er für sie vier goldene Ringe und brachte sie an den vier Ecken an, zwei Ringe an ihrer einen Seitenwand und zwei Ringe an ihrer anderen Seitenwand.

37:4 Auch verfertigte er Stangen aus Akazienholz und überzog sie mit Gold.

37:5 Er steckte die Stangen durch die Ringe an den Seitenwänden der Lade, so daß man die Lade tragen konnte.

37:6 Dann verfertigte er eine Deckplatte aus reinem Gold, zweieinhalb Ellen lang und eineinhalb Ellen breit.

37:7 Darauf machte er zwei Goldkerubim; als getriebene Arbeit stellte er sie an den beiden Enden der Deckplatte her,

37:8 und zwar den einen Kerub am einen und den andern Kerub am andern Ende der Deckplatte. Von der Deckplatte her machte er an ihren zwei Enden die Kerubim.

37:9 Sie breiteten ihre Flügel nach oben hin aus, indem sie mit ihren Flügeln die Deckplatte überdachten; ihre Antlitze waren einander zugekehrt; zur Deckplatte hin waren die Kerubim gerichtet.

 

Schaubrottisch

37:10 Und er verfertigte ferner den Tisch aus Akazienholz; zwei Ellen lang, eine Elle breit und eineinhalb Ellen hoch.

37:11 Er überzog ihn mit reinem Gold und brachte ringsum eine goldene Einfassung an.

37:12 Er machte auch eine Leiste von einer Handbreit daran und verfertigte eine goldene Einfassung um diese Leiste herum.

37:13 Dann goß er für ihn vier goldene Ringe und brachte sie an den vier Ecken an, wo seine vier Füße waren.

37:14 Die Ringe waren dicht unter der Leiste als Ösen für die Stangen zum Tragen des Tisches.

37:15 Die Stangen machte er aus Akazienholz und überzog sie mit Gold, so daß man den Tisch tragen konnte.

37:16 Darauf verfertigte er auch die Geräte, die auf dem Tisch stehen sollten, seine Schüsseln und Schalen, Kannen und Krüge zur Spendung der Trankopfer; alles aus reinem Gold.

 

Ein siebenarmiger Leuchter aus reinem Gold für den Herrn

37:17 Dann machte er den Leuchter aus reinem Gold in getriebener Arbeit, seinen Fuß und seinen Schaft. Seine Kelche, seine Knäufe und seine Blüten waren ein mit ihm verbundenes Stück.

37:18 Sechs Röhren gingen von seinen Seiten aus; drei Leuchtröhren von der einen Seite, drei Leuchtröhren von der anderen Seite.

37:19 Drei mandelförmige [mandelblütenförmige] Kelche, ein Knauf und eine Blüte waren an der ersten Röhre, drei mandelförmige [mandelblütenförmige] Kelche, ein Knauf und eine Blüte an der zweiten und so an allen sechs Röhren, die vom Leuchter ausgingen.

37:20 Am Leuchter selbst waren vier mandelförmige [mandelblütenförmige] Kelche, seine Knäufe und seine Blüten,

37:21 und zwar je ein Knauf unter jedem sich abzweigenden Röhrenpaare, entsprechend den sechs Röhren, die von ihm ausgingen.

37:22 Ihre Knäufe und ihre Röhren waren ein Stück mit ihm, das Ganze, eine getriebene Arbeit, bestand aus einem Stück reinen Goldes.

37:23 Dann fertigte er die sieben Lampen an, die dazu gehörenden Dochtscheren und Feuerschalen aus feinstem Gold.

37:24 Ein Talent gediegenen Goldes verwendete er auf ihn und alle zu ihm gehörenden Geräte.

 

Räucheraltar

37:25 Dann stellte er den Räucheraltar aus Akazienholz her, eine Elle lang, eine Elle breit, also quadratisch, und zwei Ellen hoch; seine Hörner waren aus einem Stück mit ihm.

37:26 Er überzog ihn mit gediegenem Gold, seine Deckplatte und seine Wände ringsum und seine Hörner, und brachte an ihm ringsum eine goldene Leiste an.

37:27 Unterhalb seiner Leiste befestigte er zwei goldene Ringe an seinen beiden Seiten zur Aufnahme der Stangen, um ihn damit tragen zu können.

37:28 Die Stangen aber fertigte er aus Akazienholz und überzog sie mit Gold.

37:29 Er bereitete auch das heilige Salböl und das reine wohlriechende Räucherwerk nach Art eines Salbenmischers.

 

Exodus 38

Brandopferaltar

38:1 Danach errichtete er den Brandopferaltar aus Akazienholz, fünf Ellen lang und fünf Ellen breit, quadratisch, und drei Ellen hoch.[67]

38:2 Seine Hörner aber brachte er an seinen vier Ecken an; sie bildeten mit ihm ein Stück. Dann überzog er den Altar mit Kupfer.

38:3 Ebenso verfertigte er alle zum Altar gehörenden Geräte, die Töpfe, die Reinigungsschaufeln, Sprengschalen, Fleischgabeln und Feuerbecken; alle zu ihm gehörenden Geräte stellte er aus Kupfer her.

38:4 Er machte auch für den Altar ein Gitterwerk, ein kupfernes Netzgitter, unterhalb seiner Einfassung bis zu seiner halben Höhe hinauf.

38:5 Sodann goß er vier Ringe an die vier Enden des kupfernen Gitterwerks zur Aufnahme der Stangen.

38:6 Die Stangen aber fertigte er aus Akazienholz und überzog sie mit Kupfer.

38:7 Er steckte die Stangen in die Ringe an den Seiten des Altars, damit man ihn mit ihrer Hilfe tragen konnte. Er stellte ihn aus Platten her, so daß er hohl war.

 

Waschbecken

38:8 Dann fertigte er das kupferne Becken und sein kupfernes Gestell aus den Spiegeln der dienenden Frauen, die am Eingang des Offenbarungszeltes Dienst taten.

 

Vorhof

38:9 Danach grenzte er den Vorhof ab; für die nach Süden gewendete Seite verfertigte er Vorhofsbehänge aus gezwirntem Byssus, hundert Ellen,

38:10 ferner zwanzig Säulen für sie samt ihren zwanzig kupfernen Fußsockeln, die Nägel der Säulen und ihre Querstangen aus Silber,

38:11 ebenso auf der Nordseite Behänge, hundert Ellen lang, dazu zwanzig Säulen und zwanzig kupferne Fußsockel für sie, die Nägel der Säulen und ihre Querstangen aus Silber.

38:12 Für die nach Westen gerichtete Seite stellte er Behänge von fünfzig Ellen her, dazu die entsprechenden zehn Säulen samt ihren zehn Fußsockeln, die Nägel der Säulen und ihre Querstangen wieder aus Silber.

38:13 Auch für die nach Osten gehende Vorderseite fünfzig Ellen,

38:14 und zwar Behänge von fünfzehn Ellen für das eine Seitenstück, dazu drei Säulen samt ihren drei Fußsockeln.

38:15 Diesen entsprechend stellte er auf der anderen Seite des Vorhofeinganges für das zweite Seitenstück fünfzehn Ellen Behänge her, dazu drei Säulen samt ihren drei Fußsockeln.

38:16 Alle Vorhofsbehänge ringsum waren aus gezwirntem Byssus verfertigt.

38:17 Die Fußsockel für die Säulen waren aus Kupfer, die Nägel der Säulen aber und ihre Querstangen aus Silber; auch der Überzug ihrer Köpfe war aus Silber; alle Säulen des Vorhofes hatten Querstangen aus Silber.

38:18 Der Vorhang für den Eingang des Vorhofes war eine Buntwirkerarbeit aus violetter Purpurwolle, rotem Purpur, karmesinfarbenem Stoff und gezwirntem Byssus, zwanzig Ellen lang und fünf Ellen hoch, d.h. breit, entsprechend den anderen Behängen des Vorhofes.

38:19 Dazu kamen ihre vier Säulen samt ihren vier kupfernen Fußsockeln, ihre Nägel aus Silber, auch der Überzug ihrer Köpfe und ihre Querstangen aus Silber.

38:20 Alle Zeltpflöcke für die Wohnstätte und den Vorhof ringsum waren aus Kupfer.

 

Metalle: Gold, Silber und Kupfer als Weihegabe für das Offenbarungszelt

38:21 Dies ist die Berechnung der Abgaben, die für die Wohnstätte, die Stätte des Gesetzes, durch Moses ausgeführt wurde, unter Dienstleistung der Leviten und geleitet von Itamar, dem Sohn des Priesters Aaron.

38:22 Bezalel aber, der Sohn des Uri und Enkel des Chur vom Stamme Juda, führte alles aus, was der Herr dem Moses aufgetragen hatte.

38:23 Mit ihm Oholiab, der Sohn des Achisamach, vom Stamme Dan als Kunsthandwerker, Weber und Buntwirker in violetter Purpurwolle, rotem Purpur, karmesinfarbenem Stoff und Byssus.

38:24 Alles Gold, das für die Arbeiten zur vollständigen Herstellung des Heiligtums verwendet wurde, das als Weihegabe gespendete Gold, wog 29 Talente und 730 Silbersekel nach heiligem Gewichtsmaß.

38:25 Das bei der Musterungsabgabe von der Gemeinde gespendete Silber betrug 100 Talente und 1775 Sekel nach heiligem Gewicht,

38:26 ein halber Silbersekel für jeden Kopf, also die Hälfte eines Sekels nach heiligem Gewicht für jeden, der sich der Musterung unterziehen mußte, nämlich von 20 Jahren und darüber, von insgesamt 603'550 Mann.[68]

38:27 Die hundert Talente Silber wurden verwendet zum Gießen der Fußsockel des Heiligtums und der Vorhangfußsockel, 100 Talente zu 100 Fußsockeln, zu jedem Fußsockel also ein Talent.

38:28 Aus den 1775 Silberstücken fertigte er Nägel für die Säulen, überzog ihre Köpfe und verband sie mit Querstangen.

38:29 Das als Weihegabe gespendete Kupfer betrug 70 Talente und 2400 Silbersekel.

38:30 Daraus verfertigte man die Fußsockel zur Tür des Offenbarungszeltes, den kupfernen Altar samt seinem kupfernen Gitterwerk und alle Altargeräte,

38:31 dazu die Fußsockel des Vorhofs ringsum und die Fußsockel des Vorhofeinganges, dazu alle pflöcke der Wohnstätte und alle Vorhofpflöcke ringsum.

 

Exodus 39

Priesterliche Gewänder

39:1 Aus violetter Purpurwolle, rotem Purpur und karmesinfarbenem Stoff fertigte man gewirkte Gewänder zum Dienst im Heiligtum an. Die heiligen Gewänder Aarons machten sie so, wie es der Herr dem Moses befohlen hatte.

 

Ephod

39:2 Das Ephod stellte man aus Gold her, aus violetter Purpurwolle und rotem Purpur, karmesinfarbenem Stoff und gezwirntem Byssus.[69]

39:3 Sie hämmerten die Goldplatten breit und zerschnitten sie in Fäden, um sie zwischen die violette Purpurwolle, den roten Purpur, den karmesinfarbenen Stoff und den Byssus in der Art eines Kunstwirkers einzuarbeiten.

39:4 Sie machten für das Ephod verbundene Schulterstücke; an seinen beiden Enden wurde es zusammengefügt.

39:5 Das Band aber, das sich zum Anlegen daran befand, war mit ihm ein Stück, so wie dieses gearbeitet aus Gold, violetter Purpurwolle, rotem Purpur, karmesinfarbenem Stoff und gezwirntem Byssus, wie es der Herr dem Moses aufgetragen hatte.

39:6 Und sie bearbeiteten die Karneolsteine, in einem Flechtwerk von Gold gefaßt und in Siegelstecherarbeit graviert mit den Namen der Söhne Israels.

39:7 Man setzte sie auf die Schulterstücke des Ephod als Steine der Erinnerung an die Israeliten, wie der Herr dem Moses befohlen hatte.

 

Brustschild

39:8 Und man fertigte das Brustschild in Kunstwirkerarbeit wie das Ephod, aus Gold, violetter Purpurwolle, rotem Purpur, karmesinfarbenem Stoff und gezwirntem Byssus.

39:9 Es war quadratisch; man machte das Brustschild doppelt gelegt, je eine Spanne lang und breit, doppelt gefaltet.

39:10 Man besetzte es mit vier Reihen von Edelsteinen. Erste Reihe: Rubin, Chrysolith und Smaragd.

39:11 Zweite Reihe: Türkis, Lasurstein und Jaspis.

39:12 Dritte Reihe: Hyazinth, Achat und Amethyst.

39:13 Vierte Reihe: Tarsis, Karneol und Nephrit; in Gold gefaßt waren sie in ihren Reihen.

39:14 Die Steine trugen die Namen der Söhne Israels; zwölf waren es, entsprechend ihren Namen, Siegelstecherarbeiten, ein jeder mit einem Namen nach den zwölf Stämmen.

39:15 Man stellte für das Brustschild gedrehte Kettchen her nach Art von Schnüren aus reinem Gold.

39:16 Dann verfertigte man für das Brustschild zwei goldene Einfassungen und zwei goldene Ringe und befestigte die beiden Ringe an den beiden Enden des Brustschildes.

39:17 Die beiden goldenen Schnüre machten sie an den zwei Ringen an den Enden des Brustschildes fest.

39:18 Die zwei anderen Enden der beiden Schnüre befestigten sie an den beiden geflochtenen Einfassungen und brachten diese auf den Schulterstücken des Ephod an dessen Vorderseite an.

39:19 Dann stellten sie noch zwei goldene Ringe her und brachten sie an den beiden (anderen) Enden des Brustschildes an, und zwar auf seinem inneren, dem Ephod zugewandten Rand.

39:20 Dann fertigten sie zwei weitere goldene Ringe an und befestigten sie auf den beiden Schulterstücken des Ephod unten an seiner vorderen Seite, nahe der Stelle, wo es zusammengefügt ist, aber oberhalb der Binde des Ephod.

39:21 Man band das Brustschild durch seine Ringe an die Ephodringe mittels Schnüren aus violettem Purpur fest, damit es über der Binde des Ephod blieb und das Brustschild sich nicht von seiner Stelle auf dem Ephod verschob, wie der Herr dem Moses befohlen hatte.

 

Obergewand

39:22 Dann machte man das Obergewand des Ephod als Webearbeit ganz aus violetter Purpurwolle.

39:23 Die Öffnung des Obergewandes war in der Mitte ganz wie die Öffnung eines Panzerhemdes; ein ringsum besetzter Rand war an seiner Öffnung, damit es nicht zerriß.

39:24 Am Saum des Obergewandes brachte man Granatäpfel, aus violetter Purpurwolle, rotem Purpur und karmesinfarbenem Stoff gezwirnt, an.

39:25 Auch verfertigten sie Glöckchen aus reinem Gold und befestigten diese zwischen den Granatäpfeln, und zwar an dem Saum des Obergewandes, ringsum zwischen den Granatäpfeln:

39:26 Immer ein Glöckchen und ein Granatapfel ringsum am Saum des Obergewandes abwechselnd, für den heiligen Dienst, wie der Herr dem Moses befohlen hatte.

 

Priesterkleidung

39:27 Man verfertigte danach die Leibröcke aus Byssus in Webearbeit für Aaron und seine Söhne,

39:28 femer den Turban aus Byssus, die gewundenen Kopfbedeckungen aus Byssus und die linnenen Beinkleider aus gezwirntem Byssus,

39:29 endlich den Gürtel aus gezwirntem Byssus, violetter Purpurwolle und rotem Purpur und karmesinfarbenem Stoff in Buntwirkerarbeit, wie der Herr dem Moses befohlen hatte.

39:30 Dann verfertigte man das Stirnblatt, das heilige Diadem, aus gediegenem Gold, und sie schrieben darauf in Siegelstecherschrift: »Heilig dem Herrn!«

39:31 Sie befestigten daran eine Schnur von violetter Purpurwolle, um sie oben am Turban anzubringen, wie der Herr dem Moses befohlen hatte.

39:32 So wurde denn sämtliche Arbeit für die Wohnung des Offenbarungszeltes vollendet; die Israeliten taten so, wie es der Herr dem Moses befohlen hatte.

39:33 Sie brachten die Wohnstätte zu Moses: Das Zelt mit all seinen Geräten, seinen Haken, Brettern, Riegeln, Säulen und seinen Fußsockeln,

39:34 die Decke aus rotgegerbten Widderfellen, die Decke aus Tachaschhäuten und den verhüllenden Vorhang,

39:35 die Gesetzeslade mit ihren Stangen und der Deckplatte,

39:36 den Tisch mit all seinen Geräten und den Schaubroten,

39:37 den Leuchter aus reinem Gold mit seinen Lampen - die Lampen der Reihe nach aufgesetzt - und all seinen Geräten sowie das Öl für den Leuchter,

39:38 den goldenen Altar, das Salböl, das wohlriechende Räucherwerk und den Vorhang für den Zelteingang,

39:39 den kupfernen Altar und das zu ihm gehörige kupferne Gitterwerk mit seinen Stangen und all seinen Geräten, das Becken mit seinem Gestell,

39:40 die Behänge des Vorhofes, seine Säulen und Fußsockel und den Behang für das Vorhoftor, seine Stricke und Pflöcke sowie alle Geräte zum Dienst an der Wohnstätte des Offenbarungszeltes,

39:41 endlich die gewirkten Kleider zum Dienst am Heiligtum, die heiligen Gewänder für den Priester Aaron sowie die Kleider für seine Söhne zum priesterlichen Dienst.

39:42 Ganz nach den Befehlen des Herrn an Moses hatten die Israeliten die gesamte Arbeit gemacht.

39:43 Moses besichtigte das ganze Werk. Sie hatten es gemacht, wie der Herr es befohlen hatte. Und Moses segnete sie.

 

Exodus 40

Aufrichtung

40:1 Der Herr sprach zu Moses:

40:2 »Im ersten Monat, und zwar am ersten Tag des Monats, sollst du die Wohnstätte des Offenbarungszeltes aufrichten.

40:3 Stelle die Gesetzeslade hinein und hänge den Vorhang vor die Lade!

40:4 Dann schaffe den Tisch hinein und lege sein Zubehör zurecht; dann bringe den Leuchter und setze seine Lampen auf!

40:5 Stelle den goldenen Räucheraltar vor die Gesetzeslade und hänge den Behang vor den Eingang zur Wohnstätte!

40:6 Den Brandopferaltar errichte vor dem Eingang der Wohnstätte des Offenbarungszeltes!

40:7 Das Becken aber stelle zwischen das Offenbarungszelt und den Altar und schütte Wasser hinein!

40:8 Dann richte den Vorhof ringsum auf und bringe den Behang an den Vorhofseingang!

 

Salbung des Offenbarungszeltes mit allem, was in ihm ist

40:9 Dann nimm das Salböl und salbe die Wohnstätte und alles, was in ihr ist; weihe sie mit all ihren Geräten; heilig soll sie sein!

40:10 Salbe auch den Brandopferaltar mit all seinen Geräten und weihe den Altar, damit er zu etwas Hochheiligem werde!

40:11 Salbe dann das Becken mit seinem Gestell und weihe es!

 

Priesterweihe

40:12 Alsdann laß Aaron und seine Söhne zum Eingang des Offenbarungszeltes treten und wasche sie mit Wasser!

40:13 Bekleide Aaron mit den heiligen Gewändern, salbe und weihe ihn so, daß er mir als Priester diene!

40:14 Auch seine Söhne lasse herantreten, bekleide sie mit Leibröcken

40:15 und salbe sie, wie du ihren Vater gesalbt hast, damit sie mir als Priester dienen. Ihre Salbung soll ihnen das Recht verleihen, immerwährend Priesterdienst zu tun von Geschlecht zu Geschlecht!«

40:16 Moses führte dies aus; ganz wie der Herr es ihm aufgetragen, machte er es.

40:17 Im ersten Monat, im zweiten Jahre, am Ersten des Monats war die Wohnstätte errichtet.

 

Inneneinrichtung

40:18 Moses richtete die Wohnstätte auf, stellte ihre Fußsockel hin, setzte ihre Bretter darauf, brachte ihre Riegel an und richtete ihre Säulen auf.

40:19 Dann breitete er das Zelt über die Wohnstätte und legte die Überdecke des Zeltes oben darauf, wie der Herr dem Moses aufgetragen.

40:20 Dann nahm er die Gesetzestafeln und legte sie in die Lade; er steckte die Stangen an die Lade und legte die Deckplatte oben auf die Lade.

40:21 Die Lade brachte er in die Wohnstätte hinein, hängte den verhüllenden Vorhang auf und verhüllte so die Gesetzeslade, wie der Herr dem Moses befohlen hatte.

40:22 Dann stellte er den Tisch in das Offenbarungszelt auf die nach Norden gerichtete Seite der Wohnstätte außerhalb des Vorhangs.

40:23 Darauf legte er eine Brotschicht vor dem Herrn zurecht, wie der Herr dem Moses befohlen.

40:24 Er stellte den Leuchter in das Offenbarungszelt, dem Tisch gegenüber auf die nach Süden gewendete Seite der Wohnstätte,

40:25 und brachte die Lampen vor den Herrn, wie der Herr dem Moses aufgetragen.

40:26 Dann stellte er den goldenen Altar ins Offenbarungszelt vor den Vorhang.

40:27 Er ließ auf ihm wohlriechendes Räucherwerk verbrennen, wie der Herr dem Moses befohlen.

40:28 Danach hängte er den Vorhang vor dem Eingang zur Wohnstätte auf.

40:29 Den Brandopferaltar stellte er vor den Eingang der Wohnstätte des Offenbarungszeltes hin. Er brachte auf ihm das Brand- und Speiseopfer dar, wie der Herr es dem Moses befohlen.

40:30 Das Becken stellte er zwischen das Offenbarungszelt und den Altar und goß Wasser zum Waschen hinein.

40:31 Darin wuschen sich Moses, Aaron und seine Söhne ihre Hände und Füße.

40:32 Wenn sie ins Offenbarungszelt hineingingen oder zum Altar traten, wuschen sie sich, wie der Herr es Moses angeordnet.

40:33 Schließlich richtete er den Vorhof rings um die Wohnstätte und den Altar auf. Er ließ den Vorhang des Vorhoftores aufhängen. So vollendete Moses das Werk.

 

Besitzergreifung

40:34 Die Wolke bedeckte das Offenbarungszelt, und die Herrlichkeit des Herrn erfüllte die Wohnstätte.

40:35 Moses war nicht imstande, in das Offenbarungszelt hineinzugehen; denn es lagerte darauf die Wolke, und des Herrn Herrlichkeit erfüllte die Wohnstätte.

 

Feuer in der Wolke

40:36 Wenn sich nun die Wolke von der Wohnstätte erhob, dann brachen die Israeliten bei all ihren Wegstrecken auf.

40:37 Erhob sich aber die Wolke nicht, so brachen sie auch nicht auf bis zu dem Zeitpunkt, da sie wiederum aufstieg.

40:38 Denn die Wolke des Herrn war über der Wohnstätte am Tage; des Nachts aber war Feuer darin vor den Augen des gesamten Hauses Israel während ihrer ganzen Wanderung.

 

Leviticus - Drittes Buch Moses

Leviticus 1

1:1 Der Herr berief den Moses und redete zu ihm vom Offenbarungszelte aus:[70]

1:2 »Sprich zu den Israeliten und sage zu ihnen: Will jemand unter euch dem Herrn eine Opfergabe von seinem Vieh darbringen, so sollt ihr sie nehmen!

1:3 Bringt er seine Opfergabe als Brandopfer von Rindern dar, so soll es ein männliches Tier ohne Fehler sein; er bringe es zum Eingang des Offenbarungszeltes; es soll ihn vor dem Herrn wohlgefällig machen.

1:4 Danach lege er seine Hand auf den Kopf des Brandopfers; das wird ihm Wohlgefallen und Sühne schaffen.

1:5 Hierauf soll er das junge Rind vor dem Herrn schlachten; die Söhne Aarons aber, die Priester, sollen das Blut darbringen und es ringsum an den Altar sprengen, der am Eingang des Offenbarungszeltes steht.

1:6 Dann soll er das Brandopfer abhäuten und in seine Teile zerlegen.

1:7 Die Söhne Aarons aber, die Priester, sollen Feuer auf den Altar bringen und Holzscheite [Holz] darauf schichten.

1:8 Danach sollen die Söhne Aarons die Stücke mit dem Kopf und dem Nierenfett auf der Holzschicht [das Holz] über dem Feuer auf dem Altar zurechtlegen.

1:9 Eingeweide und Unterschenkel des Rindes wasche er mit Wasser; der Priester aber lasse das Ganze auf dem Altar in Rauch aufgehen, damit es ein Brandopfer sei, ein Feueropfer lieblichen Wohlgeruchs für den Herrn.

 

Kleinviehopfer

1:10 Soll aber die Opfergabe, die jemand als Brandopfer darbringen will, ein Stück Kleinvieh sein, von Jungwiddern oder Ziegen, so bringe er ein männliches Tier ohne Fehler dar.

1:11 Er schlachte es auf der Nordseite des Altars vor dem Herrn; die Söhne Aarons aber, die Priester, sprengen sein Blut an den Altar ringsum.

1:12 Sodann soll er es in seine Teile zerlegen, der Priester soll sie mit Kopf und Nierenfett auf den Holzscheiten [dem Holz] zurechtlegen über dem Feuer auf dem Altar.

1:13 Die Eingeweide aber und die Unterschenkel möge er mit Wasser waschen; der Priester soll alles zusammen darbringen und es auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen; ein Brandopfer sei es, ein Feueropfer lieblichen Wohlgeruchs für den Herrn.

 

Geflügelbrandopfer

1:14 Bringt jemand dem Herrn ein Opfer als Geflügelopfer dar, so soll er dazu Turteltauben oder junge Tauben als Gabe nehmen.

1:15 Der Priester aber soll das Tier zum Altar bringen, ihm den Kopf abknicken und es auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen. Sein Blut aber soll an der Wand des Altares ausgedrückt werden.

1:16 Dann soll er den Kropf mit seinem Gewölle entfernen und ihn östlich vom Altar auf den Aschenplatz werfen."

1:17 Die Flügel soll er ihm einreißen, sie aber nicht ganz abtrennen; der Priester lasse sie auf dem Altar in Rauch aufgehen auf den Holzscheiten [dem Holz] über dem Feuer; ein Brandopfer ist es, ein Feueropfer lieblichen Wohlgeruchs für den Herrn.

 

Leviticus 2

Mehlopfer

2:1 Will jemand dem Herrn ein Speiseopfer darbringen, dann soll seine Opfergabe in Mehl bestehen; er gieße Öl darauf und füge Weihrauch dazu.

2:2 Sodann bringe er es den Söhnen Aarons, den Priestern; er nehme davon eine gute Handvoll dieses Mehles und des Öles, samt dem dazugehörenden Weihrauch; der Priester lasse den duftenden Teil auf dem Altar in Rauch aufgehen als ein Feueropfer lieblichen Wohlgeruchs für den Herrn.

2:3 Der Rest vom Speiseopfer aber gehört Aaron und seinen Söhnen als Hochheiliges vom Feueropfer des Herrn.

 

Ofengebäck

2:4 Willst du als Speiseopfergabe Ofengebäck darbringen, so seien es ungesäuerte Ringbrote aus Mehl, angerührt mit Öl, oder ungesäuerte Fladen, bestrichen mit Öl.

2:5 Besteht deine Opfergabe aus einem Speiseopfer von der Röstplatte, dann sei es aus ungesäuertem, mit Öl angerührtem Mehl zubereitet.

2:6 Brich es in einzelne Brocken und übergieße es mit Öl, dann ist es ein Speiseopfer.

2:7 Soll deine Opfergabe in einem Speiseopfer aus der Pfanne bestehen, so soll es aus Mehl mit Öl zubereitet sein.

2:8 Bringe das Speiseopfer, das hieraus zubereitet ist, vor den Herrn; dem Priester soll man es übergeben, der es dann auf den Altar bringt.

2:9 Der Priester hebe vom Speiseopfer den duftenden Teil ab und lasse ihn auf dem Altar in Rauch aufgehen als Feueropfer lieblichen Wohlgeruchs für den Herrn.

2:10 Der Rest vom Speiseopfer gehört Aaron und seinen Söhnen als Hochheiliges von den Feueropfern des Herrn.

 

Einzelbestimmungen über Sauerteig, Salz und Erstlingsfrüchte

2:11 Kein Speiseopfer, das ihr dem Herrn darbringt, darf aus Gesäuertem sein; nichts vom Sauerteig und keinerlei Honig dürft ihr als Feueropfer für den Herrn darbringen.

2:12 Nur als Erstlingsgabe bringt sie dem Herrn dar; aber auf den Altar dürfen sie nicht zu lieblichem Wohlgeruch kommen.

2:13 Jedes deiner Speiseopfer mußt du salzen; du darfst das Salz des Bundes mit deinem Gott bei deinem Speiseopfer nicht fehlen lassen; allen deinen Speiseopfern mußt du Salz hinzufügen.

2:14 Bringst du dem Herrn ein Speiseopfer von Erstlingsfrüchten dar, so nimm am Feuer geröstete Ähren, und zwar zerriebene Körner von der Frühfrucht, als dein Erstlingsfruchtopfer.

2:15 Tue aber Öl darauf und gib Weihrauch dazu - es ist ein Speiseopfer!

2:16 Der Priester soll dann den duftenden Teil von den geopferten Körnern und dem Öl samt dem ganzen dazugehörigen Weihrauch als Feueropfer für den Herrn in Rauch aufgehen lassen.

 

Leviticus 3

Rinder als Friedopfer

3:1 Ist aber eine Opfergabe ein Friedopfer und will man sie von den Rindern darbringen, dann muß es ein fehlerloses männliches oder weibliches Tier sein, das man dem Herrn opfert.

3:2 Er lege seine Hand auf den Kopf seines Opfers und schlachte es vor dem Eingang des Offenbarungszeltes; die Söhne Aarons, die Priester, sollen das Blut ringsum an den Altar sprengen.

3:3 Dann soll er von dem Friedopfer dem Herrn als Feueropfer darbringen das Fett, das die Eingeweide bedeckt, samt allem Fett, das an den Eingeweiden ist,

3:4 dazu die beiden Nieren und das Fett an ihnen bis zu den Lenden und den Lappen der Leber; oberhalb der Nieren trenne er ihn ab.

3:5 Die Söhne Aarons aber sollen es auf dem Altar über dem Brandopfer, das auf dem Holz über dem Altar liegt, in Rauch aufgehen lassen als Feueropfer lieblichen Wohlgeruchs für den Herrn.

 

Schafe als Friedopfer

3:6 Wenn aber jemand eine Gabe zu einem Friedopfer für den Herrn bestimmt hat und sie dem Kleinvieh entnimmt, so soll es ein fehlerloses männliches oder weibliches Tier sein.

3:7 Wenn er ein Lamm als Opfergabe darbringt, bringe er es vor den Herrn,

3:8 lege seine Hand auf den Kopf seines Opfers und schlachte es vor dem Offenbarungszelt. Die Söhne Aarons sollen sein Blut ringsum an den Altar spregen.

3:9 Dann bringe er von dem Friedopfer dem Herrn als Feueropfer dessen Fett dar: den ganzen Fettschwanz - am Schwanzbein trenne er ihn ab -, das Fett, das die Eingeweide bedeckt, samt allem Fett, das an den Eingeweiden ist,

3:10 dazu die beiden Nieren samt dem Fett an ihnen bis zu den Lenden und den Lappen der Leber; oberhalb der Nieren trenne er ihn ab.

3:11 Der Priester lasse es auf dem Altar in Rauch aufgehen als Feueropferspeise für den Herrn.

 

Ziegen als Friedopfer

3:12 Ist aber seine Gabe eine Ziege, dann bringe er das Tier vor den Herrn,

3:13 lege die Hand auf seinen Kopf und schlachte es vor dem Offenbarungszelt; die Söhne Aarons aber sollen sein Blut ringsum an den Altar sprengen.

3:14 Dann bringe er davon seine Opfergabe als Feueropfer für den Herrn: das Fett, das die Eingeweide bedeckt, das gesamte Fett an den Eingeweiden selbst,

3:15 ferner die beiden Nieren und das Fett daran bis zu den Lenden so wie den Lappen der Leber; oberhalb der Nieren trenne er ihn ab.

3:16 Der Priester lasse diese Teile auf dem Altar in Rauch aufgehen als eine Feueropferspeise lieblichen Wohlgeruchs für den Herrn. Alles Fett gehört dem Herrn!

3:17 Das ist eine von Geschlecht zu Geschlecht geltende Satzung, die ihr beobachten sollt an all euren Wohnstätten; Fett oder Blut dürft ihr unter keinen Umständen genießen!«

 

Leviticus 4

Sündopfer des Hohenpriesters

4:1 Der Herr sprach zu Moses:

4:2 »Sprich zu den Söhnen Israels: Wenn sich jemand versehentlich gegen irgendein Gebot des Herrn versündigt in Dingen, die nicht getan werden dürfen, und doch eines von ihnen tut, dann gilt:

4:3 Wenn der gesalbte Priester sündigt und Schuld auf das Volk kommt, dann soll er für seine Sünde, die er getan hat, einen fehlerlosen jungen Stier als Sündopfer darbringen.

4:4 Er führe den Stier am Eingang des Offenbarungszeltes vor den Herrn, lege seine Hand auf seinen Kopf und schlachte den Stier vor dem Herrn.

4:5 Darauf nehme der gesalbte Priester vom Stierblut und bringe es in das Offenbarungszelt hinein.

4:6 Der Priester soll seinen Finger in das Blut tauchen und siebenmal von dem Blut vor dem Herrn gegen den Vorhang des Heiligtums hinsprengen.

4:7 Danach soll der Priester einen Teil des Blutes an die Hörner des für das wohlriechende Räucherwerk des Herrn bestimmten Altars streichen, der sich im Offenbarungszelt befindet; alles übrige Stierblut soll er an den Sockel des Brandopferaltares am Eingang des Offenbarungszeltes hingießen.

4:8 Er hebe das gesamte Fett des Sündopferstiers von ihm ab - das Fett, das die Eingeweide bedeckt, und alles Fett an den Eingeweiden,

4:9 die beiden Nieren und das Fett an ihnen bis zu den Lenden sowie den Lappen der Leber; an den Nieren trenne er ihn ab,

4:10 wie es vom Friedopferrind losgelöst wird; der Priester soll es auf dem Brandopferaltar in Rauch aufgehen lassen.

4:11 Die Haut des Stieres aber, sein gesamtes Fleisch nebst seinem Kopf und seinen Schenkeln, seinen Eingeweiden und seinem Mageninhalt,

4:12 kurz, den ganzen Stier bringe er aus dem Lager hinaus an eine reine Stätte, an den Ort, wo man die Asche hinschüttet, und verbrenne ihn auf Holzscheiten [einem Holzfeuer]. Auf dem Aschenplatz soll er verbrannt werden!

 

Sündopfer der Gemeinde

4:13 Wenn sich die ganze Gemeinde Israels versehentlich vergeht, ohne sich dessen bewußt zu sein, und wenn sie eines der Gebote des Herrn übertreten hat in Dingen, die nicht getan werden dürfen, und so schuldig wird,

4:14 dann soll das Volk nach Erkenntnis der Sünde, deren es sich schuldig gemacht hat, einen Jungstier als Sündopfer darbringen und ihn vor das Offenbarungszelt führen.

4:15 Die Ältesten der Gemeinde sollen vor dem Herrn ihre Hände auf den Kopf des Stieres legen; dann schlachte man das Tier vor dem Herrn.

4:16 Darauf soll der gesalbte Priester von dem Blut des Stieres in das Offenbarungszelt hineinbringen.

4:17 Er tauche seinen Finger in das Blut und sprenge siebenmal von dem Blut vor dem Herrn gegen den Vorhang.

4:18 Auch möge er von dem Blut an die Hörner des Altars streichen, der vor dem Herrn im Offenbarungszelt steht; alles übrige Blut soll er an den Sockel des Brandopferaltares am Eingang des Offenbarungszeltes gießen.

4:19 Er hebe von ihm sein gesamtes Fett ab und lasse es auf dem Altar in Rauch aufgehen.

4:20 Mit dem Stier soll er genau so verfahren, wie er mit dem eigenen Sündopferstier verfährt. Der Priester soll ihnen Sühne schaffen, und es wird ihnen vergeben.

4:21 Den Stier aber schaffe man zum Lager hinaus und verbrenne ihn, wie man den ersten Stier verbrannt hat. Darin besteht das Gemeindesündopfer.

 

Sündopfer des Fürsten

4:22 Wenn sich ein Fürst vergeht und eines der Gebote des Herrn, seines Gottes, versehentlich übertritt in Dingen, die nicht getan werden dürfen, und somit schuldig wird,

4:23 und das Vergehen, dessen er sich schuldig gemacht hat, ihm (später) bewußt wird, dann soll er einen fehlerlosen Ziegenbock als Gabe darbringen.

4:24 Er lege seine Hand auf den Kopf des Bockes und schlachte ihn da, wo man das Brandopfer vor dem Herrn schlachtet, denn ein Sündopfer ist es.

4:25 Der Priester nehme etwas von dem Sündopferblut mit seinem Finger und streiche es an die Hörner des Brandopferaltars; sein übriges Blut gieße er an den Sockel dieses Altares.

4:26 Sein ganzes Fett lasse er auf dem Altar in Rauch aufgehen wie das Fett des Friedopfers. So soll der Priester für ihn Sühne schaffen wegen seines Vergehens, und Verzeihung wird ihm zuteil.

 

Sündopfer des gewöhnlichen Mannes

4:27 Wenn einer aus dem Volk des Landes sich versehentlich vergeht und durch ein Zuwiderhandeln gegen eines der Gebote des Herrn in Dingen, die nicht getan werden dürfen, schuldig wird

4:28 und er sich der begangenen Sünde bewußt wird, dann soll er als Gabe eine fehlerlose weibliche Ziege darbringen für seine Sünde.

4:29 Er lege seine Hand auf den Kopf des Sündopfers und schlachte es am Ort, wo man das Brandopfer schlachtet.

4:30 Der Priester nehme etwas vom Blut mit dem Finger und streiche es an die Hörner des Brandopferaltares; das übrige Blut gieße er an den Sockel des Altares.

4:31 Dann entferne er das ganze Fett, wie das Fett vom Friedopfer entfernt wird; der Priester lasse es in Rauch aufgehen zu lieblichem Wohlgeruch für den Herrn. So schafft ihm der Priester Sühne, und es wird ihm Vergebung zuteil.

4:32 Will jemand ein Lamm als Gabe für ein Sündopfer darbringen, so opfere er ein fehlerloses weibliches Tier.

4:33 Er lege seine Hand auf den Kopf des Sündopfers und schlachte es als Sündopfer da, wo man das Brandopfer schlachtet.

4:34 Der Priester aber nehme etwas von dem Blut des Sündopfers mit dem Finger und streiche es an die Hörner des Brandopferaltares; all sein übriges Blut schütte er an den Sockel des Altares.

4:35 Dann entferne er sein ganzes Fett, wie das Fett des Lammes beim Friedopfer entfernt wird; der Priester lasse es auf dem Altar über den Feueropfern des Herrn in Rauch aufgehen. So schafft er ihm Sühne für die begangene Sünde, und es wird ihm Verzeihung zuteil.

 

Leviticus 5

Vier besondere Vergehen

5:1 Wenn jemand sündigt dadurch, daß er eine laute Verfluchung hört und Zeuge sein könnte, da er Augenzeuge war oder es sonst in Erfahrung gebracht hat, macht aber keine Anzeige, so daß er schuldig wird -,

5:2 oder jemand berührt etwas Unreines, sei es das Aas eines unreinen wilden Tieres oder das eines unreinen Haustieres oder eines unreinen Kriechtieres, und es entgeht ihm zunächst, so daß er unrein und schuldig wird -,

5:3 oder jemand kommt mit der Unreinheit eines Menschen in Berührung, mit irgendeiner Unreinheit, durch die man unrein werden kann, ohne es zu wissen, wird es dann aber inne, so daß er in Schuld gerät -,

5:4 oder jemand schwört in unbedachter Rede, etwas Böses oder Gutes zu tun, wie man eben unbesonnen schwören kann, ohne daran zu denken, bemerkt es aber danach, so daß er sich mit derartigem schuldig macht -,

5:5 wenn also jemand durch etwas Derartiges in Schuld gerät, soll er bekennen, wessen er sich schuldig gemacht,

5:6 und er bringe als Buße für die begangene Verfehlung dem Herrn ein weibliches Tier vom Kleinvieh, ein Lamm oder eine Ziege, als Sündopfer dar; der Priester soll ihm Sühne verschaffen wegen seines Vergehens.

 

Taubensündopfer

5:7 Wenn aber jemand den Preis für ein Schaf nicht aufbringt, so bringe er dem Herrn als Buße für seine Verfehlung zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben dar, die eine als Sündopfer, die andere als Brandopfer.

5:8 Er soll sie zum Priester tragen; dieser bringe die zum Sündopfer bestimmte Taube zuerst dar und knicke ihr dicht vor dem Genick den Kopf ab, ohne ihn abzutrennen.

5:9 Dann sprenge er von dem Blut des Sündopfers an die Wand des Altares; der Rest des Blutes aber werde an den Sockel des Altares ausgepreßt, denn es ist ein Sündopfer.

5:10 Die andere Taube aber verwende er vorschriftsmäßig als Brandopfer. So soll der Priester für ihn Sühne schaffen wegen des Vergehens, dessen er sich schuldig gemacht hat, und es wird ihm Verzeihung zuteil.

 

Mehlsündopfer

5:11Wenn er aber zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben nicht aufbringt, so bringe er als Opfergabe für sein Vergehen ein Zehntel Epha Mehl als Sündopfer dar; er gieße kein Öl darauf und tue keinen Weihrauch dazu - denn es ist ein Sündopfer.

5:12 Er bringe es zum Priester; dieser hebe eine reichliche Handvoll davon ab als dessen duftenden Teil und lasse es auf dem Altar über den Feueropfern des Herrn in Rauch aufgehen - denn es ist ein Sündopfer.

5:13 So schafft der Priester für ihn Sühne wegen des Vergehens, dessen er sich bei irgendeinem Anlaß schuldig gemacht hat, und es wird ihm Verzeihung zuteil. Der Rest soll wie beim Speiseopfer dem Priester gehören.«

 

Schuldopfer

5:14 Der Herr redete zu Moses:

5:15 »Wenn jemand etwas veruntreut und sich versehentlich an den Abgaben für den Herrn versündigt, dann bringe er dem Herrn als Buße einen fehlerlosen Widder von seinem Kleinvieh, der nach deiner Schätzung zwei Silbersekel heiligen Gewichtes wert ist, als Schuldopfer dar.

5:16 Was er dem Heiligtum entzogen hat, soll er zurückerstatten, noch ein Fünftel davon hinzulegen und es dem Priester geben. Der Priester schaffe Sühne für ihn mit dem Widder des Schuldopfers, und es wird ihm Verzeihung zuteil.

 

Versehentliche Gesetzesübertretung

5:17 Vergeht sich jemand, übertritt er unbewußt eines der Gebote des Herrn in Dingen, die nicht getan werden dürfen, und gerät er so in Schuld und lädt Sünde auf sich,

5:18 dann bringe er als Schuldopfer einen fehlerlosen Widder vom Kleinvieh nach deiner Schätzung zum Priester. Dieser soll ihm Sühne schaffen wegen des Verstoßes, den er unbewußt begangen hat; es wird ihm Verzeihung zuteil.

5:19 Ein Schuldopfer ist es, hat er sich doch gegen den Herrn verfehlt.«

 

Sünden gegenüber dem Nächsten

5:20 Der Herr sprach zu Moses:

5:21 »Wenn jemand sich vergeht und sich einer Veruntreuung gegen den Herrn schuldig macht, indem er gegenüber seinen Nächsten etwas Anvertrautes, Hinterlegtes oder Geraubtes ableugnet oder seinen Nächsten erpresst

5:22 oder bestreitet, daß er etwas Verlorenes gefunden, oder einen Meineid geschworen hat wegen irgendeiner Handlung, deretwegen sich ein Mann vergehen kann -,

5:23 wer so gesündigt hat und schuldig ist, gebe das Geraubte zurück, das er an sich genommen, das Erpreßte, das er erzwungen, das Verwahrte, das man ihm anvertraut, das Verlorene, das er gefunden,

5:24 oder alles, worum er den Meineid geschworen hat. Er muß es nach seinem vollen Wert ersetzen und noch ein Fünftel dazulegen; er soll es am Tage seines Schuldopfers dem Eigentümer erstatten.

5:25 Als seine Buße für den Herrn bringe er zum Priester einen fehlerlosen Widder vom Kleinvieh nach deiner Schätzung als Schuldopfer.

5:26 Der Priester soll für ihn Sühne schaffen vor dem Herrn, und es wird ihm jeweils die betreffende Untat vergeben, durch die er sich verschuldet hat.«

 

Leviticus 6

Tägliches Brandopfer

6:1 Der Herr sprach zu Moses:

6:2 »Weise Aaron und seine Söhne an: Dies ist das Gesetz des Brandopfers: das Brandopfer bleibt auf der Brandstätte, dem Altar, die ganze Nacht bis zum Morgen; das Altarfeuer soll damit brennend erhalten werden.

6:3 Der Priester ziehe sein linnenes Gewand an und bedecke sich mit den linnenen Beinkleidern, nehme die Asche weg, in die die Flamme das Brandopfer auf dem Altar verwandelt hat, und schütte sie neben den Altar.

6:4 Dann ziehe er seine Kleider aus, lege andere Kleider an und bringe die Asche zum Lager hinaus an einen reinen Ort.

6:5 Das Feuer auf dem Altar soll damit brennend erhalten werden - es darf nicht erlöschen. Der Priester setze auf ihm an jedem Morgen Holzscheite [Holz] in Brand, schichte darüber das Brandopfer und lasse darauf die Fettstücke der Friedopfer in Rauch aufgehen.

6:6 Immerwährend brenne auf dem Altar Feuer und erlösche nie.

 

Priesteranteil am Speiseopfer

6:7 Dies aber ist die Weisung für das Speiseopfer: Aarons Söhne sollen es vor den Herrn an den Altar bringen.

6:8 Dann soll einer eine Handvoll davon abheben, und zwar Mehl und Öl des Speiseopfers, dazu den gesamten Weihrauch, der auf dem Speiseopfer liegt, und soll es auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen als lieblichen Wohlgeruch, als duftenden Teil für den Herrn. (Eph 5,2)

6:9 Das davon Übriggebliebene sollen Aaron und seine Söhne essen; ungesäuert werde es verzehrt an heiliger Stätte, im Vorhof des Offenbarungszeltes.

6:10 Es darf nicht mit Sauerteig gebacken werden. Als ihren Anteil bestimme ich es von meinen Feueropfern; etwas Hochheiliges ist es wie das Sünd- und Schuldopfer.

6:11 Alle männlichen Nachkommen Aarons dürfen davon essen. Das ist für alle eure Geschlechter ein immerwährender Rechtsanspruch auf die Feueropfer des Herrn; jeder, der diese berührt, verfällt dem Heiligtum.«

 

Speiseopfer bei der Priesterweihe

6:12 Der Herr sprach zu Moses:

6:13 »Dies ist die Opfergabe Aarons und seiner Söhne, die sie am Tag ihrer Salbung darzubringen haben: ein Zehntel Epha Mehl als immerwährendes Speiseopfer, die eine Hälfte davon am Morgen, die andere am Abend.

6:14 Auf der Röstplatte soll es mit Öl zubereitet werden; eingerührt und dann zerbröckelt sollst du es als Speiseopfer darbringen zum lieblichen Wohlgeruch für den Herrn.

6:15 Der Priester, der aus seinen Söhnen an seiner Stelle gesalbt wird, richte es her; dies ist ein immerwährender Anspruch für den Herrn: als Ganzopfer werde es verbrannt!

6:16 Alle priesterlichen Speiseopfer sollen Ganzopfer sein; sie sollen nicht gegessen werden.«

 

Sündopfer

6:17 Der Herr sprach zu Moses:

6:18 »Sprich zu Aaron und seinen Söhnen: Dies ist das Gesetz des Sündopfers. Da, wo das Brandopfer geschlachtet wird, soll auch das Sündopfer vor dem Herrn geschlachtet werden; etwas Hochheiliges ist es.

6:19 Der Priester, der es darbringt, soll es verzehren; an heiliger Stätte, im Vorhof des Offenbarungszeltes, muß es gegessen werden.

6:20 Jeder, der sein Fleisch berührt, verfällt dem Heiligtum. Und wenn von dessen Blut etwas an das Kleid spritzt, so mußt du das Bespritzte an heiliger Stätte waschen.

6:21 Ein irdenes Gefäß, worin es gekocht wurde, muß zerbrochen werden; wurde es aber in einem kupfernen Gefäß gekocht, so muß dieses gescheuert und mit Wasser ausgespült werden.

6:22 Jede männliche Person der Priesterschaft darf es essen; etwas Hochheiliges ist es.

6:23 Alle Sündopfer aber, von denen Teile des Blutes ins Offenbarungszelt gebracht wurden, um im Heiligtum die Sühnehandlung zu vollziehen, dürfen nicht gegessen werden, sondern sind im Feuer zu verbrennen.

 

Leviticus 7

Schuldopfer

7:1 Dies ist das Gesetz des Schuldopfers; etwas Hochheiliges ist es.

7:2 Da, wo man das Brandopfer schlachtet, soll man auch das Schuldopfer schlachten; sein Blut sprenge man an den Altar ringsum.

7:3 Sein gesamtes Fett aber bringe man dar, nämlich den Fettschwanz und das Fett, das die Eingeweide bedeckt,

7:4 die beiden Nieren samt dem Fett an ihnen bis zu den Lenden sowie den Leberlappen; oberhalb der Nieren trenne man ihn ab.

7:5 Der Priester lasse es auf dem Altar in Rauch aufgehen als ein Feueropfer für den Herrn; es ist ein Schuldopfer.

7:6 Jede männliche Person der Priesterschaft darf es essen; an heiliger Stätte werde es gegessen; etwas Hochheiliges ist es.

 

Priesteranteil

7:7 Was vom Sündopfer gilt, gilt auch vom Schuldopfer; es ist ein und dasselbe Gesetz, das für beide gilt: dem Priester, der damit die Sühnehandlung vollzieht, soll es gehören.

7:8 Dem Priester, der das Brandopfer für jemand darbringt, soll die Haut dieses Brandopfers, das er dargebracht hat, gehören.

7:9 Ebenso sollen alle im Ofen gebackenen Speiseopfer und alle, die auf der Pfanne oder der Röstplatte gebacken werden, dem Priester gehören, der sie darbringt.

7:10 Jedes Speiseopfer aber, das mit Öl angerührt oder trocken ist, soll allen Söhnen Aarons gehören, dem einen wie dem anderen.

 

Friedopfer

7:11 Für das Friedopfer, das man dem Herrn darbringt, gilt folgende Weisung:

7:12 Bringt es einer zum Danke dar, so bringe er zum Dankopfer hinzu noch ungesäuerte, mit Öl eingerührte Ringbrote, ungesäuerte, mit Öl bestrichene Fladen und mit Öl gemengtes Mehl für eingerührte Kuchen.

7:13 Neben gesäuerten Ringbroten bringe er seine Gabe als Dankfriedopfer dar.

7:14 Davon opfere er je ein Stück von jeder Gabe dem Herrn als Hebe; dem Priester, der das Blut des Friedopfers ausgesprengt hat, soll es gehören.

7:15 Das Fleisch des Dankfriedopfers aber muß an demselben Tage gegessen werden, an dem es dargebracht wird; man lasse nichts davon bis zum Morgen übrig.

7:16 Ist aber seine Opfergabe gelobt oder freiwillig, so soll sie am Tage ihrer Darbringung gegessen werden; was davon übrigbleibt, darf noch am folgenden Tage gegessen werden.

7:17 Doch was vom Opferfleisch am dritten Tag noch übrigbleibt, werde im Feuer verbrannt.

7:18 Wenn aber vom Friedopferfleisch noch am dritten Tage etwas gegessen werden sollte, wird der Darbringende kein Wohlgefallen erlangen; es würde ihm dies nicht angerechnet werden. Als verdorbenes Fleisch soll es gelten; wer davon ißt, lädt Schuld auf sich.

7:19 Auch Fleisch, das mit irgend etwas Unreinem in Berührung gekommen ist, darf nicht gegessen, sondern muß im Feuer verbrannt werden. Jeder, der rein ist, darf Fleisch essen.

7:20 Wer aber Fleisch von den Friedopfern des Herrn im Zustand der Unreinheit ißt, soll aus seinen Volksgenossen ausgetilgt werden.

7:21 Wer aber mit etwas Unreinem, sei es mit der Unreinheit eines Menschen oder einem unreinen Vieh oder mit irgendeinem unreinen Kriechtier, in Berührung kommt und so vom Friedopferfleisch genießt, das dem Herrn gehört, werde aus seinen Volksgenossen ausgetilgt.«

 

Fett- und Blutgenuß

7:22 Der Herr redete zu Moses:

7:23 »Sprich zu den Söhnen Israels: Keinerlei Fett von Rindern, Schafen und Ziegen dürft ihr essen!

7:24 Das Fett von verendeten und zerrissenen Tieren darf zu jedem Zweck Verwendung finden, nur essen dürft ihr es nicht.

7:25 Jeder, der das Fett von Tieren ißt, von denen man dem Herrn ein Feueropfer darbringen kann, ist hinwegzutilgen aus seinen Volksgenossen.

7:26 In all euren Wohnstätten dürft ihr keinerlei Blut genießen, weder von Vögeln noch von Vierfüßlern.

7:27 Wer nur immer etwas Blut genießt, der soll aus seinen Volksgenossen ausgetilgt werden.«

 

Priesteranteile bei den Friedopfern

7:28 Der Herr redete zu Moses:

7:29 »Sprich zu den Söhnen Israels: Wer dem Herrn sein Friedopfer darbringt, der bringe seine Gabe für den Herrn von seinem Friedopfer herbei.

7:30 Eigenhändig bringe er die Stücke, die dem Herrn als Feueropfer gehören, das Fett nebst der Brust; die Brust, damit sie als Weihegabe vor dem Herrn hin- und hergeschwungen werde.

7:31 Der Priester soll das Fett auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen, die Brust aber gehöre Aaron und seinen Söhnen.

7:32 Auch die rechte Keule sollt ihr dem Priester als Hebe von euren Friedopfern geben.

7:33 Wer von den Söhnen Aarons das Blut und das Fett der Friedopfer darbringt, erhalte die rechte Keule als Anteil.

7:34 Denn die Weihebrust und die Hebekeule nehme ich von den Söhnen Israels, von ihren Friedopfern, und gebe sie dem Priester Aaron und seinen Söhnen als immerwährende Auflage, die von den Israeliten zu entrichten ist.«

7:35 Dies ist der Anteil Aarons und seiner Söhne an den Feueropfern des Herrn am Tag, da er sie hinzutreten ließ, um dem Herrn Priesterdienste zu tun.

7:36 Ihn hat der Herr für sie am Tag ihrer Salbung als eine Gabe seitens der Israeliten anbefohlen, als immerwährende Auflage von Geschlecht zu Geschlecht.

 

Schlußwort

7:37 Dies ist das Gesetz für das Brand-, Speise-, Sünd-, Schuld-, Einweihungs- und Friedopfer,

7:38 das der Herr dem Moses auf dem Berge Sinai aufgetragen hat, als er den Israeliten befahl, dem Herrn ihre Opfer darzubringen in der Wüste am Sinai.

 

Leviticus 8

Aarons und seiner Söhne Weihe

8:1 Der Herr redete zu Moses:[71]

8:2 »Nimm Aaron mit seinen Söhnen sowie die Gewänder, das Salböl, den Sündopferstier, die beiden Widder und den Korb mit dem Ungesäuerten!

8:3 Versammle die ganze Gemeinde vor dem Eingang des Offenbarungszeltes!«

8:4 Moses tat, wie ihm der Herr befohlen hatte, und die Gemeinde versammelte sich vor dem Eingang des Offenbarungszeltes.

8:5 Da sprach Moses zur Gemeinde: »Das ist es, was der Herr zu tun befohlen hat!«

 

Heilige Zeremonien

8:6 Moses ließ Aaron mit seinen Söhnen herantreten und wusch sie mit Wasser.

8:7 Dann legte er ihm den Leibrock an, umgürtete ihn mit dem Gürtel, bekleidete ihn mit dem Obergewand, legte ihm das Ephod an, gürtete ihn mit dem Band des Ephod und machte es damit ihm eng anliegend.

8:8 Er befestigte das Brustschild darauf und legte die Urim und Tummim in das Brustschild.

8:9 Auf das Haupt setzte er ihm den Turban und befestigte am Turban auf der Vorderseite das goldene Stirnblatt, das heilige Diadem, wie der Herr dem Moses befohlen hatte.

8:10 Dann nahm Moses das Salböl, salbte die Wohnstätte und alles, was sich in ihr befand, und weihte sie so.

8:11 Er sprengte davon siebenmal auf den Altar und salbte den Altar samt allen seinen Geräten sowie das Becken mit seinem Gestell und weihte sie so.

8:12 Dann goß er einen Teil des Salböls auf Aarons Haupt und salbte ihn zur Weihe.

8:13 Dann ließ Moses die Söhne Aarons herantreten, bekleidete Sie mit Leibröcken, umgürtete sie mit einem Gürtel und band ihnen gewundene Kopftrachten um, wie der Herr dem Moses befohlen hatte.

 

Weihesündopfer

8:14 Darauf brachte er den Sündopferstier herbei; Aaron und seine Söhne legten ihre Hände auf den Kopf des Tieres.

8:15 Moses schlachtete ihn, nahm das Blut und strich es mit dem Finger ringsum an die Hörner des Altares und entsündigte ihn so. Das übrige Blut goß er an den Sockel des Altares. So weihte er ihn, indem er Sühnehandlungen an ihm vollzog.

8:16 Er nahm das ganze Fett, das die Eingeweide bedeckte, den Leberlappen und die beiden Nieren nebst deren Fett und ließ es auf dem Altar in Rauch aufgehen.

8:17 Den Stier aber samt seiner Haut, seinem Fleisch und seinem Mageninhalt verbrannte er außerhalb des Lagers im Feuer, wie der Herr dem Moses befohlen hatte.

 

Weihebrandopfer

8:18 Dann ließ er den Brandopferwidder heranbringen. Aaron und seine Söhne legten ihre Hände auf den Kopf des Widders.

8:19 Moses schlachtete ihn und sprengte das Blut an den Altar ringsum.

8:20 Den Widder aber zerlegte er in seine Teile. Moses ließ den Kopf, die Einzelstücke und das Fett in Rauch aufgehen.

8:21 Die Eingeweide aber und die Unterschenkel wusch er mit Wasser; dann ließ er den ganzen Widder auf dem Altar in Rauch aufgehen als Brandopfer lieblichen Wohlgeruchs, als ein Feueropfer für den Herrn, wie der Herr dem Moses befohlen hatte.

 

Einweihungsopfer

8:22 Darauf ließ er den zweiten Widder, der als Weihewidder diente, heranbringen; Aaron und seine Söhne legten ihre Hände auf den Kopf des Widders.

8:23 Moses schlachtete ihn, nahm von seinem Blut und strich es an Aarons rechtes Ohrläppchen, an den Daumen seiner rechten Hand und an die große Zehe seines rechten Fußes.

8:24 Dann ließ er die Söhne Aarons herantreten. Moses strich von dem Blut an ihr rechtes Ohrläppchen, an den Daumen ihrer rechten Hand und an die große Zehe ihres rechten Fußes; das übrige Blut aber sprengte er ringsum an den Altar.[72]

8:25 Daraufhin nahm er das Fett, den Fettschwanz und alles Fett, das an den Eingeweiden ist, den Leberlappen und die beiden Nieren samt ihrem Fett und die rechte Keule.

8:26 Dem Korb mit dem Ungesäuerten, der vor dem Herrn stand, entnahm er ein ungesäuertes Ringbrot, ein mit Öl angerührtes Ringbrot und einen Fladen und legte sie zu den Fettstücken und der rechten Keule.

8:27 Sodann gab er das alles dem Aaron und seinen Söhnen in die Hände und ließ es als Weiheopfer vor dem Herrn hin- und herschwingen.

8:28 Danach nahm Moses es wieder aus ihren Händen und ließ es auf dem Altar über dem Brandopfer in Rauch aufgehen; ein Einweihungsopfer war es zu lieblichem Wohlgeruch als Feueropfer für den Herrn.

8:29 Dann nahm Moses die Brust und ließ sie als Weiheopfer hin und herschwingen vor dem Herrn; sie fiel Moses von dem Einweihungswidder als Anteil zu, wie der Herr dem Moses befohlen hatte.

 

Salböl und Blut

8:30 Moses nahm von dem Salböl und Blut auf dem Altar und sprengte es auf Aaron und seine Gewänder, auf seine Söhne und ihre Gewänder; so weihte er Aaron und seine Gewänder, zugleich seine Söhne und deren Gewänder.

 

Opfermahl

8:31 Moses sprach zu Aaron und seinen Söhnen: »Kocht das Fleisch am Eingang des Offenbarungszeltes, verzehrt es dort und ebenso das Brot, das sich in dem Korb des Einweihungsopfers befindet; denn mir wurde befohlen: Aaron und seine Söhne sollen es essen.

8:32 Was vom Fleisch und vom Brot übrigbleibt, sollt ihr verbrennen.

 

Weihewoche

8:33 Sieben Tage lang dürft ihr euch vom Eingang des Offenbarungszeltes nicht entfernen, bis zum Tage, da eure Weihezeit vorbei ist; denn sieben Tage lang soll man euch ins Priesteramt einsetzen.

8:34 So wie es heute geschah, befiehlt der Herr auch weiterhin zu tun, um euch Sühne zu erwirken.

8:35 Vor dem Eingang des Offenbarungszeltes müßt ihr Tag und Nacht bleiben und die Anordnungen des Herrn beobachten, sonst müßtet ihr sterben; denn so ward mir befohlen!«

8:36 Aaron und seine Söhne befolgten all das, was der Herr durch Moses befohlen hatte.

 

Leviticus 9

Feierliche Gottesdienste

9:1 Am achten Tage berief Moses Aaron und seine Söhne und die Ältesten Israels.

9:2 Er sprach zu Aaron: »Hole dir ein junges Kalb zum Sündopfer und einen Widder zum Brandopfer, beide fehlerlos, und bringe sie vor dem Herrn dar!

9:3 Zu den Israeliten aber rede so: Nehmt einen Ziegenbock zum Sündopfer sowie ein Kalb und ein Lamm zum Brandopfer, beide einjährig und fehlerlos.

9:4 Ferner nehmt ein Rind und einen Widder zum Friedopfer, um sie vor dem Herrn zu schlachten, dazu ein mit Öl angerührtes Speiseopfer; denn heute erscheint vor euch der Herr.«

9:5 Da holten sie, was Moses verlangte, vor das Offenbarungszelt; auch kam die ganze Gemeinde herbei und nahm vor dem Herrn Aufstellung.

9:6 Nun sprach Moses: »Das ist es, was der Herr euch zu tun befohlen hat, damit euch die Herrlichkeit des Herrn erscheine!«

9:7 Zu Aaron aber sagte Moses: »Tritt an den Altar, richte dein Sündopfer und dein Brandopfer zu und schaffe Sühne für dich und das Volk! Danach besorge die Opfergabe des Volkes und entsühne es, wie der Herr befohlen hat!«

 

Priesterliches Sündopfer

9:8 Nun trat Aaron an den Altar und schlachtete das Kalb als Sündopfer für sich selbst.

9:9 Seine Söhne aber reichten ihm das Blut. Er tauchte seinen Finger in das Blut und strich davon an die Hörner des Altars, das übrige Blut goß er an den Sockel des Altares.

9:10 Das Fett, die Nieren und den Leberlappen vom Sündopfer ließ er auf dem Altar in Rauch aufgehen, wie der Herr dem Moses befohlen hatte.

9:11 Das Fleisch aber und die Haut verbrannte er außerhalb des Lagers im Feuer.

9:12 Dann schlachtete er das Brandopfer, die Söhne Aarons überreichten ihm das Blut, und er sprengte es ringsum an den Altar.

9:13 Das Brandopfer reichten sie ihm, in Stücke zerlegt, samt dem Kopf, und er ließ es auf dem Altar in Rauch aufgehen.

9:14 Danach wusch er die Eingeweide und Unterschenkel und ließ sie auf dem Altar über dem Brandopfer in Rauch aufgehen.

 

Sündopfer für das Volk

9:15 Nunmehr brachte er die Opfergaben für das Volk dar: Er nahm den Bock, der als Sündopfer für das Volk bestimmt war, schlachtete ihn und brachte ihn als Sündopfer wie zuvor dar.

9:16 Dann brachte er das Brandopfer dar und verfuhr dabei nach Vorschrift.

9:17 Hierauf brachte er das Speiseopfer dar; er nahm eine Handvoll davon und ließ es auf dem Altar in Rauch aufgehen - außer dem Morgenbrandopfer.

9:18 Er schlachtete das Rind und den Widder als Friedopfer für das Volk; die Söhne Aarons reichten ihm das Blut, und er sprengte es ringsum an den Altar.

9:19 Die Fettstücke aber von dem Rind und dem Widder, den Fettschwanz, das Fettnetz der Eingeweide, die Nieren und den Leberlappen

9:20 legten sie auf die Bruststücke, und er ließ die Fettstücke auf dem Altar in Rauch aufgehen.

9:21 Die Bruststücke aber und die rechte Keule ließ Aaron zur Weihe vor dem Herrn hin- und herschwingen, wie der Herr dem Moses befohlen hatte.

 

Erscheinung des Herrn

9:22 Aaron erhob seine Hände zum Volke hin und segnete es; nachdem er das Sündopfer, das Brand- und das Friedopfer vollbracht hatte, stieg er hinab.

9:23 Moses und Aaron gingen in das Offenbarungszelt hinein, traten wieder heraus und segneten das Volk. Da erschien die Herrlichkeit des Herrn dem ganzen Volk.

9:24 Feuer ging vom Herrn aus und verzehrte das Brandopfer und die Fettstücke auf dem Altar. Als das Volk dies sah, jubelte es, und alle fielen auf ihr Angesicht nieder.

 

Leviticus 10

Tod zweier Aaronssöhne

10:1 Die Aaronssöhne Nadab und Abihu aber nahmen ihre Feuerbecken, taten Feuer hinein, legten Räucherwerk darauf und brachten so vor dem Herrn ein ungehöriges Feueropfer dar, das er ihnen nicht geboten hatte.

10:2 Da ging Feuer vom Herrn aus und verzehrte sie; so starben sie vor dem Herrn.

10:3 Moses sprach zu Aaron: »Hier erfüllt sich das, was der Herr angekündigt hat: An denen, die mir nahestehen, erweise ich mich als heilig, und vor allem Volke verherrliche ich mich.« Aaron aber schwieg.

10:4 Da rief Moses den Mischael und Elzaphan, Ussiels Söhne, der ein Oheim von Aaron war. Er sprach zu ihnen: »Tretet herzu und tragt eure Verwandten vom Heiligtum weg außerhalb des Lagers!«

10:5 Da traten sie herzu und trugen sie in ihren Leibröcken hinaus vor das Lager, wie Moses gesagt hatte.

 

Teilnahme an Trauerbräuchen

10:6 Moses sprach zu Aaron und seinen Söhnen Eleasar und Itamar: »Laßt euer Haupthaar nicht frei herunterhängen und eure Kleider zerreißt nicht; sonst müßt ihr sterben. Der Herr würde dann der ganzen Gemeinde zürnen. Eure Brüder aber, das ganze Haus Israel, mögen den Brand beweinen, den der Herr entfacht hat.

10:7 Auch vom Eingang des Offenbarungszeltes dürft ihr nicht weggehen, damit ihr nicht sterbt, denn das Salböl des Herrn ist auf euch!« Sie aber taten nach Moses' Geheiß.

 

Weingenuß

10:8 Der Herr sprach zu Aaron:

10:9 »Wein und Rauschtrank dürft ihr, du und deine Söhne, nicht trinken, wenn ihr in das Offenbarungszelt geht, sonst müßt ihr sterben; dies gelte als Gesetz für ewig in all euren Geschlechtern.

10:10 Ihr müßt unterscheiden zwischen dem Heiligen und dem Alltäglichen, dem Unreinen und dem Reinen,

10:11 damit ihr die Söhne Israels unterweisen könnt in allen Satzungen, die der Herr ihnen durch Moses verkündet hat!«

 

Priestergebühren

10:12 Moses sprach zu Aaron, zu Eleasar und Itamar, die ihm von seinen Söhnen noch übriggeblieben waren: »Holt das Speiseopfer, das von den Feueropfern des Herrn noch übrig ist, und eßt es ungesäuert neben dem Altar; denn etwas Hochheiliges ist es.

10:13 Darum eßt es an heiliger Stätte; denn es ist dein Pflichtanteil und der deiner Söhne von den Feueropfem des Herrn; so wurde mir geboten.

10:14 Die Weihebrust aber und die Hebekeule sollst du mit deinen Söhnen und Töchtern an reiner Stätte essen; denn sie sind gespendet als Pflichtanteil von den Friedopfern der Israeliten an dich und deine Söhne.

10:15 Die Hebekeule und die Weihebrust soll man mit den zu Feueropfern bestimmten Fettstücken bringen, um sie als heilige Weihegabe vor dem Herrn hin- und herzuschwingen; dann fallen sie dir und deinen Kindern als immerwährender Anteil zu, wie der Herr befohlen.«

 

Sündopfer als Opfermahl oder Brandopfer?

10:16 Als Moses sich eifrig nach dem Sündopferbock erkundigte, siehe, da war dieser schon verbrannt worden. Er zürnte deshalb Eleasar und Itamar, den Aaronssöhnen, die ihm noch geblieben waren, und fragte:

10:17 »Warum habt ihr denn das Sündopfer nicht an heiliger Stätte gegessen? Es ist doch etwas Hochheiliges. Dieses hat er euch gegeben, um die Schuld der Gemeinde zu entfernen und Sühne zu erwirken vor dem Herrn.

10:18 Ist doch sein Blut nicht ins Heiligtum hineingebracht worden; darum mußtet ihr es essen an heiliger Stätte, wie ich befohlen habe.«

10:19 Aaron antwortete Moses: »Bedenke, sie haben heute ihre Sünd- und ihre Brandopfer vor dem Herrn dargebracht, und doch mußte mir derartiges begegnen! Wenn ich nun heute Sündopferfleisch gegessen hätte, hätte das wohl dem Herrn gefallen?«

10:20 Moses hörte das und war zufrieden.

 

Leviticus 11

Vierfüßler

11:1 Der Herr sprach zu Moses und Aaron und redete also zu ihnen:[73]

11:2 »Verkündet den Israeliten: Dies sind die Tiere, die ihr von allen Vierfüßlern auf dem Lande essen dürft:

11:3 Alles, was unter den Vierfüßlern gespaltene Klauen hat, und zwar völlig durchgespaltene Klauen, und wiederkäut, das dürft ihr essen.

11:4 Von den Tieren aber, die wiederkäuen und gespaltene Klauen haben, dürft ihr das Kamel nicht essen; es ist zwar ein Wiederkäuer, hat jedoch keine (völlig) gespaltenen Klauen; unrein ist es daher für euch.

11:5 Außerdem den Klippdachs, der zwar ein Wiederkäuer ist, aber keine (völlig) gespaltenen Klauen hat; unrein ist er also für euch.

11:6 Den Hasen, denn er ist zwar ein Wiederkäuer, hat aber keine (völlig) gespaltenen Klauen; unrein ist er daher für euch.

11:7 Das Schwein, denn es hat zwar gespaltene, ja sogar völlig durchgespaltene Klauen, ist aber kein Wiederkäuer, unrein ist es also für euch.

11:8 Von ihrem Fleisch dürft ihr nicht essen und ihr Aas nicht berühren; unrein sind sie für euch.

 

Wassertiere

11:9 Von allem, was im Wasser lebt, dürft ihr dieses essen: alles, was im Wasser Flossen und Schuppen hat, in den Meeren und in den Bächen, das dürft ihr essen.

11:10 Doch alles von allem Gewimmel und allen Lebewesen des Wassers, was in Meeren und Flüssen keine Flossen und Schuppen hat gelte euch als Greuel!

11:11 Ein Greuel seien sie für euch! Von ihrem Fleisch dürft ihr nicht essen, und ihr Aas müßt ihr verabscheuen!

11:12 Alles, was im Wasser lebt und keine Flossen und Schuppen hat, sei für euch ein Greuel!

 

Vögel

11:13 Folgende Vogelarten sollt ihr verabscheuen; man darf sie nicht essen, sie sind ein Greuel: den Adler, Lämmergeier, Schwarzgeier,

11:14 den roten Milan und die Weihe nach ihren Arten,

11:15 alle Rabenarten,

11:16 den Strauß, die Eule, die Möwe, den Falken nach seinen Arten,

11:17 das Käuzchen, die Fischeule und die Ohreule,

11:18 die Weiße Eule, die Dohle und den Aasgeier,

11:19 den Storch und den Reiher nach seinen verschiedenen Arten, den Wiedehopf und die Fledermaus.

 

Geflügelte Insekten

11:20 Alle geflügelten Kleintiere, die auf allen vieren gehen, sollen euch ein Greuel sein!

11:21 Nur diejenigen von allen geflügelten, vierfüßigen Kleintieren dürft ihr essen, die oberhalb der Füße Schenkel haben, um damit auf der Erde zu hüpfen.

11:22 Von diesen dürft ihr folgende essen: die verschiedenen Arten der Wanderheuschrecke, der Solam-, Hargol- und Hagab-Heuschrecke.

11:23 Aber alle übrigen geflügelten Kleintiere, die vier Füße haben, seien euch ein Greuel!

 

Aas unreiner Groß- und Kleintiere

11:24 An folgenden Tieren macht ihr euch unrein - jeder, der ihr Aas berührt, wird bis zum Abend unrein.

11:25 Wer etwas von ihrem Aas fortträgt, muß seine Kleider waschen und wird unrein bis zum Abend -:

11:26 an jedem Tier, das gespaltene, aber nicht völlig durchgespaltene Klauen hat und nicht wiederkäut. Als unrein sollen sie euch gelten; jeder, der ihr Aas berührt, wird unrein.

11:27 Auch alles, was auf Tatzen geht unter allen vierfüßigen Lebewesen, soll euch als unrein gelten; jeder, der ihr Aas berührt, wird bis zum Abend unrein.

11:28 Wer ihr Aas fortträgt, soll seine Kleider waschen und ist bis zum Abend unrein; als unrein sollen sie euch gelten.

11:29 Von dem kleinen Getier, das sich auf Erden regt, soll dies euch als unrein gelten: das Wiesel, die Springmaus, die verschiedenen Eidechsenarten,

11:30 der Gecko, die Koach- und Letaa-Eidechse, der Salamander und das Chamäleon.

11:31 Diese sollen euch als unrein gelten unter allem Kleingetier; jeder, der sie berührt, wenn sie tot sind, ist unrein bis zum Abend.

11:32 Und alles, worauf eines von ihnen, wenn es tot ist, fällt, wird unrein; jedes Holzgefäß [Holzgerät], jedes Gewand, Leder oder Tuch, alle Geräte, die dem Gebrauch dienen; sie sollen ins Wasser getaucht werden, bleiben unrein bis zum Abend und werden dann wieder rein.

11:33 Ist es aber ein irdenes Gefäß, in das eins von jenen Tieren hineinfällt, so wird alles, was darin ist, unrein, und ihr müßt das Gefäß zerbrechen.

11:34 In jedem solchen Gefäß wird jede mit Wasser zubereitete Speise, die man essen möchte, unrein, und jedes Getränk, das man trinken möchte, wird unrein.

11:35 Und alles, worauf ein solches Aas fällt, wird unrein; ein Backofen und ein Kochherd muß zerschlagen werden; unrein sind sie, und als unrein sollen sie euch gelten!

11:36 Nur Quellen und Zisternen, also Wasseransammlungen, bleiben rein; wer aber ein Aas darin berührt, wird unrein.

11:37 Wenn aber eine ihrer Leichen auf irgendeine Sämerei fällt, die ausgesät wird, so bleibt diese rein.

11:38 Wenn aber Wasser auf den Samen gebracht wurde, und es fällt dann irgendein Aas darauf, so ist er für euch unrein.

 

Aas reiner Tiere

11:39 Wenn eines von den Tieren, die euch als Nahrung dienen, stirbt, so wird derjenige, der sein Aas berührt, bis zum Abend unrein.

11:40 Wer aber von seinem Aas genießt, wasche seine Kleider, und er bleibt unrein bis zum Abend; wer ein solches Aas fortträgt, muß seine Kleider waschen und bleibt unrein bis zum Abend.

 

Unreine Kleintier

11:41 Alles Kleingetier, das auf der Erde sich regt, ist ein Greuel; es darf nicht gegessen werden.

11:42 Alles, was auf dem Bauch kriecht, und alles, was auf vieren geht, bis zu allen Mehrfüßlern unter dem Kleingetier, das auf der Erde sich regt, dürft ihr nicht essen; denn sie sind ein Greuel.

11:43 Macht euch nicht selbst zum Greuel durch irgendeines von diesem Kleingetier, das sich regt, und verunreinigt euch nicht durch sie, so daß ihr dadurch unrein werdet.

11:44 Denn ich bin der Herr, euer Gott; zeigt euch als heilig und seid heilig, weil ich heilig bin! Verunreinigt euch nicht selbst an all dem Kleingetier, das auf Erden wimmelt. (1Petr 1,16)

11:45 Denn ich bin der Herr, der euch aus dem Lande Ägypten hinweggeführt hat, um euer Gott zu sein; darum sollt ihr heilig sein; denn ich bin heilig!

 

Zammenfassung

11:46 Dies ist das Gesetz über die Vierfüßler, die Vögel und alle Lebewesen, von denen es im Wasser wimmelt, und all jene, die sich auf Erden regen,

11:47 damit man zwischen dem Unreinen und dem Reinen unterscheide und zwischen den eßbaren Tieren und denen, die nicht gegessen werden dürfen.«

 

Leviticus 12

Reinheitsgesetz für Wöchnerinnen

12:1 Der Herr sprach zu Moses:

12:2 »Rede zu den Israeliten, wie folgt: Wenn eine Frau empfängt und einen Knaben gebiert, so ist sie sieben Tage unrein, genau wie in der Zeit ihrer Unreinheit infolge ihres Monatsflusses.

12:3 Am achten Tage aber ist des Knaben Vorhaut zu beschneiden.

12:4 Dreiunddreißig Tage lang muß sie im Reinigungsblut zu Hause bleiben; sie darf nichts Heiliges berühren und nicht ins Heiligtum kommen, bis die Zeit ihrer Reinigung zu Ende ist.

12:5 Gebiert sie aber ein Mädchen, dann bleibt sie zwei Wochen unrein wie bei ihrer monatlichen Unreinheit und muß Sechsundsechzig Tage in ihrem Reinigungsblut bleiben.

 

Reinigung

12:6 Wenn aber die Zeit ihrer Reinigung vorüber ist - mag es sich um einen Sohn oder eine Tochter handeln -, soll sie ein einjähriges Lamm zum Brandopfer und eine junge Taube oder Turteltaube zum Sündopfer an den Eingang des Offenbarungszeltes zum Priester bringen.

12:7 Dieser bringe es vor dem Herrn dar und schaffe ihr Sühne, und so wird sie von ihrem Blutfluß rein. Das ist das Gesetz für die Wöchnerin, sei es bei einem Knaben oder bei einem Mädchen. (Mk 5,29)

12:8 Wenn sie aber zur Beschaffung eines Lammes zu arm ist, so nehme sie zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben, die eine zum Brandopfer, die andere zum Sündopfer; der Priester schaffe Sühne für sie, so wird sie rein.« (Lk 2,24)

 

Leviticus 13

Verdächtiger Hautausschlag

13:1 Dann sprach der Herr zu Moses und Aaron:

13:2 »Wenn sich bei jemand auf der Haut ein Ausschlag oder ein Grind oder ein heller Fleck zeigt und sich eine aussätzige Stelle bildet, so soll er zum Priester Aaron oder zu einem von seinen Söhnen, den Priestern, gebracht werden.

13:3 Besichtigt nun der Priester die betroffene Stelle auf der Haut, und das Haar darauf ist weiß geworden, und die Stelle erscheint tiefer liegend als die Haut, so ist es ein Aussatzherd; sobald der Priester das sieht, muß er ihn für unrein erklären.

13:4 Ist jedoch auf seiner Haut ein weißer Fleck, der nicht tiefer liegend erscheint als die Haut, und ist das Haar nicht weiß geworden, dann sondere der Priester den davon Betroffenen sieben Tage lang ab.

13:5 Sieht er ihn dann am siebten Tage und findet, daß die betroffene Stelle in ihrem Aussehen dieselbe geblieben ist und sich nicht auf der Haut ausgebreitet hat, so sondere er ihn abermals sieben Tage ab.

13:6 Besichtigt der Priester ihn am siebten Tage wiederum und findet, daß das Mal blasser geworden ist und sich auf der Haut nicht ausgebreitet hat, so erkläre ihn der Priester für rein; es war nur ein Ausschlag; er soll seine Kleider waschen und ist dann rein.

13:7 Wenn aber der Ausschlag auf der Haut sich immer weiter ausbreitet, nachdem er sich dem Priester zu seiner Reinigung vorgestellt hat, und er sich dem Priester wiederum zeigt,

13:8 und der Priester findet bei der Besichtigung, daß der Ausschlag sich auf der Haut ausgebreitet hat, dann soll der Priester ihn für unrein erklären: es ist ein Aussatz.

 

Wer veralteten Aussatz hat, den erkläre der Priester für unrein

13:9 Wenn sich eine aussätzige Stelle an jemand zeigt, so werde er zum Priester gebracht.

13:10 Besieht ihn der Priester und bemerkt, daß sich ein weißer Ausschlag auf der Haut befindet und das Haar darauf weiß geworden ist und wildes Fleisch darin wuchert,

13:11 so ist es schon veralteter Aussatz; der Priester erkläre ihn für unrein, sondere ihn aber nicht ab, denn er ist bereits unrein.

13:12 Wenn aber der Aussatz auf der Haut so ausbricht, daß er die ganze Haut des Befallenen von seinem Kopf bis zu den Füßen bedeckt, wohin immer des Priesters Augen schauen,

13:13 und der Priester bei der Besichtigung findet, daß der Aussatz den ganzen Leib bedeckt, so erkläre er den Befallenen für rein: er ist vollständig weiß geworden, also ist er rein.

13:14 Sobald sich aber wildes Fleisch an ihm zeigt, ist er unrein.

13:15 Sobald der Priester wildes Fleisch erblickt, erkläre er ihn für unrein; denn wildes Fleisch ist unrein, es ist Aussatz.

13:16 Wenn jedoch das wilde Fleisch wieder zurückgeht, und er wird weiß, so soll er zum Priester gehen.

13:17 Wenn dann der Priester ihn sieht und findet, daß die befallene Stelle weiß geworden ist, so erkläre der Priester den Betroffenen für rein: er ist rein.

 

Aussatzverdächtiges Geschwür

13:18 Wenn sich bei jemand an der Haut ein Geschwür bildet und wieder heilt,

13:19 dann aber an der Stelle des Geschwüres ein weißer Ausschlag entsteht oder ein weißlichroter Fleck, so zeige er sich dem Priester.

13:20 Wenn dann der Priester bei der Besichtigung findet, daß der Fleck niedriger erscheint als die Haut und das Haar darauf weiß geworden ist, so erkläre ihn der Priester für unrein; es ist ein Befall von Aussatz, der in dem Geschwür ausgebrochen ist.

13:21 Wenn aber der Priester die Stelle untersucht und findet, daß kein weißes Haar darauf ist und sie nicht tiefer liegt als die Haut und blasser wird, sondere der Priester ihn sieben Tage lang ab.

13:22 Wenn dann der Fleck sich auf der Haut weiter ausbreitet, erkläre er ihn für unrein; es ist Aussatz.

13:23 Blieb aber der Fleck auf derselben Stelle und hat sich nicht ausgebreitet, so ist es die Narbe des Geschwürs: der Priester erkläre ihn für rein.

 

Aussatz an Brandwunden

13:24 Oder wenn sich bei jemand an der Haut eine Brandwunde befindet, und es erscheint das in der Brandwunde wachsende Fleisch als weißlichroter oder weißer Fleck

13:25 und der Priester findet bei dessen Besichtigung, daß das Haar auf dem Fleck weiß geworden ist und er tiefer liegend erscheint als die Haut, dann ist es der Aussatz, der in der Brandwunde ausgebrochen ist. Der Priester erkläre ihn für unrein; es ist wirklich der Fall eines Aussatzes.

13:26 Wenn aber der Priester entdeckt, daß auf dem Fleck kein weißes Haar ist, er nicht tiefer liegt als die Haut und daß er blasser wird, so sondere er ihn sieben Tage ab.

13:27 Besichtigt ihn dann der Priester am siebten Tage, dann muß er ihn, falls der Fleck sich noch weiter auf der Haut ausbreitet, für unrein erklären, es ist der Fall eines Aussatzes.

13:28 Blieb aber der Fleck an derselben Stelle und hat er sich auf der Haut nicht ausgebreitet und ist blasser geworden, dann ist es der Ausschlag der Brandwunde; der Priester mag ihn für rein erklären, denn es ist die Brandwundennarbe.

 

Aussatz an Kopf und Bart

13:29 Befindet sich bei einem Mann oder einer Frau am Kopf oder am Bart eine wunde Stelle,

13:30 besieht der Priester sie und findet, daß sie tiefer liegend erscheint als die Haut, und daß darauf rötliches und dünnes Haar ist, so erkläre der Priester den Betroffenen für unrein; es ist Krätze, der Aussatz des Kopfes oder Bartes.

13:31 Wenn der Priester dagegen bei Besichtigung der krätzigen Stelle findet, daß sie zwar nicht tiefer liegend erscheint als die Haut, daß aber kein schwarzes Haar darauf ist, so soll er die Person mit der Krätze sieben Tage lang absondern.

13:32 Sieht nun der Priester die befallene Stelle am siebten Tage und findet, daß die Krätze sich nicht ausgebreitet hat, daß keine rötlichen Haare darauf gewachsen sind und daß die Krätze nicht tiefer liegend erscheint als die Haut,

13:33 dann soll der Betreffende sich scheren - nur die krätzige Stelle darf er nicht scheren -, und der Priester soll ihn sieben weitere Tage absondern.

13:34 Besichtigt der Priester die Krätze am siebten Tage und findet, daß diese sich auf der Haut nicht ausgebreitet hat und nicht tiefer liegend erscheint als die Haut, dann erkläre der Priester die Person für rein; sie wasche ihre Kleider und ist dann rein.

13:35 Breitet sich aber die Krätze auf der Haut nach seiner Reinerklärung weiter aus,

13:36 und findet der Priester bei der Besichtigung, daß die Krätze sich auf der Haut weiter ausgebreitet hat, so suche der Priester nicht weiter nach rötlichen Haaren - denn er ist unrein.

13:37 Wenn aber die Krätze in ihrem Aussehen gleichgeblieben und schwarzes Haar darauf gewachsen ist, dann ist die Krätze geheilt. Er ist rein, und der Priester soll ihn für rein erklären!

 

Gutartiger Ausschlag

13:38 Zeigen sich bei einem Mann oder bei einer Frau auf der Haut helle, weiße Flecken

13:39 und der Priester findet beim Besehen ihrer Haut nur verblaßte weiße Flecken, dann ist es ein gutartiger Hautausschlag - er sei rein.

 

Aussatz bei Kahlköpfen

13:40 Wird bei jemand das Haupt kahl, so ist er ein Kahlkopf, ein solcher bleibt rein.

13:41 Wird sein Kopf nur von vorne her kahl, so ist er ein Vorderkahlkopf; ein solcher bleibt rein.

13:42 Wenn sich aber an der Hinter- oder Vorderglatze eine weißrötliche Stelle zeigt, dann ist es Aussatz, der auf seiner hinteren oder vorderen Glatze ausbricht.

13:43 Besichtigt ihn der Priester und findet er einen weißrötlichen Grind auf seiner Hinter- oder Vorderglatze, der so aussieht wie Aussatz auf der Körperhaut,

13:44 dann ist er aussätzig und unrein; für unrein soll ihn der Priester erklären; denn auf seinem Kopf ist Aussatz.

13:45 Der Aussätzige, auf den der Befund zutrifft, soll seine Kleider zerreißen, sein Haupthaar ungepflegt wachsen lassen, sich den Bart verhüllen und rufen: Unrein! Unrein!

13:46 Solange der Befund auf ihn zutrifft, ist er unrein; er bleibt unrein und soll darum abgesondert wohnen; außerhalb des Lagers sei sein Aufenthalt.

 

Aussatz an Stoff und Leder

13:47 Wenn weiterhin sich an einem Kleid eine aussätzige Stelle zeigt, sei es an einem wollenen oder linnenen

13:48 oder an einem gewebten oder gewirkten Stück von Linnen oder Wolle oder an Leder oder irgendeiner Lederware,

13:49 und wenn der Befall am Kleid, Leder, Gewebe, Gewirke oder an irgendeinem ledernen Gegenstand grün oder rötlich ist, so liegt Aussatz vor, und man muß es dem Priester zeigen.

13:50 Hat der Priester die betroffene Stelle besichtigt, so schließe er den betroffenen Gegenstand sieben Tage lang ein.

13:51 Besichtigt er dann am siebten Tage die befallene Stelle wiederum und findet, daß das Übel auf dem Kleid, dem Gewebe, dem Gewirke oder dem Leder - wozu auch immer Leder verarbeitet werden mag - sich ausgebreitet hat, dann ist es ein Anfall von bösartigem Aussatz; unrein ist es.

13:52 Man soll das Kleid oder das aus Wolle oder Linnen Gewebte oder Gewirkte oder jeden ledernen Gegenstand, an dem der Befall haftet, verbrennen; es ist ein bösartiger Aussatz; verbrannt muß es werden.

13:53 Findet aber der Priester bei der Besichtigung, daß sich der Befall auf dem Kleid, Gewebe, Gewirke oder Ledergegenstand nicht ausgebreitet hat,

13:54 so gebiete der Priester, daß man das, woran der Befall haftet, wasche; er schließe es dann wiederum sieben Tage ein.

13:55 Besichtigt es der Priester nach Waschung der betroffenen Stelle und findet, daß das Aussehen der Stelle sich nicht veränderte, wenn auch der Befall sich nicht ausgebreitet hat, so ist es unrein; du sollst es verbrennen; es ist ein Einfraß, sei es nun an der Hinter- oder Vorderseite.

13:56 Findet aber der Priester bei Untersuchung der befallenen Stelle nach ihrer Waschung, daß sie abgeblaßt ist, so schneide man sie aus dem Kleid, Leder, Gewebe oder Gewirke heraus.

13:57 Zeigt sich aber wiederum etwas an dem Kleid, Gewebe, Gewirke oder an irgendeinem ledernen Gegenstand, dann ist es ein frisch ausbrechender Aussatz; den Gegenstand mit der befallenen Stelle mußt du verbrennen.

13:58 Das Kleid aber oder das Gewebe, das Gewirke oder jeder lederne Gegenstand, von dem das Übel nach dem Waschen verschwunden ist, werde nochmals gewaschen und sei dann rein.

13:59 Dies ist das Gesetz über den Aussatzbefall an einem wollenen oder linnenen Kleid, Gewebe, Gewirke oder an irgendeinem ledernen Gegenstand, gemäß dem sie für rein oder für unrein zu erklären sind.«

 

Leviticus 14

Reinigungszeremonien

14:1 Dann sprach der Herr zu Moses:

14:2 »Dies ist das Gesetz für den Aussätzigen am Tage seiner Reinigung: zum Priester soll er gebracht werden! (Mt 8,4; Mk 1,44; Lk 5,14)

14:3 Der Priester aber gehe zum Lager hinaus; findet er, daß der Aussatzbefall an dem Aussätzigen geheilt ist,

14:4 so ordne er an, daß man für den zu Reinigenden zwei lebende reine Vögel herbeibringe, Zedernholz, Karmesinfäden und Ysop.

14:5 Dann soll der Priester die Anweisung geben, daß man den einen Vogel über einem irdenen Gefäß, das mit Quellwasser gefüllt ist, schlachte.

14:6 Den andern noch lebenden Vogel sowie das Zedernholz, die Karmesinfäden und den Ysop nehme er und tauche sie samt dem lebenden Vogel in das Blut des über dem Quellwasser geschlachteten Vogels.

14:7 Dann soll er den vom Aussatz zu Reinigenden siebenmal besprengen und ihn so reinigen; den lebenden Vogel aber lasse er ins freie Feld fliegen.

14:8 Der zu Reinigende wasche seine Kleider, schere sein gesamtes Haar und bade sich in Wasser; dann wird er rein sein. Danach kehre er ins Lager zurück, muß aber noch sieben Tage außerhalb seines Zeltes bleiben.

14:9 Am siebten Tage sodann soll er nochmals sein gesamtes Haar scheren, Kopf, Bart und Augenbrauen, sein gesamtes Haar also soll er scheren, seine Kleider waschen und seinen Leib in Wasser baden, so wird er rein sein.

 

Reinigungsopfer

14:10 Am achten Tage aber nehme er zwei fehlerlose Lämmer und ein einjähriges, fehlerloses weibliches Lamm und als Speiseopfer drei Zehntel Epha Mehl, das mit Öl angerührt ist, und ein Log Öl.

14:11 Der Priester aber, der die Reinigung vollzieht, soll den zu reinigenden Mann und diese Dinge vor den Herrn hinstellen an den Eingang des Offenbarungszeltes.

14:12 Dann nehme der Priester das eine Lamm und bringe es zusammen mit dem Log Öl als Schuldopfer dar; er schwinge sie weihend vor dem Herrn hin und her.

14:13 Jetzt schlachte man das Lamm da, wo man das Sünd- und Brandopfer schlachtet, an heiliger Stätte; denn wie das Sündopfer, so gehört auch das Schuldopfer dem Priester, etwas Hochheiliges ist es.

14:14 Dann nehme der Priester von dem Blut des Schuldopfers und bestreiche damit das rechte Ohrläppchen des zu Reinigenden, den Daumen seiner rechten Hand und die große Zehe seines rechten Fußes.

14:15 Daraufhin nehme der Priester von dem Log Öl und gieße es in seine eigene linke Hand.

14:16 Er tauche seinen rechten Zeigefinger in das Öl in seiner linken Hand und sprenge davon mit seinem Zeigefinger siebenmal vor dem Herrn.

14:17 Von dem übrigen Öl in seiner Hand streiche der Priester dem zu Reinigenden an das rechte Ohrläppchen, an den Daumen seiner rechten Hand und an die große Zehe seines rechten Fußes, auf das Blut des Schuldopfers.

14:18 Das Öl, das in der hohlen Hand des Priesters noch übrig ist, gebe er auf das Haupt des zu Reinigenden; so verschaffe er ihm Sühne vor dem Herrn.

14:19 Dann richte der Priester das Sündopfer her; er entsühne den zu Reinigenden von seiner Unreinheit und schlachte danach das Brandopfer.

14:20 Der Priester soll das Brand und Speiseopfer auf dem Altar darbringen; so schafft er Sühne für ihn, und jener wird rein.

 

Ersatzopfer der Armen

14:21 Ist jemand arm und reicht sein Vermögen nicht hin, dann nehme er ein Lamm als Schuldopfer zur Weihegabe, damit man ihm Sühne verschaffe, und ein Zehntel Epha Mehl, angerührt in Öl, als Speiseopfer und ein Log Öl,

14:22 ferner zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben, was er eben aufbringt; die eine dient zum Sündopfer, die andere zum Brandopfer.

14:23 Am achten Tag nach seiner Reinigung bringe er sie zum Priester an den Eingang des Offenbarungszeltes vor den Herrn.

14:24 Der Priester nehme das Schuldopferlamm und das Log Öl und schwinge beides als Weihegabe vor dem Herrn hin und her.

14:25 Man schlachte das Schuldopferlamm, und der Priester nehme von dem Blut des Schuldopfers und streiche davon an das rechte Ohrläppchen des zu Reinigenden, an den Daumen seiner rechten Hand und an die große Zehe seines rechten Fußes.

14:26 Dann gieße er von dem Öl in seine eigene linke Hand.

14:27 Er sprenge mit seinem rechten Zeigefinger von dem Öl in seiner linken Hand siebenmal vor dem Herrn.

14:28 Dann streiche der Priester von dem Öl in seiner Hand an das rechte Ohrläppchen des zu Reinigenden, an den Daumen seiner rechten Hand und an die große Zehe seines rechten Fußes, an die Stelle des Schuldopferblutes.

14:29 Was vom Öl in der hohlen Hand des Priesters noch übrig ist, gebe er auf das Haupt des zu Reinigenden, um ihm vor dem Herrn Sühne zu verschaffen.

14:30 Nun richte er die eine von den Turteltauben oder von den jungen Tauben, wozu sein Vermögen reichte, her,

14:31 die eine als Sündopfer, die andere als Brandopfer nebst dem Speiseopfer; so verschaffe der Priester dem zu Reinigenden Sühne vor dem Herrn.

14:32 Dies ist das Gesetz für den vom Aussatz Befallenen, dessen Vermögen zu seiner Reinigung nicht ausreicht.«

 

Aussatz an Häusern

14:33 Dann sprach der Herr zu Moses und Aaron:

14:34 »Wenn ihr nun in das Land Kanaan kommt, das ich euch zu eigen geben will, und ich lasse an einem Haus in eurem eigenen Lande einen Befall von Aussatz zu,

14:35 so muß der Eigentümer des Hauses hingehen und dem Priester melden: >Wie von Aussatz befallen erscheint mir das Haus.

14:36 Dann ordne der Priester an, daß man das Haus räume, bevor er kommt, den Fall zu besichtigen. Auf diese Weise braucht nicht alles im Hause für unrein erklärt zu werden; danach komme der Priester, das Haus zu besichtigen.

14:37 Wenn er nun den Befall besichtigt und dabei findet, der Befall an den Wänden des Hauses zeige sich in Gestalt grünlicher oder rötlicher Grübchen, die tiefer zu liegen scheinen als die Wandfläche,

14:38 dann gehe der Priester aus dem Haus heraus an dessen Eingang und schließe es für sieben Tage ab.

14:39 Am siebten Tage komme der Priester wieder, und wenn er bei der Besichtigung findet, daß der Befall an den Wänden des Hauses sich ausgebreitet hat,

14:40 so ordne er an, daß man die betreffenden Steine herausreiße und sie vor der Stadt an einen unreinen Ort werfe.

14:41 Das Haus aber soll man ringsum im Innern abkratzen und den abgekratzten Schmutz draußen vor der Stadt an einen unreinen Ort schütten.

14:42 Dann nehme man andere Steine und setze sie an Stelle der ausgebrochenen, ebenso anderen Lehm und streiche damit das Haus.

14:43 Wenn nun der Aussatz von neuem auftritt, nachdem man die Steine ausgebrochen, das Haus abgekratzt und neu gestrichen hat,

14:44 gehe der Priester hinein, besichtige es, und wenn sich der Aussatz im Hause ausgebreitet hat, dann ist es ein bösartiger Aussatz; es ist unrein.

14:45 Man soll das Haus abbrechen, seine Steine, seine Balken und den ganzen Lehmbewurf des Hauses, und alles an einen unreinen Ort außerhalb der Siedlung bringen.

14:46 Wer das Haus während der ganzen Zeit, für die er es verschlossen hatte, betritt, ist unrein bis zum Abend.

14:47 Wer in dem Hause schläft, wasche seine Kleider; wer darin ißt, wasche ebenfalls seine Kleider.

14:48 Wenn aber der Priester kommt und bei der Besichtigung findet, daß der Aussatz sich im Hause nicht weiter ausgebreitet hat, nachdem das Haus von neuem gestrichen wurde, so erkläre er das Haus für rein; denn der Aussatz ist geheilt.

 

Entsühnungszeremonien

14:49 Zur Entsühnung des Hauses soll er zwei Vögel, Zedernholz, Karmesinfäden und Ysop nehmen.

14:50 Er schlachte den einen Vogel über einem irdenen Gefäß mit Quellwasser.

14:51 Dann nehme er das Zedernholz, den Ysop, die Karmesinfäden und den lebenden Vogel und tauche alles in das Blut des geschlachteten Vogels und in das Quellwasser und besprenge das Haus damit siebenmal.

14:52 So soll er das Haus mit dem Vogelblut, dem fließenden Wasser, dem lebenden Vogel, dem Zedernholz, dem Ysop und den Karmesinfäden entsündigen.

14:53 Den lebenden Vogel aber lasse er zur Stadt hinaus aufs freie Feld fliegen. So schaffe er Sühne für das Haus, und es ist rein.

 

Zusammenfassung

14:54 Dies ist das Gesetz über jeglichen Befall von Aussatz, über die Krätze,

14:55 über den Aussatz an Kleidern und Häusern,

14:56 über Ausschlag, Grind und weiße Flecken,

14:57 um zu belehren, wann etwas unrein oder rein ist. Das ist das Gesetz über den Aussatz.«

 

Leviticus 15

Männliche Unreinheit

15:1 Der Herr sprach zu Moses und Aaron:

15:2 »Redet zu den Söhnen Israels und sagt zu ihnen: Wenn jemand einen Ausfluß aus seinem Gliede hat, so ist er unrein.

15:3 Für seine Unreinheit wegen des Ausflusses gilt folgendes: Mag der Ausfluß aus seinem Gliede fließen, oder sein Glied den Fluß verstopfen, es liegt Unreinheit bei ihm vor.

15:4 Jedes Lager, auf dem der an Ausfluß Kranke liegt, wird unrein, und jedes Gerät, auf dem er sitzt, wird unrein.

15:5 Wer sein Lager berührt, wasche seine Kleider und bade im Wasser; er bleibt unrein bis zum Abend.

15:6 Wer sich auf ein Gerät setzt, auf dem ein an Ausfluß Leidender saß, wasche seine Kleider und bade sich; er bleibt unrein bis zum Abend.

15:7 Auch wer den Leib eines Schleimflüssigen berührt, wasche seine Kleider und bade im Wasser; er bleibt unrein bis zum Abend.

15:8 Wenn ein Schleimflüssiger ausspuckt und einen Reinen trifft, so wasche jener seine Kleider und bade im Wasser; er bleibt unrein bis zum Abend.

15:9 Jeder Sattelsitz, den ein Schleimflüssiger benutzt, ist unrein.

15:10 Wer etwas von dem berührt, was sich unter ihm befindet, wird unrein bis zum Abend. Wer etwas davon fortträgt, muß seine Kleider waschen und sich baden; er bleibt unrein bis zum Abend.

15:11 Jeder, den der Schleimflüssige berührt, ohne zuvor seine Hände im Wasser abgespült zu haben, wasche seine Kleider und bade sich; er bleibt unrein bis zum Abend.

15:12 Irdene Gefäße, die der Schleimflüssige berührt, müssen zerbrochen, alle hölzernen Gefäße [Holzgerät] im Wasser abgespült werden.

15:13 Wird aber ein Schleimflüssiger von seinem Ausfluß rein, so soll er nach seiner Reinigung sieben Tage zählen; dann wasche er seine Kleider und bade sich in fließendem Wasser, so wird er rein.

15:14 Am achten Tage nehme er zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben, trete vor den Herrn an den Eingang des Offenbarungszeltes und übergebe sie dem Priester.

15:15 Dieser aber rüste sie zu, eine als Sündopfer und die andere als Brandopfer; so verschaffe ihm der Priester vor dem Herrn Sühne wegen des Ausflusses.

 

Samenerguß

15:16 Hat ein Mann einen Samenerguß, so bade er seinen ganzen Leib; er ist unrein bis zum Abend.[74]

15:17 Jedes Kleidungsstück und alles Leder, auf das der Samenerguß kommt, ist mit Wasser zu waschen, es bleibt unrein bis zum Abend.

15:18 Liegt ein Mann bei einer Frau und erfolgt Samenerguß, so müssen sie sich in Wasser baden; sie sind unrein bis zum Abend.

 

Monatlicher Blutfluß

15:19 Wird eine Frau blutflüssig und handelt es sich dabei um den regelmäßigen Blutfluß, so bleibt sie sieben Tage lang in ihrer Unreinheit; jeder, der sie anrührt, wird unrein bis zum Abend.

15:20 Alles, worauf sie während ihrer Unreinheit liegt, wird unrein; alles, worauf sie sitzt, wird ebenfalls unrein.

15:21 Jeder, der ihr Lager berührt, muß seine Kleider waschen und sich in Wasser baden; er bleibt unrein bis zum Abend.

15:22 Auch jeder, der ein Gerät berührt, auf dem sie saß, muß seine Kleider waschen und sich baden; er bleibt unrein bis zum Abend.

15:23 Berührt jemand etwas, das sich auf dem Lager oder dem Gerät befindet, worauf sie saß, so ist er unrein bis zum Abend.

15:24 Wenn ein Mann ihr beiwohnt, und es kommt ihre Unreinheit auch an ihn, dann wird er sieben Tage unrein, und auch jedes Lager, auf dem er liegt, wird unrein.

15:25 Wenn eine Frau lange Zeit hindurch Blutfluß hat außer der Zeit ihrer monatlichen Unreinheit, oder wenn sie über ihre regelmäßige Unreinheit hinaus blutflüssig ist, so ist sie während der ganzen Zeit ihrer Unreinheit genauso wie in den Tagen ihres gewöhnlichen Blutflusses unrein.

15:26 Jedes Lager, auf dem sie während der Zeit ihres Flusses ruht, hat ihr zu gelten wie das Lager während ihrer Regel. Jedes Gerät, auf dem sie saß, hat als unrein zu gelten wie bei ihrer gewöhnlichen Unreinheit.

15:27 Wer diese Dinge berührt, wird unrein; er muß seine Kleider waschen und sich baden und bleibt unrein bis zum Abend.

15:28 Ist sie von ihrem Flusse rein geworden, dann soll sie noch sieben Tage abzählen; danach gilt sie als rein.

15:29 Am achten Tage aber nehme sie zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben und bringe sie zum Priester an den Eingang des Offenbarungszeltes.

15:30 Der Priester richte die eine als Sündopfer her, die andere als Brandopfer; so schaffe er Sühne für sie vor dem Herrn wegen ihres unreinen Flusses.

 

Schlußwarnung

15:31 So verwarnt die Israeliten wegen ihrer Unreinigkeit, damit sie ob ihrer Unreinheit nicht sterben, weil sie meine Wohnung, die sich in ihrer Mitte befindet, verunreinigen!

15:32 Das ist das Gesetz über den, der an Ausfluß leidet, und den, der Samenerguß hat, so daß er unrein wird,

15:33 und über diejenige, die ihre gewöhnliche Unreinheit hat, und über jeden, der an einem Ausfluß leidet, sei es Mann oder Frau, sowie über den Mann, der einer unreinen Frau beiwohnt.«

 

Leviticus 16

Rüstung zum Versöhnungstag

16:1 Der Herr redete zu Moses nach dem Tode der beiden Söhne Aarons, die vor den Herrn getreten waren und sterben mußten,

16:2 und es sprach der Herr zu Moses: »Sage deinem Bruder Aaron, daß er nicht jederzeit hineingehen darf in das Heiligtum hinter den Vorhang, vor die Deckplatte auf der Lade, sonst müßte er sterben. Denn in der Wolke über der Deckplatte erscheine ich! (Heb 6,19)

16:3 Nur unter folgender Bedingung darf Aaron das Heiligtum betreten: mit einem Jungstier als Sündopfer und mit einem Widder als Brandopfer.

16:4 Einen heiligen Leibrock von Linnen muß er anhaben, linnene Beinkleider müssen seine Blöße bedecken, mit einem linnenen Gürtel muß er sich umgürten und einen Turban von Linnen umbinden; heilige Kleider sind es. Er soll sich baden und sie dann anlegen.

16:5 Von der Gemeinde der Israeliten aber nehme er zwei Ziegenböcke zum Sündopfer und einen Widder zum Brandopfer.

16:6 Dann soll Aaron den Stier für sein Sündopfer heranbringen und für sich und sein Haus Sühne schaffen.

16:7 Dann nehme er die beiden Böcke und stelle sie vor den Herrn an den Eingang des Offenbarungszeltes.

16:8 Aaron soll über die beiden Böcke Lose werfen; ein Los für den Herrn und eines für Asasel.[75]

16:9 Alsdann bringe Aaron den Bock, auf den das Los für den Herrn gefallen ist, herbei und richte ihn als Sündopfer her.

16:10 Der Bock aber, auf den das Los für Asasel gefallen ist, soll lebendig vor den Herrn gestellt werden, damit man an ihm die Sühne vollziehe und ihn zu Asasel in die Wüste schicke.

 

Sühne für Aaron und die Priesterschaft

16:11 Aaron bringe den Stier für sein eigenes Sündopfer herbei und schaffe Sühne für sich und sein Haus; er schlachte den Stier für sein eigenes Sündopfer.

16:12 Dann nehme er eine Pfanne glühender Kohlen vom Altar, der vor dem Herrn steht, und seine beiden Hände voll von feingestoßenem Räucherwerk und bringe es in den Raum hinter dem Vorhang. (Heb 6,19)

16:13 Dann gebe er das Räucherwerk auf das Feuer vor dem Herrn, damit die Wolke des Räucherwerkes die Deckplatte über der Gesetzeslade verhülle; denn sonst müßte er sterben.

16:14 Er nehme dann von dem Blut des Stieres und sprenge mit seinem Finger von oben auf die Deckplatte; vor die Deckplatte hin aber sprenge er mit seinem Finger von dem Blut siebenmal.

 

Sühne für das Volk

16:15 Dann schlachte er den Sündopferbock für das Volk, bringe sein Blut in den Raum hinter dem Vorhang und verfahre damit, wie er es mit dem Stierblut getan hat; er sprenge es auf und vor die Deckplatte.

16:16 So schaffe er dem Heiligtum Sühne wegen der Unreinigkeiten der Söhne Israels und all ihrer Übertretungen, mit denen sie sich versündigt haben; ebenso tue er mit dem Offenbarungszelt, das unter ihnen inmitten ihrer Unreinheiten sich befindet.

16:17 Kein Mensch aber darf im Offenbarungszelt sein, wenn er es betritt, um im Heiligtum Sühne zu schaffen, bis er es wieder verläßt; so soll er für sich und sein Haus und für die ganze Gemeinde Israel Sühne schaffen.

16:18 Dann gehe er zum Altar, der vor dem Herrn steht, und entsühne ihn; er nehme von dem Stierblut und von dem Blut des Bockes und streiche davon ringsum an die Hörner des Altares.

16:19 Er sprenge mit seinem Finger siebenmal von dem Blut auf ihn; so reinige er ihn und weihe ihn wegen der Verunreinigungen der Söhne Israels.

 

Sündenbock

16:20 Hat er die Entsühnung des Heiligtums, des Offenbarungszeltes und des Altares vollendet, so bringe er den lebenden Bock herbei.

16:21 Aaron lege seine beiden Hände auf den Kopf des lebenden Bockes und bekenne über ihm alle Verschuldungen der Israeliten und alle Übertretungen, die sie irgendwie begangen haben; er soll sie auf den Kopf des Bockes legen und diesen durch einen bereitstehenden Mann in die Wüste hinaustreiben.

16:22 Der Bock soll alle ihre Verschuldungen mit sich hinwegtragen in eine abgelegene Gegend; erst in der Wüste soll man den Bock laufen lassen.

 

Rüstung des Brandopfers

16:23 Aaron gehe in das Offenbarungszelt und ziehe die Linnenkleider aus, die er angelegt hatte, als er in das Heiligtum hineinging; dort lege er sie nieder.

16:24 Dann bade er seinen Leib an heiliger Stätte und ziehe seine Gewänder (wieder) an; darauf komme er heraus und richte sein und des Volkes Brandopfer her, um für sich und das Volk Sühne zu schaffen.

16:25 Das Fett des Sündopfers lasse er auf dem Altar in Rauch aufgehen.

16:26 Der Mann aber, der den Bock zu Asasel gebracht hat, wasche seine Kleider und bade seinen Leib; danach darf er ins Lager kommen.

16:27 Den Sündopferstier und den Sündopferbock, deren Blut zur Entsühnung ins Heiligtum gebracht worden ist, schaffe man hinaus vor das Lager; ihre Felle, ihr Fleisch und ihren Mageninhalt verbrenne man. (Heb 13,11)

16:28 Wer sie verbrannt hat, wasche seine Kleider und bade seinen Leib; danach darf er ins Lager kommen.

 

Karfreitag des Alten Bundes

16:29 Dies soll euch als Satzung für immerwährende Zeiten gelten: Im siebten Monat, am zehnten Tage des Monats, sollt ihr fasten und keinerlei Geschäfte verrichten, weder der Einheimische noch der Fremdling, der sich bei euch aufhält.

16:30 Denn an diesem Tag schafft man für euch Sühne, um euch zu reinigen: von all euren Sünden werdet ihr rein vor dem Herrn.

16:31 Ein Tag völliger Ruhe solle es sein, und ihr sollt fasten; das ist eine immerwährende Satzung.

16:32 Die Sühnebräuche soll aber der Priester vollziehen, den man salben und in sein Amt einsetzen wird, damit er an Stelle seines Vaters Priesterdienst tue; er lege die linnenen Gewänder an, die heiligen Kleider.

16:33 Er soll das Allerheiligste entsühnen, auch dem Offenbarungszelt und dem Altar soll er Sühne schaffen, die Priester und die ganze Volksgemeinde soll er entsühnen.

16:34 Dies aber soll euch als eine immerwährende Satzung gelten, daß einmal im Jahr den Israeliten für all ihre Sünden Sühne verschafft wird.« Er tat, wie der Herr dem Moses befohlen hatte.

 

Leviticus 17

Einheit der Kultstätte

17:1 Der Herr redete zu Moses:

17:2 »Sprich zu Aaron, seinen Söhnen und zu allen Israeliten und befiehl ihnen: Dies gebietet der Herr:

17:3 Wer vom Haus Israel ein Rind, ein Lamm oder eine Ziege schlachtet, sei es im Lager oder außerhalb,

17:4 und sie nicht an den Eingang des Offenbarungszeltes bringt, um sie dem Herrn vor seiner Wohnstätte als Opfergabe darzubringen, dem soll das als Blutschuld angerechnet werden; er hat Blut vergossen, und er soll ausgerottet werden aus seinem Volk.

17:5 Darum sollen die Israeliten ihre Schlachtopfer, die sie auf freiem Felde zu vollziehen pflegten, herbringen und sie für den Herrn an den Eingang des Offenbarungszeltes zum Priester schaffen, um sie als Friedopfer für den Herrn zu schlachten!

17:6 Der Priester sprenge das Blut an den Altar des Herrn vor dem Eingang des Offenbarungszeltes und lasse das Fett in Rauch aufgehen zu lieblichem Wohlgeruch für den Herrn.

17:7 Sie sollen ihre Schlachtopfer nicht mehr den Bocksgeistern darbringen, denen sie ehebrecherisch nachlaufen. Dies soll ihnen als eine immerwährende Satzung gelten von Geschlecht zu Geschlecht!

17:8 Du sollst zu ihnen sagen: Jeder vom Hause Israel und von den Fremden unter ihnen, der ein Brand- oder ein Schlachtopfer darbringt

17:9 und es nicht an den Eingang des Offenbarungszeltes bringt, um es dem Herrn herzurichten, soll aus seinem Volk ausgerottet werden.

 

Verbot des Blutgenusses

17:10 Gegen jeden vom Hause Israel und von den Fremden in seiner Mitte, der irgendwie Blut genießt, richte ich mein Antlitz und vertilge ihn aus seinem Volk.

17:11 Denn das Leben des Leibes ist im Blut; ich habe es euch verliehen für den Altar, daß man euch damit Sühne verschaffe; das Blut nämlich erwirkt durch die Seele, die in ihm lebt, Sühne.

17:12 So habe ich den Israeliten geboten: Niemand von euch darf Blut genießen, auch nicht der Fremde in eurer Mitte.

17:13 Wer immer von den Israeliten und den Fremden, die bei ihnen wohnen, ein Stück Wild erjagt oder Geflügel, das man essen darf, lasse dessen Blut auslaufen und bedecke es mit Erde!

17:14 Denn das Leben alles Fleisches ist sein Blut. Darum gebiete ich den Israeliten: Von keinem Lebewesen dürft ihr das Blut genießen, weil das Leben (die Seele) alles Fleisches in seinem Blute liegt; jeder, der es genießt, soll ausgerottet werden.

 

Verendete und zerrissene Tiere

17:15 Jeder, der ein verendetes oder zerrissenes Tier genießt, sei es ein Eingeborener oder ein Fremder, wasche seine Kleider und bade sich im Wasser; er bleibt unrein bis zum Abend; dann ist er wieder rein.

17:16 Wenn er sie nicht wäscht und sich nicht badet, lädt er Schuld auf sich.«

 

Leviticus 18

Forderungen Gottes

18:1 Der Herr sprach zu Moses:

18:2 »Rede zu den Israeliten und befiehl ihnen: Ich, der Herr, bin euer Gott!

18:3 Was man in Ägypten tut, wo ihr gewohnt habt, dürft ihr nicht tun. Was man im Lande Kanaan tut, wohin ich euch führe, dürft ihr auch nicht tun; nach ihren Bräuchen dürft ihr nicht wandeln!

18:4 Meine Gebote sollt ihr befolgen und meine Gesetze beobachten, um in ihnen zu wandeln: Ich der Herr, bin euer Gott!

18:5 Beobachtet also meine Gesetze und Gebote; wer nach ihnen handelt, wird durch sie leben: Ich bin der Herr! (Lk 10,28; Röm 10,5; Gal 3,12)

 

Ehe unter Verwandten

18:6 Niemand darf irgendeinem Blutsverwandten sich nahen, um Verkehr zu pflegen. Ich bin der Herr!

18:7 Mit deinen Eltern darfst du nicht geschlechtlich verkehren; es handelt sich um deine Mutter, du darfst mit ihr nicht Verkehr haben.

18:8 Mit der Frau deines Vaters darfst du keinen Geschlechtsverkehr unterhalten; sie ist deines Vaters Fleisch.

18:9 Auch mit deiner Schwester, der Tochter deines Vaters oder der Tochter deiner Mutter, mag sie nun im Hause oder außerhalb geboren sein, darfst du nicht verkehren.

18:10 Mit der Tochter deines Sohnes oder mit der Tochter deiner Tochter darfst du nicht Verkehr pflegen; denn sie sind dein eigenes Fleisch.

18:11 Mit der Tochter der Frau deines Vaters, die dein Vater gezeugt hat - es ist deine Schwester -, darfst du nicht verkehren.

18:12 Mit der Schwester deines Vaters sollst du nicht Umgang pflegen; denn es ist deines Vaters nächste Blutsverwandte.

18:13 Auch darfst du nicht mit der Schwester deiner Mutter Umgang pflegen; denn sie ist deiner Mutter nächste Blutsverwandte.

18:14 Die Ehe des Bruders deines Vaters darfst du nicht schänden, seiner Frau dich nicht nahen; sie ist ja deine Tante.

18:15 Mit deiner Schwiegertochter darfst du nicht Verkehr haben; sie ist die Frau deines Sohnes.

18:16 Mit der Frau deines Bruders darfst du nicht Verkehr pflegen; es ist deines Bruders Fleisch.

18:17 Du darfst nicht mit einer Frau und auch mit deren Tochter Umgang pflegen, die Tochter ihres Sohnes und die Tochter ihrer Tochter darfst du nicht nehmen, um mit ihnen zu verkehren; da sie nächste Blutsverwandte sind, wäre das Blutschande.

18:18 Du darfst nicht eine Frau zu ihrer Schwester als Nebenfrau hinzunehmen, um mit ihr zu verkehren, noch zu Lebzeiten der anderen.

 

Keuschheitsvorschriften

18:19 Einer Frau darfst du in der Zeit ihrer Unreinheit nicht nahen, um mit ihr zu verkehren.

18:20 Mit der Frau deines Nächsten darfst du keinen Beischlaf vollziehen; du würdest dich sonst durch sie verunreinigen.

18:21 Keines von deinen Kindern gib hin, um es für Molech durchs Feuer gehen zu lassen, damit du nicht den Namen deines Gottes entheiligst; ich bin der Herr![76]

18:22 Du darfst einem Mann nicht beiwohnen, wie man einer Frau beiwohnt, das wäre ein Greuel.[77]

18:23 Einem Tiere darfst du nicht beiwohnen, um dich an ihm zu verunreinigen. Eine Frau darf sich nicht vor ein Tier hinstellen, um sich begatten zu lassen; denn das wäre eine schwere Schandtat.[78]

18:24 Durch all dies macht euch nicht unrein; denn dadurch haben sich die Heidenvölker verunreinigt, die ich vor euch vertreibe.[79]

18:25 Das Land wurde unrein, und ich suchte seine Schuld an ihm heim, so daß das Land seine Bewohner ausspie.

18:26 Beobachtet also meine Gesetze und Gebote, verübt nicht eine von diesen Greueltaten, und zwar weder der Einheimische noch der Fremdling in eurer Mitte!

18:27 Denn all diese Greueltaten haben die Landesbewohner verübt, die vor euch da waren, wodurch das Land unrein wurde.

18:28 Das Land soll nicht auch euch ausspeien, da ihr es unrein macht, so wie es das Volk ausgespieen hat, das vor euch da war.

18:29 Denn jeder, der eine von diesen Greueltaten verübt, Personen, die solches verüben, sollen ausgerottet werden aus der Mitte ihres Volkes.

18:30 So beobachtet denn meine Anordnung, damit ihr keinen der greulichen Bräuche übt, die vor euch getan wurden; verunreinigt euch nicht durch sie: Ich, der Herr, bin euer Gott!«

 

Leviticus 19

Heiligkeitsgebot

19:1 Der Herr sprach zu Moses:

19:2 »Rede zur ganzen Gemeinde der Israeliten und befiehl ihnen: Heilig müßt ihr sein, weil ich, der Herr, euer Gott, heilig bin! (1Petr 1,16)

19:3 Habt Ehrfurcht, ein jeder vor seiner Mutter und vor seinem Vater! Meine Ruhetage sollt ihr beobachten: Ich bin der Herr, euer Gott!

19:4 Wendet euch nicht den Götzen zu, und macht euch keine gegossenen Götter: denn ich bin der Herr, euer Gott!

 

Kultische Heiligkeit

19:5 Wenn ihr dem Herrn ein Friedopfer darbringt, sollt ihr es so opfern, daß ihr Wohlgefallen erlangt.

19:6 Am Tag, an dem ihr es opfert, und am Tag darauf muß es gegessen werden; was bis zum dritten Tage übrigbleibt, werde im Feuer verbrannt.

19:7 Wenn es am dritten Tage doch noch gegessen wird, ist es verdorbenes Fleisch und nicht wohlgefällig.

19:8 Wer es genießt, lädt Verschuldung auf sich; denn er hat das dem Herrn Geheiligte entweiht. Eine solche Person werde aus ihrem Volke ausgerottet!

 

Fürsorge für die Armen

19:9 Wenn ihr euer Land aberntet, so erntet das Feld nicht bis zum äußersten Ende ab und haltet keine Nachlese nach der Ernte!

19:10 Auch in deinem Weinberg halte keine Nachlese und lies nicht abgefallene Beeren in deinem Weinberg auf; überlasse sie dem Armen und Fremden: Ich, der Herr, bin euer Gott!

 

Diebstahl, Lüge, Betrug

19:11 Ihr sollt nicht stehlen und nicht lügen und nicht einander betrügen!

19:12 Ihr sollt bei meinem Namen nicht falsch schwören; du entweihst sonst den Namen deines Gottes: Ich bin der Herr! (Mt 5,33)

19:13 Du sollst deinen Nächsten nicht bedrücken und berauben; der Lohn des Tagelöhners soll bei dir nicht bis zum Morgen bleiben!

19:14 Du sollst einen Tauben nicht schmähen und einem Blinden kein Hindernis in den Weg legen; fürchte dich vor deinem Gott: Ich bin der Herr!

 

Haß gegen den Bruder

19:15 Verübt kein Unrecht im Gericht; begünstige nicht den Niederen, und ergreife nicht Partei für den Vornehmen, sondern richte deinen Nächsten in Gerechtigkeit.

19:16 Gehe nicht als Verleumder unter deinen Volksgenossen umher und trachte nicht nach dem Blut deines Nächsten: Ich bin der Herr!

19:17 Hasse nicht deinen Bruder in deinem Herzen und stelle deinen Nächsten freimütig zur Rede, damit du seinetwegen keine Schuld auf dich lädst!

19:18 Sei nicht rachsüchtig, und trage den Söhnen deines Volkes nichts nach, sondern liebe deinen Nächsten wie dich selbst: Ich bin der Herr! (Sir 31,15; Mt 5,43; Mt 7,12; Mt 22,39; Mk 12,31; Lk 10,27; Röm 13,9; Gal 5,14; Jak 2,8)[80]

 

Mischungen

19:19 Beobachtet meine Satzungen! Laß nicht zweierlei Arten von deinem Vieh sich begatten; säe dein Feld nicht mit zweierlei Samen an, und ein Kleid, das aus zweierlei Fäden gewebt ist, soll nicht auf deinen Leib kommen![81]

 

Verkehr mit der Sklavin

19:20 Wenn ein Mann mit einer Frau verkehrt, die als Sklavin einem anderen gehört, ohne daß sie losgekauft oder freigelassen war, so soll eine Bestrafung stattfinden; jedoch sollen beide nicht getötet werden; denn sie war ja keine Freigelassene.

19:21 Er soll als Buße dem Herrn an den Eingang des Offenbarungszeltes einen Widder zum Schuldopfer bringen.

19:22 Der Priester soll für ihn mit dem Schuldopferwidder vor dem Herrn Sühne schaffen wegen der begangenen Sünde; so wird ihm dann für die begangene Sünde Verzeihung zuteil.

 

Erstlinge der Fruchtbäume

19:23 Wenn ihr in das Land kommt und pflanzt allerlei Fruchtbäume, so sollt ihr deren Vorhaut, d.h. ihre Früchte, stehen lassen; drei Jahre sind sie für euch mit Vorhaut versehen und dürfen nicht gegessen werden.

19:24 Im vierten Jahre sollen alle ihre Früchte eine heilige Dankesgabe für den Herrn sein.

19:25 Erst im fünften Jahre dürft ihr die Früchte essen, um euch ihren Ertrag fortan zu sichern: Ich bin der Herr, euer Gott!

 

Heidnische Trauer- und Kultgebräuche

19:26 Ihr sollt nichts samt dem Blute essen! Ihr sollt weder Wahrsagerei noch Zauberei treiben!

19:27 Ihr dürft nicht den Rand eures Kopfes kreisförmig abscheren; du sollst den Rand deines Bartes nicht stutzen!

19:28 Ihr dürft euch nicht wegen eines Toten Einschnitte an eurem Leibe machen und dürft euch keine Zeichen einritzen: Ich bin der Herr!

19:29 Du sollst deine Tochter nicht entweihen, indem du sie zur Dirne machst, damit nicht das Land unzüchtig und voll Schandtat werde.

19:30 Meine Ruhetage sollt ihr beobachten und Ehrfurcht vor meinem Heiligtum haben: Ich bin der Herr!

19:31 Wendet euch nicht an die Totengeister und an die Wahrsagegeister! Befragt sie nicht, sonst werdet ihr durch sie unrein. Ich bin der Herr, euer Gott!

 

Pietätspflichten

19:32 Vor einem grauen Haupt sollst du aufstehen und die Person eines Greises ehren! Du sollst dich vor deinem Gotte fürchten: Ich bin der Herr!

19:33 Hält sich ein Fremdling bei dir in eurem Lande auf, so dürft ihr ihn nicht bedrücken.

19:34 Wie ein Einheimischer von euch selbst soll euch der Fremdling gelten, der bei euch weilt; du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid ja auch Fremdlinge gewesen im Ägypterland: Ich bin der Herr, euer Gott!

19:35 Ihr sollt nicht Unrecht üben beim Urteil mit dem Längenmaß, Gewicht und Hohlmaß!

19:36 Richtige Waage, richtige Gewichte, richtiges Epha und richtiges Hin sollt ihr führen: Ich bin der Herr, euer Gott, der euch aus dem Ägypterland geführt hat!

19:37 So beobachtet denn alle meine Gesetze und alle meine Gebote, und handelt nach ihnen: Ich bin der Herr!«

 

Leviticus 20

Molechdienst

20:1 Der Herr sprach zu Moses:

20:2 »Zu den Israeliten sollst du sagen: Jeder von den Israeliten und den Fremden, die sich in Israel aufhalten, der eines von seinen Kindern dem Molech hinschenkt, soll des Todes sterben; die Bürger des Landes sollen ihn steinigen.

20:3 Ich selbst will mein Antlitz gegen einen solchen Mann richten und ihn aus der Mitte seines Volkes austilgen, weil er eines seiner Kinder dem Molech hingegeben und so mein Heiligtum verunreinigt und meinen heiligen Namen entweiht hat.

20:4 Und wenn etwa das Volk des Landes vor einem solchen, der eines von seinen Kindern dem Molech geopfert hat, die Augen verschließt, so daß man ihn nicht tötet,

20:5 dann richte ich mein Antlitz wider diesen Mann und sein Geschlecht und tilge ihn samt allen, die mit ihm buhlerisch dem Molech nachlaufen, aus der Mitte ihres Volkes.

 

Toten- und Wahrsagegeister

20:6 Wendet sich aber jemand an Toten- und Wahrsagergeister, um ihnen buhlerisch nachzulaufen, will ich wider einen solchen mein Antlitz wenden und ihn aus seinem Volke ausrotten!

20:7 Heiligt euch also und seid heilig; denn ich bin der Herr, euer Gott!

20:8 Beobachtet meine Satzungen und erfüllt sie! Ich bin der Herr, der euch heiligt.

 

Ehe, Familie, Keuschheit

20:9 Ja, ein jeder, der seinen Vater und seine Mutter schmäht, soll des Todes sterben: er schmähte Vater und Mutter, hat also Blutschuld auf sich geladen.

20:10 Wenn ein Mann mit der Frau seines Nächsten Ehebruch treibt, dann sollen der Ehebrecher und die Ehebrecherin des Todes sterben.

20:11 Wer der Frau seines Vaters beiwohnt, hat die Blöße seines Vaters enthüllt; beide sollen des Todes sterben; Blutschuld belastet sie.

20:12 Wohnt jemand seiner Schwiegertochter bei, sollen beide des Todes sterben; eine Schandtat haben sie begangen; Blutschuld belastet sie.

20:13 Wohnt ein Mann seinesgleichen wie einem Weibe bei, so haben beide Abscheuliches getan; sie sollen des Todes sterben; Blutschuld belastet sie.

20:14 Nimmt sich jemand eine Frau und dazu deren Mutter, dann ist das eine Schandtat; im Feuer soll man ihn und die beiden Frauen verbrennen, damit nicht weiter Schandtat bei euch sei!

20:15 Verkehrt jemand mit einem Stück Vieh, so soll er des Todes sterben, und auch das Tier sollt ihr töten.

20:16 Naht sich ein Weib einem Stück Vieh, sich begatten zu lassen, so sollst du das Weib mit dem Tier töten; sie sind des Todes; Blutschuld belastet sie.

20:17 Nimmt sich ein Mann seine Schwester, die Tochter seines Vaters oder seiner Mutter, und verkehren sie miteinander, so ist das eine Schmach; sie sollen vor den Augen ihrer Volksgenossen weggetilgt werden; denn er hat mit seiner Schwester Verkehr gehabt; er muß seine Schuld tragen.

20:18 Schläft ein Mann bei einer Frau zur Zeit ihrer Unreinheit und pflegt Verkehr mit ihr, deckt also ihren Blutfluß auf, und sie entblößt die Quelle ihres Blutes, so sollen beide aus der Mitte ihres Volkes ausgerottet werden.

20:19 Die Schwester deiner Mutter und deines Vaters darfst du nicht schänden; denn ein solcher hat seine Blutsverwandte entblößt; beide müssen ihre Schuld tragen.

20:20 Wohnt einer seiner Tante bei, so hat er seines Oheims Blöße aufgedeckt; ihre Sündenschuld müssen sie tragen; kinderlos soller sie sterben.

20:21 Nimmt jemand die Frau seines Bruders, so ist das etwas Abscheuliches; er hat seines Bruders Blöße enthüllt; sie sollen kinderlos bleiben.

20:22 Beobachtet daher alle meine Gesetze und Gebote und erfüllt sie, damit euch das Land nicht ausspeie, in das ich euch führe, auf daß ihr darin wohnt!

20:23 Wandelt nicht in den Satzungen der Heidenvölker, die ich vor euch vertreibe, weil sie dies alles getan haben, so daß ich mich an ihnen ekelte.

20:24 Darum sagte ich euch: Nehmt ihr Land in Besitz! Ich selbst verleihe es euch zum Besitz, ein Land, das von Milch und Honig fließt: Ich bin der Herr, euer Gott, der euch von den Völkern abgesondert hat!

20:25 Unterscheidet zwischen den reinen und den unreinen Vierfüßlern, den unreinen und den reinen Vögeln; macht euch nicht selbst zum Abscheu durch die Vierfüßler und die Vögel und durch alles, was auf der Erde kriecht; ich habe das für euch abgesondert und als unrein erklärt.

20:26 Seid mir also heilig; denn ich, der Herr, bin heilig; ich habe euch auserwählt aus den Völkern, damit ihr mir gehört!

 

Wahrsagerei

20:27 Ist in einem Mann oder Weib ein Toten- oder Wahrsagegeist, so sollen sie des Todes sterben. Steinigen soll man sie, Blutschuld belastet sie.«

 

Leviticus 21

Trauerbräuche und Priester

21:1 Der Herr sprach zu Moses: »Rede zu den Priestern, den Söhnen Aarons, und sage zu ihnen: An einer Leiche seiner Volksgenossen darf der Priester sich nicht unrein machen,[82]

21:2 sondern nur an seinen nächsten Blutsverwandten, an seiner Mutter, seinem Vater, seinem Sohne, seiner Tochter, seinem Bruder,

21:3 auch an seiner Schwester, die ihm als Jungfrau nahesteht, die noch keinem Mann gehört, darf er sich unrein machen.

21:4 Er darf sich aber nicht verunreinigen an einer Verheirateten unter seinen Volksgenossen und sich dadurch entweihen.

21:5 Sie dürfen sich auf ihrem Haupt keine Glatze scheren und dürfen den Rand ihres Bartes nicht stutzen und an ihrem Leib keine Einschnitte machen.

21:6 Heilig seien sie ihrem Gott, und den Namen ihres Gottes dürfen sie nicht entweihen; denn sie bringen die Feueropfer des Herrn, ihres Gottes Speise, dar; darum sollen sie heilig sein!

21:7 Eine Buhlerin oder eine Entehrte dürfen sie nicht zur Frau nehmen; auch eine von ihrem Mann Verstoßene dürfen sie nicht heiraten; denn der Priester ist seinem Gott heilig!

21:8 Auch du sollst ihn heilighalten, denn er bringt die Speise deines Gottes dar. Heilig sei er dir; denn heilig bin ich, der Herr, der euch heiligt!

21:9 Entweiht sich eine Priestertochter durch Unzucht, so entweiht sie damit ihren Vater, sie werde im Feuer verbrannt.

 

Trauerverbot des Hohenpriesters

21:10 Der Priester aber, der höher steht als seine Brüder, über dessen Haupt das Salböl ausgegossen ward, und den man durch Anlegen der (heiligen) Gewänder ins Priesteramt eingesetzt hat, darf sein Haupthaar nicht ungepflegt herabhängen lassen und seine Kleider nicht zerreißen.

21:11 Er darf überhaupt zu keiner Leiche hintreten; selbst an seinem Vater und an seiner Mutter darf er sich nicht unrein machen.

21:12 Das Heiligtum darf er nicht verlassen, sonst würde er das Heiligtum seines Gottes entweihen; denn die Weihe des Salböls seines Gottes ruht auf ihm: Ich bin der Herr!

 

Ehe des Hohenpriesters

21:13 Er muß sich als Frau eine Jungfrau nehmen;

21:14 eine Witwe, eine Verstoßene, eine Entehrte oder eine Buhlerin darf er nicht heiraten; vielmehr soll er sich eine Jungfrau aus seinen Volksgenossen zur Frau nehmen.

21:15 Er darf seine Nachkommenschaft unter seinen Volksgenossen nicht entweihen; denn ich bin der Herr, der ihn heiligt.«

 

Weihehindernisse

21:16 Es sprach der Herr zu Moses:

21:17 »Sprich also zu Aaron: Hat jemand von deinen Nachkommen in künftigen Geschlechtern ein leibliches Gebrechen, so trete er nicht hinzu, um die Speise seines Gottes darzubringen;[83]

21:18 denn wenn jemand ein körperliches Gebrechen hat, darf er sich nicht nahen, es handle sich um einen Blinden oder Lahmen, einen mit gespaltener oder mißgebildeter Nase,

21:19 mit einem gebrochenen Bein oder gebrochenen Arm,

21:20 um einen, der buckelig oder zu mager ist oder der weiße Flecken im Auge, Krätze, Flechten oder beschädigte Hoden hat.

21:21 Keiner mit einem Leibesgebrechen von den Nachkommen des Priesters Aaron trete herzu um die Feueropfer seines Herrn darzubringen; mit einem Gebrechen darf er sich nicht nahen, die Speise seines Gottes darzubringen.

21:22 Von der Speise seines Gottes, von den heiligen und von den hochheiligen Gaben, darf er jedoch essen.[84]

21:23 Nur zum Vorhang darf er nicht herankommen oder sich dem Altar nahen, weil er ein Leibesgebrechen hat; er soll meine Heiligtümer nicht entweihen; denn ich bin der Herr, der sie heiligt!«

21:24 So redete Moses zu Aaron, zu seinen Söhnen und zu allen Israeliten.

 

Leviticus 22

Das Heilige den Heiligen

22:1 Der Herr sprach zu Moses:

22:2 »Gebiete Aaron und seinen Söhnen, sie sollen sich zurückhaltend zeigen gegenüber den heiligen Gaben der Israeliten, die diese mir weihen, und meinen heiligen Namen nicht entweihen: Ich bin der Herr!

22:3 Sage zu ihnen: Naht sich einer von euren Nachkommen in euren künftigen Geschlechtern den heiligen Gaben, die Israels Söhne dem Herrn weihen, im Stande der Unreinheit, so soll eine solche Person weggetilgt werden vor meinem Angesicht: Ich bin der Herr!

22:4 Ist jemand von Aarons Nachkommen aussätzig oder hat er Ausfluß, so darf er von den heiligen Gaben nicht essen, bis er wieder rein ist; wer irgendeinen durch eine Leiche Verunreinigten berührte, wer einen Samenerguß hatte,

22:5 wer irgendein Kriechtier berührte, das unrein macht, oder einen Menschen, durch den er unrein wurde wegen irgendeiner an ihm haftenden Unreinheit,

22:6 wer immer also solches berührt hat, ist unrein bis zum Abend; er darf von den heiligen Gaben nicht essen, außer er hat seinen Leib gebadet.

22:7 Nach Sonnenuntergang ist er rein; er darf dann von den heiligen Gaben essen; denn das ist seine Speise.

22:8 Verendetes und Zerrissenes darf er nicht essen, weil er sich dadurch unrein macht: Ich bin der Herr!

22:9 Sie mögen also meine Vorschriften beobachten und nicht deswegen eine Sünde auf sich laden und dadurch sterben, weil sie meine Gebote entweihen: Ich, der Herr, bin es, der sie heiligt!

 

Befugt oder unbefugt?

22:10 Kein Unbefugter darf Heiliges essen. Der Beisasse oder Tagelöhner des Priesters darf nicht Heiliges essen.

22:11 Erwirbt aber der Priester einen Sklaven für Gold, so darf dieser davon essen; ebenso darf der hausgeborene Sklave von seiner Speise essen.

22:12 Eine Priestertochter, die eines Nichtpriesters Frau ist, darf von der Hebe der heiligen Gaben nicht essen.

22:13 Eine Priestertochter aber, die verwitwet, verstoßen oder kinderlos in ihr Vaterhaus zurückkehrt, darf wie in ihrer Jugend von ihres Vaters Speise essen; irgendein Außenstehender darf aber nicht davon essen.

22:14 Ißt jemand aus Versehen Heiliges, soll er ein Fünftel des Betrages dazutun und es dem Priester geben samt dem Geheiligten.

22:15 Die Priester sollen also die heiligen Gaben der Israeliten, die diese für den Herrn abheben, nicht entweihen,

22:16 und sie sollen jene beim Verzehren ihrer heiligen Gaben nicht mit strafbarer Schuld beladen: denn ich, der Herr, bin es, der sie heiligt.«

 

Fehlerlose Opfer

22:17 Der Herr sprach zu Moses:

22:18»Rede zu Aaron und zu seinen Söhnen und zu allen Israeliten und befiehl ihnen: Bringt jemand vom Haus Israel oder von den Fremdlingen in Israel seine Opfergabe dar - gelobte oder freiwillige Gaben, die man dem Herrn als Brandopfer darbringt -,

22:19 so seien es, wenn ihr Wohlgefallen finden wollt, fehlerlose männliche Tiere von Rindern, Lämmern oder Ziegen.

22:20 Alles, was einen Makel an sich hat, bringt nicht dar; denn es würde euch nicht wohlgefällig machen!

22:21 Bringt jemand dem Herrn ein Friedopfer von Rindern oder Schafen dar, um ein besonderes Gelübde zu erfüllen, oder als freiwillige Gabe, so muß es ein fehlerloses Tier sein, damit es euch wohlgefällig mache; keinen Makel darf es an sich haben.

22:22 Blinde Tiere, solche mit Knochenbruch, Wunden, Geschwüren, Krätze oder Flechten dürft ihr dem Herrn nicht darbringen und derartiges nicht dem Herrn als Feueropfer auf dem Altar anbieten.

22:23 Ein Rind aber oder ein Schaf mit mißgebildeter Nase und verkürztem Schwanz darfst du als freiwillige Gabe darbieten, doch für ein Gelübdeopfer wäre es nicht wohlgefällig.

22:24 Auch ein Tier, dem die Hoden zerquetscht, zerschlagen, abgerissen oder ausgeschnitten sind, dürft ihr dem Herrn nicht darbringen. Weder im eigenen Land dürft ihr das tun,

22:25 noch sollt ihr von einem Ausländer solche Tiere erwerben, um sie als Speise eures Gottes darzubringen; denn ein Gebrechen haftet an ihnen; ein Makel ist an ihnen; sie machen euch nicht wohlgefällig.«

 

Opfer von Jungtieren

22:26 Der Herr sprach zu Moses:

22:27»Wird ein Kalb, ein Widder oder ein Zicklein geworfen, so bleibe es sieben Tage lang unter seiner Mutter; erst vom achten Tage ab und darüber ist es als Feueropfer dem Herrn wohlgefällig.

22:28 Ein Rind oder Schaf dürft ihr nicht am gleichen Tage zusammen mit seinem Jungen schlachten.

22:29 Wenn ihr dem Herrn ein Dankopfer darbringen wollt, dann opfert so, daß es euch wohlgefällig macht!

22:30 An demselben Tage werde es gegessen; laßt nichts davon übrig bis zum Morgen: Ich bin der Herr!

22:31 Beobachtet also meine Gebote und erfüllt sie: Ich bin der Herr!

22:32 Entweiht nicht meinen heiligen Namen! Ich erweise mich inmitten der Israeliten als heilig: Ich, der Herr, bin es, der euch heiligt,

22:33 der euch fortgeführt hat aus dem Lande Ägypten, um euer Gott zu sein: Ich, der Herr!«

 

Leviticus 23

Sabbat

23:1 Der Herr sprach zu Moses:[85]

23:2 »Sprich zu den Israeliten und befiehl ihnen: Die Festzeiten des Herrn, die ihr ausrufen sollt als heilige Versammlungstage, sind diese meine Festtage:

23:3 Sechs Tage soll man arbeiten, aber am siebten Tag ist strenger Sabbat mit heiliger Versammlung; da dürft ihr keinerlei Arbeit verrichten; es sei ein Ruhetag für den Herrn in all euren Wohnstätten.

 

Pascha und Fest der ungesäuerten Brote

23:4 Dies sind des Herrn Festzeiten mit heiliger Versammlung, die ihr ausrufen sollt zu ihrer bestimmten Zeit:

23:5 Im ersten Monat, am vierzehnten Tag des Monats, gegen Abend ist Pascha für den Herrn.

23:6 Am fünfzehnten Tag dieses Monats ist das Fest der ungesäuerten Brote für den Herrn. Da dürft ihr sieben Tage lang nur ungesäuerte Brote essen.

23:7 Am ersten Tag ist heilige Versammlung für euch; da dürft ihr keinerlei Arbeit verrichten.

23:8 Sieben Tage lang bringt dem Herrn ein Feueropfer dar; am siebten Tag aber finde eine heilige Versammlung statt. Auch da dürft ihr keinerlei Arbeit verrichten.«

 

Erstlingsgarbe der Ernte

23:9 Der Herr sprach weiter zu Moses:

23:10 »Rede zu den Israeliten und befiehl ihnen: Wenn ihr in das Land kommt, das ich euch geben werde, und Ernte darin haltet, so bringt die Erstlingsgarbe eurer Ernte zum Priester!

23:11 Dieser soll die Garbe vor dem Herrn hin- und herschwingen, um euch wohlgefällig zu machen; am Tag nach dem Sabbat soll sie der Priester schwingen!

23:12 An dem Tag, an dem ihr die Garbe schwingen laßt, sollt ihr ein fehlerloses einjähriges Lamm als Brandopfer für den Herrn herrichten,

23:13 dazu als Speiseopfer zwei Zehntel Epha Mehl, angerührt mit Öl, als Feueropfer lieblichen Wohlgeruches für den Herrn, und als Trankopfer ein Viertel Hin Wein.

23:14 Brot aber, geröstete oder zerriebene Körner, dürft ihr so lange nicht essen, bis ihr die Opfergabe eurem Gott dargebracht habt; das ist eine immerwährende Satzung für all eure Geschlechter in all euren Wohnsitzen.

 

Pfingsten

23:15 Dann zählt vom Tag nach dem Sabbat, da ihr die Erstlingsgarbe als Weihegabe dargebracht habt, sieben volle Wochen

23:16 bis zum Tag nach dem siebten Sabbat, zählt also fünfzig Tage: dann bringt dem Herrn ein Speiseopfer vom neuen Getreide dar!

23:17 Bringt aus euren Wohnstätten Weihebrot mit - zwei Brote sollen es sein - aus zwei Zehnteln Epha Mehl, mit Sauerteig gebacken, als Erstlinge vor den Herrn!

23:18 Zu den Broten sollt ihr sieben fehlerlose einjährige Lämmer, einen Jungstier und zwei Widder darbringen; sie seien ein Brandopfer für den Herrn, samt dem zugehörigen Speiseopfer und den entsprechenden Trankopfern als Feueropfer lieblichen Wohlgeruches für den Herrn.

23:19 Richtet dann einen Ziegenbock als Sündopfer her und zwei einjährige Lämmer als Friedopfer!

23:20 Der Priester schwinge sie mit den Erstlingsbroten als Weihegabe vor dem Herrn samt den zwei Lämmern; sie sollen dem Herrn geheiligt sein zugunsten des Priesters.

23:21 Für diesen Tag beruft das Volk ein; eine heilige Versammlung sei es für euch! Keinerlei Arbeit dürft ihr verrichten; eine immerwährende Satzung ist dies in all euren Wohnstätten für all eure Geschlechter.

 

Nachlese für die Armen

23:22 Wenn man aber in eurem Land die Ernte einbringt, so tue es nicht so, daß du dein Feld bis zum äußersten Rand aberntest; halte auch keine Nachlese nach deiner Ernte; dem Armen und dem Fremden sollst du beides überlassen: Ich bin der Herr, euer Gott!«

 

Neumond im siebten Monat

23:23 Der Herr redete zu Moses:

23:24 »Sprich zu den Israeliten: Im siebten Monat, am ersten Monatstag, sei für euch ein besonders feierlicher Ruhetag, mahnendes Hörnerblasen und heilige Versammlung.

23:25 Da dürft ihr keinerlei Arbeit verrichten und müßt dem Herrn ein Feueropfer darbringen.«

 

Versöhnungstag

23:26 Der Herr redete zu Moses:

23:27 »Der zehnte Tag desselben siebten Monats ist jedoch der Versöhnungstag; da ist heilige Versammlung für euch; ihr sollt fasten und dem Herrn ein Feueropfer darbringen.

23:28 An diesem Tag sollt ihr keinerlei Arbeit verrichten; denn der Versöhnungstag soll euch vor dem Herrn, eurem Gott, Sühne schaffen.

23:29 Wer immer an eben diesem Tag nicht fastet, soll aus seinem Volk ausgetilgt werden.

23:30 Jeden, der an diesem Tag irgendeine Arbeit verrichtet, werde ich mitten aus seinem Volk hinwegraffen.

23:31 Keine Arbeit dürft ihr verrichten! Das ist eine immerwährende Satzung für all eure Geschlechter in all euren Wohnstätten.

23:32 Ein Sabbat, ein heiliger Ruhetag, soll es für euch sein, und ihr sollt fasten! Am Neunten des Monats - von diesem Abend bis zum folgenden Abend - sollt ihr euren Ruhetag beobachten.«

 

Laubhüttenfest

23:33 Dann sprach der Herr zu Moses:

23:34 »Sprich zu den Israeliten: Am fünfzehnten Tag desselben siebten Monats ist das Hüttenfest [Laubhüttenfest] sieben Tage hindurch für den Herrn.

23:35 Am ersten Tag ist heilige Versammlung. Da dürft ihr keinerlei Arbeit verrichten.

23:36 Sieben Tage lang bringt dem Herrn ein Feueropfer dar; am achten Tag ist heilige Versammlung für euch; ihr sollt dem Herrn ein Feueropfer darbringen, ein Feiertag sei es, und keinerlei Arbeit dürft ihr verrichten.

23:37 Das sind die Festzeiten des Herrn, an denen ihr heilige Versammlungen ausrufen sollt, um dem Herrn Feueropfer, Brand- und Speiseopfer, Schlacht- und Trankopfer, je nach dem betreffenden Tag, darzubringen,

23:38 abgesehen von den Sabbaten des Herrn, von euren Abgaben, all euren Gelübden und all euren freiwilligen Spenden, die ihr dem Herrn darbietet.

23:39 Jedoch am fünfzehnten Tage des siebten Monats, wenn ihr des Landes Ertrag einbringt, sollt ihr das Fest des Herrn sieben Tage lang feiern; der erste Tag ist heiliger Ruhetag und der achte ebenso.

23:40 Holt euch am ersten Tag prächtige Baumfrüchte, Palmzweige [Palmwedel], Äste [Zweige] von dicht belaubten Bäumen und Bachweiden, und seid vor dem Herrn, eurem Gott, sieben Tage lang fröhlich!

23:41 Ihr sollt es jedes Jahr als ein Fest des Herrn sieben Tage lang feiern; es ist dies eine immerwährende Satzung für eure Geschlechter; im siebten Monat feiert es!

23:42 In Hütten sollt ihr sieben Tage lang wohnen. Alle in Israel Einheimischen sollen in Hütten wohnen,

23:43 damit auch eure künftigen Geschlechter erfahren, daß ich die Israeliten in Hütten wohnen ließ, da ich sie aus dem Ägypterland hinwegführte: Ich bin der Herr, euer Gott!«

23:44 Moses gab die Festzeiten des Herrn den Israeliten bekannt.

 

Leviticus 24

Öl für den Leuchter, der ständig brenne vor dem Herrn

24:1 Der Herr sprach zu Moses:

24:2 »Befiehl den Israeliten: Sie sollen dir reines Öl aus zerstoßenen Oliven für den Leuchter bringen, damit man eine beständig brennende Lampe aufstecken kann.

24:3 Außerhalb des Vorhangs vor dem Gesetz im Offenbarungszelt mache sie Aaron zurecht, damit sie beständig vom Abend bis zum Morgen vor dem Herrn brenne; das ist eine immerwährende Satzung für all eure Geschlechter.

24:4 Auf dem Leuchter aus purem Golde soll er die Lampen anbringen, damit sie beständig vor dem Herrn brennen.

 

Schaubrote

24:5 Nimm ferner Mehl und backe daraus zwölf Ringbrote! Auf jedes kommen zwei Zehntel Epha.[86]

24:6 Lege Sie dann in zwei Schichten, je sechs in einer Schicht, auf den Tisch aus reinem Gold vor dem Herrn auf!

24:7 Zu jeder Schicht aber sollst du reinen Weihrauch geben. Er soll als Duftteil für das Brot dienen, ein Feueropfer für den Herrn.

24:8 An jedem Sabbat richte Aaron es her vor dem Herrn als regelmäßige Gabe von den Israeliten, als immerwährende Bundesverpflichtung!

24:9 Es gehöre Aaron und seinen Söhnen; sie sollen es an heiliger Stätte essen; denn es ist eine hochheilige Gabe, die ihm von den Feueropfern des Herrn zusteht als dauerndes Recht.«

 

Gotteslästerung

24:10 Einst begab sich der Sohn einer israelitischen Mutter und eines ägyptischen Vaters unter die Israeliten. Im Lager brach nun ein Streit aus zwischen dem Sohn der Israelitin und einem israelitischen Mann.

24:11 Da lästerte der Sohn der Israelitin den Namen des Herrn und fluchte; man brachte ihn zu Moses; der Name seiner Mutter war Schelomit, Tochter des Dibri vom Stamme Dan.

24:12 Man legte ihn in Gewahrsam, bis ihnen Moses auf Befehl des Herrn Auskunft erteilte.

24:13 Der Herr sprach zu Moses:

24:14»Laß den Lästerer hinaus vor das Lager führen; alle, die es gehört haben, sollen ihre Hände auf sein Haupt legen, und die ganze Gemeinde soll ihn steinigen!

 

Auge um Auge, Zahn um Zahn

24:15 Zu den Söhnen Israels aber sprich: Jeder, der seinem Gotte flucht, lädt Sündenschuld auf sich.

24:16 Wer den Namen des Herrn lästert, soll des Todes sterben; die ganze Gemeinde steinige ihn! Sei es ein Fremder oder ein Einheimischer, für seine Lästerung des Namens soll er sterben!

24:17 Erschlägt jemand einen Menschen, soll er des Todes sterben!

24:18 Wenn er ein Stück Vieh erschlägt, muß er es ersetzen, Stück um Stück.

24:19 Bringt jemand seinem Nächsten eine körperliche Verletzung bei, soll ihm getan werden, wie er getan hat:[87]

24:20 Bruch um Bruch, Auge um Auge, Zahn um Zahn! Denselben Körperschaden, den er einem Menschen zugefügt hat, soll man ihm zufügen.

24:21 Wer ein Stück Vieh erschlägt, muß es ersetzen; wer einen Menschen erschlägt, muß sterben.

24:22 Einerlei Recht soll für euch gelten, für den Fremden wie für den Einheimischen! Ich bin der Herr, euer Gott!«

24:23 Als Moses zu den Israeliten geredet hatte, führten sie den Lästerer vor das Lager hinaus und steinigten ihn. Die Israeliten taten, wie der Herr dem Moses befohlen hatte.

 

Leviticus 25

Sabbatjahr

25:1 Der Herr sprach zu Moses auf dem Berge Sinai:

25:2 »Sprich zu den Söhnen Israels und befiehl ihnen: Wenn ihr in das Land kommt, das ich euch verleihe, dann soll das Land eine Ruhezeit für den Herrn halten.

25:3 Sechs Jahre lang sollst du dein Feld besäen und sechs Jahre deinen Weinberg beschneiden und ihren Ertrag einheimsen.

25:4 Doch im siebten Jahr soll heilige Ruhezeit sein für das Land, ein Sabbat für den Herrn; da darfst du dein Feld nicht besäen und deinen Weinberg nicht beschneiden.

25:5 Den Nachwuchs deiner vorigen Ernte darfst du nicht einbringen, und die Trauben deiner unbeschnittenen Weinstöcke nicht lesen; es sei ein Jahr heiliger Ruhe für das Land.

25:6 Was beim Feiern des Landes von selbst wächst, soll euch zur Nahrung dienen, dir, deinem Sklaven, deiner Sklavin, deinem Lohnarbeiter, deinem Beisassen, die alle bei dir weilen.

25:7 Auch deinem Vieh und dem Wild in deinem Lande diene das, was es trägt, zur Nahrung.

 

Jubeljahr

25:8 Zähle dir sieben Sabbatjahre, also siebenmal sieben Jahre, so ergeben sich, als Zeit der sieben Sabbatjahre, neunundvierzig Jahre.[88]

25:9 Dann sollst du im siebten Monat am zehnten Monatstag die Lärmposaune ertönen lassen; am Versöhnungstag sollt ihr in eurem ganzen Land eine Posaune ertönen lassen.

25:10 Ihr sollt das fünfzigste Jahr weihen und sollt Freilassung im Land für all seine Bewohner verkünden! Es soll euch das Jubeljahr sein! Ein jeder soll sein Besitztum wieder erhalten und ein jeder zu seiner Sippe zurückkehren!

25:11 Ein Jubeljahr soll das fünfzigste Jahr für euch sein! Da dürft ihr nicht säen, den Nachwuchs nicht ernten und die unbeschnittenen Weinstöcke nicht ablesen!

25:12 Denn ein Jubeljahr ist es, als heilig soll es euch gelten! Nur vom Felde weg dürft ihr seinen Ertrag essen.

25:13 In einem solchen Jubeljahr soll ein jeder von euch wieder zu seinem Besitz kommen.

25:14 Verkaufst du deinem Nächsten etwas oder erwirbst du etwas aus dessen Hand, dann übervorteile nicht einer den anderen.

25:15 Nach der Zahl der Jahre seit einem Jubeljahr sollst du deinem Nächsten etwas abkaufen, und er soll dir nach der Zahl der Ertragsjahre etwas verkaufen.

25:16 Sind es noch viele Jahre, sollst du seinen Preis erhöhen; sind es weniger Jahre, sollst du seinen Preis niedriger stellen; denn er verkauft dir nur eine Anzahl von Jahreserträgen.

25:17 Niemand darf seinen Nächsten übervorteilen; fürchte dich vor deinem Gott; denn ich bin der Herr, euer Gott!

25:18 So erfüllt denn meine Satzungen, beobachtet meine Gebote und haltet sie; dann dürft ihr das Land in Sicherheit bewohnen.

25:19 Das Land wird seine Frucht tragen; ihr könnt euch satt essen und dürft dort in Sicherheit wohnen.

25:20 Wenn ihr aber fragt: Was sollen wir denn im siebten Jahr essen? Wir säen ja nicht, und wir ernten nicht unseren Ertrag, so sage ich:

25:21 Ich werde meinen Segen im sechsten Jahr ausbieten, so daß es den Ertrag für drei Jahre abwirft.

25:22 Sät ihr dann im achten Jahre, werdet ihr noch von dem alten Ertrag zu essen haben; bis ins neunte Jahr, bis dessen Ernte kommt, werdet ihr noch vom alten essen können.

 

Wiedereinlösung des Ackers

25:23 Das Land darf nicht endgültig verkauft werden; denn es gehört mir! Ihr seid nur Fremdlinge und Beisassen bei mir.

25:24 Im ganzen Lande sollt ihr also eine Wiedereinlösung des Landes möglich machen!

25:25 Wenn dein Bruder verarmt ist und von seinem Besitz etwas verkauft hat, dann soll sein nächster Verwandter als sein Einlöser auftreten und den Verkauf seines Bruders wieder einlösen.

25:26 Hat aber jemand keinen Einlöser, jedoch die nötigen Mittel zur Einlösung,

25:27 so bringe er die Jahre seit seinem Verkauf in Anrechnung; was darüber hinausgeht, zahle er an den zurück, dem er (das Feld) verkauft hat; so kommt er wieder zu seinem Eigentum.

25:28 Wenn aber die Mittel nicht reichen, die ihm zur Wiedererlangung notwendig sind, dann bleibt das verkaufte Feld bis zum Jubeljahr in des Käufers Hand; im Jubeljahr aber wird es frei, und er kommt wieder zu seinem Besitztum.

 

Hausbesitz

25:29 Verkauft jemand ein Wohnhaus in einer ummauerten Stadt, so gilt das Einlösungsrecht nur bis zum Ende eines Jahres seit dem Verkauf; nur zeitweilig gilt also die Einlösung.

25:30 Läuft aber das volle Jahr ab, ohne daß er eingelöst hat, dann fällt das Haus in einer ummauerten Stadt als dauerndes Eigentum für alle Geschlechter an den Käufer; es wird im Jubeljahr nicht frei.

25:31 Häuser in den Ortschaften, die keine Mauer ringsum haben, seien zum Feldbesitz gerechnet. Für sie gilt die Einlösung, und sie werden im Jubeljahr frei.

25:32 Was die Levitenstädte betrifft, nämlich die Häuser in den Städten, die ihnen gehören, so besteht hier ein immerwährendes Einlösungsrecht.

25:33 Verzichtet aber einer von den Leviten auf die Einlösung, so wird ein (von ihm) verkauftes Haus, falls es in der Stadt liegt, zu der er gehört, im Jubeljahr frei. Denn die Häuser der Levitenstädte sind Erbbesitz inmitten der Söhne Israels.

25:34 Das zu ihren Städten gehörige Weideland darf nicht verkauft werden, denn es ist ihr Erbbesitz für immer.

 

Zins und Wucher

25:35 Verarmt dein Bruder, und gerät seine Existenz neben dir ins Wanken, dann sollst du ihn unterstützen wie einen Fremdling und Beisassen, so daß er neben dir leben kann.

25:36 Du darfst von ihm nicht Zins und Zuschlag nehmen, sondern sollst dich fürchten vor deinem Gott, so daß dein Bruder neben dir leben kann.

25:37 Du darfst ihm also dein Geld nicht um Zins ausleihen und Lebensmittel nicht um einen Zuschlag.

25:38 Ich bin der Herr, euer Gott, der euch aus dem Ägypterland herausgeführt hat, um euch das Land Kanaan zu geben und euer Gott zu sein!

 

Volksgenossen als Leibeigene

25:39 Verarmt dein Bruder neben dir und verkauft er sich dir, dann sollst du ihn nicht Sklavendienste tun lassen.

25:40 Wie ein Tagelöhner, wie ein Beisasse sei er bei dir; bis zum Jubeljahr diene er dir!

25:41 Dann soll er mit seinen Kindern frei von dir fortgehen und zu seiner Sippe zurückkehren; auch gelange er wieder in den Grundbesitz seiner Väter!

25:42 Denn meine Knechte sind die, die ich aus dem Ägypterland fortgeführt habe; sie dürfen nicht in die Sklaverei verkauft werden.

25:43 Herrsche nicht über ihn mit Härte und fürchte dich vor deinem Gott!

25:44 Sind euch Knechte und Mägde nötig, so kauft von den Heidenvölkern rings um euch Sklaven und Sklavinnen!

25:45 Auch von den Kindern der Beisassen, die unter euch weilen, mögt ihr kaufen, ferner von deren Nachkommen bei euch, die sie in eurem Land gezeugt haben; sie dürfen euer Besitz werden.

25:46 Ihr könnt sie auch auf eure Kinder vererben, daß diese sie zum immerwährenden Eigentum haben. Sie dürft ihr Sklavendienste tun lassen; aber über eure israelitischen Brüder sollt ihr untereinander nicht mit Härte herrschen.

 

Auslösung israelitischer Sklaven bei Fremden

25:47 Kommt ein Fremder oder Beisasse bei dir zu Vermögen, während dein Bruder neben ihm verarmt und sich dem Fremden oder Beisassen neben dir oder einem Abkömmling einer fremden Sippschaft verkauft,

25:48 so soll es für ihn nach dem Verkauf eine Auslösung geben; einer seiner Brüder möge ihn loskaufen!

25:49 Auch sein Oheim oder seines Oheims Sohn oder sonst einer von seinen nächsten Verwandten aus seiner Sippe möge ihn auslösen; auch er selbst darf es tun, wenn er wieder Mittel dazu hat.

25:50 Er soll mit dem, der ihn gekauft hat, die Zeit von dem Jahr ab, da er sich ihm verkaufte, bis zum Jubeljahr berechnen, und der Verkaufspreis soll auf die Zahl der Jahre verteilt werden; sie gelte ihm wie die Dienstzeit eines Lohnarbeiters!

25:51 Sind es noch viele Jahre, so soll er einen entsprechenden Betrag der Kaufsumme als Lösegeld erstatten.

25:52 Sind es aber nur noch wenige Jahre, die bis zum Jubeljahr verbleiben, so berechne er sie entsprechend; gemäß seinen Jahren erstatte er sein Lösegeld wieder.

25:53 Wie ein Tagelöhner soll er Jahr um Jahr bei ihm arbeiten! Jener darf nicht unter deinen Augen mit Härte herrschen über ihn.

25:54 Wenn er aber auf diese Art nicht ausgelöst wird, so werde er im Jubeljahr frei samt seinen Kindern!

25:55 Denn mir gehören die Israeliten als Knechte. Meine Knechte sind sie, die ich aus Ägypten geführt habe! Ich bin der Herr, euer Gott!«

 

Leviticus 26

Götzenbilder

26:1 Ihr sollt euch keine Götzen anfertigen, Schnitzbilder und Steinmale nicht errichten, Steine mit Bildwerk in eurem Land nicht aufstellen, um davor niederzufallen; denn ich, der Herr, bin euer Gott![89]

26:2 Meine Sabbate sollt ihr beobachten und vor meinem Heiligtum Ehrfurcht haben. Ich bin der Herr!

 

Brot in Fülle

26:3 Wenn ihr in meinen Satzungen wandelt und meine Gebote beobachtet und sie erfüllt,

26:4 gebe ich euch Regenfälle zur rechten Zeit; der Boden wird seinen Ertrag geben, und die Feldbäume geben ihre Frucht.

26:5 Das Dreschen soll sich dann bei euch hinziehen bis zur Weinlese, und die Weinlese soll dauern bis zur Aussaat; ihr habt euer Brot in Fülle zu essen und sollt sicher in eurem Lande wohnen!

 

Friede

26:6 Ich verleihe dem Land Frieden. Ihr könnt euch niederlegen, ohne daß euch jemand aufschreckt; die wilden Tiere vertilge ich aus dem Land; kein Schwert soll in eurem Land umgehen!

26:7 Ihr werdet eure Feinde in die Flucht schlagen; sie werden vor euch durch das Schwert fallen!

26:8 Fünf von euch werden hundert, hundert von euch werden zehntausend in die Flucht schlagen; eure Feinde fallen vor euch durch das Schwert!

 

Sicherheit

26:9 Ich wende mich euch zu, lasse euch fruchtbar und zahlreich werden und errichte meinen Bund mit euch!

26:10 Ihr werdet altes, abgelagertes Getreide zu essen haben und müßt das alte hinausschaffen wegen der Fülle an neuem.

26:11 Ich schlage meine Wohnstätte in eurer Mitte auf, und meine Seele empfindet vor euch keinen Abscheu! (2Kor 6,16)

26:12 Mitten unter euch will ich wandeln, will euch Gott sein, und ihr sollt mein Volk sein! (2Kor 6,16)

26:13 Ich bin der Herr, euer Gott, der euch aus dem Land Ägypten herausgeführt hat, so daß ihr nicht länger ihre Sklaven sein mußtet. Ich zerbrach die Stäbe eures Joches und ließ euch in aufrechter Haltung einhergehen.

 

Krankheit und Krieg

26:14 Hört ihr aber nicht auf mich und erfüllt nicht alle diese Gebote,

26:15 mißachtet ihr meine Satzungen, und verabscheut euer Herz meine Vorschriften, so daß ihr nicht nach meinen Geboten handelt, sondern meinen Bund brecht,

26:16 dann handle auch ich an euch entsprechend und lasse schreckliche Heimsuchungen über euch kommen: Schwindsucht und Fieber, welche die Augen zum Erlöschen und das Leben zum Schwinden bringen. Vergebens sät ihr den Samen aus; eure Feinde werden eure Ernte verzehren.

26:17 Ich kehre mein Antlitz wider euch; ihr werdet geschlagen von euren Feinden, eure Hasser werden euch unterjochen; ihr flieht, ohne daß euch jemand verfolgt.

 

Unfruchtbarkeit des Ackers

26:18 Seid ihr mir auch dann noch ungehorsam, so will ich euch noch zusätzlich siebenfach für eure Sünden züchtigen!

26:19 Ich zerbreche eure Stärke, auf die ihr so stolz seid, und mache den Himmel über euch wie Eisen und euren Boden wie Erz.

26:20 vergebens wird eure Kraft verbraucht, denn euer Land wird seinen Ertrag nicht mehr geben, und die Bäume auf dem Felde werden keine Früchte tragen.

 

Wilde Tiere

26:21 Leistet ihr mir auch dann noch Widerstand und wollt mir nicht gehorchen, so schlage ich euch weiter siebenmal für eure Sünden.

26:22 Ich sende euch wilde Tiere, die eure Kinder rauben, euer Vieh zerreißen und eure Zahl vermindern, so daß eure Straßen veröden.

 

Pest, Hunger und Krieg

26:23 Laßt ihr euch hierdurch nicht von mir warnen und widerstrebt ihr mir weiter,

26:24 dann widerstrebe auch ich euch und schlage euch für eure Sünden siebenfach.

26:25 Ich bringe über euch das Schwert, das Rache nehmen soll für den Bundesbruch; zieht ihr euch dann in eure Städte zurück, schicke ich die Pest in eure Mitte und gebe euch in die Hand eurer Feinde.

26:26 Wenn ich euch die Stütze des Brotes zerbreche, dann werden zehn Frauen euer Brot in einem einzigen Ofen backen und euch das Brot abgewogen zuteilen; ihr werdet es essen, ohne satt zu werden.

 

Verwüstung und Verbannung

26:27 Wenn ihr mir daraufhin immer noch nicht gehorcht und mir weiter zuwiderhandelt,

26:28 dann handle auch ich in meinem Grimm gegen euch und züchtige euch meinerseits siebenfach für eure Sünden.

26:29 Ihr werdet das Fleisch eurer Söhne essen und das Fleisch eurer Töchter verzehren.

26:30 Ich zerstöre eure Opferhöhen und zermalme eure Sonnensäulen und werde eure Leichen auf die Leichen eurer Götzen werfen, und meine Seele wird vor euch Ekel empfinden.

26:31 Eure Städte will ich in Trümmer verwandeln, eure Heiligtümer verwüsten und euren lieblichen Opferduft nicht mehr riechen.

26:32 Ich selbst verwüste das Land, so daß sich darüber sogar eure Feinde entsetzen, die es in Besitz nehmen.

26:33 Euch aber will ich unter die Heidenvölker zerstreuen und hinter euch her das Schwert zücken; euer Land soll zur Wüste werden und eure Städte zu Trümmerhaufen.

26:34 Dann wird das Land seine Sabbatjahre ersetzt bekommen die ganze Zeit hindurch, die es wüst liegt und ihr im Land eurer Feinde seid; wahrlich, dann hält das Land seine Sabbatruhe und trägt seine Ruhezeiten ab.

26:35 In all den Tagen, da es verwüstet liegt, feiert es die Ruhezeit, die es nicht gefeiert hat an euren Sabbaten, als ihr noch darin wohntet.

26:36 Denen, die von euch noch übrigbleiben, erfülle ich das Herz mit Angst in den Ländern ihrer Feinde, es jagt sie schon das Rascheln eines verwehten Blattes [verwelkter Blätter]; sie fliehen, wie man vor dem Schwerte flieht, und stürzen hin, ohne daß jemand sie verfolgt.

26:37 Und sie straucheln einer über den anderen wie auf der Flucht vor dem Schwert, ohne daß einer sie verfolgt; vor dem Angesicht eurer Feinde wird es kein Standhalten geben.

26:38 Ihr geht unter den Völkern zugrunde; das Land eurer Feinde wird euch verschlingen.

26:39 Die unter euch noch übrigbleiben, sollen wegen ihrer Sündenschuld in den Ländern eurer Feinde dahinschwinden; auch um der Verschuldungen eurer Väter willen werden sie dahinsiechen wie diese!

 

Neuer Gnadenbund

26:40 Einst werden sie aber ihre Schuld und die Schuld ihrer Väter bekennen, die sie ob ihrer Treulosigkeit auf sich luden, und weil sie mir widerstrebten.

26:41 Deshalb widerstrebte auch ich ihnen und brachte sie ins Land ihrer Feinde. Wenn sich dann ihr unbeschnittenes Herz beugt, und wenn sie ihre Sündenschuld büßen,

26:42 so gedenke ich meines Bundes mit Jakob, mit Isaak und mit Abraham und gedenke des Landes.

26:43 Aber das Land muß von ihnen verlassen werden und seine Sabbatjahre ersetzen, solange es verödet daliegt; sie müssen ihre Sündenschuld büßen, weil sie meine Satzungen verwarfen und vor meinen Geboten Abscheu empfanden.

26:44 Aber auch dann, wenn sie im Land ihrer Feinde sind, verwerfe ich sie nicht, um sie zu vertilgen und meinen Bund mit ihnen zu brechen; denn ich bin der Herr, ihr Gott!

26:45 Ich will, ihnen zum Heil, des Bundes mit den Vorfahren gedenken, die ich aus dem Lande Ägypten unter den Augen der Heidenvölker fortgeführt habe, um ihr Gott zu sein, ich, der Herr!«

26:46 Dies sind die Gesetze, die Gebote und Weisungen, die der Herr zwischen sich und den Israeliten auf dem Berge Sinai durch die Vermittlung des Moses aufgestellt hat.

 

Leviticus 27

Schätzungswerte

27:1 Der Herr sprach zu Moses:

27:2 »Sprich zu den Israeliten und befiehl ihnen: Wenn jemand dem Herrn als Gelübde Personen nach dem Schätzungswert weiht,

27:3 so soll der Schätzungswert für einen Mann von zwanzig bis sechzig Jahren fünfzig Silbersekel nach heiligem Gewicht betragen.

27:4 Wenn es sich aber um eine weibliche Person handelt, so soll der Schätzungswert dreißig Silbersekel betragen.

27:5 Handelt es sich um Leute von fünf bis zwanzig Jahren, so soll der Schätzungswert für eine männliche Person zwanzig Silbersekel, für eine weibliche zehn Silbersekel betragen.

27:6 Ist es aber ein Kind von einem Monat bis zu fünf Jahren, dann betrage der Schätzungswert für einen Knaben fünf und für ein Mädchen drei Silbersekel.

27:7 Handelt es sich um Leute von sechzig Jahren und darüber, dann soll der Schätzungswert für einen Mann fünfzehn Silbersekel und für eine Frau zehn Silbersekel betragen.

27:8 Ist aber jemand zu arm, um den Schätzungswert zu entrichten, so stelle er den zu Weihenden dem Priester vor, und dieser schätze ihn ab. Er soll ihn nach Maßgabe dessen abschätzen, was der Gelobende an Geldmitteln aufbringen kann.

 

Schätzungswerte für Vieh

27:9 Ist es ein Stück Vieh, von dem man dem Herrn opfern darf, so hat alles, was einer davon dem Herrn schenkt, als geweiht zu gelten.

27:10 Er soll das Tier nicht umwechseln und nicht austauschen - ein gutes für ein geringeres oder ein geringeres für ein besseres. Wenn er dennoch ein Stück Vieh gegen ein anderes austauscht, dann ist dieses und sein Ersatzstück dem Heiligtum verfallen.

27:11 Handelt es sich um ein unreines Tier, das man dem Herrn nicht als Opfer darbringen darf, so stelle er das Tier dem Priester vor.

27:12 Der Priester soll es dann nach einem Durchschnittswert abschätzen; was der Priester abschätzt, soll gelten.

27:13 Wenn er es nun einlösen will, dann muß er zum Schätzungswerte noch ein Fünftel hinzufügen.[90]

 

Einschätzung eines heiligen Hauses

27:14 Weiht jemand sein Haus als heilige Gabe dem Herrn, dann soll der Priester es nach einem Durchschnittswert abschätzen; wie der Priester es abschätzt, so komme es zu stehen.[91]

27:15 Wenn einer sein Haus geweiht hat und es einlösen will, so lege er noch ein Fünftel des Betrages zum Schätzungswert zu, dann gehört es ihm.

 

Schätzungswerte von Äckern

27:16 Weiht jemand von seinem erblichen Grundbesitz dem Herrn, so richte sich der Schätzungswert nach Maßgabe seiner Aussaat; die Saat eines Chomers Gerste gelte fünfzig Silbersekel.

27:17 Weiht er vom Jubeljahr ab sein Feld, dann stehe sein Schätzungswert in voller Höhe.

27:18 Hat er aber sein Feld erst nach dem Jubeljahr geweiht, dann errechne ihm der Priester den Preis nach Maßgabe der noch bis zum nächsten Jubeljahr übrigen Jahre; von dem Schätzungswert ist dann ein Abzug zu machen.

27:19 Will aber der, der das Feld geweiht hat, dieses einlösen, so muß er ein Fünftel zum Geldbetrag des Schätzungswertes hinzufügen, dann verbleibt es ihm.

27:20 Löst er aber den Acker nicht ein und verkauft ihn an einen anderen Mann, so kann er überhaupt nicht mehr eingelöst werden.

27:21 Dann fällt der Acker, wenn er im Jubeljahr frei wird, als geweihtes Gut an den Herrn wie ein Acker, der dem Bann verfallen ist; sein Besitz fällt dem Priester zu.

 

Einlösung von gekauften Äckern

27:22 Weiht er aber dem Herrn ein Grundstück, das er gekauft hat und das nicht von seinem Erbbesitz stammt,

27:23 so berechne ihm der Priester den Betrag des Schätzungswertes bis zum Jubeljahr; er aber erlege den Schätzungswert am gleichen Tag als Weihegabe für den Herrn.

27:24 Im Jubeljahr falle das Grundstück an den zurück, von dem er es gekauft hat und dem es als Erbbesitz gehört.

27:25 Jegliche Schätzung geschehe nach heiligem Gewicht; ein Silbersekel sind zwanzig Gera.

 

Erstgeburt

27:26 Die Erstgeburt des Viehs kann jedoch nicht geweiht werden, da sie schon als Erstgeburt dem Herrn gehört; ob Rind oder Schaf, dem Herrn gehören sie.

27:27 Handelt es sich aber um ein unreines Haustier, dann löse er es gegen den Schätzungswert ein und füge noch ein Fünftel davon hinzu; wird es aber nicht eingelöst, so soll es zum Schätzungswert verkauft werden.

 

Banngut

27:28 Jedoch darf kein Banngut, das jemand dem Herrn durch einen Bannfluch geweiht hat von allem, was ihm gehört, von Menschen, Vieh und ererbtem Feld, verkauft oder eingelöst werden; alles Banngut ist etwas für den Herrn Hochheiliges.

27:29 Kein Mensch, der mit dem Bann belegt wurde, darf losgekauft werden; er muß des Todes sterben.

 

Der Zehnte und seine Geldablösung

27:30 Aller Zehnte des Landes vom Saatertrag des Bodens und von den Baumfrüchten gehört dem Herrn; er ist dem Herrn heilig.

27:31 Will aber jemand einen Teil seines Zehnten einlösen, so muß er noch ein Fünftel des Betrages hinzulegen.

27:32 Jeglicher Zehnte von Rindern und vom Kleinvieh, von allem, was unter dem Hirtenstab durchgeht, je das zehnte Stück soll dem Herrn geweiht sein.

27:33 Man untersuche nicht, ob es gut oder geringwertig ist; man darf es auch nicht austauschen. Tauscht es jemand aber doch aus, so ist es zusammen mit seinem Ersatzstück dem Heiligtum verfallen; man kann es nicht einlösen.«

27:34 Dies sind die Weisungen, die der Herr dem Moses für die Söhne Israels auf dem Berg Sinai aufgetragen hat.

 

Numeri - Viertes Buch Moses

Numeri 1

1:1 Der Herr redete zu Moses in der Wüste am Sinai im Offenbarungszelt am ersten Tage des zweiten Monats im zweiten Jahr nach dem Auszug aus dem Lande Ägypten folgendes:

1:2 »Nehmt die Gesamtzahl der ganzen Gemeinde der Israeliten auf, und zwar nach ihren Sippen und Familien mit Zählung der einzelnen Namen; alles, was männlich ist, nach seiner Kopfzahl!

1:3 Von zwanzig Jahren und darüber sollt ihr alle Kriegstüchtigen in Israel scharenweise mustern, du und Aaron!

1:4 Ein Mann aus jedem Stamm soll euch beistehen, das Oberhaupt für seine Familien!

 

Stammeshäuptlinge

1:5 Dies sind die Namen der Männer, die euch beistehen sollen: von Ruben Elizur, der Sohn des Schedeur,

1:6 von Simeon Schelumiel, der Sohn des Zurischaddaj;

1:7 von Juda Nachschon, der Sohn des Amminadab,

1:8 von Issachar Netanel, der Sohn des Zuar,

1:9 von Sebulun Eliab, der Sohn des Chelon,

1:10 von den Josephstämmen: von Ephraim Elischama, der Sohn des Ammihud, von Manasse Gamliel, der Sohn des Pedazur,

1:11 von Benjamin Abidan, der Sohn des Gidoni,

1:12 von Dan Achieser, der Sohn des Ammischaddaj,

1:13 von Aser Pagiel, der Sohn des Ochran,

1:14 von Gad Eljasaph, der Sohn des Reuel,

1:15 und von Naphtali Achira, der Sohn des Enan.

1:16 Dies sind die aus der Gemeinde Berufenen, die Fürsten ihrer väterlichen Stämme, die Häuptlinge der Tausendschaften Israels.«

 

Musterung

1:17 Moses und Aaron holten diese Männer, die namentlich verzeichnet wurden.

1:18 Sie sammelten die ganze Gemeinde am Ersten des zweiten Monats; alle ließen sie sich namentlich nach ihren Sippen familienweise von 20 Jahren aufwärts nach ihrer Kopfzahl in die Geburtsregister eintragen.

1:19 Wie der Herr es dem Moses geboten hatte, so musterte er sie in der Wüste am Sinai.

 

Resultat

1:20 Die Abkömmlinge Rubens, des Erstgeborenen Israels, d.h. alle kriegstüchtigen Männer über 20 Jahre nach Sippen und Familien, namentlich Kopf für Kopf gezählt,

1:21 diese Gemusterten vom Stamme Ruben beliefen sich auf 46'500.

1:22 Die Abkömmlinge der Simeoniten, d.h. alle kriegstüchtigen Männer über 20 Jahre nach Sippen und Familien, namentlich Kopf für Kopf gezählt,

1:23 diese Gemusterten vom Stamme Simeon beliefen sich auf 59'300.

1:24 Die Abkömmlinge der Gaditen, d.h. alle kriegstüchtigen Männer über 20 Jahre nach Sippen und Familien, namentlich Kopf für Kopf gezählt,

1:25 diese Gemusterten vom Stamme Gad beliefen sich auf 45'650.

1:26 Die Abkömmlinge der Judäer, d.h. alle kriegstüchtigen Männer über 20 Jahre nach Sippen und Familien, namentlich gezählt,

1:27 diese Gemusterten vom Stamme Juda beliefen sich auf 74'600.

1:28 Die Abkömmlinge der Issachariten, d.h. alle kriegstüchtigen Männer über 20 Jahre nach Sippen und Familien, namentlich gezählt,

1:29 diese Gemusterten vom Stamme Issachar beliefen sich auf 54'400.

1:30 Die Abkömmlinge der Sebuluniten, d.h. alle kriegstüchtigen Männer über 20 Jahre nach Sippen und Familien, namentlich gezählt,

1:31 diese Gemusterten vom Stamme Sebulun beliefen sich auf 57'400.

1:32 Die Abkömmlinge der Ephraimiten, d.h. alle kriegstüchtigen Männer über 20 Jahre nach Sippen und Familien, namentlich gezählt,

1:33 diese Gemusterten vom Stamme Ephraim beliefen sich auf 40'500.

1:34 Die Abkömmlinge der Manassiten, d.h. alle kriegstüchtigen Männer über 20 Jahre nach Sippen und Familien, namentlich gezählt,

1:35 diese Gemusterten vom Stamme Manasse beliefen sich auf 32'200.

1:36 Die Abkömmlinge der Benjaminiten, d.h. alle kriegstüchtigen Männer über 20 Jahre nach Sippen und Familien, namentlich gezählt,

1:37 diese Gemusterten vom Stamme Benjamin beliefen sich auf 35'400.

1:38 Die Abkömmlinge der Daniten, d.h. alle kriegstüchtigen Männer über 20 Jahre nach Sippen und Familien, namentlich gezählt,

1:39 diese Gemusterten vom Stamme Dan beliefen sich auf 62'700.

1:40 Die Abkömmlinge der Aseriten, d.h. alle kriegstüchtigen Männer über 20 Jahre nach Sippen und Familien, namentlich gezählt,

1:41 diese Gemusterten vom Stamme Aser beliefen sich auf 41'500.

1:42 Die Abkömmlinge der Naphtaliten, d.h. alle kriegstüchtigen Männer über 20 Jahre nach Sippen und Familien, namentlich gezählt,

1:43 diese Gemusterten vom Stamme Naphtali beliefen sich auf 53'400.

1:44 Das sind die Gemusterten, die Moses, Aaron und Israels Fürsten feststellten; es waren zwölf Männer, je einer für seine Familie.

1:45 Insgesamt belief sich die Zahl aller gemusterten kriegsfähigen Israeliten, von 20 Jahren und darüber, nach ihren Familien geordnet,

1:46 alle diese Gemusterten beliefen sich auf 603'550.

1:47 Die Leviten nach ihrem väterlichen Stamme wurden nicht mit ihnen gemustert.

1:48 Der Herr sprach zu Moses:

1:49 »Nur den Stamm Levi sollst du nicht mustern und seine Kopfzahl nicht zusammen mit den anderen Israeliten aufnehmen!

1:50 Stelle die Leviten bei der Wohnstätte des Gesetzes, all ihren Geräten und allem, was zu ihr gehört, auf; sie sollen die Wohnstätte und all ihre Geräte tragen, bei ihr dienen und sich rings um sie lagern!

1:51 Wechselt die Wohnstätte ihren Standort, mögen die Leviten sie abbrechen; verweilt sie an einem Ort, so sollen die Leviten sie wieder aufrichten; ein Nichtlevit aber, der herantritt, muß sterben.

1:52 Die Israeliten aber sollen sich nach ihren Heerscharen, ein jeder bei seinem Lager und seinem Panier, lagern.

1:53 Doch die Leviten mögen rings um die Wohnstätte des Gesetzes Aufstellung nehmen, damit kein Zorngericht die Gemeinde der Israeliten treffe. Die Leviten sollen also den Dienst an der Wohnstätte des Gesetzes versehen.«

1:54 Die Israeliten taten ganz so, wie der Herr dem Moses befohlen hatte.

 

Numeri 2

Lager- und Marschordnung

2:1 Der Herr sprach zu Moses und Aaron:

2:2 »Jeder von den Israeliten soll sich bei seinem Panier, dem Feldzeichen seines väterlichen Stammes, lagern, ringsum gegenüber dem Offenbarungszelt.

2:3 Nach vorn gegen Osten soll das Panier des Lagers Juda mit seinen Heerscharen aufgestellt werden, der Anführer der Judasöhne Nachschon, der Sohn des Amminadab,

2:4 sein Heer und seine Gemusterten: 74'600 Mann.

2:5 Neben ihm sollen lagern der Stamm Issachar, der Anführer der Issachariten Netanel, der Sohn des Zuar,

2:6 sein Heer und seine Gemusterten: 54'400 Mann.

2:7 Außerdem der Stamm Sebulun, der Anführer der Sebuluniten Eliab, der Sohn Chelons,

2:8 sein Heer und seine Gemusterten: 57'400 Mann,

2:9 insgesamt sind die Gemusterten im Heerlager Juda 186'400 Mann nach ihren Scharen. Sie müssen zuerst aufbrechen!

2:10 Das Panier des Lagers Ruben lagere gegen Süden mit seinen Scharen; ebenso der Anführer der Rubeniten Elizur, der Sohn des Schedeur,

2:11 sein Heer und seine Gemusterten: 46'500 Mann.

2:12 Neben ihm nehme der Stamm Simeon Platz, der Anführer der Simeoniten Schelumiel, der Sohn des Zurischaddaj,

2:13 sein Heer und seine Gemusterten: 59'300 Mann,

2:14 dazu der Stamm Gad und der Anführer der Gaditen Eljasaph, der Sohn des Reuel,

2:15 sein Heer und seine Gemusterten: 45'650 Mann.

2:16 Insgesamt sind die Gemusterten im Heerlager Ruben nach ihren Scharen 151'450 Mann; sie haben an zweiter Stelle aufzubrechen!

2:17 Das Offenbarungszelt aber, das Lager der Leviten, soll mitten unter den Lagern aufbrechen! Wie sie lagern, so haben sie aufzubrechen, ein jeder auf seinem Platze, nach ihren Panieren.

2:18 Das Panier des Lagers Ephraim lagere gegen Westen mit seinen Scharen, dem Anführer der Ephraimiten Elischama, dem Sohn des Ammihud,

2:19 seinem Heer und seinen Gemusterten: 40'500 Mann.

2:20 Neben ihm lagere der Stamm Manasse, der Anführer der Manassiten Gamliel, der Sohn des Pedazur,

2:21 sein Heer und seine Gemusterten: 32'200 Mann.

2:22 Dazu der Stamm Benjamin, der Anführer der Benjaminiten Abidan, der Sohn des Gidoni,

2:23 sein Heer mit seinen Gemusterten: 35'400 Mann.

2:24 Insgesamt sind die Gemusterten im Heerlager Ephraim nach ihren Scharen 108'100 Mann; sie haben an dritter Stelle aufzubrechen!

2:25 Das Panier des Lagers Dan lagere gegen Norden mit seinen Scharen; dazu der Anführer der Daniten Achieser, der Sohn des Ammischaddaj,

2:26 sein Heer und seine Gemusterten: 62'700 Mann.

2:27 Neben ihm lagere der Stamm Aser, der Anführer der Aseriten Pagiel, der Sohn des Ochran,

2:28 sein Heer und seine Gemusterten: 41'500 Mann,

2:29 dazu der Stamm Naphtali, der Anführer der Naphtaliten Achira, der Sohn des Enan,

2:30 sein Heer und seine Gemusterten: 53'400 Mann.

2:31 Insgesamt sind die Gemusterten im Heerlager Dan 157'600; sie haben an letzter Stelle mit ihren Panieren aufzubrechen.

2:32 Dies sind die Gemusterten der Israeliten nach ihren Familien; insgesamt sind die Gemusterten der Heerlager 603550.«

2:33 Die Leviten unterlagen der Musterung nicht zusammen mit den übrigen Israeliten, wie der Herr es dem Moses aufgetragen.

2:34 Die Israeliten taten so, wie der Herr dem Moses befohlen hatte; sie lagerten bei ihren Panieren oder brachen auf, ein jeder nach seiner Sippe und Familie.

 

Numeri 3

Aarons Geschlecht

3:1 Dies ist der Stammbaum des Aaron und Moses. Es war zur Zeit, da der Herr auf dem Berge Sinai mit Moses redete.

3:2 Dies sind die Namen der Söhne Aarons: Nadab, der Erstgeborene, Abihu, Eleasar und Itamar.

3:3 Es sind das die Namen der Söhne Aarons, der gesalbten Priester, die man ins Amt eingesetzt hatte, Priesterdienste zu leisten.

3:4 Es starben aber vor dem Herrn Nadab und Abihu, als sie ein ungehöriges Feueropfer vor dem Herrn in der Wüste Sinai darbrachten; sie hatten keine Söhne. So verrichteten Eleasar und Itamar unter den Augen ihres Vaters Aaron das Priesteramt.

 

Leviten zur Dienstleistung

3:5 Der Herr sprach zu Moses:

3:6 »Laß den Stamm Levi herzutreten und stelle ihn vor den Priester Aaron, damit sie ihm dienen!

3:7 Sie sollen besorgen, was für ihn und die ganze Gemeinde vor dem Offenbarungszelt zu besorgen ist; den Dienst an der Wohnstätte mögen sie versehen.

3:8 Sie sollen alle Geräte des Offenbarungszeltes besorgen und was es für die Israeliten zu tun gibt, um so den Dienst an der Wohnstätte zu versehen!

3:9 Übergib die Leviten dem Aaron und seinen Söhnen; sie seien ihm geschenkt von den Israeliten!

3:10 Aaron aber und seine Söhne sollst du bestellen, daß sie ihres Priesteramtes walten; jeder Unbefugte, der herantritt, soll getötet werden.«

 

Leviten als Stellvertreter der Erstgeburt, die Gott gehört

3:11 Der Herr sprach zu Moses:[92]

3:12 »Siehe, ich selbst habe die Leviten aus den Israeliten herausgenommen statt aller israelitischen Erstgeburt, die den Mutterschoß durchbricht, damit sie mir gehören.

3:13 Denn mir gehört alle Erstgeburt; am Tage, da ich alle Erstgeburt im Ägypterland schlug, habe ich mir alle Erstgeburt an Menschen und Vieh in Israel geweiht; mir gehören sie: Ich bin der Herr!«

 

Musterung der Leviten

3:14 Der Herr sprach zu Moses in der Wüste Sinai:

3:15 »Mustere die Leviten nach ihren Familien und Sippen, alles Männliche von einem Monat und darüber sollst du aufzeichnen!«

3:16 Da unterzog sie Moses auf des Herrn Befehl der Musterung.

 

Levis Nachkommen

3:17 Levis Söhne sind ihren Namen nach folgende: Gerschon, Kehat und Merari.

3:18 Dies sind die Namen der Söhne Gerschons nach ihren Sippen: Libni und Schimi;

3:19 die Söhne Kehats nach ihren Sippen: Amram, Jizhar, Hebron und Ussiel;

3:20 die Söhne Meraris nach ihren Sippen: Machli und Muschi. Das sind die Sippen der Leviten nach ihren Familien.

 

Die Gerschoniten

3:21 Von Gerschon stammt die Sippe der Libniten und die Sippe der Schirmten; das sind die Sippen der Gerschoniten.

3:22 Die Gesamtzahl ihrer Gemusterten - alles Männliche von einem Monat und darüber - war siebentausendfünfhundert.

3:23 Die Sippen der Gerschoniten lagerten hinter der Wohnstätte nach Westen zu.

3:24 Familienfürst der Gerschoniten war Eljasaph, der Sohn Laels.

3:25 Zu den Obliegenheiten der Gerschoniten gehörte am Offenbarungszelt die Besorgung der Wohnstätte, des Zeltes, seiner Überdecke, des Vorhanges vor der Tür des Offenbarungszeltes,

3:26 der Vorhofsumhänge, des Vorhanges am Eingang des Vorhofes, der die Wohnstätte und den Altar rings umgibt, und der zugehörigen Seile mit jeglicher Dienstleistung.

 

Kehatiten

3:27 Von Kehat stammt die Sippe der Amramiten, der Jizhariten, der Hebroniten und Ussieliten; das sind die Sippen der Kehatiten.

3:28 Die Zahl alles Männlichen von einem Monat an und darüber belief sich auf achttausenddreihundert Leute, die Obliegenheiten am Heiligtum zu verrichten hatten.

3:29 Die Sippen der Kehatiten lagerten an der Seite der Wohnstätte nach Süden zu.

3:30 Familienfürst bei den Sippen der Kehatiten war Elizaphan, der Sohn des Ussiel.

3:31 Ihrer Amtspflicht unterstanden: die Lade, der Tisch, der Leuchter, die Altäre nebst den Geräten des Heiligtumes zum Versehen des heiligen Dienstes, der Vorhang und alle Betätigung an ihm.

3:32 Der Vorsteher der Levitenfürsten war Eleasar, der Sohn des Priesters Aaron. Er hatte die Oberaufsicht über die, welche den Dienst am Heiligtum zu verrichten hatten.

 

Merariten

3:33 Von Merari stammt die Sippe der Machliten und der Muschiten; das sind die Sippen der Merariten.

3:34 Ihre Gemusterten betrugen nach der Anzahl alles Männlichen von einem Monat an und darüber sechstausendzweihundert Mann.

3:35 Familienfürst über Meraris Sippen war Zuriel, der Sohn Abichajils, sie lagerten an der Längsseite der Wohnstätte gegen Norden.

3:36 Den Nachkommen Meraris oblag die Besorgung der Bretter der Wohnstätte, ihrer Riegel, Säulen und Fußsockel nebst allen ihren Geräten und jeglicher Dienstverrichtung daran,

3:37 ferner der Säulen des Vorhofs ringsum und ihrer Fußsockel, Zeltpflöcke und -stricke.

3:38 Vor der Wohnstätte aber nach vorn zu vor dem Offenbarungszelt gegen Osten lagerten Moses und Aaron mit seinen Söhnen. Sie hatten den Dienst am Heiligtum zu versehen, was immer für die Söhne Israels zu besorgen war. Der Unbefugte aber, der sich näherte, sollte sterben.

3:39 Sämtliche männlichen Leviten, die Moses und Aaron auf des Herrn Befehl hin gemustert hatten, betrugen in ihren Geschlechtern von einem Monat an und darüber zweiundzwanzigtausend Personen.

 

Erstgeburt

3:40 Dann sprach der Herr zu Moses: »Mustere alle männliche Erstgeburt der Israeliten von einem Monat an und darüber und nimm die Anzahl ihrer Namen auf!

3:41 Die Leviten sollst du für mich aussondern, für den Herrn, an Stelle aller Erstgeburt der Israeliten, und das Vieh der Leviten an Stelle des Erstwurfes unter dem Vieh der Israeliten!«

3:42 Da musterte Moses nach des Herrn Befehl alle Erstgeburt der Israeliten.

3:43 «Alle männliche Erstgeburt von einem Monat an und darüber betrug nach der Anzahl ihrer Namen 22'273.

 

Geldablösung für die Erstgeburt

3:44 Der Herr sprach weiter zu Moses:

3:45 »Nimm die Leviten als Ersatz aller Erstgeburt unter den Israeliten und das Vieh der Leviten als Ersatz für deren Vieh; die Leviten sollen mir, dem Herrn, gehören!

3:46 Als Lösegeld aber für die zweihundert-dreiundsiebzig israelitischen Erstgeborenen, die bei den Leviten überzählig sind,

3:47 sollst du fünf Silberstücke erheben für jeden Kopf; nach heiligem Gewicht erhebe sie, das Silberstück zu zwanzig Gera gerechnet!

3:48 Das Geld gib Aaron und seinen Söhnen als Lösegeld für die Überzähligen!«

3:49 Da erhob Moses das Lösegeld von denen, welche die Anzahl der durch die Leviten Ausgelösten übertrafen.

3:50 Von den Erstgeborenen der Israeliten erhob er so den Betrag von 1'365 Silberstücken heiligen Gewichtes.

3:51 Moses übergab das Lösegeld für die Ausgelösten Aaron und seinen Söhnen gemäß dem Geheiß, das der Herr dem Moses gegeben hatte.

 

Numeri 4

Pflichten der Kehatiten

4:1 Der Herr sprach zu Moses und Aaron:

4:2 »Nehmt unter den Söhnen Levis die Gesamtzahl der Kehatiten zwischen dreißig und fünfzig Jahren nach ihren Geschlechtern und Familien auf,

4:3 soweit sie verpflichtet sind, eine Tätigkeit im Offenbarungszelt zu verrichten!

4:4 Das Allerheiligste ist der Aufgabenbereich der Kehatiten im Offenbarungszelt.

4:5 Beim Aufbruch des Lagers gehen Aaron und seine Söhne hinein, lassen den verdeckenden Vorhang herab und umhüllen damit die Gesetzeslade.

4:6 Dann legen sie eine Decke aus Tachaschfell darüber, breiten ein ganz aus violettem Purpur bestehendes Tuch darauf und stecken die zugehörigen Stangen ein.

4:7 Auch über den Schaubrottisch breiten sie ein Tuch von violettem Purpur. Sie stellen darauf die Schüsseln, Schalen und Becher sowie die Kannen zum Trankopfer; auch das dauernd aufgelegte Brot soll auf ihm liegen.

4:8 Darüber sollen sie ein karmesinfarbenes Tuch ausbreiten, es mit einer Decke aus Tachaschfell überdecken und die zugehörigen Stangen hineinstecken.

4:9 Alsdann nehmen sie ein Tuch aus violettem Purpur und umhüllen das Gestell des Leuchters, seine Lampen, seine Dochtscheren, Feuerbecken und alle seine Ölgefaße, womit man ihn bedient.

4:10 Dann stecken sie ihn mit all seinen Geräten in eine Hülle von Tachaschfell und legen ihn auf das Traggestell.

4:11 Auf den goldenen Altar breiten sie ein Tuch von violettem Purpur, bedecken ihn mit einer Hülle aus Tachaschfell und stecken die zugehörigen Stangen hinein.

4:12 Sie nehmen alle für den Dienst am Heiligtum erforderlichen Geräte, umhüllen sie mit einem Tuch aus violetter Purpurwolle, überdecken sie mit einer Decke aus Tachaschfell und legen sie auf das Traggestell.

4:13 Sodann säubern sie den Altar von der Fettasche und breiten darüber ein Tuch von Wolle, die mit rotem Purpur gefärbt ist.

4:14 Sie legen alle Geräte, mit denen man den Dienst versieht, darauf, die Feuerbecken, Fleischgabeln, Reinigungsschaufeln und Sprengschalen, also alle Altargeräte, decken eine Hülle aus Tachaschfell darüber und stecken die zugehörigen Stangen hinein.

4:15 Sind Aaron und seine Söhne mit der Einhüllung des Heiligtums und der heiligen Gegenstände fertig und setzt sich das Lager in Bewegung, kommen die Kehatiten zu Trägerdiensten. Sie dürfen indes das Heilige nicht berühren, sonst müßten sie sterben.

 

Eleasars Dienst: Aufsicht über die ganze Wohnstätte des Herrn

4:16 Eleasar aber, dem Sohne des Priesters Aaron, ist die Obsorge für das Leuchteröl, das wohlriechende Räucherwerk, das immerwährende Speiseopfer und das Salböl anvertraut, die Aufsicht über die ganze Wohnstätte und alles, was an Heiligem und den zugehörigen Geräten darin ist.«

 

Aaroniten geben Weisung

4:17 Dann sprach der Herr zu Moses und Aaron:

4:18 »Laßt den Stamm der Kehatitengeschlechter nicht aus der Mitte der Leviten ausgerottet werden!

4:19 Dies trefft als Vorsorge für sie, damit sie leben und nicht sterben, wenn sie sich dem Allerheiligsten nahen; Aaron und seine Söhne sollen hineingehen und sie Mann für Mann anweisen, was sie zu tun und zu tragen haben,

4:20 damit sie nicht etwa hineingehen und das Heiligste auch nur einen Augenblick sehen, sonst müßten sie sterben.«

 

Pflichten der Gerschoniten

4:21 Der Herr sprach zu Moses:

4:22 »Nimm auch die Gesamtzahl der Gerschoniten nach ihren Familien und nach ihren Sippen auf!

4:23 Die Dreißig- bis Fünfzigjährigen sollst du mustern, alle, die sich einer Dienstverpflichtung im Offenbarungszelt zu unterziehen haben.

4:24 Dies aber ist der Aufgabenbereich der Gerschonitengeschlechter:

4:25 Sie haben die Zeltdecken der Wohnstätte und das Offenbarungszelt, seine Decke und die Überdecke aus Tachaschfell, sowie den Vorhang vor der Tür des Offenbarungszeltes zu tragen,

4:26 ferner die Umhänge des Vorhofes und den Vorhang am Eingangstor des Vorhofes, der die Wohnstätte und den Altar rings umgibt, samt seinen Stricken und allen Geräten, die dabei zu bedienen sind; alles, was es dabei zu tun gibt, sollen sie verrichten.

4:27 Auf Anweisung Aarons und seiner Söhne soll jegliche Dienstleistung der Gerschoniten in ihrem Träger- und Arbeitsdienst erfolgen. Beauftragt sie also mit ihren gesamten Trägerpflichten!

4:28 Das ist es, was die Gerschoniten im Offenbarungszelt zu verrichten haben; ihr Dienst stehe unter der Leitung Itamars, des Sohnes des Priesters Aaron.

 

Pflichten der Merariten

4:29 Mustere auch die Merariten nach ihren Sippen und nach ihren Familien!

4:30 Und zwar sollst du alle Dreißig- bis Fünfzigjährigen mustern, die zu einer Dienstleistung am Offenbarungszelt verpflichtet sind.

4:31 Entsprechend ihren Diensten am Offenbarungszelt umfaßt ihr Trägerdienst: die Bretter der Wohnstätte, die zugehörigen Riegel, Säulen und Fußgestelle,

4:32 die Säulen des Vorhofes ringsum mit ihren zugehörigen Fußgestellen, Pflöcken und Seilen, mit allen ihren Geräten und allem, was es zu besorgen gibt; dabei sollt ihr ihnen die Geräte, die sie zu tragen haben, einzeln zuweisen.

4:33 Das ist es, was die Sippen der Merariten entsprechend ihrer Dienstleistung am Offenbarungszelt zu verrichten haben, und zwar unter der Leitung Itamars, des Sohnes des Priesters Aaron.«

 

Endergebnis der Levitenmusterung

4:34 Moses, Aaron und die Fürsten der Gemeinde musterten die Kehatiten nach ihren Geschlechtern und Familien,

4:35 alle die Leute zwischen dreißig und fünfzig Jahren, die zu einer Dienstleistung am Offenbarungszelt verpflichtet waren.

4:36 Es belief sich die Anzahl der Gemusterten nach ihren Sippen auf 2'750.

4:37 Es sind dies die aus den Kehatiten Gemusterten, alle, die am Offenbarungszelt zu dienen verpflichtet waren und die Moses und Aaron nach der Weisung des Herrn an Moses gemustert hatten.

4:38 Die aus den Sippen und Familien gemusterten Gerschoniten

4:39 von dreißig bis zu fünfzig Jahren, die zur Dienstleistung am Offenbarungszelt verpflichtet waren,

4:40 beliefen sich in den von ihnen nach Sippen und Familien Gemusterten auf 2'630.

4:41 Dies sind die Gemusterten aus den Gerschonitensippen, die am Offenbarungszelte Dienst taten und die Moses und Aaron nach der Weisung des Herrn gemustert hatten.

4:42 Die aus den Meraritensippen nach Geschlecht und Familie Gemusterten

4:43 von dreißig bis zu fünfzig Jahren, die zum Dienste am Offenbarungszelt verpflichtet waren,

4:44 beliefen sich in der Gesamtzahl der nach ihren Sippen Gemusterten auf 3'200.

4:45 Das sind die Gemusterten aus den Meraritensippen, welche Moses und Aaron nach der Weisung des Herrn an Moses gemustert hatten.

4:46 Sämtliche aber, die Moses, Aaron und Israels Fürsten nach ihren Sippen und Familien unter den Leviten gemustert hatten,

4:47 von dreißig Jahren bis zu fünfzig Jahren, die sich am Offenbarungszelt der Aufgabe einer Verrichtung oder eines Trägerdienstes zu unterziehen hatten,

4:48 beliefen sich auf 8'580.

4:49 Nach der Weisung des Herrn an Moses vertraute man ihnen Mann für Mann das an, was sie zu besorgen und zu tragen hatten, und so waren sie gemustert worden, wie der Herr dem Moses befohlen hatte.

 

Numeri 5

Absonderung der Unreinen

5:1 Der Herr sprach zu Moses:

5:2 »Befiehl den Israeliten, alle aus dem Lager hinauszuweisen, die an Aussatz oder Ausfluß leiden, auch jeden, der sich an einer Leiche verunreinigt.

5:3 Ob Mann oder Weib, weist sie hinaus außerhalb des Lagers, damit sie nicht ihr Lager verunreinigen; denn ich wohne in ihrer Mitte!«

5:4 Die Israeliten taten so und schafften sie außerhalb des Lagers. Wie der Herr dem Moses befohlen, so taten die Israeliten.

 

Schadenersatz

5:5 Der Herr gebot Moses:

5:6 »Sprich zu den Israeliten: Begeht ein Mann oder Weib irgendeine menschliche Sünde, indem sie etwas veruntreuen dem Herrn gegenüber und dadurch in Schuld geraten,

5:7 so sollen sie ihre begangene Sünde bekennen; man soll das Veruntreute in seinem Vollwert zurückerstatten und ein Fünftel zusetzen und dem geben, dem man es schuldet.

5:8 Hat der Mann aber keinen Anverwandten, dem man die geschuldete Summe zurückerstatten kann, so fällt die Buße, die zu entrichten ist, dem Herrn zu und gehört dem Priester, mit Ausnahme des Sühnewidders, mit dem man für ihn Sühne schafft.

 

Hebe

5:9 Ebenso gehört dem Priester jegliche Hebe von allen heiligen Gaben, die Israels Söhne zu ihm bringen.

5:10 Ihm selbst gehört, was er selber weiht; was jemand aber dem Priester gibt, gehöre diesem.«

 

Ehebruch und Eifersucht

5:11 Der Herr gebot Moses:

5:12 »Sprich zu den Israeliten und sage ihnen: Wenn die Frau eines Mannes sich vergeht und pflichtwidrig gegen ihn handelt

5:13 dadurch, daß ein anderer Mann mit ihr Umgang hat, dies bleibt aber vor den Augen ihres Mannes verborgen und unentdeckt, und obwohl sie sich unrein gemacht hat, ist kein Zeuge da, der sie ertappte,

5:14 jener wird aber eifersüchtig auf seine Frau - sie hat sich ja tatsächlich verunreinigt -, oder es kommt über einen der Geist der Eifersucht, und er wird eifersüchtig auf seine Frau, die sich aber tatsächlich nicht verunreinigt hat,

5:15 dann bringe der Mann seine Frau vor den Priester und auch die um ihretwillen notwendige Opfergabe: ein Zehntel Epha Gerstenmehl; doch darf er darauf nicht Öl gießen und Weihrauch streuen; denn es ist ja ein Eifersuchtsopfer, ein Offenbarungsopfer, das Verschuldung offenbar machen soll.

5:16 Der Priester lasse sie herankommen und stelle sie vor den Herrn.

5:17 Dann gieße er heiliges Wasser in ein irdenes Gefäß, nehme von dem Staub am Boden der Wohnstätte und streue ihn in das Wasser.

5:18 Der Priester stelle die Frau vor den Herrn, löse ihr die Haupthaare auf und gebe ihr das Offenbarungsopfer in die Hände - ein Eifersuchtsopfer ist es -; das bittere, fluchbringende Wasser aber bleibe in der Hand des Priesters.

5:19 Der Priester beschwöre sie und spreche zu der Frau: Wenn niemand dir beigewohnt hat und du dich nicht durch Untreue gegen deinen Mann vergangen hast in Unreinheit, so schade dir dieses bittere Fluchwasser nicht!

5:20 Hast du dich aber in Untreue gegen deinen Mann verfehlt, und bist du dadurch unrein, daß ein anderer dir beigewohnt hat, der nicht dein Mann ist,

5:21 dann - so beschwöre der Priester die Frau mit feierlichem Fluche und spreche zu ihr -, dann mache dich der Herr zur Schwur- und Fluchbeladenen inmitten deiner Volksgenossen! Der Herr lasse deine Hüften einfallen und deinen Bauch anschwellen!

5:22 Dieses fluchbringende Wasser dringe in deine Eingeweide, daß dein Bauch anschwelle und deine Hüften einfallen! Die Frau aber spreche: Amen! Amen!

5:23 Der Priester schreibe diese Fluchworte auf ein Blatt und wische sie in das Bitterkeitswasser hinein.

5:24 Dann reiche er der Frau das bittere Fluchwasser zum Tranke dar, damit das Fluchwasser in sie eindringe zur Bitternis.

5:25 Der Priester nehme der Frau das Eifersuchtsopfer aus der Hand, schwinge das Speiseopfer vor dem Herrn hin und her und bringe es zum Altar.

5:26 Er nehme eine Handvoll davon als zugehörigen Duftteil und lasse es auf dem Altar in Rauch aufgehen; danach gebe er der Frau das Wasser zu trinken.

5:27 Der Priester hat ihr das Wasser zum Tranke dargereicht; dann wird, wenn sie untreu war und pflichtwidrig wider ihren Mann gehandelt hat, das Fluchwasser zur Bitterkeit in sie eindringen: ihr Bauch schwillt an, ihre Hüften fallen ein, und die Frau wird zur Fluchbeladenen inmitten ihrer Volksgenossen werden.

5:28 Hat sich aber die Frau nicht verunreinigt und ist sie unschuldig, so bleibt sie unversehrt und kann gesegneten Leibes werden.

5:29 Dies ist das Eifersuchtsgesetz für den Fall, daß eine Frau ihrem Mann gegenüber treulos handelt und sich verunreinigt,

5:30 oder wenn über einen Mann ein Eifersuchtsgeist kommt und er eifersüchtig wird auf seine Frau: Er stelle die Frau vor den Herrn, und der Priester verfahre mit ihr ganz nach diesem Gesetze!

5:31 Der Mann ist von Schuld frei; jene Frau aber hat ihre Verschuldung zu tragen.«

 

Numeri 6

Nasiräatsgelübde

6:1 Der Herr redete zu Moses:[93]

6:2 »Rede zu den Israeliten und sprich zu ihnen: Wenn jemand, Mann oder Frau, das besondere Gelübde des Nasiräates ablegt, sich dem Herrn zu weihen,

6:3 dann muß er sich des Weines und Rauschtrankes enthalten; Essig von Wein oder Rauschtrank darf er ebenfalls nicht trinken, auch keinerlei Traubensaft; frische oder getrocknete Trauben darf er nicht essen.

6:4 Während seiner ganzen Weihezeit darf er nichts von dem genießen, was vom Weinstock kommt; weder unreife Trauben noch Weinbeerschalen darf er genießen.

6:5 In der Zeit seines Weihegelübdes darf ein Schermesser nicht über sein Haupt kommen. Bis die Tage zu Ende sind, für die er sich dem Herrn geweiht hat, gilt er als dem Herrn heilig; er lasse also sein Haupthaar frei wachsen.

6:6 In allen Tagen seiner Weihe für den Herrn darf er an keine Leiche herantreten.

6:7 Stirbt sein Vater, seine Mutter, sein Bruder oder seine Schwester, so verunreinige er sich an ihnen nicht; denn seines Gottes Weihe ist auf seinem Haupt.

 

Plötzliche Unterbrechung der Weihezeit

6:8 Während seiner ganzen Weihezeit ist er dem Herrn geheiligt.

6:9 Stirbt aber jemand ganz plötzlich neben ihm, und verunreinigt er sein geweihtes Haupt, so schere er sein Haupt an dem Tage, an dem er rein wird, am siebten Tag.

6:10 Am achten Tag aber bringe er zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben zum Priester an den Eingang des Offenbarungszeltes.

6:11 Der Priester richte die eine zum Sündopfer, die andere zum Brandopfer her und schaffe ihm Sühne dafür, daß er sich an der Leiche versündigt hat; dann erkläre er sein Haupt noch am gleichen Tage für geweiht.

6:12 Er weihe sich dem Herrn noch einmal für die volle Zeit seines Gelübdes und bringe ein einjähriges Lamm als Schuldopfer dar; denn die verflossenen Tage entfallen, da er sein Weihehaupt verunreinigt hat.

 

Nach Ablauf der Weihezeit

6:13 Dies ist das Gesetz für den Nasiräer. Am Tage, da die von ihm gelobte Weihezeit zu Ende ist, führe man ihn vor die Tür des Offenbarungszeltes.

6:14 Er bringe seine Opfergabe dem Herrn dar: ein einjähriges fehlerloses männliches Lamm zum Brandopfer, ein einjähriges, fehlerloses weibliches Lamm zum Sündopfer und einen fehlerlosen Widder zum Friedopfer,

6:15 ferner einen Korb mit ungesäuerten Ringbroten aus Mehl, angemacht mit Öl, ungesäuerte, mit Öl bestrichene Fladen und das zugehörige Speiseopfer und die Trankopfer.

6:16 Der Priester bringe alles vor dem Herrn dar; er veranstalte das Sündopfer und Brandopfer für ihn.

6:17 Den Widder aber richte er als ein Friedopfer für den Herrn her samt dem Korbe der ungesäuerten Brote, dem Speise- und Trankopfer.

6:18 Dann schere der Gottgeweihte am Eingang des Offenbarungszeltes sein geweihtes Haupt, nehme sein geweihtes Haupthaar und lege es auf das Feuer unter dem Friedopfer.

6:19 Der Priester nehme das gekochte Schulterblatt des Widders, ein ungesäuertes Ringbrot aus dem Korb und einen ungesäuerten Fladen und gebe es dem Gottgeweihten in die Hände, nachdem er sein geweihtes Haar geschoren hat.

6:20 Als Weihegabe schwinge es der Priester vor dem Herrn hin und her; es ist dies eine heilige Gabe für den Priester außer der Weihebrust und der Hebekeule. Danach darf der Gottgeweihte wieder Wein trinken.

6:21 Dies ist das Gesetz für den Nasiräer, der das Gelübde ablegt, was er dem Herrn seiner Weihe gemäß darbringen muß außer dem, was er seinem Vermögen nach sonst noch zu leisten vermag. Gemäß dem Wortlaut des Gelübdes, das er abgelegt, muß er handeln, nach dem für seine Weihe geltenden Gesetz.« Aarons Priestersegen

6:22 Der Herr sprach zu Moses:

6:23 »Sprich zu Aaron und seinen Söhnen: So sollt ihr die Israeliten segnen, indem ihr zu ihnen sprecht:

6:24>Der Herr segne dich und behüte dich!

6:25 Der Herr lasse sein Antlitz leuchten über dir und sei dir gnädig!

6:26 Der Herr wende dir sein Angesicht zu und verschaffe dir Heil!<

6:27 So sollen sie also meinen Namen auf die Israeliten legen, und ich will sie segnen!«

 

Numeri 7

Geschenke und Opfergaben der Stammesfürsten

7:1 Als nun Moses die Wohnstätte fertig aufgerichtet, sie gesalbt und geweiht hatte samt all ihren Geräten und dem Altar mit allen zugehörigen Geräten,

7:2 brachten die Fürsten Israels, die Häupter ihrer Familien - das sind die Stammesfürsten, die Vorsteher der Gemusterten -, Opfer dar.

7:3 Sie brachten als ihre Gabe vor den Herrn sechs überdeckte Wagen und zwölf Rinder, je einen Wagen von zwei Fürsten und ein Rind von einem jeden. Sie stellten diese vor der Wohnstätte auf.

7:4 Da sprach der Herr zu Moses:

7:5 »Nimm sie von ihnen an, damit sie im heiligen Dienste am Offenbarungszelt verwendet werden! Übergib sie den Leviten, entsprechend der Dienstleistung eines jeden!«

7:6 Moses nahm die Wagen und die Rinder und übergab sie den Leviten.

7:7 Zwei Wagen und vier Rinder übergab er den Gerschoniten, entsprechend ihrem Dienst.

7:8 Vier Wagen und acht Rinder übergab er den Merariten, entsprechend ihrer Aufgabe unter der Leitung Itamars, des Sohnes des Priesters Aaron.

7:9 Den Kehatiten gab er nichts, denn ihnen oblag der Dienst am Heiligsten; sie hatten es auf der Schulter zu tragen.

7:10 Die Fürsten brachten die Spende zur Altarweihe am Tage seiner Salbung; sie stellten ihre Opfergabe vor den Altar.

7:11 Da sprach der Herr zu Moses: »Tag für Tag soll jeweils einer der Fürsten seine Opfergabe zur Altarweihe bringen.«

7:12 Der am ersten Tag seine Opfergabe brachte, war Nachschon, der Sohn des Amminadab aus dem Stamme Juda.

7:13 Seine Opfergabe war eine Silberschüssel, hundertdreißig Sekel schwer, ein Silberbecken, siebzig Sekel schwer nach heiligem Gewicht, beide gefüllt mit Mehl, das mit Öl angemacht war, für ein Speiseopfer,

7:14 eine Schale, zehn Goldsekel schwer, gefüllt mit Räucherwerk,

7:15 ein junger Stier, ein Widder, ein einjähriges Lamm zum Brandopfer,

7:16 ein Ziegenbock zum Sündopfer,

7:17 zum Friedopfer zwei Rinder, fünf Widder, fünf Böcke und fünf einjährige Lämmer. Dies war die Opfergabe Nachschons, des Sohnes Amminadabs.

7:18 Am zweiten Tage brachte Netanel, der Sohn Zuars, der Fürst von Issachar, seine Gabe.

7:19 Seine Opfergabe war eine Silberschüssel, hundertdreißig Sekel schwer, ein Silberbecken, siebzig Sekel schwer nach heiligem Gewicht, beide gefüllt mit Mehl, das mit Öl angemacht war, für ein Speiseopfer,

7:20 eine Schale, zehn Goldsekel schwer, gefüllt mit Räucherwerk,

7:21 ein junger Stier, ein Widder, ein einjähriges Lamm zum Brandopfer,

7:22 ein Ziegenbock zum Sündopfer,

7:23 zum Friedopfer zwei Rinder, fünf Widder, fünf Böcke und fünf einjährige Lämmer. Dies war die Gabe Netanels, des Sohnes Zuars.

7:24 Am dritten Tage brachte der Fürst der Söhne Sebuluns, Eliab, der Sohn Chelons, seine Opfergabe.

7:25 Sie war eine Silberschüssel, hundertdreißig Sekel schwer, ein Silberbecken, siebzig Sekel schwer nach heiligem Gewicht, beide gefüllt mit Mehl, das mit Öl angemacht war, für ein Speiseopfer,

7:26 eine Schale, zehn Goldsekel schwer, gefüllt mit Räucherwerk,

7:27 ein junger Stier, ein Widder, ein einjähriges Lamm zum Brandopfer,

7:28 ein Ziegenbock zum Sündopfer,

7:29 zum Friedopfer zwei Rinder, fünf Widder, fünf Böcke und fünf einjährige Lämmer. Dies war die Gabe Eliebs, des Sohnes Chelons.

7:30 Am vierten Tage opferte der Fürst der Söhne Rubens, Elizur, der Sohn Schedeurs.

7:31 Seine Opfergabe war eine Silber Schüssel, hundertdreißig Sekel schwer, ein Silberbecken, siebzig Sekel schwer nach heiligem Gewicht, beide gefüllt mit Mehl, das mit Öl angemacht war, für ein Speiseopfer,

7:32 eine Schale, zehn Goldsekel schwer, gefüllt mit Räucherwerk,

7:33 ein junger Stier, ein Widder, ein einjähriges Lamm zum Brandopfer,

7:34 ein Ziegenbock zum Sündopfer,

7:35 zum Friedopfer zwei Rinder, fünf Widder, fünf Böcke und fünf einjährige Lämmer. Dies war die Gabe Elizurs, des Sohnes Schedeurs.

7:36 Am fünften Tage opferte der Fürst der Söhne Simeons, Schelumiel, der Sohn Zurischaddajs.

7:37 Seine Opfergabe war eine Silberschüssel, hundertdreißig Sekel schwer, ein Silberbecken, siebzig Sekel schwer nach heiligem Gewicht, beide gefüllt mit Mehl, das mit Öl angemacht war, für ein Speiseopfer,

7:38 eine Schale, zehn Goldsekel schwer, gefüllt mit Räucherwerk,

7:39 ein junger Stier, ein Widder, ein einjähriges Lamm zum Brandopfer,

7:40 ein Ziegenbock zum Sündopfer,

7:41 zum Friedopfer zwei Rinder, fünf Widder, fünf Böcke und fünf einjährige Lämmer. Dies war die Gabe Schelumiels, des Sohnes Zurischaddajs.

7:42 Am sechsten Tage opferte der Fürst der Söhne Gads, Eljasaph, der Sohn Reuels.

7:43 Seine Opfergabe war eine Silberschüssel, hundertdreißig Sekel schwer, ein Silberbecken, siebzig Sekel schwer nach heiligem Gewicht, beide gefüllt mit Mehl, das mit Öl angemacht war, für ein Speiseopfer,

7:44 eine Schale, zehn Goldsekel schwer, gefüllt mit Räucherwerk,

7:45 ein junger Stier, ein Widder, ein einjähriges Lamm zum Brandopfer,

7:46 ein Ziegenbock zum Sündopfer,

7:47 zum Friedopfer zwei Rinder, fünf Widder, fünf Böcke und fünf einjährige Lämmer. Dies war die Opfergabe Eljasaphs, des Sohnes Reuels.

7:48 Am siebten Tage opferte der Fürst der Söhne Ephraims, Elischama, der Sohn Ammihuds.

7:49 Seine Opfergabe war eine Silberschüssel, hundertdreißig Sekel schwer, ein Silberbecken, siebzig Sekel schwer nach heiligem Gewicht, beide gefüllt mit Mehl, das mit Öl angemacht war, für ein Speiseopfer,

7:50 eine Schale, zehn Goldsekel schwer, gefüllt mit Räucherwerk,

7:51 ein junger Stier, ein Widder, ein einjähriges Lamm zum Brandopfer,

7:52 ein Ziegenbock zum Sündopfer,

7:53 zum Friedopfer zwei Rinder, fünf Widder, fünf Böcke und fünf einjährige Lämmer. Dies war die Gabe Elischamas, des Sohnes Ammihuds.

7:54 Am achten Tage opferte der Fürst der Söhne Manasses, Gamliel, der Sohn Pedazurs.

7:55 Seine Opfergabe war eine Silberschüssel, hundertdreißig Sekel schwer, ein Silberbecken, siebzig Sekel schwer nach heiligem Gewicht, beide gefüllt mit Mehl, das mit Öl angemacht war, für ein Speiseopfer,

7:56 eine Schale, zehn Goldsekel schwer, gefüllt mit Räucherwerk,

7:57 ein junger Stier, ein Widder, ein einjähriges Lamm zum Brandopfer,

7:58 ein Ziegenbock zum Sündopfer,

7:59 zum Friedopfer zwei Rinder, fünf Widder, fünf Böcke und fünf einjährige Lämmer. Dies war die Opfergabe Gamliels, des Sohnes Pedazurs.

7:60 Am neunten Tage opferte der Fürst der Söhne Benjamins, Abidan, der Sohn Gidonis.

7:61 Seine Opfergabe war eine Silberschüssel, hundertdreißig Sekel schwer, ein Silberbecken, siebzig Sekel schwer nach heiligem Gewicht, beide gefüllt mit Mehl, das mit Öl angemacht war, für ein Speiseopfer,

7:62 eine Schale, zehn Goldsekel schwer, gefüllt mit Räucherwerk,

7:63 ein junger Stier, ein Widder, ein einjähriges Lamm zum Brandopfer,

7:64 ein Ziegenbock zum Sündopfer,

7:65 zum Friedopfer zwei Rinder, fünf Widder, fünf Böcke und fünf einjährige Lämmer. Dies war die Gabe Abidans, des Sohnes Gidonis.

7:66 Am zehnten Tage opferte der Fürst der Söhne Dans, Achieser, der Sohn Ammischaddajs.

7:67 Seine Opfergabe war eine Silberschüssel, hundertdreißig Sekel schwer, ein Silberbecken, siebzig Sekel schwer nach heiligem Gewicht, beide gefüllt mit Mehl, das mit Öl angemacht war, für ein Speiseopfer,

7:68 eine Schale, zehn Goldsekel schwer, gefüllt mit Räucherwerk,

7:69 ein junger Stier, ein Widder, ein einjähriges Lamm zum Brandopfer,

7:70 ein Ziegenbock zum Sündopfer,

7:71 zum Friedopfer zwei Rinder, fünf Widder, fünf Böcke und fünf einjährige Lämmer. Dies war die Gabe Achiesers, des Sohnes Ammischaddajs.

7:72 Am elften Tage opferte der Fürst der Söhne Asers, Pagiel, der Sohn Ochrans.

7:73 Seine Opfergabe war eine Silberschüssel, hundertdreißig Sekel schwer, ein Silberbecken, siebzig Sekel schwer nach heiligem Gewicht, beide gefüllt mit Mehl, das mit Öl angemacht war, für ein Speiseopfer,

7:74 eine Schale, zehn Goldsekel schwer, gefüllt mit Räucherwerk,

7:75 ein junger Stier, ein Widder, ein einjähriges Lamm zum Brandopfer,

7:76 ein Ziegenbock zum Sündopfer,

7:77 zum Friedopfer zwei Rinder, fünf Widder, fünf Böcke und fünf einjährige Lämmer. Dies war die Gabe Pagiels, des Sohnes Ochrans.

7:78 Am zwölften Tage opferte der Fürst der Söhne Naphtalis, Achira, der Sohn Enans.

7:79 Seine Opfergabe war eine Silberschüssel, hundertdreißig Sekel schwer, ein Silberbecken, siebzig Sekel schwer, nach heiligem Gewicht, beide gefüllt mit Mehl, das mit Öl angemacht war, für ein Speiseopfer,

7:80 eine Schale, zehn Goldsekel schwer, gefüllt mit Räucherwerk,

7:81 ein junger Stier, ein Widder, ein einjähriges Lamm zum Brandopfer,

7:82 ein Ziegenbock zum Sündopfer,

7:83 zum Friedopfer zwei Rinder, fünf Widder, fünf Böcke und fünf einjährige Lämmer. Dies war die Gabe Achiras, des Sohnes Enans.

7:84 Dies sind die Gaben, die die israelitischen Fürsten zur Altarweihe an dem Tage brachten, da er gesalbt wurde: zwölf Silberschüsseln, zwölf Silberbecken und zwölf Goldschalen;

7:85 jede Schüssel wog hundertdreißig Silbersekel und jedes Becken siebzig Sekel. Das Gesamtgewicht der Silbergefäße betrug 2'400 Sekel heiligen Gewichtes;

7:86 an goldenen Schalen waren es zwölf, gefüllt mit Räucherwerk, jede Schale zehn Sekel schwer nach heiligem Gewicht. Das gesamte Gold der Schalen wog hundertzwanzig Sekel.

7:87 Die Gesamtzahl an Vieh zum Brandopfer betrug zwölf Jungstiere, zwölf Widder, zwölf einjährige Lämmer, das hierzu gehörige Speiseopfer und zwölf Ziegenböcke zum Sündopfer.

7:88 Die Gesamtzahl an Vieh zum Friedopfer betrug vierundzwanzig Jungstiere, sechzig Widder, sechzig Böcke, sechzig einjährige Lämmer. Das war die Spende zur Altarweihe nach dessen Salbung.

 

Rede Gottes

7:89 Wenn Moses in das Offenbarungszelt hineinging, um mit Gott zu reden, hörte er, wie eine Stimme zu ihm sprach. Es war von der Deckplatte her, die auf der Gesetzeslade lag, und zwar zwischen den beiden Kerubim. So redete er zu ihm.

 

Numeri 8

Lampen des Leuchters

8:1 Der Herr sprach zu Moses:[94]

8:2 »Sprich zu Aaron und befiehl ihm: Wenn du die Lampen aufsetzt, so sollen die sieben Lampen ihr Licht nach der Vorderseite des Leuchters ausstrahlen.«

8:3 Aaron tat so. Er setzte die Lampen auf der Vorderseite des Leuchters auf, wie der Herr dem Moses befohlen hatte.

8:4 Der Leuchter war eine getriebene Arbeit aus Gold, auch in seinem Schaft und in seinen Blüten. Er entsprach dem Bilde, das der Herr dem Moses gezeigt hatte; ganz so hat dieser den Leuchter angefertigt.

 

Levitenweihe

8:5 Der Herr sprach zu Moses:

8:6 »Nimm die Leviten aus der Mitte der Israeliten heraus und reinige sie!

8:7 Bei ihrer Reinigung sollst du so verfahren: Besprenge sie mit Entsündigungswasser; sie sollen ein Schermesser über ihren ganzen Körper gehen lassen, ihre Kleider waschen und sich so reinigen.

8:8 Dann sollen sie einen Jungstier nehmen und als zugehöriges Speiseopfer mit Öl angemachtes Mehl und einen zweiten Jungstier als Sündopfer.

8:9 Dann laß die Leviten vor das Offenbarungszelt treten und versammle die ganze israelitische Gemeinde.

8:10 Laß die Leviten vor den Herrn hintreten; die Söhne Israels sollen ihnen die Hände auflegen.

8:11 Aaron aber soll die Leviten als Weiheopfer der Söhne Israels dem Herrn darbringen, damit sie so für den Dienst des Herrn bestellt werden.

8:12 Die Leviten aber sollen ihre Hände auf den Kopf der Stiere legen; den einen von ihnen richte als Sündopfer, den anderen als Brandopfer für den Herrn her, um den Leviten Sühne zu verschaffen.

8:13 Du sollst die Leviten vor Aaron und seine Söhne bringen und sie als Weiheopfer dem Herrn darstellen.

8:14 Sondere die Leviten mitten aus den Israeliten aus, damit sie mir gehören

8:15 Danach sollen sie hineingehen, um im Offenbarungszelt Dienste zu leisten; reinigen sollst du sie und als Weiheopfer dem Herrn darbringen.

8:16 Denn sie sind ganz mein Eigentum, aus der Mitte der Israeliten, an Stelle aller Erstgeborenen unter den Israeliten habe ich sie genommen.

8:17 Denn mein sind alle Erstgeborenen unter den Israeliten bei Mensch und Vieh; am Tage, da ich alle Erstgeburt im Ägypterland schlug, habe ich sie mir geweiht.

8:18 Ich nehme die Leviten statt jeglicher Erstgeburt unter den Israeliten

8:19 und gebe sie Aaron und seinen Söhnen aus der Mitte der Israeliten zu eigen, damit sie den Dienst für die Israeliten am Offenbarungszelt versehen und ihnen so Sühne verschaffen, daß sie nicht etwa eine Plage treffe, wenn sie sich selbst dem Heiligtum nähern.«

8:20 Moses, Aaron und die ganze Gemeinde der Israeliten verfuhren so mit den Leviten; ganz wie der Herr dem Moses bezüglich der Leviten befohlen hatte, verfuhren die Israeliten mit ihnen.

8:21 Die Leviten ließen sich entsündigen und wuschen ihre Kleider; Aaron aber brachte sie als Weiheopfer vor dem Herrn dar und schaffte ihnen Sühne, um sie zu reinigen.

8:22 Danach gingen die Leviten hinein, um ihren Dienst im Offenbarungszelt unter der Aufsicht Aarons und seiner Söhne zu verrichten. Wie der Herr dem Moses bezüglich der Leviten befohlen hatte, so tat man an ihnen.

 

Von 25 Jahren an

8:23 Der Herr redete zu Moses:

8:24 »Dies gilt für die Leviten: Von fünfundzwanzig Jahren an und darüber komme jeder zum Dienst zur Besorgung des Offenbarungszeltes.

8:25 Von fünfzig Jahren an ist er von der Pflicht des Dienstes ledig und soll ihn nicht mehr versehen.

8:26 Er helfe seinen Brüdern im Offenbarungszelt, um Obliegenheiten wahrzunehmen; aber eigentliche Dienste leiste er nicht mehr! Also verfahre mit den Leviten, was ihre Amtsgeschäfte betrifft!«

 

Numeri 9

Nachfeier des Pascha

9:1 Der Herr sprach zu Moses in der Wüste Sinai im zweiten Jahre nach ihrem Auszug aus Ägypten im ersten Monat:

9:2 »Die Israeliten sollen das Pascha zur festgesetzten Zeit halten!

9:3 Am vierzehnten Tage dieses Monats gegen Abend sollt ihr es feiern zu der dafür festgesetzten Zeit; nach allen dafür angeordneten Gesetzen und Geboten sollt ihr es feiern!«

9:4 Moses befahl den Israeliten, das Pascha zu halten.

9:5 Sie feierten also das Pascha im ersten Monat am 14. Tag des Monats gegen Abend in der Wüste Sinai; gemäß sämtlichen Befehlen des Herrn an Moses hielten es die Israeliten.

 

Pascha im Zustand der Unreinheit

9:6 Es gab aber Männer, die an einer Menschenleiche unrein geworden waren; sie konnten an jenem Tag das Pascha nicht halten. Sie traten also vor Moses und Aaron noch am gleichen Tage.

9:7 Sie sprachen zu ihm: »Wir sind an einer Menschenleiche unrein geworden; warum soll es uns nicht erlaubt sein, die Opfergabe des Herrn zur festgesetzten Zeit inmitten der Israeliten darzubringen?«

9:8 Moses antwortete ihnen: »Wartet, ich will hören, was der Herr euretwegen befiehlt.«

9:9 Der Herr sprach zu Moses:

9:10 »Sprich zu den Israeliten: Ist jemand von euch oder euren Nachkommen an einer Leiche unrein, oder befindet er sich auf einer weiten Reise, so halte er doch das Pascha für den Herrn.

9:11 Im zweiten Monat, am 14. Tage gegen Abend sollen sie es begehen; zu ungesäuertem Brot und bitteren Kräutern sollen sie es essen.

9:12 Sie dürfen davon nichts übriglassen bis zum Morgen und keinen Knochen an ihm zerbrechen; nach allen für das Pascha geltenden Satzungen sollen sie es halten.

9:13 Wer aber rein ist und sich nicht auf einer Reise befindet und es dennoch unterläßt, Pascha zu halten, soll aus seinen Volksgenossen ausgerottet werden; denn er hat die Opfergabe für den Herrn zu der für ihn bestimmten Zeit nicht dargebracht; ein solcher Mann soll seine Sünde büßen!

 

Pascha des Fremden

9:14 Wenn sich bei euch ein Fremdling aufhält und Pascha feiern will zu Ehren des Herrn, so soll er es nach der Ordnung und der geltenden Satzung des Pascha tun; einerlei Satzung gelte für euch, für den Fremdling wie für den Einheimischen!«

 

Wolkensäule

9:15 An dem Tage aber, da man die Wohnstätte aufrichtete, bedeckte die Wolke die Wohnstätte des Offenbarungszeltes; abends war sie über der Wohnstätte wie ein feuriges Gebilde bis zum Morgen.

9:16 So geschah es immer: die Wolke bedeckte sie am Tage, und des Nachts verhüllte sie ein feuriges Gebilde.

9:17 Sooft aber die Wolke sich vom Zelte hinweg erhob, brachen die Israeliten auf, und an dem Orte, wo die Wolke sich niederließ, rasteten sie.

9:18 Nach Weisung des Herrn brachen also die Israeliten auf, und nach Weisung des Herrn lagerten sie. Solange die Wolke auf der Wohnstätte ruhte, verharrten sie im Lager.

9:19 Auch wenn die Wolke lange Zeit hindurch über der Wohnstätte blieb, beachteten die Israeliten die Weisung des Herrn und brachen nicht auf.

9:20 Es kam auch vor, daß die Wolke nur wenige Tage auf der Wohnstätte blieb; dann lagerten die Israeliten auf des Herrn Weisung, und auf des Herrn Befehl brachen sie auf.

9:21 Blieb einmal die Wolke nur vom Abend bis zum Morgen, und erhob sie sich dann am Morgen, so brachen sie wieder auf. Blieb sie einen Tag und eine Nacht, und erhob sie sich dann wieder, so brachen sie jetzt erst auf.

9:22 Oder sie blieb zwei Tage oder einen Monat oder längere Zeit hindurch; wenn so die Wolke länger über der Wohnstätte verweilte, dann hielten sich die Israeliten im Lager und brachen nicht auf. Erhob sie sich aber, so zogen sie wieder weiter.

9:23 Auf des Herrn Weisung lagerten sie sich, und auf des Herrn Weisung brachen sie auf. Sie beobachteten genau die Anweisung des Herrn nach der Vorschrift des Herrn an Moses.

 

Numeri 10

Silberne Trompeten

10:1 Der Herr sprach zu Moses:

10:2 »Verfertige dir zwei silberne Trompeten in getriebener Arbeit; sie sollen dir dazu dienen, die Gemeinde einzuberufen und zum Aufbruch des Lagers das Zeichen zu geben.

10:3 Bläst man mit ihnen, dann soll sich um dich die ganze Gemeinde scharen am Eingang des Offenbarungszeltes.

10:4 Bläst man nur mit einer, dann sollen sich die Fürsten, die Häupter der Tausendschaften Israels, bei dir versammeln.

10:5 Wenn ihr aber schmetternd blast, dann haben die nach Osten liegenden Lager aufzubrechen.

10:6 Wenn ihr zum zweiten Male schmetternd blast, so haben die nach Süden liegenden Lager aufzubrechen. Schmetternd blasen soll man also bei ihrem Aufbruch.

10:7 Beim Versammeln der Gemeinde sollt ihr nur einfach, nicht aber schmetternd blasen.

10:8 Und zwar sollen die Priester, die Söhne Aarons, in die Trompeten stoßen; sie sollen euch zu einem immerwährenden Gebrauch von Geschlecht zu Geschlecht dienen.

10:9 Wenn ihr aber in eurem Land in den Krieg zieht gegen einen Feind, der euch bedrängt, so blast schmetternd in die Trompeten! Dann werdet ihr in Erinnerung kommen vor dem Herrn, eurem Gott, und werdet vor euren Feinden Rettung finden.

10:10 Auch an euren Freudentagen, Festen und Neumonden sollt ihr die Trompeten blasen zu euren Brand- und Friedopfern; sie sollen euch vor dem Herrn in Erinnerung bringen: Ich bin der Herr, euer Gott!«

 

Auf der Wanderung

10:11 Im zweiten Jahr, im zweiten Monat, am zwanzigsten Tage, erhob sich die Wolke von der Wohnstätte des Gesetzes.

10:12 Da brachen die Israeliten in Tagemärschen von der Wüste Sinai auf, und die Wolke ließ sich nieder in der Steppe Paran.

 

Lagerabteilungen und ihre Führer

10:13 Sie brachen so zum ersten Male auf nach dem Geheiß des Herrn an Moses.

10:14 Zunächst zog das Panier des Lagers der Judäer los, eine Heerschar nach der anderen; Anführer des zu ihm gehörigen Heeres war Nachschon, der Sohn des Amminadab.

10:15 Das Heer des Stammes der Issachariten befehligte Netanel, der Sohn des Zuar,

10:16 das Heer der Sebuluniten Eliab, der Sohn Chelons.

10:17 War die Wohnstätte abgebrochen, so brachen die Gerschoniten und die Merariten auf als Träger der Wohnstätte.

10:18 Dann setzte sich das Panier des Lagers Ruben in Marsch, eine Heerschar nach der anderen. Anführer über sein Heer war Elizur, der Sohn Schedeurs.

10:19 Das Heer des Stammes der Simeoniten befehligte Schelumiel, der Sohn des Zurischaddaj,

10:20 das Heer des Stammes der Gaditen Eljasaph, der Sohn des Reuel.

10:21 Nun zogen die Kehatiten ab, die das Heiligtum tragen mußten. Bis zu ihrer Ankunft hatte man die Wohnstätte bereits errichtet.

10:22 Dann brach das Panier des Lagers der Ephraimiten auf, eine Heerschar nach der anderen. Das Heer befehligte Elischama, der Sohn des Ammihud.

10:23 Das Heer des Stammes der Manassiten führte Gamliel, der Sohn des Pedazur,

10:24 das Heer des Stammes der Benjaminiten Abidan, der Sohn des Gidoni.

10:25 Dann brach das Panier des Lagers der Daniten auf, das den Abschluß bildete, eine Heerschar nach der anderen. Über sein Heer war Achieser, der Sohn des Ammischaddaj, gesetzt.

10:26 Das Heer des Stammes der Aseriten führte Pagiel, der Sohn Ochrans,

10:27 das Heer der Naphtaliten Achira, der Sohn Enans.

10:28 Dies war die Ordnung, in der die Israeliten nach ihren Heerscharen aufbrachen.

 

Der Schwiegervater des Moses

10:29 Moses sprach zu seinem Schwiegervater Chobab, dem Sohn des Midianiters Reuel: »Aufbrechen wollen wir nach der Stätte, von der der Herr gesagt hat: >Ich will sie euch geben.< Ziehe doch mit uns, wir wollen es dir lohnen; denn der Herr hat Israel Gutes verheißen!«

10:30 Doch er erwiderte ihm: »Ich will nicht mitziehen, sondern in mein Vaterland und zu meiner Verwandtschaft heimkehren.«

10:31 Moses entgegnete darauf: »Laß uns doch nicht im Stich. Du kennst Lagerstätten für uns in der Wüste, und darum kannst du uns als Anführer dienen.

10:32 Wenn du mit uns ziehst, dann werden wir dir Anteil geben an den Gütern, die der Herr uns schenken will.«

10:33 So brachen sie denn vom Berge des Herrn auf und zogen drei Tagereisen weiter, und die Bundeslade des Herrn zog vor ihnen her, drei Tagereisen lang, um ihnen einen Lagerplatz zu erkunden.

10:34 Des Herrn Wolke schwebte über ihnen bei Tage, wenn sie vom Lager aufbrachen.

10:35 Wenn sich die Lade in Bewegung setzte, rief Moses: »Erhebe dich, Herr, auf daß deine Feinde zerstieben und fliehen vor dir deine Gegner!«

10:36 Beim Haltmachen sprach er: »Laß dich nieder, Herr, bei den Scharen der Tausendschaften Israels!«

 

Numeri 11

Feuersbrunst

11:1 Das Volk aber erging sich in Klagen vor den Ohren des Herrn, daß es ihm schlecht gehe. Der Herr hörte es, und sein Zorn entbrannte. Da brach unter ihnen Feuer aus, vom Herrn gesandt, und fraß an den Randteilen des Lagers.

11:2 Da schrie das Volk zu Moses, und Moses legte Fürbitte beim Herrn ein, worauf das Feuer erlosch.

11:3 Er nannte jenen Ort »Tabera«, weil Feuer vom Herrn unter ihnen »gelodert« hatte.

 

Ägyptische Fleischtöpfe

11:4 Das zugelaufene Gesindel, das unter ihnen war, bekam Gelüste. Da fingen auch die Israeliten wieder zu klagen an und sprachen: »Wer wird uns Fleisch zu essen geben?

11:5 Wir denken an die Fische, die wir in Ägypten umsonst zu essen bekamen, an die Gurken, die Melonen, den Lauch, die Zwiebeln und den Knoblauch.

11:6 Jetzt aber verschmachten wir, nichts ist mehr da; nur das Manna bekommen wir noch zu sehen.«

11:7 Das Manna aber war wie Koriandersamen und sah aus wie Balsamharz [Bdelliumharz].

11:8 Die Leute streiften umher, sammelten es und zermahlten es in der Handmühle oder zerstießen es im Mörser; sie kochten es im Topf und machten Fladen daraus. Sein Geschmack war wie Ölkuchen.

11:9 Fiel nachts Tau auf das Lager, so fiel auch das Manna darauf herab.

11:10 Moses hörte das Volk, nach Sippen geteilt, klagen, und zwar jeden Mann am Eingang seines Zeltes. Da entbrannte der Zorn des Herrn gewaltig, und auch Moses mißfiel es sehr.

11:11 Moses sprach zum Herrn: »Warum handelst du an deinem Knecht so übel? Warum fand ich keine Gnade in deinen Augen, da du die Sorgenlast für dieses ganze Volk auf mich gelegt hast?

11:12 Habe ich etwa das ganze Volk da im Schoße getragen? Habe ich es etwa geboren, daß du mir zumutest, ich soll es an meiner Brust tragen wie der Pfleger den Säugling, in das Land, das du eidlich seinen Vätern versprochen hast?

11:13 Woher soll ich Fleisch nehmen, um es diesem ganzen Volke auszuteilen? Denn sie jammern mir vor und sagen: >Gib uns Fleisch zu essen!<

11:14 Ich kann nicht mehr allein für dieses ganze Volk die Last tragen! Sie drückt mich zu sehr.

11:15 Willst du noch weiter so an mir handeln, so töte mich lieber sofort, wenn ich vor deinen Augen Gnade finde! Dann schaue ich mein Unheil nicht länger.«

 

Siebzig Älteste

11:16 Da sprach der Herr zu Moses: »Rufe mir siebzig Männer von den Ältesten Israels zusammen, von denen du weißt, daß sie Älteste des Volkes und seine Aufseher sind! Bringe sie mit dir zum Offenbarungszelt; dort sollen sie sich neben dir aufstellen.

11:17 Ich komme herab und rede dort mit dir und werde von dem Geiste, der auf dir ruht, nehmen und etwas auf sie legen. Sie werden dann mit dir an der Last des Volkes tragen, und du brauchst sie nicht mehr allein zu tragen.

11:18 Dem Volke aber sage: Heiligt euch für morgen! Ihr werdet Fleisch zu essen bekommen; denn vor den Ohren des Herrn habt ihr gejammert: >Wer gibt uns Fleisch zu essen? Wie gut ging es uns doch in Ägypten!< Jetzt wird der Herr euch Fleisch zu essen geben.

11:19 Nicht nur einen Tag oder zwei, fünf, zehn oder zwanzig Tage,

11:20 sondern einen ganzen Monat lang, bis ihr es nicht mehr riechen könnt und ihr die Brechruhr bekommt. Denn ihr habt den Herrn mißachtet in eurer Mitte und habt vor ihm gejammert: >Warum sind wir denn aus Ägypten herausgezogen?«

11:21 Moses erwiderte: »600'000 Mann zu Fuß zählt das Volk, unter dem ich lebe. Da sagst du: >Fleisch will ich ihnen geben, daß sie einen ganzen Monat lang zu essen haben !<

11:22 Kann man ihnen Schafe und Rinder schlachten, daß es für sie reicht? Oder kann man alle Fische des Meeres für sie fangen, daß es ihnen genügt?«

11:23 Der Herr antwortete Moses: »Ist des Herrn Hand etwa zu schwach? Nun wirst du sehen, ob mein Wort eintrifft oder nicht.«

 

Herabkunft des Geistes

11:24 Moses ging hinaus und redete zum Volk alle Worte des Herrn. Er rief siebzig Männer von den Ältesten zusammen und stellte sie rings um das Zelt auf.

11:25 Der Herr fuhr in der Wolke herab und redete zu Moses. Dann nahm er etwas von dem Geiste, der auf ihm ruhte, weg und ließ es über die siebzig Ältesten kommen. Als der Geist sich nun auf sie niederließ, gerieten sie in prophetische Verzückung, wurden jedoch nicht hinweggerafft.

11:26 Zwei von den Männern blieben im Lager zurück. Der eine hieß Eldad und der andere Medad. Auch auf sie ließ sich der Geist nieder; sie gehörten zu den Aufgeschriebenen, waren aber nicht zum Zelt hinausgegangen. Sie gerieten daher im Lager in prophetische Verzückung.

11:27 Da lief ein Diener und meldete dem Moses: »Eldad und Medad sind im Lager in Verzückung geraten.«

11:28 Josua aber, der Sohn des Nun, der von Jugend an Moses Diener war, antwortete und sprach: »Mein Herr Moses, wehre es ihnen doch!«

11:29 Moses erwiderte ihm: »Ereiferst du dich für mich? Möchte doch das ganze Volk des Herrn prophetische Begeisterung haben, möchte der Herr doch allen seinen Geist senden!«

11:30 Moses begab sich dann in das Lager zurück mit den Ältesten Israels.

 

Wachteln vom Meere

11:31 Nun erhob sich ein vom Herrn gesandter Wind, führte vom Meere Wachteln herbei und ließ sie über dem Lager niederfallen in einem Umkreis von einer Tagereise. Sie bedeckten den Boden etwa zwei Ellen hoch.[95]

11:32 Da machte sich das Volk den ganzen Tag, die ganze Nacht und den ganzen folgenden Tag daran und sammelte die Wachteln. Wer nur wenig sammelte, der kam auf zehn Haufen. Die Leute legten sie rings um das Lager aus.

11:33 Noch war das Fleisch zwischen ihren Zähnen, bevor sie es aufgezehrt hatten, da entbrannte des Herrn Zorn gegen das Volk. Der Herr schlug das Volk mit einer sehr schweren Heimsuchung.

11:34 Daher heißt jener Ort »Lustgräber«, weil man dort die Leute begrub, die Gelüste hatten.

11:35 Von dort zog das Volk weiter nach Chazerot und verblieb daselbst.

 

Numeri 12

Die Kuschitin

12:1 Mirjam und Aaron redeten wider Moses wegen der kuschitischen Frau, die er sich genommen hatte, daß er eine Kuschitin geheiratet habe.

12:2 Sie sagten: »Hat der Herr denn bloß mit Moses geredet? Hat er nicht auch mit uns gesprochen?« Der Herr aber hörte dies.

12:3 Der Mann Moses war indes demütig in hohem Maße, mehr als alle Menschen auf Erden.

12:4 Der Herr sprach sofort zu Moses, Aaron und Mirjam: »Geht ihr drei zum Offenbarungszelt!« Die drei gingen hinaus.

12:5 Da stieg der Herr in der Wolkensäule herab, trat unter den Zelteingang und rief Aaron und Mirjam. Die beiden traten vor.

12:6 Dann sprach er: »Hört meine Worte! Ist bei euch ein Prophet des Herrn, so tue ich mich ihm kund in Visionen und rede mit ihm in Träumen.

12:7 Nicht so bei meinem Knecht Moses! Ihm ist mein ganzes Haus anvertraut. (Heb 3,2.5)

12:8 Von Mund zu Mund rede ich mit ihm und von Person zu Person, nicht in rätselhaften Worten; die Gestalt des Herrn schaut er. Warum habt ihr euch nicht gescheut, wider meinen Knecht Moses zu reden?«

 

Mirjams Aussatz

12:9 Des Herrn Zorn entbrannte wider sie. Er ging hinweg.

12:10 Die Wolke wich vom Zelte. Da war Mirjam plötzlich vom Aussatz weiß wie Schnee. Aaron wandte sich zu Mirjam und sah, daß sie aussätzig war.

 

Fürbitte

12:11 Aaron sprach zu Moses: »Bitte, o Herr, laß uns doch nicht dafür büßen, daß wir so töricht gehandelt und gesündigt haben!

12:12 Laß sie doch nicht werden wie ein Kind, das schon beim Verlassen des Mutterleibes nicht mehr lebt, und dessen Fleisch schon halb verwest ist!«

12:13 Da rief Moses zum Herrn und sprach: »Laß sie doch, o Gott, wieder gesund werden!«

12:14 Der Herr sprach zu Moses: »Hätte ihr Vater ihr ins Antlitz gespieen, müßte sie sich da nicht sieben Tage lang schämen? So werde sie sieben Tage lang aus dem Lager ausgesperrt, dann aber wieder aufgenommen.«

12:15 Mirjam wurde sieben Tage aus dem Lager ausgesperrt. Das Volk zog nicht weiter, bis Mirjam wieder aufgenommen war.

12:16 Dann brach es von Chazerot auf und lagerte in der Wüste Paran.

 

Numeri 13

Zwölf Kundschafter

13:1 Der Herr sprach zu Moses:

13:2 »Entsende Männer! Sie sollen das Land Kanaan auskundschaften, das ich den Israeliten geben will. Je einen, einen Fürsten, sollt ihr vom Stamme seiner Väter senden.«

13:3 Da entsandte sie Moses nach des Herrn Geheiß von der Wüste Paran aus, alles Männer, die Häupter der Israeliten waren.

13:4 Dies ihre Namen: vom Stamme Ruben Schammua, der Sohn des Sakkur,

13:5 vom Stamme Simeon Schaphat, der Sohn des Chori,

13:6 vom Stamme Juda Kaleb, der Sohn des Jephunne,

13:7 vom Stamme Issachar Jigal, der Sohn des Joseph,

13:8 vom Stamme Ephraim Hosea, der Sohn des Nun,

13:9 vom Stamme Benjamin Palti, der Sohn des Raphu,

13:10 vom Stamme Sebulun Gaddiel, der Sohn des Sodi,

13:11 vom Stamme Manasse aus Josephs Zweig Gaddi, der Sohn des Susi,

13:12 vom Stamme Dan Ammiel, der Sohn des Gemalli,

13:13 vom Stamme Aser Setur, der Sohn des Michael,

13:14 vom Stamme Naphtali Nachbi, der Sohn des Wophsi,

13:15 vom Stamme Gad Geuel, der Sohn des Machi.

13:16 Dies sind die Namen der Männer, die Moses aussandte, das Land zu erkunden. Hosea, den Sohn Nuns, nannte Moses Josua.

 

Aufträge

13:17 Moses sandte sie aus, das Land Kanaan auszukundschaften. Er sprach zu ihnen. »Zieht von hier durch das Südland und steigt hinauf ins Gebirge!

13:18 Achtet darauf, wie das Land beschaffen ist und das Volk, das es bewohnt; ob es stark oder schwach, wenig oder zahlreich ist,

13:19 ob das Land, das sie bewohnen, fruchtbar oder schlecht ist; wie die Städte sind, ob die Bevölkerung in Lagern oder Festungen wohnt,

13:20 ferner, ob der Boden fett oder mager, mit Bäumen bepflanzt ist oder nicht. Zeigt euch mutig, bringt auch von den Früchten des Landes mit!« Es war gerade die Zeit der ersten Weintrauben.

 

Traubental

13:21 Sie zogen also hinauf und kundschafteten das Land aus von der Wüste Zin bis Rechob bei Lebo-Hamat.

13:22 Sie zogen durch das Südland und kamen bis Hebron; dort saßen Achiman, Scheschaj und Talmaj, die Sprößlinge Enaks. Hebron aber war sieben Jahre vor Zoan in Ägypten erbaut worden.

13:23 Bis zum Tal Eschkol kamen sie und schnitten dort eine Rebe mit einer Weintraube ab. Sie trugen sie zu zweien an einer Stange, dazu einige Granatäpfel und Feigen.

13:24 Man nennt jenen Ort »Traubental« wegen der Traube, welche die Israeliten dort abgeschnitten haben.

 

Bericht

13:25 Vierzig Tage später kehrten sie von der Erkundung des Landes zurück.

13:26 Sie kamen zu Moses, Aaron und der ganzen Gemeinde der Israeliten in die Wüste Paran nach Kades. Dort berichteten sie ihnen und der ganzen Gemeinde und zeigten ihnen des Landes Früchte.

13:27 Sie erzählten: »In das Land, wohin du uns gesandt hast, sind wir gekommen. Wirklich, es fließt von Milch und Honig über; dies sind seine Früchte!

13:28 Freilich ist das Volk, das im Lande wohnt, stark, die Städte befestigt und überaus groß; auch sahen wir dort Nachkommen der Enakiter.

13:29 Die Amalekiter bewohnen des Landes Südteil, die Hethiter, Jebusiter und Amoriter wohnen auf dem Gebirge, die Kanaaniter am Meer und am Jordanufer.«

13:30 Kaleb aber beschwichtigte das Volk Moses gegenüber und rief: »Hinauf! Wir wollen es in Besitz nehmen; denn wir schaffen es recht gut!«

13:31 Die Männer aber, die mit ihm hinaufgezogen waren, riefen: »Nein, wir sind nicht imstande, gegen dieses Volk zu ziehen; denn es ist stärker als wir.«

13:32 Sie berichteten den Israeliten übertriebene Dinge über das Land, das sie ausgekundschaftet hatten, indem sie behaupteten: »Das Land, das wir durchzogen, um es zu erkunden, frißt seine Bewohner. Alle Leute, die wir gesehen haben, sind hoch gewachsen.

13:33 Wir haben dort auch Riesen gesehen - die Enakiter stammen von den Riesen ab - und kamen uns selbst wie Heuschrecken vor; ihnen mußten wir ebenso vorkommen.«

 

Numeri 14

Empörung

14:1 Da erhob sich die ganze Gemeinde. Sie schrieen, und das Volk weinte die ganze Nacht hindurch.

14:2 Die Israeliten murrten insgesamt wider Moses und Aaron. Die ganze Gemeinde sprach zu ihnen: »Wären wir doch in Ägypten gestorben oder in dieser Wüste! O wären wir tot! (1Kor 10,10)

14:3 Warum will der Herr uns in dieses Land bringen? Damit wir etwa durch das Schwert fallen? Unsere Frauen und Kinder sollen Feindesbeute werden! Wäre es nicht besser für uns, nach Ägypten zurückzukehren?«

14:4 Sie sprachen zueinander: »Wir wollen darauf bestehen und nach Ägypten umkehren!«

14:5 Moses und Aaron fielen vor der ganzen versammelten Gemeinde der Israeliten auf ihr Antlitz.

 

Josuas und Kalebs Beschwichtigungsversuche

14:6 Josua, der Sohn Nuns, und Kaleb, der Sohn Jephunnes, die bei den Kundschaftern des Landes waren, zerrissen ihre Kleider.

14:7 Sie sprachen zur ganzen Gemeinde der Israeliten: »Das Land, das wir durchzogen, um es auszukundschaften, ist ein überaus fruchtbares Land.

14:8 Wenn der Herr uns zugetan ist, so bringt er uns in dieses Gebiet und verleiht uns dieses Land, das von Milch und Honig überfließt.

14:9 Nur zeigt euch nicht störrisch wider den Herrn! Fürchtet nicht die Bewohner des Landes; wir werden sie verschlingen. Ihr Schutz ist von ihnen gewichen; mit uns aber ist der Herr! Fürchtet euch nicht vor ihnen!«

14:10 Die ganze Gemeinde aber verlangte ihre Steinigung. Da erschien die Majestät des Herrn allen Israeliten am Offenbarungszelt.

 

Langmut des Herrn

14:11 Der Herr sprach zu Moses: »Wie lange noch sollen diese Leute mich verhöhnen? Wie lange noch werden sie ungläubig sein trotz der Zeichen, die ich in ihrer Mitte getan habe?

14:12 Ich will sie mit der Pest schlagen, ich will sie hinwegtilgen und dich zu einem Volk machen, das größer und stärker ist als dieses.«

14:13 Moses erwiderte dem Herrn: »Die Ägypter haben vernommen, daß du dieses Volk in deiner Macht aus ihrer Mitte hinweggeführt hast.

14:14 Sie teilten es den Bewohnern dieses Landes mit. Man vernahm, daß du, Herr, inmitten dieses Volkes bist, der sich ihnen Auge in Auge geoffenbart hat, du, der Herr! Deine Wolke steht über ihnen; am Tage ziehst du in der Wolkensäule und nachts in der Feuersäule vor ihnen einher.

14:15 Tötest du dieses Volk wie einen Mann, dann werden die Völker, die von dir Kunde vernahmen, sagen:

14:16 Nur weil er außerstande war, dies Volk in das Land zu bringen, das er ihnen eidlich versprach, hat er es in der Wüste getötet! (1Kor 10,5)

14:17 Möchte sich doch nunmehr die Kraft des Herrn groß erzeigen, wie du verheißen hast:

14:18 Der Herr ist langmütig und reich an Huld, er vergibt Schuld und Frevel, aber er läßt nicht ganz ungestraft; er prüft die Schuld der Väter an den Kindern nach bis ins dritte und vierte Geschlecht.

14:19 Vergib also die Schuld dieses Volkes nach der Größe deiner Huld und so, wie du diesem Volke von Ägypten an bis jetzt vergeben hast!«[96]

14:20 Der Herr sprach: »Ich vergebe, wie du es erbeten hast![97]

14:21 Aber so wahr ich lebe, und so wahr des Herrn Majestät die ganze Erde erfüllt,

14:22 all die Männer, die meine Herrlichkeit geschaut und die Wunder gesehen haben, die ich in Ägypten und in der Wüste gewirkt habe, und mich dennoch zehnmal versucht und auf meine Stimme nicht gehört haben,

14:23 sollen nie das Land, das ich ihren Vätern eidlich zugesagt habe, schauen; auch alle, die mich schmähten, werden es nicht schauen.

14:24 Nur meinen Knecht Kaleb will ich, weil ihn ein anderer Geist beseelte und er mir voll gehorsam war, in das Land bringen, das er schon betrat; seine Nachkommen sollen es erben.

14:25 Aber in der Niederung bleibt der Amalekiter und Kanaaniter wohnen. Kehrt morgen um und zieht in die Wüste in der Richtung nach dem Schilfmeer!«

 

Wüstentod und Verheißung

14:26 Der Herr sprach zu Moses und Aaron:

14:27 »Wie lange noch soll es mit dieser bösartigen Gemeinde dauern, daß sie wider mich murren? Das Murren der Israeliten wider mich habe ich gehört.

14:28 Sage zu ihnen: So wahr ich lebe, spricht der Herr, genauso, wie ihr es vor meinen Ohren ausgesprochen habt, will ich an euch handeln.

14:29 In dieser Wüste werden eure Leiber fallen, und zwar alle von euch, die gemustert wurden, die ganze Zahl von zwanzig Jahren an und darüber, da ihr wider mich gemurrt habt! (Heb 3,17)

14:30 Von euch soll keiner in das Land kommen, das ich euch mit erhobener Hand als Wohnsitz versprochen habe, außer Kaleb, der Sohn Jephunnes, und Josua, der Sohn Nuns.

14:31 Eure Kleinkinder hingegen, von denen ihr gesagt habt, daß sie Feindesbeute werden, bringe ich hinein, und sie werden das Land erben, das ihr verschmäht habt.

14:32 Eure eigenen Leiber sollen in dieser Wüste fallen.

14:33 Eure Söhne aber werden vierzig Jahre lang in der Wüste als Hirten leben und so euren Abfall büßen, bis eure Leiber in der Wüste verfallen sind.

14:34 Gemäß der Zahl der vierzig Tage, die ihr gebraucht habt, um das Land auszukundschaften - jeden Tag für ein Jahr gerechnet - sollt ihr vierzig Jahre lang für eure Verschuldungen Buße tun! Ihr sollt meine Gegnerschaft kennenlernen!

14:35 Ich, der Herr, habe gesprochen: Fürwahr, so will ich handeln mit dieser ganzen bösartigen Gemeinde, die sich wider mich zusammengerottet hat; in dieser Wüste sollen sie alle umkommen und sterben!«

 

Tod der Kundschafter

14:36 Die Männer aber, die Moses zum Auskundschaften des Landes gesandt hatte, und die nach ihrer Rückkehr die ganze Gemeinde wider ihn zum Murren reizten, indem sie falsche Gerüchte über das Land in Umlauf brachten, (1Kor 10,10)[98]

14:37 diese Männer, die üble Dinge über das Land in Umlauf brachten, starben vor dem Herrn eines schlagartigen Todes.

14:38 Nur Josua, der Sohn Nuns, und Kaleb, der Sohn Jephunnes, blieben von den Männern, die zur Erkundung des Landes ausgezogen waren, am Leben.

 

Niederlage von Chorma

14:39 Moses teilte den Israeliten diese Worte mit. Darob wurde das Volk sehr traurig.

14:40 In der Frühe des anderen Morgens machten sie Anstalten, auf die Gebirgshöhe hinaufzuziehen. Sie sagten: »Wir sind bereit, zu jenem Ort hinaufzuziehen, von dem der Herr redete, denn wir haben uns vergangen!«

14:41 Moses entgegnete: »Warum wollt ihr dem Befehl des Herrn zuwiderhandeln? Es wird nicht gelingen!

14:42 Zieht nicht hinauf! Denn der Herr ist nicht in eurer Mitte! Sonst werdet ihr im Angesicht eurer Feinde eine Niederlage erleiden!

14:43 Denn die Amalekiter und Kanaaniter stehen euch dort gegenüber; durchs Schwert werdet ihr fallen! Ihr habt euch ja vom Herrn abgewendet, deshalb wird der Herr nicht mit euch sein!«

14:44 Sie aber versteiften sich hartnäckig, auf die Gebirgshöhe zu ziehen. Doch die Bundeslade des Herrn und Moses wichen nicht vom Lager.

14:45 Die Amalekiter und Kanaaniter, die auf dem Gebirge wohnten, stiegen herab, schlugen sie und versprengten sie bis Chorma.

 

Numeri 15

Zugaben zu den Brand- und Friedopfern

15:1 Der Herr sprach zu Moses:

15:2 »Rede zu den Israeliten und gebiete ihnen: Wenn ihr in das Land eurer Wohnsitze kommt, das ich euch geben will,

15:3 und ihr dem Herrn ein Feueropfer darbringt, ein Brand- oder Schlachtopfer, um ein Gelübde einzulösen oder als freiwillige Gabe oder gelegentlich eurer Feste, um so dem Herrn einen lieblichen Wohlgeruch von Rindern oder Schafen zu bereiten,

15:4 dann opfere, wer dem Herrn seine Opfergabe darbringt, zugleich als Speiseopfer ein Zehntel Epha Mehl, das mit einem Viertel Hin Öl angemacht ist.

15:5 An Wein zum Trankopfer bereite bei jedem Lamm zu Brand- und Schlachtopfern ein Viertel Hin.

15:6 Zu einem Widder aber füge als Speiseopfer zwei Zehntel Epha Mehl hinzu, das mit einem Drittel Hin Öl vermengt ist,

15:7 als Trankopfer ein Drittel Hin Wein, so wird es ein lieblicher Wohlgeruch für den Herrn.

15:8 Bringst du dagegen ein Kalb als Brand oder Schlachtopfer dar, um ein Gelübde einzulösen oder als Friedopfer für den Herrn,

15:9 dann opfere zum Kalb als Speiseopfer drei Zehntel Epha Mehl, das mit einem halben Hin Öl angemacht ist.

15:10 Bringe zum Trankopfer ein halbes Hin Wein dar; das sei ein Feueropfer lieblichen Wohlgeruchs für den Herrn.

15:11 So werde verfahren bei jedem Rind, bei jedem Widder, jedem Schaf- oder Ziegenlamm.

15:12 Gemäß der Anzahl die ihr herrichtet, habt ihr bei jedem Stück so zu verfahren.

15:13 Jeder Einheimische tue dies, wenn er ein Feueropfer lieblichen Wohlgeruchs dem Herrn darbringt.

15:14 Wenn ein Fremder bei euch weilt oder einer, der für immer in eurer Mitte wohnt und ein Feueropfer lieblichen Wohlgeruchs dem Herrn darbringen will, muß er ebenso tun wie ihr.

15:15 Ein und dieselbe Satzung gilt für euch wie für den Fremden, der sich bei euch aufhält; eine immerwährende für eure Geschlechterfolge geltende Satzung sei es: Vor dem Herrn gilt für den Fremden dasselbe wie für euch.

15:16 Das gleiche Gesetz und das gleiche Recht gelte für euch und für den Fremden, der sich bei euch aufhält.«

 

Hebe vom Brotteig

15:17 Es sprach der Herr zu Moses:

15:18 »Rede zu den Israeliten und befiehl ihnen: Wenn ihr in das Land kommt, in das ich euch führen will,

15:19 und ihr vom Brot des Landes eßt, sollt ihr dem Herrn ein Hebeopfer abgeben!

15:20 Als Erstling eures Brotteiges sollt ihr ein Ringbrot als Hebe darbringen; wie die Hebe von der Tenne sollt ihr sie abliefern.

15:21 Vom Erstling eures Brotteiges gebt dem Herrn eine Hebe ab von Geschlecht zu Geschlecht!

 

Sündopfer der Gesamtheit

15:22 Wenn ihr euch unabsichtlich vergeht und irgendeines dieser Gebote nicht befolgt, die der Herr dem Moses angeordnet hat,

15:23 irgend etwas von dem, was der Herr euch durch Moses befehlen ließ von dem Tage an, da der Herr es geboten hat, und fürderhin von Geschlecht zu Geschlecht,

15:24 so soll, wenn das Versehen aus Unachtsamkeit der Gemeinde begangen worden ist, die ganze Gemeinde einen Jungstier als Brandopfer darbringen zum lieblichen Wohlgeruch für den Herrn, nebst dem zugehörigen Speise- und Trankopfer nach Gebühr, ferner einen Ziegenbock als Sündopfer.

15:25 Der Priester schaffe für die ganze Gemeinde der Israeliten Sühne; dann wird ihnen vergeben, denn es war ein Versehen; sie müssen ihre Gabe als Feueropfer für den Herrn darbringen, dazu ihr Sündopfer vor dem Herrn für ihr Versehen.

15:26 Es wird der ganzen Gemeinde der Israeliten und dem Fremdling, der unter ihnen weilt, vergeben; denn das Versehen fiel dem ganzen Volk zur Last.

 

Sündopfer der Einzelperson

15:27 Verfehlt sich dagegen ein einzelner unabsichtlich, so hat er eine einjährige Ziege als Sündopfer darzubringen.

15:28 Der Priester soll für ihn, der sich durch sein Vergehen unabsichtlich versündigt hat, Sühne schaffen, indem er die Sühnehandlung für ihn vollzieht; dann wird ihm vergeben.

15:29 Für den Einheimischen unter den Israeliten wie für den Fremden in ihrer Mitte gilt in diesem Fall des unabsichtlichen Vergehens ein und dieselbe Bestimmung.

15:30 Sündigt aber jemand, ein Einheimischer oder ein Fremder, mit erhobener Hand, so schmäht er den Herrn; ausgerottet werde er aus seinem Volk. (Heb 10,28)

15:31 Er hat ja das Wort des Herrn mißachtet und sein Gebot gebrochen! Ausgerottet werde ein solcher unerbittlich; seine Schuld lastet auf ihm.«

 

Sabbatschänder

15:32 Als die Israeliten in der Steppe weilten, stießen sie auf einen Mann, der am Sabbat Holz sammelte.[99]

15:33 Da brachten ihn die Leute, die ihn beim Holz auflesen ertappt hatten, zu Moses, Aaron und der ganzen Gemeinde.

15:34 Man legte ihn in Gewahrsam; denn es war unentschieden, was mit ihm geschehen sollte.

15:35 Der Herr sprach zu Moses: »Der Mann soll des Todes sterben. Die ganze Gemeinde soll ihn außerhalb des Lagers steinigen!«

15:36 Die ganze Gemeinde führte ihn außerhalb des Lagers. Man steinigte ihn zu Tode, wie der Herr dem Moses befohlen hatte.

 

Zipfelquasten

15:37 Der Herr sprach zu Moses:[100]

15:38 »Rede zu den Israeliten und befiehl ihnen: Sie sollen sich Quasten an die Zipfel ihrer Kleider nähen, sie und ihre Nachkommen, und an jeder Zipfelquaste eine Schnur von violettem Purpur anbringen.

15:39 Das soll für euch ein Zeichen sein: Wenn ihr sie seht, sollt ihr aller Gebote des Herrn gedenken, nach ihnen handeln und nicht abschweifen nach den Gelüsten eurer Herzen und Augen, durch die ihr euch verführen laßt.

15:40 So sollt ihr all meiner Gebote eingedenk sein, sie tun, und heilig sein vor eurem Gott!

15:41 Ich bin der Herr, euer Gott, der euch aus dem Lande Ägypten hinweggeführt hat, um euer Gott zu sein: Ich bin der Herr, euer Gott!«

 

Numeri 16

Empörung

16:1 Es empörten sich Korach, der Sohn des Jizhar, der Enkel des Kehat, der Urenkel Levis, und Vatan und Abiram, die Söhne Eliabs; dieser war ein Sohn Pallus, des Sohnes Rubens.

16:2 Sie empörten sich mit zweihundert israelitischen Männern, Fürsten der Gemeinde, Vertretern des Volkes, Männern von höchstem Ansehen, gegen Moses.

16:3 Wider Moses und Aaron scharten sie sich zusammen und sprachen zu ihnen: »Nun ist es genug! Die ganze Gemeinde, alle insgesamt sind heilig, und der Herr ist in ihrer Mitte. Warum erhebt ihr euch über die Gemeinde des Herrn?«

16:4 Moses hörte dies und fiel auf sein Antlitz nieder.

16:5 Er antwortete Korach und seinem ganzen Gefolge: »Morgen wird der Herr kundtun, wer zu ihm gehört, und wer der Heilige ist, den er zu sich herantreten läßt. Wen er dann erwählt, der darf ihm nahen. (2Tim 2,19)

16:6 Tut folgendes: Nehmt eure Räucherpfannen, Korach und seine ganze Gefolgschaft!

16:7 Tut Feuer hinein und legt morgen vor dem Herrn Räucherwerk [Weihrauch] darauf! Wen der Herr dann erwählt, der wird als heilig gelten. Jetzt aber laßt es genug sein, ihr Söhne Levis!«

 

Beschwichtigungsversuch

16:8 Moses sprach zu Korach: »Hört, ihr Söhne Levis!

16:9 Ist es euch zu wenig, daß euch der Gott Israels aus der Gemeinde der Israeliten ausgesondert hat, um euch sich nahen zu lassen, damit ihr Dienst an der Wohnstätte des Herrn verrichtet und vor der Gemeinde steht, um für sie Dienst zu tun?

16:10 Er ließ doch dich und alle deine Brüder, die Söhne Levis, sich nahen. Ihr aber verlangt gar nach dem Priestertum.

16:11 Gegen den Herrn habt ihr euch also zusammengerottet, du und dein ganzes Gefolge; denn was ist Aaron, daß ihr wider ihn murrt?«

16:12 Moses sandte Leute, Datan und Abiram, die Söhne Eliabs, zu rufen. Sie ließen sagen: »Wir kommen nicht!

16:13 Ist es noch zu wenig, daß du uns aus einem Land, das von Milch und Honig fließt, herausgeführt hast, um uns in der Wüste sterben zu lassen? Nun willst du dich gar noch zum Herrn über uns aufwerfen!

16:14 Fürwahr, du hast uns nicht in ein Land gebracht, das von Milch und Honig fließt, und hast uns keinen Besitz an Feldern und Weinbergen gegeben! Willst du dieser Leute Augen blind machen? Wir kommen nicht!«

16:15 Moses wurde sehr zornig und sprach zum Herrn: »Wende dich ihrem Opfer nicht zu! Keinen Esel habe ich ihnen fortgenommen. Niemand von ihnen habe ich ein Leid getan!«

16:16 Da sprach Moses zu Korach: »Du samt deinem ganzen Gefolge, erscheine morgen vor dem Herrn; du, sie und Aaron!

16:17 Nehmt eure Räucherpfannen, tut Räucherwerk [Weihrauch] darauf, und dann bringe ein jeder seine Pfanne vor den Herrn - zweihundertfünfzig Räucherpfannen also -, auch du und Aaron, ein jeder seine Pfanne!«

16:18 Da nahm ein jeder seine Räucherpfanne, tat Feuer hinein und legte Räucherwerk [Weihrauch] darauf. Sie stellten sich am Eingang des Offenbarungszeltes auf; ebenso Moses und Aaron.

16:19 Korach aber versammelte die ganze Gemeinde vor der Türe des Offenbarungszeltes gegen sie. Da erschien der gesamten Versammlung die Herrlichkeit des Herrn.

16:20 Der Herr sprach zu Moses und Aaron:

16:21 »Sondert euch ab von dieser Gemeinde! Ich will sie urplötzlich vernichten!«

16:22 Sie warfen sich auf ihr Antlitz und flehten: »O Gott, du Gott des Lebenshauches in allem Fleisch! Wenn einer sündigt, willst du dann über die ganze Gemeinde zürnen?«

16:23 Da sprach der Herr zu Moses:

16:24 »Weise die Gemeinde an: Zieht euch zurück aus dem Umkreis der Wohnung Korachs, Datans und Abirams!«

 

Herrlichkeit des Herrn

16:25 Moses machte sich auf und begab sich zu Datan und Abiram. Die Ältesten Israels folgten ihm.

16:26 Dann sprach er zur Gemeinde: »Tretet weg von den Zelten dieser schuldbeladenen Männer! Rührt nichts von dem an, was ihnen gehört, sonst werdet ihr hinweggerafft ob aller ihrer Sünden!«

16:27 Man zog sich aus dem Umkreis der Wohnung Korachs, Datans und Abirams zurück. Datan und Abiram standen draußen am Eingang ihrer Zelte mit ihren Frauen, Söhnen und kleinen Kindern.

16:28 Moses sprach: »Daran sollt ihr erkennen, daß der Herr mich gesandt hat, all diese Taten zu vollbringen, und daß sie nicht von mir selbst ausgehen:

16:29 Sterben diese, wie alle Menschen sterben, und widerfährt ihnen nur das, was allen Menschen zu widerfahren pflegt, so hat der Herr mich nicht gesandt.

16:30 Schafft der Herr aber etwas noch nie Gewesenes, und reißt die Erde ihren Schlund auf und verschlingt sie samt allem, was ihnen gehört, und fahren sie lebendig ins Totenreich hinab, dann erkennt ihr, daß diese Männer den Herrn geschmäht haben!«

16:31 Als er diese Worte gesprochen hatte, spaltete sich der Boden unter ihnen.

16:32 Die Erde riß ihren Schlund auf und verschlang sie mit ihren Familien und all den Leuten, die zu Korach gehörten, und der gesamten Habe.

16:33 Sie fuhren mit allem, was ihnen gehörte, lebendig ins Totenreich hinab; die Erde schloß sich über ihnen wieder. So verschwanden sie mitten aus der Gemeinde.

16:34 Ganz Israel, das ringsherum stand, floh bei ihrem Aufschrei; denn sie sagten sich: »Daß nur die Erde nicht auch uns verschlingt!«

16:35 Ein Feuer ging aus vom Herrn und fraß die zweihundertfünfzig Mann, die das Räucherwerk [Weihrauch] darbrachten.

 

Numeri 17

Verwertung der Räucherpfannen

17:1 Dann redete der Herr zu Moses:

17:2 »Sage Eleasar, dem Sohne des Priesters Aaron, er möge die Räucherpfannen von der Brandstätte aufheben -das Feuer aber verstreue weit hinweg! -; denn sie sind dem Heiligtum verfallen.

17:3 Aus den Räucherpfannen dieser Männer, die ihr Leben durch Freveltaten verwirkt haben, mache man gehämmerte Blechplatten als Überzug für den Altar. Denn sie haben die Pfannen vor den Herrn hingebracht, und so sind sie dem Heiligtum verfallen. Sie sollen den Israeliten als Mahnzeichen dienen.«

17:4 Da nahm der Priester Eleasar die kupfernen Räucherpfannen, welche die vom Feuer Verzehrten herangebracht hatten; man hämmerte sie breit als einen Überzug für den Altar.

17:5 Ein Warnzeichen sollte es für die Israeliten sein, daß keiner, der nicht vom Stamme Aarons ist, unberufen herantrete, um Räucherwerk [Weihrauch] vor dem Herrn anzuzünden, damit es ihm nicht ergehe wie Korach und seiner Gefolgschaft. Ihm geschah, wie der Herr durch Moses verkündet hatte.

 

Murren der Gemeinde - Sühne für das Volk

17:6 Die ganze Gemeinde der Israeliten murrte am andern Morgen wider Moses und Aaron und sprach: »Ihr habt das Volk des Herrn ermordet!«

17:7 Da sich nun die Gemeinde wider Moses und Aaron zusammenrottete, wandten sich diese zum Offenbarungszelt. Und siehe, die Wolke bedeckte es, und die Herrlichkeit des Herrn erschien.

17:8 Moses und Aaron eilten hin vor das Offenbarungszelt.

17:9 Der Herr redete zu Moses:

17:10 »Fort von dieser Gemeinde! Ich will sie jäh vertilgen!« Da fielen sie auf ihr Antlitz nieder.

17:11 Moses aber sprach zu Aaron: »Nimm die Räucherpfanne und gib Feuer vom Altar hinein, lege Räucherwerk [Weihrauch] auf, trage es eiligst zur Gemeinde hin und schaffe ihr Sühne; denn vom Herrn ist bereits der Zorn ausgegangen, die Plage hat angefangen!«

17:12 Da nahm sie Aaron, wie Moses geboten hatte, lief mitten unter die versammelte Menge, und siehe, die Plage unter dem Volke hatte schon begonnen. Er räucherte [Aaron legte Weihrauch in die Pfanne] und schaffte dem Volk Sühne.

17:13 Er stellte sich zwischen die Toten und die Lebendigen; so wurde der Plage Einhalt getan.

17:14 Die Anzahl der Toten belief sich bei der Heimsuchung auf vierzehntausendsiebenhundert, abgesehen von denen, die Korachs wegen umgekommen waren.

17:15 Dann kehrte Aaron zu Moses zurück an die Türe des Offenbarungszeltes, als die Plage zum Stillstand gebracht war.

 

Aarons grünender Stab

17:16 Der Herr sprach zu Moses:

17:17»Rede mit den Israeliten und nimm von ihnen je einen Stab für jeden Stamm, und zwar von ihren Fürsten nach ihren Stämmen, also zwölf Stäbe! Schreibe den Namen eines jeden auf seinen Stab!

17:18 Den Namen Aarons schreibe auf den Stab Levis; denn je ein Stab ist für das Stammeshaupt.

17:19 Lege sie dann nieder im Offenbarungszeit vor der Gesetzeslade, wo ich mich euch offenbare.

17:20 Und der Stab dessen, den ich mir erwähle, soll ausschlagen [Blätter bekommen]! So will ich das Murren der Israeliten, das sie gegen euch erheben, vor mir zum Schweigen bringen.«

17:21 Also redete Moses zu den Israeliten. Darauf gaben ihm alle Fürsten je einen Stab für jeden Fürsten nach ihren Stämmen, also zwölf Stäbe; der Stab Aarons war auch darunter.

17:22 Moses legte die Stäbe vor dem Herrn im Offenbarungszelt nieder.

17:23 Am folgenden Morgen betrat er das Offenbarungszelt. Da grünte der Stab Aarons, der zum Stamme Levi gehörte. Er hatte ausgeschlagen [trieb Zweige], Blüten getrieben und Mandeln zur Reife gebracht.

17:24 Moses brachte alle Stäbe vom Herrn weg heraus zu allen Israeliten; man schaute sie an, und ein jeder nahm seinen Stab.

17:25 Der Herr sprach zu Moses: »Lege den Stab Aarons wieder vor die Gesetzeslade! Er soll aufbewahrt bleiben als ein Mahnzeichen für Widerspenstige. Bringe so ihr Murren vor mir zum Schweigen, damit sie nicht sterben müssen!«[101]

17:26 Moses tat, wie der Herr ihm befohlen hatte.

17:27 Die Israeliten aber sprachen zu Moses: »Wahrlich, wir kommen um! Verloren sind wir, alle sind wir verloren!

17:28 Wer der Wohnstätte des Herrn sich nur nähert, muß sterben! Sollen wir denn vollständig zugrunde gehen?«

 

Numeri 18

18:1 Da sprach der Herr zu Aaron: »Du, deine Söhne und deine Familie mit dir, ihr alle sollt die Verantwortung für das Heiligtum und für jedes Vergehen in eurem Priesteramt auf euch nehmen!

18:2 Aber auch deine Brüder, der Stamm Levi, dein väterlicher Stamm, sollen mit dir herantreten. Sie sollen sich dir anschließen und dich bedienen. Du aber mit deinen Söhnen tue Dienst vor dem Zelt des Gesetzes!

18:3 Jene sollen die zu deinem Dienst und zur Dienstleistung im Zelte erforderlichen Obliegenheiten verrichten; nur dürfen sie sich nicht den heiligen Geräten und dem Altar nähern, sonst müßten sie und ihr sterben.

18:4 Sie sollen sich dir anschließen und die gesamten Obliegenheiten am Offenbarungszelt verrichten; ein Unbefugter darf zu euch nicht herantreten!

18:5 Doch die Dienstobliegenheiten am Heiligtum und am Altar dürft nur ihr verrichten, damit nicht noch einmal ein Zorngericht über die Israeliten komme!

18:6 Seht, ich habe eure Brüder, die Leviten, aus der Mitte der Israeliten herausgenommen als ein Geschenk für euch; sie sind dem Herrn als Eigentum übertragen, den heiligen Dienst am Offenbarungszelt zu verrichten.

18:7 Du aber samt deinen Söhnen sollst deines Priesteramtes walten in allem, was den Altar angeht und den Dienst hinter dem Vorhang. Das Priestertum übergebe ich euch als Amtsgeschenk; der Unbefugte, der hinzutritt, muß sterben.«

 

Priester- und Leviteneinkünfte

18:8 Der Herr sprach zu Aaron: »Siehe, ich gebe dir, was von meinen Hebeopfern aufzubewahren ist; von allen heiligen Gaben der Israeliten gebe ich es dir als Anteil und deinen Söhnen als eine immerwährende Gebühr.

18:9 Dies soll dir von den hochheiligen Gaben, die nicht verbrannt werden, als Gebühr zufallen: All ihre Abgaben bei allen Speiseopfern, Sündopfern und Schuldopfern, die sie mir darbringen. Als Hochheiliges mögen sie dir und deinen Söhnen zufallen!

18:10 An hochheiliger Stätte sollst du sie verzehren; alle Männer dürfen davon essen; als etwas Heiliges haben sie dir zu gelten.

18:11 Auch folgendes gehört dir: die Abgabe ihrer Opfergeschenke bei allen Weiheopfern der Israeliten. Ich übergebe sie dir, deinen Söhnen und deinen Töchtern als eine immerwährende Gebühr; jeder Reine in deiner Familie darf davon essen:

18:12 Alles Beste vom Öl, Most und Getreide, die Erstlingsgaben für den Herrn überlasse ich dir.

18:13 Die Erstlinge von allem, was im Lande wächst und was dem Herrn dargebracht wird, sollen dir gehören. Jeder, der rein ist in deiner Familie, darf davon essen.

18:14 Alles Banngut in Israel sei dein Eigentum.

18:15 Jegliche Erstgeburt von allen Lebewesen, die man dem Herrn darbringt, vom Menschen und vom Vieh, gehöre dir; nur mußt du die menschliche Erstgeburt auf jeden Fall auslösen lassen und auch die Erstgeburt unreiner Tiere.

18:16 Was ihre Auslösung angeht, so sollst du sie im Alter von einem Monat nach dem Schätzungswert für einen Betrag von fünf Sekel heiligen Gewichtes, den Sekel zu zwanzig Gera, auslösen lassen.

18:17 Aber die Erstlingswürfe von Rindern, Schafen oder Ziegen darfst du nicht auslösen lassen; heilig sind sie; ihr Blut sollst du an den Altar sprengen und ihr Fett in Rauch aufgehen lassen, ein Feueropfer zum lieblichen Wohlgeruch für den Herrn.

18:18 Ihr Fleisch aber gehöre dir; wie die Weihebrust und die rechte Keule soll es dir gehören.

18:19 Alle Hebeopfer von hochheiligen Gaben, welche die Israeliten als Hebeopfer dem Herrn darbringen, gebe ich dir samt deinen Söhnen und Töchtern als eine immerwährende Gebühr. Es sei dies ein für immer geltender Salzbund vor dem Herrn für dich und deine Nachkommen mit dir!«

18:20 Der Herr sprach zu Aaron: »In ihrem Lande sollst du überhaupt keinen Erbbesitz haben, und einen Anteil in ihrer Mitte kannst du nicht bekommen: Ich bin dein Anteil und dein Erbteil inmitten der Israeliten!

 

Zehntabgaben für die Leviten

18:21 Den Söhnen Levis schenke ich hiermit sämtliche Zehntabgaben in Israel als Erbbesitz für ihren Dienst, den sie verrichten, den Dienst am Offenbarungszelt.

18:22 Die Israeliten aber sollen sich fürderhin nicht mehr dem Offenbarungszelt nähern, damit sie keine Sünde auf sich laden und sterben.

18:23 Der Levit allein hat am Offenbarungszelt den Dienst zu verrichten; er hat die Verantwortung auf sich zu nehmen als eine immerwährende Verpflichtung von Geschlecht zu Geschlecht; aber Erbbesitz unter den Israeliten soll er nicht haben.

18:24 Denn ich weise den Leviten den Zehnten der Israeliten, den sie dem Herrn als Hebeopfer darbringen, zum Erbbesitz an; darum habe ich ihnen befohlen, daß sie inmitten der Israeliten keinen Erbbesitz erhalten.«

 

Zehntabgaben für den Priester

18:25 Der Herr sprach zu Moses:

18:26»Rede zu den Leviten und befiehl ihnen: Wenn ihr von den Israeliten den Zehnten empfangt, den ich euch von ihnen als euren Erbbesitz zugewiesen habe, so sollt ihr von ihm das Hebeopfer für den Herrn abheben, nämlich einen Zehnten vom Zehnten.

18:27 Und euer Hebeopfer wird euch angerechnet wie (den anderen) das Getreide von der Tenne und der Überfluß von der Kelter;

18:28 so sollt auch ihr das Hebeopfer für den Herrn von all euren Zehnteinnahmen, die ihr von den Israeliten in Empfang nehmt, abheben; davon sollt ihr die Hebe des Herrn an Aaron, den Priester, übergeben.

18:29 Von allen euch zufallenden Gaben sollt ihr das gesamte Hebeopfer für den Herrn abheben, von allem, was euch als Bestes gilt, die gebührende heilige Abgabe!

18:30 Sprich zu ihnen: Wenn ihr das Beste davon abgebt, so wird es den Leviten angerechnet wie (den anderen) der Ertrag von Tenne und Kelter.

18:31 Ihr und eure Familie könnt den Zehnten an jedem Orte verzehren, ist er doch euer Lohn für euren Dienst am Offenbarungszelt.

18:32 Seinetwegen ladet ihr keine Schuld auf euch, entweiht nicht die heiligen Abgaben der Israeliten und werdet nicht sterben, wenn ihr das Erlesenste davon abgebt.«

 

Numeri 19

Asche einer rotfarbigen Kuh und ihre Verwendung

19:1 Der Herr redete zu Moses und Aaron:[102]

19:2 »Dies ist die Gesetzesbestimmung, die der Herr erläßt: Sage den Israeliten, sie möchten eine rotfarbige fehlerlose Kuh zu dir bringen, an der keinerlei Makel ist und auf die noch kein Joch gelegt ward.

19:3 Übergebt sie dem Priester Eleasar. Man führe sie hinaus vor das Lager und schlachte sie vor seinen Augen.

19:4 Der Priester Eleasar nehme mit seinem Finger etwas von ihrem Blute und sprenge siebenmal nach der Vorderseite des Offenbarungszeltes hin.

19:5 Man verbrenne dann die Kuh vor seinen Augen, ihr Fell, Fleisch und Blut samt dem Mageninhalt.

19:6 Der Priester aber nehme Zedernholz, Ysop und Karmesinfarbe und werfe es hinein in das Feuer, in dem die Kuh brennt. (V.1-22: Heb 9,13)

19:7 Danach wasche er seine Kleider und bade seinen Leib im Wasser und komme zum Lager; er bleibt aber unrein bis zum Abend.

19:8 Auch wer sie verbrannt hat, wasche seine Kleider und bade in Wasser, er bleibt ebenso unrein bis zum Abend.

19:9 Dann sammle ein Reiner die Asche der Kuh und lege sie draußen vor dem Lager an einem reinen Ort nieder, damit sie für die Gemeinde der Israeliten für das Reinigungswasser aufbewahrt werde; sie ist ja ein Sündopfer.

19:10 Wer aber die Asche der Kuh gesammelt hat, wasche seine Kleider; er bleibt unrein bis zum Abend. Folgende Vorschrift gelte für die Israeliten und die Fremden, die sich unter ihnen aufhalten, als immerwährende Satzung:

19:11 Wer einen Toten, den Leichnam irgendeines Menschen, berührt, wird sieben Tage unrein.

19:12 Mit dem Reinigungswasser nun soll sich ein solcher am dritten und siebten Tage entsündigen; dann wird er rein; läßt er sich aber am dritten und siebten Tage nicht entsündigen, so bleibt er unrein.

19:13 Wer immer einen Verstorbenen, den Leichnam eines Toten, berührt und sich nicht entsündigen läßt, befleckt die Wohnstätte des Herrn; er soll ausgerottet werden aus Israel; Reinigungswasser ward auf ihn nicht gesprengt, also bleibt er unrein; seine Befleckung haftet weiterhin an ihm.

 

Verunreinigung durch Leichen

19:14 Es gilt folgendes Gesetz: Stirbt jemand in einem Zelt, so wird jeder, der das Zelt betritt, und jeder, der sich gerade darin befindet, sieben Tage lang unrein.

19:15 Auch jedes offene Gefäß, das keinen an einer Schnur befestigten Verschluß hat, wird unrein.

19:16 Ebenso wird jeder, der auf freiem Felde mit einem Schwertdurchbohrten, einem Verstorbenen, einem Menschengerippe oder mit einem Grab in Berührung kommt, für sieben Tage unrein.

19:17 Man nehme für einen so Verunreinigten etwas Asche vom verbrannten Sündopfer und gieße darüber in ein Gefäß frisches Quellwasser.

19:18 Ein Reiner nehme dann Ysop, tauche ihn in das Wasser, besprenge das Zelt, alle Geräte und alle Personen, die sich dort gerade aufhielten, fener auch den, der Gebeine, einen Erschlagenen, Gestorbenen oder ein Grab berührt hat.

19:19 Der Reine soll den Befleckten am dritten und am siebten Tag besprengen; so entsündigt er ihn am siebten Tag; jener muß jedoch seine Kleider waschen und baden, dann ist er am Abend rein.

19:20 Wird aber jemand unrein, und läßt er sich nicht entsündigen, soll er aus der Gemeinde ausgerottet werden; denn er hat das Heiligtum des Herrn befleckt; kein Reinigungswasser ward auf ihn gesprengt; also ist er unrein.

19:21 Dieses sei ihnen eine immerwährende Satzung. Auch wer das Reinigungswasser gesprengt hat, wasche seine Kleider; wer mit dem Reinigungswasser in Berührung kommt, bleibt unrein bis zum Abend.«

19:22 Alles, was der Unreine berührt, wird unrein; wer ihn aber berührt, ist unrein bis zum Abend.«

 

Numeri 20

Tod Mirjams

20:1 Im ersten Monat gelangte die ganze Gemeinde der Israeliten in die Wüste Zin. Das Volk ließ sich in Kades nieder. Mirjam starb dort und wurde daselbst bestattet.

 

Wasser aus dem Felsen

20:2 Die Gemeinde hatte kein Wasser und rottete sich deshalb wider Moses und Aaron zusammen.

20:3 Das Volk haderte mit Moses und schrie: »Ach, wären wir doch damals mit umgekommen, als unsere Brüder vor dem Herrn umkamen!

20:4 Warum habt ihr die Gemeinde des Herrn in diese Wüste geführt, damit wir hier sterben zusammen mit unserem Vieh?

20:5 Und warum habt ihr uns aus Ägypten fortgeführt, um uns an diesen bösen Ort zu bringen? Hier gibt es keine Saat, keinen Feigen [am Baum], keinen Weinstock, keinen Granatapfel und nicht einmal Trinkwasser.«

20:6 Moses und Aaron gingen von der Gemeinde weg vor den Eingang des Offenbarungszeltes. Sie warfen sich auf ihr Antlitz nieder, und es erschien ihnen die Herrlichkeit des Herrn.

20:7 Der Herr sprach zu Moses:

20:8 »Nimm den Stab, versammle die Gemeinde, du und dein Bruder Aaron, und redet vor ihren Augen zum Felsen; dieser wird daraufhin sein Wasser hervorsprudeln lassen. Laß für sie Wasser aus dem Felsen fließen und tränke damit die Gemeinde zusammen mit ihrem Vieh!«

20:9 Da holte Moses den Stab vor dem Herrn, wie er ihm befohlen hatte.

20:10 Moses und Aaron versammelten die Gemeinde vor dem Felsen. Moses sprach zu ihnen: »Hört, ihr Widerspenstigen, können wir wohl aus diesem Felsen Wasser für euch fließen lassen?«

20:11 Moses erhob seine Hand und schlug mit dem Stab zweimal gegen den Felsen. Es kam viel Wasser heraus. Die Gemeinde samt ihrem Vieh konnte trinken.

20:12 Der Herr sprach zu Moses und Aaron: »Weil ihr kein Vertrauen in mich gesetzt und mich vor den Augen der Israeliten nicht als den Heiligen geehrt habt, werdet ihr diese Gemeinde nicht in das Land, das ich für sie bestimmt habe, hineinführen.«

20:13 Dies ist das Haderwasser (Meriba), wo die Israeliten mit dem Herrn haderten und er sich ihnen als heilig erwies.

 

Durchzugsverbot durch Edom

20:14 Moses sandte von Kades aus Boten an den König von Edom: »So sagt dir dein Bruder Israel: Du kennst all die Mühsal, die uns getroffen hat.

20:15 Unsere Väter sind nach Ägypten gezogen, und wir wohnten in Ägypten lange Zeit. Die Ägypter aber haben an uns und unseren Vätern schlecht gehandelt.

20:16 Wir schrieen zum Herrn, er hörte unseren Ruf und sandte einen Engel, der uns aus Ägypten wegführte. Da sind wir nun in Kades, einer Grenzstadt deines Gebietes.

20:17 Wir möchten gerne durch dein Land ziehen; wir werden kein Feld und keinen Weinberg betreten, kein Wasser aus den Brunnen trinken, nur die Königstraße entlangziehen und weder nach rechts noch nach links abbiegen, bis wir dein Gebiet durchzogen haben!«

20:18 Edom aber antwortete: »Du darfst bei mir nicht durchziehen, sonst rücke ich gegen dich mit dem Schwerte aus!«

20:19 Die Israeliten erwiderten ihm: »Nur auf der gebahnten Straße wollen wir ziehen; trinken wir aber Wasser samt unserem Vieh, so bezahlen wir dafür den vollen Preis. Von nichts weiter kann die Rede sein, als daß wir zu Fuß hindurchziehen wollen.«

20:20 Man erwiderte: »Ihr dürft nicht durchziehen!« Edom zog ihnen entgegen mit zahlreichem Kriegsvolk und starker Macht.

20:21 Edom weigerte sich, Israel durch sein Gebiet ziehen zu lassen; da bog Israel seitwärts von ihnen ab.

 

Aarons Tod

20:22 Sie brachen von Kades auf, und die Israeliten, die ganze Gemeinde, kamen zum Berge Hor.

20:23 Der Herr sprach zu Moses und Aaron am Berge Hor, an der Landesgrenze Edoms:

20:24 »Aaron soll jetzt zu seinen Volksgenossen versammelt werden. Er kommt ja nicht in das Land, das ich den Israeliten gebe; denn ihr habt euch am Haderwasser gegen meinen Befehl aufgelehnt.

20:25 Nimm Aaron und seinen Sohn Eleasar und führe sie hinauf auf den Berg Hor.

20:26 Entkleide dort Aaron seiner Gewänder und bekleide damit seinen Sohn Eleasar! Aaron wird dort hinweggerafft werden und sterben!«

20:27 Moses tat, wie der Herr befohlen hatte. Sie stiegen auf den Berg Hor vor den Augen der ganzen Gemeinde.

20:28 Moses entkleidete Aaron seiner Gewänder und bekleidete damit dessen Sohn Eleasar. Aaron starb dort auf dem Gipfel des Berges. Moses und Eleasar aber stiegen vom Berg herab.

20:29 Die ganze Gemeinde nahm wahr, daß Aaron verschieden war, und das ganze Haus Israel beweinte Aaron dreißig Tage lang.

 

Numeri 21

Bann über die Kanaaniter

21:1 Der Kanaaniterkönig von Arad, der im Südlande wohnte, hörte, daß Israel auf dem Weg von Atarim heranzog. Er ließ sich mit Israel in einen Kampf ein und nahm einige von ihnen gefangen.

21:2 Da legte Israel dem Herrn ein Gelübde folgenden Inhalts ab: »Wenn du dieses Volk in meine Gewalt gibst, so vollstrecke ich an ihren Städten den Bann.«

21:3 Der Herr erhörte das Rufen Israels, übergab die Kanaaniter, und man vollstreckte an ihnen und ihren Städten den Bann. Die Ortschaft nannte man deshalb Chorma (Bann).

 

Aufblick zur ehernen Schlange

21:4 Vom Berg Hor zog man in der Richtung nach dem Schilfmeer weiter, um das Land Edom zu umgehen. Unterwegs aber wurde das Volk ungeduldig.

21:5 Die Leute haderten wider Gott und Moses: »Warum habt ihr uns aus Ägypten weggeführt? Damit wir etwa in der Wüste sterben? Kein Brot gibt es, kein Wasser gibt es, und uns ekelt diese dürftige Speise an!« (1Kor 10,10)

21:6 Da sandte der Herr unter das Volk giftbrennende Schlangen. Sie bissen das Volk, und viele aus Israel starben.

21:7 Nun kamen die Leute zu Moses und klagten: »Wir haben gesündigt; denn wir haben geredet wider den Herrn und dich; lege beim Herrn Fürbitte ein, er möge die Schlangen von uns vertreiben!« Moses trat also fürbittend für das Volk ein.

21:8 Darauf sagte der Herr zu Moses: »Fertige dir eine Schlange und befestige sie an einer Stange! Jeder, der gebissen ist, soll dann zu ihr aufblicken, und er wird am Leben bleiben.«[103]

21:9 Moses verfertigte also eine eherne Schlange und hängte sie an eine Stange. Und wirklich, wenn eine Schlange jemanden biß, und er blickte zur ehernen Schlange auf, so blieb er am Leben.

 

Ins Ostjordanland

21:10 Die Israeliten zogen weiter und lagerten bei Obot.

21:11 Dann brachen sie von Obot auf und lagerten bei Ijje-Haabarim in der Wüste, die östlich an Moab grenzt.

21:12 Von dort zogen sie weiter und lagerten im Bachtal Sared.

21:13 Von dort brachen sie auf und lagerten jenseits des Arnon an der Stelle der Wüste, wo er aus dem Gebiet der Amoriter heraustritt. Denn der Arnon bildet die Grenze Moabs zwischen den Moabitern und Amoritern.

21:14 Daher heißt es im Buch der Kriege des Herrn: »Waheb in Supha und die Bachtäler,

21:15 den Arnon und den Abhang der Bachtäler, der sich hinstreckt bis Ar und an Moabs Grenze sich lehnt.«

21:16 Von dort (zogen sie) nach Beer. Das ist der Brunnen, von dem der Herr zu Moses sagte: »Versammle das Volk, ich will ihnen Wasser geben!«

21:17 Damals sang Israel dieses Loblied: »Spring auf, Brunnen! Spring auf!

21:18 Du Brunnen, von Fürsten gegraben, gebohrt von den Edlen des Volkes mit dem Zepter, mit ihren Stäben!« - Aus der Wüste ging es nach Mattana,

21:19 von Mattana nach Nachaliel und von Nachaliel nach Bamot.

21:20 Von Bamot zogen sie nach dem Tal im Gefilde Moabs zum Gipfel des Pisga, der auf das Ödland herabschaut.

 

Amoriterkönig Sichon

21:21 Israel aber sandte Boten an Sichon, den König der Amoriter, mit der Bitte:[104]

21:22 »Ich möchte dein Land durchziehen; wir wollen nicht abbiegen auf ein Feld oder auf einen Weinberg, kein Wasser aus den Brunnen trinken, sondern auf der Königstraße dahinziehen, bis wir dein Gebiet durchzogen haben.«

21:23 Sichon aber gestattete Israel den Durchzug durch sein Land nicht. Er zog all seine Mannschaften zusammen und zog Israel in der Wüste entgegen. Er kam nach Jahza und ließ sich mit Israel in einen Kampf ein.

21:24 Doch die Israeliten schlugen ihn mit des Schwertes Schärfe und eroberten sein Land vom Arnon bis zum Jabbok, bis zu den Ammonitern hin; denn Jaser war Grenzstadt der Ammoniter.

21:25 Israel nahm alle Städte dieses Landes ein und setzte sich in sämtlichen Städten der Amoriter fest, in Hesbon und in allen dazugehörernden Tochterstädten.

21:26 Hesbon war die Stadt des Amoriterkönigs Sichon; er hatte nämlich mit dem früheren Moabiterkönig in Krieg gelegen und ihm sein ganzes Land bis zum Arnon abgenommen.

21:27 Darum spotteten die Dichter: »Kommt nach Hesbon! Gebaut und befestigt werde Sichons Stadt!

21:28 Denn Feuer ging aus von Hesbon, eine Flamme von Sichons Burg; sie fraß Ar in Moab, die Götzen der heiligen Höhen am Arnon.

21:29 Moab, wehe dir! Verlorenes Volk des Kamosch! Seine Söhne ließ er fliehen, seine Töchter in Gefangenschaft geraten beim Amoriterkönig Sichon.

21:30 Ihr Neuland ist vernichtet von Hesbon bis Dibon, von Naschim bis Nophach in Richtung Medeba.«

21:31 Israel setzte sich im Amoriterland fest.

21:32 Da ließ Moses Jaser auskundschaften. Sie nahmen es samt seinen Tochterstädten ein und vertrieben die Amoriter, die dort wohnten.

 

Og von Basan

21:33 Hierauf wandten sie sich und zogen nach Basan zu. Der König Og von Basan rückte mit seinem ganzen Volk entgegen bis Edrei um mit ihnen zu kämpfen.

21:34 Der Herr sprach zu Moses: »Fürchte dich nicht vor ihm! Ich übergebe ihn samt all seinen Leuten und seinem Gebiet in deine Gewalt. Verfahre mit ihm, wie du mit dem Amoriterkönig Sichon, der in Hesbon saß, verfahren bist!«

21:35 So schlugen sie ihn, seine Söhne und alle seine Leute, daß ihm keiner übrigblieb, der entkommen konnte, und besetzten sein Land.

 

Numeri 22

In den Steppen Moabs

22:1 Die Israeliten zogen weiter und lagerten in den Steppen Moabs jenseits des Jordans gegenüber von Jericho.

 

Balak an Bileam

22:2 Balak, der Sohn des Zippor, sah alles, was Israel den Amoritern angetan hatte.

22:3 Da geriet Moab in große Furcht vor diesem Volk, denn es war überaus zahlreich, und es graute den Moabitern vor den Israeliten.

22:4 Moab sprach zu den Ältesten der Midianiter: »Jetzt wird dieser Haufen alles rings um uns herum abfressen, wie das Rindvieh das Grüne des Feldes abgrast.« Balak, der Sohn Zippors, war in jener Zeit König in Moab.

22:5 Er sandte Boten an Bileam, den Sohn des Beor, nach Petor, das am Euphratstrom liegt, in das Land der Amawiter, um ihn herbeizurufen mit den Worten: »Ein Volk ist aus Ägypten weggezogen, hat die Oberfläche des Landes geradezu überschwemmt und sich nun mir gegenüber niedergelassen.

22:6 Komm, bitte, und verfluche mir dieses Volk; denn es ist mächtiger als ich. Vielleicht kann ich es dann nach einer Niederlage aus dem Lande vertreiben; denn ich weiß: wen du segnest, der bleibt gesegnet, und wem du fluchst, der bleibt verflucht.«

22:7 Die Ältesten der Moabiter und Midianiter versahen sich mit Wahrsagerlohn, machten sich auf den Weg, kamen zu Bileam und richteten ihm die Botschaft Balaks aus.

22:8 Er antwortete ihnen: »Übernachtet heute hier, und ich will euch mitteilen, was der Herr zu mir reden wird.« Da blieben die Häuptlinge Moabs bei Bileam.

22:9 Gott aber erschien Bileam und fragte: »Wer sind diese Männer bei dir?«

22:10 Bileam gab Gott zur Antwort: »Balak, Zippors Sohn, der Moabiterkönig, ließ mir durch eine Gesandtschaft sagen:

22:11 Siehe, das Volk, das aus Ägypten auszog, hat die Oberfläche dieses Landes überschwemmt! Komme und verfluche es mir; vielleicht kann ich dann mit ihm kämpfen und es vertreiben.«

22:12 Gott sprach zu Bileam: »Du sollst nicht mit ihnen gehen; du darfst das Volk nicht verfluchen, denn ich habe es gesegnet.« (2Petr 2,15f; Jud 1,11)[105]

22:13 Bileam stand am Morgen auf und gab den Häuptlingen Balaks die Weisung: »Kehrt allein in euer Land zurück; denn der Herr weigert sich, mich mit euch gehen zu lassen.«

22:14 Moabs Häuptlinge brachen auf, kamen zu Balak und teilten ihm mit: »Bileam weigerte sich, mit uns zu gehen.«

 

Die zweite Botschaft des Balak

22:15 Da sandte Balak nochmals Häuptlinge, noch zahlreicher und noch angesehener als jene.

22:16 Sie kamen zu Bileam und sprachen zu ihm: »So spricht Balak, der Sohn des Zippor: Laß dich doch nicht abhalten, zu mir zu kommen!

22:17 Mit Belohnung will ich dich überhäufen und alles tun, was du mir sagst; komm und verfluche mir dieses Volk!«

22:18 Bileam aber erwiderte den Leuten Balaks: »Gäbe mir Balak Silber und Gold in Fülle, soviel sein Palast nur fassen kann, so könnte ich doch nicht die Weisung des Herrn, meines Gottes, übertreten, weder im kleinen noch im großen.

22:19 Und nun bleibt auch ihr in dieser Nacht hier! Ich will in Erfahrung bringen, was der Herr mir weiterhin sagt.«

22:20 Gott erschien dem Bileam des Nachts und sprach zu ihm: »Wenn diese Männer dich zu rufen gekommen sind, dann auf, gehe mit ihnen; aber nur das, was ich dir gebiete, sollst du tun!«

22:21 Bileam machte sich am andern Morgen auf, sattelte seine Eselin und ging mit den Häuptlingen Moabs.

 

Der Engel des Herrn

22:22 Da entbrannte der Zorn des Herrn, weil er hinzog, und der Engel des Herrn stellte sich ihm in den Weg, um ihm Widerstand zu leisten. Er aber ritt auf seiner Eselin in Begleitung von zwei Burschen. (Jud 1,11)

22:23 Die Eselin sah den Engel des Herrn am Wege, der mit gezücktem Schwerte in der Hand dastand. Sie bog von dem Weg ab und ging in das Feld. Bileam aber schlug die Eselin, um sie wieder auf den rechten Weg zu bringen.[106]

22:24 Da stellte sich der Engel des Herrn in einem Hohlweg zwischen den Weinbergen auf, wo Mauern waren auf beiden Seiten. (2Petr 2,15f)

22:25 Die Eselin erblickte den Engel des Herrn; sie drückte sich die Mauer entlang und drückte dabei Bileams Fuß an die Mauer. Da schlug er sie abermals.

22:26 Wiederum ging der Engel des Herrn vorwärts und blieb an einer engen Stelle stehen, wo kein Weg war, um nach rechts oder links abzubiegen.

22:27 Die Eselin erblickte den Engel des Herrn, und mit Bileam auf dem Rücken kauerte sie sich nieder. Bileam brach in Zorn aus und schlug sie mit dem Stock.

22:28 Da öffnete der Herr den Mund der Eselin, und sie sagte zu Bileam: »Was habe ich dir getan? Denn schon dreimal hast du mich geschlagen!«

22:29 Bileam erwiderte der Eselin: »Weil du deinen Mutwillen mit mir getrieben hast! Wenn ich ein Schwert in meiner Hand hätte, brächte ich dich jetzt um.«

22:30 Die Eselin antwortete Bileam: »Bin ich denn nicht deine Eselin, auf der du geritten bist von jeher bis auf den heutigen Tag? Habe ich mich denn jemals so gegen dich benommen?« Er erwiderte: »Nein.«

22:31 Nun öffnete der Herr die Augen des Bileam. Da sah er den Engel des Herrn am Weg stehen, das gezückte Schwert in seiner Hand. Er verneigte sich und warf sich auf sein Antlitz.

22:32 Der Engel des Herrn fragte ihn: »Warum hast du denn deine Eselin schon dreimal geschlagen? Siehe, ich selbst bin ausgezogen, um dir zu widerstehen; denn diese Reise wird gegen meinen Willen unternommen.

22:33 Die Eselin sah mich und wich schon dreimal vor mir aus. Wäre sie nicht vor mir ausgewichen, dann hätte ich dich jetzt getötet, sie selbst aber am Leben gelassen.«

22:34 Da erwiderte Bileam dem Engel des Herrn: »Ich habe gefehlt! Ich bemerkte es nicht, das du dich mir auf dem Weg entgegenstelltest. Nun aber, wenn die Sache dir mißfällig ist, kehre ich wieder um.«

22:35 Doch der Engel des Herrn sprach zu Bileam: »Geh mit den Männern! Rede aber nur das, was ich dir sagen werde!« Da ging Bileam mit den Häuptlingen Balaks.

 

Bileams Ankunft

36 Balak hörte, daß Bileam komme. Er ging ihm bis Ar in Moab entgegen - es liegt an der Arnongrenze, hart an der äußersten Gemarkung.

22:37 Und Balak sprach zu Bileam: »Habe ich dich nicht in dringlichster Weise rufen lassen? Warum bist du nicht zu mir gekommen? Bin ich denn wahrhaftig nicht im Stande, dich reich zu machen?«

22:38 Bileam erwiderte Balak: »Nun wohl, ich bin jetzt zu dir gekommen; aber werde ich wirklich irgend etwas künden können? Was Gott mir in den Mund legt, das allein werde ich reden.«

22:39 Bileam zog mit Balak, und sie kamen nach Kirjat-Chuzot.

22:40 Balak opferte dort Rinder und Kleinvieh und schickte davon an Bileam und die Häuptlinge, die bei ihm waren.

22:41 Am anderen Morgen nahm Balak Bileam mit und führte ihn nach Bamot-Baal hinauf. Von dort aus überblickte er das äußerste Ende des israelitischen Volkszuges.

 

Numeri 23

23:1 Bileam sprach zu Balak: »Erbaue mir hier sieben Altäre und richte mir daselbst sieben Jungstiere und sieben Widder her!«

23:2 Balak tat, wie Bileam verlangt hatte, und beide brachten je einen Stier und einen Widder auf den Altären dar.

23:3 Bileam sagte zu Balak: »Bleibe stehen bei deinem Brandopfer, ich aber will hingehen, vielleicht begegnet mir der Herr. Was er mich schauen läßt, will ich dir offenbaren.« Dann ging er einen einsamen Höhenweg.

23:4 Gott begegnete dem Bileam. Dieser sprach zu ihm: »Sieben Altäre habe ich herrichten lassen und brachte auf jedem einen Stier und einen Widder dar.«

23:5 Der Herr legte dem Bileam ein Wort in den Mund und sprach: »Kehre um zu Balak und rede dementsprechend!«

23:6 Er kehrte hierauf zu ihm zurück und fand ihn bei seinem Brandopfer stehend mit allen Moabiterhäuptlingen.

 

Erster Segensspruch

23:7 Da begann er seinen Spruch und redete: »Von Aram ließ Balak mich holen, Moabs König von des Ostens Gebirgsland. Komm doch, verfluche mir Jakob! Komm doch, verwünsche Israel!

23:8 Wie könnte ich fluchen, wem Gott nicht flucht, wie verwünschen, wen der Herr nicht verwünscht?

23:9 Vom Felsengipfel erblicke ich es, von den Hügeln werde ich es gewahr: Ein Volk, das ganz für sich wohnt, das sich nicht rechnet unter die Völker.

23:10 Jakobs Staubkörner, wer kann sie zählen und wer die Sandkörner Israels? Möchte ich sterben den Tod des Gerechten, möchte mein Ende wie ihres sein!«

23:11 Balak sprach zu Bileam: »Was hast du mir angetan? Um meine Feinde zu verfluchen, habe ich nach dir geschickt, du aber hast sie in Fülle gesegnet.«

23:12 Jener aber gab zur Antwort: »Muß ich mich nicht an das halten, was der Herr mir in den Mund legt, und es verkünden?«

23:13 Da sprach Balak zu ihm: »Komm doch mit mir an eine andere Stelle, von wo du das Volk wirklich sehen kannst; du erblickst ja nur den äußersten Teil, aber nicht seine Vollzahl. Dann verfluche es mir von dort aus!«

23:14 Dann nahm er ihn mit nach dem Späherfeld auf den Gipfel des Pisga, erbaute dort sieben Altäre und brachte auf jedem einen Stier und einen Widder dar.

23:15 Jener aber sagte zu Balak: »Bleibe hier bei deinem Brandopfer stehen; ich aber will dort auf eine Gottesbegegnung warten.«

23:16 Da begegnete der Herr dem Bileam, legte ihm ein Wort in den Mund und sprach: »Kehre zurück zu Balak und rede dementsprechend!«

23:17 Er begab sich zu ihm; dieser aber stand immer noch beim Brandopfer mit den Moabiterhäuptlingen zusammen. Balak fragte ihn: »Was hat der Herr gesprochen?«

 

Zweiter Segensspruch

23:18 Da begann er seinen Spruch und sagte: »Wohlan, Balak, vernimm es, merke auf mich, Sohn Zippors!

23:19 Nicht Mensch ist Gott, daß er lügt, nicht Menschensohn, daß er bereut. Verheißt er denn und tut es nicht, spricht er etwas und führt es nicht aus?

23:20 Siehe, zu segnen habe ich den Auftrag; ich segne und nehme es nicht zurück.

23:21 In Jakob erblickt man nichts von Leid, schaut keine Mühsal in Israel! Der Herr ist mit ihm, sein Gott, Königsjubel ertönt bei ihm!

23:22 Gott führte sie aus Ägypten; wie des Wildochsen Hörner ist er für sie.

23:23 Ja, es gibt keinen Zauberspruch gegen Jakob, keine Wahrsagekunst gegen Israel. Zur rechten Zeit wird von Jakob verkündet und von Israel, was Gott getan hat.

23:24 Welch ein Volk! Wie eine Löwin springt es auf, wie ein Löwe reckt es sich empor. Nicht legt es sich nieder, ehe es Beute verzehrt, das Blut der Erschlagenen getrunken hat.«

23:25 Balak sprach nun zu Bileam: »Wenn du es schon nicht verfluchen kannst, so solltest du es doch wenigstens nicht segnen!«

23:26 Bileam aber erwiderte dem Balak: »Habe ich dir nicht gesagt: alles, was der Herr redet, werde ich tun?«

23:27 Balak sprach zu Bileam: »Komm doch, ich bringe dich an einen anderen Ort! Vielleicht gefällt es Gott, daß du es mir von dort aus verfluchst.«

23:28 Balak nahm den Bileam mit auf den Gipfel des Peor, der auf das Ödland hinabschaut.

23:29 Bileam sprach zu Balak: »Erbaue mir hier sieben Altäre und richte mir daselbst sieben Jungstiere und sieben Widder her!«

23:30 Balak tat, wie Bileam verlangte. Er brachte auf jedem Altar einen Stier und einen Widder dar.

 

Numeri 24

Dritter Segensspruch

24:1 Bileam sah ein, daß es dem Herrn gut schien, Israel zu segnen. Daher ging er nicht wie die vorigen Male auf Bannsprüche aus, sondern richtete sein Antlitz gegen die Wüste.

24:2 Bileam erhob seine Augen und sah Israel nach seinen Stämmen gelagert. Der Gottesgeist kam über ihn.

24:3 Da begann er seinen Spruch und verkündete: »So spricht Bileam, der Sohn des Beor, so spricht der Mann, dessen Auge geschlossen ist!

24:4 Spruch dessen, der Gottesworte hört, der Gesichte des Allmächtigen schaut, niedergefallen, entschleierten Auges:

24:5 Wie schön sind, Jakob, deine Zelte und deine Wohnstätten, Israel!

24:6 Wie Bachtäler weithin gedehnt, wie Gärten entlang einem Strom, wie Eichen vom Herrn gepflanzt, wie Zedern an den Gewässern.

24:7 Es läßt Wasser rinnen aus seinen Eimern, seine Saat ist reichlich bewässert. Sein König ist mächtiger als Agag, seine Herrschaft reckt sich empor!

24:8 Gott, der es aus Ägypten führte, ist ihm wie des Wildochsen Hörner. Es frißt die Völker, die es bedrängen, zermalmt ihre Knochen, zerschlägt seine Bedrücker.

24:9 Dann kauert es nieder, liegt da wie ein Löwe, wie eine Löwin; wer mag es stören? Wer dich segnet, der sei gesegnet, verflucht ist, wer dich verflucht!«

24:10 Balak wurde zornig über Bileam, schlug seine Hände zusammen und sprach zu ihm: »Meine Feinde zu verfluchen, habe ich dich gerufen. Du aber hast sie in Fülle gesegnet, nun bereits dreimal.

24:11 Nun fliehe in deine Heimat! Ich hatte vor, dich reichlich zu belohnen, doch der Herr hat dich um die Ehrengeschenke gebracht.«

24:12 Bileam entgegnete dem Balak: »Sagte ich nicht schon zu deinen Boten, die du mir gesandt hast:

24:13 Gäbe mir Balak Silber und Gold in Fülle, soviel sein Palast nur fassen kann, so würde ich doch dem Befehl des Herrn nicht zuwiderhandeln und von mir aus etwas tun zum Guten oder zum Schlimmen; nur was der Herr sagt, das werde ich verkünden.

24:14 Nun gut, ich gehe jetzt zu meinem Volke. Doch komm, ich will dir noch eröffnen, was dieses Volk hier deinem Volk in ferner Zukunft antun wird!«

 

Vierter Segensspruch

24:15 Er begann seinen Spruch und sagte: »So spricht Bileam, der Sohn des Beor, so spricht der Mann, dessen Auge geschlossen ist.

24:16 Spruch dessen, der Gottesworte hört, des Allerhöchsten Gedanken kennt, der Gesichte des Allmächtigen schaut, niedergefallen, entschleierten Auges:

24:17 Ich sehe ihn, doch nicht schon jetzt, ich gewahre ihn, doch nicht nahe! Aufgeht aus Jakob ein Stern, ein Zepter erhebt sich aus Israel, zerschmettert Moab die Schläfen, den Scheitel der Söhne Sets insgesamt.[107]

24:18 Und Edom wird fremdes Gebiet, Seir wird anderer Besitz, aber Israel gewinnt an Macht.[108]

24:19 Jakob herrscht über seine Feinde, vernichtet die Entronnenen von Seir!«

24:20 Er erblickte die Amalekiter, begann seinen Spruch und sagte: »Der Völker Erstling ist Amalek, doch sein Ende ist ein Ende für und für.«

24:21 Er schaute dann auf die Keniter, begann seinen Spruch und sagte: »Fest ist dein Sitz, Kain, dein Nest ist auf Fels gebaut!

24:22 Dennoch ist es dem Untergang geweiht; wie lange noch, und Assur führt dich hinweg.«

24:23 Er hob nochmals mit seinem Spruch an und sagte: »Wehe, wer bleibt am Leben, wenn Gott dies verhängt?

24:24 Schiffe kommen von den Kittäern her, sie demütigen Assur und erniedrigen Heber; doch auch dies geht schließlich unter für und für.«

24:25 Bileam machte sich auf den Weg und kehrte in seine Heimat zurück. Auch Balak ging seines Weges.

 

Numeri 25

Unzucht mit den Moabiterinnen

25:1 Israel lagerte in Schittim. Das Volk begann, mit den Töchtern Moabs Unzucht zu treiben. (1Kor 10,10)

25:2 Diese riefen das Volk zu den Opfermahlzeiten ihrer Götzen. Das Volk aß und warf sich vor deren Götzen nieder.

25:3 Israel hängte sich an Baal-Peor. Da entbrannte der Zorn des Herrn wider Israel.

25:4 Der Herr sprach zu Moses: »Nimm alle Volksverführer, und laß sie zu Ehren des Herrn angesichts der Sonne an Pfählen aufhängen, damit der heiße Zorn des Herrn von Israel ablasse!«

25:5 Moses gebot den Richtern Israels: »Es töte ein jeder die seiner Leute, die dem Baal-Peor anhingen!«

 

Pinchas, der Retter

25:6 Da kam ein Israelit und brachte eine Midianiterin zu seinen Volksgenossen, und zwar im Angesicht des Moses und der ganzen Gemeinde der Israeliten, während diese an der Tür des Offenbarungszeltes wehklagten.

25:7 Pinchas, der Sohn des Eleasar, der Enkel des Priesters Aaron, wurde dessen gewahr. Er stand auf, verließ die Gemeinde und griff nach einem Speer.

25:8 Er ging dem israelitischen Mann in das Frauengemach nach und durchbohrte beide, den Israeliten und die Frau, in der Magengegend. Daraufhin ward der Plage unter den Israeliten Einhalt geboten.

25:9 Die Zahl derer, die bei der Plage umgekommen waren, belief sich auf 24'000. (1Kor 10,10)

 

Pinchas' Belohnung

25:10 Der Herr redete zu Moses:

25:11 »Pinchas, Eleasars Sohn, des Priesters Aaron Enkel, hat bewirkt, daß mein Grimm von den Israeliten abließ. Er ist nämlich an meiner Statt unter ihnen als Eiferer aufgetreten; deshalb habe ich die Israeliten in meiner Eifersucht nicht völlig aufgerieben.

25:12 Darum verkünde: Siehe, ich verleihe ihm meinen Heilsbund.

25:13 Ihm und seinen Nachkommen sei für immerwährende Zeit das Priesteramt vertraglich zugesichert dafür, daß er für seinen Gott geeifert und den Israeliten Sühne verschafft hat.«

25:14 Der getötete Israelit, der mit der Midianiterin zusammen erschlagen wurde, hieß Simri, der Sohn des Salu, des Fürsten einer Familie der Simeoniten.

25:15 Die getötete midianitische Frau hieß Kosbi, die Tochter des Zur. Dieser war Stammeshaupt eines Geschlechtes bei den Midianitern.

 

Rache

25:16 Der Herr sprach zu Moses:

25:17 »Bekämpft die Midianiter und schlagt sie;

25:18 denn auch sie haben euch durch die Arglist, die sie an euch übten, bekämpft. Es geschah dies im Falle des Peor und im Falle der Kosbi, der Tochter des Midianiterfürsten, ihrer Volksgenossin, die getötet wurde zur Zeit der Plage wegen des Peor.«

 

Numeri 26

Volkszählung

26:1 Nach dieser Heimsuchung sprach der Herr zu Moses und Eleasar, dem Sohn des Priesters Aaron:

26:2 »Nehmt die Gesamtzahl der Israelitengemeinde auf, von zwanzig Jahren an, nach ihren Familien geordnet, alle, die heerespflichtig sind in Israel!«

26:3 Moses und der Priester Eleasar zählten in den Steppen von Moab, am Jordan gegenüber Jericho,

26:4 alle von zwanzig Jahren an und darüber, wie der Herr es dem Moses aufgetragen hatte. Die Israeliten aber, die aus dem Lande Ägypten ausgezogen waren, sind folgende:

 

Ruben

26:5 Ruben: der Erstgeborene Israels. Die Söhne Rubens: von Henoch das Geschlecht der Henochiten, von Pallu das Geschlecht der Palluiten,[109]

26:6 von Chezron das Geschlecht der Chezroniten, von Karmi das Geschlecht der Karmiten.

26:7 Dies sind die Geschlechter der Rubeniten. Es belief sich die Zahl der Gemusterten auf 43'730.

26:8 Die Söhne Pallus: Eliab.

26:9 Die Söhne Eliabs: Nemuel, Datan und Abiram. Datan und Abiram waren diejenigen, die als berufene Gemeindevertreter unter dem Anhang Korachs sich gegen Moses und Aaron auflehnten und damit gegen den Herrn haderten.

26:10 Die Erde riß ihr Maul auf und verschlang sie und Korach. Ihr Anhang aber kam dadurch um, daß Feuer die 250 Mann verzehrte, so daß sie zu einem Warnungszeichen wurden.

26:11 Korachs Söhne aber kamen nicht um.

 

Simeon

26:12 Die Söhne Simeons nach ihren Geschlechtern: von Nemuel das Geschlecht der Nemueliten, von Jamin das Geschlecht der Jaminiten, von Jachin das Geschlecht der Jachiniten,

26:13 von Serach das der Sarchiten, von Schaul das Geschlecht der Schauliten.

26:14 Dies sind die Geschlechter der Simeoniten: 22'200.

 

Gad

26:15 Die Söhne Gads nach ihren Geschlechtern: von Zephon das Geschlecht der Zephoniten, von Chaggi das der Chaggiten, von Schuni das der Schuniten,

26:16 von Osni das Geschlecht der Osniten, von Eri das der Eriten,

26:17 von Arod das Geschlecht der Aroditen, von Ariel das Geschlecht der Arieliten.

26:18 Dies sind die Geschlechter der Söhne Gads mit ihren Gemusterten: 40'500.

 

Juda

26:19 Judas Söhne waren Er und Onan. Sie starben bereits im Lande Kanaan.

26:20 Die Geschlechter der Söhne Judas waren noch diese: von Schela das Geschlecht der Schelaniten, von Perez das Geschlecht der Parziten, von Serach das Geschlecht der Sarchiten.

26:21 Des Perez Söhne waren: von Chezron das Geschlecht der Chezroniten, von Chamul das der Chamuliten.

26:22 Dies sind die Geschlechter Judas nach den Gemusterten: 76'500.

 

Issachar

26:23 Die Söhne Issachars nach ihren Geschlechtern: von Tola das Geschlecht der Tolaiten, von Puwwa das Geschlecht der Puniten,

26:24 von Jaschub das Geschlecht der Jaschubiten, von Schimron das der Schimroniten.

26:25 Dies sind die Geschlechter Issachars nach ihren Gemusterten: 64'300.

 

Sebulun

26:26 Die Söhne Sebuluns nach ihren Geschlechtern: von Sered das Geschlecht der Sarditen, von Elon das der Eloniten, von Jachleel das der Jachleeliten.

26:27 Dies sind die Geschlechter der Sebuluniten nach ihren Gemusterten: 60'500.

 

Manasse

26:28 Die Söhne Josephs nach ihren Geschlechtern: Manasse und Ephraim.

26:29 Die Söhne Manasses: von Machir das Geschlecht der Machiriten, Machir zeugte Gilead; von Gilead das Geschlecht der Gileaditen.

26:30 Dies sind die Söhne Gileads: von Jeser das Geschlecht der Jesriten, von Chelek das Geschlecht der Chelkiten,

26:31 von Asriel das Geschlecht der Asrieliten, von Sichem das Geschlecht der Sichemiten,

26:32 von Schemida das der Schemidaiten, von Chepher das der Chephriten.

26:33 Zelophchad aber, der Sohn Chephers, hatte keine Söhne, sondern nur Töchter; die Töchter Zelophchads hießen: Machla, Noa, Chogla, Milka und Tirza.

26:34 Dies sind die Geschlechter Manasses nach ihren Gemusterten: 52'700.

 

Ephraim

26:35 Dies sind die Söhne Ephraims nach ihren Geschlechtern: von Schutelach das Geschlecht der Schutelachiten, von Becher das Geschlecht der Bachriten, von Tachan das Geschlecht der Tachaniten.

26:36 Dies sind die Söhne Schutelachs: von Eran das Geschlecht der Eraniten.

26:37 Dies sind die Geschlechter der Söhne Ephraims nach ihren Gemusterten: 32'500. Dies also die Geschlechter der Söhne Josephs.

 

Benjamin

26:38 Die Söhne Benjamins nach ihren Geschlechtern: von Bela das Geschlecht der Belaiten, von Aschbel das der Aschbeliten, von Achiram das der Achiramiten,

26:39 von Schupham das Geschlecht der Schuphamiten, von Chupham das der Chuphamiten.

26:40 Die Söhne Belas waren Ard und Naaman: von Ard das Geschlecht der Arditen, von Naaman das Geschlecht der Naamaniten.

26:41 Dies sind die Söhne Benjamins nach ihren Geschlechtern und ihren Gemusterten: 45'600.

 

Dan

26:42 Dies sind die Söhne Dans nach ihren Geschlechtern: von Schucham das Geschlecht der Schuchamiten. Dies sind die Geschlechter Dans

26:43 nach ihren Gemusterten: 64'400.

 

Aser

26:44 Die Söhne Asers nach ihren Geschlechtern: von Jimna das Geschlecht der Jimniten, von Jischwi das der Jischwiten, von Beria das der Beriiten.

26:45 Von den Söhnen Berias: von Cheber das Geschlecht der Chebriten, von Malkiel das der Malkieliten.

26:46 Die Tochter Asers hieß Serach.

26:47 Dies sind die Geschlechter der Söhne Asers nach ihren Gemusterten: 53'400.

 

Naphtali

26:48 Die Söhne Naphtalis nach ihren Geschlechtern: von Jachzeel das Geschlecht der Jachzeeliten, von Guni das Geschlecht der Guniten,

26:49 von Jezer das Geschlecht der Jizriten, von Schillem das Geschlecht der Schillemiten.

26:50 Dies sind die Geschlechter Naphtalis nach ihren Sippen und ihren Gemusterten: 45'400.

26:51 Dies sind die von den Israeliten Gemusterten: 601'730.

 

Verteilung des Landes

26:52 Der Herr sprach zu Moses:

26:53 »An diese werde das Land als Erbbesitz nach dem Verhältnis der Namenszahl verteilt.

26:54 Wer zahlreich ist, dem soll ein größerer Erbbesitz, wer gering ist an Zahl, dem soll ein kleinerer Besitz gegeben werden; jeder soll nach der Zahl seiner Gemusterten seinen Erbbesitz erhalten.

26:55 Doch soll man das Land durch das Los verteilen; entsprechend den Bezeichnungen ihrer väterlichen Sippen sollen sie die Erbschaft antreten.

26:56 Nach dem Lose werde der Erbbesitz zwischen den Kleinen und Großen verteilt.«

 

Levitengeschlechter

26:57 Dies sind die Gemusterten der Leviten nach ihren Geschlechtern: von Gerschon das Geschlecht der Gerschoniten, von Kehat das Geschlecht der Kehatiten, von Merari das Geschlecht der Merariten.

26:58 Dies sind die Geschlechter der Leviten: das der Libniten, das der Hebroniten, das der Machliten, das der Muschiten, das der Korchiten. Kehat zeugte Amram.

26:59 Amrams Frau hieß Jochebed, eine Tochter Levis, die Levi in Ägypten geboren wurde. Sie gebar dem Amram Aaron und Moses und deren Schwester Mirjam.

26:60 Aaron wurden Nadab und Abihu, Eleasar und Itamar geboren.

26:61 Nadab und Abihu starben, als sie dem Herrn ein ungehöriges Feueropfer darbringen wollten.

26:62 Ihre Gemusterten: 23'000, alles Männliche von einem Monat an und darüber. Sie wurden nicht unter den übrigen Israeliten gemustert, denn ihnen ward kein Erbbesitz unter den Israeliten zuteil.

26:63 Dies sind die von Moses und dem Priester Eleasar Gemusterten. Sie hatten die Israeliten in den Steppen Moabs, beim Jordan gegenüber Jericho, gemustert.

26:64 Unter diesen war keiner mehr von jenen, die Moses und der Priester Aaron gemustert hatten, als sie die Israeliten in der Wüste Sinai zählten.

26:65 Der Herr hatte ihnen angekündigt, daß sie in der Wüste sterben müßten. So war keiner von ihnen übriggeblieben, als Kaleb, der Sohn Jephunnes, und Josua, der Sohn Nuns.

 

Numeri 27

Erbtöchter

27:1 Da kamen die Töchter Zelophchads, des Sohnes Chephers, des Sohnes Gileads, des Sohnes Machirs, des Sohnes Manasses, die also zu den Geschlechtern Manasses, des Sohnes Josephs, gehörten. Diese Töchter hießen Machla, Noa, Chogla, Milka und Tirza.

27:2 Sie traten vor Moses und den Priester Eleasar und vor die Fürsten und die ganze Gemeinde an den Eingang des Offenbarungszeltes und sprachen:

27:3 »Unser Vater ist in der Wüste gestorben. Er war aber nicht unter denen, die sich als Anhänger Korachs gegen den Herrn zusammentaten; er starb um seiner eigenen Sünde willen. Er hatte aber keine Söhne.

27:4 Warum soll nun unseres Vaters Name aus seinem Geschlecht verschwinden, da er keinen Sohn hat? Darum gib uns Besitzanteil unter den Brüdern unseres Vaters!«

27:5 Da brachte Moses ihre Rechtssache vor den Herrn.

27:6 Der Herr entschied Moses gegenüber also:

27:7 »Die Töchter Zelophchads sind im Recht. Gib ihnen also Erbbesitz unter den Brüdern ihres Vaters! Übertrage den Erbbesitz ihres Vaters auf sie!

27:8 Den Israeliten aber gib diese Weisung: Wenn einer stirbt und hinterläßt keinen Sohn, so übertragt seinen Erbbesitz auf seine Tochter!

27:9 Hat er auch keine Tochter, so gebt seinen Erbbesitz seinen Brüdern!

27:10 Hat er auch keine Brüder, so gebt ihn den Brüdern seines Vaters!

27:11 Hat auch sein Vater keine Brüder, so übergebt seinen Erbbesitz seinem nächsten Blutsverwandten aus seinem Geschlechte; der soll ihn in Besitz nehmen! Dies soll bei den Israeliten als Rechtssatzung gelten, wie der Herr dem Moses befohlen hat.«

27:12 Der Herr sprach zu Moses: »Steige auf das Abarimgebirge und überschaue das Land, das ich den Israeliten geben will!

27:13 Hast du es geschaut, so wirst du zu deinen Stammesgenossen versammelt werden, gleich wie dein Bruder Aaron.

27:14 Denn ihr habt in der Wüste Zin, als die Gemeinde haderte, Widerwillen gezeigt, mich als den Heiligen zu ehren vor ihren Augen durch die Wasserspende.« Dies sind die Haderwasser bei Kades in der Wüste Zin.

 

Josua, der Führer

27:15 Moses sprach zum Herrn:

27:16 »Der Herr, Gott aller Lebensgeister in jeglichem Fleisch, wolle doch einen Mann über die Gemeinde bestellen!

27:17 Der ziehe an ihrer Spitze aus, kehre an ihrer Spitze zurück, sei ihr Anführer und Heimführer; die Gemeinde des Herrn soll nicht sein wie eine Schafherde, die keinen Hirten hat!«

27:18 Da sagte der Herr zu Moses: »Nimm dir Josua, den Sohn Nuns, einen geistbegabten Mann, und lege deine Hände auf ihn!

27:19 Stelle ihn vor den Priester Eleasar und die ganze Gemeinde und betraue ihn vor ihren Augen mit dem Oberbefehl!

27:20 Übertrage etwas von deiner Würde auf ihn, damit die ganze Gemeinde der Israeliten ihm gehorsam sei!

27:21 Nun soll er vom Priester Eleasar Bescheid holen; dieser möge für ihn die Entscheidung der Urimlose vor dem Herrn einholen! Auf seine Weisung hin sollen sie ausziehen, und auf seine Weisung sollen sie heimkehren, er mit allen Israeliten und der ganzen Gemeinde!«

27:22 Moses tat, was der Herr ihm geboten hatte. Er nahm Josua und stellte ihn vor den Priester Eleasar und vor die ganze Gemeinde.

27:23 Dann legte er seine Hände auf ihn und betraute ihn mit dem Oberbefehl, wie der Herr durch Moses befohlen hatte.

 

Numeri 28

Opfertabelle

28:1 Der Herr sprach zu Moses:

28:2 »Gib den Israeliten folgende Anweisung: Ihr sollt darauf bedacht sein, mir meine Opfergaben, meine Feueropferspeisen zum lieblichen Wohlgeruch zur passenden Zeit darzubringen!

 

Tägliches Opfer

28:3 Verkünde ihnen: Dies ist das Feueropfer, das ihr dem Herrn darbringen sollt: Zwei fehlerlose, einjährige Lämmer als tägliches, immerwährendes Brandopfer.

28:4 Das eine Lamm sollst du am Morgen zurichten, das zweite richte gegen Abend zu!

28:5 Dazu ein Zehntel Epha Mehl als Speiseopfer, angemacht mit einem Viertel Hin Öl aus zerstoßenen Oliven.

28:6 Das ist das regelmäßige Brandopfer, das am Berge Sinai zum lieblichen Wohlgeruch als ein Feueropfer für den Herrn hergerichtet wurde.

28:7 Als zugehöriges Trankopfer diene ein Viertel Hin Wein für jedes Lamm; im Heiligtum sollst du das Trankopfer von Würzwein dem Herrn spenden.

28:8 Das zweite Lamm sollst du gegen Abend herrichten mit demselben Speise- und Trankopfer wie am Morgen als ein Feueropfer lieblichen Wohlgeruches für den Herrn.

 

Sabbatbrandopfer

28:9 Am Sabbattage sollt ihr zwei einjährige, fehlerlose Lämmer und zwei Zehntel Epha Mehl als Speiseopfer darbringen. Es soll mit Öl angemacht sein, und das zugehörige Trankopfer komme dazu. (Mt 12,5)

28:10 Es ist dies das an einem jeden Sabbat neben dem immerwährenden Brandopfer und dem zugehörigen Trankopfer darzubringende Sabbatbrandopfer. (Mt 12,5)

 

Neumondbrandopfer

28:11 Jeweils am ersten Tage eurer Monate bringt dem Herrn als Brandopfer dar: zwei junge Stiere, einen Widder und sieben fehlerlose, einjährige Lämmer,

28:12 dazu auf jeden Jungstier drei Zehntel Epha Mehl, mit Öl angemacht, als Speiseopfer, und auf den einen Widder zwei Zehntel mit Öl gemengtes Mehl als Speiseopfer,

28:13 auf jedes Lamm je ein Zehntel Epha Mehl, mit Öl angemacht, als Speiseopfer. Als Brandopfer lieblichen Wohlgeruchs, als ein Feueropfer für den Herrn, gelte dies!

28:14 Die zugehörigen Trankopfer sollen bestehen aus einem halben Hin Wein für jeden Jungstier, einem Drittel Hin für den einen Widder und einem Viertel Hin für jedes Lamm. Dies ist das Neumondbrandopfer, das Monat für Monat im Jahr darzubringen ist.

28:15 Zu dem immerwährenden Brandopfer und dem zugehörigen Trankopfer soll ein Ziegenbock als Sündopfer für den Herrn hergerichtet werden.

 

An den Tagen der ungesäuerten Brote

28:16 Am vierzehnten Tage des ersten Monats ist Pascha für den Herrn.

28:17 Am Fünfzehnten dieses Monats ist ein Festtag; sieben Tage lang dürfen nur ungesäuerte Brote gegessen werden.

28:18 Am ersten Tag ist am Heiligtum Versammlung, da dürft ihr keinerlei Arbeit verrichten!

28:19 Als Feueropfer, als Brandopfer für den Herrn, sollt ihr darbringen: zwei Jungstiere, einen Widder und sieben einjährige Lämmer; nur fehlerlose Tiere dürfen es sein.

28:20 Das zugehörige Speiseopfer bestehe aus Mehl, das mit Öl angemacht ist; drei Zehntel Epha sollt ihr für jeden Jungstier, zwei Zehntel für den Widder aufwenden,

28:21 je ein Zehntel aber sollst du für jedes von den sieben Lämmern herrichten,

28:22 ferner einen Bock als Sündopfer, um euch Sühne zu verschaffen.

28:23 Dies sollt ihr außer dem Morgenbrandopfer, das zum immerwährenden Brandopfer gehört, darbringen.

28:24 Die gleichen Opfer bringt sieben Tage lang als Feueropferspeise zu lieblichem Wohlgeruch für den Herrn dar; sie kommen zu dem täglichen Brandopfer und zu dem zugehörigen Trankopfer noch dazu.

28:25 Am siebten Tage aber soll für euch am Heiligtum wiederum Versammlung sein; da dürft ihr keinerlei Arbeit verrichten!

 

Am Wochenfest

28:26 Auch am Tag der Erstlingsopfer, wenn ihr dem Herrn ein Speiseopfer vom neuen Korn darbringt, an eurem Wochenfeste, sei für euch Versammlung am Heiligtum; keinerlei Arbeit sollt ihr tun.

28:27 Bringt zum Brandopfer als lieblichen Wohlgeruch für den Herrn dar: zwei Jungstiere, einen Widder und sieben einjährige Lämmer,

28:28 ferner das entsprechende Speiseopfer aus Mehl, das mit Öl angemacht ist, nämlich drei Zehntel auf jeden Jungstier, zwei Zehntel auf den einen Widder

28:29 und ein Zehntel auf jedes von den sieben Lämmern,

28:30 endlich einen Ziegenbock, um euch Sühne zu verschaffen.

28:31 Außer dem täglichen Brandopfer und dem zugehörigen Speiseopfer - nur fehlerlose Tiere dürfen es sein - und den entsprechenden Trankopfern sollt ihr sie herrichten!

 

Numeri 29

Am siebten Neumond

29:1 Am ersten Tage des siebten Monats soll für euch eine Heiligtumsversammlung sein; da dürft ihr keinerlei Arbeit verrichten; als ein Tag des Trompetenblasens soll er euch gelten.

29:2 Ihr sollt als Brandopfer lieblichen Wohlgeruchs für den Herrn herrichten: einen Jungstier, einen Widder, sieben einjährige, fehlerlose Lämmer,

29:3 dazu das entsprechende Speiseopfer aus Mehl, das mit Öl angemacht ist, drei Zehntel Epha auf den Jungstier, zwei Zehntel auf den Widder,

29:4 je ein Zehntel auf jedes der sieben Lämmer,

29:5 ferner einen Ziegenbock als Sündopfer, um euch Sühne zu verschaffen.

29:6 Das kommt zu dem Neumondbrandopfer mit seinem Speiseopfer und zu dem immerwährenden Brandopfer mit dem entsprechenden Speiseopfer und den zugehörigen Trankopfern, wie sie vorgeschrieben sind, noch dazu, als ein lieblicher Wohlgeruch des Feueropfers für den Herrn.

 

Am Versöhnungstag

29:7 Auch am zehnten Tage dieses siebten Monats sollt ihr eine Heiligtumsversammlung abhalten, sollt fasten und keinerlei Arbeit verrichten!

29:8 Als Brandopfer sollt ihr dem Herrn zum lieblichen Wohlgeruch darbringen: einen Jungstier, einen Widder, sieben fehlerlose, einjährige Lämmer,

29:9 ferner das entsprechende Speiseopfer aus Mehl, das mit Öl angemacht ist, drei Zehntel auf den Jungstier, zwei Zehntel auf den Widder,

29:10 je ein Zehntel auf jedes der sieben Lämmer,

29:11 dazu einen Ziegenbock als Sündopfer. Das kommt noch zu dem Sühnesündopfer und dem immerwährenden Brandopfer nebst dem entsprechenden Speiseopfer und seinen Trankopfern dazu.

 

Das Laubhüttenfest: Sieben Tage lang feiert ein Fest für den Herrn

29:12 Am fünfzehnten Tage des siebten Monats sei für euch eine Heiligtumsversammlung; keinerlei Arbeit dürft ihr verrichten, vielmehr sollt ihr sieben Tage lang ein Fest für den Herrn feiern.

29:13 Als Brandopfer und Feueropfer lieblichen Wohlgeruchs für den Herrn sollt ihr darbringen: dreizehn Jungstiere, zwei Widder, vierzehn einjährige, fehlerlose Lämmer,

29:14 dazu das Speiseopfer aus Mehl, das mit Öl angemacht ist, drei Zehntel Epha für jeden von den dreizehn Jungstieren, zwei Zehntel für jeden von den beiden Widdern,

29:15 ein Zehntel für jedes von den vierzehn Lämmern,

29:16 ferner einen Ziegenbock als Sündopfer außer dem immerwährenden Brandopfer nebst dem zugehörigen Speise und Trankopfer.

29:17 Und am zweiten Tage: zwölf Jungstiere, zwei Widder und vierzehn fehlerlose, einjährige Lämmer,

29:18 dazu das Speiseopfer mit seinen Trankopfern für die Jungstiere, Widder und Lämmer entsprechend ihrer Zahl, wie die Vorschrift verlangt,

29:19 ferner einen Ziegenbock als Sündopfer, abgesehen von dem immerwährenden Brandopfer nebst seinem Speiseopfer und den zugehörigen Trankopfern.

29:20 Am dritten Tage sind zu opfern: elf Jungstiere, zwei Widder und vierzehn fehlerlose, einjährige Lämmer,

29:21 dazu das Speiseopfer mit seinen Trankopfern für die Jungstiere, Widder und Lämmer entsprechend ihrer Zahl, wie die Vorschrift verlangt,

29:22 außerdem ein Bock als Sündopfer, abgesehen von dem immerwährenden Brandopfer nebst seinem Speise- und Trankopfer.

29:23 Und am vierten Tage: zehn Jungstiere, zwei Widder und vierzehn fehlerlose, einjährige Lämmer,

29:24 dazu das Speiseopfer mit seinen Trankopfern für die Jungstiere, Widder und Lämmer entsprechend ihrer Zahl, wie die Vorschrift verlangt,

29:25 außerdem ein Ziegenbock als Sündopfer, abgesehen von dem immerwährenden Brandopfer nebst seinem Speise- und Trankopfer.

29:26 Und am fünften Tage: neun Jungstiere, zwei Widder und vierzehn fehlerlose, einjährige Lämmer,

29:27 dazu das Speiseopfer mit seinen Trankopfern für die Jungstiere, Widder und Lämmer entsprechend ihrer Zahl, wie die Vorschrift verlangt,

29:28 außerdem ein Bock als Sündopfer, abgesehen von dem immerwährenden Brandopfer nebst seinem Speise-und Trankopfer.

29:29 Und am sechsten Tage opfert: acht Jungstiere, zwei Widder und vierzehn fehlerlose, einjährige Lämmer,

29:30 dazu das Speiseopfer mit seinen Trankopfern für die Jungstiere, Widder und Lämmer entsprechend ihrer Zahl, wie die Vorschrift verlangt,

29:31 ferner einen Bock als Sündopfer, abgesehen von dem immerwährenden Brandopfer nebst seinem Speiseopfer und den zugehörigen Trankopfern.

29:32 Und am siebten Tage: sieben Jungstiere, zwei Widder und vierzehn fehlerlose, einjährige Lämmer,

29:33 dazu das Speiseopfer mit seinen Trankopfern für die Jungstiere, Widder und Lämmer entsprechend ihrer Zahl, wie die Vorschrift verlangt,

29:34 ferner einen Bock als Sündopfer, abgesehen von dem immerwährenden Brandopfer nebst seinem Speise- und Trankopfer.

29:35 Am achten Tage soll Feiertag für euch sein; da sollt ihr keinerlei Arbeit verrichten!

29:36 Bringt als Brandopfer, als Feueropfer lieblichen Wohlgeruchs für den Herrn dar: einen Jungstier, einen Widder und sieben fehlerlose, einjährige Lämmer,

29:37 dazu das Speiseopfer und die zugehörigen Trankopfer für den Jungstier, den Widder und die Lämmer entsprechend ihrer Zahl, wie die Vorschrift verlangt,

29:38 ferner einen Bock als Sündopfer, abgesehen von dem immerwährenden Brandopfer nebst seinem Speise- und Trankopfer.

29:39 Dies sollt ihr für den Herrn an euren Festen herrichten außer euren Gelübdeopfern und freiwilligen Gaben an Brand-, Speise-, Trank- und Friedopfern!«

 

Numeri 30

30:1 Moses gab den Israeliten die Weisungen, ganz wie ihm der Herr befohlen hatte.

 

Gelübde eines Mannes

30:2 Moses sprach zu den Stammeshäuptern der Israeliten: »Dies ordnet der Herr an:

30:3 Legt ein Mann dem Herrn ein Gelübde ab, oder schwört er einen Eid, sich selbst ein Enthaltungsgelübde aufzuerlegen, so soll er sein Wort nicht brechen; er soll so handeln, wie es sein Mund ausgesprochen. (Mt 5,33)

 

Gelübde eines Mädchens

30:4 Gelobt eine weibliche Person dem Herrn etwas, oder legt sie sich selbst ein Enthaltungsgelübde auf, solange sie noch ledig im Hause ihres Vaters lebt,

30:5 so sind alle ihre Gelübde gültig, und jede Enthaltung, zu der sie sich durch Gelübde verpflichtet, hat Gültigkeit, doch muß ihr Vater von dem Gelübde und ihrer Enthaltung, zu der sie sich verpflichtete, erfahren und dazu schweigen.

30:6 Wehrt ihr aber ihr Vater an dem Tage, da er davon hört, so haben all ihre Gelübde und Enthaltungsgelübde, die sie sich selbst auferlegte, keine Gültigkeit; der Herr aber wird ihr verzeihen, weil ihr Vater ihr gewehrt hat.

 

Voreheliche Gelübde in der Ehe: Ihr Mann muß davon erfahren

30:7 Verheiratet sie sich nun aber, während noch ihre Gelübde auf ihr lasten oder sonst ein unbedacht ausgesprochenes Wort, durch das sie sich ein Enthaltungsgelübde auferlegt hat,

30:8 so haben ihre Gelübde und ihre Enthaltungen, die sie sich selber auferlegt hat, Gültigkeit, doch muß ihr Mann davon erfahren und am Tage, da er es erfährt, schweigen.

30:9 Wehrt ihr aber ihr Mann am Tage, da er davon erfährt, so macht er das Gelübde, das auf ihr lastet, und das unbedacht ausgesprochene Wort, durch das sie sich selbst gebunden hat, ungültig, und der Herr wird ihr verzeihen.

 

Witwengelübde

30:10 Das Gelübde einer Witwe oder einer geschiedenen Frau, überhaupt alles, wozu sie sich selbst verpflichtet hat, bleibt verbindlich für sie.

 

Gelübde einer Ehefrau

30:11 Tut sie aber im Hause ihres Mannes ein Gelübde, oder legt sie sich selbst eidlich auf, eine Enthaltung zu üben,

30:12 so haben all ihre Gelübde Gültigkeit, und jegliche Enthaltung, zu der sie sich verpflichtete, besteht. Doch muß ihr Mann davon erfahren und dazu schweigen und ihr nicht wehren.

30:13 Macht aber ihr Mann an dem Tage, da er davon hört, sie ungültig, so besteht nichts von dem, was ihre Lippen ausgesprochen haben, seien es nun Gelübde oder die Pflicht zu einer Enthaltung. Ihr Mann hat sie ungültig gemacht, und der Herr wird ihr verzeihen.

30:14 Jedes Gelübde und jede eidliche Verpflichtung zu einem Fasten kann von ihrem Manne als bestehend oder nicht bestehend erklärt werden.

30:15 Schweigt ihr Mann dazu von einem Tag zum andern, so macht er damit ihre Gelübde und ihre Verpflichtungen, die ihr obliegen, rechtskräftig, weil er am Tage, da er es erfuhr, dazu geschwiegen hat.

30:16 Hebt er sie aber erst lange Zeit, nachdem er davon erfahren, auf, so lädt er eine daraus sich ergebende Verschuldung auf sich.«

30:17 Dies sind die Rechtssatzungen, die der Herr dem Moses befohlen, für das Verhältnis zwischen Mann und Frau, zwischen einem Vater und seiner noch ledigen, im Vaterhaus weilenden Tochter.

 

Numeri 31

Rachezug gegen Midian

31:1 Der Herr sprach zu Moses:

31:2 »Nimm Rache für die Israeliten an den Midianitern; dann sollst du zu deinen Volksgenossen versammelt werden!«

31:3 Moses sprach darauf zum Volke: »Rüstet euch Männer aus eurer Mitte zum Kriegszug aus; sie sollen gegen die Midianiter ziehen, um des Herrn Rache an den Midianitern zu vollstrecken!

31:4 Je tausend Mann von allen Stämmen Israels sollt ihr zu dem Kriegszug entsenden!«

31:5 Es wurden aus Israels Tausendschaften je tausend von jedem Stamme ausgehoben, also 12'000 Kampfgerüstete.

31:6 Moses schickte sie, je tausend von jedem Stamm, zum Kriegszug aus, mit ihnen Pinchas, den Sohn des Priesters Eleasar; der führte die heiligen Geräte und die Lärmtrompeten mit sich.

31:7 Da zogen sie gegen Midian zu Felde, wie der Herr dem Moses befohlen hatte, und töteten alles, was männlich war.

31:8 Auch die Könige der Midianiter hieben sie nieder, außer denen, die sie sonst erschlagen hatten, nämlich Ewi, Rekem, Zur, Chul und Reba, fünf Könige Midians; auch Bileam, den Sohn des Beor, hieben sie mit dem Schwerte nieder.

31:9 Sodann führten die Israeliten die Frauen Midians und ihre Kinder in die Gefangenschaft; all ihr Vieh und all ihre Herden und ihr gesamtes Hab und Gut erbeuteten sie.

31:10 All ihre Städte an ihren Wohnsitzen und all ihre Zeltlager steckten sie in Brand.

31:11 Dann nahmen sie die Gesamtbeute und alles, was sie an Mensch und Vieh an sich genommen hatten,

31:12 und brachten die Gefangenen, die Beute und den Raub zu Moses, zum Priester Eleasar und zur ganzen Gemeinde der Israeliten ins Lager, in die Steppen Moabs, die am Jordan gegenüber Jericho lagen.

31:13 Es gingen Moses und der Priester Eleasar und sämtliche Gemeindefürsten ihnen vor das Lager hinaus entgegen.

31:14 Moses aber war zornig über die Heerführer, die Führer der Tausendschaften und die Hauptleute der Hundertschaften, die vom Kriegszug heimkehrten.

31:15 Er sprach zu ihnen: »Wie? Ihr habt alle Frauen am Leben gelassen?

31:16 Gerade sie sind es ja, die die Israeliten auf Bileams Rat zum Abfall vom Herrn um Peors willen verführt haben, so daß die Heimsuchung über die Gemeinde des Herrn kam.

31:17 So tötet nun von den Kindern alle Knaben und von den Frauen jene, die schon mit einem Manne verkehrt haben!

31:18 Aber alle Mädchen, die noch mit keinem Manne verkehrt haben, laßt für euch am Leben!

31:19 Ihr aber bleibt sieben Tage lang außerhalb des Lagers! Ihr alle, die ihr jemand getötet oder einen Erschlagenen berührt habt, müßt euch am dritten und am siebten Tage mit euren Gefangenen entsündigen.

31:20 Auch alle Kleidungsstücke, alles Ledergerät und was aus Ziegenhaar hergestellt ist und alle Holzgeräte müßt ihr gleichfalls entsündigen.

 

Metallgegenstände

31:21 Der Priester Eleasar sagte zu den Kriegsleuten, die zum Kampf gezogen waren: »Dies ist die Gesetzesbestimmung, die der Herr dem Moses befohlen hat:

31:22 Gold und Silber, Kupfer, Eisen, Zinn und Blei,

31:23 überhaupt alles, was Feuer verträgt, müßt ihr durch das Feuer hindurchziehen, dann ist es rein; trotzdem muß es noch mit Reinigungswasser entsündigt werden; alles aber, was kein Feuer verträgt, müßt ihr durch das Wasser hindurchziehen.

31:24 Am siebten Tage aber wascht eure Kleider, dann seid ihr rein; danach dürft ihr wieder ins Lager kommen.«

 

Beuteverteilung

31:25 Der Herr sprach zu Moses:

31:26 »Nimm die Gesamtzahl auf von dem, was erbeutet und gefangen wurde an Menschen und Vieh, du und der Priester Eleasar und die Familienhäupter der Gemeinde!

31:27 Teile die Beute in zwei Hälften zwischen den Kriegsteilnehmern, die zu Felde gezogen sind, und zwischen der ganzen übrigen Gemeinde![110]

31:28 Erhebe aber eine Abgabe für den Herrn von den Kriegsleuten, die ins Feld gezogen sind, und zwar je ein Stück von fünf Hunderten der Menschen, Rinder, Esel oder Schafe!

31:29 Von ihrer Hälfte sollt ihr sie nehmen, und du sollst sie dem Priester Eleasar als Hebe für den Herrn übergeben.

31:30 Aus der den Israeliten zufallenden Hälfte aber greife immer ein Stück aus fünfzig heraus von den Menschen, Rindern, Eseln und Schafen, von allem Vieh, und übergib sie den Leviten, denen der Dienst an der Wohnstätte des Herrn obliegt!«

31:31 Moses und der Priester Eleasar taten, wie der Herr dem Moses befohlen hatte.

31:32 Die Beutestücke, nämlich was von der Beute des Kriegsvolkes noch übrig war, belief sich auf 675'000 Stück Schafe[111]

31:33 und 72'000 Stück Rinder

31:34 und 61'000 Esel;

31:35 was die Menschen betrifft, so betrug die Zahl der Mädchen, die noch mit keinem Mann verkehrt hatten, insgesamt 32'000.

31:36 Es belief sich der halbe Anteil, der den ins Feld Gezogenen zufiel, auf 337'500 Stück Schafe

31:37 und die Abgabe davon für den Herrn auf 675,

31:38 ferner auf 36'000 Stück Rinder und die Abgabe davon für den Herrn auf 72,

31:39 ferner auf 30'500 Esel und die davon für den Herrn bestimmte Abgabe auf 61,

31:40 endlich auf 16'000 Menschen und die Abgabe davon für den Herrn auf 32.

31:41 Moses übergab die Abgabe, die als Hebe für den Herrn bestimmt war, an den Priester Eleasar, wie der Herr ihm befohlen hatte.

31:42 Von jener Hälfte, die den Israeliten zugefallen war und die Moses vom Anteil der Krieger abgesondert hatte,

31:43 belief sich die der Gemeinde zufallende Teilzahl auf 337'500 Stück Schafe,

31:44 36'000 Stück Rinder,

31:45 30'500 Esel

31:46 und 16'000 Menschen.

31:47 Er griff jeweils aus fünfzig eines heraus von Menschen und Vieh. Er übergab sie den Leviten, denen der Dienst an der Wohnstätte des Herrn oblag, wie der Herr dem Moses befohlen hatte.

 

Weihegaben der Anführer

31:48 Es traten aber zu Moses die Anführer der Tausendschaften des Heeres, die Obersten über Tausend und die Hauptleute über Hundert.

31:49 Sie sprachen zu Moses: »Deine Knechte haben die Kriegsleute abgezählt, die unter unserer Führung standen; kein Mann unter uns fehlt.

31:50 Darum bringen wir als Opfergabe für den Herrn, was jeder an goldenen Geräten erbeutet hat: Schrittkettchen, Armbänder, Fingerringe, Ohrringe und Halsketten, um Sühne zu schaffen für unser Leben vor dem Herrn.«

31:51 Da nahmen Moses und der Priester Eleasar das Gold in Empfang, lauter kunstvoll gearbeitete Gegenstände.

31:52 Es belief sich das ganze Gold, das sie als Hebe für den Herrn abgaben, auf 16'750 Sekel; es war von den Anführern der Tausendschaften und von den Hauptleuten der Hundertschaften.

31:53 Die gemeinen Soldaten aber hatten auch noch Beute für sich selbst gemacht.

31:54 Moses und der Priester Eleasar nahmen das Gold von den Anführern der Tausendschaften und Hundertschaften. Sie brachten es ins Offenbarungszelt, damit es dort den Israeliten als Erinnerungszeichen vor dem Herrn diene.

 

Numeri 32

Gads und Rubens Sonderwünsche

32:1 Groß und überaus stark war der Viehbestand der Rubeniten und der Gaditen. Sie besichtigten das Land Jaser und das Gebiet von Gilead und fanden, daß die Gegend sich für Viehzucht gut eignete.

32:2 Da gingen die Gaditen und die Rubeniten hin und sprachen zu Moses, dem Priester Eleasar und zu den Fürsten der Gemeinde.

32:3 »Atarot, Dibon, Jaser, Nimra, Hesbon, Elale, Sebam, Nebo und Beon,

32:4 das Land, das der Herr vor der Gemeinde Israel geschlagen hat, ist ein Land für Viehzucht, und deine Knechte haben Herden.«

32:5 Und sie fuhren fort: »Haben wir Gnade bei dir gefunden, so werde dieses Land deinen Knechten zum Eigentum übergeben. Laß uns also nicht den Jordan durchschreiten!«

 

Moses warnt

32:6 Moses antwortete den Gaditen und Rubeniten: »Sollen etwa eure Brüder in den Kampf ziehen, und ihr wollt hier ruhig sitzen?

32:7 Warum wollt ihr denn die Israeliten entmutigen, in das Land hinüberzuziehen, das der Herr ihnen gegeben hat?

32:8 So haben eure Väter auch gehandelt, als ich sie von Kades-Barnea aussandte, das Land zu besichtigen.

32:9 Sie zogen dann bis zum Tale Eschkol und besichtigten das Land. Dann entmutigten sie aber die Israeliten, so daß diese nicht mehr in das Land gehen wollten, das der Herr ihnen verliehen hatte.

32:10 An jenem Tag aber entbrannte der Zorn des Herrn, und er tat den Schwur:

32:11 Nie werden die Männer von zwanzig Jahren an und darüber, die von Ägypten weggezogen sind, das Land zu sehen bekommen, das ich Abraham, Isaak und Jakob eidlich versprochen habe; denn sie haben mir nicht gehorcht.

32:12 Ausgenommen sind Kaleb, der Kenissiter, der Sohn Jephunnes, und Josua, der Sohn Nuns. Denn diese haben dem Herrn völlig gehorcht.

32:13 Da entbrannte der Zorn des Herrn gegen Israel. Er ließ sie vierzig Jahre lang in der Wüste herumirren, bis das ganze Geschlecht, das sich in den Augen des Herrn versündigt hatte, aufgerieben war.

32:14 Und nun seid ihr an die Stelle eurer Väter getreten, eine Brut von Sündern, um die Zornesglut des Herrn gegen Israel noch stärker zum Entfachen zu bringen.

32:15 Wenn ihr euch nun von ihm abwendet, so läßt er es gewiß noch länger in der Wüste, und ihr verursacht diesem ganzen Volk den Untergang.«

 

Neue Verabredung

32:16 Sie traten zu ihm heran und sprachen: »Wir wollen hier Kleinviehhürden für unseren Viehbestand errichten und Städte für unsere Familien.

32:17 Wir selbst aber wollen uns rüsten und zu Kampfgruppen geordnet an der Spitze der Israeliten ziehen, bis wir auch sie an ihre Wohnsitze gebracht haben. Nur sollen Weib und Kind in den befestigten Städten bleiben wegen der Bewohner jenes Landes.

32:18 Wir kehren nicht zurück zu unseren Häusern, bis sämtliche Israeliten zu ihrem Erbbesitz gekommen sind.

32:19 Denn wir werden ja bei ihnen jenseits des Jordans und darüber hinaus keinen Erbbesitz erhalten; denn uns ist als Erbbesitz das Land östlich jenseits des Jordans zugefallen.«

32:20 Moses sprach zu ihnen: »Wenn ihr das tun wollt, wenn ihr euch vor dem Herrn zum Kampfe rüstet

32:21 und ein jeder in voller Rüstung vor dem Herrn den Jordan überschreitet, bis er seine Feinde vor sich her vertrieben hat,

32:22 und wenn ihr erst dann heimkehren wollt, wenn das Land vor dem Herrn unterworfen ist, dann seid ihr von eurer Pflicht gegenüber dem Herrn und Israel befreit. Dieses Land soll euch vor dem Herrn als Besitz zuteil werden.

32:23 Handelt ihr aber nicht so, dann seid ihr sündhaft vor dem Herrn. Wißt, daß dann eure Sünde auf euch zurückfallen wird.

32:24 Baut euch nun also Städte für Weib und Kind sowie Hürden für euer Kleinvieh! Tut aber das, was euer Mund gesprochen hat!«

32:25 Die Gaditen und Rubeniten erwiderten dem Moses: »Deine Knechte werden tun, wie du, unser Herr, befiehlst!

32:26 Unsere Kinder, unsere Frauen, unser Herdenbestand und unser Viehbesitz sollen dort in den Städten Gileads bleiben.

32:27 Deine Knechte aber wollen in voller Kriegsrüstung vor dem Herrn zum Kampfe ziehen, wie du, unser Herr, befiehlst!«

32:28 Moses gab nun dem Priester Eleasar und Josua, dem Sohne Nuns, und den Stammeshäuptern der Israeliten Weisung.

32:29 Er sprach: »Ziehen die Gaditen und die Rubeniten mit euch in voller Kriegsausrüstung über den Jordan in den Kampf vor dem Herrn, und liegt das Land unterworfen vor euch, so gebt ihnen das Gebiet von Gilead zum Besitz!

32:30 Ziehen aber die Krieger mit euch nicht hinüber, dann sollen sie mit euch zusammen im Lande Kanaan ansässig werden.«

32:31 Die Gaditen und Rubeniten erwiderten darauf: »Wie der Herr deinen Knechten befohlen hat, so wollen wir tun!

32:32 Wir wollen kampfgerüstet vor dem Herrn ins Land Kanaan hinüberziehen, damit uns unser Erbbesitz jenseits des Jordans erhalten bleibe!«

32:33 Da verlieh ihnen Moses - den Gaditen, Rubeniten und der Hälfte des Stammes Manasse, des Sohnes Josephs - das Königreich des Amoriterkönigs Sichon und das Königreich des Basankönigs Og, das Land samt seinen Städten mit Umgebung, die Städte ringsum im Land.

32:34 Die Gaditen bauten: Dibon, Atarot, Aroer,

32:35 Atrot-Schophan, Jaser, Jogbeha,

32:36 Bet-Nimra und Bet-Haran, feste Städte und Kleinviehhürden.

32:37 Die Rubeniten bauten Hesbon, Elale, Kirjatajim,

32:38 Nebo, Baal-Meon - mit veränderten Namen -und Sibma. Sie benannten die Städte, die sie gebaut hatten, mit (ihren alten) Namen.

 

Halbstamm Manasse

32:39 Die Nachkommen Machirs, des Sohnes Manasses, zogen nach Gilead, eroberten es und vertrieben die darin ansässigen Amoriter.

32:40 So verlieh Moses Gilead dem Manassestamm Machir, und dieser ließ sich darin nieder.

32:41 Jair, der Sohn des Manasse, zog ebenfalls aus, eroberte ihre Zeltdörfer und benannte sie »Zeltdörfer Jairs«.

32:42 Auch Nobach zog aus, eroberte Kenat mit den zugehörigen Ortschaften. Er benannte es nach seinem Namen Nobach.

 

Numeri 33

Lagerstätten von Ägypten bis zum Sinai

33:1 Dies sind die Haltestationen der Israeliten, nachdem sie aus dem Ägypterland mit ihren Heerscharen unter Moses, und Aarons Führung ausgezogen waren.

33:2 Moses schrieb auf des Herrn Anweisung hin die Ausgangsorte nach ihren Wanderzügen auf. Dies sind ihre Wanderzüge nach ihren Ausgangsorten:

33:3 Am fünfzehnten Tage des ersten Monats brachen sie von Ramses auf. Am Tage nach dem Pascha zogen die Israeliten unter dem Schutze einer erhobenen Hand vor den Augen aller Ägypter fort.[112]

33:4 Die Ägypter aber begruben diejenigen, die der Herr bei ihnen erschlagen hatte, nämlich alle Erstgeburt; auch unter ihren Göttern hatte der Herr Strafgerichte vollzogen.

33:5 Die Israeliten brachen von Ramses auf und lagerten in Sukkot.

33:6 Von Sukkot brachen sie auf und lagerten in Etam am Rande der Wüste.

33:7 Sie brachen von Etam auf. Man wandte sich nach Pi-Hachirot gegenüber von Baal-Zephon. Sie lagerten vor Migdol.

33:8 Dann brachen sie von Pi-Hachirot auf. Sie zogen mitten durch das Meer in die Wüste und wanderten drei Tagereisen weit in der Wüste von Etam und lagerten in Mara.

33:9 Sie brachen von Mara auf und gelangten nach Elim; in Elim aber gab es zwölf Wasserquellen und siebzig Palmen; sie lagerten dort.

33:10 Von Elim brachen sie auf und lagerten am Schilfmeer.

33:11 Sie brachen vom Schilfmeer auf und lagerten in der Wüste Sin.

33:12 Aus der Wüste Sin brachen sie auf und lagerten in Dophka.

33:13 Sie brachen von Dophka auf und lagerten in Alusch.

33:14 Von Alusch brachen sie auf und lagerten in Rephidim; dort hatte das Volk kein Trinkwasser.

33:15 Sie brachen von Rephidim auf und lagerten in der Wüste Sinai.

 

Von Sinai bis Kades

33:16 Von der Wüste Sinai brachen sie auf und lagerten bei den »Lustgräbern«.

33:17 Sie brachen von den »Lustgräbern« auf und lagerten in Chazerot.

33:18 Von Chazerot brachen sie auf und lagerten in Ritma.

33:19 Sie brachen von Ritma auf und lagerten in Rimmon-Perez.

33:20 Von Rimmon-Perez brachen sie auf und lagerten in Libna.

33:21 Sie brachen von Libna auf und lagerten in Rissa.

33:22 Von Rissa brachen sie auf und lagerten in Kehelata.

33:23 Sie brachen von Kehelata auf und lagerten am Berge Schepher.

33:24 Vom Berge Schepher brachen sie auf und lagerten in Charada.

33:25 Sie brachen von Charada auf und lagerten in Makhelot.

33:26 Von Makhelot brachen sie auf und lagerten in Tachat.

33:27 Sie brachen von Tachat auf und lagerten in Terach.

33:28 Von Terach brachen sie auf und lagerten in Mitka.

33:29 Sie brachen von Mitka auf und lagerten in Chaschmona.

33:30 Von Chaschmona brachen sie auf und lagerten in Moserot.

33:31 Sie brachen von Moserot auf und lagerten in Bene-Jaakan.

33:32 Von Bene-Jaakan brachen sie auf und lagerten in Chor-Hagidgad.

33:33 Sie brachen von Chor-Hagidgad auf und lagerten in Jotbata.

33:34 Von Jotbata brachen sie auf und lagerten in Abrona.

33:35 Sie brachen von Abrona auf und lagerten in Ezjon-Geber.

33:36 Von Ezjon-Geber brachen sie auf und lagerten in der Wüste Zin, das ist Kades.

 

Am Berge Hor

33:37 Sie brachen von Kades auf und lagerten am Berge Hor an der Grenze des Landes Edom.

33:38 Der Priester Aaron aber stieg nach dem Geheiß des Herrn auf den Berg Hor und starb dort vierzig Jahre nach dem Wegzug der Israeliten aus Ägypten, am Ersten des fünften Monats.[113]

33:39 Hundertdreiundzwanzig Jahre war Aaron alt, als er auf dem Berge Hor starb.

33:40 Da hörte der Kanaaniter, der König von Arad, der im Südteil des Landes Kanaan wohnte, daß die Israeliten anrückten.[114]

 

Vom Berge Hor zu den Steppen Moab

33:41 Vom Berge Hor brachen sie auf und lagerten in Zalmona.

33:42 Sie brachen auf von Zalmona und lagerten in Punon.

33:43 Von Punon brachen sie auf und lagerten in Obot.

33:44 Sie brachen auf von Obot und lagerten in Ijje-Haabarim in Moabs Gebiet.